L«^ .iJflW-''J'\ m '■■■fmBti^' N:^N 'ä^ i^ ... fi "Sn >« .«Ar .«•Ä««*' ^ Vv^*^ /^%^ -I»«-™* /' l**»*^' HARVARD UNIVERSITY. LIBRARY OF THE MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOGY. GIFT OF ALEXANDER AGASSIZ. \^\%%% ~ O^ \e\v Edition. London 1883. Köstliu, Der Bau des knöchernen Kopfes. Stuttgart 1844. Leydig, Die anuren Batrachier der deutschen Fauna. Bonn 1877. Derselbe, Ueber den Bau der Zehen bei Batrachiein und die Bedeutung des Fersenhöckers. Morphol. Jahrbücher. Bd. II, 1876. Martin St. Ange, Recherches sur les organs transitoires des batraciens. Ann. d. scienc. nat. Ir" serie. Tome XXIV, 1831. Meckel, System der vergl. Anatomie. II. Tbl. I. Abthlg. Halle 1824. Mertens, Anatomiae batrachiorum prodromus sisteus observationes uouuullas in osteologiam batrachiorum nostratium. Halae 1820. Morren, Observations osteologiques sur l'appareil costal des batraciens. Bull. de l'acad. de Bruxelles 1835. II, 112. — Memoires de l'academie 1837. Tome X. Owen, Anatomy of Vertebrates. London 18f>G — 186S. Parker, A Monograph on the structure and development of the shoulder-girdle and sternum. Ray Soc. 1867. Derselbe, On the structure and development of the skull in the common frog. Philos. Transact. of the Royal Society. London 1871. Derselbe, On the structure and development of the skull in the Batrachia pt. ,11, III. Philos. Transact. of the Royal Society 1876, 1881. Parker und Bettany, Die Morphologie des Schädels. Ins Deutsche übersetzt von B. Vetter. Stuttgart lb79. (Dieses Werk umfasst sämmtliche Wirbel- thierclassen.) Pouchet, Note sur les differences que le sexe imprime au squelette des gre- nouilles. Comptes rendus. Tome XXV, p. 761. 1847. Reichert, Vergl. Entw.-Gesch. des Kopfes der nackten Amphibien. Königsberg 1838. Ruscoui, Sülle metamorfosi delle osse della testa della raua. Aunali di Bologna, l'e Serie, Vol. II. Stannius, Zootomie der Amphibien. (Handb. der Zootomie der "Wirbelthiere, 2. Buch.) 2. Aufl. Berlin 1856. Stöhr, Zur Eutwickelungsgeschichte des Anureuschädels. Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd. XXXVI. Troya, Memoire sur ja structure singuliere du tibia et du cubitus des gre- nouilles et des crapauds, memoires de mathematique et de physique presen- tees ä l'acad. de Paris. Tome IX. 1780. Wiedersheim, Lehrbuch der vergl. Anatomie der Wirbelthiere. 2. Auflage. Jena 1886. i Ivnociie nieiire. 19 Der Zweck dieses Buches verbietet es, auf die Verscliiedenheiteii uau des iu Form, Zahl und histologischer Beschaffenheit einzugelien, welche die Skelettheile iu den verschiedenen Lebensaltern erleiden. Wir haben es l\ier nur mit dem ausgebildeten, erwachsenen Frosche zu thun. Das Skelet dessell)en besteht aus verschiedenen histologisch differenten Materialien und zwar 1) aus Avahrem oder achtem Knochen, 2) aus hyalinem Knorpel und 3) aus sogenanntem Kalkknorpel. Nur über die letztere Substanz ist es wohl nöthig, noch etwas beizufügen. Ich habe für dieselbe die Benennung „Kalk- knorpel" statt der ebenfalls gebrauchten „Knorpelknochen", „Knorpelverkalkung", „primordiale Verknöcherung" ge- wählt, da damit die Beschaffenheit kurz und unzweideutig ausge- drückt erscheint 1); denn es ist hyaliner Knorpel, in welchem in ver- schiedener Ausdehnung Kalkkrümel abgelagert sind. Im frischen feuchten Zustande hat diese Substanz das Aussehen eines allerdings bisweilen etwas festen Knorpels, getrocknet wird sie undurchsichtig, weiss, den Kalkkrusten auf den Knorpeln der Plagiostomen ähnlich. Die Kalkablagerungen im Knorpel bilden zum Theil Haufen von grol)körniger, drusiger, zum Theil mehr feinkörniger Masse; nach Entfernung der Kalksalze durch Säuren kommt die Knorpelstructur wieder zum Vorschein, wenn auch nicht so vollständig, wie im un- verkalkten Knorpel. Die Verbreitung dieses Kalkknorpels im Skelet des Frosches ist eine nicht unbeträchtliche, und sehr viele Theile des Skelets, die bei höheren Thieren nur vorübergehend, beim Uebergänge von Knorpel zu Knochen, aus dieser Substanz gebildet waren, sind es beim Frosch zeitlebens. Ein ausgedehntes Vorkommen findet dieselbe unter Anderem in den Apophysen der Röhrenknochen, in der Hand- und Fusswurzel, den Knochen des Schultergürtels etc. Um später Wiederholungen zu vermeiden, will ich das Vorkommen am erstgenannten Orte hier in Kürze schildern. Das eigenthümliche Verhalten derselben hat schon Duges'-), so weit es die äussere Form betriff't, beschrieben und Bruch 3_) hat uns mit den histologischen Verhältnissen bekannt ge- macht. Trocknet man einen Röhrenknochen des Frosches, z. B. das OS femoris, so findet man das Mittelstück in Farbe und sonstiger Be- 1) Yergl. hierüber H. Müller. Sieb, uud Köll. Zeitsclirilt. Bd. IX. 2) Duges, 1. c. 110. 3) Bruch , Beiträge zur Entwickelungsgeschichte des Knochensystems. Schweiz. Denkschriften S. 118. 2 * 20 Knochenlehre. schaffenheit sehr von den Apophysen verschieden. Nur das erstere hat das Aussehen von Knochen, die letzteren bestehen ans einer weissen, oi^aken, festen, gips- oder kalkartigen Masse, die im frischen feuchten Zustande vollkommen das Aussehen von Knorpel hat. Diese Fig. 3. Apo]ihysen sind mützenartig oder wie ein Stockknopf über die Enden der Diaphysen herübergestülpt (Fig. 3 Ä) und hören auf der äusseren Fläche dieser mit ziemlich scharfer Grenze auf, wie z. ß. auf den Figuren 36, 39, 4.5 und 46 deutlich zu sehen ist. Maclit man einen Durchschnitt durch die Apophyse und einen Theil der Diaphyse , so sieht man den aus achtem Knochen bestehenden Cylin- der des Röhrenknochens (Fig. 3 D) etwas über o aufhören, und über das Ende desselben ist in der That wie ein Stockknopf ül)er den Stock die Apophyse E gleichsam aufgesetzt. Diese besteht vorzugsweise aus Kalk- knorpel c' und hat einen Ueberzug von hyalinem Knorpel A. Der Kno- chencylinder der Diaphyse o, der im Inneren Markknochen M enthält, ist gegen die Apophyse durch hyalinen Knorpel c abgeschlossen, dessen Zellen zwischen den Enden des Knochens o in querer Richtung gelagert sind. Längs-Burchschiiitt des oberen Gelenkondea des OS feraoris, von rana escnlenta, ver- jjrössert. D Knoeliencylinder des Mittelstücks, o Knde desselben. M Markliöhle. E Epiphyse. c' KalkknoriK-l der Epiphyse. c hj'aliner Kiioriiel, das Ende des Kiiochen- cjliiiders schliessend. A hyaliner Knorpel (Gelenkknorpel). I. W i 1' b e 1 s ü u 1 e. Die Wirbelsäule der Frosches besteht aus zehn Stücken, nämlich wirbei- neun eigentlichen Wirbeln und dem stabförmigen Steissbein, welches allein fast so lang ist, als die ganze übrige W^irbelsäule zusammen- genommen. I. Allgemeine Beschreibung der neun Wirljel. a) Die Wirbelkörper sind von oben nach unten plattgedrückt im Aiige- und in dieser Richtung ziemlich dünn; die hintere Fläche eines jeden Wirbelkörpers, mit Ausnahme des achten, stellt einen überknorpelten Gelenkkopf dar, die vordere, mit Aus- nahme des Körpers des neunten Wirbels, eine entsprechende überknorpelte Gelenkpfanne. b) ■ An den Bogen, welche nach vorn und hinten ziemlich scharfe Ränder wenden, finden sich: 1. Gelenkfortsätze (Fig. 4 und 5 ooj.Dieselben haben eine ähnliche Stellung wie die der Rückenwirbel des Menschen, stehen in horizontaler Ebene, die überknorpelten Gelenk- flachen an den hinteren nach unten, an den vorderen nach oben gerichtet. 2. Die Querfortsätze (Fig. 4 a. f. S. u. Fig. 5 t bis t' a. S. 23) sind stark, platt und von sehr verschiedener Grösse und Richtung. Der Querfortsatz des vierten Wirbels ist der längste, der des dritten nur um Weniges kürzer, die kür- zesten sind die des siebenten und achten Wirbels. Der Atlas besitzt keinen Querfortsatz. Was die Richtung dieser Fortsätze betrifft, so sind der zweite und dritte gerade nach aussen und etwas abwärts, der vierte, fünfte und sechste auf- und rückwärts, der siebente und achte wie- der mehr gerade nach auswärts und zugleich rückwärts, der neunte aufwärts und stark nach hinten gewendet. Alle 22 Wirbelsäule. ¥n Querfortsätze haben knorpelige Apopliysen , die grössten der zweite, dritte, vierte und neunte Wirbel. Die Dornfortsätze sind im Allgemeinen klein, im Ein- zelnen aber von verschiedener Grösse, Gestalt und Rich- tung. Die längsten finden sich am dritten, vierten und fünften Wirbel, und hier sind sie auf • dem Querschnitt von dreiseitig pris- . matischer Gestalt, wie die der Rücken- wirbel des Menschen , rückwärts ge- richtet und mit einer knorpligen Apo- physe versehen. Die Dornfortsätze des sechsten und siebenten Wirbels sind kürzer, von beiden Seiten zusam- mengedrückt, gerade nach aufwärts stehend, meist ohne knorplige Apo- physe, der des achten noch kürzer. Nach den Dornfortsätzen zu urthei- len, entsprechen der dritte, vierte und fünfte Wirbel Rückenwirbeln , der sechste, siebente und achte Lenden- wirbeln. Der neunte Wirbel hat kei- nen Dornfortsatz oder nur eine An- deutung desselben. Was den ersten und zweiten Wirbel betrifft, die man nach dem Vorigen als Halswirbel beibrachten kann, so hat der zweite einen ganz kurzen Dornfortsatz mit knorpliger Ai)ophyse, beim ersten stellt der Knorpel, der die beiden Bogen- 'hälften verbindet, zugleich das Rudi- ment eines jji'oc. spinosiis 'clar. II. Beschreibung der Wirbel im Einzelnen. Wirbelsäule von rana csciilenta von unten, Kinzplne 2 mal nat. Gr. Wirbel. 1 bis 9 erster bis neunter Wirbel. o bis o Processus obliqui. c SteisBbein. sc Die beiden Gelenkhöuker am Kreuzbein zur Verbindung mit dem Steissbein/ 1. Der Atlas besteht aus einem im dorso- ventralen Durchmesser dünnen Körper und einem Bo- gen. Der erstere hat nach hin- Wirbelsäule. 23 ten einen wenig erhabenen , in der Quere breiten , überknorpelten Gelenkkopf, nach vorn zwei concave Gelenkflächen, die durch einen Ficr 5 medianen Höcker von einander getrennt sind. Die Richtung der Gelenkflächen ist derart, dass dieselben nach unten con- vergiren. Der Bogen ist nach oben nur durch Knorpelniasse geschlossen , welche über den Knochen etwas vorstehend das Rudiment eines proccssus spuio- sus darstellt. Der hintere Rand des Bogens trägt zwei processus ohliqui. Qaerfortsätze sind nicht vorhanden. 2. Der zweite Wirbel zeigt die im Allgemeinen geschilderten Ver- bältnisse, der Querfortsatz ist etwas nach abwärts gerichtet. 3. Der Querfortsatz des dritten \f irbels ;st länger als der des zweiten, abwärts gerichtet, am freien Ende breiter als am Ur- , Sprung und trägt eine, die der übrigen Queribrtsätze an Grösse übertreffende knorplige Apophyse von hammerförmiger Gestalt. 4. Der Querfortsatz des vierten Wir- bels ist der längste, am Ende breiter als am Ursprung, auf- und rückwärts gerichtet und mit einer knorpligen Apophyse ver- sehen. 5. Die Querfortsätze des fünften, sechsten und siebenten Wirbels sind • kleiner, gegen das freie Ende verjüngt und aufwärts gewendet. 6. Der achte Wirbel ist von den übrigen namentlich dadurch verschieden, dass sein Körper keinen Gelenkkopf hat. Derselbe Wirbelsäule von rana esculenta von oben, 2 mal nat. Grösse. I bis 9 erster bis neunter Wirbel. bis proc. obliqui. 1 bis t' proc. transversi. s bis s' jiroc. spiuosi. c Steissbein sc Gelepkhöcker am Kreuzbein zur Verbin- dung ipit dem Steissbein. 24 Wirbelsäule. ist sowohl vorn als hinten mit einer concaven Gelenkfläche versehen. Der Querfortsatz verhält sich wie der des siebenten Wirbels. 7. Der neunte Wirbel vermittelt die Verbindung mit den Hüft- beinen und ist daher als Kreuzbein zu betrachten. Der Körper desselben hat auf seiner vorderen Fläche einen Geleuk- kopf zur Verbindung mit dem achten Wirbel, auf seiner hin- teren Fläche zwei neben einander liegende kleine kuglige Gelenkköpfe (Fig. 4 und 5 s c) zur Verbindung mit dem Steissbein. Der Querfortsatz ist stark, am Ende breiter als am Ursprung, aufwärts und rückwärts gewendet und mit einer knorpligen Apophyse versehen. III. Verbindung der Wirbel. Verbin- Die Gelcnkköpfc und Gelenkpfannen der Wirl»elkörper sowie die Gelenkflächen der processus ohJiqul sind mit hyalinem Knorpel überzogen. Das Periost bildet sowohl an den Körpern als an den Gelenkfortsätzen wirkliche Gelenkkapseln. Die Verbindung der Wirbelkörper wird noch verstärkt durch senkrechte Fasern, die, dem ligamentwn vertehraJe commune luiticum et imsticum des Menschen ent- sprechend, über die vordere und hintere Fläche der Wirbel herab- ziehen. Zwischen den Wirbelbogen sind Membranen ausgespannt, welche die Stelle der liganienta intercriiralia einnehmen, übrigens nur aus gewöhnlichem Bindegewebe bestehen, sowie die zwischen die Dorn- fortsätze herein sich erstreckenden Fortsetzungen derselben die li(ja- menta interspinalia. (Ueber die Verbindung mit dem Hinterhauptsbein s, bei diesem. Baader IV. B a u d c T W i r b 6 1 1) (Fig. 6 und 7). Wirbel. Jeder Wirbelkörper besteht aus einem Cylinder von achtem Knochen , welcher seitlich unmittelbar in die Knochenmasse der ^) Vergl. insbesondere Gegeubaur: 1) über Bau und Entwicklung- der Wir- belsäule bei Amphibien überhaupt und beim Frosche insbesondere in Abhand- lungen der naturlbrschenden Gesellschaft zu Halle, Bd. VI. Halle 1861. 2) Un- tersuchungen zur vergleichenden Anatomie der Wirbelsäule bei Amphibien und Reptilien mit 4 Taf. Leipzig, Engelniann, 1S62. i^. — Die Angaben Gegenbau r 's , soweit sie das erwachsene Thier betreifeu, kann ich vollkommen bestätigen und l)in deshalb im Vorstehenden ganz seiner Darstellung gefolgt; auf die Entwick- lungsgeschic lite hier näher einzugehen, verbieten Zweck und Grenzen dieses Buches. Bau der W i r b e 1. 25 Fiff. 6. Fig. 7. Bogeiitheile übergclit. Im Inneren dieses Cylinders findet sich ein abgeschnürter Rest der cliorda dorsalis (Ch), umgeben von gelbem oder Markknochen (c), welcher nach hinten gegen den Gelenkkopf, sowie nach vorn unmittelbar in den Gelenk- knorpel übergeht, so dass hier der ächte Kno- chen ganz fehlt. Auf einem Querschnitt durch einen Wirbelkörper erblickt man daher fol- gende Tlieile (Fig. C): a. Eine äussere Lage von achtem Knochen (o) (den Durchschnitt des vorhin erwähnten Cylinders), welche aus pa- rallelen Lamellen von verschiedener Dicke Frontaler Durchschnitt durch i l • i t ii • • i einen Wirbel von rana esculeuta, ZUSammCUgeSetzt ISt ; dlCSClbeU ZClgCU SlCll c/i Chorda. ' nach Gegenbaur und, wie ich bestätigen Ol' Scheide derselben. o Faserknochen auf der obe- kaiiii , iii der Rcgcl SO angeordiict, dass immer ren und unteren Fläche o i_> < des wirbeikörpers. ^iuc Auzalil vou 5 bis 8 düuneii Lamellen in c Markkuocueu. eine durch einen schärferen Contur abgegrenzte Lage vereinigt sind; die Zahl der secundären Lamellensysteme wächst mit dem Alter des Thieres. Die innerste älteste ist immer deut- lich von dem aus dem Intervertebralknorpel hervorgegangenen centralen Theil des Wirbels abgegrenzt. Diese Lamellen setzen sich auch auf die Bogen fort. Die vom Wirbelcanal aus S:"eL1^Yrrb^lk5;;e'i!^vJn entstandenen Knochenlamellen bilden nur eine o Rinde von* acht" m" Knochen, gauz düuue Schiclit Über der Mitte des Wir- c Markknoclien. i i i t t t inr- i ii •• ^^ j. a Knorpel des Gelenkkopfs. bcls. b. Im Inneren des Wirbelkorpers liegt der Chorda -liest in Form eines Cylinder- Abschnitts, der aus einer doppelten Scheide (Ch') und einem Inhalt von Chordazellen (Ch) besteht, c. Zunächst um den persistenten Chorda -Theil liegen die durch Umbildung des lutervertebralknorpels sowie durch die Anfangsstücke der ursprünglichen knorpligen Bogen gebildeten Centralpartien des Wirbelkorpers. Zu beiden Seiten der Chorda liegen grössere Markräume (c) , die mit Zellen erfüllt sind, und davon gehen engere Canäle in verschiedenen Richtungen gewun- den und mehrfach unter einander anastomosirend nach vorn und hin- ten, deren Wandungen theils von achtem Knochen, theils von Knor- pel gebildet sind. 26 Steissbein. V. Das Steissbein (Fig. 8 und 9) Fig. 8. steissbein von rana esculenta von vorn, 2 mal nat. üiösse. c Körper. s obere Kante (proc. ppin.). c. V. canalis ver- tebralis. ist ein einfacher, langer, stabförmiger Knochen, der in der Mitte zwischen beiden Hüftbeinen herunter sich erstreckt und über dem After endet. Sein vorderes Ende (Fig. 8 a) ist der dickste, insbesondere breiteste Theil des Knochens und hat zwei kleine Gelenk- vertiefungen (s. Fig. 9) zur Articulation mit den beiden Gelenkköpfen des neunten Wirbels oder Kreuzbeins. Das hintere Ende ist zugespitzt, cylindrisch und endet in einen Knorpel, der in dem röhrenförmigen Ende des Knochens steckt. Die ventrale Fläche des ziemlich cylindrischen Mittel- stücks ist vorn mit einer nach hinten sich allmälig ver- flachenden medialen Rinne versehen. Die Rückentläche besitzt einen Kamm (Fig. 8 u. 9 s), welcher am vorderen Ende hoch und ziemlich dick beginnt, dann sofort schär- fer und niedriger wird und gegen das hintere Drittheil allmälig verschwindet, so dass der Knochen auf dem Querschnitt in den zwei vorderen Drittheilen dreieckig erscheint, mit einer unteren und zwei Seitenflächen, wäh- rend das hintere Drittheil cylindrisch ist. Der vorderste Theil des Knochens enthält einen Canal, canalis verte- hraJis (Fig. 9 c. v.), eine Fortsetzung des Wirbelcanals, und man kann an diesem Theil deutlich Wirbelkörper und Bogen -unter- scheiden. In diesem Canal verlaufen die letzten Rückenmarksverven. Auf den beiden Seitenflächen des vordersten Theils des Steissbeius bemerkt man kleine Oeflfnungen (Fig. 8 c. c), die in Canäle führen, welche im canalis vertehralis münden. Durch diese Canäle (caiiales coccygei) treten die Steissbeinnerven aus. Vor diesen Oeffnungen, und dieselben von vorüber theilweise überdeckend finden sich kleine dreieckige Fortsätze (Fig. 8) (rudimentäre processus transvcrsarii), jedoch nicht constant und jedenfalls bei rana csculenta häutiger als bei rana tcniporaria, bei welcher letzteren Art die Löcher überhaupt kleiner sind. Steissbein von rana esculenta von der Seite, 2 mal nat. Gr. a vord. Ende, s obere Kante (pr. spinös.), c. canal. cocuyg. Schädel. 27 II. K o p f. Die platte Gestalt des Kopfs der Frösche, wie der Batrachier Kopf. überhaupt, ist insbesondere durch die grosse Entfernung der Kiefer Fiff. 10. Fig. 11. Schädel von rana esculenta vou oben, 2 mal nat. Gr. o OS occip. laterale. p OS petros. op Knorpel zwischen beiden. f.p. OS fronto- parietale. e OS ethmoideuni. f OS tjDii)anicum. t' hinterer Arra desselben. pt OS pter.vgoid. pf hinterer Arm desselben j OS jugale. m OS maxillare. i OS iutermaxillare. fn OS fronto - nasale. Schädel von rana esculenta von unten, 2 mal nat. Gr. o OS occ. laterale, s OS sphenoideum. p OS petrosum. pl vorderer Theil desselben (ala ni.Tgna autt.). p" Loch in dem?, zum Durchtritt des trigeminus. c knorplige Seiteuwand des Schädels, e OS ethmuMeum. e' knorplige Xasenkapsel. pt vorderer Arm des os pterygoid. pV liinterer Arm desselben. m OS maxillare. m' Gelenk kopt für den Unterkiefer. pl OS palatinum. i OS intermaxi Uare. V vomer. h' vorderes Zungenbeinhom. der beiden Seiten, die Grösse der Augenhöhlen und die horizontale Richtung des Bodens derselben bedingt. Der äussere Umfang des Kopfs stellt einen parabolischen Rahmen dar (Fig. 10 u. 11), welcher von den Oberkiefer- und Zwischenkieferknochen {m. i) und den ossa jugulia (j) gebildet wird. In der Mitte dieses Rahmens liegt die längliche prismatische Schädelkapsel. Nach vorn ist dieselbe durch das knorplige Gerüst des Geruchsorgans (Fig 11 e') mit dem vorderen Ende des genannten Rahmens verbunden, nach hinten breitet sie sich in zwei quere Arme aus (j?), die das Gehörorgan enthalten. Von diesem Vorsprung gehen wie Strebepfeiler Knochenbalken nach hinten 28 Hinterhauptsljein. an das hintere Ende des genannten Rahmens, die aus den hinteren Armen des os tympanicum (f) und os pterygoideum (pf) hestehen, und eben solche nach vorn und hateralwärts gegen die Mitte des seitlichen Theils desselben, welche aus den vorderen Armen des os pteryijoidcum {pt) gebildet werden. Der vordere Arm des os tympanicurn (t) erreicht den Rahmen nicht ganz und ist nur durch Bandmasse mit demselben verbunden. Zwischen dem letztgenannten Arm nach hinten, der Schädelkapsel medianwärts und dem Rahmen lateralwärts bleibt ein grosser Raum übrig, welcher zugleich die Augenhöhle und Schläfen- grube darstellt. A. Schädel. Schädel. Der Schädel des Frosches bildet eine hinten breitere, vorn schmalere prismatische Röhre, deren knorplige Grundlage (s. unten Fig. 15 u. 17) noch zu einem grossen Theil vorhanden ist. In der Gesammtform der Schädelkapsel unterscheiden sich unsere einhei- mischen Froscharten nicht unwesentlich. Bei rana esciiloita ist die- selbe länger und schmaler, bei rana temporaria kürzer und breiter; zugleich ist die obere Fläche bei ersterer Art stark concav, rinnen- förmig vertieft, bei letzterer platt, bei rana oxyrhinus gewölbt, Unterschiede, die sich schon am lebenden und unverletzten Thier erkennen lassen. Knochen des Schädels im Einzelnen. 1. Hinterhauptsbeine, ossa occip'dulla hiteralia (Cuvier.) (Fig. 10, 11, 12, 15, 17 0). Cuvier, 1. c. S. 387. tb. XXIV. bb. Duges, N. 14. Hinter- Dicsc paarigen Knochen bilden den hinteren Theil der Schädel- haupts- . , . . . heiue. kapsel, umgrenzen das foramen magmim und vermitteln die Verbin- dung mit der Wirbelsäule. Sie sind in die knorplige Grundlage des Schädels eingelassen und sowohl oben durch einen nicht verknöcher- ten Theil dieser Grundlage [occipHalc superms Duges), welcher dem Sehuppentheil entspricht, als unten durch einen eben solchen (occipi- tale basiJarc Duges), welcher dem Körper des Hinterhauptbeins ent- spricht, von einander getrennt und repräsentiren also eigentlich nur die Gelenktheile {partes condyJoideae) dieses Knochens. Ein jeder trägt einen überknorpeltcn Gelenkkopf zur Verbindung mit dem ersten '■o' Hintcrhau ptsbciu. 29 Halswirbel. Diese beiden länglichen, gewölbten Gelenkköpfe umfassen, nach unten convergirend, die untere Hälfte des Umfangs des foramen magnum. Dieses hat bei rana csculenta eine melir querovale, bei rana tonporaria eine mehr herzförmige Gestalt mit aufwärts gekehrter jp^Q. j2 Spitze, und dem entsprechend ist der ganze Knochen bei ersterer Art mehr breit als hoch, bei letzterer umgekehrt mehr hoch als hrcit. Nach oben und lateralwärts vom foramen magnum findet sich ein von oben schräg lateralwärts Schädel von rana escnienta von hinten, herabsteigender Kamm , in welchem zu- 2 mal uat. Grösse. ^ o OS occip lat gleich die Kaht zwischen diesem Kno- c connjli desselben. '=' Dazwischen sieht man die knorplige p],p,. ,j,w1 .]„,.-, l^plspulipill lipcrt lllirl 111 pars basilaris, sowie oben die kuorphge CUOU UUU uem AeibenUClll lltgL UUU dU p K^Sein!*' dessen Bildung diese heiden Knochen u' Fortsatz, an welchem sich das Kiefer- i ii -i i i t-v- tt- i i Suspensorium anlegt. Anthcil habcu, Dicscr Kuocheukamm h vorderes Zungeubeinhorn , aus dem # ■ 7 1 \ • i 1 • Knorpel des os petros. entspringend. [pTOCeSSUS maSlOUleUS nutt.) ISt bCl VC^Ua t fossa tympanica. mi • o erstes, «' zweites und a" drittes ossicn- csculenta auch au altcn Tliiereii gröss- lum auilitus. _ tentheils knorplig, bei rana teniporaria auch an kleinen Exemplaren knöchern. Bei letzterer Art verschmelzen nämlich die heiden Knochen sehr frühzeitig, während sie bei ersterer durch primitiven Knorpel getrennt bleiben. Zwischen diesem Kamm und dem processus condyloidcus findet sich nach unten zu eine Ver- tiefung (fossa con(hjJoidea) mit einem Loch (foramen condyloideuin), durch welches der N. vagus aus der Schädelhöhle austritt. — Diese Knochen nehmen einen später genauer zu erwähnenden Antheil an der Bildung des Ohrlabyrinths. Verbindung der Hiiiterhauptsknochen mit dem ersten Halswirbel. Hinter- haupts- Von der Mitte der vorderen Fläche des Körpers des Atlas ent- springt ein Band, das, gewissermaassen das Jig. suspensormm dentis darstellend, sich am Basilartheil des Hinterhauptbeins befestigt. 2. Felsenbeine, ossa petrosa Cuvier. (Fig. 10. 11 und 12 p). Felsen- beine. Cuvier, roeher 1. c. S. 388. tb. XXIV. ee. Duges, n. 12 riipeo-ptereal (Felsen -Flügelbem). Stauuius, ala teinporulis. Meckel, Schädelstück des Schläfenbeins. Diese paarigen Knochen liegen lateralwärts und vor den ossa occi- pitalia. Wie schon erwähnt, bleiben sie bei rana esmlenta stets durch 30 Felsenbein. Knorpel (Fig. 10 op) von diesen getrennt , während sie bei rana tcmporaria schon frühzeitig eine knöclierne Verschmelzung mit den- Fiff. 13. Schädel von raua esciilenta von unten , 2 mal nat. Gr. o OS occ. latfirale. s OS sphenoideum. p OS petrosum. p' vorderer Tlieil desselben (ala magna autt). 2j" Loch in demselben zum Durclitritt des triRP- minus. c knornlige Seitenwand des Schädi'.ls. e OS ethmoidoum. e' knorplige Nasenkapsol. pi vorderer Arm des os pterygoid. pt' hinterer Arm des os pterygoid. m os maxillare. m' (ieleukkopf für den Unterkiefer. pl os palatinum. i OS intermaxillare. i' vomer. h' vorderes Zungenbeinhorn. selben eingehen, womit auch die oben erwähnte vollständigere Os- sification des processus mastoi- deus bei letzterer Art zusammen- hängt. Es bilden diese Knochen die oben erwähnte seitliche Aus- lu'eitung des hintersten Tlieils der Schädelkapsel, in welcher das Ge- hörorgan enthalten ist. Die an- sehnliche Höhle, welche dieselben zur Aufnahme des Ohrlabyrinths enthalten und an deren Bildung auch noch das os occlpitale laterale Antheil nimmt, ist nach innen in die Schädelhöhle frei geöffnet und mündet an der hinteren Schädel- Avand durch das foramen ovale nach aussen , welches gemein- schaftlich von den beiden genann- ten Knochen gebildet wird. Der laterale hintere Theil des Felsen- beins bleibt in der Regel knorplig. Dieser Knorpel ist lateralwärts und nach vorn vom foramen ovale von einem kleinen Loch durchbohrt, durch welches der 'jirrvus facia- lis oder ranms Ujmpanicus n. vagi Volkm., welcher die Elemente des N. facialis enthält, austritt, um nach Aufnahme eines Astes vom ramns (jlossopharyngeus des N. vacfus (r. auricnlaris n. vagi) als eigentliclier facialis weiter zu gehen. Lateralwärts findet sich ein Fortsatz, an welchem sich das Kiefersuspensorium ansetzt (Fig. 12 j>), hinter diesem die Aushöhlung, in welcher die Geliörknöchelchen liegen und welche man als fossa tympanica bezeichnen kann (Fig. 12/). Den vorderen Theil des Knochens begrenzt von hinten her die Augen- höhle und bildet deren hintere und mediale Wand. In diesem Theil ist das Loch gelegen (Fig. 11 j>"), durch welches der N. trigeminns und mehrere Augenmuskelnerven durchtreten und Avelches dem foramen ovale, rotundum und der fissura orhitalis superior des mensch- lichen Keilbeins zusammen entspricht. Dieses Loch ist bisweilen, Felsenbein. 31 besonders bei jungen Thieren, nur ein Ausschnitt und wird erst durch einen später zu erwähnenden Knorpel vervollständigt. Wegen des Verhaltens dieses Theils des Knochens (Fig. 11 p') zu den durch- tretenden Nerven hat man auch wohl den ganzen Knochen als ala magnd oder temporali^ des Keilbeins bezeichnet (Stannius), oder we- nigstens als einen Knochen, der diese Theile in sich enthält, wie üuges, der ihn deshalb Felsenüügelbein {riipöo-ptereal) genannt hat. D e p e n d e n z c n des Felsenbeins. 1. CariiJago stylo/dcd. Aus dem Knorpel des Felsenbeins ent- springt nach unten, hinten und innen die carfilago styhidea^ welche sich unmittelbar in das vordere Hörn des Zungenbeins fortsetzt (Fig. 11 h' und 12 h). Dependeu- zeii des Felsenbeins. Fiff. 14. Schädel von rana esculenta von hinten, 2 mal natürl. Gr. o oa occip. lat. r condyli desselben. Dazwischen sieht map die knorplige pars basilaris, sowie oben die knorplige pars si'iuaninsa. p Felsenbein. ?^' Fortsatz, an welchem sieh das Kiefer- siispensorium anlegt. h vorderes Zuiigenbeinhorn, aus dem Knor- pel des OS peiros. entspringend. t fossa tynipanica. u erstes, a' zweites und a" drittes ossiculum auditus. 2. Gehörknöchelchen. a) Eine dicke Knorpelscheibe (operculum) (Fig. 12 a) schliesSt das foramon ovale ; b) an dieses schliesst sich ein knöchernes , keulenförmiges Stück (Fig. 12a'j, welches am dickeren medialen Ende eine knorplige Epipliyse hat und in querer Eichtung, mit der Spitze nach aussen, gelagert ist; c) mit dieser Spitze ist das dritte knorplige Stück (Fig. 12 a") unter einem stumpfen Winkel verbunden. Dasselbe ist am Trommelfell und mit seinem oberen Tlieil am knorpligen Trommelfellring befestigt. . Der Trommelf eil ring {amndus tympanicus) ist ein ringförmi- ger Knorpelrahmen, der, genauer gesagt, die Gestalt eines kurz abgestutzten Trichters hat, da er sich medianwärts verengert, und am os tijmpcmicum befestigt ist. Weiteres über diese Theile siehe beim Gehörorgan. 3. Keilbein, os sphenoidcmn Cuv. (Fig. 11 u. 17 .s). Cuvier, 1. c. 383. tb. XXIV. d. — Duges, n. 8. — Meckel, Theil des Grundbeius. Keilbein. 32 K e i 1 h e i u. Ein grosser Theil der Schädelbasis wird durch einen Knochen von kreuzförmiger Gestalt eingenommen. Von den zwei in der Mittellinie liegenden longitudinalen Armen ist der hintere bei wei- tem kürzer und liegt vor und zum Theil unter dem knorpligen OS occipitale hasüare. Der vordere lange longitudinale Arm schliesst von unten den grösseren Theil der Schädelkapsel, und verbindet sich mit seinen Seitenrändern mit dem von Manchen als dla magna gedeuteten Theil des Schläfenbeins und dem vorn an diesem ge- legenen KnorjDel, welcher die Seitenwand der Schädelkapsel zum grösseren Theil bildet. Die vordere Spitze dieses Armes steht mit den Gaumenbeinen in Verbindung. Die queren Seitenarme des Kreuzes legen sich auf die untere Fläche der ossa occipitdlia Jatc- ralia und der Felsenbeine an. Der grösseren Breite der Schädelkapsel bei rana temporaria ent- sprechend ist bei dieser Art der vordere longitudinale Arm dieses Knochens ebenfalls relativ breiter. stini- 4. Stirnscheitelbeine, ossa fronto-parietuh'a Cuv. (Fig. 10 Scheitel- '>e"i- U. 15 f p). Cuvier, 1, c. 387. tb. XXIV. c. c. — Diioes, n. 1. Paarige längliche und platte Knochen, welche den grössten Theil der oberen Wand oder Decke der Schädelkapsel bilden und das hier noch zum grösseren Theil vorhandene Primordialcranium von • oben bedecken. Dieselben sind in der Mittellinie durch die Pfeil- naht verbunden, nach hinten mit den Hinterhaupts- und Felsen- beinen, nach vorn mit dem os cthmoideum^ über welches sich diese Knochen schuppenartig herüberlegen. Die Seitenwand eines jeden Knochens ist etwas nach abwärts umgebogen (Fig. 17 f p), und zwischen ihm und dem Keilbein bleibt an der Seitenwand des Schädels eine nur durch Knorpel und fibröses Gewebe ausgefüllte Lücke. Diese Knochen sind bei r(tna esculcnta schmaler und nach der sutura sagittah's hin rinnenartig vertieft, die seitlichen Kanten, in welchen die obere Fläche sich in die seitliche umbiegt, viel stärker ausgeprägt; bei rana temporaria sind sie breiter und flach, selbst etwas gewölbt. Letzteres ist bei rana oxyrliinus in noch höherem Grade der Fall. Siebboin. 3^ 5. Siebbein, os cthwoidcum (Fig. 10, 11, 15 u. 17 c). Cuvier, os 011 ceiuture 1. c. 387. tb. XXIV. a. — Duges, n. 15. — Rathke, vordere Keilbeiuflügel (Vortr. z. vergl. Anat. d. Wirbel- thiere. Leipzig- 1802. S. 42). — Meckel, Riceliliein 1. c. S. 502.— Parker. Sphenethmoid. Die längliche röhrenförmige Scliädelkapsel ist nach vorn ver- vollständigt durch einen unpaaren Knochen, der sowohl Decke als Basis und Seitenwände bildet, also ringförmig ist und deshalb von Cuvier als os cn ccmture bezeichnet wurde. Nur der hintere Theil des Knochens allein ist übrigens ringförmig, der vordere bildet vielmehr einen Doppelcanal zum Durchtritt der Riechnerven mit einer mittleren Scheidewand, und indem sich diese Canäle nach vorn trichterförmig erweitern, nimmt er Antheil an der Bildung der Nasenhöhlen, die jedoch zum grösseren Theil von einem sogleich näher zu beschreibenden Knorpel gebildet werden, in welchen der in Rede stehende Knochen sich nach' vorn fortsetzt. Bei manchen Froscharten (z. B. rana ocellata, nach Rathke) verknöchert auch dieser Knorpel zum grossen Theil, Das 0.9 efJwioidetim hat jederseits einen von hinten nach vorn und medianwärts laufenden kleinen Knochencanal, durch welchen der ramns tiasulis vom ersten Ast des Trigeminus verläuft. Knorplige Nasenkapsel 1) (Fig. 15 u. 17 n, n'\ n"\ n""). Die Knorplige vorderen Ränder der trichterförmig sich nach vorn erweiternden kapsei. beiden Höhlungen des os ethmoideum gehen in einen Knorpel über, der zwei durch eine mediane knorplige Scheidewand getrennte, lateralwärts sich öffnende Kapseln bildet. Wir können daran unter- scheiden : a) ein knorpliges Septum, welches die Fortsetzung des knöchernen bildet; b) einen Boden dieser Geruchshöhlen, nach hin- ten schmaler, nach vorn breiter; c) eine etwas schmalere Decke derselben. Boden und Decke gehen in einer vorderen gewölbten Fläche in einander über. Von dieser Knorpelkapsel gehen verschie- dene Fortsätze aus, welche dieselbe mit anderen Theilen des Ge- sichtsskelets verbinden : zunächst vom hintersten Theil der Kapsel ein Knorpelbalken quer lateralwärts (,sw), der, nach aussen sich ver- breiternd, in den Knorpel (s})") übergeht, welcher dem vorderen Arm des OS ptcrycjoidcum zu Grunde liegt. Von der vorderen Ecke geht ein Knorpelfortsatz aus (Fig. 15, 17 n"), der sich mit einer Zacke am 1) Bezüglich der genaueren Details des Nasencavums vergl. die Lehre vom ruchsorgaii. Eckei', Anatomie des Frosches. I. q 34 Knorplige Nasen k a id s e 1. Fig;. 15. a.n. c.n. vorderen Ende des Oberkiefers verbindet, von derselben Stelle krümmt sich ein geweihartig gestalteter Knorpelfortsatz n" n'" in einem Bo- gen nach rück- und medianwärts. Dieser Fortsatz umgrenzt von aus- sen das Nasenloch, giebt im Verlauf eine freie Zacke ab (n'") und endet mit einer an die Decke der knorpligen Nasenkapsel an- gelegten Doppelzacke (n""). Auf dem Boden der Nasen- kapsel findet sich in der Itichtung von hinten nach vorn und lateralwärts jeder- seits eine hügelförmige, j knorplige Erhöhung, welche man vielleicht auch als Andeutung einer Nasen- muschel betrachten kann. Von der vorderen Wand ausgehend aber erstreckt sich in einer jeden Nasen- höhle eine ziemlich horizon- tal liegende, nach hinten Knorplige ürniuUafe des Kopfbkelets von rana esculenta, Ton oben. 2 mal natürl. Grösse. Auf der einen (recliten) Hallte sind die soften. Deck- knochen (nach frtilierer Auflassnng) entfernt. Alles Kuorj5- lige ist durch blauen Druck auBgezelcbnet. OS occipitale. p OS petrosum. fp OS fronto-parietale e OS ethnioideuni. fn OS fronto-nasale. 2) t vorderer Arm, p t' hinterer Arm des os ptervpoideuni. II ;Ttnrr:.rUv™ des os *3 MntJr« J *^-I'^--'"- j os jugale. m os maxillare. r 1) conoba narluni. s' Primordial cranium. ./"/' Lücken in demselben. sp Knorpel des Kietersus- Ijeusoriums an seinem Ursprung aus dem Pri- mordi alcrani um . s p' hinterer Balken des- selben (unter dem os tympanicum). , , n • sp" vorderer Balken (auf mit einem freicii gezacktcu dem os pterygoidenm), verbindet sicii mit Raudc cndigeiide, theilweise s n einem Knoriielbalken, ° ' der aus dem knorpligen vcrknöchcrte Platte (cn). Es Nasen gerüst hervorge n knorplige Nasenkapsel. n" n'" n'"' zackige Aus- läufer dersell'cn. a n Nasenflügelknurpel. -F Processus rostralis (Wie- dersheini 'scher Knorpel). sind die cornets vonDuges (1. c. S. 21. Tab. I. Fig. 1,5), von diesem Forscher als Nasenmuscheln, von Cuvier als Rudimente von Nasenbeinen bezeichnet i). Erst Born bat diese Knochen richtig als Ossa Lacrimal ia gedeutet. 1) Cuvier (ossem. fossil. V, 2. 388) sagt, es sei dieses kleine gezahnte Knöchelchen nach aussen vom Nasenloch befestigt, so dass man vermuthen könnte, er habe den au dieser Stelle befindlichen Nasenflügelknorpel damit ver- wechselt. Duges giebt richtig dessen Lage innerhalb der Naseukapsel an. Meckel (vergl. Anat. II, 504) lietrachtet dasselbe ebenfalls als Nasenbein. Bruch (Würzb. naturwiss. Zeitschr. Bd. II. 1801. S. 213) konnte dasselbe in keinem Froschschädol auffinden, ohne Zweifel, weil er es nicht innerhalb der Nasenkapsel aufsuchte. Parker hat es als Sejit o-ma xillar e bezeichnet. Seh ä de 1 k ii or p el. 35 Nach vorn, gegen die Schnauzengegend zu, «piingt das ethmoidale Knorpelgerüst in zwei, rechts und links von der Medianlinie liegende, schlanke Knorpelspangen aus („Wiedersheim'sche Knorpel", Born). Dieselben zeigen während ihres Verlaufes eine gegen die Mittellinie hin erfolgende, knieartige Einknick ung und legen sich mit ihrem Vorderende wie zwei kleine Strebepfeiler an die Hintertläche des Os intermaxlllare an. Dabei durchsetzen sie die später näher zu schildernde Glandula intermaxillaris, die durch die weite Ab- hebung des Os intermaxlllare vom Primordialcranium einer be- deutenden Entfaltung fähig ist (Fig. 15, 17, 18, 20). Als zum Nasengerüste gehörig ist endlich noch der Nasenflügel- Nasen- flügel- knorpel (a n) zu erwähnen, ein muschelformiger, medianwärts aus- luiorpei. gehöhlter, von vorn nach hinten an Breite abnehmender Knorpel, welcher mit dem breiteren vorderen Ende an der Spitze des aufstei- genden Astes des os intermaxlllare beweg- lich befestigt ist, und das Nasenloch an seinem lateralen Umfang umgrenzend das- selbe wie eine Klappe zu schliessen be- stimmt ist. Fig. 16. an I I Naseukiioriiel des Frosches von vorn. )» Oberkielor. m' Unterkiefer. i Zwischenkiefer. i' aufsteigender Fortsatz desselben. n Nasenkapsel. a n Nasenflügelknorpol. 6. Knorplige Grundlage der Schä- Knorplige in 7 Grundlage delkapsel, Pr/i»or(^/«?cra«mm (Fig. 15, 17). f'er schä- ^ ' V o ' .■' Jelkapsel. a) Entfernt man die ossa fronto-parietalia^ so findet man (Fig. 15, 18) darunter einen die Schädelhöhle von oben noch theilweise schliessenden Knorpel (.§'), welcher in der Regel jederseits durch ein Loch (/') unter- brochen ist. Weiter nach vorn findet sich in der Mittellinie in diesem Knorpel eine Lücke (/), welche bis an das os etli- moUleum reicht und nur durch Bindegewebe ausgefüllt ist. Nach hinten reicht der Knorpel zwischen den ossa occipitalia lateralia^ ein os occipitale superius darstellend, bis an das foramen magnum. b) Die Basis der Schädelkapsel (Fig. 17 a. f. S.) bleibt ebenfalls zum Theil knorplig. Entfernt man das os splienoideum (s), so findet man darüber gelagert einen Knorpel (.s'), der sich auch nach hinten über das Keill)ein hinaus zwischen die ossa occipitalia lateralia^ einem os occipitale hasilare entsprechend, bis an das foramen magnum erstreckt. 36 Quadra tb e i u. Gesichts- knochen. Quadrat- buin. c) Die Seitenwand der Schädelkapsel ist zum grösseren Tlieil nur von Knorpel gebildet. Dieser Knorpel füllt den Kaum zwischen ossa fronto-parie- talia oben, dem Keilbein unten, der sogenannten cäa magna des Felsenbeins hin- ten und dem os dlimoidenm nach vorn aus und enthält in seinem hinteren Abschnitt ein Loch (f), durch wel- ches der nermis opticus aus- tritt, und hinter diesem ein kleineres (r'_) für den ner- VHS uhducens. Die Längen- ausdehnung dieses Knorpels von vorn nach hinten ist bei rana cscidcnta grösser, als bei rana temporaria^ mit Knorjjligi' Grundlage des Kopfskelets von lana esculenta, -iilderen WortCU d'lS OS Ctlh- von unten, 2 mal nat. Gr. Knorpel blau. '' ' "^ las OS moidenm erstreckt sich bei letzterer Art weiter rück- wärts. B. Gesichtsknochen. I. Kiefersuspensorium. 7. Quadratbeine, ossa tiiDipanica Cuvier (Fig. 10, 15 0- Cuvier, os«. fuas. V, 2. 390, tab. XXIV, Fio-. 1,2;;. — Duges, temporo- viüsioidicn u. 10. — Meckel, Geleukstück des Schläfeubcius — Hall- maun u. A., Quadratbeiu. Diese Knochen , welche die Verbindung zwischen Schädel und Kieferbogen vermitteln und aus einem Knorpel und einem diesen . deckenden Knochen bestehen, sind von T-förmiger Gestalt. Von den drei Armen des T endet der vordere (Fig. VöP) frei und spitz an der hinteren und lateralen Circumferenz der fossa temporo- orbital/ s., einen wahren processus zyyomaticus bildend, und ist mit dem Ober- kiefer durch Bandmasse verbunden. Bei rana temporaria ist derselbe relativ viel kürzer als bei rana escidenta. Der hintere obere Arm {f^) o OS occipitale. p OS petrosum. s OS sphenoideum. e OS ethmoideum. f p OS frouto-parietale, p t OS pterygoideum. j OS jugale. in OS maxillare. i OS intermaxiilare. p l OS pahitinuiii. v s' r vonier. Priraordialcraniuin. foramen opticiiin. Loch zum Durchtritt des N. abducens. Felsenbeiuknorpel. p t' Gelenkfläche für pterygoideum. s p Knorpel des Kiefersuspenso- riums. s p' hinterer Tbeil desselben unter dem os tynipanicuni, s p" vorderer Arm desselben, über dem os iiterygoidcum verlaufend, s n Verbindung des vorderen Arms mit dem Balken n' aus der Nasenkapsel. n knorplige Naseukapsel. )(" h'" n"" Zacken derselben. F Processus rostralis (Wieders- lieim 'scher Knorpel). b e 1- k i e fe r 1) e i u e . 87 Fig. 18. a.n ist mit dem Felsenbein verbunden, der dritte oder hintere untere Arm [t'-^) steigt rück - und iibwilrts und legt sicli , ;iuf dem im Fol- genden beschriebenen Knorpel von oben aufruhend, mit seinem hin- teren Ende an das hintere breitere Ende des os jugcdc seitlich an. Die knorplige Grundlage des Knochens (Fig. 18sj>, sp') ist eine directe Fortsetzung der knorpligen Grundlage der Schädelkapsel und geht aus derselben am lateralen Ende des os petrosum hervor ; von hier verläuft dieser Knorpelbal- ken vom Knochen bedeckt nach rückwärts und theilt sich dann in zwei Aeste; der eine (sp') verläuft in der ursprüngliclien Rich- tung weiter nach hinten und lateralwärts gegen das Unterkiefergelenk , Avelches derselbe in Verbindung mit dem OS jugaJe (j) bildet, der andere (sp") läuft vor- wärts auf dem vorderen Arm des os ptcrygoiäeiim^ um nach vorn, indem er sich verbreitert {sn)^ mit dem oben beschriebenen aus dem hinteren Theil des det sicli mit sn einem Kiiorpeibaiken der knorpligcn Nasengerüstcs aus dem knorphseii Naseu- x u o hervorgehenden Knorpel- balken (;;') continuirlich zu- Kiiorplige Grundlage des Kopfskelets von rana csculenta, von obeu. 2 mal nat. Gr. Auf der eiueu (recliteu) Hälfte sind die sogen. Deek- knochen (nach frülierer Auffassunp;) entfernt. Alles Knorp- lige Ist durch blauen Druck ausgezeichnet. o os occipitale. sp Knorpel des Kiefersuspen- p os petrosum. sorium an seinem IJrsiirung f i) OS fronto-parictale. aus dem Primordialcranium. e OS ethmoideum. s^j' hinterer Balken desselben (unter dem os tympauicum). s p" vorderer Ba,lkeu (auf dem OS pterygoideum) , verbin- / n OS fronto-naeale p t vorderer Arm, p t' hinterer Arm des os pterygoideum. t 1 vorderer i . , t 2 mittlerer ,^'''" '^''? "^ t 3 hinterer j tJ^'Uauicum. ./ os jugale. ni OS maxillare. c n concha nariuni. s' Primordialcranium. /./' Lücken iu demselben. rpli gerüst hervorgeht, knorplige Nasenkapsel. n" n'" n"" zackige Ausläufer dei selben. an Nasenflügelknorpel. n • F Processus rostraiis(Wieders- sammeiizuniessen. heim 'scher Knorpel). 8. Quadratjochbeine, ossa jttfjalia Cuv. (Fig. 10, 18, 20 j). Quadrat- Jochbein. Duges, tijmpano - malUal , u. IL — Ciivier, 1. c. S. 390, tab. XXIV, Fig. 1, JL 0. Hallmanu, QuadrHtjochbciD, 1. c. S. 39. Eine kleine Knochenleiste in der Gestalt von Duges passend, mit einem Komma verglichen, welche mit ihrem hinteren breiteren Theil am Suspensoriumknorpel angelegt, mit diesem einen Theil des 38 Q u a (1 r a t j o c li b e i u. Flügelbeiu. Gelenkkopfes für den Unterkiefer bildet, mit seinem vorderen spitzen ■p.^ jg Ende nach vorwärts gewendet ist, nm sieb mit dem os maxülare durch Bandmasse zu verbinden. ' IL Das Oberkiefergaumengerüst besteht ebenfalls zum Theil aus Knorpel, zum Theil aus Knochen, Ursprung des Suspensorium -Kuiir- pels (s p) vom Schädel und Befesti- gung des OS pterygoideum au dem- selben, vDu vorn gesehen. sp Ursprung des Suspensorium- Knorpels vom Schädel, s p' hinterer Arm desselben, s p" vorderer Arm desselben. cpt knorplige Epiphyse des os pte- rygoideum, aus dem Suspenso- rium-Knorpel hervorgehend. OS pterygoideum. os jugale. ossa pferygoidea Fio-. ], 2 in III. pt j Fiff. 20. Knorplige Grundlage des Kopfskelets von rana esculenta, von unten, 2 mal uatürl. Gr. Knorpel blau. os occipitale. pf Gelenkttäche für das os p o8 petrosum. pterygoideum. s os spheuoideura. sp Knorpel des Kiefersuspen- e os ethmuideum. sorium. fl> os f'ronto-parietale. s p' hinterer Theil desselben pt os pterygoideum. unter dem os tympanicum. j OS jugale. s p' vorderer Arm desselben. VI os maxillare. über dem os pter.\ goideum i 08 intermaxillare. verl.uifcnd. pl OS palatinum. S II Verbindung des vorderen V vomer. Arms mit dem Balken s' Primordialcranium. n' aus der Nasenkapsel. r foramen ojiticum. >i knorplige Nascnkapsol. )•' Loch zum Durchtritt 11" i"' n"" Zacken derselben. dos N. abducens. F 1 'ror.essus rostralis (Wieders- (' Fclscubeinknorpcl. lieim'scher Knorpel). 9. Flügelbeine, (Fig. 10, n, 18, 20pt). Cuvier, 1. c. S. 389, tab. XLI\ — Duges, n. 9. Diese Knochen, von der Gestalt des griechischen Buchstaben A, besitzen drei Arme, wovon der mediale am Ende des queren Keil- beinschenkels auf der un- teren Fläche des Felsen- beinkuorpels durch eine nachher zu erwähnende knorplige Verlängerung be- festigt ist, während der hintere rinnenartig ver- tieft auf der unteren Fläche des knorpligen Kiefersus- pensoriums (Fig. 19 s})') aufliegt und der vordere (jit) am inneren Rand des vorderen Astes des knorp- ligen Suspensorium (s^)") nach vorn verläuft und sich an das os maxillare. supe- rius^ palatinum und fronio- nusale anlegt. Der eben erwähnte Knor- pel , durch welchen der mediale Arm des os ptery- goideum sich mit dem Schä- del verbindet, geht (vergl. Oberkieferbein. 89 Fig. 19) aus dem Scliädelurspriii-ig des Suspeiisoriumknorpels (.ei der knorpligen Nasenkapsel. 40 Z w ischonkiei'er. Gaumenbein. Pfluofscbarbeiu. Zwisoben- kieferbciu. Gaumeu- bein. rfliiffseh ar- bein. 12. Zwisclienkicferbeine, osfia intcrmaxiJJaria (Fig. 10, 11, 18, 20 i). Cuvier, 1. c. 388. tb. XXIY, Fig. 1, 2 //. — Duges, u. 3. Ein jeder dieser beiden in der Mittellinie verbundenen Knochen bestellt aus einem zalmtragcnden Tlieile, welcher den Kieferbogen p^Q. 91 vervollständigt, und einem auf- steigenden Fortsatze, an dessen Spitze der die Nasenöffnung klap- penartig öffnende und schliessende Nasenflügelknorpel (a n) beweglich befestigt ist. Indem sich an diesen Fortsatz Muskeln ansetzen, wird derselbe der Hebel, durch welchen diese Bewegungen zu Stande kom- men. 13. Gaumenbeine, ossu pa- lathm (Fig 20, 21 pl). Cuvier, 1. c. S. 389. tb. XXIV, Fig. 1, 2 ?'?'. — Duges, n. 7. Unter dem vorderen Theil des os etlmwidemn liegt jederseits ein querer Knochenbalken, der sich von der Spitze des Keilbeins quer lateralwärts zum Oberkiefer erstreckt, an die Stelle, wo dieser den aufsteigenden Fortsatz zum os fronto- nasale abgiebt. 14. Pflugscharbein, vomer (Fig. 20, 21 r). Cuvier, 1. c. S. 389. tb. XXIY, Fig. 1, 2 //. — Duges, n. G. Paarige, platte Knochen, die jederseits in dem dreieckigen Räume zwischei^den Gaumenbeinen und dem vorderen Theil des Kieferbogens in einer horizontalen Eigene auf der unteren Fläche der knorpligen Nasenkapsel gelagert sind. Sie umsäumen den lateralen Rand des Bodens dieser Kapsel und dieser liegt in einer auf der Rückenfläche des Knochens befindlichen Rinne. Der laterale Rand eines jeden Knochens ist mit drei Spitzen und dazwischen mit zwei Ausschnitten versehen; der hintere dieser Ausschnitte umfasst das innere Nasen- loch. Die medialen Ränder der beiden Knochen stossen an einander; die untere Fläche trägt eine Querreihe kleiner spitzer Zähne. Scliiiilel von rana esciilcnta, von unten, 2 mal natilrl. Grüsse. Unterkiefer. 41 15. Der Unterkiefer, rnaxiUa inferior (Fig. 22). Unterkiefer. Cuvier, 1. c. 398. tb. XXIV, Fig- 1, 2rst. — Duges, n. 16, 17, 18, 19. Derselbe besteht aus zwei vorn in der Mittellinie durch Bandmasse verbundenen Bogenhälften , deren jede aus vier Stücken zusammen- gesetzt ist. Diese sind: 1) ein starkes, knöchernes Stück (Fig. 22 C, B 1, A 1), welches die untere und mediale Seite des Unterkiefers bildet, nach hinten bis unter das Gelenk sich erstreckt, nach vorn an der medialen Wand des Stückes angelegt endigt. Dasselbe ist dem Fiff. 22. Fio-. 22. Fiff. 22. grössten Theil seiner Länge nach durch eine nach oben und seitwärts gerichtete Rinne (C,6) ausgehöhlt und nach oben (C, a) mit einem Fortsatz versehen, welcher dem Processus coronoidcus entspricht; 2jein zwei- tes knöchernes Stück (A2, B2) liegt in der vorderen Hälfte des eben erwähnten Kno- chens von aussen her an demselben an und steht nach vorn mit dem folgenden Stück A Unterkiefer von rana esculenta in natürlicher Grösse, von oben. B linke Unterkieferhälfte von aussen. 2 mal nat. Gr. In beiden Figuren bedeutet: 1 os operculo-angulare, 2 os dentale, 3, 4 OS articulare. C OS operculo-angulare. h Rinne für den Knorpel (4) coronoideus. 111 Verbindung ; a proc. es stellt dasselbe eine dünne platte Knochen- lamelle dar; 3) in der Rinne des ersteren liegt der ganzen Länge nach ein Knorpel, der Meckel'sche Knorpel (Au. B4), welcher nach hinten breiter wird und hier die Gelenkgrube des Unterkiefers ganz allein bildet, nach vorn hin vom zweiten Knochen von aussen her bedeckt wk'd, und 4) schliesslich am vorderen Ende mit einem vierten Stück in Ver- bindung steht (A u. B 3), welches, mit dem gleichnamigen der anderen Seite durch Bandmasse verbunden, die beiden Hälften des Unter- kiefers zu einem Bogen verbindet. Was die Deutung und Benennung 3* 42 Zungenbein. dieser einzelnen Stücke betrifft, so ist das dritte knorplige Stück, welches die Gelenkverbindung mit dem Suspensorium vermittelt, als articulare zu bezeichnen, und diesem gehört auch als vorderster, ossificirter Theil das vierte Stück i) an; das zweite, welches als - äussere Schale, als Belegknochen den Meckel'schen Knorpel deckt, müssen wir wohl als os dentale^) bezeichnen, und das erste grösste Stück, das an der Innenseite des Knorpels liegt, als operculo-ang^dare^ wie es auch Duges bezeichnet hat, da es die Elemente dieser Knochen enthält. Zungenbein. 16. Zungcnbcin, OS hyoideimi (Fig. 23). Dasselbe besteht aus einer breiten, dünnen Knorpelplatte von beigezeichneter Gestalt Fio-, 23. wnd davon ausgehenden Fortsätzen. Wir un- terscheiden daran: a) den Körper (H), im Ganzen viereckig, vorn breiter, hinten schma- ler. Von der vorderen Ecke geht jederseits ein stumpfer abgerundeter Fortsatz (/i), von der hinteren Ecke ein mehr spitzer Fortsatz (li') aus; b) die vorderen Hörner {H') (cormia styJoidca); dieselben gehen aus dem vorderen Rande des Körpers hervor, zuerst in der Rich- tung nach vorn, dann in einem Bogen nach rück- und aufwärts, um (vergl. Fig. 12) in den Knorpel des Felsenbeins ununterbrochen sich fortzusetzen. Da, wo die Richtung nach vorn in die nach hinten umwendet, schickt ein jedes nach vorn einen stumpfen Fortsatz aus; c) die hinteren Hörner (cormia thy- reoidea) (H") gehen vom hinteren Rande des Körpers divergirend nach hinten und umfassen den zwischen ihnen gelegenen Kehlkopf. Die hinteren Hörner bestehen aus Knochensubstanz und entsprechen dem ersten bis vierten Kiemenbogen der Larve. Zungenbein von rana escu leuta. 2 mal nat. Gr. H Körper, 7i ^j' Fortsätze deS' selben. JT vordeies Hörn. H" hinteres Hörn. ^) Duges, OS dentale. — ^) Duges, surangulaire. Brustbein. 43 III. Brustbein (Fig. 25 es, hs). Cuvier, 1. c. 4U1. tb. XXIV, Fig. 31 ef. — Duges, n. 27, 28. Die Knochen des Brustbeins stehen in genauester Verbindung mit dem Schultergürtel und man ist nicht allgemein gleicher Ansicht Y{,r 04 darüber, was zu dem einen und dem anderen zu rech- nen sei. Als unzweifelhaft dem Brustbein angehörig sind die folgenden Stücke zu betrachten : 1. Ein vorderes, das man als Episte'rnum bezeich- nen kann und das aus zwei Theilen , einem knöchernen und einem knorpligen, besteht. Brustbein. Os episternale, knöchernes Stück vou ruua esculeuta. 2 mal iiat. Gr. a vorderes Eude. p hinteres. aj Das erstere (Fig. 24) bildet einen hinten breiteren, vorn schmäleren Stiel, und trägt h) das zweite (Fig. 25 es'), eine halbmondförmige Fig. 25. Schultergiirtel und Brustbein von raua esculenta, iu der Fläche ausgebreitet, 2 mal uatürl. Grösse. e ft knöcherner Theil des Epistemum. e s' knorpliger Theil desselben. -st knöcherner Theil des Sternum. s t' knorpliger Theil desselben. c c c Knorpel zwischen Episternum und Sternum sowie zwischen Schlüsselbein (procoracoid) und scapula. c l clavicula (procoracoid). f o os coracoideum. , s c scapula. x c' pars suprascapularis. o Knochen, o' Kalkknorpel, Ä Hyaliuknorpel, 44 Schulterblatt. Scheibe, welche aus Kalkknorpel und nur an dem dünnen freien Rand aus unverändertem hyalinen Knorpel besteht. 2. Das hintere Stück, welches dem eigentlichen Stern um ent- spricht, besteht ebenfalls aus einem knöchernen und einem knorpligen Theil. a) Der knöcherne (Fig. 25 st) stellt ebenfalls einen Stiel dar, der oben etwas breiter ist als der vordere und nach hinten sich verschmälert. Derselbe trägt auf dem hinteren schmale- ren Ende b) das knorplige Stück (Fig. 25 s f) einer Scheibe, deren Gestalt am besten aus Fig. 25 zu ersehen ist und deren Bau derselbe ist, wie der der vorderen Scheibe. Zwischen dem Episternum und Stern um liegt ein Knorpel (c), der im Folgenden, beim Schultergürtel, seine nähere Betrachtung finden soll und der als mediale Knorpelapophyse der beiden Coracoid- Platten zu betrachten ist i). Vordere Extremität. Schulter- gurtel. Oberes Schulter- blatt. Fig. 26. IV. Knochen der vorderen Extremität. A. Knochen des Schultergürtels. Der Schultergürtel des Frosches (Fig. 26) besteht aus vier Stücken, zwei bilden die oberen, auf dem Rücken gelegenen und die seitlichen Theile desselben, zwei den unteren die Brustgegend ein- nehmenden Theil. 1. Oberes Schulterblatt, pars suprascaimlaris scapnJae^ scapula su- perior^s. oniolüa (Fig. 27, 28. Fig. 26 s). Dasselbe bildet den oberen, dünneren Theil des Schulterblatts. Im frischen Zustande sieht es zum grösseren Theil Avie Knorpel aus, getrocknet wie Carton oder Pergament. Seine Ge- stalt ist eine unregelmässig vierseitige, am schmälsten, aber dicksten unter- sten Rande ist es mit dem folgenden Stück verbunden. Die übrigen drei Schultergürtel des Frosclies in frontalem Durchschnitt, scheniatische Figur. V Wirbel. s' knorplige scapula. s knöcherne scapula. s s Verbindung zwischen beiden. cJclavicula (procoracoid). c Knorpel zwischen scapula und cUvvicula. c' medianer Knorpel (c Fig. 25). h humerus. P H g e S . I.e. S. 61, betraehtet die beiden Knorpelsclieiben als os cjiistcniale und proc. xiphoideu'^, und die beiden Knochen es und hs (Fig. 25) als Brustbein. Schulterblatt. 45 Ränder sind frei; der hintere und der mediale laufen papicrdünn aus (/i), der vordere Rand (o') ist nach der BauchHäclie umgebogen. Was den Bau 'dieser Platte betrifft, so bestehen 1) die dünnen medialen und hinteren Runder (liJi) aus hyalinem Knorpel; 2) der folgende Theil (co) aus Kalkknorpel; 3) der laterale Theil (o) und vordere Rand (o') aus achtem Knochen. Dieser knöcherne Theil bildet einen schuppenförmigen Schild, -welcher, ähnlich wie Fischschuppen, sowohl eine radiäre als eine dem freien Rand concentrische Streifung zeigt und am vorderen Rand (o') so nach der Bauchfläche umgebogen ist, dass an dieser Fio-. 27. Fiff. 28. Pars supi'ascapularis vou raua fsculenta von oben, 2 mal iial. Gi\ kiiöclieiiier Theil. o' vonlerer umgebogener Rand desselben. c o Kalkknorpel. h hyaliuknorpliger Band. Pars susprascapularis von rana esculenta, vou tiuten, 2 mal nat. Gr. knöcherner Theil. o' vorderer umgebogener Rand desselben. c Kalkkuorpel. c o' Lage vou Kalkkuorpel auf der unteren Fläche des Knochens, /i hjalinknorpliger Rand. (Fig. 28) unter dem genannten Rand eine Rinne entsteht. Die RückenÜäche des Knochenschildes ist ganz glatt und nur mit dem Periost überzogen; die Bauchfläche dagegen ist zu einem grossen Theil mit einer niclit überall gleich mächtigen Lage von Kalkknorpel überzogen (Fig. 28 co'), welcher in die zweite nur allein aus solchem bestehende Abtheilung (co) unmittelbar übergeht, so dass sich an getrockneten Stücken der dünne harte Knoclienschild vom unter- liegenden pergamentartigen Kalkknorpel vom freien Rand her leicht absplittern lässt. Der üeberzug von Kalkknorpel auf der unteren Fläche ist jedoch nicht so ununterbrochen, dass man sagen könnte, es bestehe die omolita ganz aus Kalkknorpel und sei nur von einem Knochenschild bedeckt. 2. Schulterblatt. Eigentliches Schulterblatt, scaptila (Figur schuiter- 26 s. Fig. 29, 30, a. f. S.). Eine länglich viereckige Platte aus achtem blatt. 46 Üs coracoideum. Fig. 29. Knochen gebildet, die, in der Mitte verschmälert, nach beiden En- den breiter wird. Von seinem geraden dorsalen Kand (Fig. 29 J) steigt es mit einer leichten Wölbung, deren Convexität nach aussen sieht, gegen die Schultergegend herab. Der untere ventrale Hand (Fig. 29 m), welcher zur Bildung des Schultergelenks beiträgt, ist Fif. 30. iii zwei Fortsätze gespalten , ei- nen ventralen und einen dorsalen, wie dies besonders deutlich ist, wenn man (wie in Fig. 30) von vorn oder von hinten auf den Rand des Knochens sieht. Den unteren ventralen dieser Fortsätze (Fig. 30 t;) kann man als das acro- mion oder wenigstens als dessen ca. ca. Linke scapula von rana escu- lenta, von unten gesehen, 2 mal uatüil. Gr. l lateraler Kand. m medialer „ (( vorderer „ p liiuterer „ ca cavitas articularis. Scapula von hin- ten gesehen, d dorsaler Fort- Aufaug , d. li. eIs Spina scapidac satz V ventraler, c a cav. articul. betrachten, der obere dorsale (Fig. 30 d) entspricht oöenbar der Wurzel des processus coracoideus. Der vordere Rand (Fig. 29 a) ist Irei, ziemlich scharf und leicht concav, der hintere (Fig. 29 ^j), eben- falls concave, ist im lateralen Theile frei, während der mediale da, wo die Spaltung des ventralen Randes beginnt, Antheil an der Bildung der Schulterpfanne (Fig. 29 und Fig. 30 ca) nimmt. Fiff. 31. Verbindung mit der pars suprascapidaris. Die scapida besteht aus einer Rinde von compacter Knochen- substanz und einem Inneren von Marksubstanz; diese letztere geht an der Grenze zwischen diesem Knochen und der omolita vermittelst einer Zwischenlage von Kalkknorpel allmälig in hyalinen Knor- pel über, der dann unmittelbar in den oben beschriebenen Knorpel dieser letzteren sich fortsetzt. Die compacte Rinde hört da auf, wo der Kalkknorpel liegt und das Periost der scapida geht unmittell^ar in das Perichon- drium der omolita über. Den ventralen Theil des Schultergürtels Os coracoideum der linken Seite, 2 mal natiirl. Gr. ", :önV;:;l:u'-ren Rand .eseheu. ^^^^^^^^ ebenfalls zwci Stücke, die in ziemlich T laterales lüde: paralleler Richtung hinter einander liegen. Clavicula. 47 3. Der grössere hintere Knochen, os coracoideum (Fig. 25 co, Fig. 31), ist in der Mitte schmaler, an beiden Enden, besonders aber am Sternal-Ende breiter. In der medialen Hälfte ist er im dorso- ventralen Durchmesser platt, lateralwärts wird er mehr cylindrisch. Vorder- und Hinterrand sind stark concav, der laterale Rand ist (Fig. 317) durch einen nachher zu erwähnenden Knorpel mit dem Os cora- cokleiim. Fig. 32. proc. coracoideus der sccqmla verbunden, der mediale Rand (m) durch ein im Folgenden zu be- schreibendes Knorpelstück von seinem Partner getrennt. Dieser mediale Rand ist so breit, dass er das mediale Ende der clavicula (Fig. 25 c 7) fast berührt. Dadurch entsteht zwischen beiden Knochen jederseits eine Lücke, welche sehr an das foramen ovale des Beckens erinnert, kleinen vorderen Knochen des ventralen Theiles des ciavicuia. 32) bezeichne ich mit Cuvier u. A. b\s clavicula. D u g e s (n. 33) nennt ihii„acromial", Gegenbauri^ro- coracoid. Derselbe ist schmaler als das os coracoideuni , median- wärts zugespitzt On), lateralwärts (7) breiter, und verbindet sich mit- telst dieses breiteren Endes mit dem nachher zu erwähnenden Knorpel, welcher die Verbindung zwischen dem dorsalen und ven- tralen Theil des Schultergürtels vermittelt, während die mediale Clavicula (Procoracoid) rlev linken Seite, 2 mal natüi- liclie Grösse. tu lueiUales, l laterales Ende. 4. Den Schultergürtels (Fig. 25 c 7, Fig Fig. 33. Kechter Scliultergürtel von lana esculenta, von oben (Eingeweideseite) gesehen, c OS coracoid. c l clavicula (procoracoid). c c Knorpel. ca cav. articularis. s e scapula. s c' knorplige scapula. Spitze auf einem in der Median-Ebene liegenden Knorpel aufruht. Der» aus ächter Knochensubstanz bestehende Knochen ist fast seiner ganzen Länge nach oben und hinten rinnenförmig ausgehöhlt und diese Rinne erweitert sich nach dem lateralen Ende (l). Li dieser Rinne liegt ein Knorpelstreifen (Fig. 33 c), dessen Verbindung mit lateralwärts und medianwärts davon gelegenen Knorpelstücken im Folgenden genau geschildert werden soll. Knorplige Theile des Schultergürtels (Fig. 25, 33, 3.5). Ein Knorpel (c), welchen Duges als „paraglencd" bezeichnet, ver- bindet die scapida mit dem os coracoidcuni und verwandelt den Aus- schnitt zwischen den beiden am ventralen Rande der scapida Knorpel drs Schulter- gürtels. 48 Knochen des Schult er oürt eis. befindlichen Fortsätzen (d und v) in ein Loch, welches nach hinten in die Schulterpfanne mündet und hier durch den Pfannenüherzug verschlossen wird. Dieser Knorpel verbindet die beiden genannten Fortsätze mit dem os coracoideum, ist alier zwischen diesem und dem ■proc. coracoideus mächtiger; er nimmt einen wesentlichen Antheil an der Bildung des Bodens der Schulterpfanne. Am vorderen Rande des Schultergürtels, am lateralen Ende der clavicula bildet er eine her- vorragende Ecke und setzt sich in der oben erwähnten Binne dieses Knochens gegen die Mittellinie fort (Fig. 83, 35); hier breitet sich der Knorpel wieder aus, verbindet sich am vorderen Rande mit dem Episternum , am hinteren mit dem Sternum und seitlich mit dem o.s coracoidewn und steht in der Mittellinie mit dem der anderen Fig. 34. ^. „, '^ Flg. 35. -:> Hinterer Rand der Scapula und des OS coracoideum mit dem verbinden- den Knorpel und der Sehultergelenk- pfanne, 2 mal nat. Gr. c OS coracoideum. s c scapula. ä dorsaler Fortsatz. V ventraler „ c verbindender Knorpel. Schlüsselbeinknorpel von einem jungen Thiere von raua halecina nach gänzlich vollendeter Metamorphose, vergrüssert. c l clavicula. CO os coracoideum. c o' Knorpel desselben. c V Uebergang der clavicula in Knorpel. st sternum. e s episternum. c Verbindungsknorpel. C Bandmasse zwischen den Hälften desselben. Seite durch Bandmasse in Verbindung. Duges bezeichnet diöSen mittleren Knorpel, sovne die in der Rinne seines acromial verlaufende Fortsetzung als clavicula. Es erscheint naturgemässer, diesen mittle- ren Theil auf Grundlage der Entwicklungsgeschichte als fort- gewucherten Theil des Episternal- Apparates aufzufassen. In Fig. 85 ist der Schul tergürtel von einem jungen Thiere dargestellt. Das Schlüsselbein cl besteht hier aus Knochenknorpel, der hier noch sehr grosse Knorpel, der später in der Rinne desselben liegt (c), ist hyalin und setzt sich bei cl in den medialen Theil fort, der aber auch aus zwei in der Mittellinie durch Bandmasse verbundenen Hälften besteht. Oberarmknochen. 49 Beim erwachsenen Tliiere geht der ganze mediale Theil in Kalk- knorpel über, der laterale, der an Volumen abnimmt und in einer Rinne des Schlüsselbeins gelagert ist, ebenfalls. Das Schlüssell^ein besteht aus achtem Knochen, geht aber an seiner Spitze allmälig in den Kalkknorpel des mittleren Theiles über. B. Knochen des Arm s. Knochen des Arms. 1. Oberarmknochen, os htimeri (Fig. 36, 37, 38). Das Mittel- oberarm- stück des Oberarmknochens ist dorsalwärts leicht concav, nach der Bauchseite convex; im Ganzen ist es cylindrisch, in der Mitte am dünnsten. In der oberen Hälfte wird die Cylinderform durch eine Fiff. 38. Fig. 36. Fig. 37. cm Oberarmknochen von rana esculenta, Weib- chen, 2 mal natürliche Grösse von der unteren Fläche. Oberarmknochen von rana esculenta , Männ- chen, 2 mal natürliche Gi-össe von der unteren Fläche. c vorderes Gelenkende, c' hinteres Gelenkende. cd crista delloidea, cm crista medialis, t trochlea. Oberarmknochen von rana esculenta, Weib- chen, 2 mal natürl. Grösse von der latera- len Fläche. starke crista (crista deJtoidea) auf der unteren oder Bauchfläche un- deutlich; die hintere Hälfte des Mittelstücks zeigt bei beiden Ge- schlechtern eine sehr verschiedene Form; bei dem Weibchen bleibt dieselbe bis gegen das hintere Gelenkende cylindrisch, beim Männ- chen erhebt sicli, ungefähr von da an, wo die crista deltoidea auf- hört, auf der hinteren Seite eine sehr beträchtliche scharfe Knochen- Ecker, Anatomie des Frosches. I. a 50 ü b e r a r m k 11 c li e n. leiste (crista medicäis), die sich allmälig mehr medianwärts wendet und am epicondyhis medialis endet. Dieser Geschlechtsunterschied findet sich gleichmässig bei allen den drei in der Einleitung erwähnten Arten unserer einheimischen Frösche und es scheint die Knochen- leiste des Männchens zur Brunstzeit an Höhe zuzunehmen. Der Muskel, welcher von dieser Kante hauptsächlich entspringt, ist der flexor carpi radialis Fig. 71 /c), der beim Männchen zur Zeit der Brunst ein sehr grosses Volumen erreicht und namentlich am Ur- sprung um das Doppelte breiter ist als beim Weibchen. Duges^) hatte unrichtiger Weise angegeben, dass diese crista eine Eigen thüm- lichkeitder ra<;a tcmporaria sei und bei rana esculenta fehle. Pouchet^) hat zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass es ein Geschlechtsunter- schied ist. Das vordere Gelenkende stellt eine Kugel dar, von welcher lateralwärts ein Stück ausgeschnitten ist. Der untere, ventrale Schnittrand ist scharf und verlängert sich gegen das Mittelstück in die oben erwähnte starke Knochenleiste (crista deUoidca), deren freier Rand lateralwärts etwas umgebogen ist. Ueber dem Aus- schnitt findet sich auf der lateralen platten Seite des Gelenkkopfs ein kleiner Vorsprung, den man wohl als Analogon eines tubcrc. malus betrachten kann. Die mediale Hälfte der Kugel des Gelenkkopfs ist vollkommen. Das hintere Gelenkende besteht erstens aus einer fast vollstän- digen Kugel (c'), die von unten her auf das hintere Ende des Mittel- stücks gleichsam aufgesetzt ist und den bei weitem grössten Theil des Gelenkkopfs bildet und dann aus einer medianwärts an dieser angesetzten kleinen troclüea (f), welche auf dem epicondißus nicdialis aufsitzt. Der epicondylus lateralis ist nur ganz klein; beide umfassen die Kugel wie mit zwei Armen einer Zange. Vor der Kugel befindet sich auf der unteren Fläche eine fossa cubitalis anterior. In Bezug auf ihren Bau sind die beiden Gelenkenden des hunicrns sehr ver- schieden, das obere zeigt denselben Bau, welcher oben für die Gelenk- enden der Röhrenknochen im Allgemeinen geschildert wurde, besteht also aus Knorpel mit einem Ueberzug von Kalkknorpel , der selbst wieder vom Gelenkknorpel bedeckt ist, das untere zeigt aber einen hiervon abweichenden Bau , indem es durchweg aus schwammiger Knochensubstanz mit rundlichen Markräumen besteht und mit einer Schicht von grösstentheils verkalktem Knorpel überzogen ist. 1) 1. c. p. 08. — 2) Compt. roud. Tom. XXY, 1847, p. 761. V o r d e r a r m k u o c h e u. 51 Scliultergelenlc. Die Pfanne wird von dorn hinteren Rand der Scapula von den beiden Fortsätzen dieses Knochens und dem hite- ralen Theile des os coracoidciim gebildet, ferner von dem ohen beschriebenen Knorpel, welcher die Verbindung zwischen diesen bei- den Knochen vermittelt (s. Fig. 34). Der Boden der Pfanne öffnet sich am skeletirten Gelenke dorsalwärts in eine Grube, welche zwi- schen die beiden genannten Fortsätze der sccqmJa (Fig. ,8?)) eindringt. Diese Oeffnung ist am frischen Gelenke nur von der Synovialhaut verschlossen und hier fehlt der Knorpel, der den übrigen Theil der Pfanne überzieht. Die die Oeff'nung ülierziehende Synovialhaut bildet einen Sack, welcher sich leicht sowohl von der dorsalen Grube her nach dem Gelenk als umgekehrt aufblasen lässt. Der ganze Pfannen- rand ist von einem theils faserigen, theils knorpeligen lahrmn gebildet, welches sich leicht in continuo ablösen lässt. Von dem lahrmn ent- springt die Kapsel , welche sich unterhalb des caput humeri ansetzt. Von dem Verbindungsknorpel am ventralen Rand der Pfanne sowie vom anliegenden Theil der scapula geht ein starkes Band aus, das sich an die platte laterale Seite des Humerus- Kopfs ansetzt. 2. Vorderarmknochen, os antihrachii (Fig. 39). Die beiden Knochen des Vorderarmes sind in einen Knochen verschmolzen, welcher aber stets deutlich die Zusammensetzung aus zweien erkennen lässt. Von diesen beiden Knochen ist der den unteren (dem vorderen des Menschen ent- sprechenden) Rand bildende der raditis , der andere die ul)ia, und die Stellung der Knochen ist demnach derart, dass es den Anschein hat, als wären sie im Zustande halber Pronation, bei welcher der Daumen- rand des Arms gerade abwärts (vorwärts beim Men- schen) sieht, mit einander verwachsen. Die beiden Knochen sind so verschmolzen, dass dadurch ein plat- ter Röhrenknochen entstanden ist, dessen beide durch Rinnen bezeichnete Flächen median - und lateral- wärts , dessen beide Ränder aber nach der Rücken- und Bauchseite gekehrt sind. Das Mittelstück des Knochens ist in dem angegebenen Sinn platt, oben schmal, nach unten allmälig breiter werdend. In der oberen Hälfte lässt sich die Rinne, welche die Zusammen- setzung aus zwei Knochen andeutet , kaum erkennen und es hat hier vielmehr den Anschein, als bestehe das obere Ende nur aus 4* Schnlter- gek'iik. Voidevarni- knochen. Fio'. 39. Os antibraohii der rechten Seite von raiia escu- lenta, 2 mal nat. Grösse. u iilna. >• radiup. u' olecranon. r' capitulum radii. 52 Knochen der Hand. ulna und sei der radius ganz verkümmert, nach unten wird die Rinne zunehmend deutlicher. Das obere Gelenkende besteht anscheinend aus einem olecranon (Fig. 39 u') und einem processus coronoideus (r') zwischen welchen sich die cavitas sigmoidea niaior für den processus cubitalis humeri befindet. Bei genauerer Betrachtung erscheint dies aber kaum als die richtige Auffassung; der gegen den ventralen Rand des Knochens zu gegen r' gelegene Theil der concaven Gelenkfläche des OS ant'ibracJin entspricht wohl der Gelenkfläche des capihdum radii wie die Kugel des hmnerus (c' Fig. 36) dem capitulmn humeri^ und der obere Theil der Gelenkfläche (gegen u') gehört der tdna und verbindet sich mit der trochlea (Fig. 36, 37 t) des hmnerus. Der mediale Rand des oberen Gelenkendes greift in die Tiefe der Rolle t des Jmmerus ein. Das untere Gelenkende bildet eine gemein- scbaftliche knorplige Apophyse, in welcher die beiden nach unten ziemlich von einander getrennten Knochen stecken. Der dem radius entsprechende Theil des unteren Gelenkendes hat eine dreieckige Form, ist convex und erstreckt sich mit einer Verlängerung auf die mediale oder untere Fläche des os antihrachii, der der tdna ange- hörende bildet ein capituhmi. Was den Bau des unteren Gelenkendes betrifft, so zeigt es den oben im Allgemeinen für die Apophysen der Röhrenknochen angegebenen, nur sind es hier zwei getrennte Mark- röhren, die in einer gemeinschaftlichen Hülse von Kalkknorpel drin stecken; das vordere Gelenkende besteht wie das hintere des humerus aus schwammiger Knochensubstanz, die nur mit einem Ueberzug von grösstentheils verkalktem Knorpel bedeckt ist. Knochen der Hand. Hand- wurzel. 8. Knochen der Hand. Duges, tb. VIII, Fig. 52. 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43. a) Knochen der Handwurzel, ossa carpi. Dieselben liegen in zwei Reihen. Die erste oder vordere arti- culirt mit dem Vorderarm und besteht aus drei Knochen : l.*Os lunatum.1 der mittlere (Fig. 40/), Duges n. 38, articulirt mit dem dem radius angehörenden Theil der Gelenkfläche des os antibrachii und ist von unregelmässig viereckiger Gestalt. Mit dem radius articulirt er durch eine concave Gelenkfläche, mit dem grossen Knochen der zweiten Reihe (hc) durch einen kuglichen Gelenkkopf; mit den beiden anderen Knochen dieser Reihe, dem os navicnlare (n) und pyramidale {p\ ist er, mit dem ersteren durch eine sattelförmige Kuoclieu der Handwurzel. 53 Fi?. 40. Gelenkfläolie, mit dem letzteren varzugsweise durch Bandmasse ver- bunden; Rücken- und Volartläclie sind rauli und frei. Ich nenne diesen Knochen mit Duges os luna- tum, Hertens 1) bezeichnet ihn als os naviculare. 2. Os pyramidale (Fig. 40 jj), os i.jiami- Duges n. 37, articulirt mit dem der uJna angehörigen Theil des hinteren Gelenkendes des os antibrachii und liegt am Ulnarrand. Nach vorn hat der Knochen eine Gelenkpfanne, wel- che das capitiüum ulnae airfnimmt und daneben eine kleine plane Ge- lenkfläche, welche am raditis anliegt; nach hinten gegen die zweite Reihe wendet er eine in der Richtung von der Dorsal- zur Volarfläche längliche erhabene Gelenkfläche, nach der Volarfläche eine von vorn nach hinten gerichtete Kante. Hertens nennt diesen Knochen os limatum. 3. Os naviculare (Fig. 40 n), os navicu- Duges n. 39. Der dritte Knochen der ersten Reihe steht nicht in Be- rührung mit dem Vorderarmknochen, Derselbe steht mit dem os lunatum durch eine sattelförmige, nach hinten mit dem os capitatum durch eine concave Gelenkfläche in Verbindung und daneben gegen den Daumen hin befindet sich eine, kleine concave Ge- Knoehen des Vorderarms und der Hand der rechten Seite von rana esculenta, von der Dorsalfläche, 2 mal uat. Gr. a OS antibrachii. r Theil, welclier dem radiiis entspricht. « Theil, welcher der ulna entspricht. p OS pyramidale, l OS lunatum. n OS naviculare. h c OS capitato- hamatum. t OS multangulum malus oder trapezium. (' OS multangulum minus oder trapezoides. m ossa metacarpi. I— V erster bis fünfter Finger , erster nur aus OS metacarpi bestehend, zweiter und i ,1.. i n-- i 7.1 7 dritter mit 2, vierter und fünfter mit lenkflachc tur das OS miütanguium 3 Phalangen. , .p,. , \ ii\ minus oder trapezoides (i'ig. 40 rj. Das OS muliangiäum maius (t) liegt nach der Volarseite zu auf einer convexen Gelenkfläche des Knochens auf; die Radialseite ist frei und stösst mit der mit dem os lunatum articulirenden Ulnarfläche in einer nach vorn (armwärts) gerichteten Kante zusammen. Hertens nennt 1) Hertens 1. c. 54 Kuuchcu der Handwurzel. diesen Knochen os triquctrum. Offenbar ist, wenn man einmal die Anordnung beim Menschen als Yergleichsgrundlage annimmt, die von Duges und hier gebrauchte Benennung die allein richtige, nur ist hier das os navictdare ganz ausser Berührung mit der Gelenk- fläclie des os antihrachn gekommen : Die zweite Reihe besteht ebenfalls aus drei Knochen: os eapitato- 4. Das OS cci pitato-Jiciiuatum (Fig. 40 /ic), Duges n. 40, 41, 42, entspricht dem os capitatum und hamatum'^)^ die zu einem Kno- chen verschmolzen sind. Derselbe ist der grösste von allen und steht mit allen drei Knochen der ersten Reihe durch Gelenküächen in Verbindung; nach hinten bildet er eine grosse Wölbung, die auf drei Facetten di^ drei letzten ossa rnetacarpi, das dritte, vierte und fünfte, trägt. Os muitaug. 5, Os niultanciul lim minus oder trapezoides (Fig. 40 f), Duges minus. _ -i \ u >_> n. 43, ein kleiner, neben dem vorigen gelegener Knochen, welcher das OS nietacarpi IL trägt und nach vorn mit dem os navicidare arti- culirt. Duges betrachtet denselben als os trapesiiim. osmuitaiig. 6. Os uiultaiiyuJum maius s. trapezium (Fig. 40 f), ein kleiner Knochen, der auf der Volarseite des os navicidare auf einer con- vexen GelenkÜäche aufsitzt. Duges betrachtet diesen Knochen (Duges n. 44) als os metacarpi poUicis, Hertens als midtangiduni minus. Es scheint mir die hier gegebene Deutung dadurch gerecht- fertigt, dass dieser Knochen das Daumenrudiment trägt, dabei aber gar keine Aehnlichkeit mit einem Röhrenknochen hat, also nicht wohl als OS metacarpi gedeutet werden kann. Bau der Carpusknochen. Alle Carpusknochen bestehen aus Kalkknorpel , und Altersverschiedenheiten bestehen nur in der ge- ringeren oder grösseren Durchdringung desselben mit Kalk. Wahre Knochensubstanz kommt nicht darin vor. Hand- Handgelenk. Die Articulation der Hand mit dem Vorderarm vermittelt, wie schon erwähnt, das os Junatum und trirpietriini. Nebst der Kapsel , die diese Theile vereinigt , linden sich Verstärkungs- bänder und namentlich sind zwei derselben als für die Bewegung der Hand wichtig zu erwähnen. Das eine entspringt von der Volar- Üäche des hinteren Gelenkendes der ulna und verläuft, an der scliar- fen Volarkante des os pyramidale befestigt, zum os capitcdo-lianiatum, ') Nach Duges ist dariu auch das os trapezoides enthalten. Handffeleuk. 55 an welchem es sich ansetzt; das zweite Band geht ebenfalls auf der VolarHäche vom raditts zum os nuüiciüarc. Zwischen beiden Bändern findet sich auf der VolarÜäche eine ziemlich tiefe Aushöhlung. Y[(r, 41. Bewegung der Hand. Beide Knochen des Vorderarms sind, wie oben erwähnt, fest verschmolzen, so dass eine Pronation und Supination in der Weise wie beim Menschen nicht zu Stande kommen kann. Die natürliche Stellung der Hand ist, wie schon oben beim os antibrachii bemerkt wurde, die einer halben Pronation (vergl. Fig. 2 und Fig. 71). Befindet sich das Thier in seiner natürlichen Stellung, den Arm im Ellenbogen- Knochen des Vorderarms und der Hand der rechten Seite von rana esculenta, von der Dorsalfiäche , 2 mal-uat. Gr. a OS antibrachii. r Theil, welcher dem radius entspricht. u Theil, welcher der ulua eutpricht. p os pyramidale. l OS lunatum. n os naviculare. Ä c OS capitato-liamatura. t os multangulum 7naius oder trapezium. t' os multangulum minus oder trapezoides. m ossa metacarpi. / — V erster bis fünfter Finger, erster nur aus os metacarpi bestehend, zweiter und dritter mit 2, vierter und fünfter mit 3 Phalangen. gelenk gebogen, auf dem Boden (vgl. Fig. 1), so kann es eigentlich nur mit dem Ulnarrand den Boden be- rühren , in der Regel aber berührt (vgl. Fig. 2) die ganze Handfläche den Boden und dieses geschieht auf folgende Weise. Die Ebene des Car- pus, welche in der Extension mit der des Vorderarms parallel ist, kreuzt sich in der Beugung fast rechtwinklig mit derselben (Fig. 71) und hierbei rutscht das os lunatum auf die Ver- längerung der Gelenkfläche an der medialen oder volaren Seite des radius^ während das os pyramidale durch das oben erwähnte Band mehr festgehalten wird. Die Hand folgt der Bewegung des ersteren Knochens und, indem zugleich die drei letzten ossa metacarpi etwas medianwärts gleiten, wenden sich die Finger der auf den Boden sich stützenden Hand einwärts, als wenn sie sich kreuzen wollten. b) Knochen der Mittelhand, ossa metacarpi (^'ig. 41 ui). Mittelhand. Es sind deren fünf vorhanden, der zweite bis fünfte von ziemlich 56 Kuocheu der Finger. gleicher Länge, der erste, ein unter der Haut verborgenes Rudiment des Daumens bildend, viel kürzer. Dieses os metacarpi des Daumens wird von Duges u. A. als erste Phalanx bezeichnet; die Gründe, weshalb ich es als OS metacarpi bezeichne, sind im Wesentlichen schon oben ange- geben. Dieser Knochen lässt ebenfalls eine Geschlechtsverschiedenheit erkennen. Es ist zwar unrichtig, was Meckel i) angiebt, dass derselbe nur beim Männchen vorhanden sei und beim Weibchen ganz fehle, er ist aber beim ersteren viel grösser als beim letzteren, breiter und mehr krallen- oder sichelförmig, und während er bei diesem nur einen rein knorpligen Stift darstellt, bei jenem ganz aus Kalkknorpel gebildet oder selbst knöchern. Beim Trocknen schwindet dieses Stück beim Weibchen fast völlig und daher erklärt sich wohl Meckel's Angabe. Der zweite Finger ist derjenige, der beim Frosch die Functionen des Daumens übernommen hat, und dieser ist es, der bei den männlichen Fröschen während der Begattungszeit anschwillt und eigenthümliche Structurveränderungen eingeht. Das os metacarjn dieses Fingers zeigt nun ebenfalls dem entsprechend Geschlechtsverschiedenheiten, es ist nämlich beim Männchen stärker, namentlich breiter und an der Daumenseite in eine scharfe, oft in eine dornartige Spitze sich er- hebende Leiste ausgezogen, welche der Sehne des m. abdudor digiti IL (polUcis) longiis, der bei dem Männchen in der Brunstzeit eine ganz ungewöhnliche Eutwickelung erreicht, zum Ansatz dient. Die übrigen ossa metacarpi, das dritte, vierte und fünfte, sind von ziemlich über- einstimmender Form, das letztere mit einem tuhercidum versehen. Die vorderen Gelenkenden sind ziemlich breit, concav, die hinteren bilden rundliche Köpfchen. Fiuger. c) Fin gel' gHeder , pJiaJatiges digüorum. Die Hand hat vier Fin- ger und ein unter der Haut verborgenes Rudiment eines fünften, der, wie erwähnt, nur aus einem os metacarpi besteht. Von diesen vier Fingern ist der vierte der längste, der dritte der kürzeste, der zweite und fünfte stehen daz-v\dschen und sind ziemlich gleichlang; der vierte und fünfte Finger haben drei Phalangen, der zweite und dritte zwei. Die Form ist der der menschlichen nicht unähnlich. 1) 1. c. II, 4G4. Knocheu des Beckeufiürtcls. 57 V. Knochen der liinteren Extremität. A. Knochen des Beckengürtels (Fig. 42j. Der Beckengürtel erhält seine charakteristische V-förmige Ge- stalt dadurch, dass die Scham- und Sitzljeine der beiden Seiten zu- Kuocheu der hintt'ren Extremität. Becken- gürtel. Fis-. 4^. Fiff. 42. p.a. Beckengürtel von rana es- culenta üi natürl. Gr. von unten. il Darmbein. pa pars acetabularis. a acetabulum. sammen eine verticale Scheibe (a p) bilden, die nach vorn sich ga- belförmig in die bei- den Darmbeine (i 1) theilt. Die beider- seitigen Sitzbeine und die Pars acetabularis sind mit ihren media- len Flächen derart verbunden, dass die Beckenhöhle auf den Raum zwischen den beiden Darmbeinen re- ducirt ist. 1. Die Darmbeine, ossa ilei (Fig. 43 iV). An denselben kann man einen hinteren breiteren Theil oder Körper un- terscheiden , welcher an der Bildung des acetahulum {a) Antheil nimmt. Mit dem hintersten breitesten Ende sind die beider- Körper unter einander durch Bandmasse verbunden, w^ährend sie nach vorn aus einander weichen und eine nach hinten sich konisch verjüngende Höhle, die Beckenhöhle , zwischen sich lassen. Die Naht, durch welche der Körper des Darm- beins mit Sitz- und Schambein verbunden ist, geht in der Pach- tung von oben nach unten mitten durch das acetahulum (Fig. 43 von dem Buchstaben p a durch das acetahulum a zum Buchstaben is'). Beckengürtel von der linken Seite •<.• gesehen, von rana esculeuta , 2 mal Seitlgeil nat. Gr. i l Darmbein. V unterer Rand desselben. d oberer scharfer Rand. i l' oberer Vorspruug desselben. s unterer Vorsprung der Symphyse t s Sitzbein. is' tuber ischii. p a pars acetabularis. a acetabulum. Dannbeine. 58 Knoclieu des Beckeng'ürtels. Sitzbeiue. Pars accta- bulaiiB. Fig. 44. Nach unten und vorn Ijilden die vereinigten Darmbeine einen Vorsprung (s), welcher auf den ersten Anblick der Sijiii2)hi/sis oss. puh. beim Menschen zu entsprechen scheint. Von einer eigentlichen Homologisirung beider kann aber, da den Amphibien das Schambein fehlt, keine Kede sein. — Die Flügel des Darmbeins sitzen un- mittelbar über der Pfanne mit einer etwas schmaleren Stelle (Wur- zel) auf. Der eigentliche Flügel ist ein säbelförmiger Knochen, dessen scharfer, convexer, der Schneide der Klinge entsprechender E-and {d) nach oben, dessen concaver, stumpfer, den Rücken derselben darstellender Rand {v) nach unten, dessen beide Flächen, wovon die mediale etwas rinnenförmig ausgehöhlt ist, median- und lateralwärts gerichtet sind. Der breitere Theil der Klinge entsteht unmittelbar aus der schmaleren Wurzel und hier findet sich (bei iV) als hinteres Ende des oberen schneidenden Randes ein Vorsprung, proc. superior, von welchem die Sehne des ni. vasttis externus entspringt. Die Spitze der Klinge bildet einen hohlen Cylinder, welcher einen Knorpel enthält. Mit dem Querfortsatz des letzten Wirbels oder Kreuzbeins ist dieselbe durch Band- masse beweglich verbunden. 2. Die Sitzbeine, ossa ischii (/.s), sind un- regelmässig viereckige Knochenplatten, die in der ganzen Ausdehnung ihrer medialen Flächen unter- einander verwachsen sind. Die verticale Scheibe, welche durch die Verwachsung der beiden gleich- namigen Knochen entsteht, nimmt nur einen sehr geringen Antheil an der Bildung der Pfanne. Die- selbe hat einen oberen, ziemlich scharfen Rand, der nach oben in einen Fortsatz (^s), an dessen Bildung das Darmbein Antheil nimmt, ausläuft, welchen man als den vereinigten tuhcra ischii entsprechend betrach- ten kann; der hintere Rand, der sich nach unten mit dem Scham- bein verbindet, ist gewölbt. 3. Die Pars acetahularis pelvis (Fig. 42, 43, 44j)o). Die früher allgemein als Schambein aufgefasste Beckenpartie besteht auch bei ganz alten Thieren nur aus Kalkknorpel. Sie bildet ein dreieckiges, zwischen die beiden anderen Knochen eingekeiltes Stück, das el)enfalls starken Antheil an der Bildung des ucdahnlum liat. Die beiderseitigen Stücke sind, wie ein Horizontalschnitt (Fig. 44) zeigt, unter sich in der ^Mittellinie durch Bandmasse verbunden. HorizOiitalei- Durch- schnitt durch Darmbein körper, Scham- und Sitzbein. il Darmbeine. p a pars acetahularis. a acetabulum. s Sitzbeine. s Baudmasse. Kuoclicu des Beins. 59 B. Knuclicu des Beins. 1. Obersclienkelknochen, os femoris (Fig. 45). Das im Gan- zen cylindrisclie Mittelstück hat eine doppelte leicht S-förmige Krümmung, ist im vorderen Theil nach oben, in den zwei hinteren KiKiclion des Buiiis. Oberschen- kelknochen. Fis:. 45. xJ Femur der rechten Seite von rana esculenta, 2 mal nat. Gr. a vorderes Gelenkende. p hinteres Gelenkende. Drittlieilen nach unten convex; gegen das hintere Gelenkende geht die Form aus der cylindrischen mehr in eine von oben nach unten abgeplattete über. Das vordere Gelenkende bildet einen kug- ligen Gelenkkopf, welcher aber nicht auf einem im Winkel zum Mittelstück gestellten Halse aufsitzt und daher dem humeriis ähnlich ist. Der Geleiik- kopf ist nach vorn, oben und unten am gewölb- testen, dagegen median- und lateralwärts etwas abgeplattet. Der Bau des Gelenkkopfs gleicht dem des humerus. Das untere Gelenkende ist nach unten mehr gewölbt, nach oben (gegen die Knie- kehle) etwas abgeplattet und hat nach hinten eine ebenfalls ziemlich platte Fläche. Hüftgelenk. Die Pfanne wird durch einen fibrösen Ring, ein lahrum cariüagineuin^ vertieft und an das capiit femoris anschliessend gemacht; von diesem Jabrum entspringt die Gelenkkapsel, die sich hinten am Kopf ansetzt; ganz nahe am unteren Rand der Pfanne entspringt ein Jigamentum tcres, das sich an das caput femoris ansetzt. 2. ünterschenke-lknochen , os crnris vmerschcn- _. _^ ttj T111J1J ■ kelknocheu. (big. 46). Uer Unterschenkel besteht aus einem einzigen Knochen, os cruris, gewöhnlich tihia ge- nannt, welcher aber deutlich die Zusammensetzung aus zwei Knochen, einer tibia und fibula, erkennen lässt. Das Mittelstück ist nicht ganz gerade und, die eigentliche Mitte etwa ausgenommen, im dorso-ventralen Durchmesser etwas ab- geplattet. Sowohl auf der oberen als der unteren Fläche des Kno- chens ist eine von der Mitte nach den Gelenkenden an Tiefe zuneh- mende Rinne bemerklich, die Andeutung der Zusammensetzung aus zwei Knochen. In der Mitte des Knochens findet sich sowohl auf der Beuge- als auf der Streckseite ein Loch, die beide unter sich 60 Knocheu des Fusses. durch einen Canal A^erbunden sind, so dass man am macerirten nndjl getrockneten Knochen leicht von einer Seite nach der anderen eine Fio-. 46. Borste durchfüiiren kann. Der Canal ist von knö- ehernen Wänden gebildet und diese bilden die von Meckel und Troyai) erwähnte Scheidewand, welche den Knochen in eine vordere und hintere Hälfte theilen soll. Der Markcanal des Knochens ist ein dopjielter und nur in dem mittleren Theile einfach. Das vordere Gelenkende bildet eine Art Rolle mit mittlerer Vertiefung, die sich auf die untere Fläche verlängert, und zwei seitlichen Kanten. Das hintere Gelenkende bildet eine quergelagerte ßoUe, welche am medialen Ende einen Einschnitt für die Sehne des m. tibialis posticus besitzt. Das Kniegelenk besteht aus einer durch die Insertion mehrerer Sehnen, von denen in der Muskellehre die Rede sein wird, verstärkten Kapsel und innerhalb dieser werden die Gelenkflächen des femur und der tihia durch von diesen entspringende breite, sich kreuzende fibro-elastische Bän- der, die die ligg. cruciata darstellen, verbunden und die Gelenkflächen durch lose Halbringe, die die Zwi- schengelenkknorpel repräsentiren, a Apophysen-Knorpei. vertieft. Ausseu au der Kapsel finden sich Hülfsbänder auf beiden Seiten. Fiir. 47. Os cruris von rana escu- lenta, 2 mal nat. fir., von der unteren Fläche. t vorderes Gelenkende. t' hinteres Gelenkende. t" Kinne am malleolus in- ternus für die Sehne des m. tibialis posticus. / foramen nutritium. a a Trennungsfiirche. Querschnitt der tiV>ia am hinteren Gelenk- ende. f t' die beiden Knocben- cylinder. (" Verbiudungsmasse derselben. in Markhöhle. Knochen des Fusses. Fusswurzel. Talus. Calcancus. 3. Knochen des Fusses (Fig. 48). a. Fusswurzelknochen, ossa tarsi. Der Tarsus besteht aus zwei Knochenreihen, die unter sich wenig Aelmlichkeit haben, a. Die proximale Reihe besteht aus zwei länglichen Röhren- knochen (Fig. 48 a c) , welche parallel neben einander liegen und ohne Zweifel dem fahis und calcaneits entsprechen. Die beiden 1) Troya 1. s, c. Knocten des Fusses. 61 Rechter Fuss von rana esculeiita von der Pliaitar- fiäche aus gesehen, 2 mal nat. Gr. a astragalus. c calcaneus. ac gemeinschaftliche Apophyse für beide. 1 — 3 Tarsale. n, h, h^. Die drei Tarsalstücke , welche einer sechsten Zehe entsprechen. 1 bis V erste bis fünfte Zehe. m ossa metatarsi. B Bandmasse, welche dem Os cuboidenm ent- spricht. Knoclieu sind in der Mitte am weitesten von einander entfernt und nähern sich einander am vor- deren und hinteren Ende, Den lateralen dieser Knochen (c) nenne ich übereinstimmend mit Cuvier und Duges calcaneus, den medialen (a) talus. Die bei- den Knochen werden sowohl am vorderen als hinteren Ende von einer beiden gemeinschaft- lichen Apophyse aus Kalkknor- pel umfasst, welche den oben im Allgemeinen geschilderten Bau zeigt, und es findet also vom femur oder Jmmenis mit einfacher Knochenröhre durch das durch Verschmelzung zweier, die aber in einer Apophyse stecken , entstandene os cruris zu diesen beiden Knochen, die durch eine gemeinschaftliche Apophyse zu einem Knochen- rahmen verbunden werden, ein allmäliger Uebergang statt. ß. In der distalen Reihe zwi- schen den eben genannten Kno- chen einerseits und den ossa metatarsi andererseits liegen noch mehrere kleine Knochen, alle jedoch nur aus Kalkknor- pel bestehend. Es sind dies: 1. Tarsale I— III (Fig. 48 1 — 3). Eine nach vorn con- cave, nach hinten convexe platte Scheibe, die zwischen der ge- meinschaftlichen Apophyse des astragalus und calcaneus (ac) einerseits und den ossa meta- 62 Knochen des Fusses. Sechste Zehe. Mittelfuss. Zehen. tarsi II, III andererseits liegt. Es entspricht dieses Stück, das l)ei anderen Batrachiern, z. B. Bufo und liier und da auch bei Eana, in zwei zerfallen ist, den drei ossa cnnciformia des Menschen, d. h. dem Tarsale 1 — 3. Das os cuboides ist nur durch ein fibröses Band repräsentirt (Fig. 48 B). 2. j\Iedianwärts von diesem, zwischen astragahis und 0.9 meta- tarsi J, liegt ein kleines nach vorn concaves, nach hinten convexes Stück (! (Fig. 49 ri). Duges, post-orbito-iu-oculaire, n, 13. Ein dünner, langer Muskel, welcher mit fadenförmiger Sehne vom Keilbein im hinteren inneren Winkel der Augenhöhle entspringt, längs der medialen Augenwand verläuft und sich am vorderen und medialen Umfang des hulhii>^ befestigt. 4. lu. rcciuü suprrior (Fig. 50 rs). Duges, post-orbito-sous-oculaire. Entspringt mit zarter Sehne vom o.s fronio-imridale . verläuft, indem er sich rasch verbreitert, vor- und lateralwärts und setzt sich am oberen Umfang des Imlhus fest. in. rectus internus. in. rectiis sup. 5. m. ohliquus inferior (Fig. 49 oi). Duges, pre-sous-orl)ito-oculaire. m. obliquus inf. Fiff. 50. Dieser Muskel entspringt nahe am Boden der Augenhöhle am vorderen inneren Winkel der Augenhöhle vom OS imlatiniim mit einer dünnen und langen Sehne, verläuft unter der Hader'- schen Drüse hinziehend lateral- und rück- wärts und setzt sich, ziemlich rechtwinklig zur Augenaxe, am vorderen Umfang des htilhns an. G. m, olliqnus sujjerior (Fig. 49 o s). Duges, pre-sus-orl)ito-oculaire, u. 7. Die Sehne dieses kleinen Muskels ent- springt vom medialen Ende des Gaumen- beins nahe über dem Ursprung des m. ohliquus inferior, steigt auf-, rück- und lateralwärts und geht in einen platten Muskel über, welcher sich rasch verbreitert und an der oberen Fläche des hulbtis ansetzt. 7. m. retractor hulhi (Fig 49 r, Fig. 51 r und r'). Duges, orbito-post-oculaire oder choanoide, n. 10. Zenkei", m. opticus. Dieser Muskel, welcher innerhalb des von den geraden Augen- muskeln gelnldeten Conus gelagert ist, umgiebt zunächst den nervus opticus und besteht aus drei Portionen, welche, breit und fleischig 5* in. obliquus sup. Augenmuskeln von rana esculeiita von oben gesehen. rs ni. rectus superior. »1 Niokhaiit. n' Xickhautsehne. p m. pterj-goideus. t m. temporalis. m. retractor bulbi. 68 A 11 a' e n m n s k e 1 n. (die redi und ohliqni entspringen mit dünnen Sehnen), von der unte- ren Fläche des Keilbeins iliren Ursprung nehmen. Die erste Portion (Fig. 51 r) entspringt breit nnd fleischig von der unteren Fläche des Keilbeins bis fast zur Mittellinie, bedeckt von unten die Sehne des rectns cxtermis und läuft vor- und lateralwärts. Die zweite (?•') liegt Yi„ 51 über dieser und der Sehne des ')}i. rccius cxterims, entspringt ebenfalls breit und fleischig und läuft mehr gerade nach vorwärts, mit der vorigen sich etwas kreuzend. Die dritte entspringt, von den vorigen von unten bedeckt, mit einer starken dünnen Sehne am Keilbein und läuft in der Rich- tung des m. rcdnii internus mehr gerade nach vor- wärts. Die beiden ersten Portionen gehen mehr auf die obere Fläche des hitlhns, die dritte mehr I auf die untere, so dass der ganze Muskel einiger- Aiigejimuskeln von rana escuieiita von unten ge- maassou ciuem uui die Axe gedrehten Bündel sehen. Die m. redi iiml obiiqui sind entfernt, oleiclit. Die Fascm . welchc auf die obere Fläche r m. retractor bulbi, "^ ' r' zwe/tTportVon" des- ^^^'^ ^>"?^«'S gchcu, sctzcn sich ctwas vor, die unte- n' Nicidiaut^ehne. i'^^^ ctwas hhitcr dcui Acquator des Auges an. ni. levator bulbi. levator bulbi Duges. (Fig. 49 /. — Fig. 52/. 8. VI. Fig. 53 1). Duges, fronto-pterj-goidien. n. 9. Klein, sustentator bulbi. Ein knöcherner Boden der Augenhöhle fehlt bekanntlich dem Frosch, und es sind nur Weichtheile, welche Augen- und Mundhöhle trennen, zunächst die Schleimhaut dieser letzteren, dann eine dünne Fascie und über dieser der in Bede stehende hautartige, den Augapfel tragende Muskel. Die Fasern dieses Muskels laufen in schräger Bichtung von vorn und innen nach hinten und lateral- wärts und bedecken von unten alle übrigen Augenmuskeln mit Aus- nahme des Ursprungs des m. retractor bnlbi und der Sehne des w. obliquus inferior^ und auch den m. pterygoideus] sie entspringen me- dianwärts vom oberen Seitenrand des os fronto-imrietale (P'ig. 52), hinten vom Querast des os spJienokleum und ptcrijgoidrum^ vorn vom os etbmoidemn und palatiniim, verlaufen zuerst abwärts, dann in der bezeicliueten Bichtung unter dem Auge weiter lateral- und rück- wärts und setzen sich nach aussen vermittelst sehniger Fasern am oberen Bande des Oberkiefers an. Augen mnskeln. 69 'J. Von tlem soeben beselirieboneii Muskel lösen sieh einzelne «^,J«PJ«^f^^^'; Fijr. 52 Faserbündel als ein besonderer Muskel ab, welcher an das untere Augenlid tritt und den man als Deprcssor palpehrae inferioris bezeichnen kann (Fig. 53 dp). Manz hat als Depressor palpehrae inferioris einen kleinen Muskel beschrieben!), welcher in der Nähe des äusseren Augen- winkels etwas nach rückwärts vom unteren Augenhöhlenrand entspringt, schräg nach auf- wärts steigt und sich am un- teren Augenlid inserirt. Diese Beschreibung ist in Bezug auf die Insertion richtig, bedarf dagegen in Bezug auf den Ursprung einer Berichtigung, Der Muskel hängt mit dem Frontaler Durchschnitt durch m. Schädelhöhle u. Augenhöhlen von raua csculeuta. c Schädelhöhle. m Oberkiefer. g Gaumeuhaut. /) Oberes Augenlid. b Bulbus. 14 Nickliaut. l m. levator bulbi. n' Ausatz desselben am unte- ren Augenlid. levator bulbi von Augcnhöhlenrand nur dadurch rana esculenta von " oben gesehen ; der Aug- apfel, der auf ihm ruhte, ist entfernt. l m. levator bulbi. n Jlickhaut , vom freien ßaude aus einge- schnitten, r? p m. depressor pal- pehrae inferioris. p m. pterygoideus. t ni. teraporalis. zusammen, dass die Sehnen- luuit, in welche der levator hulbi im Ganzen am lateralen Rand übergeht, sich an den Oberkiefer befestigt; das in Bede stehende Bündel löst sich schon in der INlitte der oberen Fläche des genannten Muskels von demselben ab und geht an der unteren Fläche, des htilhus late- ralwärts verlaufend an den hinteren Theil des unteren Augenlids. 10. Die Nickhautsehne 2) (Fig. 54 w'). Der pigmentirte freie Nickhaut- Rand der Nickhaut geht am inneren und äusseren Augenwinkel in eine Sehne über, welche eine Strecke weit durch fibröses Gewebe verläuft, dann an die untere Fläche des hiühus herabsteigt und mit der der anderen Seite zusammentliesst, so dass der Augenlidrand zusammen mit dieser Sehne einen vollständigen Ring darstellt. Die sehnige, einen dünnen, runden Faden darstellende Partie des Ringes, welche sich an der unteren Fläche des hiähus befindet, liegt unter dem m. retractor bulbi und ist mit diesem Muskel durch BindegeAvebe 1) Manz, Berichte der naturf. Gesellschaft zu Freiburg. 5. Band, 4. Heft, 1862. S. 391. Tafel YI. ^j Vergl. Mauz 1. c. 70 A u o" e u m II s k e 1 u. verbunden. Es ist riclitig, was Manz (1. c.) angiebt, dass die beiden Muskeln, welche Duges als Heber des unteren Augenlids beschrieben hat {orhito-ixilpehral anterieur und posterieiii\ n. 5 und 6) nicht existi- ren und (was insbesondere aus der Abbildung Tafel VI bis 5 und G bei Duges erhellt) dass er die Nickhautsehne damit verwechselt hat. Was die Wirkungen der Augenmuskeln betrifft, so ist es wohl keinem Zweifel unterworfen, dass die vier geraden und zwei schiefen Augenmuskeln den bitlhus um drei Axen, die Augenaxe, eine senk- rechte und eine von hinten nach vorn und medianwärtsgehende, Fio-. 5i. drehen. Der ni. rctractor zieht denselben in die Augenhöhle zurück und herab, während der Icvator denselben in die Höhe hebt Weniger ist man in Uebereinstimmung über die Bewegung der Augenlider oder vielmehr des unteren Augenlids , da das obere keine selbst- ständige Bewegung hat. Duges [J s) nimmt an, dass die ZAvei Muskeln, die er als Heber des unteren Augenlids betrachtet und die nach ihm mit dem m. retracfor hiühi verbunden sind, das Augenlid in demselben Moment, in welchem der huJhus durch diesen zurück- und herabgezogen wird, über den Augapfel heraufziehen. Das Heruntersinken des Augenlids beim Wiederaufsteigen desselben soll eine blosse Folge der Elasticität sein. Manz^) hat ganz richtig dargethan, dass das durch die Contraction des reirador be- wirkte Herabsinken des huJhus nothwcndiger Weise eine Hebung der Nickhaut herbeiführen niuss, indem ihre mit jenem Muskel ver- wachsene Sehne seinem Zug nach rück- und abwärts nur dadurch folgen kann, dass während ihr unterer Bogen nach abwärts rückt, der vordere (der freie Nickhautrand) sich auf der Cornea nach auf- wärts verschiebt. Das Herabsinken des unteren Augenlids geschieht gleichzeitig mit der Hebung des huJhns durch den m. Icvator hulhi vermittelst des aus diesem hervorgehenden m. dcpressor palpchnie inferioris, und es begreift sich leicht, weshalb diese beiden nur Theile eines und desselben Muskels sind. 1) 1. c. S. i. Gesichtsmaske hl. 71 2. G (' si ch tsm usk c 1 n. • 11. III. iiifcniKdiUaris s. dilafator nariiim (Fig. 5.5 im). m. inter- niiixillaris. Duges, iutermaxillaire , u. 1. Zenker, iutermaxillaris medius. Dieser kleine Muskel füllt den Zwisclienraiim zwischen den auf- steigenden Aesteu der Zwischenkiefer und besteht aus schräg auf- Pio-. 55. steigenden, sich kreuzenden Fasern, welche von dem einen der genannten Knochen entspringen und am gegenüberliegenden sich inseriren. Er nähert die aufsteigen- den Aeste der Zwischenkiefer einander, so dass diese mit ihren oberen Enden sich gegen einander neigen. Gleichzeitig mit dieser Bewegung treten die Nasenflügel- Gesicktsmuskein von raua escuienta kuorpcl {afi) aus einander uud die Nasen- vori vorn. . . n knorpelige Nasenkapsel. löclicr crwcitem sicli , SO dass uiau dicscn an Nasentlügelknorpel. i' aufsteigender Ast des Zwischen- Muskcl aucll paSSCud als 111. (liJatator UCl- kiefers. •■■ UM m. intermaxillaris. l n m. lateralis narium. rmm bezeichnen kann. 12. m. Jafcralis narium {mihi) (Fig. 55 In). Zenker, m. iutermaxillaris lateralis. Klein, m. nasalis inferior. Duges, sus-maxillo-pre- nasal, n. 2. m. lateralis narium. Dieser kleine Muskel füllt den Raum zwischen dem vorderen Theil des Oberkiefers und dem aufsteigenden Ast des Zwischenkiefers und entspringt vom Oberkiefer, um schräg vorwärts aufsteigend sich an den lateralen Rand des aufsteigenden Astes vom Zwdschenkiefer anzusetzen. Er ist der Antagonist des vorhergehenden. Einen dritten Muskel beschreibt Duges als sus -maxiUo- post- nasal ., n. 3 (nasalis externus Klein), und es soll dieser vom proc. nasalis des Oberkiefers zum äusseren Rand des Nasenlochs gehen und dieses öfihen. Nach Klein, 1. c. S. 9 , soll er sich bei rana temporaria lang und schmal am oberen Rand des Oberkiefers unter das untere Augenlid hinziehen. Ich habe in dieser Gegend niemals Muskelfasern auffinden können. 72 31 LI sk ein des Unterkiefers. m. depressor max. in f. ro. tenipo- lalis. Fig. 56. 3. Muskeln des Unter kielers. 13. )u. de^iressor maxillae inferior is Carus, Zenker (Fig. 56, 57, 64 dm). Cuvier, 1. c, II, 141, digastvicus. Duges, sus-occipito-dorso-angulaire, 32. Ein starker, dreieckiger, oLen breiter, nach unten sich zuspitzen- der Muskel, welcher oben zwischen Kopf und Schulterblatt liegt. Er entspringt mit zwei Portio- nen, die eine grössere von der Fascia dorsalis (fd), wel- che die scapida deckt und sich nach median- und rückwärts über die Rücken muskeln, nach vorn ül)er den w. tcmporaVis erstreckt und sich am osfronto- parietale und tympanicum be- festigt und in die Fascie des oberen Augenlids fortsetzt. Die zweite Portion entspringt fleischig vom hinteren oberen Arm des os tympanicuni und vom hinteren und unteren Rand des knorpeligen Trom- melfellrings, beide vereinigen sich und setzen sich am hinte- ren Winkel des Unterkiefers an. Cuvier betrachtet rich- tig nur die vordere Portion als dem digastricus entspre- chend, die hintere entspreche - Er zieht den Unter- Muskeln des Rückens und Scbultcrblatls. fd fascia dorsalis. fd' dieselbe rechts in der Nähe der Doriifurtsätze durchschnitten. dm 111, depressor maxillae, von der fascia dorsalis entspringend , auf der rechten Seite durch- schnitten und zurückgeschlagen. l d latissimus dorsi. I 111. infraspinatus. c ni. cucullaris. / « m. levator anguli scapiilae. sc m. steriiocleidoinastoideus. )• in. retrahens scapulae. dem m. ccrvico-niajL/llaris der Schlangen, kiefer herab, öffnet den Mund. 14. m. tciuporalis (Fig. 57, 58, 53, 50 f). ni. temporalis. I. Ciiv. 1. c. S. 138. Duges, souR-rupeo-tcmporo -coröuoiJieu. Er füllt mit dem m. ptcnjgoidcus den Raum zwischen os pcirosiiDi und Augapfel und entspringt mit dem grössteu Theil seiner Fasern Muskeln des Unterkiefers. 73 In LT. 57. von der oberen Fläche des os petfomni\ er geht dann, öich verschmä- lernd unter dem vorderen Arm des os tymiianicum^ dann über das OS ptcnj) "■■ hg' sm i-stn' Muskeln der Zunge und des Zuiiyeu- bciiis von rana esculenta, vou unten. hg m. hyogJossus , vorn sich in die Zunge umschlagend. hg' hinterer Ursprung desselben. gh ni. geniohyoideus. g h' lateraler Ursprung. gh" medialer Ursprung desselben. o/i m. omohyoideus. sh m. stcrnolij'oideus. j) h 1. 2. 3 4. erster , zweiter , dritter, vierter m petrohyoideus. H Zunginbeinkörper. H' vorderes Hörn. H" hinteres Hörn. 'f^m--- 'f mehr lateralwärts vom oberen Rand des Unterkiefers. Im Verlaufe vereini- gen sich beide Portionen zu einem lan- gen, platten Muskel, der auf der ven- tralen Fläche des Zungenl)eii]körpers auliiegt und sich nach hinten in zwei Thcile spaltet. Der eine, der mediale (Fig. CO, 61 r//i"), setzt sich an dem medialen Rande des knöcher- nen hinteren Zungenbeinhorns an und liängt hier mit einer Fascie zusammen, welche den m. hijoglossus von unten her überzieht. Durch die gleiche Fascie hängen auch die Muskeln der beiden Seiten in dem Winkel, welchen die gennanten Hörner mit einander bilden, Muskeln des Z uuji'eii 1)0 in s. 77 unter sicli zusammen, die laterale Portion (Fig. CO, Ol sin m. submaxillaris. LuVier, 1. C. üöb. s?)i' hinterste Portion desselben, welche T1 n rr Ti o 9.1 li\-n o-lnoao vom vorderen Zungenbeinhorn eut- i^u^l,Lb, ^-i, n^u-^iubhe. springt. ',H 2,trmnri^;o.;^-i:r posteriores. Entspringt vom knöchemeu hin- ^ zui^nl^^Sper. tereu Hörn des Zungenbeins und Jf' vorderes Hörn. 1 • i. tt" i 1 n H" hinteres Hörn. zwaT voui hinteren Ende desselben (h(j'). Die Muskeln beider Seiten laufen converglrend nach vorn und vereinigen sich in der Mittellinie. Der so entstandene unpaare ]\Iuskel verläuft auf der ventralen Fläche des Zungenbeins zwischen den niDi. gmiohyoideis vorwärts, über den vorderen Rand des Zungenbeins hinaus und senkt sich, indem er sich rückwärts wendet, von unten in die Zunge ein, in welcher er bis zur Spitze verläuft, lieber das \'erhalten in der Zunge sielie l)ei dieser. l Bauchiuuskeln. 79 27. m. (inn'oglossus, m. genio- •' >^ glossus. Cuvier, 1. c. 5S7. Meckol, 1. 0. IV, 339. Duges, 23, genio-glosse. Entspringt über der Insertion des ^». gcniohyoideus jcderseits neben der ^littellinie von den beiden vorderen Stücken des Unter- kiefers. Die beiden Ursprünge vereinigen sich bald zu einem dicken, sehr festen ^luskelbauch, der im Verlauf nach hinten sich rasch zu- spitzt, und mit zahlreichen Bündeln, die mit denen des m. hijoglossus sich unter spitzem Winkel kreuzen, in das vordere Ende der Zunge ausstrahlt. IL Muskeln des Stamms. 1. Bauchmuskeln. Bauch- muskeln. An der Bildung der Bauchwand nehmen Antheil 1. der m. rectns ahdominis; 2. der tu. oUiquns cxternus] 3. w ohllquus internus] 4. die pori. abiloni. des ))i. ^jcctoralis. Nach oben ist es namentlich der w. ohliquus internus (siehe diesen), der, indem er eine Art Diaphragma bildet , die Bauchhöhle sammt der Brusthöhle ab- schliesst. 28. m. reetns ahdominis (Fig. G3 r). m. rectus abdomini«. Duges, pubio-thoracique, u. 52. Dieser zu beiden Seiten der unteren Mittellinie gelagerte Mus- kel ist in der Kegel mit fünf zackigen inscriptiones tendineae durch- flochten. Er entspringt, ziemlich schmal, mit starker Sehne vom unteren Bande des Schambeins, verläuft von hier, rasch breiter werdend, vorwärts und theilt sich an der zweiten inscripfio iendinca (von hinten gerechnet) in zwei Portionen. a) Die laterale (Fig. 63 r) geht in die portio (d)dominalis des m. pedoralis über und bildet den grösseren lateralen Theil dieses Muskels (s. unten). b) Die mediale (/) setzt ihren Weg als w. rertiis ahdominis fort und verschmälert sich nach vorn allmälig. Am Brustbein an- gekommen , setzt sich ein Theil ihrer Fasern und zwar die median- 80 Uauchmusk elu. wärts gelegenen, an die Rückenfläche der Knorpelscheibo des H}-- j)osternum an. während die Hauptmasse des Muskels über dem os roraroidcmn an Breite stets abnehmend vorwärts verläuft, mn un- gefähr an der fünften rnscripfio fpiid/'nca direct in den tu. stcrno- hyoiäeus (s. diesen) ül)erzugehen. Fig. G3. Miibikelii der Brust, dor Kolilo nnJ iles Bauchs von raua esculenta. p' port. Sternalis anterior des m. pectoralis. 2)" port. Sternalis post. dessellien. p'" portio al)domlnalis desselben. d m. deltoiileus. ch m. coraco-hnnicralis. sr stemoradinlis. oi m. obliquus abdom. internus, oe m. obli(i. abdoni extornus. oe' Scapularportion desselben. r in. rectns abdoni. r' "mediale i'ortion desselben. oh m. oiiiohyoidens. sh ni. sternobyoidens. s m ni. submaxillaris. sm' m. Znngenbeinurspruiig demselben. m. obliq. exteruus. 81 29. tu. ohliqnus extrrnus (Fig. 64 oc, oe'). Zeuker, 1. c. S. 31, m. obliqiius. Diioes, dorso-sous- abdominal, u. M. Der DL ohJiq. ahdominis extenms entspringt a) von der Aponeurose, Vielehe die langen Rückenmuskeln deckt und mit dieser von den üornfortsätzen. Der vordere Rand des Fiff. G4. ni obliquns exteruus. d.m. Muskeln des Stammes von rana esculenta, von der rechten Seite. oe va. obliqnus abdom. externus. oe' Scapular- Ursprung desselben. Id m. latiss. dorsl. i ni. infraspinatus. dm, m. depressor maxillae. SS m. subscapularis. d m. deltoideus. t m. triceps brachii. c (1 m. cutaneus femorls. obliquus externus deckt den hinteren Rand des m. latissimus dorsi, welcher von der unteren, ventralen Fläche der Aponeurose ent- springt. Die Aponeurose theilt sich lateralwärts gleichsam in zwei Zipfel, wovon der eine, hintere, in den ohJiquiis externus übergeht, während der vordere die Ursprungssehiie des depressor maxillae inf. (dm) bildet (vergl. Fig. 67). b) Eine zweite schmale Portion, portio onio-ahdominalis (Fig. 64 oe') (m. xijjJio-adscajndaire Duges n. 62) entspringt vom hin- teren Rande der scapida mit dünner Sehne, verbreitert sich im Ver- lauf nach hinten und unten und fliesst mit dem vorderen Rand der grossen Portion zusammen. Der ganze Muskel setzt sich mit seinen vordersten Fasern an den Knorpel des Sternnm an, die folgenden gehen in eine Aponeu- rose über, die über die untere Fläche des m. rectus ahdominis., mit dessen inscriptiones tendineae verwachsen, zur linea alba geht. Ecker, Anatomie des Frosches. I. g 82 tn. ol)Hq. internus. m. obiiqmig 30. m. ohHquus internus (und transversus) (Fig. 65 und internus. G6 07). Duges, ileo-transverso-sous-sternal, S. 53. Zenker, transversus 1. c. S. 31. Kühl, transversus, 1. c. S. 116. Dieser Muskel entspricht zugleich dem ohJiq. internus und trans- versus, und ist daher von verschiedenen Autoren hald mit dem einen bald mit dem anderen Namen bezeichnet worden. Die Fasern entspringen sehnig : a) von den Querfortsätzen der Wirbel (vom vierten an rück- wärts) und von einer die mw. inteHransversarii bedeckenden Fascie, ferner b) vom Darmbein, und zwar mit starker Sehne vom oberen Rand und mit schwächeren und weniger Fasern von der lateralen Fläche desselben. Die letzteren Fasern sind von den ersteren bedeckt und diese enden nach hinten mit einem scharfen concaven Rande, Die Muskelbündel laufen von den genannten Punkten aus diver- girend theils vor- theils rückwärts; die ersteren werden vorn, vor dem vorderen Rand des m. ohl/qmis externus., nur theilweise bedeckt Fig. 65. oi" VM id dm 'm-^^Ai0^^ \)C ilg SS Bauchmuskeln der zweiten Schicht von rana esculenta von rechts und unten gesehen. Der m. obliquus extcrnus ist entfernt, die rechte Vordercxtremität stark nach vorn umgewendet, o i m. obliquus internus. r m. rectus abdoniinis. Ol' Ansatz der dritten Portion desselben ss ni. subscapuhiris. am Herzbeutel. d m m. depressor maxillae. p c Herzbeutel. l d m. latib^. dorsi und iufraspinatus. oi" zweite Portion, welche sich an den ph^ m. petrohyoideus quartus. Schlund ansetzt. h y m. hyoglossus. von der portio omo-ahdominalis desselben (vergl. Fig. 6.S, 04), sicht- bar. Der liintere Rand des Muskels ist frei. m. obliq. internus. 83 Die Insertion des Muskels ist eine sehr versclneclenarti2;e und es vereinigt dadurch dieser Muskel sehr verschiedene Functionen in sich. a) Der vorderste Theil des Muskels (Fig. OG oi"')^ dessen Fasern nach vorwärts verlaufen, setzt sich 1. mit einem Theil seiner Fasern an das Stcrnum und das os coraroideuni an. 2. Ein zweiter Theil, es ist dies der vom Querfortsntz des vier- ten "Wirbels entspringende (Fig. 63 o«"), umfasst zwerchfellartig den Schlund (Fig. 60 oe) und setzt sich an dessen Seite bis nach hinten hin an (Fig. 66 oi'). Diese Portion ist von der folgenden etwas getrennt. 3. Eine dritte Portion, hinter der vorigen gelegen, geht von dem Schlund über das Pericardium (Fig. 65jjc) und an diesem be- festigt bis gegen die Mittellinie (Fig. 65 oi' und Fig. 66 oi") über dem sternum, dem di. redus und sternohyoideus laufend. Die Insertions- ränder der Muskeln beider Seiten l)ilden einen nach vorn offenen Winkel. In diesen dünnen Rändern liegen die Muskelbündel in fast nur einfacher Lage und sie eignen sich daher gut zu mikroskopischer Untersuclumg. b) Der mittlere und hintere Theil des Muskels geht gerade abwärts oder etwas rückwärts gegen den lateralen Rand des m. redus und geht hier in eine oi Sehne über, die zum grösseren Theil auf der oberen Fläche des rectus zur linea alba verläuft. 2. Rückenmuskeln. Die Rückenmuskeln sind von einer Fascia, fascia dorsalis (Fig. 61 fd), bedeckt, welche an den Dornfortsätzen der Wirliel befestigt ist und nach vorn, den m. temporah's deckend, am o, J cap. inferior. Duges, 42, ex-occipito-transv. iuf. Liegt an der Bauchfläche des vorigen, lässt sich aber leicht von demselben trennen; er entspringt von der Ecke des Felsenbeins und setzt sich mit dem vorigen an den 'j^roc. transversus des dritten Wirbels an. Zwischen diesen beiden Muskeln verläuft der N. vagus nach aussen. mm. inter- 41. mui. intcrtr tttisv CY sarH dorsi (Fig. 68/). transversarii '^"^''*'- Duges, n. 43 bis 50, intertransversaires. Es sind dies sieben kleine Muskeln, welche die eben genannten nach hinten fortsetzen und vom zweiten Wirbel an rückwärts zwi- schen den Querfortsätzen ausgespannt sind. mm. inter- 42. mui. i ut 6 r cfu r al c s (mihi) (Fig. 68 /'). cnuales. \ / V o y Klein, S. 29, interspinales, interol)]iqiii. Unter diesem Namen fasse ich die kleinen IMuskeln zusam- men, welche den Raum zwischen den Wirbelbogen ausfüllen; m. interspinales kann man sie bei der Kürze der ^»-oc. spiiio^i kaum nennen. Miiskfln der vor (Irren Extrciui tut. 89 111. 31 US kein der vorderen Extremität. 1. Muskeln am Schultergürtel. A. Hintere (S'chulterblattrauskeln). I. Muskeln, Avelclie, vom Kopf oder Kumpf entspringend, sich an die Schulterblätter ansetzen und diese damit den ganzen Schulter- gürtel bewegen. Von diesen Muskeln liegen die einen am Rücken, wie der i)i. ciicullaris und rcirahens scapulae. Diese wurden bei den Piücken- muskeln beschrieben. Die anderen, die sich zum Theil auf der un- teren Fläche der Schulterblätter ansetzen, sind nur zum Theil von hinten, vollständig dagegen dann sichtbar, wenn nach geschehener Eventration der Schultergürtel unten in der Mittellinie durchschnitten und die Hälften beiderseits nach oben umgelegt werden, so wie dies an dem in Fig. 69 abgelnldeten Präparat geschehen ist. a) Muskeln, welche vom Kopf entspringen: 43. m. Jcvaiof anguJi scapuJae (Fig. 62 la). m. levator anguli scap. Duges, sous-occipito-adscapulaire, u. 60. Zenker, protractor scapulae. Tab. I, Fig. 5. Cnvier, lecons I, 379, erwähnt diesen Muskel als einen Theil des m. Serratus anticus magnus. Dieser ziemlich starke Muskel entspringt breit von der unteren Fläclie des os petrosum und os occipitale basilare bis zum Rand des foramen niagnum, auch wohl mit einigen Fasern vom Seitenschenkel des OS sphcyioidenm. Von da verläuft derselbe rückwärts und lateral- wärts und setzt sich, indem er aus der frontalen Ebene in eine mehr sagittale sich wendet, an die untere Fläche der pars supra- scapularis nahe dem hinteren Rande an und umfasst mit seiner In- sertion den hinteren Rand des m. interscapuJuris. Wirkung: zieht die Schulterblätter nach vor- und medianwärts oder den Kopf ab- wärts. 90 Muskelu des Schulterblatts. in. s-teruo- cleidoma- stoideiis. m. protra- lieus scap. 44. m. sternocleidomastoideus (Fig. 69 sc). Duges, scapulo mastoidien, n. 65. Cuvier, sterno -mastoidien. Zenker, protractor scapulae, I, 5. 1. Dieser ziemlich schmale Muskel verläuft in ziemlich gleicher Richtung mit dem vorigen und liegt vor- und lateralwärts von dem- selben. Seine Fasern nehmen ihren Ursprung vom äussersten Theil des OS pdrosum und vom hintersten des os tympanicum, bedeckt vom m. cligustricus maxiUae und vom hinteren Rand des knorpligen Trommelfellrings. Der Muskel verläuft vom letztgenannten Muskel bedeckt nach rück- und abwärts und setzt sich an die Concavität des vorderen Randes der Scapula, lateralwärts vom Ursprung des Deltamuskels. Offenbar zieht derselbe die Schulter vor- und median- wärts oder beugt den Kopf abwärts. 4.5. m. protrahens scapulae (Fig. 6d ps). Duges, Zenker, j)rotractor acromii, tb. I, Fig. 5, 3. Dieser Muskel, welcher an der lateralen Seite des rectus capitis inferior liegt, entspringt vom os pctrosum und läuft, von unten her vom levator anguU scapulae bedeckt, rückwärts und lateralwärts und setzt sich an die ventrale Fläche der knorpligen Scapula an, die er nach vorwärts zieht. m. transv.- scapularis maior. b) Muskeln, welche von der Wirbelsäule entspringen. 46. m. transverso-scapularis maior {mihi) (Fig. 69 ts). Duges, transverso-interscapulairc, n. 63. Bei Cuvier, 1. c. S. 380, wahrscheiulicb ein Theil des Serratus. Zenker, tb. I, Fig. 5, 3, depressor acromii tb. II, Fig. 3, 15. Klein, depressor scapulae. Der Muskel entspringt sehnig vom proc. transversus des vier- ten Wirbels und zwar von der knorpligen Apophyse, mit einer kleinen Zacke auch vom Knorpel des proc. transversus des dritten W^irbels. Von da verläuft der Muskel sich verschmälernd lateral- wärts, vor- und aufwärts gegen die Scapula und setzt sich am hin- teren Rand derselben, gegenüber der Insertion des m. sternocleidoma- stoideus an dieselbe an. Er zieht die Schulter einwärts, rück- und abwärts, Muskeln des Schultevlilatts. 91 47. m. t rans V er so- s capul ar is minor {mihi.) (Fig. G9 ts'). Duges, trausvei-so-adscapulaire, u. Gl. Bei Cuvier wahrscheinlich ein Thcil des Serratus. Zenker, th. I, Fig. V, 7, detractor scapulae. Dieser Muskel, welcher Leträchtlich kürzer als der vorige ist, m. traiisv.- sciipularis minor Fig. fiO. l\Iiiskeln des Schulterblatts von der unteren Seite. Der Schultergürtel ist unten in der Mittellinie durch.schnitten und die Hälften sind nach beiden Seiten aus einundtr gelegt. sc m. sternocleidomastoideus. la lev. anguli scapulae. ts transverso -scap. maior. t s' transverso -scapularis minor. tr" transverso -scapularis tertius s. serratus p s protraliens scapulae. is interscapularis. s s subscapularis. d deltoides. i t intertransversarii. nimmt seinen Ursprung von dem processus trans- vcrsus des dritten Wir- bels, bedeckt vom m. le- vator avKjuli scapulae, und liegt vor dem vorher- gehenden Muskel; er läuft lateral- und vorwärts und setzt sich an die ventrale Fläche der knorpligen Scapula. Duges betrach- tet diesen Muskel, dessen Wirkung offenbar die gleiche ist, wie die des vorigen, als einem Theil des serratus anticus mag- nus entsprechend; den anderen Theil des serratus findet er in der portio scapularis des m. obli- qu'us externus repriisentirt (xipho - adscapidaire Du- ges, n. 62). 48. m. transverso-scapitlaris tertius s. serratus (mihi) m. transv.- ^„. „ ,,, scapularis (Flg. 69 ts"). III US. Der transverso- scap. tertius ist grösser als der vorige, breit und flach und nimmt seinen Ursprung vom proc. transv. des dritten und vierten Wirbels. Von da verläuft er aufwärts und medianwärts und setzt sich an die ventrale Fläche der knorpligen Scapula nahe dem medialen Rande an. In Lage, Verlauf und offenbar auch in der Wirkung entspricht dieser Muskel am meisten dem m. serratus anti- cus maior des Menschen. 02 Muskelu des Schulterblatts. IL Muskeln am Schulterblatt, ■welche von diesem entspringen und sich wieder an diesem oder am Humerus inseriren. m. inter- scaijularis. m. subsca- pularis. a. Auf der unteren Fläche. 49. m. interscapularis (Fig. Duges, interscapulaire , n. 64. Die eine breite sehnige Inser Fisr. 70. - - J-- l.a. Muskeln des Schultergürtels uiul des Arms der rechteu Seite, os coracoideuin (c o) und clavi- cula (cü) sind nach Durchsclmeidung des in der Medianebene gelegenen Knorpels laterahvärts umgelegt. CO OS coracoideum. cl clavicula. s knöclierne Scapula. s' knorplige Scapula. s r m. steruoradialis, am Ursprung abgeschnit- ten. d m. deltiiideus. d' port. clavicul. desselben. p' port. Sternalis aut. des ni. pectoralis. p" port. steru. post. p'" port. abdominalis. ch ra. coraco -humeralis. Id m. latissimus dorsi. is m. interscapularis. i m. iufraspinatus. l a m. levator anguli scapulae. tr m. triceps brachii. Fio-. 71. Schultergürtel der rechten Seite, von unten gesehen, der Arm in stärkster Abduction. CO OS coracoideum. .t .s m. siibscapularis. cl clavicula. d m. deltoideiis. h humerus, d' port. glav. desselben. 70 is). tion dieses dreieckigen Muskels ist am lateralen Ende der knorp- ligen Scapula befestigt, von da geht derselbe, fleischig werdend und sich zuspitzend, median- wärts, um sich an der Leiste an der Eingeweidefläche der Scapula zu befestigen, von wel- cher sowohl der m. delto/dcs als der m. siihscainilaris entsiiringt, indem er sich mit seiner Spitze zwischen diese beiden Muskeln einschiebt; er nähert die beiden Abtheilungen des Schulterblatts und stellt sie im Winkel zu ein- ander. 50. m. s nhsc ap n 1 ar i s (Figur 71 SS). Duges, sous-seapitlo liumeral, n. 72. Derselbe liegt auf der oberen oder Eingeweidefläche der ven- tralen Abtheilung des Schulter- gürtels, von unten her vom m. coraco -Jiumeralis bedeckt und entspringt von der dorsalen Fläche der knöchernen Scapula und des os coracoideum von einer Knochenleiste, die, auf dem letz- teren Knochen beginnend, sich auf den dem proc. coracoidens entspre- Äluskeln des Schulterlilatts. 93 eilenden dorsalen Fortsatz der knöchernen Scapula fortsetzt und vom hinteren Rande des os coracoidcum. Von da läuft der starke Muskel lateralwärts und setzt sich in ziemlicher Ausdehnung an die mediale Fläche der crista deltoidra des Humerus; der ni. subsaqndaris ist ein kräftiger Antagonist des Deltamuskels und zieht den gehobenen Arm rückwärts und au den rvum2)f an. h) Anf der oberen Fläche. natus. 51. m. infraspinatus (Fig. 72«, Fig. .57 zwischen Id und dm), m. infraspi- Duges, adscapulo-humeral, n. 67. Dieser Muskel, welcher dem ni. infraspinatus., teres minor nnd Fio-. 72. Muskeln des Rückens und Schulterblatts. fd fascia dorsalis. fd' dieselbe rechts in der Nähe der Dornfort- sätze durchschnitten. dmm. depressor maxillae, von der fascia dor- salis entspringend, auf der rechten Seite durchschnitten und zurückgeschlagen. Id latissiraus dorsi, desgl. (links ist der Muskel nicht bezeichnet). i m. infraspinatus. c m. cucullaris. l a vn. levator anguli scapiilae. sc m. sternocleidoniastoideus. r m. retrahens scapulae. maior des Menschen entspricht, ist von dreieckiger Gestalt, die breite Basis gegen die Mittel- linie gewendet und bedeckt die obere Fläche des knorp- ligen Schulterblatts. Von der oberen Fläche des letztge- nannten Skeletstücks entsprin- gen seine Fasern und zwar nahezu von der ganzen Fläche mit Ausnahme des medialen hyalinknorpligen Handes, lau- fen convergirend lateralwärts und gehen in eine platte Sehne über, welche sich mit der des m. Jatissimus dorsi verbindet und an die laterale Fläche der crista deltoidea humeri mit einer dünnen plat- ten dreieckigen sehnigen Aus- breitung sich ansetzt. Allgemeine Uebersicht der Schulterblattmuskeln. Die am Schulterblatt befestigten ^luskeln sind: 1. Rückenmuskeln (m. cncidlaris und m. retrahens seap>.), s. diese. 2. Halsmuskeln (m. omolujoideus). 94 Brustmuskeln. 3. Bauclinmskeln (port. scapularis des ni. obliquus extcrnus). 4. Eigentliche Schulterblattmuskeln: m. Icvator anguli scapiilac, m. strrnocleidomastoideus] m. protraliens scapiilae; mm. transverso- scaimJaris maior, minor und teriius s. serratiis; m. hiterscajmlaris, m. suhscapularis; ferner der lange Kopf des m. triceps. Von hinten sind sichtbar der m. cucuJlaris, m. rJiomhoideus, m. suhscapidaris (zum Theil) und m. transverso-scapidans maior. Durchschneidet man den Schultergürtel unten in der Mitte und legt die Hälften aus einander, so erblickt man den oniohyoidcus, sternocleidomastoideus, levator anguli scapidae, protraliens scapnlae, iransverso-scapidaris minor und tertius, intcrscapnJaris und mh- scapnlaris. B. Untere Muskeln am Schultcrgürtel (Brustmuskeln). Sie entspringen alle vom Schultergürtel und inseriren sich am Humerus oder dem Vorderarm. m. pecto- 52. m. pcctoralis (Fig. 7^). ralis. Liegt auf der unteren Seite des Schultergürtels und besteht aus mehreren Portionen. Portio ster- ü) poTÜo stcmalis anterior (mihi) (Fig. 73, lAp'). nalis anter. Duges, clavi - humeral, n. 70 (iiort. clavic. du grand pectoral). Diese vorderste Abtheilung des ni. pectoraUs entspringt von dem OS hyposternule und dem in der Medianebene gelegenen Knorpel, welcher die beiderseitigen ossa coracoidea verbindet. Der in der ^Mittellinie breite Muskel verläuft, sich verschmälernd, laterahvärts und setzt sich mit seiner Sehne an die crista deUoidca des Hume- rus an. pnrtio ster- b) portio stemaUs posterior (mihi) (Fig. 73 und 74 j>"). nalis post. Duges, sterno - humeral , n. 71 (port. sternal du grand pectoral). Klein, liumero-sternalis. Dieser Muskel , welcher mit seinem vorderen Rand eng am hin- teren Rand des voranstehenden ]\Iuskels anliegt, entspringt ziemlich breit vom knöchernen Theil des Sternums und von der Knorpelscheibe (Schwertknorpel) desselben; von dem Ursprung aus wendet er sich lateral- und etwas vorwärts und setzt sich in der Rinne des os hnmcri an, welche neben der crista deJtoidca herunter läuft. Zwischen den Brustmuskeln. 95 Sehnen dieses und des vorigen Muskels liegt die Sehne des m. sterno- rach'alis. c) portio ahdominalis (Fig. 73, 74 y"). Duges, abdomino-humeral, n. 69 (port. costal du f^raud pectoral). Zenker, bracMo - abdominalis. Klein, humero- abdominalis. portio abdo- minalis. Diese Portion entspricht dem Rippenursprung Fiff. 7 Muskeln der Brust, der Kehle und p' port. Sternalis anterior des m.^pectoralis. p" portio stemalis post des- selben. p'" portid abdominalis desselb. d m. deltoideus. cÄ m. coraco-humeralis. sr m. stemoradialis. oi m. obliquus abdominalis internus. des Bauches von rana esculenta. oe m. obliquus abdominalis externus oe' Scapularportion desselben. r m. rectus abdominalis. »•' mediale Portion desselben. oh m. omohyoideus. sh m. sternohyoideus. sm m. submaxillaris. sm' Zungenbeinursprung des- selben. des m. pccforah's maior des Men- schen und ins- besondere der Zacke dessel- ben, welche mit der Aponeurose des m. obliquus ctbdoniinis exter- nus in Verbin- dung steht. Der laterale Theil dieses Muskels entspringt von dem m. rectus abdomims, d. h. er bildet eine unmittelbare Fortsetzung des lateralen Theils dieses Muskels (Fig. 73 r); der kleinere me- diale Theil ent- springt von der oberen Fläche der Aponeurose des m. obJiquus abdominis exter- nus. Von die- sen Ursprün- gen verläuft der Muskel, sich ver- 9G Brustmuskeln. 111. coraco- hunieralis. schmälernd, lateralwärts und vorwärts; die lateralen Bündel sind die längsten und verlaufen am steilsten, die medialen laufen mehr horizontal und sind kürzer. Dass die Wirkung dieses Muskels je nach der isolirten oder comhinirten Wirkung der einzelnen Portionen eine sehr verschiedene sein wird, liegt auf der Hand, jedenfalls werden die beiden Vorderextremitäten dadurch gegen einander und nach abwärts bewegt. 53. tii. coracoliumeralis Duges (Fig. 73, 74 ch). Duges, n. 73. Klein, adductor liumeri. Dieser lange und schmale Muskel liegt ])edeckt von der 'port. sternalis ant. und posterior des pectordlis maior auf dem hinteren Rande des os coracoidcimi und dem untersten TlK3il des m. snhsca- pularis auf und entspricht, wei\n auch nicht der Insertion, doch der Lage nach am meisten dem m. pectoralis minor. Er entspringt schmal vom medialen Ende des os coracoideum nahe am os hyposter- nale und verläuft, bedeckt von der port. sternalis des pectoralis late- ralwärts und setzt sich an der Mitte des Humerus an, zwischen m. äeltoideus und caput internum des in. triceps. Er zieht den Arm gegen den Rumpf. m. stenio- raflialis. 54. m. stemoradialis Cuvier (Fig. 73, 74 sr). Duges, pre-sterno-clavi- radial, u. 74. Dieser Muskel, welcher offenbar dem hiceps hrachii des Men- schen entspricht, liegt vor der portio sternalis anterior des m. pecto- ralis; der hintere Rand des Muskels wird von diesem bedeckt. Er entspringt mit breiter Basis von dem os episternale und dem Knor- pel desselben, sowie von dem in der Mitte zwischen beiden ossa coracoidea liegenden Knorpel ; die Fasern laufen convergirend theils rückwärts, theils lateralwärts und gehen in eine lange starke Sehne über, welche in der Rinne neben der crista deltoidea durch sehnige Fasern, die von den Ansätzen des iii. pectorülis ausgehen, darin be- festigt, verläuft, dann den untersten Theil der Fleischmasse des Deltamuskels durchbohrt und sich am vorderen Gelenkende des os antibrachii an der dem radins entsprechenden Seite ansetzt. Der w. ster)ior(idi(dls ist ein kräftiger Beuger des Vorderarms. Brustninskcl ii. 97 Co 55. ni. (Icltoiäeus (Fig. 7o, 74, 71 d). Duo-es, pre. - sterno - scapulo - humeral , u. 68. Liegt vor- und lateral wärts vom m. sfcrnoradialis und entspricht dem ni. dclto'tdeus und si{pr<(spi>i(dus des Menschen; er entspringt mit drei Portionen : a) Die grössere laterale, portio scapuJaris, mit einem kleinen medialen Theil vom lateralen Ende der Clavicula, dann von dem Yio- 74 einen Vorsprung nach vorn bil- denden Knorpel zwischen Cla- vicula und Scapula, zum grössten Theil aber von der Scapula und zwar von der dorsalen Fläche (von derselben Leiste, von wel- cher der m. subscajmlan's ent- springt), vom vorderen Rand und von der ventralen Fläche dersel- ben. Von da geht der Muskel, das Schultergelenk bedeckend, lateralwärts und verbindet sich mit der zweiten Portion. b) Diese, die kleinere mediale Portion, pars davicularis (tmisc. deido-humercdis Klein) ent- springt vom medialen Ende der Clavicula und dem os episternale und legt sich im Verlauf an die anderen an. Die portio scapu- laris setzt sich mit einem Theil der Fasern am Anfang der crista deltoidea humeri an, mit einem anderen mehr lateralen Theil dieser Portion und mit der portio davi- cularis dagegen am Ende derselben und an der medialen Seite des Humerus bis zum hinteren Gelenkende hin an; kurz vor dem An- satz tritt die Sehne des m. sternoradiaJis zwischen den Fasern des- selben durch. Der Deltamuskel zieht den Arm nach vorwärts. Ecker, Anatoniie dos Frosches. I. 7 in. deltoi- deus. Muskeln des Schultergürtels und des Arms der rechten Seite, os coracoideum {co) und clavi- cula (el) sind nach Durchschneidung des in der Medianebene geltgcuen Knorpils lateialwärts umgelegt. OS coracoideum. clavicula. knöcherne Scapula. knorplige Scai^ula. m. sternoradialis, am Ursprung ahgeschnitt. m. deltoideus. port. clavicul. desselben. port. sterualis ant. des m. xiectoralis. port. Stern, jiost. p'" port. abdominalis. ch m. coraco - humeralis. Id m. latissimus dorsi. is m. interscapularis. i ni. infraspinatus. la m. levator auguli scapulae. t r m. triceps braohii. CO cl s s' sr d d' P' P" 98 Muskeln des Arms. 4. Muskeln des Arms. m. triceps brachü. m. flexor carpi I 8. radialis. a) Muskeln des Oberarms. 1. m. sternoradialis (hiceps) s. Brustmuskeln, Seite 90. 56. 2. m. triceps hrachii (Fig. 74 tr). Duges, scapulo-humero-olecranien, n. 75. Capes. Zenker, m. anconaeus. Liegt an der oberen oder Piückseite des Oberarms und verhält sich in ähnlicher Weise wie beim Menschen. Der erste oder lange Kopf entspringt vom hinteren Rande der Scapula am oberen Pfannenrand und ist hier mit der Kapsel des Schultergelenks ver- bunden, der zweite oder mediale Kopf entspringt von der oberen und medialen Fläche der vorderen Hälfte des Humerus, bis hinauf zum Caput humeri., der dritte oder laterale von der lateralen Fläche des Humerus. Ausserdem entspringen, von den vorgenannten Köpfen bedeckt, Fasern von der oberen Fläche des Humerus in seiner hin- teren Hälfte, welche man vielleicht als einen vierten Kopf (m. suh- atvconaeus) bezeichnen kann. Sämmtliche Muskelursprünge vereini- gen sich zu einem starken Muskel, welcher die obere und die bei- den Seitenflächen des Humerus deckt und in eine Sehne übergeht, welche mit der Kapsel des Ellenbogengelenks sich verbindet und an den oberen Umfang des vorderen Gelenkendes des os antihrachii sich ansetzt. In der Wand der Kapsel ist da, wo sich die Sehne mit derselben verbindet, eine faserige Scheibe eingesetzt, welche offenbar das Olecranon repräsentirt. b) Muskeln am Vorderarm. I. An der Beugeseite. Dieselben liegen in zwei Gruppen, zwischen welchen gegen den Ellenbogen hin eine dreieckige Vertiefung (plica cuhiti) entsteht, in welche die Sehne des m. sternoradialis sich einsenkt. A. Auf der medialen Seite der Beugefläche. 57. w. flexor carpi I s. radialis (Fig. 75 Fe). Duges, sous-liumero-carpien, n. So. Entspricht dem flexor carpi radialis oder rad. ant. des Menschen, und entspringt von der medialen Kante des Humerus, oberhalb des Muskeln des Arms. 99 epicondj/lufi mcdialis ziemlich breit, verschmälert sich nach abwärts und setzt sich mit seiner Sehne an das os semilunare und navicidare des carpus an. Im Verlauf hängt er durch einzelne Fasern mit dem folgenden Muskel zusammen. Dieser Muskel (s. oben S. 49j ist beim Männchen, entsprechend der nur bei die- sem vorhandenen crista, viel stärker. Fig. 75. II s. ulnaris m. aexor carpi II s. ulnaris. Muskeln des rechten Arms von rana esculenta. s r Sehne des m. sterno radia- lis. Fa' m. flexor antibrachli late- ralis superficialis. Fe m. flexor carpi radial. Fe' ni. flexor carpi ulnar. Fd m. flexor digitorum com- munis. ed m. extens. digitorum com- munis. 58. m. flexor carpi (Fig. 75 Fe'). Duges, epitroclilo-carpien, n. 84. Entspricht dem flexor carpi ulnaris oder nlnaris anterior und liegt medianwärts neben dem vorigen. Er entspringt vom epicondylus medialis zum Theil mit dem vorigen und dem flexor digitorum communis durch Muskelfasern verbunden und setzt sich am os navicidare an. 59. m. flexor digitorum communis m. flexor di- .„. _^ -r-, -, gitor. comm. (Flg. 76, 77, 78 Fd). Duges, epitrochlo-sous-phalangettien, u. 118. Liegt am meisten medianwärts und ent- spricht dem m. flexor digitorum suhlimis des Menschen. Er entspringt mit dem vorigen ge- meinschaftlich vom epicondylus medicdis und verläuft abwärts gegen die Hohlhand. Beim Eintritt in diese verschmälert sich der Muskel und geht in die platte aponeurosis palmaris über. ( Ueber diese siehe bei den Muskeln der Hand.) 60. m. flexor antihrachii medialis {mihi) (Fig. IQFa). m.Aexoran- tibrachü me- Duges, epitrochlo-sous- radial, n. 79. diahs. (Häufig als Pronator rotundus bezeiclinet, eine Bezeichnung, die nicht beibehalten werden kann, da die lietrefiende Bewegung beim Frosch ganz fehlt.) Dieser Muskel liegt, von den beiden flexores carpi bedeckt, tief an der medialen Seite des Vorderarms , entspringt sehnig vom epicondylus medialis und setzt sich an die mediale Fläche des dem Radius entsprechenden Theils des os antibrachii bis an das untere Gelenkende. 100 Muskeln des Ar iii s. m. flexor aiitibrachii lateral, su- lierficialis. m. flexor antibrachii lat. profxin- dus. Fig. 76. 111. exteusor digitoium communis longus. 61. m. flexor antibrachii lateralis superficialis (mihi) (Fig. 75, 76 Fa'). Duges, premier ex -humero- radial, n. 76. (Gewöhnlich als supiuator longus bezeichnet, eine Bezeichnung, gegen welche die beim vorhergehenden Muskel namhaft gemachten Gründe gleicherweise sprechen.) Die Lage dieses Muskels entspricht der des supiuator lonyus beim Menschen, er liegt an der lateralen Seite der Sehne des m. sternoraäiulis und entspringt mit zwei Köpfen, der eine hoch oben von der late- ralen Kante des Humerus, der andere tie- fer, vom cpiconäylus lateralis. Beide ver- binden sich und gehen in eine Sehne über, welche, über das vmtere Gelenkende des os antibrachii hinweggehend, sich theils am Carpus ansetzt, theils mit der Sehne des m. extensor diyiti II proprius longus (siehe diesen) zusammenhängt. Dass dieser Muskel ebensowohl den Vorderarm zu beugen als die Hand zu strecken im Stande ist, geht aus Lage und Insertion deutlich hervor. Muskeln des rechten Arms von 62. m. flCXOT antibrachU ItttcraliS rana esculeiita, tiefere Luge. Fe flexor carpi radialis durch- profunduS (mihi) (Fig. 76 Fu"). Duges, epicondylo-sus- radial, n. 78. Klein, flexor antibrachii. (Supinat. brevis autt.) Dieser Muskel entspringt bedeckt vom vorhergenannten Muskel über dem epicon- dylus lateralis von der lateralen Seite des Humerus, wird nach un- ten breiter und setzt sich in der ganzen Länge des os antihrachii an dessen untere (volare) Kante an. Er ist ein kräftiger Beuger des Vorderarms. H. An der Streckseite. 63. m. extensor *digitorum communis longus (Fig. 76 cd). Duges, humero- digital, n. 95. Dieser Muskel liegt am lateralen Rande des Vorderarms und entspringt, gemeinschaftlich mit dem kurzen Kopf des flexor antibr. schnitten F c' flexor carpi ulnaris , desgl. Fa flexor antibrachii medialis. F a' flexor antibrachii lat. su- perficialis, durchschnitten. Fa" flexor antibr. lut. profund. Fä flexor digitorum communis. e ä extensor digit. communis. ]Muskrlii (U'H AviiiR. 101 lateralis superficialis vom epicondylus lateralis und über demselben und verläuft an der lateralen Seite des Vorderarms abwärts , um auf dem Rücken der Hand in eine A])oneurose überzugehen, welche sich, an Breite zunehmend, über den Kücken des dritten, vierten und fünften Fingers ausbreitet , und zwischen diesen Fingern mit einem freien concaven Kande endet. Diese aponeurotische Ausbreitung hängt mit den Sehnen des extensor hrevis digitorum zusammen. 63. m. ahdnctor digiti II {\. e. polUcis) longus (Fig. 75 ei). Duges, cubito-metacarpieu, u. 87. Dieser Muskel liegt zwischen dem vorigen und dem flexor anti- brachii lateralis superficialis und erscheint in der Furche zwischen diesen beiden Muskeln an der Oberfläche. Er entspringt von der lateralen Fläche des os antihrachii^ verläuft schräg über den m. flexor autihrachii lateralis profundus und das hintere Ende des os anti- hrachii gegen den zweiten Finger und setzt sich am os metacarpi desselben an. (Siehe unten bei den Muskeln der Hand unter Nr. 91 das Nähere.) 64. m. extensor carpi ulnaris s. ulnaris post. (Fig. 77 ec). Duges, epicoudylo-sous-carpieu, u. 83. Klein, abductor carpi internus. Der Muskel entspringt ziemlich schmal vom epicondylus lateralis^ wird im Verlauf längs des Vorderarms, wo er zwischen den mm. anconaeis einerseits und dem extensor digitorum communis andererseits liegt, breiter und befestigt sich an der Kleinfingerseite des Carpus in folgender Weise. Mt einer sehnigen Zacke heftet er sich am Volar- rand des os pyramidale an , mit einer zweiten am lateralen Rand des grossen os carpi, der am mei- sten gegen den Handrücken gelegene Theil des Muskels hängt mit dem extensor digitorum commu- nis hrevis zusammen. 65, 66. m. anconaei s. exteusores anti- hrachii (Fig. 77 aa). Duges, epicondylo - cubital und epitrochlo-cubital, u. 80 und 81. Diese beiden Muskeln, die auf der Streckseite des Vorderarms liegen, entspringen, der eine vom m. abductor digiti II. longus. m. extensor carpi ulnar. m. ancouaej. Muskeln des Vorderarms von rana esculenta von der Kückeufläche. aa m. anconaei. fd ui. flex. digitor. e c m. extens. digit. communis. 102 Muskeln der Hand. epicondyhis Jateralis, der andere vom epicondißiis mediaUs, beide lau- fen convergirend abwärts, nehmen das Olecranon zwischen sich und setzen sich, von beiden Seiten einen m. pennatus bildend, an den oberen (dorsalen) Rand der Ulna. Beide sind Strecker des Vorder- arms, die den m. triceps in seiner Wirkung unterstützen. c. Muskeln der H a n d. I. Auf der Volarfläche. 1. Gemeinschaftliche. m.flexordi- 67. 7)1. flexoT digUoTum communis und m. palmaris hrevis gitor. comm. ^^. ,-0^7 i\ (Flg. ,S fd^ph). Der Ursprung und Verlauf dieses Muskels am Vorderarm ist oben beschrieben (Seite 99). Beim Eintritt in die Vorderfläche der Hand verschmälert sich derselbe i^lötzlich und geht in eine platte dreieckige Aponeurose, Äponeurosis pulmaris^ über. An den Klein- fingerrand dieser Aponeurose setzt sich der 7H. palmaris hrevis (Fig. 78 p h) an , welcher vom hinteren oder ülnarrand des unteren Gelenkendes des os antihrachü unterhalb des Ansatzes der mm. an- conaei entspringt und schräg abwärts in den Rand der Aponeurose sich inserirt. Vom unteren freien Rand der Aponeurose entspringen eine An- zahl Muskeln der Finger, die im Folgenden zugleich mit den übrigen Fingermuskeln betrachtet werden sollen. 2. Muskeln des Daumenrudiments. m-^aj^ductor 68. m. ahductor pollicis (Fig. 78, 79 ajj). Duges, cubito-pollicien, n. 100. Dieser kurze Muskel entspringt vom oberen Rand des hinteren Gelenkendes des os anfihrachii (Ulna), verläuft in querer Richtung lateralwärts und setzt sich an den vorderen Rand des Daumen- rudiments an. m. aa.iuctor 69. 111. (idductor pollicis (Fig. 78, 79 ad p). pollicis. Duges, sous -carpo -pollicien, u. 101. Liegt der Handfläche näher als der vorangehende Muskel und entspringt von der Volarfläche des grossen Carpusknochens, um sich mit dem vorigen convergirend am Daumenrudiment anzusetzen. — Muskelu der Hand. 10.^ Auch setzen sich einige Fasern des exiens. dig. II hrevis an das Daumenrndiment an. üie Beweglichkeit dieses von der Haut ganz überzogenen Gliedes ist nur eine unbedeutende. 3. Muskeln des zweiten Fingers, welcher die Function des Daumens hat. 70. m. ßcxor iligiti II longus s. sublimis (Fig. 78/2). m. aexor digiti II Duges, Süus-carpo-phalaugettieu de l'iudex, n. 133. longus. Ein platter Muskelbauch, welcher mit dem grösseren Theil lieischig vom hinteren freien Rand der aponeurosis pahnaris, mit Fig. 78. Fig. 79. .-JT /— -ada Muskeln der Hand von rana esoulenta. Volarfläche , vergrössert. A Aponeurosis palmaris. fd flexor digitorum communis. ph m. palmaris brevis. ae mm. anconaei. ee m. extensor digitorum communis. I Erster Finger (Daumenrudiment). II Zweiter Finger (die Stelle des Dau- mens versehend). III — V Dritter bis fünfter Finger. ap m. abductor pollicis. adp hn. adductor pollicis. /!/2 m. flexor digiti II brevis. o m. opponens. /2 m. flexor dig. II longus. f'6 m. flexor dig. III longus. /&3 u. /&3' mm. flexores dig. III brevis. /4 m. flexor dig. IV longus. fb i u. /6 4' mm. flexores dig. I\^ breves. /5 m. flexor dig. V longus. fhü m. flexor dig. V brevis. (ih5 m. abductor dig-. V primus. ab 5' ra. abductor dig. V secundus. e5 m. extens. dig. oommun. brevis. Muskeln der Hand von rana esculenta, Volarfläche, zweite Scliiclit, vergrössert. ee m. extensor carpi, aj} m. abductor pollicis. adp m. adductor pollicis. o m. opponens dig. II. ad2 ra. adductor dig. II. /62 m. flexor dig. II brevis. fh2' m. flexor dig. II tertius. tt' mm. transversi metacarpi. ah5 m. abductor digiti V primus. ab 5' va. abductor digiti V secundus. 0' m. oijponens digiti V. fj) mm. flexores jiroprii plialangum. i3 ] j4'[. mm. interossei volares. j5 J ii m. flexor metacarpi. 104 Muskelu der Haud. einem kleineren Theil von der Volarfläclie des grossen Carpus- knocliens entstellt, und welcher bald in eine dünne und lange Sehne übergeht, die sich an die Endphalanx des Daumens ansetzt. m.flexordig. 71. fu. fJexor digiti II hrcvis s. profundus (Fig. 18 fb 2). II brevis. ,»,.,. Duges, sious-carpo-j)halarigieu de 1 iudex, n. 102. Bedeckt von dem vorigen, entspringt dieser platte Muskel sehnig von der Volarfläclie des grossen Carpusknochens zugleich mit dem einen Kopf des flexor sublimis und setzt sich an die Grundphalanx an. m.flexordig. 72. m. flcxoT diciitl II tcrtius (Fig. 79 fh 2'). II tertius. "^ -^ ^ O J J Duges, tendiui-phalaugieu de l'iudex, u. 103. Ein kleiner dünner Muskel , welcher neben dem vorigen vom grossen Carpusknochen entspringt und sich an die Grundphalanx ansetzt (s. unten m. interosseiis volar is I). m. adductor 73. m. (idductor dlaiti 7/ (Fig. 79 ad 2). digiti II. i^ (_> . Duges, metacarpo-metacarpieu de l'iudex, u. 89. Dieser, dem addudor poUicis entsprechende Muskel entspringt von der Basis des dritten os mctacurpi und setzt sich an das os mc- tacarpi des zweiten Fingers an, welchen er dem dritten näliert. m. opponeiiB 74. m. oppouens digiti J7 (Fig. 78 und 79 u). digiti II. -^ -^ i? \ o ,/ Duges, sous-carpo-metacarpieu de l'iudex, u. 90. Dieser dem gleichnamigen des Menschen entsprechende Muskel entspringt vom volaren Vorsprung des grossen Carpusknochens mit schmaler Sehne und geht in einen breiten platten Muskel über, der sich an der unteren Fläche und dem lateralen Rand des os mctacarpi des zweiten Fingers, ziemlich in der ganzen Länge des Knochens, ansetzt. Er liat unstreitig eine ähnliche Wirkung, wie der betref- fende Muskel beim Menschen. 4. Muskeln des dritten Fingers. m.flexordig. 75. m. flexoT digiti III loiigus s. subJiin/s (Fig. 78 f'5). Der eine kleinere Theil dieses Muskels entspringt vom freien Rande der aponeurosis palmar is, der Ilaupttheil zugleich mit dem flc.ror brevis von der Volarliäche des grossen Car])usknochens, beide Theile gehen in eine lange Sehne über, die sich an die Fnrlplialanx befestigt. III longus. MuskL'ln der Hand. 105 76, 77. nnn. fJexores digiti III hrevcs s. profundi 7, // (Fig. 78/6 3 \\m\ fh 3'). Duges, tfudiiu-plialiiiioieus du nicdius, n. 101, lO'i. Diese beiden Muskeln entspringen tlieils vom freien Rand der apoiicurosis 2)(dni(in'$ , tlicils von der volaren Fläelie des grossen Carpiisknocliens, und gehen zu beiden Seiten des vorgenannten ]Muskels rückwärts , um sieh an die Grundphalanx anzusetzen. Duges betrachtet dieselben als Analoga der m. lumhriades. 78. m. flcxor metacarpi dig. III. Ein ziemlirh starker Muskel, der tleischig von der Volarliäche des grossen os carpi entspringt und sich an der VolarlLäche des OS Dietacurpi befestigt. mm. flfixores (liyiti III brcves. m. flexor metacarpi di«. III. 5. Muskeln des vierten Fingers. 79. ni. flexor digiti IV longus s. suhlimis (Fig. 78 /4j. m.Aexoraig. I\' It'UgUS. Entspringt vom freien Rand der apoiicurosis pahiuiris und setzt sich mit dünner Sehne an die Endphalanx an. Fi.sr. 78. r \ \ a d IL ai>5 pI, ' Fiir. 70. ad 2 80, 81. inm. flexores digiti IV hrevcs s. profundi 7, IJ mm.flexores (Fig. 78 fh 4 und fh 4'). • ^iT Duges,teudini-phalaiigieus de Tanunlaire, n. 108, 109. Diese beiden Muskeln, welche Duges ebenfalls als Analoga der i m. himbricaJes betrachtet, entspringen zu beiden Seiten des vorigen 106 Muskelu der Hand. vom freien Rande der aponeurosis palmaris und setzen sich mit ihrer Sehne an die Grundphalanx an. m. fiexor 82. m. fJexoT projjrius phalaiKjum dig. IV (Fig. 79 fp). digiuTv.'" Duges, phalango-plialanginien, n. 115. Ein kleiner Muskel , der mit zwei Zacken von der Volar fläche der Grundphalanx entspringt und sich an die Basis der Mittel- phalanx befestigt. m. fiexor 83. w. flcxoT metaccirvi die/. 7F (Fig. 79 ii). Ein ziemlich starker Muskel, der vom grossen Carpus entspringt und sich an die Volarfläche des vierten os tuetacarpi ansetzt. 6. Muskeln des fünften Fingers. m. fiexor 84. )>«. fJexoY di(j. V longus s. suhlimis (Fig. 78 fb). dig. V loug. Verhält sich ganz so wie der gleichnamige Muskel des vierten Fingers. m. fiexor 8.5. m. flcxor din. V hrcvis (Fig. 78 fb 5). '^ dig. V brev, -^ "^ v o j / Entspringt vom freien Rand der Ai^oneurose und setzt sich an die Grundphalanx an. m. fiexor 86. 111. flexov pToprius plialangum dig. F (Fig. 79 fp). plialaiigum T\ ^ i i i, i • • ^n j,g. V, Duges, phalango-phalangiuien, n. 17. Verhält sich ganz so wie der gleichnamige Muskel des vierten Fingers. m. opponens 87. lu. opponens dig. F (Fig. 79 o'). Duges, deuxieme sous-carpo-metacarpien du digitule, u. 92. Dieser Muskel entspringt schmal von der Volarfläche des grossen Carpusknochens und setzt sich, indem er sich ausbreitet, an den lateralen Rand des os metacarpl des kleinen Fingers an, welchen er dem Daumen nähert. ni. abtinctor 88. 1)1. ahductov diu. V jjrinius (Fig. 74 und 75 ah 5). dig. V prim. J J. \ o ) Duges, sous-pyrö-pre-metacarpieu du digitule, u. 93. Entspringt von dem volaren Rande und der lateralen Fläche des OS pyramididc und setzt sich mit dünner Sehne an die Grund- phalanx an. Muski'lu der Hund. 107 89. m. ahduütor di(j. V secundus (Fig. 74 und 75 ab 5'). Duges, sous-pyro-post-metacarpieu du digitule, u. 94. Entspringt vom hinteren Tlieil des os pyraniidale, ist kürzer und setzt sich fleischig an die laterale Seite des os mctacarpi an. in. ab(lnctor tlig.V secun- dus. II. Auf der Dorsalfläche. m. extensor digitorum communis longus (Fig. 76 ed^ m. extensor Fi"- 79 SO Oe^ digitorum -i i-,. I t/, UV7 i, L j. conimums Den Verlauf dieses Muskels s, oben S. 100. lougus. Fig. 80. 90. m. extensor digitorum commiin. hrevis (Fig. 80 e3,e4, e5). Duges, sous-pyro-phalaugettien du III, IV, V, u. 124, 128, 131. Bedeckt vom vorhergehenden entspringt dieser Muskel vom os pgraniidcäe in Verbindung mit dem extensor pollicis und vom grossen os carpi. Der für den dritten Finger bestimmte Theil, sowie der für den vierten Finger entspringen vom os pgraniidcdeund gehen schräg rückwärts und in eine Sehne über, welche an der medialen Seite des betreffenden Fingers bis zur Endphalanx verläuft und sich hier ansetzt. Der für den fünften Fin- ger bestimmte Muskelbauch entspringt vom medialen Vorsprung des grossen OS carpi, ist hier mit dem Ansatz des m. extensor carpi idnaris verbunden und setzt sich in ähnlicher Weise an der Endphalanx des fünften Fingers an. 91. m. ahductor digitl II (i. e. pollicis) longus (Fig. 75 ei\ Fig. 80 ah 2). 111. extensor digitorum communis brcvis. eb2 Muskeln der Rückenfläche der Hand von rana esculenta, 2 mal uat. Gr. II, III, IV, V. zweiter bis fünfter Finger. fa m. flexor antibr. lat. superficial. ec m. extensor carpi ulnaris. ah 2 m, abductor dig. II longus. e 2 \ g 2» i m. extensor dig. II longus. e& 2 m. extensor dig. II brevis. ah 2' m. abductor dig. II brevis. aä2 ra. adductor dig. II e3, e4, e5 m. extensor digitorum com- munis brevis. i' 3, i' 4, i' 5 mm. interossei. m. abductor dig. II (i. e. pollicis) lon- gus. Den Ursprung und Verlauf dieses Muskels am Vorderarm s. oben n. 63. Der Muskel verläuft schräg über das Handgelenk von dem kleinen Finger gegen die Daumenseite und von vorn nach hinten und setzt sich am OS metacarpi des zweiten Fingers (Daumens) an. Die Insertions- 108 Muskulu der Haud. stelle dieses Muskels am os rnetacarpi ist (vergl. oben Seite 55) beim cT in eine Leiste und Spitze ausgezogen und der Muskel selbst bei diesem zur Brunstzeit vergrössert. Er abducirt den Daumen, wodurch dieser beim Umfassen des Weibchens sich in die Brust desselben eindrückt. m. extensor 92. })i. extensov difj/ti II proprius longus (Fig. 80 c 2, c 2'). dig. II pro- ^ "us"* '""" Duges, cubito-radio-sous-phalaugien de l'iudex, n. 96. Dieser Muskel liegt in schräger Richtung auf dem Haudrücken parallel mit und hngerwärts vom m. abdudor digiti II. Er ent- springt mit zwei Köpfen, der eine von der Sehne des flexor aniihr. laf. siiperf. (n. 60) auf dem hinteren Ende des Radius. Diese Sehne bedeckt mit einer patellaartigen Verdickung das liintere Ende die- ses Knochens und schickt drei sehnige Verlängerunoen aus, wovon die eine sich am Ulnarrand des os antihrachii ., die zweite an dem OS navicidure sich befestigt, während die dritte den einen sehnigen Kopf des in Rede stehenden Muskels bildet. Der zweite Kopf ent- springt vom OS pgramidide in Verbindung mit dem extensor dlgi- iorum communis hrevis (n. 90). Beide Köpfe verbinden sich zu einem länglichen Muskel, der in schräger Richtung zum zweiten Finger verläuft und in eine dünne platte Sehne übergeht, welche, nach- dem sie noch Muskelfasern vom os metacarpi aufgenommen hat, an der Kleinfingerseite rückwärts verläuft, um sich an die End- phalanx anzusetzen. 111. extensor 93. M. cxtensor dig. II proprius hrevis (Fig. 80 eh 2). dig.IIpropr. '"'^^'^" Duges, sus-luuo-phalaugettieu de l'iudex, n. 120. Liegt z^^ischen dem vorigen Muskel und . dem ahductor dig. II longus, entspringt vom os navicidare und nimmt Fasern auf, welche vom OS metacarpi II entspringen. Die Sehne verläuft längs der Daumenseite iind setzt sich , mit der des vorhergehenden Muskels convergirend, an die Endphalanx an. m. abductor 94. m. uhductor dig. II hrevis (Fig. 80 ah 2'). dig. II brev. Duges, sus-luuo-metacarpien de l'iudex, n. 88. Entspricht dem ahduct. polJic. hrevis des Menschen, liegt am lateralen Rande der Hand, entspringt vom os navicidare und setzt sich an das os metacarpi II an. Muskeln lU-v Uaiid. 109 95, m. cxtcnsoy d/g. III propn'us. m. extensor ^ ^ dig. III pro- Dupfes, sus-luno-phalaiigcttieu du uiedius, u. 122. pnus. Dieser Muskel eutspringt mit zwei Köpfen von der oberen Fläche des o^^ naviculdre und lunatum. Dieselben fliessen zu einem Muskelbauch zusammen, welcher sich bald verschmälert und in eine Sehne übergeht, die, nachdem sie noch einige von dem os nida- carpi III entspringende Muskelfasern aufgenommen hat, au der late- ralen Hälfte der Rückenfläche dieses Fingers bis zur Endphalanx verläuft, woselbst sie sich ansetzt. 96. m. extensor d in. IV proprius. m. extensor ^ ^ ^ dig. IV pro- Duges, sus-pyro-j)halangettien de l'annulaire, u. 128. prius. Dieser Muskel entspringt ziemlich breit vom os naviculare und lunatum. Die Sehne nimmt Fasern vom os metacarpi IV auf und läuft an der lateralen Hälfte der RückenÜäche dieses Fingers bis zur Mittelphalaux, woselbst sie sich ansetzt. nssei. ni. mm. interOSSei. mm. inter- 97, 98. a. mm. trausversi metacarjji (mihi) (Fig. 79 t,t\ ad 2). Liegen in querer Richtung z^\-ischen den ossa metaearpi. Es sind deren drei; der erste ist der schon beschriebene m. adductor digiti II (n. 73); der zweite ist zwischen den ossa metaearpi des dritten und vierten, der dritte ZNnschen denen des vierten und fünf- ten Fingers ausgespannt. 99, 100, 101. b. mm interossei volares. Als solche kann man vier dünne lange Muskeln betrachten, welche nahe beisammen von der Volarfläche des grossen os carpi entspringen und von da divergirend gegen den zw'eiten und fünften Finger verlaufen. 1. Der erste dieser Muskeln (Fig. 79 fh 2') ist schon oben (unter n. 72) als m. flexor digiti II tertius beschrieben. 2. Der zweite (Fig. 79 / o) geht von der erw^ähnten Ursprungs- stelle an die Volarfläche der Grundphalanx des dritten Fingers. 110 Muskeln der hinteren Extremität. 3. Der dritte (Fig. 79 / 4') geht in derselben Weise an den vierten Finger. 4. Der fünfte (Fig. 79 «5) an den fünften Finger ij. 102 bis 108. c. mm. interossei dorsales. Sie entspringen im Allgemeinen von den ossa metacarpi und setzen sich an die Grundphalanx derselben Fingerseite. 1. Der dritte Finger hat deren zwei, einen auf der Daumenseite (Fig. 80 i' 3) und einen auf der Kleinfingerseite. 2. Der vierte Finger hat deren drei, der dritte (Fig. 80 i' 4) der vom Carpus entspringt, würde vielleicht besser als ein Extensor bezeichnet. 3. Der fünfte Finger hat deren zwei. IV. Muskeln der hinteren Extremität. 1. Muskeln am Oberschenkel. Allgemeine Uebersicht (Fig. 81, 82). a)' Den lateralen Rand des Schenkels nimmt der m. triccps fe- moris ein und erstreckt sich von hier sowohl auf die dorsale als auf die ventrale Seite. Der laterale Eand entspricht dem vorderen des Menschen, da die natürliche Lage des Froschschenkels eine nach auswärts rotirte ist. Dann folgt h) auf der ventralen Seite zunächst am in. vastus internus (vi) der adductor Jongus {ad')., der nicht ganz sichtbar ist, dann der sartorius (s), ein Theil des adductor magnus (ad'") und scliliesslich der redus internus maior {ri')\ ■ c) am medialen Rand liegt der rectus internus minor (ri")\ d) auf der dorsalen Seite liegt zunächst am Rumpf der glutaeus (^/), dem lateralen Rand zunächst liegt der vastus externus (ve), dann folgen der pyriformis und hice2)S (p u. ?>), dann der semimemhranosus (sm), an welchen wieder der redus internus minor (ri") stösst; ^) Ob diese Muskeln mit Recht als interossei bezeichnet werden , lasse ich dahingestellt, sie scheinen vielmehr wie eben, so viele mm. opponentes zu wirken. Muskeln am Oberschenkel. 111 Fig. 81. e) nimmt man den rrrtuf; internus maior weg (vergl. Fig. 83), so sieht man den seniitendinosus (st) und den ganzen Verlauf des addudor lougus und maynus (ad' und ad'")^ sowie den addudor hrc- vis (ad"). Entfernt man den tri- ceps^ so sieht man den iho-psoas ('ip) und unter dem semimemhra- nosus den quadratus (qf) und capsidaris femoris (o g). M u s ]i e 1 n im Einzelnen. A. Auf der Rückenseite. 109. m. (jlutaeus (Fig. 81 gl), m. giutaeus. Duges, ex-ilio-trochanterien. Zenker, glutaeus maior. Der sehnige Ursprung dieses P^ Muskels' befindet sich an der late- ralen Fläche und dem oberen Rand der zwei hinteren Drittheile des Darmbeins. Von da verläuft derselbe lateral - und rückwärts zwischen den Kopf des m. vastus externus (ve) einerseits und dem iJeo- psoas und redus anticus {ra) andererseits und setzt sich hinter dem Gelenkkopf an ein tuherculimi (trodiantcr) des Oberschenkel- knochens an. 110. pyriformis (Fig. 81^). m.pyriform. Cuvier, pyramidal. Duges, coccy- femoral, n. 136. Ein kleiner schmaler Muskel, der von der Spitze des Steissbeins entspringt und schräg lateral- und rückwärts gegen den Schenkel verläuft und sich, hinter dem m. vastus externus und hiceps in die Muskeln des linken Schenkels von lenta, von oben. rana escu' c i m. coccygeo-iliacus. gl m. glutaeus. p m. pyriformis. r a m. rectus anterior. V e m. vastus externus. tr m. trioeps fem. ri" in. rectus internus minor. sm m. semimembranosus 6 m. biceps. 9 m. , gastrocnemius. ta m. , tibialis anticus. pe m. peroneus. 112 Muskeln a m ü b e r s c h e u k e 1. Tiefe dringend, an die mediale Fläche des Oberschenkels, ziendich tief gegen die Bauchtläehe hin, ansetzt, m triceps w. triccps femoris s. extensor cruris communis (Fig. 81). femoris. Duges, pelvi-femoro-rotulieu, u. 145, 146, 147. Ein grosser, starker, aus drei Ursprungstheilen bestehender Muskel, der sich mit einer Sehne an den Unterschenkelknochen ansetzt. Die drei Köpfe sind das capui Jongum oder der redus fe- moris anticus (ra), das capiit externum oder der vastus externus (ve) und das ccqynt intenium oder der vastus internus (vi), von diesen liegt der erstere am lateralen Rand des Schenkels, der zweite auf der Piückenseite, der dritte auf der Bauchseite desselben. 111. a) Dl. rectus femoris anticus (Fig. 81 , 83 ra). Entspringt vom unteren (ventralen) Rande des Darmbeins, etwa in der Mitte der Länge unter dem m. (jlutaeus. Der Muskelbauch geht bald in eine Aponeurose über, welche die beiden anderen Muskelbäuche überzieht und mit deren Sehnen verschmilzt. 112. b) m. vastus externus (Fig. 81 ve). Entspringt von der oberen hinteren Ecke des Darmbeins (Figur 43 iV) hinter dem (jlutaeus., welcher zwischen demselben und dem rectus anterior sich einsenkt. 113. c) m. vastus internus (Fig. 82, 83 vi). . Entspringt von der ganzen unteren und lateralen Wand der Hüftgelenkkapsel , mit welcher die Ursprungssehne sich abtragen lässt und von einem von dieser ausgehenden Seimenstreifen , der von da auf der Schenkeltläche des Muskels herunterlauft (vom Schambein und Schenkelbein , wie anderwärts angegeben , sebe ich keine Fasern abgehen). Nach vorn hin lässt sich der vastus ziem- lich leicht in zwei Köpfe trennen. Die beiden vasti vereinigen sich zu einem gemeinsamen Muskelbauch, an dessen Bildung, wie schon erwähnt, der rectus anticus keinen Antheil nimmt. Dieser gemein- same Muskelbauch geht über dem Kniegelenk in eine Sehne über, die am vorderen Ende des os cruris ohne Vermittelung einer Patella sich befestigt und seitlich sich in die Fascia des Unterschenkels fortsetzt. Muskeln lies ()1)ursclieiikeis. llS 114. uh ilco-fihul ür)i< s. hiceps (Fig. 81 />). m. iieo fibu- laris. Duges, ileo-]»erouieii , u. 14Ü. Zenker, tiexor externus tibiae, S. 42. Ein langer, ziemlich schmaler Muskel, welcher medianwärts und theilweise bedeckt vom ui. vastus externus zwischen diesem und dem semime)nhra)wsus gelagert ist. Derselbe entspringt zwischen ileo- psoas und pijriforniis sehnig vom os ilei über dem Acetal)ulum und hinter dem Ursprung des vastus externus. Von da verläuft der- selbe nach hinten, vom vastus externus durch ein starkes Jlijam. ■intermmculare getrennt. An der medialen Seite dieses Muskels, zwischen ihm und in. semimemhranosus, verlaufen die Schenkelgefässe und der N. iscUiadicus. Im weiteren Verlauf theilt sich derselbe in zwei Theile, w^ovon der eine sich hoch oben an der medialen und unteren Flache des Femur ansetzt. Es ist dies wahrscheinlich der Muskel, w^elchen Klein (1. c. Seite 61) als extensor hrevis beschreibt. Der andere lange Bauch geht am hinteren Theil des Schenkels in eine dünne Sehne über, welche sich in zwei Zacken theilt, von denen die vordere an die Rückenfläche des hinteren Gelenkendes des os fenioris^ die hintere an die Rückenfläche der Tibia ansetzt. Zwischen beiden ist ein lateral wärts concaver Bogen ausgespannt. Dieser An- satz des Biceps ist von der stärkeren Ursprungssehne des in. fjastroc- neniius bedeckt (vergl. Fig. 87). 115. m. semimemhranosus (Fig. 81. 87 s»/). m. scmi- membranos. Duges, sus-ischio-poplite, u. 148. Klein, S. 60, extensor femoris sublimis. Ein auf der dorsalen Fläche des Schenkels medianwärts vom hiceps und pyriformis liegender, ziemlich breiter Muskel, welcher von der hinteren oberen Ecke der Symphysis ossis ilei sehnig entspringt und mit einer platten Sehne, die ziemlich i^lötzlich aus dem starken Muskelbauch hervorgeht, sich auf der dorsalen Seite an die Zwischen- gelenkbänder des Kniegelenks und durch diese an das os cruris an- setzt; die Sehne wird umfasst (Fig. 87) von dem concaven Rand, welchen die Ursprungssehnen des gastrocnemius (s. diesen) bilden. Der Muskel wird (vergl. Fig. 81) etwas hinter seiner Mitte von einem aponeurotischen Septum in schräger Richtung in eine vordere und hintere Hälfte getheilt und reisst, da w^ohl alle Muskelfasern dadurch unterbrochen sind, hier sehr leicht durch. Ecker, Anatomie des Frosches. I. g 114 Bi. sartorius. B. Auf der Bauchseite. m. sartorius. 116. 1)1. Sürtorius (Fig. 82, 83 .9). Duges, sous-ileo-tibial, n. 150. Klein, gracilis. Dieser lange platte Muskel liegt auf der Mitte der Bauchfläche des Schenkels, entspringt sehnig an der unteren vorderen Ecke, welche von der Symphyse der Darmbeine gebildet wird, und breitet sich mit seiner Endsehne hinter dem Kniegelenk in einer Art pes anserinus in die Fascie des Unterschenkels, mit dem semitcndhwsns zugleich ausi). m. rectus intern. maior. 117. m. rectus internus maior (mihi) (Fig. 82 ri', 83 ri). Duges, post-ischio-tibial profond, n. 152. Klein, semimembranosus. Ein breiter, platter, nach vorn und hinten verschmälerter IVIus- kel, welcher die mediale Hälfte der Bauchfläche des Schenkels ein- nimmt und lateralwärts vorn vom addndor magnus ^ hinten vom sartorius^ median wärts vom folgenden Muskel begrenzt wird. Der- selbe entspringt sehnig von der Symphyse der Schambeine, bedeckt in seinem Verlauf den semitendinosus und geht in eine starke Sehne über, welche mit der Sehne des folgenden Muskels verschmelzend, zwischen den Sehnen des sartorius und semitendinosus, welche zu- sammen einen aponeurotischen Bogen bilden, hindurchgeht, um sich mit einer Zacke an eine Hervorragung des os cruris, welche wohl der tuherositas tibiae entspricht, anzusetzen; eine zweite Zacke befestigt sich, unter der Sehne des m. semitendinosus hindurchgehend, auf der oberen Fläche des os cruris. Unter dieser letzteren geht der N. tihialis durch; eine dritte fadenförmige Sehnenzacke geht an den m. semimembranosus. Etwas hinter der Mitte (Fig. 82) ist der Mus- kel von einer inscriptio tendinea durchsetzt, an welcher, wie es scheint, sämmtliche Muskelfasern unterbrochen sind. 1) Der sartoriiis wurde seiner Zeit von Kühne zu seiner Untersuchung ülier die Eudigung der Nerven in den Muskeln und über die Muskelzuckuugeu ohne Betheiliguug der Nerven (Dubois-Reymond's und Reichert's Archiv. 1859. S. 314) benutzt. m. rectus internus minor, 115 118. m. rcctiis internus minor (mihi) (Fig. 81, 82 ri"). m. rectus in tem. minor. Fig. 82. Muskeln des linken Schenkels von rana esculenta von der unteren (Bauch) Seite. s m sartorius. o tl' m. adductor longus. a d" m. adductor brevis. o d'" m. adductor magnus. r i' m. rectus internus maior ri" m. rectus internus mindr. V i m. vastus Internus. g c m. gastrocnemius. e c m. extensor cruris. ta m. tibialis anticus. tp m. tibialis posticus. ft m. flexor tarsi. Duges, post-ischio-tibial super- ficiel, n. 151. Zenker, flexor tibiae magnus. Klein, ischio- tibialis. Dieser schmale , ganz am medialen Rande des Ober- schenkels liegende Muskel ent- springt von einem sehnigen Streifen, der in der Mittel- linie nach hinten mit dem sphinder ani, nach vorn mit dem rectus abdominis verbun- den, längs der Symphyse der Beckenknochen verläuft, und geht nach hinten in eine dünne Sehne über, welche sich mit der des vorhergehenden Mus- kels verbindet. Im Verlaufe am Oberschenkel hängt der- selbe theils durch Gefässe, theils durch Bindegewebebalken mit der Haut zusammen. Die beiden voranstehenden Muskeln, der rectus internus maior^ und minor entsprechen zusammen dem rectus internus oder gracilis des Menschen, der also beim Frosch dojDpelt ist. Dass der zweite, der rectus ' internus minor, demselben ent- spricht, kann wohl nicht be- zweifelt werden; auch Duges betrachtet ihn als ein Analo- gon desselben; dass aber der erstere, der rectus internus maior, nicht dem adductor mag- nus, wie Duges will, und noch weniger dem semimemhranosus, 116 tntn. adductores. wofür ihn Klein hält, entspricht, geht wohl aus der Lage und dem gemeinschaftlichen Ansatz beider zur Genüge hervor. mm. adduc- tores femor. m. adductor lougus. Fig. 83. mm. adductores femoris. 119. 1) m. adductor longus (Fig. 83 ad'). Duges, sous-ileo -femoral, n. 141. Ohne weitere Präparation nur theilweise sichtbar zwischen m. sartorhis und vastus internus (Fig. 82 ad'), entspringt dieser lange, platte Muskel von der vorderen un- teren Ecke der Symphyse der Darm- beine (Osteol. Fig. 43 s), theilweise bedeckt vom Ursprung des sartorius. Von da verläuft der Muskel zwischen vastus internus und adductor »lagmis rückwärts, um sich schliesslich unter- halb der Mitte des Schenkels mit letzterem zu verbinden. m. adductor uiaguus. 120. 2) m. addiictor magnus (Fig. 83, 84 ad'"). Duges, sous-ischio-imbi-lemoral (ad- ductor 1 u. 2), 11. 142, 143. Klein, adductor maguus uud Extensor femoris profundus. In der vorderen Hälfte des Schen- kels zwischen sartorius und rectus in- ternus maior sichtbar, wird derselbe nach hinten von diesen Muskeln be- deckt. Er nimmt sehnig seinen Ur- sprung a) von der Symphysis ossiuui jnibls und ischii, und ist hier in zwei Portionen gespalten, zwischen welclien die Sehne des einen Kopfes des m. semitendinosus (Fig. 84 st") hindurch- tritt; b) eine zweite Portion entspringt von eben dieser Sehne (Fig. 84 st'") und verbindet sich mit der vorhergehenden Portion. Die Fasern des so gebildeten Muskels setzen sich an dem os femoris ziemlich in der hinteren Hälfte desselben bis zum Condylus hin an. Der Muskelu des linken Oberschenkels von raua esculenta , von der Bauchtläche. Die Bauchmuskeln sind entfernt. ip m. ileo- psoas. gl ui. glutueus. s ni. sartorius. r a' m. rectus fem. aiiticus. a d' m. adductor longus. ad'" m, adductor magnus. ri m. rectus int. maior. sf m. semitendinosus. vi m. vastus internus. m. seuiitcudiuosu s. 117 Ansatz findet lianptsäclilicli an der medialen Seite des os femorh statt, gegen das hintere Gelenkende wendet er sich über die Rücken- fläche des Knochens auch auf die laterale Seite und bildet so eine Art INIuskelrohr um das hintere Ende desselben. und 121. 3) m. adductor brevis (Fig. 82, 84 ad") vn. adductor brevis u. in. pectineus. Fig-. 84 ad" 122. 4) ))i. pectineus (Fig. 84 2)e). Duges, sous-pubio- femoral (Analogen des pectineus und vielleicht auch des add. brevis). Diese beiden kurzen Muskeln liegen bedeckt vom sartorius, ad- ductor Jo)if/ns und niaf/nus und stellen äusserlich nur einen Muskel dar, der sich aber (vergl. Fig. 84j leicht in zwei trennen lässt. Beide entspringen neben ein- ander von der Symphyse und setzen sich, ohne sich mit dem adductor magiius zu verbinden, an die mediale Fläche der vor- deren Hälfte des femur an. 123. m. semitendinosus (Fig. 84 st, st\ st"). Duges, bis-ischio-tibial, u. 153. Zenker, biceps. Dieser lange dünne Muskel liegt an der medialen Seite des Schenkels vollkommen be- deckt vom m. rectus internus maior., nach dessen Wegnahme er erst sichtbar ist. Er ent- springt mit zwei langen dün- nen Sehnen, die eine (capid posticum sf) von der Symphy- sis ossis iscJiii, die andere {caput ardicum st") von der Vertiefung zwischen Symphyse und Acetabulum. Diese ver- läuft durch einen Spalt des adductor magnus, dessen Fasern zum Theil von dieser Sehne entspringen, dann zwischen adductor magnus ni. semiten- dinosus. Muskeln des linken Oberschenkels von rana esculenta, tiefe Schicht. Der m. sartorius , rectus anticus , rectus Internus maior und minor, adductor longus sind durch- schnitten. .•" ra s ri' ri ad' st' st" st" st ad' p e ip V i durch- schnitten. m. rectus anticus m. sartorius. ra. rectus internus iriaior, m. rectus internus minor. m. adductor longus. m. semitendinosus (cap. posticum). m. semitendinosus (cap. anticum). m. Fasern, welche von diesem in deu adductor magnus übergehen. Baucli des m. semitendinosus. m. adductor brevis. m. pectineus. m. ileopsoas. m. vastus internus. 118 ^- ileopsoas. und redus internus maior rückwärts und verbindet sich im unteren Drittel des Oberschenkels mit dem hinteren Kopf. Der durch die Verbindung beider entstandene Muskel geht in eine dünne Sehne über, welche mit der des Sartorius zusammen einen aponeurotischen Bogen bildet, unter welchem die Sehne des rectus internus maior und minor hindurchgeht und der mit der Fascia des Unterschenkels zusammenhängt. C. Tiefe S c h e n k e 1 m u s k e 1 n. Zu diesen gehören ausser dem adductor hrcvis pectineus und der vorderen Portion des biceps^ die schon im Vorigen betrachtet wur- den, die folgenden: 111. ileopsoas. 124. m. ileopsoas (Fig. 83, 84, 85 ip). Duges, intra-ileo-femoral {^= iliacus und psoas). Cuviei', Zenker, Klein, iliacus internus. Die Fasern dieses Muskels entspringen breit von der medialen oder Beckenhöhlenfläche des Darmbeins, wenden sich über den un- teren Band dieses Knochens lateral wärts , und bilden einen platten, nach rückwärts zugespitzten Muskel, welcher über das Hüftgelenk, dann zwischen m-, rectus und vastus internus^ die hintere Hälfte des m. glutaeus deckend, verläuft, und sich im mittleren Drittheil des os femoris an dessen laterale Fläche ansetzt. m. quadra- " 125. m. quadratus fcmoris (Flg. 8b qf). tus femor. Duges, post-ileo-femoral (Analogon des glutaeus maximus), u. 137. Zenker, glutaeus minor, S. 42. Ein länglich dreieckiger Muskel, welcher vom Darmbein hinter dem acetahuJuni^ vom pyriformis bedeckt, entspringt, über dem Ge- lenk rückwärts verläuft und sich an der medialen und unteren Fläche des os femoris zwischen pyriformis und ileopsoas ansetzt; er stösst nach unten unmittelbar an den adduäoir hrevis. torius m. ouuia- 126. m. ohturatorius (Fig. 85, 86 og). Duges, iscliio-pubi-fenioral, n. 13!)? Zenker, m. capsularis femoris. Ein kleiner Muskel, welcher ganz in der Tiefe aus dem Hüft- gelenk, bedeckt von allen Muskeln, die von der Symphj^se ent- springen, gelagert ist. Derselbe füllt die Vertiefung zwischen dem Muskflu des Uutcrscheukels. 119 Kamm der Symphyse und dem Acetabulum aus und entspringt von der ersteren, von der hinteren oberen Ecke der sywph. ossis ilei an bis etwa zur IMitte der sijnipJi. o:^^t\'^ puhis; die Fasern laufen convergirend Fio-. 85. : Fijr. 86. Linke Hälfte des Beckeu- güitels und Oberschenkels von rana esculenta; der Schenkel unter den Bauch nach vorn geschlagen. gl m. glutaeus. g m. obturatorius. Tiefe Muskeln der oberen Fläche des linken Oberschenkels von rana esculenta. Der m. vastus extern., rectus anterior, semimembrauosus sind weggenommen. ex Steissbein. il Darmbein. ci m. coccygeo-iliacus. gl m. glutaeus. ij) m. ileopsoas. qf m. quadratus femoris. ad m. adductor brevis. Zwischen diesem und dem vorhergehenden liegt der auf der Figur nicht be- zeichnete m. pyriformis. o g m. obturatorius. von oben nach unten und von unten nach aufwärts, und gehen schliesslich in eine starke Sehne über, welche an die hintere und obere Seite des caput femoris sich ansetzt. — Der Muskel entspricht, wie es scheint , den kleinen . Rollmuskelu , m. ohturator externus und internus und den gemeUis zusammen. • 2. Muskeln am Unterschenkel. Allgemeine Uebersicht. Auf der lateralen Fläche (der vorderen des Menschen ent- sprechend) liegen, bedeckt von der /asc/a cruris., in welche sich die Sehne des extensor communis eruris oder triceps fortsetzt, die folgen- den Muskeln: Zunächst am Knochen der m. extensor eruris brevis (ec), dann in der Pachtung lateralwärts der m. tibialis anticus (ta) und der m. peroneus (jjc). Auf der medialen Fläche (der hinteren 12U m. gast rocuem ins?. m. gaslro- cuemius. Fig. 87. s.m v.e. des Menschen entsprechend) liegen der gastrocnemiiis (gc)m\([ tihlalis posticus {tp) und ganz in der Tiefe der ßexor tarsi sup. (ft ). 127. )iL (justrocnemius (Fig. 81, 82, 87). Diiges, bi-femoro-i?lantaire, n. 159. Dieser den Ph^^siologen vor allen anderen bekannte starke Mus- kel entspringt mit zwei sehnigen Köpfen. Der eine (Fig. 87 g'), mehr in der Mitte der Kniekehle gelegen, ist der hei weitem stärkere und geht aus einer starken, sehnigen Ausbreitung hervor, welche das Kniegelenk von oben deckend, sich mit einem vorderen Bündel an den Femur, mit einem hinteren an das os cruris ansetzt, und medianw^ärts mit einem con- caven aponeurotischen Rande endet; der untere Kopf ist ein dünner Sehnenstrang, der aus der gemeinschaftlichen Sehne des triccps hervorgeht, welche das Kniegelenk überkleidet. Der Muskel ist kurz nach seinem Ursprung am dicksten und ver- schmälert sich allmälig nach hinten; die nach der Haut sehende Fläche desselben ist s;ewölbt, die auf den tiefen Muskeln auf- liegende Fläche platt; beide gehen durch seitliche stumpfe Ränder in einander über. Verfolgt man den Verlauf der Ursprungsseh- nen in den Mus- kel liinein , so sieht man, dass beide conver- giren und bald in eine gemein- schaftliche Seh- nenplatte ülier- gehen , welche nach vorn breit ist. nach liinten Muskeln des rechten Unters cheukels und Fusses von rana esculeuta, von der oberen Fläche. r i rectus internus maior u. minor. st ni. semitendiuosus. sni ni. semimembranosuö. ve ni. vastus extemus. vi m. vastus internus. 6 m. biceps. g ui. gastroenrmius, etwas nach rechts abgezogen. g' in. Ursprungssehne desselben. tA Endsehne (tendo Acliillis). i A' Fibrose Verdickung dieser. Ap ai'oneurosis plantaris. FV liexor digitorum I und II longus. tp ni. tibialis posticus. Je ligamentum calcanei. Fl' flexor digitorum III, IV, V longus. p m. plantaris. et m. extensor tarsi. aflni. abductor longus digiti I. ah m. abductor hallucis. 111. tibialis ])()siicuF!. 121 sich zuspitzt und in einer schräg von der platten gegen die ge- wölbte Fläche des Muskels gerichteten Ebene verläuft, ohne jedoch die letztere zu erreichen. Von den beiden Flächen dieser Sehnen- platte entspringen die Muskelfasern unter spitzen , nach hinten offenen Winkeln. Die äussere Fläche des Muskels ist von einer starken Sehnenhaut umkleidet, welche nach hinten allmälig noch stärker wird und schliesslich in die Achillessehne übergeht. Auf die innere Fläche dieser Sehnenhaut und weiterhin an die aus dieser hervorgehende Endsehne inseriren sich die aus der vorerwähnten Sehnenplatte , welche ungefähr am hinteren Ende des zweiten Drit- tels des ^luskels endet, entspringenden ^Muskelfasern. An der Ferse zeigt die Achillessehne eine fibröse Verdickung und geht dann in die aponeurosis plantaris {Ai)) über, welche unten näher beschrieben werden soll. 128. m. tihiaJis posticus (Fig. 87 ip). m. tibiaiis posticus. Duges, cruro-astragalien, n. 160. Dieser Muskel ist von dem gastrocnemius bedeckt und nimmt, nach hinten an Dicke zunehmend, die ganze mediale und obere Fläche des os cruris ein, von welcher er mit zahlreichen Fasern entspringt. Erst gegen das hintere Gelenkende des genannten Kno- chens wird er frei und geht ziemlich plötzlich in eine Sehne über, die in einer Rinne hinter und über dem malleohis internus ver- laufend, sich auf den Fussrücken w^endet und hier am vorderen Ge- lenkende des astragalus sich ansetzt. ' Der Deutung dieses Muskels als soleus durch Duges kann ich nicht beipflichten. 129. m. extensor cruris hrevis (Fig. 88 ec). m. extensor cruris brev. Duges, pre - femoro - tibial , n. 154. Von der starken fascia cruris bedeckt, liegt dieser Muskel zwi- schen dem m. tibialis anticus und dem Unterschenkelknochen; seine lange Ursprungssehne ist am medialen Condylus des Oberschenkel- knochens befestigt und verläuft von da in der rinnenförmigen Ver- tiefung des vorderen Gelenkendes des os cruris und bedeckt von der Sehne des triceps femoris nach rückwärts, um in einen Muskel überzugehen, welcher sich an die laterale (vordere) Fläche des eben genannten Knochens bis gegen das hintere Drittheil desselben ansetzt- (Duges bezeichnet diesen Muskel als oberen d. i. vorderen Theil des tib. anticus). 122 m. tibialis auticus. Fisr. m. tib. ant. 130. fH. t i h i uH s (Diticus (Fig. 81, 82, 88 ia). Duges, pre-femoro-astragalieu und pre - femoro - calcauien , n. 156 und 157; den ersteren hält er für einen Tbeil des tib. auticus» den letzteren für den peroneus lateralis I. Zenker, tib. ant. biceps. Wie der vorige von der fascia cruris bedeckt, entspringt dieser Mnskel mit einer langen Sehne, die neben der des vorhergehenden liegt, von dem Oberschenkelknochen und den Zwischengelenkbändern. Die- selbe verläuft unter der Söhne des triceps in einer besonderen Scheide durch das Gelenk und geht nach hin- ten in den Muskelbauch über, welcher sich in der Mitte des Unterschenkels in zwei Bäuche spaltet, wovon der eine der medialen, der andere der latera- len Seite des Unterschenkels näher verläuft. Die Sehne des ersteren setzt sich an dieE,ückenfiächedesas^n). Vom lifj. calcanei seinen Ursprung neh- mend, an der medialen und Fusssohlen- seite des vorigen , verläuft dieser Muskel rückwärts und setzt sich an die Rücken- fläche der Aponeurosis plantaris an.. Muskeln lies rechten Unterschenkels und Kusses von rana esculenta, von der oberen Fläclie. ri m. rectus internus niaior und minor. st in. semitendinosus. sm m. semimembranosus. ve m. vastus externus. vi ni. vastus internus. ?) m. biceps. g m. gastrocnemius, etwas nach rechts abiJTezogen. g' Ursprungssehne desselben. tA Endsehne (tendo Achillis). t A' Fibröse Venlickung dieser. Ap Aponeurosis plantaris. Fl' flexor digitorum I u. II longus. tj} m. tibialis posticus. Ic ligamentum calcanei. Fl flexor digitorum III, IV, V longus. }) m. plantaris. et m. extensor tarsi. all m. abductor longus digiti I. ah m. abductor hallucis. ^Fuskelu am Fasse. 125 Fig. 90. t.A. Muskeln der Plantarfläche des Fusses von rana esoulenta, zweimal natürliche Grösse. Ic ligamentum calcanei, mit den von demselben entspringenden Muskeln, von dem os cruris abgelöst und nach links herüber gelegt. m. extensor tarsi. m. plantari-. Achillessehne, abgeschnitten und nach links darüber gelegt. tA' Verdickung derselben. A.pAp Aponeurosis plantaris, durchschnitten und nach beiden Seiten zurückgelegt, m. flexor digitorum III, IV, V longus, am Ur- sprung vom lig. calcanei durchselinitten und nach rechts gelegt. Die Sehneu an den drei Fingern sind mit demselben Buchstaben be- zeichnet. m. transversus plantae posterior, m. transversus plantae anterior. a(J7l m. adiluctor longus digiti I. abb m. adductor dig. V. Fb m. flexor l,revis dig. V. adb m. adductor dig. V. ll, 12, m. Vi', li', li'', In musculi lumbricales. et P tA Fl tp tp' 137. 1)1. flexor di aitor um m.öexor du •' "^ gitorum III, III., IV, V longus (w?7it) iv, v long. (Fig. 89, 80 Fl). D u g e s , peroneo - sous - phalau- gettien (flexor dig. loiigus). Auch dieser Muskel nimmt seinen Ursprung vom ligamen- tum calcanei und zwar lateral- wärts vom vorigen. Er ver- läuft über der aponeurosis lilantaris nach hinten und geht gegen den freien Rand dieser ziemlich plötzlich in eine starke Sehne über, wel- che durch einen aponeuroti- schen Canal hindurchgeht. Dieser entsteht dadurch, dass Fasern der Aponeurose, so- wohl über als unter dem Mus- kel von dem bei ersterer er- wähnten Sehnenknorpel, wo sie festsitzen, zum medialen Rand der Aponeurose sich begeben. Die Sehne spaltet sich alsbald in drei, für die fünfte, vierte und dritte Zehe, welche unter dem hinteren freien Rand der Aponeurose, an denselben etwas befestigt, hervortreten und sich, durch Sehnenscheiden festgehalten, zur Endphalanx der drei ge- nannten Zehen begeben, an welche sie sich ansetzen. (Die den Lumbricalmuskeln ent- sprechenden kleinen Muskeln, welche von diesen Sehnen entspringen, sollen mit denen 126 Muskeln am Fusse. der übrigen Zehen weiter unten im Zusammenhang abgehandelt werden.) m. flexor 138. 9)1. flexoT digitoru))i /, II Jongiis (mihi) (Fig. 89, Sus!'" 20 Fl'). Die Sehnen , welche die Endphalanx der ersten und zweiten Zehe beugen , also den Sehnen des eben genannten Muskels ent- sprechen, entspringen direct vom hinteren Rand der Aponeurose. mra. trans- 139, 140. lum. transvcTsi pJantae {mihi) (Fig. 90 tp, tp'). versi plant. Auf die Bewegung der Aponeurose und mittelbar der mit dieser durch Sehnen verbundenen Zehen influiren nicht nur der m. ßctstro- cnemius und plantaris , sondern noch zwei weitere Muskeln , die man zusammen als flexor dig. longus internus (Klein) oder als tarso-sous- phaJangettien (Duges 22 Ij beschrieben hat. a) m. transversus plantae posterior {tp). Entspringt von dem Fusssohlenknorpel , verläuft von da, sich ausbreitend, rück- und medianwärts und senkt sich in die Rücken- fiäche der aponeurosis plantaris ein. Da wo sich derselbe ansetzt, entspringen die Sehnen für die erste und zweite Zehe [flexor tp' longus I und II) , ein directer Uebergang der Muskelfasern des ersteren in die letzteren findet nicht statt. b) m. transversus plantae anterior (tp'). Liegt, vom vorigen Muskel bedeckt, etwas weiter nach vorn, ent- springt vom Calcaneus und setzt sich medianwärts vom vorigen in die Rückenfläche der iVponeurose fest. Auch dieser Muskel setzt sich nicht direct in die Sehnen der Zehenbeuger fort und man kann daher beide wohl nicht als Flexoren der Zehen bezeichnen, wenn sie auch mittelbar wohl entschieden diese Wirkung haben. Musculi 141 bis 149. Musculi lumbricales (Fig. 90 l 1 — 5). lumbricales. A. Von der aponeurosis plantaris und zwar von deren hinterem Rande entspringen : 1) m. Inmhricalis digiti 1(1 1). Duges, teudini-sous-phalaugieu du pouce, n. 185. Setzt sich am vorderen Gelenkende der Grundphalanx au. Muskeln am Fusse. 127 2) w. Jumhricalis digiti II (l 2). Duges, teuclini-sous-plial. du I. doigt, n. 186 (u, 187. Nach D. doppelt. Ansatz der gleiche. 3 \i. 4) mm. lumbricales digiti III (/ 3). Duges, tendini-sous-phal. du III doigt, n. 188 (nach D. nur einfach). Der eine (/ 3) setzt sich an das vordere Gelenkende der Grundphalanx, der andere (7 3') an die gleiche Stelle der Mittel- phalanx. 5) m. htmbricalis digiti /F (/ 4). Duges, tendini-sous-phal. du. IV doigt. Ansatz: das vordere Gelenkende der Grundphalanx. B. Yon den Sehnen des flexor Jongus III, IV, V entspringen : 6) u. 7) mm. lumbricales digiti IV (I 4' u. / 4"). Duges, tendini-sous-phalanginien du IV doigt, u. 201, 202. Der eine (? 4') setzt sich an das hintere Ende der Grundphalanx, der zweite (l 4") an die gleiche Stelle der zweiten Phalanx. 8) ni. lumbricaUs digiti V (l 5). Duges, tendini-sous-phalanginien du V doigt, n. 203. Entspringt mit an der Sehne für die fünfte Zehe, läuft mit dünner Sehne nehen der des Flexor rückwärts und setzt sich an die Mittelphalanx an. Besondere Muskeln der einzelnen Zehen. I. Muskeln des Grosszehenrudiments. ^ 150. m abdiictor Jiallucis (Fig. 91, 89 ah). m- ai.ductor ^ ^ hallucis. Entspringt vom medialen Rand der aponeurosis plantaris, gerade da, wo der m. plantaris sich inserirt, so dass er fast als Fortsetzung dieses Muskels betrachtet werden kann, und setzt sich an den vor- deren Rand der rudimentären Zehe. 128 Muskelu am Fasse. IL Muskel des Grosszehenrudiments und der ersten Zehe. m. adductor 151. tii. cidductor Jougus äigiti /(Fig. 90, 91 adl \). long. lüg. I. Duges calcaneo-scaphoidien, n. 164. Dieser starke Muskel nimmt seinen Ursprung von der Plantar- fläche des calcaneus und astragalus; seine Fasern convergiren gegen eine in der Mitte liegende Sehne, welche am hinteren Ende des Muskels frei wird und unter einem Viyamentum tarsi transversum hindurch in einer Rinne am hinteren Gelenkende des astragalus in einem Bogen mediauwärts sich wendet, um sich an das os navicu- lare^ welches das Grosszehenrudiment und das os mbiatarsi I trägt, anzusetzen. III. Muskeln der ersten Zehe. m. abductor 152. m. ahductoY Jongus digiti I (Fig. 89 all, Fig. 91 1 iiigusdig.I. ah 1). Nimmt seinen Ursprung vom medialen Ilantl der aponenrosis plantaris und liegt an der Sohlenfläche des ahdudor ludlücis. Seine Sehne verläuft in der Aushöhlung, welche das Grosszehenrudiment nach der Fusssohle hin bildet und setzt sich an die mediale Seite des OS metatarsi I. m. flexnr 153. ni. flexoT hfevis digiti I (Fig. 91 fh 1). lirevisdig. I. Duges, sous-metatarso-phalangieu du I doigt, u. 193. Ein kleiner dünner Muskel, der vom vorderen Gelenkende des OS metatarsi II entspringt und sich an die Grundphalanx der ersten Zehe ansetzt. Diesen kleinen Muskel, in welchem die Nervenver- breitung ziemlich vollkommen übersehen werden kann, möchte ich, sowie auch den m. JumhricaJ. dig. V (7 5, Fig. 90) zur weiteren mikroskopischen Untersuchung empfehlen. m.oppouens 154. m. opponcHS dig. I (Fig. 91 op). digiti I. Duges, sous-metatarso-phalaugien du pouce, n. 192. Entsteht median wärts vom vorigen, vom os metatarsi II ziemlich schmal, breitet sich fächerförmig gegen das os metatarsi I aus, an dessen vorderer Hälfte er sich ansetzt. Muskelu der Zehen. 129 IV. Muskeln der zweiten Zehe. 155. m. fJexor metatarsi äig. II (Fig. 91 Fm 2). Duges, sous-tarso-metatai'sien du II doigt, u. 173. Klein, extensor metatarsi. Fio-. 91. 111. flexor metatarsi dig. II. a.b.i Muskeln der Plantarfläche des Fusses von rana esculenta, tiete Schicht, 2 mal natiirl. Grösse. ah m. abductor hallucis. adl\ m. adductor lonf^us digiti I. n ft 1 m. abductor longus digiti I. op m. opponeus digiti I. Fm2, 3, 4 m. flexores metatarsi II, III, IV. im' \ im" l mm. transversi metatarsi 1, 2, 3. tin'"] Fb\ m. flexor brevis digiti I. «65 m. abductor digiti V. Fp 2, 3, 4, 5 mm. tlexor. proprii digit. 2, 3, 4, 6. Fp}i 3, 4, 4', 5 mm. flexor. phalang. dig. y, 4, .5. Ecker, Auatomie des Frosches. I. Entspringt schmal vom hinteren Ende des calcaneus, wird nach hin- ten hreiter und setzt sich in ziem- licher Ausdehnung an die Plantar- fläche des zweiten os metatarsi an. 156. m. flexor dig. II proprius m flexor (Fig. 91 Fp2). dig.iiprop. D u g e s , sous - metatarso -phalaug-ieu, n. 194. Entspringt von der Plantarfläche des OS metatarsi II und setzt sich mit dünner Sehne an die Plantar- fläche der ersten Phalanx. Duges bezeichnet diesen und die analogen Muskeln der dritten, vierten und fünften Zehe (Fj) 3, 4, 5) als die interossei plantares, eine Bezeichnung, die mir nicht richtig scheint, da diese Muskeln ganz auf der Plantarfläche liegen und die Zehen nicht an- oder ab- ziehen, sondern beugen. V. Muskeln der dritten Zehe. m. flexor metatarsi . T dig. III. 157. m.flex. metatarsi dig. III (mihi) (Fig. 91 Fm 3). Duges, sous- calcaneo - metatar sieu du III doigt, n. 174. Klein, extensor metatarsi. Entspringt, wie der entsprechende Muskel der zweiten Zehe (n. 155), mit schmaler Sehne vom hinteren Gelenkende des calcaneus^ verläuft 9 130 Muskeln der Zehen. rückwärts und setzt sich an die Plantarfläche des os metatarsi III an. Der grösste Theil des Muskels liegt unter dem m. transversus m. fiexor dis III propriiis. m. fiexor plialangum prupriiis aig. ITI. Fig. 92. ra>i metatarsi (tm), der vorderste Theil über demselben. Diesen letzteren Theil hat Duges als besonderen Muskel (n. nß^metatarso-metatarsien du III) beschrieben; das Gleiche gilt für die zweite Zehe (n. 177, Duges). 158. m. fiexor dig. III proprius (mihi) (Fig. 92 F^) 3). Duges, soiis - metatarso - phalangien du III doigt, n. 195. Verhält sich wie der gleiche Muskel der zweiten Zehe, ent- springt von der Plantarfläche des OS metatarsi III und setzt sich mit dünner Sehne an die Plantarfläche des vorderen Gelenkendes der er- sten Phalanx an. 159. m. fiexor plialangum proprius digiti III (mihi) (Fig. 92 F.ph 3). Duges, phalango-phalanginien, n. 204. Dieser kleine Muskel entspringt muskulös von der Plantarfläche der Grundphalanx und setzt sich mit einer Sehne an das vordere Gelenk- ende der Grundj)halanx an. m. flexor metatarsi dig. IV. VI. Muskeln der vierten Zehe. 160. tu. fiexor metatarsi dig. IV (Fig. 92 Fm 4). Duges, metatarso-metatarsien, n. 175. Entspringt wie der entsprechende Muskel der dritten Zehe vom hinteren Gelenkende des calcaneus und setzt sich an den vor- deren Theil der Plantarfläche des os metatarsi IV, nicht an den grössten Theil desselben, wie beim zweiten und dritten os metatarsi. Muskeln der Zehen. 131 161. m. fleior dig. IV proprius (Fig. 92 Fp i). m. Aexor dig. IV Duges, sous-metatarso-phalangien du IV doigt (interosseus plantaris), P'''^i"''"ä. n. 196. Ursprung und Ansatz wie bei dem gleichen Muskel der zweiten und dritten Zehe. 162. m. fJexor hrevis dig. IV. m Aexor brev. dig. IV. Ein kleiner Muskel, welcher zugleich mit dem »m. flexor hrevis der fünften Zehe von dem bei der nponeurosis plantaris erwähnten Knorpel in der Fusssohle entspringt und sich an die Grundphalanx der vierten Zehe ansetzt. 163. »k flexor phalangum proprius dig. IV anterior m. Aexor phalaiigum (Fig. 92 F. ph i). proprius ^ "-^ -^ ' anterior . . dig. IV. Duges, phalango - phalangimen, n. 205. Verhält sich wie der entsprechende Muskel der dritten Zehe. 164. m. flexor phalangum proprius posterior (Fig. 92 m. aexor _ 7 .,x phalangum J^ . P ll 4 ). proprius post. dig. IV. Duges, phalangiuo-plialangettien, n. 209. Von der Plantarfläche der zweiten Phalanx zum vorderen Gelenk- ende der dritten. VII. Muskeln der kleinen Zehe. 165. m. ahductor dig. V (Fig. 92 ab 5). m adductor dig. V. Duges, calcaneo-ex-metatarsien du digitule, n. 169. Entspringt vom hinteren Gelenkende des calcaneus und setzt sich an die laterale Fläche des os metatarsi V. 166. m. adductor dig. F (Fig. 90 «(/ 5). m. adductor dig. V. Duges, sous-tarso-in-phalangien, n. 191. Entspringt vom Fusssohlenknorpel und inserirt sich am hinteren Gelenkende des os metatarsi. 167. m. flexor hrevis dig. F Fig. 90 J" 5). m. Aexor brev. dig. V. Duges, sous-tarso-ex-phalangien, n. 190. Von derselben Stelle wie der vorhergehende an die Grund- phalanx. ♦ 9* 132 Muskeln der Zehen, m. flexnr 168. lu. flexoT di(j. V proprius (Fig. 92 Fp b). dig. V. prop. (Analogen der Muskeln n. 15G, 158, 161; s. die Bemerkung bei n. 156). Duges, sous-metatarso-phalangien, 197 {= inteross. plant.). Entspringt von der Plantarfläclie und medialen Fläche des os metatarsi und setzt sich an die Grundphalanx an. m. flexor 169. 1)1. flexor plialangum proptius (Fig. 92 F.phb}. phalaneum proprius. Duges, phalango - phalanginien , n. 206. Ursprung und Ansatz wie heim gleichen Muskel der zweiten, dritten und vierten Zehe, n. 1.59, 163, 164, 169. mm. inter- 170 — 172. Z wischeu knochcumuskeln, mm. interossei ossei. (Fig. 92 tm). Duges, 1. 2. vmd 3. intermetatarsien, n. 170, 171, 172. Drei mit ihren Fasern querverlaufende Muskeln, welche den vorderen Theil des Zwischenraums zwischen den ossa metatarsi ein- nehmen und diese einander nähern. Der erste [tm') entspringt von der Kante der Plantarfläche des ersten os metatarsi und setzt sich an die gleiche Stelle des zweiten, der zweite (tin") geht von da an das dritte, der dritte {tm'") von da an das fünfte. B. Muskeln der Dorsal fläche, m. flexor 173, m. flexor tarsi posterior (mihi) (Fig. 93 Ft). tarsi post. "^ ^ \ / v o / Duges, peroneo-sus-astragal, n. 161 (dem herabgestiegenen peron. ant. verglichen). Ein ziemlich starker Muskel, der schmal von der lateralen Seite der tihia unmittelhar üher dem hinteren Gelenkende entspringt und sich an die dorsale Fläche des astragaltis von der Mitte his zu sei- nem hinteren Gelenkende ansetzt. Muskeln der ersten Zehe, m. extensor 174. w. cxtensor longus dig. I (Fig. 93 el 1). long. dig. I. Duges, calcaneo -sus-metatarsien du pouce, n. 166 (einem Theile des pediaeus verglichen). Liegt lateralwärts neben dem vorigen und entspringt mit einem langen starken Kopf von der Mitte des calcaneus. Dieser läuft scliräg nacli hinten und medianwärts und verbindet sich mit einem Muskelu der Zehen. 13;^ Fig. 93. kurzen Kopf, welcher gemeinschaftlich mit dem m. extensor diy. II von der gemeinschaftlichen Epiphyse des talus und calcaneus ent- springt. Der aus diesen beiden entstandene Muskel geht in eine platte Sehne über, welche sich an die Grundphalanx der ersten Zehe befestigt. 175. m. extensor hrevis m. extensor d ig. I (Fig. 93 eh l). "--«dig.i. Ein kleiner, kurzer Mus- kel, welcher vom o.s navi- ciilare entspringt und sich an die Hückenfläche des ersten os metatarsi ansetzt. 176. tn. ah du et or hrevis m. abductor diy. /(Fig. 83 ah 1). breviscug.i. Duges, ex-tarso-metatar- sien du pouce, n. 168. Ein kleiner, neben dem vorigen gelegener Muskel, welcher sich vom ersten Knochen des Grosszehen- rudiments an die mediale Seite des ersten os metatarsi ansetzt. Muskeln der zweiten Zehe. 177. m. extensor dig. Hm. extensor long US {Fig. 93 el 2). lig.niong. Duges, calcaneo-sus-pha- laugien du II doigt, n. 182. Entspringt gemeinschaft- lich mit dem di. extensor longus der dritten Zehe vom calcaneus und befestigt sich mit seiner Sehne an der Grundphalanx der zweiten Zehe. Muskeln der Dorsalfläche des Fusses von rana esculenta, 2 mal natürliclie Grösse. m. flexor tasi posterior. m. extensor longus dig. L . m. extensor brevis dig. I. Ft eil «51 a6 1 m. abductor brevis dig. I. e!2 eb2 elZ eh-i eli e64 eb4' el6 e65 i 2 extensor longus dig. II. m. extensor brevis dig. II. ni. extensor. longus dig. III. ni. extensor brevis dig. III. extensor longus dig. IV. extensor bievis 1 dig. IV. extensor brevis 2 dig. IV. extensor longus dig. V. extensor brevis dig. V. bis 10 mm. interossei. m. ra. m. m m. 134 Muskeln der Zehen, m. extensor 178. 1)1. extcnsoT di(j. Ilhfevis (Fig. 93 eh 2). dig. II. brev, Duges, astragalo - svis -plialaugien du II, n. 183. Ist theilweise vom vorhergehenden bedeckt, entspringt vom astragalus und verbindet sich mit der Sehne des vorhergehenden. Muskeln der dritten Zehe, m. extensor 179. w. extensoT dig. III longus (Fig. 93 el 3). dig. III long. Duges, sus - astragalo - phalanginien du medius, n. 199. Entspringt mit dem extensor longus der zweiten Zehe vom cal- caneus, seine Sehne verbindet sich mit der des folgenden Muskels. m. extensor 180. M. ßxtensor difi. III hrevis (Fig. 93 eh 3). dig. III ^ V ö y '^^^'®' Duges, astragalo- sus-phalangien du medius, n. 181. Entspringt vom astragiüus und setzt sich mit der Sehne des vorhergehenden Muskels auf der Rückenfläche der Grundphalanx an. Muskeln der vierten Zehe, m. extensor 181. m. exteusor longus dig. IV (Fig. 93 el 4). "^' ' Duges, peroneo- sus-phalangien du IV, n. 178. Ein schmales Bündel, das gemeinschaftlich mit dem flexor tarsi inf. entspringt und von der lateralen Seite desselben abgeht. Das- selbe setzt sich in die Sehnenhaut auf dem Rücken der Zehe an. mm. exteii- 182. mm. extensofcs dig. IV hreves (Fig. 93 eh 4 und ei 4'). soresdig. IV ^^^'•'^^- Duges, calcaneo - sus - phalaugien und sus - calcaneo - phalanginien, n. 179 und 198. Diese beiden kleinen Muskeln entspringen vom calcaneiis, der eine setzt sich an die Grundphalanx, der andere geht mit langer dünner Sehne neben der Sehne des betreffenden m. interosseus bis zur zweiten Phalanx, an welche er sich befestigt. Muskeln der fünften Zehe, m. extensor 183. m. cxtcHsor dig. V longus (Fig. 93 el 5). dig. V long. Duges, calcaneo -sus -metatarsien, u. 165. Ein starker Muskel, welcher fast die ganze Länge des calcaneus bedeckt, nahe dem vorderen Gelenkende desselben entspringt (von dem m. extensor longus dig. 7), auf der lateralen Seite des Fuss- ^Muskeln der Zeben. 135 rückens rückwärts verläuft und sich an die laterale Fläche des os metatarsi V ansetzt. 184. m. extensor diy. V hrevis (Fig. Oo rh 5). Duges, calcaneo-sus-phalangien tlu V, n. 18ü. Ein langer dünner Muskel, der mit dem vorigen verbunden vom calc«U(U(s entspringt und sich an die Grundphalanx der fünften Zehe befestigt. 185. m. abductor dig. V hrevis (Fig. 93 i 10). Es ist eigentlich der letzte »i. intrrosseus und entspringt von der Fig. 93. lateralen Seite des füntten OS metatarsi, um sich mit dün- ner Sehne auf derselben Seite an das hintere Gelenk- ende der zweiten Phalanx der fünften Zehe anzusetzen. 186 bis 195. Zwischen- knochenmuskeln,wMW.m- teross ei dorsales (Fig. 93 i 1 bis 10). Erste Zehe. 1) Das Analogon des er- sten m. interosseus ist der m. adductor hrevis dig. I(cib !)• 2) Der zweite m. inter- osseus («'2) entspringt von der lateralen Seite des os metatarsi I und befestigt sich an die laterale Seite der zweiten Phalanx dersel- ben Zehe dorsalwärts vom m. opponens nndßexor hre- vis dig. I. Zweite Zehe. 3) Der dritte m. inter- osseus (iS) entspringt von der lateralen Seite des ersten m. extensor dig. V. brev. ni. abductor dig. V. brev. Zwischen- knochen- niuekelu, mm. inter- ossei dorsal. 136 Muskeln der Zeheu. OS metatarsi stanz vorn mit dünner Sehne und setzt sich mit einer Fiff. 94. Muskeln der Dorsalflache des Fu?3es von rana esculenta, 2 mal natürliche Grösse. flexor tarsi posterior. extensor lougus dig. I. extensor brevis dig. I. abductor brevis dig. I. extensor longus dig. II. extensor brevis dig. II. extensor longus dig. III. extensor brevis dig. III. extensor longus dig. IV. extensor brevis 1 dig. iV. extensor brevis 2 dig. IV. extensor longus dig. V. extensor brevis dig. V. 10 mm. interossei. Ft m. eil m. eb\ m. ahl m. el2 ni. ebi in. eis m. ebS m. eli m. ebi m ebi ni. elb m. ebb m. i 2 bis ehen solchen an die zweite Zehe an und zwar an die mediale Fläche der zweiten Phalanx. 4) Der vierte m. iiiter- osseus{'i 4:) entspringt von der lateralen Seite des zwei- ten OS metatarsi und setzt sich an derselben Zehe an die laterale Seite der zwei- ten Phalanx an. Dritte Zehe. 5) Der fünfte ni. inter- osseus entspringt von der lateralen Seite des os meta- tarsi der zweiten Zehe und setzt sich mit dünner Sehne an derselben Zehe, an die mediale Fläche der zweiten Phalanx an. 6) Der sechste ent- springt von der lateralen Seite des os metatarsi III und setzt sich mit dünner Sehne seitlich am hinteren Gelenkende der zweiten Phalanx der gleichen Zehe an. Vierte Zehe. 7) Der siebente m. i»- terosseus (i7) entspringt mit dünner Sehne vom hin- teren Gelenkende desastra- yalus und fleischig vom hinteren Gelenkende des os metatarsi /Fund setzt sich Muskeln der Haut. 137 mit dünner Sehne an die mediale Fläclie der zweiten Phalanx der- selben Zehe an. 8) Der achte ni. interosseus («8) nimmt seinen Ursprung von der lateralen Seite des vierten os wetatarsi und der medialen des fünften und setzt sich an der vierten Zehe am hinteren Gelenkende der zweiten Phalanx an. Fünfte Zehe. 9} Der neunte m. interosseus (i9) entsteht von der medialen Seite des fünften os metatarsi und inserirt sich am hinteren Gelenk- ende der zweiten Phalanx derselben Zehe. 10) Der zehnte nt. interosseus ist der schon beschriebene abductor digiti V brevis (Fig. 93 i 10). Denken wir uns die vierte Zehe als den Mittelpunkt der Bewe- gungen, so ziehen der erste, dritte, fünfte, siebente, achte und zehnte m. interosseus von einer Linie ab, welche wir uns in der Längsachse dieser Zehe gezogen denken, der zweite, vierte, sechste und neunte ziehen gegen diese Linie hin. Wir könnten daher die ersteren, die Verhcältnisse beim Menschen (wo die zweite Zehe diesen Mittelpunkt bildet) zum Ausgangspunkt nehmend, als m. interossei dorsales, die letzteren als plantares bezeichnen. Duges bezeichnet alle diese i7^ter- ossei (den ersten oder abductor brevis dig. I rechnet er nicht dazu) als mm. interossei dorsales {metatarso-sus-plialangetiiens n. 210, 211, 212, 213, 214, 215, 216, 218, 219). Als interossei volares bezeichnet er die von mir als flexores proprii digitorum aufgeführten Muskeln. V. 3Iuskeln der Haut. 196. m. cutaneus pectoris (Fig. 95 cp). m. cutaneus pectoris. Duges, abdomino- guttural, n. 53. Klein, abdomino - cutaneus. Zenker, subcutaneus pectoris. Ein länglich -viereckiger Muskel, welcher mit seinem hinteren Piande zu beiden Seiten der Knorpelscheibe des Sternum an der oberen Fläche der Aponeurose des m. obliquus externus befestigt ist. Von da verläuft er vor- und etwas weniges lateralwärts und setzt sich unter einem sehr spitzen Winkel an die Haut an. Von 9** 138 ]M u s k e ] u der Haut. vorn her setzt sich m gleicher Linie mit dem Muskel an dieser Stelle eine Bindegewebelamelle an, so dass zwischen dieser, dem Yia; 95. Muskel und den tieferen Muskeln ein dreieckiger Raum übrig bleibt. Ueber diesen Muskel, der seiner Dünne und Durch- sichtigkeit wegen zur Un- tersuchung der Nervenver- zweigung besonders geeig- net ist, vergleiche man insbesondere Kölliker, mikroskp. Ana^ tomie II. 1. S. 247. Brustgegend von raua esculenta. -p, . , i.Ar"ii i * i* Die Haut (Ä) quer durchsclmitten, nach vorn umgelegt iteiChert, Muiler S ArChlV. und durch einen Haken bei (*) befestigt. opi o nn rn i t cp m. cutaneus pectoris. 1851. O. 29, lab. 1. 2)'" port. abdominalis des m. pectoralis. Kölliker, Untersuchungen über die letzten Endigungen der Nerven in den Muskeln des Frosches. Leipzi Engelmann. 1862. m. cutaneus dorsi. 197. m. cutaneus dorsi (Fig. 96 cd). Fig. 96. Hinterer Theil des Rückens und des linken Sclienkels von rana esculenta, die Haut m der Mittellinie durchschnitten und nach links herübergelegt. ex Steissbein. gl m. gliuacus. sm m. seminiembrauosus. t' e m. vastus externus. rf m. rectus femoris anterior. oe m. ol)liquus ext. H Haut, nach links cd ni. cutaneus dorsi. gelegt. Duges, pubio-dorso-cutaue, u. 56. Zenker, cutaneus iliacus. Dieser Muskel kommt schmal aus der Tiefe der Rinne, welche sich zwischen den Muskeln des Bauches und des Oberschenkels befindet und hängt hier mit den Fascien zusammen, welche sich an der Symphyse der Becken- knochen befestigen, tritt an der lateralen Seite der vorderen In- sertion des m. rectus femoris anticus median - und aufwärts, breitet sich fächerförmig aus und setzt sich mit strahlig divergirenden Fasern an die innere Fläche der Haut am hinteren Theil des Rückens an. Muskeln der Iluiit. 139 198. )i(. coccygeo-cutaneHS. m. cocygeo- cutaiieus. Duges, coccy-dorso cutaueus, u. 57. Die Muskelfasern, welche Duges unter diesem Namen besclirie- ben hat, liegen bedeckt vom ni. pyriformis^ hinter dem coccygeo- iliacHS etc. über den Mastdarmmuskeln. Sie entspringen vom hin- teren Ende des Steissbeins, hängen, wie es scheint, immer mit den Mastdarmmuskeln (wovon beim Darmcanal die Kede sein wird) zu- sammen, verlaufen (^uer lateralwärts und hängen hier mit der Haut zusammen. Zu den Hautmuskeln kann man auch noch vielleicht den m. suhmaxillaris nehmen. Die von den Sehnen der Zehenbeuger an warzenförmige Körper der Sohlenfläche der Zehen ab- gehenden Sehnenfäden*) werden wohl besser mit jenen bei der Haut abgehandelt. *j Vergl. Klein 1. c. S. 72. Verlag* von Friedrich Vieweg* und Sohn in Braunsehweig. Die W i r b e 1 1 h i c r e Europas. Vou Graf A. Keyserling- und Prof. J. H. Blasius. Erstes Buch: Die uiiterseheideuden Charaktere. gv. 8. geh. Preis 7 M. H e r p e t o 1 o g i a E u r o p a e a. Eiiie systematische Bearbeitung der Amphibien und Reptilien, welche bisher in Europa aufgefunden sind. Von Dr. E. Schreiber, Director an der Oberrealschule zu Görz. Mit Holzsticlien. gr. 8. geh. Preis 18 Ji EiitAvicldimgsgeschiclite des Hunde -Eies. Von Th. Ludw. Wilh. Bischoff, Doctor der Medicin und Philosophie, ordentlichem Professor der Medicin und Director des anatomischen und physiologischen Institutes an der Universität Giessen, Mitglied der Kaiserl. König]. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, der Küiiigl. medicinisclien Gesellschaft zu Kopenhagen, der Kaiserl. Leopold. Academie der Naturforscher, der medicinisch - chiiiirgisohen Gesellschaft und der Gesellschaft für Geburtshülfe zu Berlin, der naturforschenden Gesellschaft zu Halle, der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Heidelljerg, der Senkenbergischen naturforschen- den Gesellschaft zu Frankfurt a. M. und des Mannheimer Vereins für Naturkunde. Mit 15 Steintafeln, gr. 4. geh. Preis 15 Jk Eiitwicklimg-sgescliiclite des Kaninchen-Eies. Von Th. Ludw. Wilh. Bischoff, Doctor der Medicin und Philosophie, ordentlichem Professor der Medicin und Director des anatomischen und physiologischen Institutes an der Universität Giessen, Mitglied der Kaiserl. Künigl. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, der Königl. Medicinischen Gesellschaft zu Kopenhagen, der Kaiserl. Leopold. Academie der Naturforscher, der medicinisch - chirurgischen Gesellschaft und der Gesellschaft für Geburtshülfe zu Berlin, der naturforschenden Gesellschaft zu Halle, der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Heidelberg, der Senkenbergischen naturforsclien- den Gesellschaft zu Frankfurt a. M. und des Mannheimer Vereins für Naturkunde. Gekrönte Preissch.rift, ausgesetzt von der physikalisch -mathematischen Klasse der Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften im Jahre 1840. Mit 16 Steintafeln, gr. 4. geh. Preis 18 Jk Untersuchungen über die Entwicklung und den Körperbau der Krokodile von Heinrich Rathke, Doctor der Philosophie, Medicin und Chirurgie, Königl. Preussischem Medicinalrathe und Professor, Director des zoologischen Museums und der anatomischen Anstalt zu Königsberg, Kitter des Annen-, des Wladimir- und des rothen Adler -Ordens. Herausgegeben von Wilhelm v. Wittich, Professor der Physiologie an der Universität Königsberg. Mit 10 hthographirten Tafehi in Farbendruck. 4. geh. Preis 12 Ji Verlag von Friedrich Vieweg und Solm in Bramiscliweig. Die thierischen Gesellschaften. Eine vergleichend -psychologische Untersuchung von Alfred Espinas, Docteur fes Lettres. Nach der vielfacli erweiterten zweiten Auflage unter Mitwirkung des Verfassers deutsch herausgegeben von W. Schloesser. Autorisirte Ausgabe, gr. 8. geh. Preis 10 M. H. Thomas Huxley's in Amerika gehaltene wissenschaftliche Vorträge, nehst einer Vorlesung über das Studium der Biologie. Autorisirte deutsche Ausgabe von Dr. J. W. Spengel. Zweite unveränderte Auflage. Mit Holzsticheu. gr. 8. geh. Preis 3 M Zeugnisse für die Stellung des Menschen in der Natur. Drei Abhandlungen: Ueber die Naturgeschichte der menschenähnhchen Affen. — Ueber die Beziehungen des Menschen zu den nächstniederen Thieren. — Ueber einige fossile nienschUche Ueberreste. Von Thomas Henry Huxley. Aus dem EngHschen übersetzt von J. "Victoi* Cai'xis. Mit Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 3 Jk Das Insekt. Naturwissenschaftliche Beobachtungen und Reflexionen über das Wesen und Treiben der Insekteuwelt. Von J. Michelet. Mit einem Vorwort von Professor J. H. Blasilis. 8. geh. Preis 4 M. 50 x^ Lehrbuch der Zoologie ■für Landwirthschaftsschulen uud Anstalten verwandten Charakters so- wie auch für den Gebrauch des praktischen Landwirthes von Dr. phil. H. Emil Fleischer, Oberlehrer am Königlichen Realgymnasium und der mit diesem verbundenen Landwirth- Bchaftsschule zu Döbeln. Mit 435 Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 7 M Verlag- von Friedrich Yieweg imd Solm iii Braimseliweig. Lehrbuch der Zoologie für Gymnasien, Realgymnasien, Real- und Höhere Bürgerschulen, land- wirthschaftliche Lehranstalten etc. sowie zum Selbstunterrichte von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome, Rektor der Höheren Bürgerschule der Stadt Köln. Fünfte verbesserte Auflage. Mit 680 Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 3 JL Die F II 11 c t i o n e 11 des Gehirnes von Prof. David Ferner, M. D., F. R. S. Autorisirte deutsehe Ausgabe. Uebersetzt von Dr. Heinrich Obersteiner, Privatdocent an der Wiener Universität. Mit 68 Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 8 JL Die Loealisation der Hirnerkranlamgen von Prof. David Ferner, M. D., F. R. S. Autorisirte deutsehe Ausgabe. Uebersetzt von Dr. R. H. Pierson, praktischer Arzt in Dresden. Mit 62 Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 4 JL Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen. Von Dr. J. H e n 1 e , Professor der Anatomie in Göttingen. Erster Band. Erste Abtheilung. Dritte Auflage: Knochenlehre. Mit 288 Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 4 M. 50 4 Zweite Abtheilung. Zweite Auflage: Bänderlehre. Mit» zahlreichen mehrfarbigen Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 4 M. Dritte Abtheilung. Zweite Auflage: Muskellehre. Mit 159 mehr- farbigen Holzsticheu. gr. 8. geh. Preis 7 M. Zweiter Band: Eingeweidelehre. Zweite Auflage. Mit zahlreichen mehr- farbigen Holzstichen. In drei Lieferungen, gr. 8. geh. Preis 27 Jk Dritter Band. Erste Abtheiluug: Gefässlehre. Zweite verbesserte Auflage. Mit zahlreichen mehrfarbigen Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 13 Ji ZAveite Abtheilung: Nervenlehre. Zweite verbesserte Auflage. Mit zahlreichen Holzsticheu. arr. 8. geh. Preis 2?> M. Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn in Braunschweig. Die medicinische Physik. Von Adolf Fick, Professor der Physiologie in Würzburg. Dritte umgearbeitete Auflage. Mit 135 Holzstichen, gr. 8. geh. Preis 8 A Physiologische Methodik. Ein Handbuch der praktischen Physiologie von Dr. Richard Gscheidlen, Professor an der Universität zu Breslau. Mit Holzstichen, gr. 8. geh. 1. bis 4. Lieferung. Preis 24 M. 40 4 Anatomischer Hand-Atlas zum Gebrauch im Secirsaal von Dr. J. Henle, Professor der Anatomie in Göttingen, gr. 8. geh. Erstes Heft: Kuocheulelire. Zweite Auflage. Preis 2 JH>. Zweites Heft: Bänderlehre. Zweite Auflage. Zweiter Abdruck. Preis 1 M. 60 ^ Drittes Heft: Muskellehre. Zweite Auflage. Preis 3 M Viertes Heft: Gefasslehre. Zweiter Abdruck. Preis 3 M. Fünftes Heft: Nerveulehre. Preis 4 Jk Sechstes Heft: Eingeweidelehre. Preis 5 M. 20 4 Grundriss der Anatomie des Menschen. Von Dr. J. Henle, Professor der Anatomie in Göttingen. Zweite verbesserte Auflage. Nebst einem Atlas von 286 Tafeln, zum Theil in Farbendx'uck. gr. 8. geh. Preis mit Atlas 20 Jd. Handbuch der topographischen Anatomie. Zum Gebraucli für Aerzte von Dr. Fr. Merkel, Professor der Anatomie in Göttingen. Erster Band. Mit zahlreichen mehrfarbigen Holzstichen, gr. 8. geh. Erste und zweite Lieferung. Preis 18 Ji,. A. ECKER'S UiND Pv. WIEDERSHEIM'S ANATOMIE DES PEOSCHBS AUF GRUND EIGENER UNTERSUCHUNGEN DURCHAUS NEU BEARBEITET VON Dr. ernst GAUPP A. O. PROFESSOR UND PROSECTOR AM VERGLEICHEND ANATOOTSCHEN INSTITUT ZU FREIBL'RG IM BREISGAU ZWEITE ABTHEILUNG LEHRE VOM NERVEN- UND GEFÄSSSYSTE3I MIT 146 ZUM THEIL MEHEFAEBIGEN IN DEN TEXT EINGEDKUCKTEN ABBILDUNGEN ZWEITE AUFLAGE BRAUNSCHWEIG DRUCK UND VERLAG VON FRIEDRICH VIEWEG UND SOHN 18 9 9 Alle Rechte, namentlich dasjenige der Uebersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. n VORWORT ZU DER ZWEITE^^ ABTHEILUxNG. JUer 11 uiimehr vollendet vorliegenden zweiten Abtheilung der „Anatomie des P'rosches" möchte ich einige kurze Bemerkungen vorausschicken. Auch bei diesem zweiten Theile habe ich in erster Linie die Ergebnisse meiner eigenen Untersuchung der Schilderung zu Grunde gelegt, natürlich nach gewissenhafter Prüfung früherer Angaben und Vergleich derselben mit den eigenen Resultaten. Nur an wenigen Stellen musste ich aus äusseren Gründen von einer Nachuntersuchung absehen und beschränkte mich darauf, die Angaben Anderer, unter Nennung der Gewährsmänner, zu referiren. — Das Bestreben, die anatomischen Thatsachen in ihrer functionellen, wie in ihrer ver- gleichend-morphologischen Bedeutung zu betrachten, wird man auch in diesem Theile nicht vermissen, so hoffe ich, dass die Erörterung der Kreislauf Verhältnisse nicht ganz unwillkommen sei und vielleicht auch zu einer erneuten Inangriffnahme des durchaus noch nicht ganz klaren Problemes anrege. Auch die verschiedentlich eingeschalteten historischen Excurse dürften Manchem erwünscht sein. Die Abbildungen sind in der Mehrzahl von mir selbst gezeichnet; nur einige der Schnittbilder vom centralen Nervensystem (Mittel-, Zwischen-, Endhirn) entstammen der kunstgeübten Hand von Herrn M. H. Ferrars, dem ich auch an dieser Stelle dafür herzlich danke. Besonders hervorheben möchte ich noch, dass eine Anzahl der Ab- bildungen, die das periphere Nerven- und Gefässsystem betreffen, nicht nach einem einzigen Object abgezeichnet, sondern nach den Befunden an mehreren Präparaten combinirt wurden. Das war schlechterdings nicht zu vermeiden, wo es sich um kleine Gebiete handelte, die, Millimeter für Millimeter, in mühsamer Präparation mit der Lupe durchgearbeitet werden mussten. Indem ich häufig für die VI Vorwort zu der zweiten Abtheilung. Darstellung (z. B. an den Extremitäten) gleiche Umrisse wählte, wie sie im „Muskelsystem" Verwendung gefunden hatten, wollte ich auch äusserlich keinen Zweifel über die Art, wie die betrefiende Zeichnung gewonnen war, lassen. Selbstverständlich ist, dass ich in erster Linie das Interesse systematischer Darstellung im Auge hatte, und diesem zu Liebe musste hin und wieder die normale topographische An- ordnung der Theile alterirt werden. Zu den einzelnen Capiteln habe ich nur wenig zu bemerken. Das centrale Nervensystem wurde auf Schnittserien untersucht, die theils mit Hämatoxylin - Eosin , theils nach Weigert-Pal gefärbt waren. Hinsichtlich der feineren Details des histologischen Baues habe ich mich an die Darstellungen von P. Bamon y Cajal, Sala u. A. ge- halten. Einige neuere Arbeiten, so die von Botazzi, konnte ich nicht erlangen; die Abhandlung von Athias erschien leider zu spät, um noch Verwerthung finden zu können. Manches musste auch fort- bleiben, weil die Bücksicht auf das Ganze schliesslich eine gewisse Beschränkung nöthig machte (so die Arbeiten über die Structur der Nervenzellen in den Spinalganglien von Holl, Huber, Disse u. A.). Auf Grund ähnlicher Erwägungen musste auch darauf verzichtet werden, besondere Abbildungen, betreffend die feinere Structur des centralen Nervensystems, beizufügen. — Bei der Präparation des peripheren Nervensystems leistete die Behandlung mit Osmiumsäure zur Darstellung der markhaltigen Nerven gute Dienste. — Das Gefäss- systera wurde mit verschiedenen Mitteln injicirt; Schellacklösungen verschiedener Dicke möchte ich als besonders bequem empfehlen. Für das Yenensystem genügt oft die natürliche Füllung mit Blut, wie sie sich am todt-chloroformirten Thiere findet. Durch besondere Lagerung, Aufhängen des Thieres u. s. w. lässt sich die Blutansamm- lung in bestimmten Theilen begünstigen; Ueberführen in Formalin bringt den hihalt der Gefasse zur Gerinnung. Auch bei der Unter- suchung des Lymphsystems leistet der natürliche Inhalt in geronnenem Zustande oft werthvoUe Hülfe beim Feststellen der Ausdehnung eines Raumes, Auffinden von Communicationsöff'nungen u. s. w.; Aufblasen ist ebenfalls ein altes und bequemes Mittel für den gleichen Zweck, das zudem besser vor Zerreissungen schützt, als Injectionen. Das Auffinden von feinen Communicationsöfinungen in den dünnen und im frischen Zustande durchscheinenden, glänzenden Membranen kann durch Behandlung mit Alcohol absolutus, event. unter Zusatz dünner Jodlösung, erleichtert werden. Verfeinerte Methoden werden gerade Vorwort zu der zweiten Abtheilung. VII auf dem Gebiete des Lympligefässsystemes noch Manches feststellen können, was ich unentschieden lassen musste, um mich nicht zu sehr ins Einzelne zu verlieren und um die Fertigstellung dieses Theiles, die schon lange genug auf sich warten Hess, nicht noch ins Un- absehbare zu verzögern. Ueberhaupt weiss ich selbst am besten, dass eine specielle Durch- arbeitung manches Capitels noch Lücken finden und Irrthümer auf- decken wird, aber es wäre der Sache wenig gedient, wenn ich über dem Einzelnen die Förderung des Ganzen aus dem Auge verlöre. Auch liegt es in der Natur des Gegenstandes und seiner bisherigen Behandlung, dass es noch geraume Zeit dauern wird, ehe sich eine einigermaassen abschliessende Darstellung des Nerven- und Gefäss- systemes wird geben lassen. Denen, die specielle Capitel aufs Neue durcharbeiten werden, hoffe ich wenigstens eine brauchbare Basis geliefert zu haben. Für die freundliche Beurtheilung, die der erste Theil dieser Neu- bearbeitung gefunden, möchte ich hiermit den herzlichsten Dank aus- sprechen; möge die gleiche Nachsicht auch dem vorliegenden Ab- schnitt zu Theil werden. Den Herren Professoren E ding er in Frankfurt a. M., v. Lenhossek in Tübingen und Nicolas in Nancy danke ich noch besonders für freundliche Unterstützung mit Literatur. Frei bürg i. B., den 3. Juni 1899. Ernst (jaupp. INHALT DER ZWEITEN ABTHEILUNG. Lehre vom Nervensystem und vom Gefässsystem. III. Lehre vom Nervensystem. Seite I. Das centrale Nervensystem 3 A. DasRückenmark 3 1. Aeusseres Verhalten des Rückenmarkes. a) Allgemeine Form und Topographie 3 b) Oberflächenrelief des Rückenmarkes r^ '0 c) Die Wurzeln der Spinalnerven 6 d) Allgemeine Betrachtung des Rückenmarkes 7 2. Der Bau des Rückenmarkes. a) Massenvertheilung im Rückenmark 8 b) Feinster Bau des Rückenmarkes 10 1. Epithel und Xeurogliagerüst 10 2. Graue Substanz II 3. Weisse Substanz 15 4. Die Nervenwurzeln 19 5. Leitungsbahnen. Zusammenfassung 19 B. Das Gehirn 22 1. Allgemeine Uebersicht. a) Eintheilung des Gehirns. Form und Grenzen der einzelnen Abschnitte 22 b) Die Austrittsstellen der Gehirnnerveu 25 c) Topographie des Gehirns 26 2. Die einzelnen Abschnitte des Gehirns. 1. Myelencephalon (Medulla oblongata) 27 Bau der Medulla oblongata 29 a) Massenanordnung in der Medulla oblongata 29 b) Die einzelnen Bestandtheile der Medulla oblongata . . 34 2. Metencephalon und 3. Isthmus rhombencephali (Cerebellum, Velum medulläre anterius, Regio subcerebellaris, Eminentia interpeduncularis) 41 Bau des Metencephalon und des Isthmus rhombencephali . 42 4. Mesencephalon (Lobi optici s. Corpora quadrigemina ante- riora. Pedunculi cerebri) 50 Bau des Mesencephalon 52 a) Ventriculus mesencephali 52 b) Massenanordnung im Mittelhirn im Allgemeinen ... 55 c) Epithel des Mittelhirnventrikels 5ti d) Hau des Mittelhirndaches 56 e) Bau der Pedunculi cerebri 63 f) Verbindungen des Mittelhirns 67 5. Diencephalon 68 Bau des Diencephalon 74 a) Ventriculus diencephali. Wandungen desselben ... 75 b) Allgemeine Massenanordnung im Zwischenhirn ... 79 c) Epithel 80 d) Zellige Innenschicht (ceutr. Grau) des Zwischenhirns 80 X Inhalt der zweiten Abtheiluno:. Seite e) Zellarme Aussenschicht des Zwischenhirns 84 f) Markhaltige Fasermassen des Zwischenhirns .... 87 g) Anhangsgebilde des Zwischenhirns {13 h) Verbindungen des Zwischenhirns 96 6. Telencephalon (Hemisphaeria und Lobi olfactorii) 97 Bau des Telencephalon 100 a) Ventriculus telencephali 101 b) Epithel des Telencephalon 103 c) Bau des Hemispliärium 104 d) Bau des Lobus oltactorius 1U9 61 Faserzüge des Telencephalon 113 f) Verbindungen des Telencephalon 117 3. Ursprungsverhältnisse der Gehirnnerven 118 C. Hüllen des Centralnervensystems 123 II. Das periphere Nervensystem 128 A. Gehirnnerven 128 I. N. olfactorius 128 IL N. opticus 128 III. N. oculomotorius 129 IV. K trochlearis 131 V. N. trigeminus '. . .■ 131 VI. N. abducens 142 VII. X. facialis 143 VIII. N. acusticus 149 IX. X. XL N. glossopharyngeus, X. vagus, N. accessorius . . . 149 IX. N. glossopharyngeus 150 X. X. vagus 1D3 XL N. accessorius 156 B. Rückenmarksnerven 156 Wurzeln der Spinaluerven. — Spinalganglien. — Aeste der Spinal- nerven. — Varietäten an den Spinalnerven 156 A. Rami dorsales 159 B. Rami ventrales 163 1. Kurze Aeste der Rami ventrales 164 2. Lange Aeste der Rami ventrales 166 I. N. hypoglossus 166 IL Plexus brachialis 167 III. Nervi abdominales 187 IV. Plexus lumbo-sacralis 191 V. Plexus iscbio-coccygeus 210 IIL Das sympathische Nervensystem 214 Feinerer Bau des Sympathicus. Beziehung desselben zum Cerebro- spiual-Nervensystem 215 1. Grenzstrang (Truncus sympathicus) 217 2. Rami communicantes 222 3. Periphere Verzweigungen und periphere Ganglien des Sympathicus 225 A. Selbständige Aeste des Grenzstranges 225 B. Sympathicuselemente im Verlaufe cerebrospinaler Nerven . . . 226 C. Periphere Ganglien des Sympathicus 227 Literatur zur ersten Hälfte der zweiten Abtheilung 228 IV. Lehre vom Gefässsystem. Allgemeine Uebersicht über das Circulationssystem 237 Geformte Elemente des Blutes 240 Blutbildung 243 ÖAM .. J. .-u^ A. ECKER'S UND R. WIEDERSHEIM'S ÄtOMIE DES PEOSCHES AUF GEUND EIGENER UNTERSUCHUNGEN DURCHAUS NEU BEARBEITET VON De. ernst GAUPP A. O. PROFESSOR UND PKOSECTOR AM VERGLEICHEND ANATOMISCHEN INSTITUT ZU FREIBÜRG IM BREISGAU ZWEITE ABTHEILUNG ERSTE HÄLFTE LEHRE VOM NERVENSYSTEM MIT 62 ZUM THEIL MEHRFARBIGEN IN DEN TEXT EINGEDRUCKTEN ABBILDUNGEN ZWEITE AUFLAGE BRAUNSCHWEIG DRUCK UND VERLAG VON FRIEDRICH VIEWEG UND SOHN 1897 ANKÜNDIGUNG. Die vorliegende erste Hälfte der zweiten Abtheilung der Anatomie des Frosches, die das Nervensystem enthält, hat eine noch vollkommenere Neugestaltung gegenüber der früheren Auflage er- fahren, als das bei der ersten Abtheilung der Fall war. Es ist jetzt der Versuch gemacht, das gesammte Central -Nervensystem auch in seinem feineren Aufbau, mit seinen Leitungsbahnen u. s. w. zu schildern, theils auf Grund älterer und neuerer Arbeiten, von Eeissner bis P. Ramön, theils auf Grund eigener Untersuchungen des Verfassers. Dabei ist besonders darauf Rücksicht genommen, für neue Forschungen auf diesem Gebiete, die an vielen Punkten sehr nöthig sind, eine brauchbare Basis zu liefern. Diesem Zwecke dient auch eine grössere Anzahl Abbildungen von Schnitten durch das Rückenmark und Gehirn. Auf dem Gebiete des peripheren Nervensystems wurde die frühere Schilderung, in der die Hauptsachen bereits richtig dargestellt waren, ergänzt und vervollkommnet. Das gesammte pex'iphere Nervensystem wurde von Neuem aufs Genaueste durchpräparirt und durch neue Ab- bildungen illustrirt. Die allgemein morphologisch und vergleichend anatomisch wichtigen Ergebnisse moderner Forschungen wurden be- rücksichtigt, und damit auch dieser Theil über das Niveau einer rein descriptiven Anatomie zu heben gesucht. Dass eine derartige Durch- arbeitung langwierige Untersuchungen nöthig macht, liegt auf der Hand, und der lange Zeitraum, der seit dem Erscheinen der ersten Abtheilung verflossen ist, findet darin wohl genügende Entschuldigung. Die zweite Hälfte dieser Abtheilung (Circulations-System) soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erscheinen. Durch Anfügung des Litteraturverzeichnisses ist aber schon jetzt der vorliegenden ersten Hälfte der Charakter eines geschlossenen Ganzen verliehen. INHALT DER ZWEITEN ABTHEILÜNGI. Lehre vom Nervensystera und vom Gefässsystem. Seite m. Lehre vom Nervensystem. I. Das centrale Nervensystem 3 A. Das Rückenmark 3 1. Aeusseres Verhalten des Rückenmarkes. a) Allgemeine Form und Topographie 3 b) Oberflächenrelief des Rückenmarkes 5 c) Die Wurzeln der Spinalnerven 6 d) Allgemeine Betrachtung des Rückenmarkes 7 2.- Der Bau des Rückenmarkes. a) Massenvertheilung im Rückenmark 8 b) Feinster Bau des Rückenmarkes 10 1. Epithel und Neurogliagerüst 10 2. Graue Substanz 11 3. Weisse Substanz 15 4. Die Nervenwurzeln 19 5. Leitungsbahneu. Zusammenfassung 19 B. Das Gehirn 22 1. Allgemeine Uebersicht. a) Eintheilung des Gehirns. Form und Grenzen der einzelnen Abschnitte 22 b) Die Austrittsstellen der Gehirnnerven 25 c) Topographie des Gehirns 2G 2. Die einzelnen Abschnitte des Gehirns. 1. Myelencephalon (MeduUa oblongata) ... 27 Bau der Medulla oblongata 29 a) Massenanordnung in der Medulla oblongata .... 29 b) Die einzelnen Bestandtheile der Medulla oblongata . 34 2. Metencephalon und 3. Isthmus rhombencephali (Cerebellum, \'elum medulläre anterius, Regio subcerebellaris, Eminentia interpeduncularis) 41 Bau des Metencephalon und des Isthmus rhombencephali . 42 4. Mesencephalon (Lobi optici s. Corpora quadrigemina aute- riora. Pedunculi cerebri) 50 Bau des Mesencephalon 52 a) Ventriculus mesencephali 52 b) Massenanordnung im Mittelhirn im Allgemeinen . . 55 c) Epithel des Mittelhirnventrikels 56 d) Bau des Mittelhirndaches 56 e) Bau des Pedunculi cerebri 63 f) Verbindungen des Mittelhirns 67 5. Diencephalon 68 Bau des Diencephalon 74 a) Ventriculus diencephali. Wandungen desselben . . 75 b) Allgemeine Massenanordnung im Zwischenhirn . . 79 \ II Inhalt iler zweiten Abtheilung. Seite c) Epithel 80 d) Zellige Innenschicht Ccentr. Grau) des Zwischenhirns 80 e) Zellarme Aussenschicht des Zwischenhirns 84. f) Markhaltige Fasermassen des Zwischenhirns .... 87 g) Anhangsgebilde des Zwischenhirns 93 h) Vei'binduugen des Zwischenhirus 96 6. Telencephalon (Hemisphaeria und Lobi olfactorii) 97 Bau des Telencephalon 100 a) Veutriculus telencephali 101 b) Epithel des Telencephalon 103 c) Bau des Hemisphäiium 104 d) Bau des Lobus oltactorius 109 e) Faser züge des Telencephalon .113 f) Verbindungen des Telencephalon 117 3. ürsprungsverhältnisse der Gehirnnerven 118 C. Hüllen des Centralnervensystems 123 II. Das periphere Xervensystem 128 A. Gehirnnerven 128 I. N. oltactorius 128 II. N. opticus 128 III. N. oculomotorius 129 rV. N. trochlearis 131 V. N. trigeminus 131 VI. N. abducens 142 VII. N. facialis 143 VIII. N. acusticus 149 IX. X. XI. N. glossopharyngeus, N. vagus, N. accessorius .... 149 IX. N. glossopharyngeus 150 X. N. vagus 153 XI. N. accessorius 156 B. Rückenmarksnerven 156 Wurzeln der Spinalnerven. — Spinalganglien. — Aeste der Spinal- nerven. • — Varietäten an den Spinalnerven 156 A. Rami dorsales 159 B. Rami ventrales 163 1. Kurze Aeste der Rami ventrales 164 2. Lange Aeste der Rami ventrales 166 I. N. hypoglossus 166 II. Plexus brachialis 167 III. Nervi abdominales 187 IV. Plexus lumbo-sacralis 191 V. Plexus ischio-coccygeus 210 III. Das sympathische Nervensystem 214 Feinerer Bau des Sympathicus. Beziehung desselben zum Cerebro- spinal-Nervensystem 215 1. Grenzstrang (Truncus sympathicus) 217 2. "Rami communicantes 222 3. Periphere Verzweigungen und periphere Ganglien des Sympathicus 225 A. Selbständige Aeste des Grenzstranges 225 B. Sympathicuselemente im Verlaufe cerebrospinaler Nerven . . . 226 C Periphere Ganglien des Sympathicus 227 L i t e r a t u r z u r z vv e i t e n A b t h e i 1 u n g 22^ m. LEHRE VOM NERVENSYSTEM. Ecker-Gau pp, Anatomie des Frosches, II. OAN 6 mb 111. Lehre vom Nervensystem. I. Das centrale Nervensystem. I A. Das Rückenmark. 1. Aeusseres Verhalten des Rückenmarkes, a) Allgemeine Form vind Topographie. (Fig. 1.) Das Rückenmark des Frosches ist durch Kürze und Gedrungen- i. Aeusseres Tmi • r> • 1 Verhalten halt ausgezeichnet und lässt die lendenz zu einer Goncentration nach desRücken- markes. dem Gehirn hin erkennen. Dies zeigt sich zunächst an dem Ueber- a) Aiige- ^ meiue 1 orm gange in die MedulJa ohlongata. Es ist nämlich der N. spincdis I aus- gra^,jfie^°" gefallen, und der N. spinalis 11^ der somit den ersten vorhandenen Spinalnerven repräsentirt , ist so weit nach vorn gerückt, dass seine dorsale Wurzel bereits in der Höhe des hinteren Winkels des Ven- triciüus (ptartus austritt. Dadurch wird die Grenze des Rückenmarkes gegen die MeduTla ohlongata völlig verwischt. Hinten findet der nervenabgebende Theil des Rückenmarkes bereits am siebenten Wirbel sein Ende und es folgt nur noch ein Filum terminale, das den "■^ reducirten Schwanztheil des Rückenmarkes repräsentirt. Das Rückenmark ist dorso-ventral abgeflacht und lässt mehrere, durch ungleiches Kaliber von einander unterschiedene Abschnitte erkennen. Wie bei allen Wirbelthieren, bei denen die Extremitäten- muskeln gegenüber den Rumpfmuskeln prävaliren, besitzt es auch beim Frosch zwei Anschwellungen, die den Abgangsstellen der Extremitätennerven entsprechen. Die Intumescentia anterior s. cervicalis ist die kürzere, aber stärkere, überhaupt die stärkste Stelle des Rückenmarkes; von ihr entspringen der N. spinalis III und IV, ihre dickste Partie entspricht der Abgangsstelle des N. spi- 1* Rückenmark. Supra scapula N. spin. III nalis III, der den Hauptantheil an der Bildung des Plexus brachiaUs besitzt. Die Intumescentia posterior s. lumbalis ist schwächer, aber länger; von ihr entspringen der N. spinalis VIII, IX, X, ihre dickste Stelle entspricht dem Abgang des N. spinalis IX. Vor der vorderen Anschwellung ist das Rückenmark etwas eingeschnürt und geht dann vorn in die verbreiterte Medulla ohlongata über. Vom ven- tralen Umfange des eingeschnürten Verbindungsstückes entspringen die ventralen Wurzelbündel des N. spi- nalis II, dessen dorsale Wurzel, wie schon gesagt, etwas weiter vorn, vom Anfangstheil der Medulla ohlon- gata, austritt. Zwischen beiden An- schwellungen liegt die verschmälerte Pars thoracalis (P. media Reiss- ner), an der sich trotz ihrer Kürze doch die Ursprünge von drei Spinal- nerven zusammendrängen: die des N. spinalis V, VI und VII. Hinter der Intumescentia limibalis verjüngt sich das Rückenmark sehr bedeu- tend und bildet sich zuspitzend den Conus medullaris, von dem, in kurzer Entfernung hinter dem A^. spi- nalis X, der N. spinalis XI ent- springt. Hinter diesem geht der Conus medtdlaris schliesslich über in das Filum terminale, das in den Canalis coccygeus eintritt und in diesem, etwa in der Mitte der Steissbeinlänge, aufhört. Hin und wieder ist noch ein iV. spinalis XII vorhanden, der vom Filum terminale entspringt. Wo man die Grenzen des Conus medullaris und des Filum terminale an- nimmt, ist ziemlich willkürlich. Die Maassangaben der einzelnen Autoren zeigen denn auch, dass diese Grenzen sehr verschieden angenommen worden sind. Wenn oben der Anfang des Filum terminale dicht hinter den N. spinalis XI gesetzt ist, so folge ich darin Kölliker, der am Filum terminale einen oberen Theil, vom siebenten Wirbel bis zum Steissbein reichend, und einen unteren, im Steiss- bein eingeschlosseueu, unterscheidet. Topographie des Central -Nervensystems. Scliematisch. Rückenmark. 5 Tupographie. Im larvaleu Leben reicht das Rückenmark bis in die Nähe Topo- des Endes der Schwanzwirbelsiiule ; später wird der Schwanztheil auf das Filuni ^"^^^ '®' terminale reducirt, und der vordere Theil des Rücken mai'kes bleibt im Wachs- thum hinter der Wirbelsäule zurück, so dass eine scheinbare Verschiebung dieser vorderen Theile des Rückenmarkes nach vorn hin eintritt. Die Topographie beim erwachsenen Frosch ergiebt sich danach wie folgt (s. Fig. 1). Die Abgangsstelle des zweiten Spinaluerven liegt auf dem hinteren Theile des Körpers des ersten Wirbels, die Intiiwcscentia cerv icalis auf dem zweiten und dritten Wirbelkörper, so dass ihre dickste Stelle, die durch den Abgang des dritten Spinalnerven bezeichnet ist, der Grenze zwischen zweitem und drittem Wirbel entspricht. Die Pars media erstreckt sich nur über den vierten Wirbel, während die Intumcscentia Inmhalisi sich über den fünften und sechsten Wirbel hinzieht. Die Abgangsstelle des zehnten Spinalnerven, hinter dem sich das Rückenmark zum Conus mcdidlaris verjüngt, entspricht dem vorderen Theile des siebenten Wirbels. In einiger Entfernung hinter dem zehnten Spinalnerven entspringt noch der N. sjiiiialis XI und hinter diesem, also noch im Niveau des siebenten Wirbels, beginnt bereits das Endstück des Rückenmarkes {FUnm ter- minale), das normaler Weise keinem Nerven mehr Ursprung giebt. Dieses Stück erstreckt sich also über einen Theil des siebenten, sowie über den ganzen achten und neunten Wirbel und tritt dann noch in den Canalis cocci/geus ein, in dem es, ungefähr der Mitte der Steissbeinlänge entsprechend, sein definitives Ende erreicht. Der hintere Abschnitt des Rückenmarkes wird von den lang aus- gezogenen Wurzeln der hinteren Spinalnerven begleitet, die mit dem Filnm tertninale zusammen eine Cauda cqiiina bilden (s. später). Die Hüllen des Rückenmarkes, sowie der Saccus endoh/mpJiaticns und seine Fortsetzungen werden später abgehandelt werden. b) Oberflächenrelief des Rückenmarkes. Eine Yentvale hüngsüs^in^ Fissura mediana ventralis^ erstreckt b) ober- flticliGiirGliG f sich über die ganze Länge des Rückenmarkes; vorn setzt sie sich auf des Rücken- markes. die V^entralfläche des Gehirnes fort, hinten reicht sie noch auf den Anfangstheil des Filum terminale. Die Fissur, die namentlich in den hinteren Abschnitt des Rückenmarkes tief eindringt, ist von einer Fortsetzung der Pia mater erfüllt; oberflächlich verläuft in ihr die Arteria spinalis ventralis. Ein Sulcus medianus dorsalis ist nicht in allen Theilen gleich ausgebildet. Am deutlichsten und tief- sten ist er im Bereich der Intumescentia posterior.^ von der aus er sich noch auf den Conus medullaris erstreckt. In der Pars media ist er am schwächsten ausgebildet, in der Intumescentia anterior bis zum hinteren Winkel des Ventriculus quartus wieder deutlicher. — Ein Sulcus lateralis dorsalis verbindet die Abgangsstellen der dor- salen Nervenwurzeln, lateral von diesen hinziehend. Ein Sulcus inter- medius schliesslich befindet sich im Bereich der Intumescentia anterior., in kurzer Entfernung jederseits von dem dorsalen medianen Sulcus. 6 Rückenmark. Durch die ventrale Medianfissur und die ventralen Wurzeln der Spinalnerven wird der Funiculus ventralis begrenzt; zwischen den ventralen Wurzeln und dem Sulcus lateralis dorsalis liegt der Lateral- strang, Funiculus lateralis^ zwischen dem Sulcus lateralis dorsalis und dem Sulcus medianus dorsalis schliesslich der Funiculus dor- salis. Im Bereich der Intumescentia anterior wird durch den Sidcus intermedius der Funiculus dorsalis in einen Funiculus gracilis und einen Funiculus cuneatus getheilt. Die eben geschilderten und an gehärteten Rückenmarken gewöhnlich gut unterscheidbaren Furchen und Impressionen sind "sehr verschiedenartiger Natur. Die Ventralfurche ist wirklich eine tiefe Fissur; die mediane Dorsalfurche ist nur eine leichte lineare Einziehung, entsprechend dem Rande des ependymalen Sejdam dorsale: der Sulcus lateralis dorsalis entspricht der Zoiia mar- (jinalis und entsteht vielleicht erst durch die Härtung. Der schmale, gewöhn- lich gut ausgeprägte Sulcus intermedius entspricht einem Ependymseptum zwischen Funiculus gracilis und Funiculus cuneatus, c) Die Wurzeln der Spinalnerven. cjDieWur- Zchu Nervcupaare entspringen normaler Weise vom Rückenmark, zela der Spi- nalnerven, ein jeder mit einer ventralen und einer dorsalen Wurzel. Letztere ist mit einem Ganglion spinale versehen. Die ventralen Wurzeln ver- lassen das Mark in sehr geringer Entfernung von der ventralen Medianfissur; eine jede setzt sich aus mehreren Bündeln zusammen. Die stärkeren dorsalen Wurzeln entspringen in compacten Bündeln; der Abstand zwischen iliren Austrittsstellen und dem dorsalen Median- sulcus ist grösser, und diese Austrittsstellen sind durch den Sidcus lateralis dorsalis bezeichnet. Die Abgangsstellen der einzelnen Nerven vom Rückenmark wurden schon oben angegeben. Der vorderste Spinalnerv ist der N. sjnnalis II, er tritt zwischen dem ersten und zweiten Wirbel aus. Der eigentliche erste Spinalnerv (N. suboccipi- talis] wird nur embryonal angelegt (Chiarugi). Der hinterste Nerv ist der N. S2)innlis XI, doch wurde schon bemerkt, dass gelegentlich noch ein N. s})/- nal/s XII, vom Filum terminale entspringt. Nach Adolphi ist dies bei Rana selten; indessen mag der Nerv, auch wenn vorhanden, wegen seiner Feinheit manchmal übersehen werden. Ich habe ihn einige Male gefunden. Der Verlauf der Nervenwurzeln innerhalb des Wirbel- canales ist vom N. spinalis IV an etwas caudalwärts gerichtet. (Auch der N. spinalis II verläuft etwas in caudaler Richtung, der N. spinalis III ziemlich genau transversal.) Diese Ablenkung in caudaler Richtung steigert sich bei den hinteren Nerven immer mehr. Denn in Folge des oben erwähnten Missverhältnisses in der Länge llückeuni avk. 7 des Rückenmarkes und der des Wirbelcanales liegen die Urspriuigs- stellen der Nervenwurzeln am Rückenmark erheblich weiter cranial als die ihnen entsprechenden Foramina intervertebralia, und die laug ausgezogenen Nervenwurzeln müssen erst eine Strecke weit innerhalb des Wirbelcanales neben dem Rückenmark caudalwärts verlaufen, ehe sie zu ihrem For. intervertebrale gelangen. Besonders gilt dies von den (vier) hintersten Nerven, die um das dünne Fütim terminale herum (vor dem Eintritt in den Steissbeincanal) eine Cauda equina bilden. In den Ccmalis coccijgeus hinein wird das Filum terminale nur von den beiden Wurzeln des elften, sowie denen des unter Umständen vorhandenen zwölften Spinalnerven jederseits begleitet. Das Genauere s. unten bei „Spinalnerven". d) Allgemeine Betrachtung des Rückenmarkes. Die geringe Grösse des Rückenmarkes im Verhältniss zum Gehirn, die d) AUge- eine sehr auffallende Erscheinung darstellt, ist zunächst natürlich bedingt durch "rachtung' die starke Verkürzung des Rumpfes. Doch aber besitzt die Wirbelsäule im Ver- ^'j^j,]^^g°^^'^" hältniss zum Schädel immer noch eine grössere Länge, als das Rückenmark im Verhältniss zum Gehirn, d. h. das Rückenmark bleibt auch hinter dem Rumpf- skelet im Wachsthum zurück. Als Folgen dieses Zurückbleibens erscheinen: die Lage des Conus terminalis am siebenten Wirbel, die Bildung der Cauda equina und des Filum term inale. Auch der Ausfall des ersten Spinalnerven, die weit vorgeschobene Lage des zweiten Spinalnerven und die am FIrxus brachialis und sacralis sich geltend machende Tendenz, nach vorwärts zu wandern, sind Er- scheinungen, die alle dasselbe Bestreben documentiren : das Rückenmark mög- lichst nach vorn zu concentriren. Von welchem Gesichtspunkte aber diese Erscheinungen selbst beherrscht werden, lässt sich erschöpfend wohl noch nicht angeben, denn die Verkürzung des Rumpfes und die Vorwärtswanderung der Extremitäten würden die Bildung der Cauda equina nicht erklären. Es scheint, als ob der Tendenz, das Rückenmark aus dem der Bewegung am meisten aus- gesetzten hinteren Abschnitt der Wirbelsäule, namentlich der Gegend der Steiss- beinverbindung, herauszuziehen, bei jener Verkürzung eine Bedeutung zukommt. — Dass die Ausbildung der beiden Intumescentiae mit der starken Entwicke- lung der Extremitätenmuskelu im Verhältniss zu den Rumpfmuskeln zusammen- hänge, wurde schon bemerkt. So ist der Unterschied gegenüber den Urodeleu, bei denen die Anschwellungen gering entwickelt sind oder selbst ganz ver- schwinden, verständlich. — Im Filum terminale liegt ein Theil des Rücken- markes vor, der functionell und structurell entwerthet ist durch die bei der Metamorphose vor sich gehende Reductiou des Schwanzes der Larve. Diese selbe Reduction hat auch den Schwund der hintersten Rückenmarksnerven im Gefolge gehabt. Bei der Larve von Rana fusca zählte Adolph i links noch einen N. spinalis XXI, rechts sogar noch einen XXII. Das Vorkommen eines X. Sinnalis XII findet so seine Erklärung. — Nach dem Gesagten ist nicht die Reduction des caudalen Rückenmarksabschnittes, sondern im Gegentheil der Umstand, dass dieser Abschnitt überhaupt noch beibehalten wird, der Punkt, der der Erklärung bedürftig ist. Vindicirt man hierbei dem oben erwähnten 8 Rückenmark, Bau. Gesichtspunkte, das Rückenmark aus der gefährlichsten Gegend des Wirbelcanales zu entfernen, eine Rolle, so lässt sich die Beibehaltung des Filmn terminale als eines Fixation smittels für das Rückenmark erklären. 2. Der Bau des Rückenmarkes. 2. Der Bau des Kücken- markes, a) Massen- vertheihmg im Kücken- mark. a) Massenvertheilung im Rückeumark. (Figg. 2a Ins e.) Der Querschnitt des Rückenmarkes besitzt in den beiden Intumescentiae und in der Pars media die Form eines Viereckes mit abgerundeten Winkeln, dessen ventrale und dorsale Seite einander parallel verlaufen, während die beiden seitlichen Begrenzungsränder nach oben convergiren. In Folge der dorso- Comm. dors. (coUat.) Comm. ventr. alba. Fig. 2. Zoua margmalis Plexus circummeduU. Pars media. •■Cellulae radicul. Fiss. ventr. Comm. collat. ventr. Intumesc. cervicalis. Filum terminale, vord. Drittel. Filum terminale, mittl. Drittel. Intumesc. lumbalis. Querschnitte durch die verschiedeneu Regionen des Rückenmarkes, ziir Demonstration der Vertheilung der grauen und weissen Substanz. Die Schnitte gehören demselben Rückenmark an und sind bei 15 facher Vergrösserung gezeichnet, in den feinen Einzellieiten aber schematisch gehalten. ventralen Abflachung ist der Transversaldurchmesser grösser als der dorso- ventrale, die Gegend der grössten Breite liegt dem ventralen Umfang genähert. Im Filmn terminale wird der Querschnitt fast kreisförmig. — Der Central - canal besitzt immer ein deutliches Lumen, sein Querschnitt zeigt in den ver- schiedenen Regionen des Rückenmarkes Unterschiede in der Form, die aber zum Theil gewiss künstlich erzeugt sind. Um ihn herum liegt die von zahlreichen markhaltigen Fasern durchzogene graue Substanz, deren centraler Abschnitt eine sehr bedeutende Tiefe im dorso - ventralen Durchmesser besitzt und sich in die Seitentheile des Rückenmarkes hinein in Form von ventralen und dor- salen Hörnern verlängert. Die den Centralcanal zunächst umgebende Zone der „grauen Substanz" ist durch besonderes Ueberwiegen der Neuroglia ausgezeichnet und erscheint daher schon durch ihr Aussehen als besondere Bildung, die von Reissucr den Namen n'- Rückenmark, Bau. 9 Siihstautia ref/CKlar/a'''' erhalten hat. Nach Analogie mit der Benennung bei den übrigen Wirbelthieren sei sie als Substaiit/a nchtti iiosa centralis bezeichnet, wenn sie auch nicht ganz in ihrem Verhalten dem bei den höheren Wirbelthieren entspricht. Sie erscheint auf dem Querschnitt als helle Zone von elliptischer Gestalt, die besonders dorsalwärts ausgedehnt ist und sich zuspitzend in das zwischen beiden Dorsalsträngen gelegene Scptam dorsale übergeht. Das thatsächliche Verhalten ist freilich das, dass der ventrale Theil des Scptwm dorsale die Suhstaidia (jclathiosa centralis durchsetzt, da es gebildet wird von Ependymfaseru , die sich vom Centralcanal nach dem Suicus mcdianus dor- salis hin erstrecken. Ein aus Ependymfasern gebildetes Septtim ventrale (SejJtKDi medium Reissner) ist ebenfalls vorhanden; es erstreckt sich vom Centralcanal zur F/ssiira veiitralis. Dorsal vom Centralcanal wird das Septum dorsale durchsetzt von den spärlichen Fasern einer in dorso - ventraler Richtung ausgedehnten Gommissiira (collateralis) dorsalis; ventral vom Central- canal folgt zunächst innerhalb der grauen Substanz eine lockere Commissura collateralis ventralis^ und alsdann die Com))i issura rentralis alba, die hauptsächlich aus dichten Bündeln sich kreuzender markhaltiger Fasern besteht und in der Tiefe der Fissnra ventralis die beiden Ventralstränge verbindet. — Die ventralen und dorsalen Hörner der grauen Siibstanz sind im Verhältniss zum Centraltheil klein und nicht so scharf abgegrenzt, wie etwa bei den Säugern. Eine Sahstantia gelatinosa liolandoi ist am Dorsalhorn nur undeutlich abgesetzt. Die graue Substanz wird umgeben von der weissen Substanz, i. e. den in der Hauptsache longitudinal verlaufenden markhaltigen Nervenfasern des Rückenmarkes, zwischen denen jedoch auch zahlreiche Zellen regellos verstreut liegen. Die weisse Markmasse wird in Ventral-, Lateral- und Dorsalstränge getheilt. Die Funiculi ventrales liegen jederseits von der Fissur a ven- tralis, in deren Grunde sie durch die Commissura ventralis alba zusammen- hängen. Lateralwärts gehen sie ohne Grenze in die Funiculi laterales über. Nur wo ventrale Wurzeln austreten, wird durch diese eine Grenze zwischen Ventral- und Lateralstrang bestimmt. Von dem Funiculus dorsalis ist der Lateralstrang getrennt durch einen auf dem Querschnitt ungefähr vierseitigen Streifen grauer Substanz , in dem markhaltige längsverlaufende Fasern (dorsale Wurzelfasex'n) sich finden: Zona marginalis (Cl. Sala; Tuberculum gelatinosum Bolando, Koppen). Diese Zona marginalis geht über in eine schmale fein- faserige Zone, die den Funiculus lateralis und den lateralen Theil des Funiculus centralis aussen umzieht: Plexus circummedullaris. — In der Medianebene werden beide Funiculi dorsales getrennt durch die dorsale Hälfte des bereits erwähnten, aus Ependymfasern gebildeten Septum dorsale. — In allen Strängen, besonders aber in den Lateralsträngen werden die weissen Massen in einzelne Segmente zerlegt durch streifige Fortsetzungen der grauen Substanz. Im Gebiet der Intumescentia anterior findet durch ein stärkeres Ependymseptum eine Zer- legung des Funiculus dorsalis in eine innere und äussere Hälfte, Funiculus gracilis und Funiculus cuneatus, statt. Das Verhältniss der eben genannten Massen zu einander wechselt in den verschiedenen Regionen des Rückenmarkes (vergl. die Figg. 2 a bis e). Die wichtigsten Veränderungen sind folgende. (Auf die bald mehr kreisförmige, bald mehr elliptische Form des Centralcanales habe ich keinen besonderen Werth gelegt, da dieselbe sicher durch die Behandlung des Rückenmarkes sehr beeinflussbar ist.) 1. Intumescentia anterior. Ventrale und dorsale Hörner 10 Rückenmark, Bau. gut ausgebildet; die dorsalen schmal, die ventralen viel breiter, die laterale Ecke der letzteren springt scharf vor (Andeutung eines „Seitenhorns")- Der Einschnitt zwischen den dorsalen Hörnern ist schmal und ziemlich tief, der zwischen den ventralen Hörnern flacher. Deutliche Trennung von Funiculus gracilis und cuneatus im Dorsalstrang. Die Seitenbegrenzuug der grauen Substanz ist fast geradlinig oder einwärts convex. Der Centralcanal liegt etwas dorsal von der Mitte des Schnittes. 2. Pars media. Der Gesammtquerschnitt ist kleiner. Die graue Substanz tritt besonders zurück; ventrale Hörner schwach ausgebildet, die dorsalen so gut wie gar nicht vom centralen Grau abgesetzt. Der Einschnitt zwischen den dorsalen Hörnern ist flach. Dorsalstrang einheitlich. Seiten- begrenzung der grauen Substanz fast geradlinig. Centralcanal in der Mitte des Schnittes. 3. Int nmescentia postcr ior. Ventrale und dorsale Hörner stark entwickelt, der Raum zwischen den letzteren ist schmal und tief. Seitenbegrenzung der grauen Substanz geradlinig oder einwärts convex. 4. Conus nie dullar is und Filum terminale. Im Conus med. sind Anordnung und Form der Massen im Wesentlichen so wie in der Intumescentia lumhalis, nur die Dimen- sionen werden geringer. Hinter dem X. sjiinaJis XI verjüngt sich das Rücken- mark rascher zum. Filum terminale, an dem man zweckmässig drei Abschnitte unterscheidet. In dem ersten, der bis in den Steissbeincanal reicht, ist die Form des Gesammtquerschnittes quer elliptisch. Der Centralcanal liegt ziemlich in der Mitte des Schnittes. An der grauen Substanz verschwinden zunächst die dor- salen Hörner, die ventralen bleiben noch angedeutet. Die weisse Masse umgiebt das centrale Grau in Form eines schmalen Ringes, der nur durch die Zona luar- ffinalis jederseits, sowie durch das Septum dorsale unterbrochen ist. Die Fissura centralis wird durch eine feinfaserige Masse ausgefüllt. Der „Flexas circum- medullaris" wird immer schmaler, bleibt aber bis weit nach hinten erhalten. Doch haben wohl hier die Enden der Ependymfasern den Hauptantheil an seiner Bildung. — Im mittleren Abschnitt des Filum rückt der Centralcanal ganz an den ventralen Umfang des Filum. Der Querschnitt des Filum ist fast kreis- rund, seine äusserste Peripherie wird gebildet von einem schmalen feinfaserigen Ring ; diesem folgt einwärts ein zweiter, der durch spärliche markhaltige Fasern gebildet und ventral durch den Centralcanal in zwei Hälften geschieden ist. Eine letzte Andeutung von Dorsalsträngen ist erkennbar. Den Kern des Filum bildet die mit kleinen Zellen erfüllte graue Substanz, in der Mitte durch die elliptische Substantia gelatinosa centralis durchsetzt. — Im hintersten Abschnitt schliesslich ist die nervöse Substanz ganz geschwunden. Der etwas erweiterte Centralcanal (Sinus terminal is) ist umgeben von mehreren Zelllagen, deren Fortsätze bis zur Peripherie des Filum reichen und durch Lücken von einander getrennt sind. Der Centralcanal liegt zunächst noch nahe der ventralen Peripherie ; ganz hinten aber durch weitere Reductiou der dorsalen Hälfte des Filum ganz central. Der Gesammtquerschnitt ist alsdann sehr klein, so dass der Centralcanal den grössten Theil desselben einnimmt. Dieses hinterste Stück des Filum ist somit rein gliöser Natur. b) Feinster 1)) Feinster Bau des Rückenmarkes. Bau des Rücken- markes. 1. Epithel und. Neurogliagerüst. a) Das Epithel des Centralcanales ist NeurogiL-" ein Cylinderepithel mit birn- oder kegelförmigen Elementen. Wie schon Reissner gerüst. ^jj^ nach ihm Schmidt beschrieben, wird aber das Lumen des Canales nicht direct von den Basen dieser Zellen, sondern von einer besonderen cuticularen Membran, Rückenmark, Bau. 11 einer Mrmbvana U mit ans iiitrniit, begreuzt. Ob bei erwachsenen Fröschen Flimmerhaare überall im Centralcanal constant vorkommen, ist nicht ganz sicher, dieselben scheinen fehlen zu können. Das periphere Ende der lateral gelegenen Zellen verjüngt sich kegelförmig und geht in einen Fortsatz über, der sich noch innerhalb der grauen Substanz in feine Aeste auflöst. Nur die Zellen der dorsalen und ventralen Mittellinie behalten nach Cl. Sala ihr embryonales Verhalten bei, d. h. ihre langen peripheren Ausläufer erreichen die Oberfläche des Markes. So entsteht, vom Centralcanal ausgehend, nach dem Grunde der ventralen Längs- fissur ein Septum c entrale, und nach der dorsalen Längsfurche hin ein schwächeres Septnm dorsale von Epen dymfasern. b) In der nächsten Nachbar- schaft des Centralcanales , besonders lateral von ihm und der ventralen Hälfte des Septnm dorsale, finden sich reichlich Stützzellen, die noch deutlich ihren Charakter als aus dem epithelialen Verbände herausgerückte Ependymzellen erkennen lassen. „Der Zellkörper erscheint an ihnen sehr plump, sie sind nur mit spärlichen secundären Aesten, dafür aber mit einem sehr kräftigen periphe- rischen Fortsatz ausgestattet, der — und darin liegt das Charakteristische für die Stützzellen des Amphibienrückenmarkes — schon innerhalb der grauen Sub- stanz in einen reichlichen Pinsel derber Aeste zerfällt, die die weisse Substanz radiär durchströmen, um aussen mit je einem kegelförmigen Knötchen zu endigen und die der weissen Substanz, sobald sich nur einige neben einander imprägnirt haben, ein dichtstreifiges Aussehen verleihen" (v. Lenhossek). Die Körper dieser Zellen liegen hauptsächlich in der Suhstantia gelatinosa centralis. die somit aus Gliazellen und den schon in nächster Nähe des Epithels sich ver- zweigenden Fortsätzen der lateralen Epithelzellen besteht. Dorsal vom Central- canal wird die Siihsta)itia (jelatinosa centralis von dem Sepjtiim dorsale durch- setzt, c) Sternförmige Gliazellen (Astrocyten) hat Lavdowsky als im Froschrückenmark in reicher Menge vorkommend beschrieben; sie scheinen von anderen Untersuchern bisher nicht mit Sicherheit gesehen zu sein , werden aber für wahrscheinlich gehalten. 2. Graue Substanz. Die Componenten der grauen Substanz sind: a) Ele- 2. fir^me mente des Neurogliagerüstes; b) Nervenzellen mit ihren Dendriten und Axency linde rfortsätzen; c) Markhaltige Collateralen der ver- schiedenen Markstränge und ihre marklosen Endverzweigungen. a) lieber das Neurogliagerüst ist bereits das Nöthige gesagt. b) Nervenzellen. Die Zahl der Nervenzellen in der grauen Substanz ist ausserordentlich gross, die Grösse der einzelnen Zellen recht verschieden, ihre Vertheilung der Art, dass sich bei den Versuchen einer Eintheilung auf Grund der topographischen Gruppirung nur eine gut begrenzte Gruppe auf- stellen Hess: die Gruppe des Ventralhornes, deren Elemente sich zugleich durch besondere Grösse vor den anderen auszeichnen. Die Gruppe liegt dorsal und lateral im Ventralhorn; nur in der Intumescentia cervicalis wird daneben noch eine sehr viel schwächer ausgebildete, mehr ventral gelegene Gruppe grosser Zellen unterscheidbar. Ausser in den Ventralhörnern finden sich aber besonders grosse Zellen gelegentlich auch in anderen Theilen der grauen Substanz, wenn auch ohne Regelmässigkeit. Die Gruppenbildung ist demnach im Froschrücken- mark sehr wenig ausgesprochen, und das Eintheilungsprincip, das von dem Verhalten des Axencylinders ausgeht, ist somit dasjenige, das allein eine brauchbare Eintheilung der Zellen gestattet. Es werden danach bekanntlich vier Kategorien von Zellen unterschieden: \. Cellulae radiculares, die Ursprungszellen der motorischen Nervenfasern; 2. Cellulae commissurales, 12 Rückenmark, Bau. deren Axencylinder durch die ventrale Commissur hindurch auf die Gegenseite tritt; 3. Celhilae funiculares unilaterales, deren Axencylinder zu einer Rad. ventr. Fig. 3 a. „Zona marginalis" Plexus circummeduU. üTissura ventralis Nervenzellen. Zellen und Dendriten rotli, Axencylinderfortsätze schwarz. Fiff. 3 b. Aeussere Collaterale „Zona marginalis" Plexus circummedull. Interstitielle Collaterale Fissura ventralis Collateralen der Strangfasern. Schematische Darstellung des Rückenraarksbaues. Nacli den Befundangaben von Cl. Sala. Rückenmark, Bau. 13 Strangfaser derselben Seite wird; 4. Cellulae funiculares hilaterales, deren Axencylinder sich theilt und von den Theilästen den einen in den Markmautel derselben , den anderen durch die ventrale Commissur in einen Markstrang der gegenüberliegenden Seite sendet. — „Zellen vom Golgi'sclien Typus" sind im Froschrückenmark nicht nachgewiesen. Die genaue Kenntniss der oben genannten Zellformen beim Frosch verdanken wir Gl. S a 1 a , nach dessen Befundangaben die Schemata Figg. 3 a und 3 b entworfen sind. 1. Cellulae radicnlares, motorische Wurzelzellen (Fig. 3a links). Diese, von früheren Autoren als „laterale Gruppe" bezeichneten, durch ihre Grösse auffallenden Zellen liegen im Ventralhorn. In der Intumescentia anterior ist eine Scheidung dieser Zellen in eine mehr lateral-dorsal und eine mehr medial- ventral gelegene Gruppe möglich. Die lateral - dorsale Gruppe ist die viel mächtigere , sie bedingt einen lateralen Vorsprung der grauen Substanz in dieser Gegend. Die medial-ventrale Gruppe grosser Zellen ist nur durch spär- liche Elemente ver treten^ Tn dnr Pnrr media ist die Zahl de r grossen Nerven- zellen überhaupt sehr gerin"gT~ dieMclbejj..,J-t^fjeu " luiegelmässiger , manchmal ist eine Theilung in zwei Gruppen angedeutet, meistens aber nicht. Die ganze Gruppe liegt mehr ventral. Auch in der Intumescentia posterior ist nur eine Gruppe grosser Nervenzellen zu statuiren, die ausgesprochen lateral liegt, wenn auch etwas mehr ventralwärts verschoben als die laterale Gruppe in der Ixtionescentia anterior. Nur selten liegt eine versprengte grosse Zelle mehr medial, — Dass die Cellulae r ad i ciliares in der Hauptsache Ursprungszellen der ventralen Wurzelfasern darstellen, ist zweifellos. Die einzelnen Zellen sind durch ihre Grösse vor den anderen Nervenzellen ausgezeichnet, meist spindelförmig gestaltet , mit ihrer Längsaxe von dorsal - medial nach ventral - lateral gerichtet. Axencylinder der Wurzelzellen sind es, welche die motorische Wurzel bilden, „motorische Collateralen" scheinen an denselben nicht vorhanden zu sein. Dagegen ist auf Grund der Experimente von St ei nach als ziemlich sicher anzu- nehmen, dass einige der motorischen Wurzelzellen ihren Axencylinder durch die hintere Wurzel senden. — Die zahlreichen und kräftigen Dendriten der Wurzelzellen strahlen nach verschiedenen Richtungen aus, bleiben aber nicht auf die graue Substanz beschränkt, sondern überschreiten dieselbe, um in die weisse einzutreten. Ein Theil wendet sich medialwärts und tritt durch die Commissura centralis alba, mit denen der Gegenseite sich kreuzend, in die graue Substanz oder den Vorderstrang der Gegenseite. Die nach aussen und ventral gerichteten Dendriten durchdringen in radiären Bündeln die weisse Substanz und gelangen zum Theil an die Oberfläche des Vorderseitenstranges, wo sie in tangentiale Richtung umbiegen, sich ausbreiten und verästeln. Sie bilden hier den Hauptbestandtheil des „circummedullären Plexus". Ein Theil verästelt sich jedoch bereits innerhalb des Seitenstranges. Die dorsalwärts gerichteten Dendriten bleiben entweder in der grauen Substanz des Vorderhornes oder dringen lateralwärts aus dieser heraus, um sich innerhalb des Seitenstranges oder im circummedullären Plexus zu verästeln. An all' diesen Stellen der Dendriten- verästelung, in der grauen Substanz, innerhalb des Seitenstranges und im Plexus circummedullaris, finden sich auch Verästelungen von Axencylinder-Collateralen, so dass die Möglichkeit des Contactes und der Reizübertragung auf die moto- rischen Zellen überall gegeben ist. 2. Cellulae commissurales. Commissurenzellen. (Fig. 3a rechts in zwei Formen dargestellt.) Es ist bemerkenswerth , dass sich beim Frosch Commissurenzellen, d. h. Zellen, die ihren Axencylinder durch die ventrale 14 Rückenmark, Bau. Commissur auf die andere Seite senden , durch die ganze graue Substanz hin- durch, mit Ausnahme der Siihstantia (jdutinusa BnhDidoi, verstreut finden. Ihre Grösse ist geringer als die der Wurzelzellen, ihre Form dreieckig oder spindel- förmig. Die spärlichen Dendriten verzweigen sich zum Theil bis in die weisse Substanz. Der Axencylinder, der häufig von einem Dendriten entspringt, verläuft durch die ventrale Commissur und zieht im Vorder- oder Seitenstrang der Gegenseite in longitudinaler Richtung weiter, entweder einfach umbiegend oder unter Y förmiger Theilung in einen auf- und einen absteigenden Ast. In der Nähe der Medulla ohlongata besonders finden sich gelegentlich Commissuren- zellen, deren Axencylinder, auf der Gegenseite angelangt, in den Plexus circnm- vu'dullaris eintritt. — Theiluugen des Axencylinders der Commissurenzellen werden in verschiedener Weise beobachtet. Die Theiläste können noch in der grauen Substanz abgehen ; einen solchen sah S a 1 a einmal durch den Lateral- strang hindurch und vielleicht in den Plexus circuinniedullaris eintreten. Andere gehen erst innerhalb der ventralen Commissur oder in deren Nachbarschaft ab: sie verlaufen zum Ventralhorn der gleichen oder der Gegenseite. Ueber „bila- terale Commissurenzellen" s. u. Zu ei'wähnen ist noch , dass nicht nur in der ganzen grauen Substanz, sondern selbst in der weissen Substanz, und zwar im Lateralstrang an der Basis des Dorsalhorns , Commissurenzellen vorkommen. 3. Cellulae fuit/culares unilaterales. Unilaterale Strangzellen. (Fig. 3a rechts in sechs Formen dargestellt.) a) Strang zellen des Vorderseiten- stranges. Diese sind mittelgross, dreieckig oder spindelförmig, und liegen im ganzen Vorderhorn, im Centraltheil der grauen Substanz und im Dorsalhorn. Ihre Dendriten verzweigen sich in den Septen des Vorderseitenstranges und treten selbst in den Plexus c/rcuitiniedullaris ein. Der Axencylinder tritt in den Ventral- oder Lateralstrang und biegt hier entweder einfach in die Längs- richtung um, oder theilt sich Y förmig in einen auf- und einen absteigeuden Ast. Zellen mit getheiltem Axencylinder hat Sala auch beim Fi'osch beobachtet; die beiden Theiläste treten entweder an verschiedenen Stellen in den Vorderseiten- strang derselben Seite ein, oder der eine tritt in den Seitenstrang, der andere in den Hinterstrang der gleichen Seite. — Zu den Strangzellen des Seitenstranges gehören auch die Zellen der Clarke'schen Säule. Bei Larven von Rana und Bufo gelang es Sala, in der entsprechenden Gegend des Dorsalhornes Zellen darzustellen, deren Axencylinder in das der „Kleinhirnseitenstrangbahu" entsprechende Feld des Seitenstranges verlief. — Schliesslich hat auch in der Gegend der Suhsfaiit/a Polaiidui Sala nur solche Zellen darzustellen ver- mocht, deren Axencylinder in den Seitenstrang eintritt. Die eine Kategorie dieser Zellen ist birnförmig, die andere spindelförmig mit quergestellter Axe („Marginalzellen" v. Lenhossek). b) Strangzellen des Hinter Stranges. Auch beim Frosch hat Sala mit Sicherheit Zellen nachgewiesen, die im Dorsalhorn liegen und ihren Axencylinder in den Dorsalstrang senden. In einem Falle ging ein Theilast des Axencylinders in den Vorderseitensti'ang der gleichen Seite, in einem anderen verliefen beide Theiläste im Dorsalstrang weiter. 4. Cellulae funiculares bilaterales. Bilaterale Strangzellen. Solche Zellen hat Sala im Dorsalhorn des Frosches beobachtet; der eine Theilast des Axencylinders ging in den Seitenstrang derselben, der andere durch die Com- missura rentralis in den Vorderseitenstrang der gekreuzten Seite. c) Collateralen der grauen Substanz. (Fig.3b.) Aus allen Strängen treten in die graue Substanz zahlreiche markhaltige Collateralen, um hier mit feinen, marklosen Fndbäumcheu aufzuhören. Dies geschieht besonders in der Rückenmark, Bau. 15 näclisten Umgebung bestimmter Zellgruppen; die Zellen werden oft von den Endzweigeu geradezu umsponnen. Ein grosser Theil der CoUateraleu verästelt sich um Zellen derselben Seite, in die er eintritt, ein anderer dagegen durchsetzt erst in querem Verlauf die graue Substanz, um zu Zellen der anderen Seite zu gelangen. Solche auf die andere Seite herübertretende CoUateralen bilden dorsal und ventral vom Centralcanal je eine CoUateralencommissur^ nämlich die aus sehr spärlichen Fasern bestehende Commissura dorsalis und die reichhaltigere, wenngleich auch noch ziemlich lockere Commis^fiira col- later a / / .s roitr a l i s. Was die gleichseitigen CoUateralen betrifft, so verzweigen sich die aus dem Dorsalstrang einstrahlenden um die Zellen der „Suhstantia gelatinosa BoJandoi^^ um die Zellen des Dorsalhornes und um solche des Ventralhornes. Die CoUateralen aus dem Lateralstrang umspinnen besonders Zellen im Centraltheil der grauen Substanz ; einige gelangen auch zu Zellen des Dorsal- hornes. Die zahlreichen CoUateralen des Ventralstranges schliesslich um- spinnen mit ihren Endverzweigungen die Wurzel- und Commissurenzelleu. Coiinn isffiira coJlateralis rentral/s. Die ventrale Collateralencommissur ist ausgedehnter als die oberflächlicher liegende Commissura ventralis alba. In der Collateralencommissur verlaufen die Fasern transversal , unter einander parallel, von einer Seite zur anderen; die Fasern sind ihrer Herkunft nach CoUateralen der Ventralstränge, die sich im Ventralhorn der Gegenseite verzweigen. Commissura dorsalis. Die Fasern dieser Commissur laufen zwischen den Ependymfasern des Septin)i dorsale hindurch. Sie wird gebildet einerseits von CoUateralen, die besonders vom Dorsalstrang stammen, aber nur zum Theil markhaltig sind , andererseits von Dendriten, die einen protoplasma- tischen Commissurenantheil repräsentiren. S a 1 a unterscheidet drei Lagen der Cotmn. dors., zwei bogenförmig verlaufende und eine transversale. 1. Pars superficialis {arcif'ormis). Die Fasern stammen aus dem Dorsalstrang der einen Seite und verästeln sich in der inneren Seite des contralateralen Dorsal- hornes. 2. Pars media {transversal! s). Stammt aus den lateralen Theilen des Dorsalstranges und den dorsalen Theilen des Lateralstranges ; die Veräste- lungen finden sich im lateralen Theil des Dorsalhornes der Gegenseite. 3. Pa rs profunda (arciformis). Dieses Bündel ist schwach entwickelt und von unbe- kannter Herkunft und Endigung. Der protoplasmatische Antheil der dorsalen Commissur wird nach Sala gebildet durch die Dendriten von Zellen der Dorsalhörner, der Suh- stant/a liolandoi, auch einiger Commissurenzellen und einiger Zellen von unbe- kanntem Verbleib des Axencylinders. 3. Weisse Substanz. Abgesehen von bindegewebigen Elementen und 3. Weisse Gefässen finden sich in der „weissen Substanz": a) Vor Allem markhaltige " «tanz. Nervenfasern; b) Septa von „grauer Substanz"; c) Zellen, die regellos in der weissen Substanz verstreut liegen. — a) Die markhaltigen Nervenfasern verlaufen in den Ventral-, Lateral- und Dorsalsträngen wesent- lich in der Längsrichtung, in der Commissura ventralis alba unter schrägem Verlauf auf die Gegenseite. Ihr Kaliber ist sehr verschieden , die stärksten ent- halten die Ventralstränge. Was die Herkunft der Fasern anlangt, so kommen als bekannt in Betracht: 1. Die directen, aufsteigenden wie absteigenden Fort- setzungen der dorsalen Wurzeln. Sie bilden die Hauptbestandtheile der Dorsal- st r ä n g e. 2. Die Axencylinder der Strang - und Commissurenzellen. Während 16 Rückenmark, Bau. die Dorsalstränge nur einen geringen Zuwachs von Seiten besonderer Hinter- strangzellen erhalten, bestehen die Ventral- und Lateralstränge jedenfalls zum bei "Weitem grössten Theil aus Fortsätzen von Zellen, die in der grauen Substanz des Rückenmarkes selbst liegen (s. oben Cellulae co)»m/ssurcdes, C. funicnlares unilaterales und bilaterales). Das Schicksal der Strangfasern ist verschieden. Schon oben wurde darauf hingedeutet, dass von allen zahlreiche Collateralen abgehen, die hauptsächlich in der grauen Substanz, aber auch ira Plexus cir- cummedullaris und in der weissen Substanz selbst ihr Ende finden. Auch das Ende einer grossen Anzahl der Strangfasern selbst (der „Stammfasern") biegt nach kurzem oder längerem Verlauf in die graue Substanz ein und zerfällt hier in seine Endäste (kurze Bahnen). Von einigen der in den Strängen auf- steigenden Fasern, deren Ursprungszellen also im Rückenmark oder in den Spinalganglien liegen, kann dann wohl mit Sicherheit gesagt werden, dass sie erst in Theilen des Gehirns {Mediüla ohlongata, Cerebellum, Isthmus, ^lesencephalon, Dieneephalon) ihr Ende finden (cerebropetale lange Bahnen). Schliesslich ist aber yielleicht auch anzunehmen, dass einige der Strangfasern ihre Ursprungs- zellen in Theilen des Gehirns haben und im Rückenmark in ihre Endäste zei*- fallen. Doch ist Genaueres über solche cerebrofugale lange Bahnen nicht bekannt, b) Die „Septa" von grauer Substanz, die von der Oberfläche der grauen Substanz aus gegen die Markoberfläche ausstrahlen, werden wesentlich gebildet durch Bündel von Ependymfasern, doch stellen sie auch Bahnen für nervöse Fasern dar. Dies sind einerseits Dendriten von Nervenzellen, die, das Gebiet der grauen Substanz überschreitend, in die weisse übergreifen, um hier zu endigen oder in den Plexus circuminedullaris einzutreten, der den Lateralstrang und einen Theil des Ventralstranges umgiebt, andererseits Colla- teralen, und zwar sowohl solche, die noch innerhalb der grauen Substanz von den ersten Strecken der Axencylinder abgehen , als auch solche , die von den Strangfasern selbst abgegeben werden. Die Zahl der letzteren ist sehr gross. Auch die Collateralen benutzen jene Septa theils nur als Bahnen , auf denen sie zwi- schen den Marksträngen hindurch in die graue Substanz oder den Plexus cir- cummedullaris treten, theils aber zerfallen sie innerhalb der Septa selbst in ihre Endverzweigungen. Somit ist nicht nur innerhalb der grauen Substanz und in dem Plexus circuiitinedullaris, sondern auch in den Marksträngen die Gelegen- heit zur Reizübertragung von den Collateralen auf die Dendriten gegeben, c) Ausser den bisher genannten Elementen (Strangfasern, markhaltige Colla- teralen, marklose Verästelungen derselben, Dendriten, Gliafaserbündel) liegen aber in der weissen Substanz noch zahlreiche , meist kleine Zellen verstreut ; hin und wieder sind auch grössere zellige Elemente zu bemerken. Von diesen Zellen mögen eine Anzahl Gliazellen sein, andere stellen sicher „verirrte" Nervenzellen dar, doch lässt sich Genaueres darüber nicht angeben. Nach dieser Aufzählung der Componenten der weissen Substanz sollen nun ihre einzelnen Abschnitte, die Ventral-, Lateral- und Dorsalstränge, sowie die Commissura ventralis besprochen werden. Daran wird sich zweckmässig eine übersichtliche Zusammenfassung über den Plexus circummedtdlaris , die Zona maryinalis und die „Septa" der weissen Substanz anschliessen. 1. Ventralstränge. Die Venti'alsträuge enthalten neben einer grösseren Anzahl feiner Fasern die stärksten Fasern des Markes , und zwar liegen dieselben neben der ventralen Fissur und am ventralen Rande. Koppen be- zeichnet sie als „Grossfasevbündel" und constatirt, dass bei einigen zwei, sogar drei Axencylinder in derselben Markhülle liegen. Die Fasern des Ventral- Rückenmark, Bau. 17 Stranges stammen: 1. Von Stvangzel I e n , die im Ventralhoru der gleichen Seite liegen; 2. von Commissurenzellen der gegenüberliegenden Seite. Der Verlauf der meisten Fasern ist cranialwärts gerichtet, d. h. von ihrer Ursprungsstelle an gerechnet; die caudalwärts ziehenden bilden die Minderheit. Das Schicksal der Ventralstrangfasern ist verschieden : 1. Zahlreiche Collateralen gehen vom Vorderstrang aus in die graue Substanz und umspinnen mit ihren Endverzweiguugen die Wurzel- und Commissurenzellen. 2. Ein Theil dieser Collateralen dringt durch die ventrale CoUateralen-Commissur und verzweigt sich im Ventralhorn der Gegenseite. 3. Auch ein Theil der Stammfasern selbst findet im Rückenmark sein Ende. 4. Wie weit die zum Isthmus rhomhen- cephdli, Mesencephalon und Diencephalon gelaugenden Rückenmarks- bahneu ihre Lage in den Ventralsträngen haben, ist noch nicht festgestellt. 5. Von manchen Seiten werden im Ventralstrang cerebrofugale Bahnen ange- nommen, doch ist hierüber nichts Genaues bekannt. 2. Lateralstränge. Die Lateralstränge besitzen die Fasern geringsten Kalibers. Ihre Herkunft ist verschieden: a) Fortsetzungen der Strangzellen des Seitenstranges, die, wie oben geschildert, im Ventral- und Dorsalhorn, sowie im Centraltheil der grauen Substanz liegen, und zu denen auch die Zellen der Clarke' s chen Säule und der Stiistantia Molandoi gehören, b) Fort- setzungen der Commissurenzellen. c) In den hintersten Abschnitt, d. h. in die Nachbarschaft der Randzone, strahlen dorsale Wurzelfasern ein. Auch in den Lateralsträngen ist die Verlaufsrichtung der P'asern hauptsäch- lich eine aufsteigende (cerebralwärts gehende), doch sind daneben auch ab- steigende Fasern vorhanden. — Die Collateralen der Lateralstränge verhalten sich ebenfalls sehr verschieden: a) Der grösste Theil dringt in die graue Sub- stanz (innere Coli.); von diesen vertheilen sich die meisten im Centraltheil der grauen Substanz , einige verlaufen zum Dorsalhorn. b) Einige verlaufen nach aussen in den Plexus circummedullaris (äussere Collateralen). Von diesen theilen sich einige im Plexus in einen auf- und absteigenden Ast. c) Schliesslich vertheilen sich einige Collateralen bereits innerhalb des Seitenstranges selbst, in den Ependymsepten (interstitielle Collateralen). Diese Collateralen sind alle in Fig. 3 b dargestellt. Die definitive Endigung der Stammfasern des Lateralstranges findet zweifel- los für viele Fasern auch bereits innerhalb des Rückenmarkes statt, indem die Fasern aus ihrem longitudinalen Verlauf in die graue Substanz abbiegen. Von langen, bis zum Gehirn aufsteigenden Bahnen verläuft die Kleinhirnseiten- strangbahn allein im Seitenstrang, und zwar ist sie unmittelbar unter der Zoua »targinah's zu suchen. Ueber die Topographie der zum Ist hm iis rJioinb eii- cephali, zum Mesencephalon und Diencephalon gelangenden Fasern ist nichts Genaues bekannt; jedenfalls steigt aber ein grosser Theil dieser Fasern im Lateralstrang auf. — Zum grossen Theil bestehen also sowohl der Ventral- wie der Lateralstrang aus kurzen Fasern, die „für den Binnenverkehr" des Rückenmarkes (v. Lenhossek) bestimmt sind. 3. Dorsalstränge. Die Fasern der Dorsalstränge stehen an Kaliber in der Mitte zwischen denen der Ventral - und denen der Lateralstränsfe. Neben der Mittellinie liegen Fasern, die denen des Ventralhornes au Stärke nahe kommen. — Componenten der Dorsalstränge sind: 1. In der Hauptsache dieFortsetzungen der dorsalen Wurzeln. 2. Axencylinder von Strangzellen, die in dem Dorsalhorn liegen. Wie bei der Schilderung der dorsalen Wurzeln bemerkt ist, theilt sich jede sensible Wurzelfaser bei ihrem Eintritt in das Rückenmark in Ecker-&aupp, Anatomie des Frosches. II. o 18 Rückenmark, Bau. einen auf- und einen absteigenden Ast, so dass also in jedem Querschnitt des Dorsalstranges Fasern der beiden Verlaufsricbtungen liegen. — Ueber das Schicksal der Hinterstrangfasern wäre zu bemerken, dass zahlreiche Colla- teralen von ihnen ausgehen, die in Bündeln die SiibsfcDitia liohoidoi durch- brechen und sich in verschiedener Weise verhalten: 1. ein Theil verzweigt sich um die Zellen der Suhstantia gelatinosa Bolandoi; 2. andere gehen zu Zellen am Scheitel, an der Basis und im Aussentheil des Dorsalhornes (incl. Clarke'sche Säule); 3. besonders starke Bündel ziehen ventralwärts zu den Wurzelzellen des Ventralhornes ( Coli, sensitivo-motoriae, Reflexcollateralen) ; 4. ein Theil der Hinter- strangcollateralen zieht durch die Covtmissura dorsalis auf die Gegenseite und verästelt sich dort um Zellen des Dorsalhornes (s. Commissura dorsalis). Ob auch alle Stammfasern der Dorsalstränge nach verhältnissmässig kurzem Verlauf durch Einbiegung in die graue Substanz des Rückenmarkes ihr Ende finden, oder ob auch schon beim Frosch lange Bahnen vorhanden sind, die, ohne Unterbrechung , von weit caudal gelegenen Stellen des Rückenmarkes bis zur Medidla ohlongata verlaufen , um erst hier in Endkernen sich zu ver- zweigen, ist noch nicht mit Sicherheit entschieden, wenn auch sehr wahrschein- lich. Der Funiciäus gracilis des Halsmarkes scheint solche lange Fasern zu enthalten. 4. Conimisstira ventralis alba. Die ventrale „weisse" Commissur ist weniger ausgedehnt als die dorsal von ihr gelegene ventrale Collateralen- Commissur, besteht aber im Gegensatz zu dieser aus dicken Bündeln sehr kräf- tiger markhaltiger Fasern, die sich unter verschiedenen Winkeln kreuzen. Hier handelt es sich um Axencylinderfortsätze von Commissurenzellen, die durch die graue Substanz hindurch verstreut liegen. Daneben wird aber diese Com- missur noch von Dendriten der motorischen Wurzelzellen durchsetzt, die sich hier mit solchen der Gegenseite kreuzen. 5. Plexus circummedullaris, Zona marginalis^ Septa des Vorder- seitenstranges. Ein Plexus circummedullaris findet sich beim Frosch, wie im Rückenmark der Amphibien und Reptilien überhaupt. Es handelt sich hier um einen Faserplexus, an dessen Zustandekommen sich sowohl Dendi'iten wie Endverzweigungen von CoUateralen betheiligeu, so dass eine reichliche Gelegen- heit zur Uebertragung von Erregungen von CoUateralen auf die Dendriten gegeben ist. In diesem Sinne ist der Plexus, der beim Frosch zuerst von Lavdowsky beschrieben wurde, von Ramön y Gayal und Sala, denen sich V. Lenhossek anschloss , aufgefasst worden. Ausserdem finden sich im Be- reiche des Plexus die Enden der Gliafasern mit ihren Anschwellungen. Com- ponenten des Plexus im Speciellen sind nach Sala: 1. Dendriten, vor Allem der motorischen Vorderhornzellen, gelegentlich auch solche der Vorderseitenstrang- zellen; 2. Nervenfasern verschiedener Herkunft, nämlich: a) hauptsächlich CoUateralen von Längsfasern der Seitenstränge; b) gelegentlich, namentlich in der Nähe der Medulla ohlongata, Axencylinder von Commissurenzellen, die nach der Kreuzung in der ventralen Commissur in den Plexus eintreten; c) längs- verlaufende marklose Nervenfäserchen, über deren Herkunft Sala keine Angaben macht; d) in einer Beobachtung eine Collaterale, die von einer motorischen Wurzelfaser abging; e) vielleicht auch CoUateralen von Commissurenzellen, die noch auf der Seite der Zelle selbst abgehen. — Die Dendriten ziehen in dem Plexus eine Strecke weit in tangentialer Richtung weiter und können sich auch in auf- und absteigende Aeste theilen. Die CoUateralen zweigen sich in reich- liche Endai'borisationen auf. Rückenmark, Bau. 19 Dass in dem Plexus circummcduUaris ^ wie Sala meldet, gar keine mark- haltigen Fasern voi'handen seien, kann ich nach eigenen Weigert - Präparaten nicht bestätigen. Hier finde ich zweifellos solche, wenn auch sehr spärlich. Inwieweit der feinfaserige Ring an der Peripherie des Filum terminale nervöse Elemente enthält, ist nicht bekannt. Wie schon bemerkt, gilt das Gleiche, was eben für den Plexus circum- medullaris gesagt wurde, auch für die Septa des Lateralstranges. In ihnen verzweigen sich: Dendriten der Wurzel-, Commissuren- und Strangzellen, so- wie CoUateralen der Vorderseitenstrangfasern, vielleicht auch solche von Zellen der grauen Substanz. — Schliesslich sei erwähnt, dass auch die Zo)ia marginalis an der Grenze des Lateral- und Dorsalstranges, abgesehen von längsverlaufenden Dorsalwurzelfasern, ein ähnliches Aussehen zeigt, wie der „Plexus circuinmedullaris^^, so dass auch Sala die Zona marcjinalis als dorsalen Theil des Plexus circummedullaris auffasst. Genaueres über ihr Ver- hältniss zur „Substantia gelatinosa Bolatidoi^^ bleibt noch festzustellen; immerhin ist bemerkenswerth, dass sie auch eine gewisse Aehnlichkeit mit dieser zeigt, so dass, da die Substantia gelatinosa an der typischen Stelle undeutlich ist, möglicherweise der innere, an markhaltigen Fasern arme oder freie Abschnitt der „Zona marginalis" zu ihr zu zählen ist. 4. Die Nervenwurzeln. 4 j)ig jjgj. Ventrale Wurzeln. Die ventralen Wurzeln werden ausschliesslich gebildet venwurzein. durch die Axencylinder der grossen Cellulae radiculares im Ventralhorn der gleichen Seite. Fasern aus den entsprechenden Zellen der Gegenseite sind nicht beobachtet. Dorsale Wurzeln. Die dorsalen Wurzeln enthalten: 1. In der Haupt- sache sensible, centripetal leitende Fasern, die den Zellen des Ganglion spi- ncde entstammen; 2. motorische, centrifugal leitende Fasern, die aus den Vorderhornzellen stammen. Diese Fasern sind zwar beim Frosch bisher nicht direct gesehen worden, ihre Existenz muss aber aus den Experimenten von Steinach erschlossen werden. Den sensiblen Fasern der Wurzeln ist gemeinsam , dass sie sich nach ihrem Eintritt in das Rückenmark in einen auf- und einen absteigenden Ast theilen. — Die Eintrittsstelle der Wurzel ist die Zona marginalis, sowie die medial davon liegende Partie. Die Fasern treten in mehr oder weniger tangentialer Richtung in das Mark ein und gruppiren sich hier sofort in zwei Bündel, ein äusseres und ein inneres. Das laterale Bündel wendet sich nach aussen und ventral, seine Fasern zerfallen in der Zona marginalis und im hin- teren Abschnitt des Lateralstranges in die beiden Aeste und diese ziehen hier weiter cranial- und caudalwärts. Das stärkere mediale Bündel läuft medialwärts gegen den Hinterstrang, kreuzt dabei die longitudiualen Fasern dieses Stranges („Einstrahlungszone" v. Lenhossek) und lässt dann, verschieden weit von der Eintrittsstelle, seine einzelnen Fasern in den auf- und absteigenden Ast zer- fallen. Von dieser Einstrahlungszone aus gehen die Reflexcollateraleu zu den Wurzelzellen im Ventralhorn (s. Dorsalstrang). 5. Leitungsbahnen. Zusammenfassung. 5. Leitungs- Ueber die Leitungsbahnen im Froschrückenmark mangelt es sehr an zu'^ammen- exacten Angaben; Vieles lässt sich nur mit mehr oder weniger Wahrscheinlich- fassimg. keit vermuthen. L Primäre motorische Bahnen. Die primären motorischen Bahnen werden gebildet durch die Axencylinder der motorischen Vorderhornzellen 2* 20 Rückenmark, Bau. (Wurzelzellen). Diese Axencylinder treten zum grössteu Tlieil in den Bündeln der „ventralen Wurzeln" aus; einige werden aber auch in den dorsalen Wurzeln vermuthet (für die Innervation der Eingeweide). 2. Primäre sensible Bahnen. Die im Spinalganglion entspringenden Fasern der sensiblen Wurzel setzen sich , nachdem sie sich im Rückenmark in einen auf- und absteigenden Ast getheilt haben, durch Abgabe von sensiblen Collateralen und durch die Enden der Stammfasern selbst in Contactbeziehung mit Zellen verschiedener Natur und verschiedener Querschnittshöhen. Bekannt sind: a) sensible Collateralen zu den Wurzelzellen derselben Seite, sie vermitteln die directen Reflexe (kurze Reflexbahn); b) sensible Collateralen zu den Strang- und Commissurenzellen , incl. der Zellen der Clarke' sehen Säule und der „Substantia Bolandoi", derselben Seite; c) spärliche Collateralen für Strang- zellen der gegenüberliegenden Seite. — Dagegen ist bisher Sicheres über directe Bahnen, die etwa bis zur MeduUa ohiotujata aufsteigen, nicht bekannt, doch sind dieselben sehr wahrscheinlich. 3. Secundäre (centrale) motorische Bahn, üeber diese ist bisher nichts Genaues bekannt. 4. Secundäre sensible Bahnen. Auch über diese ist Manches erst vermuthungsweise anzugeben. Secundäre sensible Bahnen haben wir zu sehen in den Fortsätzen der Strang- und Commissurenzellen, um die herum sich die sensiblen Collateralen und die Enden der sensiblen Wurzelfasern selbst auf- splittern. Diese Fortsätze repräsentiren entweder kurze oder lauge Bahnen, je nachdem, ob sie bereits innerhalb des Markes ihr Ende finden oder bis zum Gehirn aufsteigen, a) Kurze Bahnen. Sicher findet ein sehr grosser Theil der Fortsätze der Strang- und Commissurenzellen innerhalb des Rückenmarkes selbst sein Ende. Diese kurzen intramedullären Bahnen, die vor Allem in den Vorderseitensträngen verlaufen, vermitteln die Fortleitung der durch'die sensiblen Aufzweigungen empfangenen Erregungen von den genannten Zellen aus in cranialer und caudaler Richtung auf der gleichen Seite (Fortsätze der Strang- zellen) oder auf der entgegengesetzten Seite, nach vorheriger Kreuzung in der ventralen Commissur (Fortsätze der Commissurenzellen). Als Empfangsstationen der Erregungen sind einmal die motorischen Wurzelzellen zu betrachten, — in diesem Falle handelt es sich um lange Reflexbahnen, d. h. um die Bahnen für die Ausbreitung von Reflexen auf der gleichen oder Gegenseite vermittelst eines Schaltneurons ; andererseits kommen als solche Empfangsstationen auch andere Zellen der grauen Substanz in Betracht, die eine noch weitere Fortleitung der Erregung übernehmen können, b) Lange Bahnen. Als lange secundäre sensible Bahnen sind auch für den Frosch bekannt: die Kl ein hirn Seiten sträng - bahn {Tractus cerehello-spinalis), aus den Zellen der „Clarke' sehen Säule" im Lateralstrang zum Cerebellum aufsteigend; der Tractus fecfo-spinalis, d. h_ Axencylinder von Commissurenzellen, die, nach der Kreuzung in der Commissura ventralis, im Lateralstrang zum Dach des Mittelhirns aufsteigen (gekreuzte secun- däre sensible Bahn, Edinger); von dieser Bahn ist wohl abzutrennen der „Tractus istJimo-sphtalis", Fasern, die nicht bis in das Mittelhirn gelangen, sondern schon im Ganglion isthmi hleihen;' der Tractus thalamo-spinali s zum Zwischeuhirn, über den genauere Angaben fehlen. — lieber Natur und Verbleib des Fascicnlns loiigitndinal/s medial/'s im Rückenmark (s. Mcdidla ohlonyata) ist nichts Sicheres bekannt. Auch über Herkunft und Schicksal der Grossfaserbündel lässt sich Geoaues noch nicht angeben. Rückenmark, Bau. 21 Aus dem Mitgetheilteu crgiebt sich , dass das Rückenmark des Frosches neben den typischen Haupteinrichtungeu , die sich in priucipiell gleicher Weise bei allen Wirbelthieren finden, auch gewisse Besonderheiten besitzt. Verglichen mit dem Kückenmark der Säuger bietet es eine Anzahl Eigenheiten, die sich bei den Säugern nicht mehr finden, andererseits fehlen ihm noch andere, die die Säuger bereits besitzen. Im Einzelnen sind folgende Punkte hervorzuheben: 1. Das Neurogliagerüst zeigt insofern noch ein primitives Verhalten, als die zelligen Elemente, soweit sie bis jetzt mit Sicherheit dargestellt sind, noch den epithelialen Charakter erkennen lassen, und die graue wie weisse Sub- stanz von Ependym fasern durchzogen werden, die bis an die Oberfläche des Markes reichen. 2. Vom Standpunkte der Annahme der nervösen Natur der üendriten und der Contactlehre muss ferner als eine Besonderheit erwähnt werden, dass die Gelegenheit zu einer gegenseitigen Beeinflussung von CoUateralen und Dendriten nicht nur in der grauen Substanz, sondern auch zwischen den Fasern des Vorderseitenstranges und in sehr reichem Maasse im Plexus circummedullaris gegeben ist. 3. Als dritte Besonderheit ist hervorzuheben das Ueberwiegen von kurzen intramedullaren Bahnen gegenüber langen, vom oder zum Cerebrum ver- laufenden. Schon in den Tabellen von Gaule findet das Verhältniss von langen und kurzen Bahnen im Froschrückenmark seinen zahlenmässigen Ausdruck. Aus diesen ergiebt sich, dass die Zahl der Strangfasern an verschiedenen Orten sehr verschieden ist: Am Uebergang zur Meditlla ohlongata ..... 56674 „ N. spin. III {Litumesc. auf.) 74699 „ N. spin. V (Pars media) 41825 „ N. spin. VII (Intumesc. post.) 61 058 Unter dem N. spin. X 16 313 Daraus geht denn zum Mindesten hervor, dass jedenfalls in der Brachial- und Lumbalanschwellung eine grosse Menge kurzer Bahnen vorhanden sein müssen, die nicht über das Gebiet der beiden Anschwellungen hinausgehen, und es ist der Schluss berechtigt, dass, wenn auch gewiss lange Bahnen vorhanden sind, deren genaue Kenntniss erst von der weiteren Forschung zu erwarten ist (über cerebrofugale lange Bahnen ist ja bisher überhaupt noch nichts mit Sicher- heit anzugeben!), doch die kurzen intramedullären Bahnen eine Bedeutung besitzen, die ihnen im Säugerrückenmark nicht mehr zukommt. Es liegt, vom Standpunkte der modernen Auffassung aus, nahe, die unter 2. und 8. genannten Besonderheiten mit einander in Zusammenhang zu bringen und in ihnen einen anatomischen Ausdruck für die hohe functionelle Werthigkeit des Froschrückenmarkes zu sehen. Man kann sich vorstellen, dass für die CoUa- teralen der in so grosser Menge vorhandenen intramedullären Fasern das Terrain der „grauen Substanz" nicht ausi'eicht und dass aus diesem Grunde die Dendriten der Nervenzellen so weit auswacbsen, um sich ausserhalb der „grauen Substanz" mit den CoUateralen zu treffen. Der „Plexus circummedullaris'-^ insbesondere erscheint unter diesem Gesichtspunkte als eine Einrichtung, die mit der reich- lichen Ausbildvmg kurzer, iutramedullärer Bahnen in engem Zusammenhange steht. In dieser reichlichen Ausbildung von Beziehungen zwischen den Elementen des Rückenmarkes selbst und dem Zurücktreten von cerebralen regulirenden Bahnen darf man aber wohl auch die anatomische Vorbedingung für die grössere 22 Gehirn. Allgemeine Uebersicht. Selbständigkeit des Rückenmarkes gegenüber dem Gehirn sehen, d. h. für die relativ grössere functionelle Bedeutung, die das Rückenmark des Frosches wie der niederen Wirbelthiere überhaupt dem Gehirn gegenüber besitzt. B. Das Gehirn. 1. Allgemeine Uebersicht. a) Eintheilung des Gehirns. Form und Grenzen der einzelnen Abschnitte. (Figg. 4 bis 8.) B. Das Ge- Auf Gi'und Vergleichend morphologischer Betrachtungen wird das hirn. 1. AUge- Vertebratengehirn , und so auch das Gehirn des Frosches , in drei meine ° ^)^Binth^- Hauptabschnitte eingetheilt: I. Ilhombencephalon; II. Mesen- Gewrnsf ccplialon; III. Prosencephalon. Von diesen zerfällt aber wieder GM^e^der das Rliombenceplialon in drei, das Prosencephalon in zwei Theile, so Abschnitte, dass im Ganzen folgende sechs Abschnitte unterschieden werden: Rhombencephalon. Prosencephalon. 1. Myelencephalon 2. Metencephalon 3. Isthmus rhombencephali 4. Mesencephalon. 5. Diencephalon 6. Telencephalon Diese sechs Abschnitte sind beim Frosch nur an der Dorsalseite des Gehirnes deutlich von einander abgesetzt, während die lateralen und ventralen Partien der drei Abschnitte des Ilhombencephalon äusserlich gleich geartet sind. Auch das Ilhombencephalon und das Mesencephalon sind an der Ventralfläche nicht sehr scharf von einander geschieden. • Das Myelencephalon (die MeduUa ohlongata) ist die Fort- setzung des Rückenmarkes; eine deutliche Grenze gegen dieses lässt sich nicht angeben. Es ist ein conischer, cranialwärts sich verdickender Gehirnabschnitt, der an der Dorsalseite durch die Verdünnung der Ventrikeldecke ausgezeichnet ist und vorn durch das Cerebellum, eine verticale, quer stehende Platte, begrenzt wird. Das C er e bellum bildet den dorsalen Theil des Metencephalon, auf dessen ventralem Abschnitt es sich erhebt. Dieser ventrale Abschnitt des Metencephalon sei als Begio suhcerehellaris bezeichnet; er ist die directe Fort- setzung der ventralen und lateralen Partien der MeduUa ohlongata^ und bewahrt auch äusserlich deren Form. Auf das Cerebellum folgt Gehirn. Allgemciue Uebersicht. 23 Pol. oceip, Gaugl. habeiui], Tract. opt. Ead. ant. N. IX, X, XI N. olfact. —Lob. olfact. Pov. limbica Fiss. sagittal, Hemisph. Nod. vascul. (Paraphys.) Commiss. habenul. Pulvinar 1 _ . , Pediculus i Epipbys. P. intercal. dieuceph. Pars impar tect. mesenc. Lob. opticus Cerebellum Emin. acustica Sulc. intermed. an der Dorsalseite ein in der Tiefe liegender und daher nicht unmittel- bar sichtbarer Deckenabsclmitt, das Velutu medulläre anterius. Es repräsentirt an der Dorsalseite den Isthmus rhom- hencephali, dem an der Ventral- fiäche, aber weiter cerebralwärts gela- gert, die Eminen- tia interpedun- cularis entspricht, ein kleines graues Höckerchen, das in einer rhombischen, durch Verbreiterung der ventralen Lau gs- fissur gebildeten Vertiefung liegt. Die lateralen Partien des Isthmus sind weder gegen die Re- gio subcerebellaris, noch' gegen die vom sich anschliessenden PeduncuU cerebri abgesetzt. Das Mesencephalon wird an der Dorsalseite durch die dorsal- und lateralwärts stark vorspringenden ovoiden Lobi optici (Corpora quadrigemina jTjg 5 anteriora) reprä- cerebeii.'^'J^^ sentir*. Sie Stellen Lob. opt. \ / / ■ jj. VIII nur Auftreibungen N. spin. n cler Decke des Me- lAf^^^^^^^ ^®^*^®P^^lon dar, die in der Mittellinie durch einen schma- len eingedrückten Streifen , L a m ina commissuralis, verbunden werden. Diese Lcmiina com- N. spin. II N. spin. III' Gehirn und Anfang des Rückenmarkes. Dorsalansicht. Pol. occip Fov. lirab. Lob. olf. Chiasma opt. Fibr. lemnisci Vagusgruppe Fibr. arcuat. ext. N. vn N. VI N. in Lob. infund. Gehirn und Anfang des Rückenmarkes. Lateralansicbt. 24 Gehirn. Allgemeine Uebev sieht. abschnitt zwischen Fio-. 6. missuralis verbreitert sich vorn zu einem kleinen dreieckigen Decken- den divergirenden Vorderrändern der Lohi optici: Pars impar tecti Mesencepliali. Den ventralen Abschnitt des Mittelhirns bilden die Pedunculi ccrehri, die in ihrer Form noch ganz den beiden Seitenhälften der Regio subcerebdlaris gleichen. Gegen diese ist nur in der ventralen ^littellinie durch cUe Eminentia interpedunadaris eine Grenze gegeben, der im Inneren des Gehirns die Isthmusgrube entspricht (Fig. 8). Die Pediinctdi cerebri werden ventral von dem Lohns itifundihidaris und der Hijpophysis cerehri bedeckt; auf der Grenze zwischen Peduncidus cerehri und Lohns opticus jeder Seite verläuft die hintere Wurzel des Tr actus opticus zum hinteren Umfang des Lohns opticus. — Von dem Diencephalon ist an der Dorsalseite die Decke als rautenförmiges Feld zwischen den Lohi optici und der Pars impar tecti Blesencephali einerseits und den Grosshirnhemisphären anderer- seits sichtbar; auf ilir liegt der Zirbelstiel, vorn erhebt sich auf ihr die Paraphysis (Adergeflechtsknoten). Der Boden des Dience- phalon wird durch das Chiasma ner cor um opticorum in zwei Hälften getheilt: eine hintere, die caudal- ventralwärts als Lohns infundihularis vorgebuchtet ist, und der hinten die Hypophysis cerehri anliegt, und eine vordere, die Lamina terminalis, die aufsteigend auch die vordere Wand des Zwischenhirns darstellt, üeber den seit- lichen Umfang des Diencephalon treten die Fasern des Tractus opticus hinweg. Das Telencephalon schliesslich lässt bei Betrachtung von allen Seiten her die beiden durch eine mediane Spalte (Fissura sagittalis) von einander . Inf. Heulisph. Prom. fascicul. Lam. terni. Tract. opt. Lob. iiifiiud. X. III Fibr. lemuisci. Eui. iuterpetl. X. V X. VI X. VII X. VIII Vaguägruppe Fibr. arc. ext. X. spiu. II Gehirn und Anfang des ßücken- markes. Ventralansiclit. Hypophysis cerebri entfernt. Linker X. opticus kurz abgeschnitten. Fic ^X. III — P. ant. 1 Hypo- — P. post. J physis Hypophysis cerebri von der Ventral- fläche. Gehirn. Allgemeine T'^ebersicht. •25 getrennten Hemisphären erkennen, von denen eine jede vorn durch die seichte Fovea limhica von dem Lohns olfactorius abgesetzt P. supraueiir (Liam. term.) Fig-. 8. P. i. c. Paraiili. Pulv. Kpipli. Diene. Div. impar. Corp. quadr. post. Cerebellum Tela chorioid. (Pid.) job. olfact. \ Gegend der \ Fiss. sagittalis, Kec. neurop. Lam. temi.i (P. iufraneur. Hypoph. lediansehnitt durch das Gehirn einer jungen Eana fusca. (Gesammtläuge 25 mm.) Vergr. 20. Wenig schematisirt. Die grau gehaltenen Theüe entsprechen Schnittflächen. Epithel des Ventrikel-Systemes roth. ist. Beide Loht oJfactorii sind in der Medianebene unter einander verwachsen. Nach den Wägungen von F u b i n i ist das Gesammtgewicbt des Central- nervensystems, wie auch das Gewicht des Gehirns allein, beim Männchen grösser als beim Weibchen. b) Die Austrittsstellen der Gehirn nerven. 1. N. olfactorius. Tritt mit zwei Wurzeln in das Gehirn. Die b) Die aus- T.T- • 1-" T11 1 Tiii 1 trittssteilen Uadh-X anterior erscheint ausserlich als vordere i'ortsetzung der der GeMm- nerven. biasalen Partie des Lohns olfactorius^ die Radix posterior beginnt am Gehirn mit einer kleinen Anschwellung auf dem lateralen Abschnitt der Fovea limhica und zieht von hier am lateralen Umfange des Lohns olfactorius nach vorn. 2. N. opticus. Schon ausserlich sind die vom Mittelhirndach zum Chiasma herabsteigenden Fasern des Tractus opticus sichtbar, die nach totaler Kreuzung im Chiasma als „iV. opticus"' weiter verlaufen. 3. N. oculomotorius. Entspringt aus der Ventralfiäche des Pedunculus cerehri., nahe der Mittellinie, bedeckt vom Lohns infnndi- hiüaris. 26 Gehirn. Allgemeine Uebersicht. 4. N. trochlearis. Verlässt das Gehirn an der Dorsalseite, und zwar aus dem Velmn medulläre anterius. 5. N. trigeminus. Tritt aus dem lateralen Umfange der Regio suhcerebellaris als kräftiger Nerv heraus. 6. N. ahducens. Verlässt das Gehirn an der Ventralfläche der Medulla oblongata, caudal von der Austrittsstelle des Acusticus, nahe der Mittellinie. 7. und 8. N. facialis und N. acusticus. Entspringen beide vereinigt aus dem Seitentheil der Medulla ohlongata, in kurzer Ent- fernung hinter dem Trigeminus. Der zweiwurzelige voluminöse Fig. 9. Supra scapula N. spin. III c) Topogra- phie des Ge- hirns. Os coccygis N. acusticus tritt dorsal von dem sehr viel schwächeren N. facialis in die „Eminentia acustica^^. 9. 10. 11. Die Wurzeln der Vagusgruppe, die in kurzer Ent- fernung von der Medulla ohlongata in ein gemeinschaftliches grosses Ganglion eintreten , entspringen, vier an der Zahl, aus dem Seiten- theil der Medial a ohlongata, in eini- ger Entfernung hinter dem Facialis und Acusticus. Mit den Wurzeln der Vagusgruppe schliesst beim Frosch die Reihe der Gehirnnerveu ab; ein „Hypoglossus" wird durch den ventralen Ast des iV. S2Jinalis II repr äsentirt. Ueber den N. p a r ietali s s. Zwischenhirn. c) Topographie des Gehirns. (Fig. 9.) In das Schädelcavum ist das Gehirn derart eingelagert, dass das Mittelhirn (die Lohi optici) als der mittlere und zugleich breiteste Theil des Gehirns zwischen den vorderen Hälften beider Ohrkapseln, d. h. zwischen beiden Ossa prootica liegt, wo ja thatsächlich auch die Schädelhöhle ihre grösste Breite besitzt. Bemerkenswerth sind noch folgende leicht zu benutzende Beziehungen: 1. Die Verbindungslinie der beiden vorderen Augenwinkel trifft die Eintritts- Topographie des Central - Nervensystems. Schematisch. Medulla oblongata. 27 stelle des X. olfacfuriK« iu die Nasenkapsel (geht also eine ganze Strecke weit vor dem Gehirn vorbei). 2. Die Verbindungslinie der beiden hinteren Augenwinkel geht durch den Puhis occijiifali:^ der Hemisphäre und die Paraphyse. 3. Die Verbindungslinie der höchsten Erhebungen beider Trommelfellringe geht durch die Mitte der Lobi i 1 zelnen Ab- Wie schon bei Betrachtung des Kückenmarkes erwähnt, giebt schnitte des ° ' ° Gehirns. der Ursprung des N. spinalis II nur an der Ventralfläche eine Grenze ^- Myeien- '■ '-' ■>- ceplialon der Medulla oblongata gegen die Medulla spinalis ab, während die 0^10^''"^) dorsale Wurzel dessell^en Nerven bereits in der Höhe des hinteren Winkels der „Rautengrube" eintritt, somit eine scharfe Grenze beider Abschnitte des Centralnervensystems an der Dorsalfläche nicht zu bestimmen ist. Vorn wird die Medulla oblongata auf der Dorsalseite begrenzt durcli das Cerebellum, während sie ventral und lateral ohne Grenze in die Megio subcerebellaris übergeht. Von hinten nach vorn zeigt sie eine Vergrösserung im transversalen Durchmesser, und ausserdem wölbt sich ihr vorderer Abschnitt bedeutender ventralwärts vor als der hintere. Was das Oberflächenrelief anlangt, so ist auf der Ventral- fläche eine Fissur a mediana ventral is deutlich ausgebildet, dringt aber nicht so tief ein, wie im Bereiche des Rückenmarkes. Sie scheidet die Fortsetzungen der beiden Vorderseitenstränge von einander. Die Dorsalfläche der Medulla oblongata zeigt die wich- tigste Besonderheit durch das Auseinanderweichen der Dorsalstränge und die Erweiterung des Centralcanales zum Ventriculus quartus, dessen Decke durcli die an ihrer Ventralfläche mit dem Ventrikel- epithel überzogene, viel gefaltete Tela chorioidea gebildet wird. Nach Entfernung der dreieckigen Tela mit ihrem Epithelüberzug übersieht man den hinteren Abschnitt des Ventriculus quartus ( — der vordere liegt unter dem Cerebellum und dem Velum medulläre anterius — ), dessen Begrenzung unter der Form eines Dreiecks mit vorderer Basis und hinterer Spitze erscheint. Genau genommen, ist og Medulla oblongata. es aber ein Fünfeck, da die Convergenz der Seitenränder_ von der durch das Cerebellum gebildeten Basis aus nach hinten zunächst gering ist und erst kurz vor der hinteren Spitze erheblicher wird, so dass hier die Seiten ränder einen deutlichen Winkel zeigen. Xur die auf diese Weise besonders abgesetzte hinterste Spitze erfährt ihre Begrenzung durch die Fortsetzung der Dorsalstränge, von der erwähnten Knickung an nach vorn wird die weitere Begrenzung jeder- seits durch einen zunächst niedrigen, dann an Höhe wachsenden AVulst gebildet, der sich dorsal von den Dorsalsträngen anlegt und mit geringerer Divergenz als diese nach vorn zieht. Er ist auf keinen Rückenmarksabschnitt zurückführbar, sondern stellt den ersten wirklichen Gehirntheil dar; da er in erster Linie zum N. acusticiis in Beziehung steht, sei er als Eminentia acustica bezeichnet. Eine Furche, die am hinteren Ende der Eminentia acustica^ also an dem erwähnten Winkel des Ventrikelrandes ihren Anfang nimmt und an dem Seitenumfange der Medidia oblongata bis gegen den Acusticus- ursprung zu verfolgen ist, trennt die Eminentia von der darunter gelegenen Fortsetzung des Dorsalstranges ab, die nach vorn hin an Ausdehnung immer mehr abnimmt. Auch die Grenze des Dorsal- stranges gegen den Vorderseitenstrang ist an gehärteten Gehirnen meist zu verfolgen in Form eines schmalen grauen Längsstreifeus oder einer seichten Furche in der vorderen Verlängerung des Sulciis lateralis dorsalis des Rückenmarkes. — In der Gegend des \'agus- ursprungs sind deutlich sichtbar Fibrae arcnatae externae ventrales, die aus der Gegend der Fissura mediana ventraUs auf- tauchen und über die Oberfläche des Lateral- und Dorsalstranges hinweg zur Eminentia acustica emporziehen. Aus den Seitentheilen der 3Iedulla oblomjata treten die Wurzeln der Vagusgruppe hervor. Es sind gewöhnlich vier, die das verlängerte Mark ventral von dem hinteren Theile der Eminentia acustica verlassen. Die am meisten caudal entspringende tritt durch den Seitenstrang hervor, die nach vorn sich anschliessenden entspringen etwas höher dorsal: aus der Fortsetzung des Sidcus lateralis dorsalis] die vorderste senkt sich in die Fortsetzung des Dorsalstranges ein. Die Abgangslinie der Wur- zeln steigt also am Mark aufwärts. In die Eminentia acustica tritt mit zwei kräftigen Wurzeln, einer dorsalen und ventralen, der N. acusticus, dicht unter ihm entspringt der viel äümieTe N. facialis. Schliesslich dringt aus dem Ventralstrang, nahe der Mittellinie, caudal vom Acusticuseintritt, der N. abducens hervor. Medulla oblongata. 29 Der Ventriculus qHartns vergrössert sich, wie im transversalen Durchmesser, so auch von hinten nach vorn bis zum Cerebellum im dorso - ventralen Durchmesser. Es hängt dies damit zusammen, dass der vordere Theil der Ventrikeldecke als Cerebellum aufgerichtet ist, somit der hintere epitheliale Theil derselben zum dorsalen Rand des Cerebellum aufsteigen muss. Die Hinterfläche des Cerebellum blickt in den Raum des Ventriciiliis quartus, dessen hinterer Abschnitt somit auch auf dem ^ledianschnitt dreieckige Form besitzt. Unter dem Cerebellum setzt sich dann der vordere Abschnitt des vierten Ven- trikels stark verjüngt fort, um in den Ventriculus mesencephali über- zugehen. Am Boden des vierten Ventrikels verläuft eine deutlich ausgebildete mediane Längsfissur, der Sulcus centralis (Stieda). Bemerk. Die Bezeichnung „Emi nentia acustica^^ ist von Eabl-Kückhard für die entsprechende Bildung am Alligatorgehii-n gebraucht worden; ich ziehe sie, da sie ganz indifferent ist, der Bezeichnung „Titberculum acusticiim'^ , die bereits eine viel speciellere Bedeutung erlangt hat, vor. Gleich hier aber sei erwähnt, dass die Eminentia acusf/ca nicht allein zum Acusticus in Beziehung steht, sondern in ihrem lateralen, faserigen Antheil auch Bestandtheile des „Corpus restiforme^^ höherer Wirbelthiere enthält. Teymen ventriculi myelencephali. Die Decke des hinteren Abschnittes des Ventriculus quartus wird von der Tela chorioidea ventriculi quarti gebildet, einer stark vascularisirten Pialamelle, die an ihrer Ventralfläche mit Ventrikelepithel bekleidet ist. Die Lamelle, deren Gefässe später geschildert werden sollen, treibt ins Innere des Ventrikels zahlreiche Falten, die in der Hauptriclitung quer verlaufen, aber spitzwdnklig einander schneiden, so dass zwischen den Falten rhombisch begrenzte Gruben entstehen (Fig. 20j. Das Epithel (Lamina chorioidea epithelialis) kleidet diese Gruben aus, ebenso wie es die trennenden Falten überzielit, es setzt sich vorn an den oberen Rand des Cerebellum, seitswärts an die olleren Ränder der wulstigen Lippen an, die den Ventrikel begrenzen (Dorsalstränge, Eminentiae acusiicae). Bau der Medulla oblongata. a) Massenanordnung in der Medulla oblongata. (Figg. 10 bis 14.) Schon im vorderen Theile des Rückenmarkes, vor der lutumescentia anterior, Bau der Me- rückt der Centralcanal immer mehr dorsalwärts, so dass die ventral von ihm ^^^^^ oWon- gata. gelegenen Massen an Höhe zu - , die dorsalen dagegen an Höhe abnehmen. Der a) Massen- Centralcanal erweitert sich zugleich, indem er dorsalwärts rückt, sein Querschnitt f^d!^ m^.^ nimmt die Form eines auf einer Spitze stehenden Rhombus an, und schliesslich oblongata. öffnet er sich durch Auseinanderweichen der Hinterstränge zum Ve ntriculus 30 Bau der Medulla oblongata. Funic. dors. Tract. sol. Niicl. corn. tlors. quartiis. Schon durcli diese Verbreiterung des Centralcanales wird in der Medulla oblongata eine Verlagerung der dorsal gelegenen Bestandtheile des Rückenmarkes bedingt, der Art, dass dieselben lateralwärts rücken, die ursprüng- lich lateralen dagegen mehr ventralwärts verdrängt werden. Diese Verlagerung wird aber noch vermehrt durch das Auftreten einer durchaus neuen Bildung: der Eminentia aeustica, deren Querschnittsfeld als „ Acusticusfeld " bezeichnet werde. Ihrem inneren Aufbau nach besteht sie in ihrer lateralen Hälfte aus markhaltigen Fasern, in ihrer medialen aus Zellmassen. Die Faser- massen der Eminetitia aeustica legen sich an den medial -dorsalen Rand des Dorsalstranges an, die z eil igen Massen — „Acusticusgrau" — sammeln sich in der dorsalen Hälfte der Ventrikelseitenwand. Doch zeigt sich in der Gegend des Acusticuseintrittes selbst das ganze Acusticusfeld so von Fasern durchsetzt, dass jene Scheidung nicht mehr möglich ist. Durch das Auftreten dieser, noch dorsal vom „Dorsalstrang" liegenden Bildung werden nicht nur die aus dem Rückenmark fortgesetzten Bestandtheile weiter verlagert, sondern es wird ihnen auch ein ganz neuer Abschnitt hinzugefügt, der schliesslich noch dadurch umgestaltend auf die ^^' ■ frühere Gruppirung wirkt, dass sich das „Acusticus- grau" durch zahlreiche Commissurenfasern mit der ventralen Commissur in Verbindung setzt. Neben diesen Alterationen, die wesentlich die dor- sale Hälfte des Markes betreffen , gehen solche der ventralen Bestand- theile einher, die haupt- Fasc. long, med.'' \ •• i i- i • ■\r i Cell, med.- ventr. sachhch in V olumcn- Querschnitt durch den vordersten Theil des Rückenmarkes, caudal abnähme der grauen und vom Austritt des N. spinaUs II. Schematisch. Vergrösserung 15 mal. -zunähme der weissen Substanz bestehen. Im Speciellen gestalten sich die Umlagerungen der Massen folgender- maassen. A. Graue Substanz. Diese verliert ihre typische Anordnung zu Ventral- und Dorsalhörnern und einer verbindenden Centralmasse. Schon im vorderen Theile des Rückenmarkes werden die Ventralhörner flacher (Fig. 10). Die beiden in der Intumescentla cervicalis vorhandenen Zellgruppen, die lateral- dorsale und die medial-ventrale, bleiben auch weiterhin erkennbar, nehmen aber an Zahl der Elemente ab, und die Einzelzellen verlieren an Grösse. Auch die Dorsalhörner flachen sich ab, in ihnen tritt aber eine besonders dichte Ansammlung kleiner Zellen unter der Sahstantia gelathwsa auf, die — um nichts zu präjudiciren — als Nucleus cornus dorsalis bezeichnet werden. Von ihnen steigen jetzt in dicken Bündeln die Commissurenfasern („Ftbrae arcuatae internae") zur Conimissura ventralis herab', lassen dabei aber die den Boden und die Seitenwände des Centralcanales unmittelbar umgebenden grauen Massen frei. Diese können nunmehr als centrales Grau besonders unterschieden werden. Des Weiteren ist aber dies centrale Grau zu trennen in eine ventrale und dorsale Hälfte, deren Grenze durch deu lateralen Winkel des auf dem Funic, lat. Cell. dors. -lat. Nucl. centr. Bau der Medulla oblongata. 31 Traft, sol. Fiiuic. dors Fasermassen Grau Zona subepith. Peripheres Grau Nucl. com. dors. Cell, dors.-lat. Querschnitt rautenförmigen Ventrikels bestimmt ist (Fig. 10). Die ventrale Hälfte — sie sei als centrales Bodengrau bezeichnet — ist durch die ganze MeduUa oblotigafa hindurch in unveränderter Lage wohl unterscheidbar; sie j" ■,, erhält eine selbständige Bedeutung dadurch , dass des Acusticusfeides auch in ihr grössere Nervenzellen auftreten, sie bleibt zudem frei von den Fasern der Commissura ventralis , wird dagegen durchquert von den Fa- sern der ventralen CoUa- teralencommissur. Die dorsale Hälfte des cen- tralen Grau, das cen- Ceii.ventr.-med. traleDeckengrau, wird Centrales Grau Fase. long. med. Nuel. centr. „„!,„„ • j x mi -i ® schon im vordersten Theile Querschnitt durch das eaudale Ende der Medulla oblongata , dicht j r> •• i i vor dem Austritt des N. spinalis II. Schematisch. Vergr. 15 mal. "^^ rlUCüenmarkes ausge- zeichnet durch das Auf- treten einer besonderen Bildung: des Tr actus solitarius, eines Bündels mark- haltiger Fasern in „gelatinöser'" Masse, das sich von dem übrigen, kleinzelligen Theil dieser Gegend deutlich abhebt (Figg. 10, 11). Im Gegensatz zu dem Boden- grau erfährt aber dieser dorsale Theil des Centralgraues weiter vorn eine erhebliche Verlagerung, so dass er von der Begreu- Fig. 12. Acusticusfeld, faseriger Theil Acusticusgrau Zona subepith. IX, X, XI Tract. sol. Fun. dors. zung des Ventrikels ab- und in mehr laterale und ventrale Lage gedrängt wird. Die grauen Massen die das „centrale Tract cerebello- spin. Centrales Grau Nucl. mot. X Fase. long. med. Fibr. arc. ext. Grau" umgeben, seien als „peripheres Grau" bezeichnet. Ihr mediales Gebiet wird von dicken Com- missurenfaserbündeln durchsetzt , zwischen denen reichliche Zel- len eine Verbindung mit dem centralen Grau herstellen. Das laterale Gebiet ist an Fasern ärmer und diese durchsetzen es in verschiedenen Richtungen. Das „periphere Grau" umfasst im hintersten Abschnitt der Medulla oblongata die Fortsetzung des Ventralhorns, der Seiten- theile und des Dorsalhorns des Rückenmarkes. In Folge der Reduction der „Hörner" bildet diese ganze periphere Zone hier auf dem Querschnitt einen nach innen offenen Viertelring (Fig. 10). Querschnitt durch die Medulla oblongata in der Gegend des Vagus- ursprungs. Die Abbildung ist aus mehreren Schnitten combinirt, linker- seits sind die Wurzelverhältnisse der Vagusgruppe, durchaus schematisch und auf einen Querschnitt gebracht, dargestellt. Die Pfeile deuten die Richtung der Leitung an. Vergr. 15 mal. 32 Bau der Medulla oblongata. Die bisherige Zusammensetzung und Anordnung des centralen und peri- pheren Graues erleidet die erste Veränderung durch die Eröffnung des Central- canales (Fig. 11), die zur Folge hat, dass die Dorsalstränge, der Dorsalhornkern und die dorsale Hälfte des centralen Graues mit dem Tractiis solitarias lateral- ventralwärts verlagert werden. Weitere Complicationen schafft das Auftreten der Eminentia aeustica, die sich medial und dorsal von den Dorsalsträngen anlegt, und mit der zugleich neue Commissurenfasern („F/hrac arciiatae /nfer)tae") auftreten, die von den grauen Massen der Emiucntia aciistica herab- ziehen (Fig. 12, a. V. S.). Sie ordnen sich dabei medial vom Tractits soKtartK^ an, somit auch medial von den bisher vorhandenen (Dorsalhorn-) Commissurenfasern, die lateral vom Tractus solitariuf^ herabsteigen. Dadurch werden die Fort- setzungen der dorsalen Rückenmarksbestandtheile weiter lateral - ventralwärts verlagert und zusammengedrängt. Der Dorsalstrang und der unter ihm liegende Dorsalhornkern rücken an der Peripherie der Medulla weiter ventralwärts; die von dem letzteren absteigenden Commissurenfasern beschreiben einen immer grösseren Bogen um den Tractns solitarius herum. Dieser und die ihn ventral umgebenden gelatinösen Massen werden ebenfalls schon dadurch lateral -ventral- wärts verlagert, dass die grauen Massen der Eminentia acustica die Seiten- begrenzung des Ventrikels in dessen dorsaler Hälfte übernehmen; sie gelangen aber, je weiter nach vorn, auch noch dadurch in immer mehr laterale Lage, dass der Dorsalhornkern in seiner Masse immer mehr reducirt wird. In dem Maasse, als dies geschieht, rückt der Tractns solitariits an den Dorsalstrang heran, bis er ihm schliesslich (in der Gegend des Vagusursprunges) ganz anliegt. Die Snbstantia gelatinosa nimmt dabei an Umfang zu. Dadurch , dass mit dem Dorsalhornkern auch die zugehörigen Commissurenfasern abnehmen und schliess- lich aufhören, wird die Grenze der auf diese W^eise in das Gebiet des „peri- pheren Grau" verlagerten Theile ganz verwischt. So hat sich also, etwa in der Gegend des Vagusursprunges, folgende Anordnung der grauen Massen auf dem Querschnitt hergestellt (Fig. 12), Die Seiteubegrenzung des Ventrikels in seiner dorsalen Hälfte wird gebildet von den grauen Massen der Eminentia acustica, die sich lateralwärts bis an die weissen Fasermassen dieses Gebietes ausdehnen; in dem ventralen nach wie vor von dem centralen Bodengrau. Dieses ist von den Veränderungen, die sich in den dorsalen Gebieten abgespielt haben, nur insofern berührt worden, als es eine neue laterale Begrenzung, nämlich durch die Acusticusgrau - Commissuren- fasern, erhalten hat. — Das dritte grosse Gebiet grauer Substanz liegt ventral und lateral von dem centralen Bodengrau , es kann auch jetzt zweckmässig als „l^eripheres Grau" bezeichnet werden, enthält aber jetzt, durch die Eini)ie)itia acustica überlagert und auf einen kleinen Raum zusammengedrängt, die Fort- setzungen des Ventralhorns , der lateralen und dorsal -medialen Theile des Rückenmarksgraues. Nur die Fortsetzung des Dorsalhorns ist bereits ver- schwunden. In seiner medianen Hälfte ist das periphere Grau von den Commissurenfasern des Acusticusgraues durchsetzt, seine laterale Hälfte ist an Fasern ärmer. Besonders faserarm und daher deutlich abgesetzt ist die lateral- dorsale Partie, medial vom Dorsalstrang und ventral vom Tractns solitarins. Diese beiden Stränge liegen unmittelbar einander an, und zwar liegt der Tractns solitarius medial von dem dorsalen Rande des Dorsalstranges. Zwischen beiden Fasersträngen und den kleinzelligen Massen des peripheren Grau liegt eine Zone „gelatinöser Substanz" — sie ist eine Ausbreitung der gelatinösen Substanz, die den Tractns svlitarinx caudalwärts zu den mpdialen Partien des Rückenmarks- Bau der Medulla oblongata. 33 graues in abnehmender Menge begleitet. Die Fortsetzungen des Ventralhorns und der Seitentheile des Rückenmarksgraues sind jetzt sehr reducirt und werden von reichlichen Nervenfasern in verschiedenen Richtungen durchsetzt, so dass eine Bildung entsteht, die wohl der Substantia reticularis höherer Wirbel- thiere entspricht. Die Zellen der medial - ventralen und der lateral - dorsalen Säule werden eng von Fasermassen umgeben. Im Ganzen besitzen die mehr faserfreien Partien des peripheren Grau auf dem Querschnitt die Form eines Dreiecks mit lateral-dorsaler Basis und medialer Spitze. — Von weiteren Veränderungen, die sich cerebral von der Gegend des Vagus- ursprunges, aber noch bevor das Auftreten des Cerebellums eine tiefer greifende Alteration hervorbringt, finden, sind bemerkenswerth : die massenhafte Aus- bildung von Markfasern in der Gegend des Acusticusursprunges (Fig. 13) und das Auftreten der mit dem peripheren Grau zusammenhängenden „Oliva superior^' in derselben Gegend. — Die Scheidung der ventralen grauen Massen in eine „centrale" und eine „periphere" Zone ist auch durch die ganze Regio siibcerebellaris und den Isthmus rhombencephali hindurch möglich, und hört erst im Mittelhirn auf, wo eine einheitliche „zellige Innen- schicht" den Ventrikel be- Querdurch- schnitteiie Faserbimdel des Acust.- Feldes Fig. 13. Nucl. acust. dors. Nucl. acust. ventr. grenzt. Fun. dors. (Bad. spin. V) Oliva sup. N. VI Fascic. long. med. Querschnitt durch die Medulla oblongata, in der Gegend des Facialis- und Aeusticusursprungs. Schematiäch. Vergr. 15 mal. B. Es erübrigt noch, einen Blick auf die Ver- änderungen der weissen Substanz zu werfen. Die Dorsalstränge flachen sich schon im vorderen Theile des Rückenmarkes ab und breiten sich zugleich nach den Seiten hin aus. Bis in die Gegend des Austrittes des zweiten Spinalnerven bleiben sie durch eine Fort- setzung der Zona marginalis von den Lateralsträugen scharf getrennt, 'dann verschwindet die Zona inarginalis, indem an ihre Stelle immer mehr mark- haltige, longitudinal verlaufende Nervenfasern treten, die aber, weil von feinerem Kaliber, die Grenze zwischen Dorsal- und Lateralstrang noch weiter (auch äusserlich) erkennen lassen. Alsdann umzieht ein einheitlicher, nur durch das Kaliber und die mehr dichte oder lockere Lage der Markfasern in einzelne Abschnitte zerlegbarer Mantel von weisser Substanz die graue Substanz. Durch das Auftreten der Fasermassen der Eminentia acustica erfährt dieser Markmantel dorsal eine Vergrösser uug, wofür aber die Dorsalstrangreste immer mehr an der Peripherie der Medulla ventralwärts verdrängt und an Masse reducirt werden, um mit dem Trigeminusausti'itt ganz zu verschwinden. Die Vor derseitenstrangmassen nehmen in der Medulla oblongata an Masse zu, entsprechend der Reduction des Ventralhoi'ns ; auch die Commissura ventr alis alba (wie auch die ventrale Collateralencommissur) gewinnt mit der dorsalen Verlagerung des Centralcanales an dorso-ventraler Ausdehnung. — Die Dorsalstrang-Fortsetzung wird mit dem Austritt des Trigeminus erschöpft; Ecker-Gau pp, Anatomie des Frosches. II. 3 34 Bau der Medulla oblong-ata. die Fasermassen der Eminentia ocustica werden schon cei'ebral vom Acusticuseiatritt scliwacli und verlieren sich dann im Kleinhirn; auch ein Theil der Vorderseitenstrangmassen tritt in das Kleinhirn ein, ein anderer setzt sich in das Mittelhirn, ein letzter Rest sogar bis in das Zwischenhirn fort. Die Commissura ventralis alba erfährt zwar in der Beg/'o siibcerehellaris eine Aeuderung ihres groben Aufbaues, doch ist bis an die vordere Grenze des Mittelhirns die ventrale Mittelebene ausgezeichnet durch zahlreiche Kreuzungen markhaltiger Fasern. b) Die einzelnen Bestandtheile der Medulla ohlongata. Die einzei- Die Anordnung der Massen auf dem Querschnitt ist durch die ganze staucuiieiie Mediilla ohlougata durch einige Besonderheiten ausgezeichnet. 1. Der Querschnitt obiongata ^^^ ^^ Flimmerepithel ausgekleideten Ventrikels ist flach und liegt sehr hoch; am Grunde des Ventrikels verläuft der Siilcus centralis, zu dem hin die beiden Seitentheile des Bodens abfallen. Die Zellen am Grunde des Sulcus sind meist pigmentreich. 2. Vom Grunde des Sulcus centralis bis zum Sulcus medianus centralis erstreckt sich ein Gliafaserseptum, Sex>tum ventrale^ in der ventralen Medianebene. 3. Eine Suhstantia gelatinosa ve)itralis der Art, wie sie das Rückenmark zeigte , ist nicht mehr vorhanden , dagegen folgt dicht unter dem Epithel des Ventrikelbodens eine fast zellfreie, „moleculäre", sub- epitheliale Schicht, die sich in eine ebenfalls sehr zellarme paraseptale (neben dem Septitm ventrale gelegene) Schicht fortsetzt. 'Diese wird von den Fasern der CoUateralencommissur und der Commissura alba durchsetzt; im Gebiete des centralen Grau liegen auch Nervenzellen in ihr. Dagegen trennt sie die Longitudinalfasern der Ventralstränge von dem Septum ventrale. 4. Jenseits der subepithelialen Zone folgen zunächst die Massen der grauen Substanz, deren Abschnitte oben als centrales Bodengrau, peripheres Grau, Acusticusgrau unterschieden wurden. In diesen grauen Massen liegen zahl- reiche kleine Zellen ohne besondere Gruppirung verstreut, ausserdem sind aber kleinere und grössere Ganglienzellen zu Gruppen vereinigt, die allerdings nicht immer ganz scharf gegen einander abgegrenzt sind. Einige derselben sind als Ursprungs- oder Endkerne von Gehirnnerven nachweisbar, bei anderen ist Zugehörigkeit und Bedeutung durchaus unbekannt. 5. Um die graue Substanz folgt dann der Mantel von weisser Substanz, in der aber auch kleine Nerven- zellen reichlich verstreut liegen. In ihm sind zu verfolgen die Fortsetzungen der aus dem Rückenmark bekannten Vorderseitenstränge, Dorsalstränge und der ventralen Gommissur, zu denen als neu hinzukommt die Faser ung der Eminentia acustica. Die Vorderstränge werden vom Septum ventrale durch die paraseptale Faserschicht getrennt, die nur von Commissurenfasern durchsetzt ist. Graue Substanz der Medulla ohlongata. Graue Sub- stanz der Med. obion- gata. 1. Centrales Bodengrau. Schon im vorderen Theile des Rückenmarkes, caudal vom N. spinalis II, tritt seitwärts von der ventralen Mittellinie, dorsal von den Fasern der Com- missura ventralis, eine Gruppe grösserer Nervenzellen auf, die Stieda als Nucleus centralis bezeichnet (Fig. 11). Damit gewinnt das centrale Boden- grau eine besondere selbständige Bedeutung , die es im Rückenmark nicht besitzt. Der Nucleus centralis erstreckt sich nach vorn bis in die Nähe der Bau der Medulla oblongata. 35 Gegend des Vagusaustrittes; er liegt uuter der subepithelialen Faserschiclit am Boden des Centralcanales und weiterhin des vierten Ventrikels, mit seinem caudalen Ende etwas weiter von der Mittellinie entfernt, nach Eröffnung des Centralcanales aber in dem Winkel, der von der subepithelialen und paraseptalen Faserschicht gebildet wird. Er wird von Collateralen durchsetzt, die beson- ders an seinem medialen Umfange ein sehr dichtes Gewirr bilden. In dieses tauchen die Fasern der ventralen Collateralencommissur ein. Ausserdem sind deutlich kräftige Fasern, die von dem Nucleus centralis aus ventralwärts treten. Diese scheinen die Nervenfortsätze der Zellen zu sein; ihr Verbleib ist mit Sicherheit noch nicht festgestellt, doch schien es mir, dass sie in die ventralen Wurzelbündel des X. spinalis II eintreten. Jedenfalls spricht nichts für die Annahme, dass der Kern dem Vagus zugehöre; ebenso wenig ist es wahrschein- lich, dass die Zellen sensibler Natur seien, wie gemeint worden ist. Vor dem Vorderende des Nucleus centralis sind im centralen Grau keine grossen Nervenzellen mehr vorhanden , w^ohl aber zeigt diese Gegend auch weiterhin, abgesehen von den sehr zahlreichen kleinen Zellen, die in mehr oder minder deutlichen Reihen concentrisch zum Ventrikelboden angeordnet sind, mittelgrosse, oft pigmentirte Nervenzellen, die sogar vielfach selbst im Septum ventrale liegen. Besonders zahlreich sind sie in der Gegend des Vagus- und des Ab du cens Ursprunges. Vor diesem sind nur noch kleine, reihenweise ange- ordnete Elemente im centralen Bodengrau vorhanden. Zwischen die Commissureu- fasern vorgeschobene Elemente setzen die Gruppe centraler Nervenzellen in Verbindung mit denen des Ventralhorns. Ueberall ist das centrale Bodengrau von der ventralen Collateralencommissur durchsetzt. 2. Peripheres Grau der Medulla ohlongata. Besondere Bildungen des „peripheren Grau" sind : a) Die Fortsetzung der medial - ventralen Zellsäule; b) die Fortsetzung der lateral - dorsalen Zellsäule; c) die Fortsetzung des Dorsalhorns: Nucleus cornus dorsalis; d) die „lateralen kleinzelligen Massen"; e) die Olira superior. a) Medial-ventrale Zellen. In der Verlängerung der medial -ventralen Zellgruppe des Rückenmarkes lassen sich durch die ganze Medulla ohlongata, ja selbst bis in die Regio suhcerehellaris hinein, mittelgrosse Zellen, freilich nicht in zusammenhängender Reihe, sondern sehr vereinzelt, verfolgen. Mit der Abflachung des Ventralhorns in der Medulla ohlongata rücken diese Zellen mehr dorsalwärts und sind dann lateral vom Fasciculus longitudinalis medialis zu suchen. Von dem centralen Grau sind sie durch dicke Bündel von Commissuren- fasern getrennt , zwischen denen jedoch gelegentlich mittelgrosse Zellen liegen, die eine Verbindung beider Gruppen herstellen. Je weiter nach vorn, um so mehr werden die medial - ventralen Zellen von Nervenfasern umschlossen und damit auch von den lateral - dorsalen Zellen abgetrennt. Etwas deutlicher wird die Zellgruppe in der Höhe des Vagus Ursprunges, vor Allem aber formirt sie in kurzer Entfernung caudal von dem Acusticuseintritt den Ursprungskern des N. ahducen s. Besonders an den beiden zuletzt genannten Stellen stehen die medial-ventralen Zellen mit den Zellen des centralen Bodeugrau in Verbindung. Ito. Isthmus rliomhencepliali nimmt der Trochleariskern diese Zellreihe wieder auf. b) Lateral-dorsale Zellen. Diese liegen lateral von den vorigen, ventral von dem Winkel, an dem der Boden des vierten Ventrikels in die Seitenwand übergeht , und sind , wenn auch mit Unterbrechungen, bis in die Regio subcere- 3* 36 Bau der Medulla oblongata. hellaris zu verfolgen. Mehrere Gruppen sind zu unterscheiden. 1. Der noch inner- halb des vordersten Rückenmarksabschnittes liegende Theil der Zellsäule ist, wenigstens mit grosser Wahrscheinlichkeit, als ürSprungsgebiet des auf- steigenden Vagusantheils (Accessorius) zu deuten. 2. In der Gegend des Vagusaustrittes liegt an der entsprechenden Stelle eine Gruppe von zahlreicheren und dichter stehenden Zellen: Nucleus motorius N. vagi (Fig. 12). 3. In einiger Entfernung vor diesem, durch eine Lücke getrennt, folgt als Fortsetzung der lateralen Zellsäule eine kleine Gruppe von Zellen: Xitcleus motor ius N. facialis (Fig. 13). Er liegt in der Höhe des Facialisaustrittes , vor dem Abducenskern, umgeben von zahlreichen Nervenfasern. 4. Vor dem Facialiskern, fast an ihn anschliessend, folgt deTXucleus motorius N. trigemini (Fig. 14). Er ist sehr ausgedehnt: während seine hintere Spitze noch ventral von dem Acusticuskern , in der Höhe des Acusticuseintrittes liegt, erstreckt sich die vorderste Spitze noch in die Begio subcerebellaris hinein. Auch die Zellen dieses Kernes liegen zwischen sehr zahlreichen, in verschiedenen Richtungen ziehenden Nervenfasern. c) Xitch'iis cornus clor sali s. Mit dem indifferenten Namen „Hinter- hornkern" bezeichne ich die Massen kleiner Zellen, die in besonders dichter Ansammlung im Kopf des Hinterhorns unter der Substantia gelatinosa schon im vorderen Rückenmarksgebiet auftreten (Fig. 10). In sie hinein treten von der Dorsalseite her durch die Substantia gelatinosa Fasern aus den hier bereits abgeflachten Dorsalsträngen , und andererseits ziehen — und darin liegt ausser in der dichteren Lage der Zellen noch eine Berechtigung, diese Massen als eine besondere Gruppe aufzufassen — von ihrem ventralen Umfang Fasern zur Commissura veutralis in dicken Bündeln herab {Fibrae arcuatae internae, Dorsalhorn- Commissurenfasern, Schleifenfasern). Sie biegen, nach der Kreuzung in der Commissura ventral is, in Längsfasern des Vorderseiten- stranges der Gegenseite um ; weiter vorn , besonders in der Gegend des Vagus- ursprunges, ziehen sie aber auch ah Fibrae arcuatae externac centrales zu dem Acusticusfeld der gekreuzten Seite empor. Der Hinterhornkern folgt dem Dorsalstrang bei dessen Verlagerung; er bildet an der Unterfläche desselben ein auf dem Querschnitt sichelförmiges Feld, dessen laterale Peripherie durch einen dünnen Streifen „Substantia gelatinoMi"' gebildet wird, während medial kleine Zellen liegen. In der Höhe des Vagusursprunges hat der Kern sein Ende erreicht ; auch die Dorsalhorn-Commissurenfasern hören in dieser Gegend auf. Aus der Thatsache , dass sich die Fortsetzung des „Dorsalstranges" in der Medulla oblongata aus spinalen Wurzelfasern des Vagus und Trigeminus zusammensetzt , ergiebt sich wenigstens die Vermuthung , dass auch der „Dorsalhornkern" nicht allein zu aufsteigenden sensiblen Fasern des Rücken- markes in Beziehung steht — doch ist Genaueres hierüber nicht bekannt. d) Laterale kleinzellige Massen. Mit diesem Sammelnamen sollen alle Massen des peripheren Grau nach Abzug der medial - ventralen und lateral- dorsalen Zellsäule, des Hinterhornkernes und der Olica supcrior zusammengefasst werden. Es handelt sich also um die kleinzelligen Massen in der Fortsetzung des Ventralhorns , aber auch der lateralen und dorsalen Partien des centralen Rückenmarksgraues. — Die zelligen Elemente dieses Gebietes sind klein und gleichen der Hauptmenge der Zellen des Rückenmarkes („Strangzellen"). — Der von zahlreichen Nervenfasern durchsetzte mediale Abschnitt der ganzen Masse ist wohl mit der „Substantia reticularis" höherer Wirbelthiere zu ver- gleichen („ Associationsfeld"). Von ihm zu unterscheiden ist der dorsal- Bau der Merlulla oblougata. 37 laterale Bezirk, der durch die Einlagerung des Tracfus' solitar/KS , sowie durch seine sonstige Faserarmuth ausgezeichnet ist, und der die Fortsetzung der dor- salen Partie des centralen Rückenmarksgraues bildet. Die gelatinöse Masse, die den Tractus solitarias begleitet und die sich vergrössert, je weiter der Tractus nach aussen rückt , trennt die kleinzelligen Massen dieser Region vom Tractus sol/tar/KS selbst sowie vom Dorsalstrang, sobald sich der Tractus diesem angelegt hat. Es scheint, dass die in Rede stehenden kleinzelligen Massen End gebiete für sensible Wurzelfasern des Vagus und Trigeminus darstellen. — Ueber deu Tractus solitarius s. unten. e) Oliva sitperior (Fig. 1.3). Dies ist eine Gruppe kleiner Zellen in „gelatinöser" Grundsubstanz, die in dem Gebiet vor dem Abducensursprung, also in der Höhe des Acusticuseintrittes, gelegen ist. Sie findet sich Inder weissen Substanz , und zwar in deren lateral - ventraler Partie , bis nahe an die ventrale Oberfläche der Mednlla ohlongata reichend, hängt aber mit den seitlichen Partien des peripheren Grau zusammen. Der Kern ist von massenhaften Nervenfasern umzogen, doch sind seine Verbindungen noch unbekannt, daher ist es auch fraglich, ob er seinen Namen mit Recht verdient; doch kann wohl mit Sicher- heit gesagt werden, dass er nicht der Oliva inferior entspricht, wie frühere Autoren meinen. 3. Acusticusgrau. (Fig. 13.) In der hintersten Partie des Acusticusgrau liegen kleine Nervenzellen ohne besondere Gruppirung. Eine solche wird von der Gegend der vorderen Vaguswurzeln an bemerkbar. Zu unterscheiden sind: ein kleinzelliger dor- saler und ein grosszelliger ventraler Acusticuskern. — a) Der klein- zellige dorsale bildet eine Gruppe kleiner Zellen, die sich im hinteren Abschnitt medialwärts scharf von der subepithelialen Faserschicht absetzt, während sie weiter vorn, in der Gegend des Acusticuseintrittes selbst, von dieser Schicht durch Massen von Markfasern abgetrennt ist. An dieser Eintrittsstelle des Acusticus nimmt der dorsale Kern ein auf dem Querschnitt rundes Feld ein, das allseitig von Nervenfasern umgeben ist. Vor dem Acusticuseintritt setzt er sich in die kleinzelligen Massen unter der Basis des Cerebellum fort. — b) Die Elemente des grosszelligen ventralen Acusticuskernes liegen nicht so eng gruppirt, wie die des dorsalen, sondern verstreut zwischen kleineren Gebilden und vor Allem von einander getrennt durch Nervenfasern, die in dicken Bündeln in verschiedenen Richtungen zwischen ihnen hindurch verlaufen. Auf Weigert-Präparaten sind sie daher nur schwer zwischen den Fasermassen zu sehen. Vor dem Acusticuseintritt hören die grossen Zellen des Acusticusfeldes auf. — Vom ganzen Acusticusfelde ziehen massenhaft Fasern auch zur ventralen Commissur herab. Doch ist Genaues über die Verbindungen der Acusticuskerne beim Frosch bisher nicht bekannt. Weisse Substanz der Medulla ohlongata. weisseSub- stanz der 1. Vorderseitenstränge. (Figg. 10 bis 13.) gata! ° Die Vorderseitenstränge gewinnen in der Medulla oblougata an Masse; bis zum Trigeminusursprung stossen sie jederseits dorsalwärts an die Fortsetzung des Dorsalstranges, dann an das Acusticusfeld, Von jedem Ventralstrang wird 38 Bau der Med Ulla oblong ata. in der Medulla ohlotigata durch die Fasern der ventralen Commissur eine medial- dorsale Gruppe wesentlich sehr grosskalibriger Fasern abgetrennt, die ein auf dem Querschnitt ovales Bündel bilden: den Fasciculus longitudinalis med i all s. Sein hinteres Ende liegt noch caudal vom X. spinaJis II, ventral von dem hinteren Ende des Xucleus coitmJis. Das Bündel zieht dicht unter dem centralen Bodengrau nach vorn , ist aber weit über die Medulla ohlongata hinaus nach vorn bis ins Mittelhirn zu verfolgen. — Schon caudal vom Vagus- ursprung treten in dem Vorderseitenstrang reichlich Fihrae arcuatae externae ventrales auf, die von der Coninussura ventralis aus im Bogen an der Ober- fläche und durch die Masse des Vorderseiten- und Dorsalstranges bis zum Acusticusfeld aufzusteigen scheinen. Besonders reichlich, und daher auch äusser- lich gut sichtbar, sind sie in der Gegend des Vagusursprunges, und auch in der Gegend des Facialisursprunges ziehen kräftige Fasern aussen über den Dorsal- strangi'est herüber. Es ist anzunehmen , dass in der That eine Anzahl der Bogenfasern den ganzen oben geschilderten Weg laufen, also eine Vei'bindung des Hinterhornkernes mit dem Acusticusfeld der gekreuzten Seite herstellen, andere scheinen dagegen nur aus dem Seitenstrang derselben Seite zum Acusticus- feld emporzuziehen. Durch die Vorderseitenstränge der Medulla ohlongata steigen einerseits die vom Rückenmark her kommenden Bahnen zum Gehirn auf: Tractus cerebello-sjnnales, Tractus isthmo-spinales, Tractus tecto-spinales und Tractus ilmlamo- spinales; andererseits gesellen sich diesen hier neue Massen hinzu, die freilich des Genaueren für den Frosch noch wenig bekannt sind (vom Acusticusfeld, vom Dorsalhornkern ; von besonderen sensiblen Nervenendkernen der Medulla ohlongata [?]). Es darf aber gefolgert werden, dass von den durch die Commissura rentralis ziehenden Fasern ein grösserer Antheil zum Mittel- hirn und Zwischenhirn aufsteigt, dass in diesen Zügen also die Mittel- und Zwischenhirnschleife zu sehen ist. Fügen wir noch hinzu, dass jene Schleifenfasern als „Fihrae arcuatae internae''^ vom Dorsalhornkern und vom Acusticusfeld (und den lateralen Partien des peripheren Grau ?) herab- kommen , so ist damit Alles gesagt , was sich mit einiger Sicherheit über diese Bahnen sagen lässt. Im Speciellen sind ihre Anfangs- und Endstationen sowie ihre Topographie innerhalb der Vorderseitenstränge noch festzustellen. Nur die zum Kleinhirn aufsteigenden Bahnen des Lateralstranges werden schon innerhalb der Medulla oblo)igata unterscheidbar: das von ihnen eingenommene Feld stösst unmittelbar an den Dorsalstrang (resp. die Fortsetzung der Zona marginalis) und weiter vorn an das Acusticusfeld an (s. „Verbindungen des Klein- hirns"). — In seiner eigentlichen Bedeutung unbekannt ist auch beim Frosch noch der Fa s c i c u l u slongitud i n a l i s m e d i a l i s (das „hinter eLängsbündel"). Vom vorderen Theile des Rückenmarkes an unterscheidbar ist es bis in das Mittelhirn hinein zu verfolgen; Verbindungen zu verschiedenen Gehirnnerven und Gehirnnervenkemen sind beschrieben worden (Augenmuskelnerven, Facialis Acusticus), doch ist eine Einigung über die Natur des Bündels und seiner Ver- bindungen noch nicht erzielt. 2. Commissura ventralis alba. Während im grössten Theile des Rückenmarkes die Fasern zur ventralen Commissur aus verschiedenen Höhen des Querschnittes herabziehen, kommen sie, von dem Auftreten des „Hinterhornkernes" an, in der Hauptsache von diesem her und steigen von hier aus in dicken Bündeln ah Fihrae arcuatae internae Bau der Medulla oblongata. 39 aussen um den Tractus solitarius herum, um sich in der ventralen Commissur mit denen der Gegenseite zu kreuzen. Vom Auftreten des Acusticusleldes an ziehen auch von diesem solche Fihrae arcuatae internae zur Commissur herab, aber medial vom Tractus solitarius, und kreuzen sich im ventralen Theil der Commissur, zu einem dichten Bündel zusammengedrängt, unter spitzen Winkeln. Im dorsalen Theil der Commissur kreuzen sich dann die Fasern, die aus den lateralen Gebieten des peripheren Grau kommen, unter mehr stumpfen Winkeln. Durch die Züge der spitzwinkligen Kreuzung wird der Fasciculns lu )i (j ituäinali s mcdialis abgetrennt, der aber weiter vorn auch durch Coramissurenfasern durchsetzt wird. Schliesslich macht sich, je weiter nach vorn, um so mehr bemerkbar ein sich kreuzender Faserstrang, der am meisten dorsal in der Commissura ventralis liegt und in fast querem Verlauf vom oberen Umfange eines Fasciculus longitudinalis medialis zum anderen zieht. Die „Commissura rentralis" stellt, in der Hauptsache jedenfalls, eine Decussatio dar. Die hauptsächlich vom Dorsalhornkern und Acusticusfeld herabziehenden Fasern — zu denen aber wohl auch solche aus den übrigen Gebieten des peripheren Grau kommen — kreuzen sich hier mit denen der Gegenseite und biegen nach der Kreuzung in die Längsrichtung der Vorder- seitenstran gfasern um (Schleifenkreuzung, Schleifenfasern). Doch wurde schon oben der Fihrae arcuatae externae ventrales Erwähnung gethan, und die Wahrscheinlichkeit ausgesprochen, dass mindestens ein Theil von diesen die directe Fortsetzung von Fihrae arcuatae internae sei, die als Fihrae arcuatae externae zum Acusticusfeld der gekreuzten Seite aufsteigen. — • Genaueres über die Bestandtheile der ventralen Commissur, die gewiss noch vielfältiger Natur sind, ist noch nicht bekannt. 3. Dorsalstränge. Die Dorsalstränge flachen sich im vorderen Theile des Rückenmarkes ab, werden durch die Eröffnung des Centralcanales lateralwärts verlagert und durch die „Eminentia acustica" noch weiter am lateralen Umfange der Medulla oblon- gata ventralwärts verdrängt. Die Zweitheilung in einen Funiculus gracilis und cuneatus hört auf, indem von der medialen Seite her eine Reduction des Dorsal- stranges stattfindet, wohl durch Aufsplitterung der Fasern um die Zellen des Nucleus cornus dorsalis. So ist der Dorsalstrang, immer kleiner werdend, zu verfolgen bis an den Eintritt der sensiblen Trigeminuswurzel. Er bleibt dabei in ganz oberflächlicher Lage und somit äusserlich erkennbar, doch wird er besonders in der Gegend des Vagusursprunges von zahlreichen Fihrae arcuatae externae umfasst, die zum Acusticusfeld aufsteigen, und unter dem Facialisaustritt wird er durch solche Fihrae arcuatae sogar etwas von der Oberfläche abgedrängt. Durchsetzt wird er von zahlreichen Fihrae arcuatae externae in dorso- ventraler Richtung; ausserdem in querer Richtung von einigen Wurzelbündeln des Vagus, der motorischen Facialiswurzel und zahlreichen Bündeln der sensiblen Trigeminus- wurzel. Die sensible Trigeminuswurzel bildet seinen vordersten Theil, weiter hinten tritt der Vagus in ihn ein. So zweifellos aber diese, zuerst von Strong scharf hervorgehobene Thatsache ist, so scheint mir doch der grösste Theil der Vagusfasern den Dorsalstrang nur zu durchsetzen , um zu den medial von der Eintrittsstelle gelegenen Partien des peripheren Grau zu gelangen; ob aber ein grösserer Theil der Vagusfasern in den Dorsalstrang selbst einbiegt, scheint mir nicht ganz ausgemacht. Jedenfalls wird die Fortsetzung des Dorsalstranges in der Medulla oblongata, ausser von aufsteigenden Rückenmarksfasern, hauptsäch- 40 Bfi^i flei' Meilulla oljlongata. lieh gebildet von spinalen (absteigenden) Wurzelfasern des X tn'ficiii/)nis^ daneben, in unbestimmter Mächtigkeit, von solchen des N. cagus. Zu welchen Empfangsstationen diese Fasern gelangen, bleibt noch festzustellen. Im Auge ist zu behalten, dass die Fortsetzung des Dorsalhorns in der Höhe des Vagus- ursprunges ihr vorderes Ende ei'reicht, und dass von hier aus nach vorn dem Dorsalstrang graue Massen anliegen, deren rückwärtige Fortsetzungen sich in mehr medialer Lage finden (Umgebung des Tr actus solitarins). — Wegen seiner Beziehung zum Trigeminus wird der Dorsalstrang in der MeduUa ohJongafa auch — mit Kecht — als „Budix a^iceiidens'''' (besser: „Radix spinalis'''') Trigemini bezeichnet. 4. Fasermassen der Eminentia acustica. (Figg. 12, 13.) '^ Es darf als sicher gelten, dass in den Fasermassen des Acusticusfeldes nicht nur Elemente zu sehen sind, die zum Acusticus in Beziehung stehen, sondern auch Rückenmarksbestandtheile , die weiterhin in das Kleinhirn ein- treten. Beide Acusticuswurzeln strahlen in das Acusticusfeld ein, ein Theil ihrer Fasern geht direct einwärts zu den grauen Massen des Acusticusfeldes, andere biegen caudalwärts in die Längsrichtung um. Den Acusticuswurzeln entstammen die Hauptfasermassen des Acusticusfeldes; von ihnen treten zahl- reiche Fasern medialwärts zu den hier gelegenen Acusticuskernen. Schon oben wurde bemerkt , dass diese grauen Massen von zahlreichen , in verschiedenen Pachtungen sich kreuzenden Fasern umsponnen werden, über deren Bedeutung aber Nichts bekannt ist. Koppen vermuthet, dass die grosskalibrigen Fasern des Acusticusfeldes zum Theil aus dem Grossfaserbündel des Ventralstranges der gekreuzten Seite stammen. Zu den Acusticusbestandtheilen des Acusticusfeldes kommt aber noch ein Zuwachs durch Fibrae arcuatae externae ventrales. Dieselben sind bereits geschildert (s. Vorderseitenstränge) und für ihre Herkunft zwei Möglichkeiten angegeben worden: der Hinterhornkern der gekreuzten und der Seitenstrang derselben Seite. Eine Sonder ung der Rückenmarksbestandtheile des Acusticus- feldes von den absteigenden Acusticusfasern ist nicht möglich ; die Fasern des Acusticusfeldes laufen in sehr verschiedenen Richtungen durch einander und nur in der Gegend des Acusticuseintrittes selbst ist die Anordnung insofern klarer, als man hier deutlich zwischen den quer einstrahlenden Acusticusfasern kleine Bündel von Nervenfasern in longitudinaler Richtung hindurchziehen sieht. — Cerebral von dem Acusticuseintritt nimmt das „Acusticusfeld" an Fasermassen sehr ab und diese biegen dann zuerst von allen Rückenmarks- strängen, d. h. am meisten caudal, in das Kleinhirn ab, wo die Fasern enden. Ausser den Rückenmarksantheileu verlaufen auf diesem Wege gewiss auch cerebellare Acusticus- [und Trigeminus- (?)] bahnen, doch ist weder bekannt, wie gross der Antheil, noch welches die specielle Natur dieser Kleinhirn -Nerven- verbindungen ist. Jedenfalls darf nicht die ganze Verbindung des Kleinhirns mit dem Acusticusfeld als „absteigende Acusticuswurzel" aufgefasst werden; die Rückenmarksbestandtheile überwiegen. 5. Tractus solitarius. {Fasciculus communis Osborn. Von Strong, offenbar ganz mit Recht, als „Fasciculus solitaritis" gedeutet. Auch von früheren Autoren gesehen , aber verschieden gedeutet.) (Figg. 10 bis 1.3.) Bau der Medulla oblonsvata. Metencephalon u Isthmus vhomb. 41 Der Tnicfufi aolitariu/^ wird schon caudal von der Eröffnung des Central- canales im Rückenmark sichtbar. Hier liegt er dicht neben der dorsalen Hälfte des erweiterten Centralcauales in der grauen Substanz, als ein auf dem Quer- schnitt ovales Gebilde von „gelatinösem" Aussehen, in dem spärliche longitu- dinalö feine markhaltige Fasern verlaufen. In der Medulla ohlomjata rückt er weiter lateral- und ventralwärts und nimmt dabei an Umfang zu. Sein Quer- schnitt ist alsdann mehr kreisfeirmig; seine laterale Peripherie wird von längs- verlaufeudeu Markfasern gebildet, denen medial eine Säule gelatinöser Substanz mit kleinen Zellen (Nucleus tractus solitarii) anliegt. In der Höhe des Vagusaustrittes ist das Bündel am kräftigsten, es liegt hier ganz lateral, neben dem Dorsalstrang; in seiner ventralen Umgebung liegt eine grössere Zone gelatinöser Substanz , die beide Stränge von den lateralen grauen Zellmassen trennt. Ein grosser Theil der Fasern des Tractus wird durch Wurzelfasern der Vagusgruppe gebildet, woher sich die Mächtigkeit des Bündels an der Vagus- eintrittsstelle erklärt. Der vordere verschmälerte Theil biegt ganz in den Facialis ab. Das Bündel stellt also eine sensible, spinale AVurzel des Facialis und der Vagusgruppe dar; als „Endkern" ist in erster Linie der Nucleus tractus solitarii zu nennen, doch dürften auch die kleinzelligen Massen der Umgebung in Betracht kommen. Nervenursprünge der Medulla oblongata. Siehe am Schlüsse des Abschnittes „Gehirn". 2. Metencephalon und 3. Isthmus rhombencephali 2. Meten- (Cerebellum, Veliim medulläre anterius, Regio subcere- 3. isthmns' rhomben- bellaris, Eminentia interpeduncularis). cephaii. Die gemeinsame Besprechung der Theile des Metencephalon und des Isthmus rhoml^enceiihali rechtfertigt sich durch das Zurücktreten der Isthmusbestandtheile am erwachsenen Hirn. Das Cerebellum erscheint beim Frosch in sehr einfacher Form, es entspricht nur dem „Vermis" höherer Wirbelthiere und ist eine dünne, quer aufrecht stehende Platte, deren Basis seitwärts auf dem dorsalen Abschnitt der Regio suhcerebellaris sich erhebt, der in der Fortsetzung der Eminentia acustica liegt. Ihr oberer Rand fällt von der Mitte aus nach beiden Seiten leicht ab, seine höchste Erhebung reicht fast bis zum Niveau des Mittelhirndaches empor. Mit ihrer Vorderfläche schmiegt sich die Platte eng dem hinteren Umfange des Mittelhirns an, so dass ihre Seitentheile etwas nach hinten convex vorgebuchtet werden, während sich in der Mitte der Hinterfläche eine leichte mediane Einziehung bildet. Die Vorderfläche des Cerebellum ist von den Lobi optici durch eine Querspalte getrennt, in die die stark pigmentirte Pia eindringt; die Hinterfläche des Cerebellums blickt in den vierten Ventrikel. Auf Sagittalschnitteu (Fig. 8) erkennt man, dass der freistehende Theil der Cerebellarplatte sich etwas verschmälert von dem Theil abhebt, der den vorderen Theil des vierten Ventrikels 42 Bau des Metencephalon urirl Isthmus rhombencephali. direct bedeckt. Diese basale Platte geht continuirlich über in das Veluni medulläre anterius, das in der Tiefe der Querspalte zwischen Cerebellum und Lobi optici die Gehirndecke bildet. Nahe der Mittellinie tritt jederseits aus dem Velum ein N. trochl Saris heraus. Die Regio suhcerebellaris (Wlassak. Reissner und Stieda bezeichnen sie als Pars commissuralis) zeigt äusserlich keinen bemerkens- werthen Unterschied von der Medulla oblongata^ deren Fortsetzung sie bildet. Sie ist ventral wärts stark vorgewölbt und durch eine Fortsetzung des Sulcus medianus ventralis in zwei seitliche Hälften geschieden. Ihr Transversaldurchmesser ist grösser als der der Cerebellarplatte; die Grenze gegen diese ist äusserlich bezeichnet durch eine Einschnürung über der Wurzel des iV^ trigeminus. Dieser tritt aus dem Seitentheile der Regio subcerebeüaris heraus. Nach vorn reicht die Regio siibcerebellaris bis zu der Eminentia interpeduncularis , die dem „Isthmus^^ rhombencephali entspricht. Sie ist ein graues Höckerchen, das in einer kleinen rautenförmigen Vertiefung liegt, zu der sich der Sulcus medianus erweitert. Es ent- spricht der Lage der Isthmusbucht und des Ganglion int er - pedunculare (s. später). Der Sagittalschnitt (Fig. 8) zeigt, dass der Boden des „Isthmus", also die Eminentia interpedunciilaris ^ ver- glichen mit der Lage des Velum mediälare anterius, cerebralwärts vorgeschoben ist. Bau des Metencephalon und des Isthmus rhombencephali. (Figg. 14 bis 16.) Bali des Der im Gebiete der Medulla oblongafa sehr erweiterte vierte Ventrikel ^^iioii''"uua ^^^'^^ ^i^^ verjüngt unter das Cerebellum und das Velum medulläre anterius ioi% um des Isthmus alsdann in den Ventrieulus mesenceplicdi überzugehen. Im Gebiete des Isthmus cephaii. zeigt er eine ventralwärts gerichtete, der Eminent ia interpeduncuJaris entsprechende Erweiterung: Isthmusgrube (s. Fig. 8). Im Metencephalon erhält der Ven- trikel wieder einen dorsalen Abschluss durch eine solide Decke. Dieser Abschluss wird gebildet durch den mittleren Theil der Cerebellarplatte, und vor dieser durch das Velum medulläre anterius, d. h. eine Commissurenplatte, die aus quer- verlaufenden sich kreuzenden Markfasern besteht. — Auf einem Querschnitt durch das ganze Metencephalon (Fig. 15) setzt sich die liegio subcere- hellaris durch eine Einziehung des lateralen Conturs von der Cerebellarplatte ab. Die ventrale Hälfte des Querschnittes entspricht der Refjio suhcerebellaris, sein ventraler Umfang zeigt die Einziehung des Sulcus mcdia)ii(s. Der dorsale, der Cerebellarplatte entsprechende Abschnitt des Querschnittes verbreitert sich über die Grenzeinziehung, um dann wieder an Transversaldurchmesser abzu- nehmen. In der Mitte des Gesammtquerschnittes liegt auf der Grenze zwischen Hau des Metencephalon und Isthmus i-homboncephali. 43 beiden Hälften der Querschnitt des Ventrikels. Er ist flach und besitzt im Ganzen die Form eines niedrigen Rhombus, doch ist jederseits vom Sulcus centralis der ganze Boden , und jederseits von der dorsalen Spitze die mediale Ausstiahhiug des Acusticusfekles Fig. 14. V, Kad. mot. Tract. cerebello- spJD. Cerebellum Str;it. granul. Acusticusgrau Aciisticiisfeld (Fasermassen) V, Rad. sens. V, Rad. mot. Nucl. mot. V Fase. long. med. Nicht genau symmetrischer Querschnitt durch die MeduUa oblongata in der Gegend des Trigeminus- ursprnngs. Rechterseits geht der Schnitt noch durch den Trigeminusursprung , linkerseits gellt er bereits vor dem Nerven vorbei und trifft die Einstrahlung des Acusticusfeldes in das Cerebellum. Schematisch. Vergrösserung 15 mal. Hälfte der Decke in den Ventrikelraum vorgewölbt. Die lateralen Ecken des Rhombus liegen etwas ventral von dem Niveau der seitlichen Grenzeinziehungen, so dass die ventrale und ein Tlieil der dorsalen Hälfte des Ventrikels in die Hegio suhcerehellaris, der obere Theil der dorsalen Hälfte in die Cerebellarplatte Fig. 15. Körnerschicht I Purkinje 'sehe Zellen Moleculare Schicht Cerebellum Acusticusfeld - Faserung Tract. cerebello - spinalis Epithel Subepitheliale Zone Centrales Bodengrau Regio subcerebellaris Ventralhom-Best. Fase long. med. QuerBchnitt durch das Metencephalon, vor dem Trigeminusaustritt. Schematisirt. Vergr. 15 mal. hineinragt (Fig. 15). — Die allgemeine Anordnung der Massen in der Begio subcerebellaris und in den ventral - lateralen Theilen des Isthmus gleicht noch der in der Medulla obloncjata; die Cerebellarplatte und das Velum medulläre anterius besitzen ihre eigene Structur. 44 Bau fies Metencephalon und Isthmus i'hombencepliali. StructurdesCerebellum. Die Cerebellarplatte stellt nur den aufgerichteten und verdickten vorderen Abschnitt der Decke des vierten Ventrikels dar, der jedoch eine besondere Structur erlangt hat. Die Platte lässt sechs, in caudo-cranialer Richtung auf ein- ander folgende Schichten unterscheiden. Diese stellen aber nicht einfach frontal stehende Platten dar, sondern die fünf hinteren sind parallel der Facies caudalis des Cerebellum gekrümmt; d. h. eine jede von ihnen besteht aus zwei symme- trischen Hälften, von denen jede im verticalen und transversalen Durchmesser caudalwärts convex gekrümmt ist (s. Fig. 8 u. 20). Jede Hälfte besitzt somit die Form einer nach vorn offenen flachen Schale, die zudem etwas im Ganzen nach hinten geneigt ist. So erklärt sich, dass der reine Frontalschnitt von den fünf hinteren Schichten mehr oder minder deutlich jeder seits das Bild concen- trischer gekrümmter Linien giebt , die ein mittleres , der vordersten , sechsten Schicht entsprechendes Feld umziehen (Fig. 15). Die Schichtung der Cerebellar- Fig. 16. Decuss. veli (N. trochl.) Lob. opticus N. II rad. post. Tract. ad. comm. transv. Gangl. isthmi N. trochlearis Fase. long. med. Eminentia interpeduncul. Nicht genau symmetrischer Querscliiiitt durch den Isthmus rhombencephali. Schematisirt, Der Schnitt geht durch die Trochleariskreuzung und rechts durch den N. trochlearis selbst ; links etwas weiter cerebralwärts, durch die Ausstrahlung des Tractus commissurae transversae in das Ganglion isthmi. Vergr. 15 mal. platte reicht aber nicht bis an deren Basis herab, vielmehr wird diese durch eine supraventriculäre Commissureuplatte gebildet, die vorn in das Veliim medulläre anterius übergeht. Die Schichten sind: 1. Epithel; 2. Subepithe- liale Körnerschicht; 3. Nervenfaserschicht („Markstrahl"); 4.Vordere Körnerschicht; 5. Schicht der Purkinje'schen Zellen; 6. Moleculare Schicht. — 1. Epithel. Bedeckt die Facies caiidalis, ist im unteren Abschnitt hoch cylindrisch, in der (eingezogenen) Mittellinie und im oberen Abschnitt mehr kubisch. Die Zellausläufer durchsetzen die Cerebellarplatte und enden mit kleinen Anschwellungen unter der Pia mater der Facies frontalis; sie bilden allein das Gliagerüst des Cerebellum. Das Epithel setzt sich auf das Dach des Ventrikels fort. 2. Subepitheliale Körnerschicht. Eine dichtgedrängte Masse kleiner Zellen, die sich verhalten wie die Elemente der vorderen Körner- schicht, in die sie durch die dritte Schicht hindurch übergehen. Die sub- epitheliale Körnerschicht ist in der Mittellinie lockerer, selbst unterbrochen; sie reicht bis an die Basis des Cerebellum herab, hängt hier mit den lateralen Zell- Bau des Meteucephalon uud Isthmus rhombencephali. 45 massen der Be(jio subcereheUaris zusammen und setzt sich am Dach des Ven- trikels jederseits von der Mittellinie in Form eines Zipfels nach vorn fort, der hier seitlich die Commissurenplatte vom Ventrikelepithel abdrängt (Fig. 15). 3. Nervenfaser Schicht (Markstrahl). Ist vielfach von Zellen durchsetzt, die die beiden Körnerschichten verbinden, besteht aber in der Hauptsache aus markhaltigen , in verschiedenen Richtungen verlaufenden Nervenfasern. Diese sind ihrer Herkunft nach: Axencylinder der Purkinj e'schen Zellen (cerebello- fugal) und Ausstrahlungen verschiedener ins Kleinhirn tretender Fasermassen (cerebellopetal). Die letzteren endigen theils in einer der beiden Körnerschichten, theils in der molecularen Schicht. Die Nervenfaserschicht geht an der Basis des Cerebellum in die Commissurenplatte und seitlich in die Fasermassen der Eegio subcerebellaris über. Mit beiden findet ein Faseraustausch statt. In die Commissurenplatte selbst treten aber noch Faserzüge ein, die medial von den Hauptfasermassen der Eeg/'o suhcerehelJaris aufsteigen. Der Verlauf der Fasern in der Nervenfaserschicht ist complicirt; eine genaue Verfolgung der einzelnen Züge bisher unmöglich. Ein grosser Theil der Fasern kreuzt sich in der Mittel- linie; besonders auffallend ist eine Decussatio zweier dicker Bündel direct über der Mitte des Ventrikels. Aber auch dorsal von dieser Kreuzung finden Kreu- zungen statt, Aufiallend ist noch ein längs der Mittellinie der Facies caudalis aufsteigender Faserzug, der hier die subepitheliale Körnerschicht aus einander drängt, und dorsal bogenförmig nach den Seiten ausstrahlt (Fig. 15). 4. Vordere Körnerschicht. Dünner als die subepitheliale Fvörnerschicht, mit der sie viel- fach zusammenhängt. Die Elemente beider Köruerschichten besitzen kurze Dendriten und senden ihren Axencylinder in die moleculare Schicht, wo er sich in zwei longitudinal verlaufende Fasern („Parallelfasern") theilt. In die Körner- schichten treten Fasern aus dem Markstrahl und enden hier. 5. Schicht der Purkinj e'schen Zellen. Die unregelmässig doppelte Reihe dieser grossen Zellen ist in der Mittellinie unterbrochen. Die Zellen senden ihren Axencylinder rückwärts in die Nervenfaserschicht, ihre reichverzweigten Dendriten nach vorn in die moleculare Schicht. 6. Moleculare Schicht. In ihr finden sich: die Enden der Ependymfasern , die Dendriten der Purkinj e'schen Zellen, die Parallelfasern (Axencylinder der Körnerschichten), sowie Nervenfasern, die aus dem Markstrahl eintreten und hier enden. Dazu kommen noch Eigenzellen der molecularen Schicht mit ihren Verzweigungen. ^ Diese Rindenformation des Kleinhirns gleicht somit in den Hauptsachen der bei höheren Wirbelthieren, charakteristisch ist aber der Mangel eines dicken subepithelialen Marklagers und die Einschaltung der vorhandenen relativ spär- lichen Nervenfasern zwischen die Elemente der Körnerschicht. ^ Besondere Kerne des Cerebellum lassen sich bisher nicht abgrenzen. Velum medulläre anterius. (Fig. 16.) Das Velum medulläre anterius besteht, abgesehen von dem Epithel, aus einer dünnen Lage markhaltiger Nervenfasern, die, sich kreuzend, die „Decussatio veli"' bilden. Unter ihnen sind die vordersten die Fasern der NN.trochleares, die aus dem Grau des Isthmus aufsteigen , sich im Velum kreuzen und dann an seinem Rande hervortreten. lieber die dahinter gelegenen Faserkreuzungen, die in die der Commissurenplatte des Cerebellum übergehen, ist nichts Sicheres bekannt. Feststellen lässt sich aber, dass aus dem Velum Fasern durch die graue Sub- stanz des Isthmus herabziehen, die theils in der grauen Substanz selbst zu bleiben scheinen, theils sich zu den Ventrolateralsträngen wenden. Auch nach vorn in das Mittelhirn scheinen Fasern aus dem Velum zu treten. 46 Bau des Metencephalon und Isthmus rhombencephali. Regio suhcerehellaris und ventrales Gebiet des Isthmus rJtoiiiheii - cephali. (Figg. 14 bis 16.) a) Graue Substanz. Auch in der Regio suhcerehellaris und im Anfange des Isthmus bleiben die am Boden des Ventrikels gelegenen Massen grauer Substanz von stärkeren Nervenfasern frei und erscheinen daher von den anderen als centrales Boden- grau unterschieden. Die kleinen Zellen in ihm sind in mehr oder minder deutlichen dichten Reihen, parallel dem Ventrikelboden, angeordnet, die ganze Masse ist sehr vermehrt, so dass sie den Boden des Ventrikels seitlich vom Siücus centralis vorwölbt. Zwischen den beiderseitigen Massen verlaufen sehr feine markhaltige Nervenfasern, entsprechend der ventralen Collateralencommissur des Rückenmarkes. Die dicht neben und selbst in dem Septum ventrale gelegenen Zellen setzen sich durch mehr unregelmässige Lagerung von den lateraler gelagerten ab und zeigen im Isthmus ein ganz besonderes Verhalten: sie bilden das Ganglion interpedunculare. Nur im hinteren Bereich der Isthmusgrube reicht die mediane Zellsäule bis an den Grund der Grube, deren Epithelzellen stark pigmentirt sind, heran; davor entfernt sie sich ventralwärts und läuft frei in der Eminentia interpeduncnlaris aus. Dieser vordere Zipfel der medianen Zellsäule des Rhombencephalon ist eben das Ganglion interpedunculare. Es nimmt die vorderen zwei Drittel der Eminentia interpeduncidaris ein, erreicht aber nicht deren ventralen Umfang, sondern bleibt hier von einer Zone feinfaseriger Substanz bedeckt. Sein hinterer Abschnitt wird durchquert von dem dorsalen Querfaserzug der ventralen Commissur. Durch das Septuiii ventrale wird es in zwei dicht an einander liegende Hälften getheilt, die durch eine Decussatio sehr feiner markhaltiger Nervenfasern verbunden werden. Der vordere Zipfel des Ganglion wird vom Boden der Isthmusgrube durch eine hohe sehr zellarme Zone getrennt , die dicht unter dem Ventrikel von den Fasern einer sehr feinen (Collateralen-) Commissur, und dicht über dem freien Zipfel des Ganglion von einer starken Decussatio markhaltiger Fasern durchsetzt ist (Kreuzung der Bindearme? siehe Coinmissura roifralis). — Die Verbindungen des Gangl. interpedunculare s. später. Die übrigen Gebiete der grauen Substanz lassen sich auch als Fortsetzungen von caudaler gelegenen Theilen betrachten. Sehr reducirt ist die Fortsetzung des Ventralhorus. Sie wird gebildet durch kleine Zellen, die in weitläufigen Reihen stehen, getrennt durch Markfasern, die von der ventralen Commissur aufsteigen. Bis in die Mitte der Regio suhcerehellaris setzt sich die laterale Zell- säule als vorderes Ende des Trigeminuskernes fort; auch mediale grosse Zellen sind vereinzelt bis in die Regio suhcerehellaris hinein zu verfolgen. Im vorderen Theile des Isthmus tritt dann diese medial - ventrale Zellsäule wieder in grösserer Mächtigkeit auf als Trochleariskeru. Es ist das eine kleine Gruppe grösserer Zellen, die medial vom Fasciculiis longitudinalis medialis diesem eng anliegt, lateral von dem hinteren Theile des Ganglion interpedunculare. An diese kleine Zellgruppe schliesst sich nach vorn , bald unmittelbar , bald durch einen längeren Zwischenraum getrennt, eine langgestreckte Zellsäule, der Oculomotoriuskern, an, dessen caudales Ende somit noch im Bereich des Isthmus liegt, während sein vorderes Ende erst an der Austrittsstelle des Nerven, d. h. weit vorn im Mittelhirn, sich findet. Auch in der Fortsetzung der lateralen Partien des peripheren Grau und des Acusticusgrau liegen in der Regio suhcerehellaris nicht sehr reichliche kleinzellige Massen in mehr lockerer Anordnung, die dorsalwärts an Bau des Metenceplialou und Isthmus rhombencephali. 47 das Cerebellum emporreicben und in dessen subepitheliale Eörnerschicht über- gehen. Diese ist aber durch dichtere Stellung der Zellen a1)gesetzt. Die lateralen Zellniasseu der llegio suhcerebeUaris werden durchsetzt von Markfaseru , die theils aufwärts zur Commissurenplatte des Kleinhirns, theils abwärts zur Com- viissKra reiitrah's ziehen (Fig. 14). Im Bereich des Isthmus sind die lateral- dorsalen Zellmassen sehr vermehrt; sie nehmen hier, nachdem die Kleinhirn- seiteustrangmassen zum Kleinhirn emporgetreten sind, einen grösseren Kaum ein als vorher, und dehnen sich dorsalwärts bis an das Velum medulläre anterius aus. Sie fliessen zudem hier immer mehr mit den centralen Massen der grauen Substanz zusammen, da nur noch spärliche Commissurenfaseru zur Decussatio veli empor- und zur Cominissiira ventralis herabsteigen. Vor Allem aber findet sich in diesen grauen Massen ein ganz besonderer Körper, das Ganglion isthmi {Nucleus magmis, Reissner und Stieda; Corpus posterius ^=^ Corpus quadrigcminum posterius, Bellonci). Dieses ist ein Körper von sehr charak- teristischer Gestalt des Frontalschnittes: derselbe gleicht, wenigstens für das linke Ganglion, von hinten gesehen, einem Komma, dessen Spitze medial - dorsal, dessen Convexität dorsal, und dessen verdickter Kopf ventral-lateral gerichtet ist. Der Körper besteht aus einer Rinde von dichtgestellten Zellen und einem fein- faserigen, im Ceutrum mit einigen Zellen versehenen Kern. Lateralvorn ist die Rinde nicht geschlossen, und hier geht der feinfaserige Kern unmittelbar in die gleichgeartete Umgebung über („Hilus" des Ganglion); sonst überall steht der Körper mit seiner Umgebung nur in losem Zusammenhange, löst sich leicht los und erscheint dann von einem Spaltraum umgeben, der ihn von den lateralen Zellmassen des Isthmus trennt. Diese umfassen das Ganglion isthmi schalen- förmig. In das Ganglion dringen von der äusseren convexen Seite her zahl- reiche markhaltige Fasern, die aus den ventralen Gebieten der Hegio subcere- bellaris an deren Peripherie emporsteigen. Sie scheinen aber in der Mehrzahl das Ganglion nur zu durchsetzen. Von vorn aussen treten durch die convexe Oberfläche des Ganglion die Fasern aus der Commissura transversa des Zwischen- hirns (Fig. 16); wie es scheint, auch solche aus der hinteren Opticuswurzel ; in den Hilus dringen Fasern aus dem tiefen Mark des Mittelhirus. Genaueres siehe später. b) Weisse Substanz. Durch den Eintritt des THgeminus wird das vordere Ende des Dorsal- stranges bestimmt; über dieses hinaus nach vorn setzen sich somit nur fort: die Fasermassen des Acusticusfeldes, die Vorderseitenstränge und die ventrale Commissur. Die Fasermassen des Acusticusfeldes verlieren vor dem Eintritt des Acusticus sehr an Masse und biegen zuerst von allen Rückenmarkssträngen in das Kleinhirn empor (Fig. 14). Sie treten unter stumpfen Winkeln dorsal- und medialwärts in die Nervenfaserschicht des Cerebellum ein und enden hier in den oberen Partien, zum Theil gekreuzt, zum Theil lange- kreuzt. Cerebral von den Fasermassen des Acusticusfeldes tritt der dorsale Abschnitt des Lateralstranges zum Cerebellum empor. Seine Fasern grup- piren sich zu mehreren Bündeln, die zum Theil ungekreuzt enden, zum grösseren Theil sich kreuzen. Vor diesen Fasermassen treten spärlichere Züge aus der Basis des Cerebellum zu mehr ventralen Gebieten des Vorderseitenstranges herab, medial von der Hauptmasse des letzteren. Sie scheinen sich weiterhin nach vorn zu wenden. Der Vorderseitenstrang setzt sich mit seiner Hauptmasse in den Isthmus fort. In diesem ziehen aus dem Vorderseitenstrang massenhaft Fasern im Bogen an der äusseren Oberfläche empor und dringen in das Ganglion 48 Bau des Metencephalon und Isthmus rhombencepbali. istlimi von dessen convexer Oberfläche ein. Doch scheinen die meisten dieser Bogenfasern das Ganglion nur zu durchsetzen. Die Natur der Fasern ist unsicher, der Hauptmasse nach scheinen sie aus der Längsrichtung aufsteigende Fasern des Vorderseitenstranges selbst zu sein , doch mögen auch einige von Bogen- fasern der ventralen Commissur stammen, die den Vorderseitenstrang durch- setzen. — Auch durch die Beyio subcereheJlaris und den Isthmus ist der Fasciculus longitudinalis meäialis zu verfolgen. Derselbe behält seine Lage in der medial-dorsalen Ecke des Ventralstranges bei, wird aber mit diesem von der Mittelebene weiter abgedrängt durch eine in der Begio subcerebellaris beginnende und nach vorn hin zunehmende Verbreiterung der „paraseptalen" graufaserigen Zone. Diese bildet im Bereich des Isthmus die Eminentia inter- 2)ed nncularis, die äusserlich als rhombisch gestaltetes graues Knötchen sich aus der Fissura ventralis hervorwölbt. Man kann an dem ganzen Gebilde drei Abschnitte unterscheiden; die Grundlage aller drei ist aber eine Masse grau- faseriger Substanz, die keilförmig die beiden Ventralstränge aus einander drängt. Der hintere Abschnitt wird wesentlich gebildet durch diese graui'aserige Masse, die sehr arm an Zellen ist, aber durchsetzt wird von sehr feinen querverlaufenden Markfasern. Dorsal wird sie begrenzt durch ein dickeres querverlaufendes Bündel markhaltiger Fasern, das zwischen den beiden FasciciiU longitudinales mediales verläuft. Der mittlere Abschnitt der Eminentia, der zugleich der breiteste ist, ist charakterisirt durch die Einlagerung des hinteren mit dem cen- tralen Grau zusammenhängenden Abschnittes des Ganglion interpedunculare, während in dem vordersten Theile der Eminentia der vordere Zipfel dieses Ganglion liegt. Dadurch, dass auch die Zellmassen des Ganglion interpeduncidare mit einer Lage graufaseriger Substanz belegt sind, erklärt sich die graue Farbe, die die ganze Eminentia interpeduncularis makroskopisch zeigt. Commissura ventralis. Vor dem Acusticusursprung hören die kräftigen spitzwinklig sich kreuzenden Fasern, die bis dahin direct im Grunde des Sidcus medianus ventralis lagen, auf, und die Begrenzung dieses Sulcus wird dadurch frei von markhaltigen Fasern. Durch die ganze Begio suhcerehellaris zeigt dann die Commissur folgendes Verhalten. Am meisten dorsal liegt ein fast geradlinig quer verlaufendes dünnes Bündel , das seitwärts sich in der Umgebung des FasciciÜHS longitudinalis zerfasert, und vielleicht auch zu diesem Strange in Be- ziehung steht; darunter folgt ein lockerer breiterer Theil der Commissur, bestehend aus Bogenfasern, die ihre Concavität ventralwärts wenden. Geschnitten werden diese beiden Züge durch die aus dem peripheren Grau absteigenden Faserzüge. Der Zusammenhang ist nicht überall klar; doch scheinen die meisten Bogenfasern einerseits in die aufsteigenden Commissurschenkel, andererseits in Longitudinal- fasern des Ventral Stranges überzugehen. Auch im Gebiete des Isthmus sind beide Lagen der Commissur vorhanden; der dorsale Zug liegt dorsal von der Masse der Eminentia interpeduncularis und durchquert weiter vorn den dor- salen Theil des Ganglion interpednncidare\ der ventrale Theil wird in der Eminentia interj)eduncularis lockerer, seine Fasern zarter, doch ist er auch inner- halb des Ganglion interpedunculare vorhanden. An Stelle beider Commissuren- lagen tritt im vordersten Isthmusgebiet, zuerst dorsal von dem vorderen Zipfel des Ganglion interpediincidare auftretend, eine kräftige Decussatio, die sich in das Mittelhirn verstärkt fortsetzt. Die sich hier kreuzenden Fasern ziehen einer- seits in den Ventralstrang, sie scheinen aus weiter cerebral gelegenen Partien zu kommen ; andererseits steigen sie schräg nach oben und hinten, medial vom Oculomotoriuskern , auf und durchziehen, in einzelne Bündel zerlegt, die Innen- Bau des Meteucephalon nud Isthmus vhombencephali. 49 schiebt des Isthmusgebietes. Sie scheinen aus diesem zum Kleinhirn aufzusteigen (Decussatio der Bindearme?). Ueber dem vorderen Zipfel des (ianglion ivter- pediDiculare reicht die Decussatio bis fast an den Grund der Isthmusbucht empor; im Mittelhirn dagegen ist die Masse zwischen ihr und dem Ventrikelgrund wieder vei-dickt, und es treten hier neue Gebilde auf, die beim Mittelhirn zu schildern sein werden. Verbindungen des Kleinhirns. Ueber die Verbindimgen des Kleinhirns beim Frosch ist noch wenig Sicheres bekannt; die zahlreichen Verbindungen, die Wlassak beschrieben hat, sind noch durch anderweitige Methoden zu bestätigen. Sicher sind Verbindungen mit der Medulla ohlongata und dem Rückenmark. Die Fasermassen, die von der Medidla ohlongata aus in das Kleinhirn eindringen, sind aber nicht, wie beim Menschen, zu einem „hinteren Kleinhirnarm" {Corpus restiforme) zusammengefasst, sondern treten in zwei Por- tionen in das Kleinhirn ein: die erste ist die Einstrahlung der Fasermassen des Acusticusfeldes , die zweite die des dorsalen Abschnittes des Lateralstranges. Beide Fasermassen bleiben ja durch die ganze Ohlongata hindurch durch die Fortsetzung des Dorsalstranges von einander getrennt , und so steigt erst vor dem Trigeminuseiutritt von der Regio suhcerehellaris aus zunächst die Faser- masse des Acusticusfeldes und dann der dorsale Abschnitt des Lateralstranges, jeder für sich, zum Cerebellum empor. Was die Bahnen anlangt, die in diesen Fasermassen zu suchen sind, so ist es wahrscheinlich, dass mit der Acusticus- feldfaserung zum Cerebellum gelangen: einmal acustische (u. Trigeminus-?) Bahnen, über die Genaueres nicht anzugeben ist, und ferner medulläre Bahnen, die in der Ohlongata als äussere Bogenfasern zum Acusticusfeld aufsteigen. Ein Theil von ihnen konnte als Fasern aus dem gekreuzten Hinterhornkern angesprochen werden; doch blieb es zweifelhaft, ob nicht schon Fasern der directen Kleinhir nseitenstrangbahn sich dem Acusticusfeld beimengen. Die Fasern des Acusticusfeldes endigen zum grossen Theil ungekreuzt in den oberen Partien des Cerebellum, ein Theil tritt auf die andere Seite. — Die Fasermassen, die mit dem dorsalen Abschnitt des Lateralstranges in das Cere- bellum gelangen, werden als Kleinhir nseitenstrangb ah n en (7Vrtc^ws cerehello- sjjiiHdiü) zusammengefasst; ob sie aber alle den „Zellen der Clarke'schen Säule" entstammen, ist doch sehr fraglich. Ein Theil von ihnen endet ungekreuzt in den unteren, ein anderer gekreuzt in den mittleren Partien des Cerebellum. Ausser den bisher genannten Verbindungsmassen kommen noch mindestens zwei Wege in Betracht , auf denen ein Faseraustausch zwischen dem Cerebellum und anderen Gehirntheilen stattfindet: die Faserbündel, die in die ventralen Gebiete des Vorderseitenstranges treten , und die , die nahe dem Ventrikel aus dem Grau der Regio suhcerehellaris in die Commissurenplatte gehen. Beide enthalten Verbindungen mit weiter vorn gelegenen Hirntheilen. Beschrieben sind: Tractus tegmento - cerebellaris (Brachium covjunctivum anterius, Bindearm). Sein vorderes Ende liegt in den caudalen Partien des Zwischen- hirns (Xuclens tegniotti); von hier ziehen die Bündel rückwärts durch das Mittelhirn, kreuzen sich hinter den Oculomotoriuswurzeln (s. oben: Comtnissura ventralis des Isthmus) und steigen dann zum Cerebellum empor (Edinger). — Als Kleinhirndachfaserbahn bezeichnet Wlassak eine Verbindung des Cerebellum mit dem Dach des Mittelhirns der gekreuzten Seite. Die Bahn kommt aus dem tiefen Mark des Lohns opticus seitlich herab, zieht aussen am Ganglion isthmi vorbei, ventralwärts in die Regio suhcerehellaris., dann Ecker-Gaujip, Anatomie des Frosches. II. ^ 50 Bau des Metencephalon und Isthmus rhombencephali. wieder aufwärts zum Kleinhirn, wo sie theils ungekreuzt, theils gekreuzt endet. — Eine Verbindung mit dem Grau des Mittelhirns beschreibt Wlassak als Kleinhirnstielbahn. Von unbekannter Herkunft sind Wlassak's „gerade" und ,.gekreuzte Kleinhirnbogenfaserbahn"; die erstei-e ist wohl identisch mit der Bahn, die Edinger als „Haubenbündel" (Tractus cerebello- tegmentalis) erwähnt. Sie taucht aus dem Ventrolateralstrang auf, nachdem sie sich in der Commissura voüralis mit der entsprechenden Bahn der Gegenseite gekreuzt hat. Herkunft unbekannt. Verbindungen des Ganglion interpedunculare. Bekannt ist nur der Fasciculus retroflexus (Tractus Ganglii habemdae ad Ganglion inter- peduncnlare, Meynert'sches Bündel). Er kommt aus dem Gavglion habenulae, verläuft absteigend durch das Zwischenhim - land Mittelhirngrau und endet im Ganglion interpedunculare , in dem er sich mit dem der Gegenseite kreuzt (Edinger). Diese feinfaserige, innerhalb des Ganglion selbst gelegene Decussatio wurde oben erwähnt. Verbindungen des Ganglion isthmi. Bei der Grösse, die dieser Kern besitzt, dürfte ihm aucb eine besondere wichtige Bedeutung zukommen, doch ist über dieselbe bisher nichts bekannt. Von Verbindungen dürfen als sicher gelten : 1. Verbindung mit dem tiefen Mark des Lobus opticus. Die Fasern kommen von der äusseren Seite des Lobus opticus herab , aus dem tiefen Mark desselben, und ziehen rückwärts in den Hilus des Ganglion hinein, um im Inneren des Ganglion in feine Endäste zu zerfallen (P. Ramon y Cajal). 2. Wie zuerst Bellonci gezeigt hat, zieht aus der Co)iimissura transversa des Zwischen- hirns ein kräftiger P'asertractus an der Peripherie des Pedunculus cerebri caudal- wärts und tritt vom vorderen äusseren Umfange in das Ganglion isthmi ein (Fig. 16; s. auch „Mittelhirn"). 3. Fasern aus dem jN". opticus zum Ganglion isthmi werden von Bellonci geleugnet; doch ist mir ihr Vorhandensein wahr- scheinlicher als ihr Fehlen. Schnittbilder, die freilich trügen können, zeigen Fasern , die sich aus der hinteren Opticuswurzel loslösen und zum Ganglion isthmi zu gelangen scheinen (Fig. 16). 4. Aus dem Ventralstrang des Isthmus ziehen grosse Fasermassen im Bogen aufwärts, um von aussen in das Ganglion isthmi einzutreten (Fig. 16), das sie, wie schon bemerkt , in der Hauptsache nur zu durchsetzen scheinen (Tractus isthmo-spinalis"?). X. trochlearis. Siehe am Schlüsse des Abschnittes „Gehirn". i. Mesen- 4. MesencGplialoii. (Lohi optici s. Corpora quadrigemina cephalon. . t:) 7 7 • 7 ■ \ anteriora. Feduncuh cerebri.) Die Lolii optici s. Corpora quadrigemina anteriora (Fig. 4) erscheinen äusserlich als zwei ovoide Erhebungen der dorsalen Hälfte des Mittelhirns, die dorsal- und auch lateralwärts, über die Pedunculi cerebri hinaus, prominiren. Ihre Längsaxen divergiren nach vorn hin und die vorderen Theile der Lobi optici bilden so den breitesten Theil des Gehirns. Mit einem kleinen hinteren Abschnitt ihres medialen Umfanges berühren sie sich in der Mittellinie und sind hier durch eine leichte sagittale Incisur oberflächlich getrennt. Der schmale und dünne Deckenabschnitt im Grunde dieser Incisur führt den Namen: Lamina commissuralis mesencephali (Edinger). Mesence]>halon. 51 Diese Lamina erweitert sich vorn, in dem Winkel, der durch die Divergenz der Lohi optici entstellt, zu einem kleinen, leicht erhabenen, dreieckigen Felde, das mit Unrecht oft als Commissura posterior bezeichnet wird, und das ich: Pars impar tecti Mesencepliali nenne. Thatsächlich bildet es das Dach eines kleinen unpaaren vor- deren Mittelhirndivertikels , das sich dorsal von der Commissura posterior nach vorn erstreckt (s. Fig. 8). Häutig ist denn auch jenes Feld zum Zeichen seiner geringen Dicke leicht durchscheinend, grau. Der medial-vordere Umfang eines jeden Lohns opticus (vor der gemein- samen Berührungsstelle) wird umsäumt von der Radix anterior s. dorsalis, der lateral-ventrale und hintere Umfang von der Badix posterior s. ventralis Tractus optici^ aber auch in den ganzen vorderen Umfang des Lobus treten Opticusfasern ein, die vom Chiasma aus auf der Oberfläche des Zwischenhirns fächerförmig sich ausbreitend nach hinten zum Mittelhirn aufsteigen (Fig. 5), und so eine Badix intermedia formiren. Die Pedunculi cerehri (Fig. 6) bilden den ventralen Theil des Mittelhirns und zugleich die unmittelbare Fortsetzung der Begio sub- cerebellaris^ von der sie nur durch die Eminentia interpeduncularis abgegrenzt sind. Sie werden von der Hypophysis und dem Lohns infundihidaris bedeckt und sind erst nach Entfernung dieser Theile ganz sichtbar. Eine flache mediane Impression trennt oberflächlich die Pedunculi beider Seiten, verstreicht aber dicht hinter dem Abgang des Lohns infundihidaris. Der gemeinsame Querdurchmesser der Pedunculi cerehri bleibt hinter dem des Mittelhirndaches zurück. Vorn reicht das Gebiet der Pedunculi bis an die Abgangsstelle des Lohns infundihidaris vom Zwischenhirnboden, und die Pedunculi gehen hier in die Thalami des Zwischenhirns über; seitwärts reicht ein jeder Pedunculus bis zum ventralen Umfange des Lohns opticus empor. Gerade auf der Grenze verläuft die Badix posterior s. ventralis des Opticus, die weiter vorn absteigend den vorderen Theil des Pedunculus seitwärts überzieht. Bei seitlicher Betrachtung (Fig. 5) bemerkt man ausserdem noch Fasern, die ventral von der hinteren Opticuswurzel aus der Tiefe hervordringen und steiler herabsteigend, den Peduncnlns cerehri im Bogen umgreifen, um weiterhin nahe der ven- tralen Mittellinie, bedeckt vom Lohns infundihidaris, zu verschwinden : Schleifenfasern, Lemniscus. An gut gehärteten Gehirnen sieht man ferner noch zwei Züge, die vom Chiasma opticum aus am lateralen Umfange des Pedunculus cerehri oberflächlich nach hinten 4* 52 Mesencephalon. ziehen. Der obere derselben verläuft in kurzem Abstände ventral von der Badix ventralis Tr. optici^ nähert sich aber, aufsteigend, dieser Opticuswurzel immer mehr und verschwindet im caudalen Gebiete des Mittelhirns: Tractus commissurae transversae. (Auf Fig. 5 angedeutet, aber nicht bezeichnet.) Der unterste Zug ist dünner und sehr viel kürzer als der genannte; er läuft ganz ventral, vom Chiasma aus horizontal nach hinten, gerade über der Einziehung, die den Lohns infundihularis vom Zwischenhirn absetzt, und ist nur bis auf den Anfang des Pedunculus cerehri zu verfolgen: Tractus commissurae postchiasmaticae ad Ganglion ectomamillare („basale Opticus- wurzel", Edinger). (Auf Fig. 5 nicht dargestellt.) Aus dem vordersten Theile des PeduncuJus cerehri tritt nahe der Mittellinie der iV. oculomotorius heraus, bedeckt vom hintersten Theile des Lohns infundihularis. Der Medianschnitt Fig. 8 zeigt, dass der Boden des Mittel- hirns cerebralwärts vorgeschoben ist gegenüber dem Dach, so dass Querschnitte durch den hintersten Theil des Mittelhirndaches noch die Gegend der Isthmusgrube treffen müssen. Die im Bereich des Mittelhirns, zwischen der Isthmusgrube und dem Recessus mamillaris^ zu constatirende Verdickung des Hirnbodens springt nach vorn in den Raum des Zwischenhirnventrikels als „Haubenwulst" vor. That- sächlich entspricht der ganze Pedunculus des Frosches dem Tegmen- tum, dem Haubenabschnitt des menschlichen Hirnstieles; eine Fussfaserung, Pes pedunculi, ist noch nicht vorhanden. Bau des Mesencephalon. Bau des Das Mittelhirn ist dadurch ausgezeichnet, dass sein dorsaler Abschnitt eine ceplfaioii. ganz besondere, den ventralen Theil überholende Masseneutwickelung und eine ganz specifische Innenstructur erlangt. Beides ist in erster Linie durch die Beziehungen zum N. opticus, aber auch durch solche zu anderen, vielleicht allen sensorischen Nerven bedingt, welch' letztere Beziehungen freilich noch nicht genügend aufgeklärt sind. Diese besondere Masseneutwickelung betrifft den ganzen dorsalen Abschnitt, der äusserlich durch die Badix posterior s. ventralis Tr. optici von dem ventralen Theile (Pedunculus) abgegrenzt ist und als Lohus opticus jederseits vorspringt. Mit seiner Ausbildung ist auch eine ganz besondere Entfaltung des in ihm befindlichen Ventrikelabschuittes verbunden, und da sich um den Ventrikel die Massen anordnen, so sei dieser zunächst geschildert. a) Ventriculus Meseiicephali. Man kann geradezu zwei Abschnitte des Mittelhirnventrikels unterscheiden, die ich als Bodenraum und Dachraum bezeichnen will. Diese Unterscheidung ist darum besonders zweckmässig , weil sich die Hinterwand des Dachraumes Bau des Mesencephalon. 53 sehr bedeutend, durch Einlagerung der Corpora quad rigcmina posteriora, verdickt und sich (Fig. 8) so stark nach vorn in den Dachraum vorwölbt, dass derselbe nur an einer beschränkten weit vorn gelegenen Stelle mit dem Boden- raum communicirt. Der Wulst der Hinterwand setzt sich am unteren Rande der lateralen "Wand des Dachraumes jeder sei ts nach vorn fort. So erstreckt sich denn zunächst als Fortsetzung des Rautenhirnventrikels ein schmaler und in seiner Höhe beschränkter Canal durch den ventralen Theil des hinteren Mittelhirnabschnittes nach vorn. Auf dem Querschnitt (Fig. 17) besitzt er die Form eines auf einer Spitze stehenden Vierecks, dessen Seiten gegen das Lumen des Ventrikels etwas vorgebuchtet sind. Der ventrale Abschnitt dieses Quer- schnittes ist erheblich höber als der dorsale und liegt zwischen den PeilniiciiU ct-rehn', der niedrigere dorsale ragt mit seiner Spitze in den Wulst der hinteren Vierhügel hinein, der der dorsalen Hälfte des Mittelhirns angehört. Der geschilderte Canal öffnet sich dann in einen hohen, auf dem Querschnitt T- för- migen Raum , der bis zur Decke des Mittelhirns emporreicht und sich hier Fig. 17. Strat. med. prof. (7) N. 0])t. Kad. ant. Schleifenfasem Corp. quadr. post. Grosse Zellen d. Aussenschicht N. opt. Ead. post. Comm. transv. Fase. long. med. Nucl. N. III Schnitt dnrcli den hinteren Theil des Mittelhirns. Vergr. 12 mal. seitwärts in die „Lobt opdici'' ausdehnt: die Vereinigung des Boden- und Dach, raumes (Fig. 18). Dicht vor dieser Communicationsstelle beider Räume senkt sich der die Commissura posterior enthaltende Abschnitt der Gehirndecke ventral und etwas caudalwärts ins Innere herab, und unter dieser Leiste, die die Grenze von Mittel - und Zwischenhirn bezeichnet , setzt sich der Ventriculus meseneephali, stark von oben her eingeengt, in den Ventriculus diencephali fort. — Den Dachraum hat man sich vorzustellen als einen Raum, der in seiner hinteren Partie einheitlich ist, vorn dagegen sich in drei Zipfel fortsetzt: zwei seitliche, die als Di rerticula loborum in die vorderen Hälften beider Lobi nach vorn aussen dringen, und ein kurzes medianes Di verticitlii m impar, das über der Commissura posterior nach vorn dringt. Der hintere einheitliche Theil liegt breit und flach über dem Wulst der hinteren Vierhügel (Fig. 17), seine Decke stellt eine einheitliche Platte dar, die nur in der Mitte dadurch etwas verdünnt wird , dass sich sowohl auf ihrer äusseren dorsalen , wie auf ihrer inneren ventralen Oberfläche ein medianer Sulcus hinzieht. Diese verdünnte mediane Deckenpartie wurde als Lumina commissuralis bezeichnet; die seit- lichen dickeren Theile springen äusserlich als „Lobi 02Jtici^^ vor, sind aber in 54 Bau des Meseiicephalon. diesem hinteren Theile nur höckerartige Erhebungen einer einheitlichen Decken- platte. Erst vor der Communicationsstelle des Boden- und Dachraumes, d. i. äusserlich betrachtet, da wo die Vorderränder beider Lobi divergiren, werden Strat. med. prof. (7) Fig. 18. Comm. ecti. Markfasei-n der Innenschicht N. oiit. Rad. post. Nucl. iJiof. lat. X. in Comm. transv. Nucl. N. III Fase. long. med. Comm. tegmeut. ventr. Comm. tegment. dors. Schnitt durch das Mittelhirn, entsprechend dem Austritt des N. oculomotorius. Vergr. 12 mal. Der Lob. infuudibularis ist fortgelassen. die letzteren selbständigere Gebilde , die den hinteren Theil des Zwischeuhirus dorsal und lateral überlagern , und in die sich der Dachraum in Form je eines Diverticulum^lobi fortsetzt. Das kurze unpaare Diverticulum impar, das Strat. med. prof. N. opt. Bad. ant. Fig. 19. Divert. impar. Comm. post. Comm. tecti. Strat. med. superflc. N. opt. Rad. post. 1 u. 2 Nucl. magnocell. Nucl. lat. prof. Ggl. ectomam. Lob. infund. Querschnitt durch den vordersten Theil des Mittelhirns. Vergr. 12 mal. über die Commissura posterior sich nach vorn erstreckt, erhält seine Decke durch die Pars impar tecti mesencephali, zu der sich die Lamina comviissuralis verbreitert (Fig. 19). Bau des Mesencephalon. 55 b) Massenanordnung im Mittelhirn im Allgemeinen. In seiner Zusammensetzung schliesst sich das Mittelhirn noch dem Rhomben- cephalon an, vermittelt aber doch schon zwischen diesem und dem Prosen- cephalon. Im Rhombencephalon ist die Menge markhaltiger longitudinal ver- laufender Nervenfasern so gross, dass sich eine „graue" und „weisse" Sub- stanz unterscheiden lassen; im Prosencephalon ist die Menge der markhaltigen Nervenfasern so gering, dass nur mehr die Unterscheidung einer .,z ellreichen Innenschicht" und einer „zellarmeu Ausseuschicht" berechtigt ist. Auch im Mittelhirn ist diese letztere Unterscheidung die zweckmässigste , doch ist im ventralen (Pedunculus-) Abschnitt die Menge der markhaltigen Nervenfasern noch so bedeutend, dass die „zellarme Aussenschicht" mit gutem Recht als „weisse Substanz" bezeichnet werden kann. Im Dach besteht dagegen die „zellarme Aussenschicht" nur in ihrer inneren Hälfte {Stratum medulläre profund um) aus einer dichten Lage markhaltiger Fasern, während in ihrer oberflächlichen Schicht die markhaltigen Fasern durch Zonen „molecularer", zellführeuder Substanz in dünnere Züge getrennt werden , so dass dieses ganze Stratum medulläre superficiale, das durch eine „intermediäre Zellschicht" von dem Stratum medulläre profundum getrennt wird, einen an markhaltigen Fasern armen Eindruck macht. Die Schichtung: Epithel, zell reiche Innen- schicht (= „centrales Hühlengrau"), zellarme Aussenschicht, bleibt aber in beiden Abschnitten des Mittelhirns gut erkennbar, und ein Gegensatz zwischen beiden ist nur dadurch ausgebildet, dass der dorsale Abschnitt eine hervorragende Bedeutung als nervöses Centralorgan übernimmt und als Ausdruck dieser Function eine weitergehende regelmässige Schichtung seiner histologischen Componenten erlangt, ohne dass aber dadurch die oben erörterte Eintheilung verwischt würde. Auf diese besondere Structur des Mittelhirn- daches wird später eingegangen. Von grösserer Wichtigkeit für das Verständniss der allgemeinen topogra- phischen Massenanordnung im Mittelhirn ist die Thatsache, dass zu den Compo- nenten, die als directe oder indirecte Fortsetzungen von caudaler gelegenen Theilen sich hierher verfolgen lassen, die also in directer oder indirecter Beziehung zu caudaler gelegenen Gehirntheilen stehen, hier im Mittelhirn neue ßestandtheile hinzutreten, die, wenigstens theilweise, zum Tr actus opticus in Beziehung stehen. Sie lagern sich aussen auf die anderen auf. So ist das Stratum medulläre superficiale des Mittelhirndaches gebildet durch die Ausstrahlung der Fasern des Tractus opticus, während das darunter gelegene Stratum me- dulläre pjrofundum zu den caudaler gelegenen Gehirntheilen in Beziehung steht. Und ebenso ist im ventralen (Pedunculus-) Abschnitt eine oberflächliche Faserlage neu hinzugekommen, repräsentirt durch drei Züge, die als Badix posterior Tractus optici, l'racttis commissurae transversae, Tractus commissurae postchiasviaticae genauer zu schildern sein werden. Erst medial von ihnen liegen die von hinten her verfolgbaren Fasermassen. Freilich ist die Zugehörigkeit des Tractus commissurae transversae und Tr. comm. post- chiasmaticae zum Opticussystem noch nicht sicher erwiesen, doch ist sie sehr wahrscheinlich, und auch die Topographie der Züge spricht dafür, dass sie, wenn auch vielleicht nicht direct , so doch indirect zum Opticus in Beziehung stehen. So ergiebt sich also für beide Abschnitte, dass aussen vom Epithel erst das centrale Höhlengrau folgt und dann zwei Markfaserlagen: eine tiefe, die die von hinten her kommenden, resp. nach hinten gehenden nichtoptischen 56 Bau des Mesenceplialon. Züge enthält, und, wie gleich hinzugesetzt werde, auch nach vorn hin sich in eine entsprechende Bildung, das tiefe Mark des Zwischenhirns, fortsetzt, und eine oberflächliche, die wahrscheinlich ganz (zum grossen Theil sicher) in enger Beziehung zum ^". opficas steht. c) Epithel des Mittelhirnventrikels. Das Epithel, durch cylindrische mit Flimmern versehene Zellen gebildet, repräsentirt allein die Neuroglia des Mittelhirns. Die Zellen senden wie überall einen peripherischen Fortsatz aus, der weiter aussen sich in einige Aeste theilt. die unter der Pia inater mit je einer conischen Verdickung enden. In den Zellschichten des Daches ist der Fortsatz mit wenigen kurzen Seitenästchen besetzt, während er in den Faserschichten des Daches von zahlreichen feinen Aestchen zottig erscheint. Auch die Theiläste, in die sich der Hauptfortsatz theilt, sind in diesen Schichten mit Zotten besetzt (R, y Cajal). Ein Septunt ventrale, wie es noch das Ganglion interpedunculare durchsetzt, ist in einiger Entfernung vor diesem nicht mehr vorhanden. — Besonders ausgezeichnet durch das Epithel ist der ventrale Umfang der in den Ventrikel einragenden Com- missiira posterior. Hier besteht das Epithel aus besonders hohen Zellen, worauf schon Rabl-Rückhard aufmerksam machte, der diese Bildung als einen Rest des Tonis longitudinalis der Teleostier deutete (in Fig. 19 angedeutet). d) Bau des Mittelhirndaches. Schon oben wurde angedeutet, dass im Mittelhirndach eine ganz besondere Schichtung zu coustatiren ist. Genau in den Bezirken nämlich, die äusserlich als Lobt optici vorspringen, sind die Elemente der Innenschicht zu fünf regelmässigen Lagen angeordnet, und da auch die Aussenschicht durch eine lockere intermediäre Zellreihe in zwei Faserlagen (Strat um medullär e super- ficiale und jjrofiDtdum) getrennt ist, so ergiebt sich eine regelmässige Auf- einanderfolge von zellreichen und zellarmen Schichten, die jenen Hirntheilen ein ganz charakteristisches Aussehen verleiht. Es sind, einschliesslich des Epithels, neun Schichten, von denen sechs der Innenschicht, drei der Aussenschicht ange- hören. (Die weitere Zerlegung der neunten Schicht in sieben Unterabtheilungeu ist später zu besprechen.) Diese neun Schichten charakterisiren die „Decken- formation" des Mittelhirns; sie umziehen den hinteren einheitlichen Theil des Dachraumes dorsal , lateral , caudal , wie auch die beiden iJirerticula lohormn dorsal , cerebral , lateral und auch medial , aber immer nur entsprechend den äusserlich prominirenden Partien. Im Gebiete der Lamina commissuralis fehlt dagegen das Stratum medulläre superficiale, und auch die tiefen Zell- schichten sind unterbrochen, so dass die sehr verdünnte Lamina in der Haupt- sache aus quer verlaufenden Markfasern besteht , die eine Commissur zwischen den beiderseitigen tiefen Marklagern bilden. Diese Commissura tecti mesen- cephali ist dorsal von einer „molecularen" Schicht belegt, die lateral in die gleichgeartete Grundmasse der „intermediären Zellreihe" übergeht. In gleicher Weise stellt die „Fars ini2)ar" nur eine Verbreiterung der Dachcommissur dar, an die sich dann die eingestülpte Commissura posterior anschliesst. An der Grenze der Pedunculi höi-t die „Zellreihe der Aussenschicht" auf, während die Lagen der Innenschicht der ventralen Wand des Dachraumes folgen, hier ihre regelmässige Anordnung verlieren und durch diese „Ueber- gangsformation" sich in die Innenschicht der Pedunculi fortsetzen. Dieser Uebergang erfolgt im ganzen Umfange der Communicationsstelle beider Räume. Eine besondere Mächtigkeit erlangt diese im Boden des Dachraumes gelegene Uebergangsformation im hinteren Gebiete des Mittelhirndaches, wo sie jeder- Bau des Mesencephalon. 57 seits das Corjuis quadrigemitium jiosteri iis bildet und die ganze Hinter- wand als einheitlichen Wulst in den Daclu'aum vorwölbt. Vor der Communica- tionsstelle eines jeden Direrticiihiiii Jubi mit dem Hauptraum findet sich als besondere Bildung des Mittelhirndaches, hauptsächlich in die Uebergangs- 1'ormation eingelagert, der Xuclcns magHocellularis tecti mesencepliali {Nucl. Triyemiii i). Vom vorderen Umfange eines jeden Lohm^ opticus findet aber auch der Uebergaug der einzelnen Schichten in die Massen des dorsalen Zwischenhirnabschnittes statt. Die Gesammtanordnung bleibt dahin erkennbar, dass die regelmässigen inneren Zellreihen des Mittelhirndaches sich in unregel- mässigere lockere Reihen fortsetzen, die (vor der Communieationsstelle des Dirt'iiiciihnn Johi und des Hauptraumes) erst einwärts und abwärts ziehen, um dann nach vorn in das centrale Grau des Zwischenhirns umzubiegen. In der .gleichen Weise gehen auch die übrigen Schichten des Mittelhirndaches in das Zwischenhirn über : die „intermediäre Zelllage der Aussenschicht" in die Zellen der Aussen- schicht, das tiefe Mark in eine entsprechende Marklage des Zwischen- hirns , und die Opticus- schicht in die äusserste Zone des hinteren Zwi- schenhirnabschnittes, die ebenfalls zum Opticus in Beziehung steht. Dieses Uebergangsgebiet,in dem die einzelnen Schichten winklig nach vorn um- biegen (s. Fig. 20), wird dadurch so besonders wichtig, dass hierher innerhalb des „tiefen Markes" des Zwischen- hirns eine grosse An- zahl Faserzüge zusam- menströmen, die theils in das tiefe Mark des Mittelhirndaches eintreten, theils wohl zu den Zellmassen der Uebergangsgegend in Beziehung treten. Auch die vordersten Fasern der Coinml ssura tecti ziehen hier hinein, und schliesslich steigen, am meisten medial, die dicken Bündel der Commissura posterior vom Dach in das centrale Höhlengrau und in die Fasermassen des Pedunculus herab. So findet sich hier in dem Winkel, mit dem das Zwischenhirn zwischen die Lohi optici einspringt, ein verwirrender Conflux von markhaltigen Fasern der ver- schiedensten Verlaufsrichtungen. In den Zellmassen, die hier liegen, einen besonderen „Kern" abzuscheiden, ist mir nicht möglich; der Lage nach ent- sprechen die hier gelegenen grauen Massen dem „Nucleus praetectalis" Edinger's. Das ganze üebergangsgebiet von Mittel- und Zwischenhirn wird auch als „Metathalamus" zum Zwischenhirn gerechnet, und soll erst bei diesem genauer beschrieben werden. Im Nachfolgenden werden der Reihe nach die Structur der Decken- Ventr. lat. Paraphys. Nucl. habenulae PL chorioid. N. opt. Bad. post. Stiat. niedull. prof. Strat. opt. Corp. qiiadi'. post. Cerebellum Xela chorioid. Nucl. magnocell. -W^^^ä Horizontalschnitt durch das Gehirn, nahe dem dorsalen Umfange. Vergr. 8 mal. Zellreiche Innenschicht oder Centrales Höhlengrau 58 Bau des Mesencephalon. formation, die Uebergangsformation, der Nucleus magnocellularis und die Co minissura posterior besprochen. A. Deckenformation, innere Structur. Wenn auch in der Decke des Mittelhirudaches aussen vom centralen Höhlengrau das tiefe Mark und die Opticusausbreitungszone wohl von einander zu unterscheiden sind , so muss doch die gesammte Decken- formation als ein Ganzes behandelt werden, da ihre histologischen Elemente unter einander auf das Innigste functionell und anatomisch verknüpft sind, entsprechend der Bedeutung des Mittelhirndaches als eines sehr wichtigen ner- vösen Centralorganes. — Folgende Schichten sind zu unterscheiden : 1. Epithel 2. Schmale subepitheliale Körnerschicht 3. Innere moleculare Schicht 4. Schmale mittlere Körnerschicht 5. Aeussere moleculare Schicht 6. Breite äussere Körnerschicht Zellarme Aussenschicht Tiefes Mark 7. Stratum medulläre profundum 8. Intermediäre Körnerschicht Opticusschicht 9. Stratum medulläre superficiale. Diese letzte Schicht (Nr. 9) zerlegt P. R. y Cajal wieder in sieben Schich- ten, von denen Nr. 9, 11, 13, 15 durch Eintritt der Markfasern des Tracttts opticus ausgezeichnet sind, während Nr. 10, 12, 14 moleculare („plexiforme") Schichten mit Zellen darstellen. In der Schilderung der einzelnen Schichten folge ich den Angaben von P. Ramön y Cajal. 1. Epithel. Die Besonderheiten des Epithels im Mittelhirndach wurden oben schon geschildert. — 2. Subepitheliale Körnerschicht. In dieser unterscheidet R. y Cajal zwei Zelltypen : a) kleine glatte Zellen, die nur einen peripheren Ausläufer aus- senden, von dem erst weiter aussen ein kurzes Dendritenbüschel, sowie ein Axencyliuder ausgeht. Dieser gesellt sich den Fasern der äussersten Opticus- schicht (Nr. 15) bei. b) Die anderen Zellen sind grösser, senden basale Den- driten in die moleculare Schicht Nr. 3 und peripheriewärts einen Hauptfortsatz, von dem Dendriten und der Axencylinderfortsatz abgehen. Erstere verzweigen sich in den Faserzonen Nr. 11 und 18, wo sie mit den Enden von Nervenfasern aus der Retina in innige Berührung treten ; der Axencylinder setzt sich nach Abgabe von Collateralen in eine Faser der Markschicht Nr. 13 fort. R. y Cajal meint, dass dieser als centrifugale Faser in den Opticus und zur Retina gehe. 3. Innere moleculare (plexiforme) Schicht. Diese enthält: Dendriten der subepithelialen Zellen (Typus b), Dendriten von Zellen der Schicht 4, zottige Aestchen der Ependymfasern. Markhaltige Nervenfasern vermochte R. y Cajal in dieser Schicht nicht nachzuweisen, doch sind solche auf We ig er t- Präparaten sicher, wenn auch sehr spärlich, zu erkennen. 4. Schmale mittlere Körnerschicht. Die kleinen Zellen dieser Schicht sind in zwei Reihen angeordnet. Die der oberen Reihe senden ihre basalen Dendriten in die moleculare Schicht Nr. 3, ihren Axencylinder in die Opticus- faserschicht Nr. 13, wo er verzweigt endet. Die Elemente der unteren Reihe senden ihren von einem starken peripheren Fortsatz entspringenden Axencylinder in die Opticusfaserschicht Nr. 9, wo er auch, reich verästelt, endet. Bau des Mesencephalon. fyCj 5. Aeussere moleculare Schicht. Besteht aus Dendriten der Schichten Nr. 4 und 6, und enthält zahlreiche Markfasern, die theils mit denen des tiefen Marks (Schicht 7), theils mit denen der zellreichen Innenschicht des Pedunculus zusammenhängen. 6. Breite äussere Körnerschicht. Die in sechs bis sieben Reihen liegenden Zellen dieser Schicht sind sehr vielgestaltig; gemeinsam ist den meisten, dass sie einen birnförmigen Körper besitzen, dünne basale Dendriten, die sich in den unterliegenden moleculareu Schichten vertheilen, und einen kräftigen peripheren Fortsatz, von dem einerseits zahlreiche Protoplasma- fortsätze, andererseits die Axencylinder ausgehen. Die Endbüschel der Dendriten verzweigen sich in den fibrillären Lagen des oberflächlichen Markes (Nr. 9, 11, 13, 15) , der Axencylinder mit seinen Collateralen ebenfalls. Die Axencylinder der Zellen der tiefsten Lage verzweigen sich in der „intermediären" Zellreihe der Aussenschicht (Nr. 8). Daneben finden sich noch Zellen ganz besonderen Verhaltens , deren Schilderung hier unterbleiben kann. — Zwischen den zelligen Elementen dieser Schicht verlaufen zahlreiche markhaltige Nervenfasern, wesent- lich in einer zur Schichtung des Mittelhirndaches concentrischen Richtung und zerlegen die ganze Zellschicht wieder in mehrere Reihen. Sie stehen mit den Faserbündeln der Innenschicht des Pedunculus in Zusammenhang und strahlen wohl von hier aus ein. 7. Stratum medulläre pro fand um (tiefes Mark). Diese dicke Schicht besteht zum grössten Theil aus längs , d. h. der Schichtung des Mittelhirn- daches parallel , verlaufenden Markfasern ; sie ist gegen die Schicht 6 scharf abgesetzt , während peripheriewärts zahlreiche Fasern in die oberflächlichen Schichten treten. Hin und wieder sieht man auch vereinzelte Nervenfasern aus dem tiefen Mark centralwärts treten. Von den Markfasern gehen Collateralen in die perix^heren Schichten; einige von diesen bilden, sich theilend , in der intermediären Zellreihe der Aussenschicht (Nr. 8) einen dichten Plexus zwischen den Zellen. — In dem tiefen Marklager sind aber auch Zellen mit ausserordentlich ausgedehnten , nach der Peripherie sich verbreitenden , Den- driten vorhanden , deren Axencylinder sich den Fasern des tiefen Markes bei- gesellt. — Die tiefen Markschichten beider Seiten hängen in der Lami)ia com- missuraJ/s zusammen durch die Commissura tecti mesencephali. Diese wird nach vorn hin kräftiger , sie setzt sich auf das Dach des DiveHiculum nnpar fort und dehnt sich auch vor diesem Divertikel ventralwärts aus. An sie schliesst sich dann die Commissura posterior an. — (Verbindungen des tiefen Markes s. u.) 8. Intermediäre Zellschicht der Aussenschicht. Diese besteht aus Zellen, zwischen denen ein dichtes Geflecht von Markfasern und Dendriten liegt. Unter den zelligen Elementen unterscheidet R. y Cajal mehrere Formen: a) kugelige, mit spärlichen basalen Dendriten und einem peripheren Fortsatz, aus dem ein dichtes, in der Schicht 14 aus einander fahrendes Dendritenbüschel hervorgeht. Der Axencylinder war nicht festzustellen, b) Birn förmige, mit kurzen basalen Dendriten und einem kräftigen peripheren Fortsatz, dessen Rami- ficationen sich in den fibrillären Opticusschichten vertheilen. Der Axencylinder, der auch von dem peripheren Fortsatz kommt, geht in die oberflächlichste Faserschicht Nr. 15. c) Eine dritte, weniger reichlich vertretene Zellart sendet ihren Axencylinder einwärts in das tiefe Mark. 9. bis 15. Opticusschichten. In diese Schichten treten die Opticusfasern vom medial - vorderen , vorderen , lateral - ventralen und caudalen Umfang des 60 Bau des Mesencephalon. Lobus aus ein. Am medial -vorderen Umfange bilden sie die „vordere Wurzel". Diese umsäumt (Fig. 17 bis 19) den inneren Rand der Opticusschichten in ihrer ganzen Breite , die , wie Querschnitte zeigen , hauptsächlich die Vorwölbung des seitlichen Mittelhirndachgebietes bedingen, während durch die Lamitta com- miss uralt s das Niveau des tiefen Markes gegeben ist. In entsprechender ^Yeise umsäumt die hintere Wurzel den lateralen und caudalen Rand der Opticus- schichten ; auf dem Querschnitt erscheint sie dreieckig (Fig. 18). Zwischen diesen beiden Wurzeln treten von vorn her die Fasern der Hadix intenneäia an den Lobus heran. Von den W^urzeln aus dringen , in ihrem ganzen Verlaufe , die Fasern in das Mittelhirndach , und zwar zusammengefasst in vier Lagen , in die Schichten 9, 11, 13, 15. 9. Innerste Opticusfaserschicht. Enthält: a) in der Hauptsache Opticus fasern, die hier frei mit Endverzweigungen aufhören, b) Axen- cylinder, die sich hier verästeln, aus der breiten Zellschicht Nr. 6. c) Den- driten von ebenda. 10. Moleculare Schicht, wenige Zellen enthaltend. Ausserdem besteht sie aus: a) Dendriten der unterliegenden Zellen; b) Collateralen der Fasern des tiefen Markes; cj Collateralen von Axencylindern tiefer Zellen; d) Mark- fasern, die von der Schicht 9 zu 11 verlaufen. 11. Fibroprotoplasmatische Schicht (zweite Opticusfaserschicht). Diese enthält: a) Markfasern des N. opticus ^ die hier mit Endarborisationen auf- hören; b) Dendritenverzweigungen tiefer gelegener Zellen; c) Zellen mit auf- und absteigenden Dendriten, von unbekanntem Verhalten des Axencylinders. — Zwischen den Opticusverzweigungen und den Dendriten (b) findet ein inniger Contact statt. 12. Moleculare Schicht. In diese senden die meisten tiefen Zellen ihre Dendriten und Axencylinder- Collateralen, die hier einen dichten Plexus bilden. So enthält diese Schicht: aj Zahlreiche Dendriten, b) Mark fasern; dazu kommen b) Zellen verschiedenen Verhaltens, deren Axencylinder unbekannt ist. 13. Dritte Opticusfaserschicht. Ist die wichtigste der peripheren Faserschichten, da sie die meisten Opticusfasern enthält, a) Die Opticusfasern enden hier mit freien Arborisationen. b) Zahlreiche periphere Axencylinder dringen in diese Schicht. Die von Zellen der Schicht 2 kommenden verlaufen centrifugal weiter, die aus Schicht 4 endigen hier, das specielle Verhalten derer aus Schicht 6 und 8 ist unbekannt, c) Centrale Axencylinder von Zellen der Schicht 14 gesellen sich hinzu; Verhalten unbekannt, d) Zahlreiche Den- driten von tiefen Zellen, besonders der Schicht 6, verzweigen sich hiei*. e) Schliesslich finden sich hier noch Zellen verschiedener Typen, darunter solche, die horizontal gelagert sind und ihre Dendriten und Axencylinder in die Schicht 13 selbst senden. 14. Moleculare Schicht. Diese enthält: a) einige Zellen, deren Axen- cylinder in die Schicht Nr. 13 geht; b) Mark fasern, die die beiden letzten Faserschichten (13 und 15) in Verbindung setzen; c) hauptsächlich: periphere Verzweigungen tiefer Zellen. 15. Oberflächliche (vierte) Opticusfaserschicht. Enthält die äusserste Lage der Opticusfasern. Zusammenhang und Verbindungen der Schichten. Was nun Bedeutung und Zusammenhang der geschilderten Schichten betrifft, so kann zunächst im Allgemeinen gesagt werden , dass hier eine grosse Bau des Mesencephalon. 61 Menge von Nervenfasern endigen, dass ferner von den Mittelhirnzellen, die die ankommenden Reize übernehmen, ein Theil dieselben sofort wieder aus dem Mittelhiru heraus weiterleitet, dass aber schliesslich auch ein anderer Theil dieser Mittelhiruzellen nur „für den Binnenverkehr" des Mittelhirndaches bestimmt ist, und somit Sehaltneurone verschiedener Ordnung darstellt. Abgesehen von diesen allgemeinen Thatsachen lassen sich bisher nur wenige Dinge mit einiger Sicherheit angeben. 1. Im Stratum medulläre superficiale (Schichten 9 bis 15 R.yCajal's) finden sich die Fasern des Tractus opticus, deren Ursprungszellen in der Retina zu suchen sind, und ihre von R. y Cajal nachgewiesenen freien Endarborisa- tionen. Speciell in den Schichten 9, 11, 13, 15 sich vertheilend gelangen sie hier in innigen Contact mit den Dendriten von Zellen verschiedener Schichten des Mittelhinidaches, durch deren Axencylinder eine Weiterleitung des Lichtreizes stattfinden kann. Nach R. y Cajal's und Wlassak's Befunden senden die meisten Zellen des Mittelhirndaches Dendriten in die Opticusschichten ; die zuge. hörigen Axencylinder gelangen entweder ebenfalls in die Opticusschichten (Zellen der Schichten 2, 4, 6, 8, 13, 14) oder sie treten in das „tiefe Mark" (Zellen der Schicht 7). Eine Anzahl von ihnen enden im Mittelhirndach, andere treten aus ihm heraus. Von den mit dem „tiefen Mark" austretenden ist das Ende nicht bekannt; denken könnte man z. B. an die Kerne der Augenmuskelnerven. Dass auch mit dem Tractus opticus Fasern austreten, deren Ursprungszellen im Mittel- hirndach liegen, darf als sicher gelten; R. y Cajal nimmt dies besonders an von den Zellen der Schicht 2, deren Axencylinder sich der Opticusfaserschicht 13 anschliesst. Diese Fasern werden in Verbindung gebracht mit den freien Opticus- enden der Retina und betrachtet als sensible (centripetal leitende) Bahnen, die das Gehirn über die Intensität des Lichtes orientiren und reflectorisch die Iris- muskeln beeinflussen können. — Noch sei bemerkt, dass nach Wlassak in den Schichten 9 und 11 das „Axenbündel" des Opticus (s. N. opticus) enden soll (die freien Enden konnte aber Wlassak nicht nachweisen); die Opticusfasern der Schicht 13 sollen nicht hier enden , sondern Axencylinder von Mittelhirnzellen (Schicht 6) sein und weiterhin das „Randbündel" des Tractus opticus (s. diesen) bilden. Die Schicht 15 soll zum Opticus in keiner Beziehung stehen, sondern zu dem „opticoiden Bündel", das dem Zwischenhirngrau entstammt. Auf Grund von Degenerationsversuchen giebt Wlassak an, dass in der Commissura tecti auch ein Austausch von Opticusfasern stattfinde. In die Schichten 9 und 11 sollen keine Axencylinder von Mittelhirnzellen eintreten (im Gegensatz zu R. y Cajal). 2. Das „tiefe Mark" {Stratum medulläre profundum '^y . 1) enthält Nerven- fasern verschiedener Natur und Herkunft. Eine grosse Anzahl von ihnen stam- men von Zellen, die nicht im Mittelhirndach liegen; sie strahlen in centri- petaler Richtung in dasselbe ein. Das Schicksal dieser centripetalen Fasern ist nur vermuthungsweise anzugeben: es kommen hier wohl die Collateralen in Betracht, die nach R. y Cajal aus dem tiefen Mark peripheriewärts treten, und theils in der intermediären Zellschicht (Nr. 8), theils in mehr peripher gelegenen Schichten sich verzweigen. Da in diese peripheren Schichten auch Dendriten mehr central gelegener Zellen dringen, so ist auch eine Beziehung dieser zu den Fasern des tiefen Markes sehr möglich. Daneben finden sich centrifugale Fasern, deren Natur als Axencylinder von Mittelhirnzellen fest- steht; die zugehörigen Zellen liegen zwischen den Fasern des tiefen Markes selber, sowie in der intermediären Zellschicht (Nr. 8). Der Antheil, den centri- 62 Bau des Mesencephalon. petale und centrifugale Fasern an der Bildung der einzelnen Mittelhirn- bahnen besitzen, ist noch keineswegs klar, a) Zum Theil centripetal, zum Theil centrifugal sind die Fasermassen, die in grosser Menge aus der Aussenschicht des Pedunculns cerebri in das Dach eintreten. Es ist bisher nicht möglich, diese Massen beim Frosch in einzelne Componenten zu zerlegen, doch ist soviel sicher, dass ein grosser Theil von ihnen, der als „Schleifenbahnen" zusammen- gefasst wird , von den sensiblen Endkernen des Rückenmarkes und der Medulla oblongata, speciell auch von den Endkernen des Trigeminus und des Acusticus, hierher aufsteigt. Ueber die Zerlegung dieser Massen in zwei Abtheiluugen s. später, b) Eine Verbindung des tiefen Markes mit dem Ganglion istlimi (Tractus isthmo-tectalis), die aus centrifugalen, im Ganglion isthmi auf- splitternden Fasern besteht, ist bereits beschrieben, c) Ebenso wurden die beiden vonWlassak beschriebenen und zum Cerebellum gelangenden Bahnen, die Kleinhirndachfaserbahn und Kleinhirnstielbahn, bereits geschildert, d) Nach eigenen Präparaten scheint es mir , als ob auch eine Verbindung des hinteren Abschnittes des tiefen Markes mit dem Tractus commissurae trans- versae bestehe, e) Mit R. y Cajal halte ich dafür, dass auch die Eadix posterior Tractus optici in ihrem hinteren Abschnitt in Faseraustausch mit dem tiefen Mark tritt, f) "Wie schon angedeutet, steht das tiefe Mark durch zahlreiche Faserzüge mit Theilen des Zwischenhirns in Verbindung. Alle diese Faserzüge strömen in dem Uebergangsgebiet des Lohns opticus in die dor- sale Hälfte des Zwischenhirns zusammen (Fig. 20); sie werden beim Zwischen- hirn Erwähnung finden, doch sei bemerkt, dass sie u. a. von den Zwischenhirn- endstätten des Opticus, sowie von Theilen kommen, die zum Olfactorius und zum Telencephalon in Beziehung stehen. 3. Mark fasern der Innenschicht. Innerhalb der zelligen Innenschicht des Mittelhirndaches , speciell in den Schichten 3, 5 und 6 verlaufen sehr zahl- reiche markhaltige Nervenfasern, die in ihrer Gesammtheit auch gelegentlich als Theile des tiefen Markes bezeichnet werden. Ich will sie, um die Bezeich- nung des „tiefen Markes" für die Schicht 7 zu reserviren, als „Markfasern der Innenschicht" („Markfasern des centralen Höhlengrau") zusammenfassen. Sie hängen zusammen mit Fasern des „tiefen Markes" und mit den Bündeln feiner Markfasern, die zwischen den Zellreihen der l'edunctüi cerebri verlaufen. Da bisher von keiner Seite Zellen des Mittelhirndaches beschrieben wurden, deren Axencylinder in diese Schichten eintreten , so dürften die meisten der Fasern centripetale, von aussen her einstrahlende, sein. Ihre Endigung ist unbekannt; in den Schichten , in denen sie verlaufen, verzweigen sich Dendriten von Zellen der Innenschicht (2, 4, 6). B. Uebergang sformation. Ueber den feineren Bau und die Bedeutung der Zellmassen , durch die die typische Deckenformation in die Innenschicht der PcdunciUi cerebri übergeht, lässt sich bisher nichts angeben. Als besonderer Kern ist in ihr abscheidbar das Corpus qiiadri g eminum posterius. Mit diesem Namen ist bisher, nach dem Vorgange von Bellonci, meist das Ganglion isthmi beschrieben worden. Dies halte ich nicht für angängig. Ein besonderes Corpus quadrigemi)U(m pjoste- rius ist zwar beim Frosch noch nicht so scharf abgegrenzt, wie etwa bei der Eidechse, aber doch schon deutlich erkennbai*. Auf Sagittalschnitten (Fig. S), al)er auch auf Horizontalschnitten (Fig. 20) sieht man am deutlichsten, dass die Hinterwand des Dachraumes stark verdickt ist und sich in diesen selbst vorwölljt. In diesem von hinten her vorspringenden Wulst liegen die beiden Corpora Bau des Mesencephalon. 63 qaadriiiemina posteriora (Fig. 17 u. 20). Ihre Zellmassen sind in der Mittellinie deutlich von einander abgesetzt; wie es scheint, durch ein Ependymsex^tum getrennt; doch findet in An- Mittellinie ein Austausch feiner markhaltiger Nervenfasern zwischen beiden Kernen statt. Die verschiedenen Durchschnitte zeigen, dass ein jedes Corpus quadriyeminKm posterius eine besonders massige Entfaltung der grauen Massen des Mittelhirndaches darstellt, die oben als Ueber- gangsformation bezeichnet wurden, und dass demnach die in zahlreichen unregel- mässigen Reihen liegenden Zellmassen in der Fortsetzung der Schichten 2, 4, 6 des Mittelhirndaches liegen. Das Corpus quadrujeminmn posterius ist von sehr zahlreichen Markfasern erfüllt, und solche setzen auch beide Corpora unter einander in Verbindung. Sonstige Verbindungen bestehen mit den Fasermassen der Pedunculi cerebri („Schleifenbahnen"), mit dem Tractus commissurae transrersae, und mit dem tiefen Mark des Lohus opticus. Jedenfalls findet sich lateral von dem Corpus quadrigeininum, posterius ein förmlicher Knoten von Markfasern, die sich in den verschiedensten Richtungen durchkreuzen (auf der linken Seite von Fig. 17 nur schwach angedeutet). Zwischen sie sind gross- kalibrige Zellen eingestreut. C. Nucleus magnocellularis tecti mesencepliali. (Fig. 19.) Dies ist eine Gruppe grosser Zellen, die sehr zerstreut im vordersten Theile des Mittelhirndaches liegen. Hauptsächlich findet man sie in der medialen Wand eines jeden Diverticulum lohi optici, doch auch weiter medialwärts von diesem entfernt, sowie in dem Dach des Diverticulum lohi werden sie angetroffen. Sie liegen hier meist in der subepithelialen Körnerschicht, aber auch in der inneren molecularen, sowie in der schmalen Körnerschicht (Nr. 4). Der Kern wird als motorischer Ursprungskern des Trigeminus aufgefasst, doch ist der specielle Verlauf der Fasern beim Frosch noch nicht verfolgt. D. Commissura posterior. Die dicken Fasermassen der Commissura posterior schliessen sich direct an die der Cotumissura tecti mesencepliali an. Aber während die Fasern der Dachcommissur dünn sind und auch die vorder- sten (am Dach und der Vorderwand des Diverticulum impar) in lockerer Anordnung lateralwärts ziehen, zu dem Uebergangsgebiet des tiefen Mittelhirn- und Zwischenhirnmarkes , krümmen sich die zu dicken Bündeln zusammen- gefassten Fasern der Commissura posterior wie die Schenkel eines Hufeisens ventralwärts , durchsetzen die erwähnten Markmassen des Uebergangsgebietes und treten in die Pedunculusfasermassen ein. Hier strahlen sie in die Umgebung des Corpus ectomamillare aus und biegen zum Theil caudalwärts um. Ihr Schicksal ist nicht genau anzugeben ; vielleicht entspricht die Zellmasse medial vom Corpus ectomamillare einem Nucleus commissurae posterioris. Züge der Commissura posterior sollen auch zum Fasciculus longitudinalis medialis in Beziehung stehen. — Die Commissura posterior geht vorn in die Commissura tecti diencepliali über. e) Bau der Pedunculi cerebri. A. Centrales Höhlengrau (zellreiche Innenschicht) der Pedunculi. Die Zellen dieser Schicht sind in Reihen angeordnet, die in der Hauptsache den Ventrikelseitenwänden parallel verlaufen. Ueber das feinere Verhalten der Zellen, den Verbleib der Axencyliuder ist bisher nichts Sicheres anzugeben. Zwischen den Zellreihen finden sich „moleculare" Zonen, in denen aber auch sehr zahlreiche feine markhaltige Nervenfasern verlaufen. Eine sub- epitheliale moleculare Zone folgt unmittelbar auf das Ventrikelepithel und 64 BaudesMesencephalon. setzt sich im hinteren Mittelhirnabschnitt in eine gleiche ventral vom Ventrikel gelegene Schicht fort, die die Zellmassen beider Pedunculi trennt. Diese werden dagegen in der vorderen Mittelhirnhälfte in der ventralen Mittellinie verbunden durch eine mediane Zellansammlung, die sich bis in den vordersten Theil der Mittelhirubasis fortsetzt. Vom Boden des Ventrikels bleibt sie durch die sub- epitheliale Faserzone getrennt, ventralwärts schiebt sie sich noch zwischen die Fasern der dorsalen Haubenkreuzung vor. Dadurch, dass jederseits von ihr ein Gefäss ins Innere des Gehirns hineindringt , wird , ähnlich wie beim Corpus interpedunculare , der ganze unpaare Bezirk von der Umgebung schärfer abge- setzt. — Ein zweites, der Innenschicht der Pedunculi angehöriges Gebilde ist der Nucleus N. oculomotorii. Dies ist eine sehr ausgedehnte Zellsäule, deren hinteres Ende noch im Isthmus, deren vorderes weit vorn im Mittelhirn liegt. Am ventralen Rande der Innenschicht , medial vom Fascicidus Joiujitudi- nalis medialis gelegen, entspricht sie der Fortsetzung der medial -ventralen Zell- säule des Rückenmarkes. Die Einzelzellen sind gross ; an der dicksten Stelle des Kernes liegen circa 12 auf einem Querschnitt. Vorn verjüngt sich der Kern und ragt auch über die Austrittsstelle des Nerven selbst hinaus. Die zwischen den Zellreihen der Innenschicht verlaufenden markhaltigen Nervenfasern verlaufen hauptsächlich in dorso-ventraler Richtung und ziehen zum grossen Theil in Bündeln aus den tiefen Schichten des Mittelhirndaches hier hinein. Inwieweit auch Axencylinder der Pedunculuszellen selbst hierbei mit in Frage kommen , bleibt noch festzustellen. Ventral vom Ventrikel treten zahlreiche dünne markhaltige Fasern in lockerer Anordnung von einer Seite auf die andere. Ein anderer Theil der Fasern tritt zwischen die tiefen Mark- massen der Aussenschicht, und schliesslich gelangen einige in die „dorsale Haubenkreuzung". B. Zellarme Aussenschicht (weisse Substanz) der Pedunculi cerehn. Die zellarme Aussenschicht der Pedunculi besteht zum überwiegend grössten Theile aus markhaltigen Nervenfasern, aus weisser Substanz. Diese sind in zwei Lagen zu trennen : eine tiefe und eine oberflächliche ; die tiefe enthält die Fortsetzungen der Markmassen des Rhombencephalon, die oberflächliche besteht aus der Badix posterior Tract. ojitici, dem Tractus commissurae transversae und dem Tractus commissurae postchiasmaticae. Letztere drei bedecken jedoch die tiefen nicht vollständig, vielmehr liegt im hinteren Abschnitt des Pedunculus das tiefe Marklager am lateral-ventralen Umfange unbedeckt zu Tage. Als tiefe Markmassen sind von hinten her die Fortsetzungen der Ventrolateralstränge in das Mittelhiru zu verfolgen. Sie werden hier durch „moleculare" Zonen in einzelne Bündel aus einander gesprengt, und wenden sich in grossen Mengen empor zum Dach des Mittelhirns. Ein Theil von diesen auf- steigenden Fasern ist im hinteren Abschnitt des Mittelhirns am ventral-lateralen Umfange des Pedunculus schon äusserlich sichtbar (Fig. 5 : Fibrae leniuisci), weiter dorsal sowie vorn werden sie von dem Tractus commissurae transversae über- lagert. Ein anderer Theil steigt aus mehr tiefgelegenen Theilen der Pedunculus- fasern empor. Im hinteren Mittelhirnabschuitt laufen solche aufsteigende Fasern einwärts zum Corpus quadri (jeviiuum posterius^ weiter vorn dringen sie, medial von dem Zug der Commissura transversa und der hinteren Opticus- wurzel, in das Stratum medulläre profundum des Lohns opticus. Die Pedunculi werden nach vorn zu faserärmer; so wird auch der Eintritt von Fasern aus ihnen in den I.ohus opticus immer spärlicher. Die Verarmung des tiefen Marklagers an markhaltigen Fasern im vorderen Mittelhirnabschnitt hat Bau des Mesencephalon. 65 hier auch eine deutlichere Trennung von dem Tractus commissurae transversae und dem Tractus com tu. postchicLsmaticae zur Folge. — Zwischen den Markfasern des Pedunculus finden sich, durch die ganze Länge des Mittelhirns hindurch, ausser kleinen zelligen Elementen, auch solche grösseren Kalibers, die leichter zwischen den Fasern aufifallen. Im hinteren Theil des Mittelhirns liegen solche grosse zellige Elemente, zwischen den zum Corpus quadrigemimtm posterius und zum tiefen Mark der Decke aufsteigenden Fasern, mehr im dorsalen Pedunculusgebiet, weiter vorn nehmen sie eine mehr ventrale Lage ein (Figg. 17 bis 19). In der Gegend, wo die Bündel dev Commissura posterior zwischen die Pedunculusfasermassen eintauchen, liegen sie zu einer deutlicheren Gruppe vereinigt. Vielleicht entspricht die letztere Gruppe dem Kern, den Edinger „Nucleus lateralis profundus^'' nennt, die erstere dexQ.',., Ganglion laterale me sencephali'^. Es sei dabei bemerkt, dass Edinger ganz allgemein die Masse der in das tiefe Mark aus dem Pedunculus aufsteigenden Fasern in eine laterale und eine mediale Abtheilung zerlegt. Jede Abtheilung setzt sich wieder aus einem gekreuzten und einem ungekreuzten Antheil zusammen. Der gekreuzte Antheil der lateralen tritt durch die ventrale , der der medialen Abtheilung durch die dorsale Commissur der Mittelhirnbasis. Der ungekreuzte Antheil der lateralen läuft direct im Pedunculus caudalwärts, der der medialen steht in Ver- bindung mit den genannten Eigenkernen des Mittelhirns {Ganglion laterale mesencephali , Xiicleus lateralis profundus. Einen Nucleus medialis profundus vermag ich mit Sicherheit nicht abzuscheiden). Den Bezirk des Ventralstranges dicht neben dem Nucleus N. oculomotorü, lateral von diesem, nimmt der Fasciculus longitudinalis tnedialis ein, nicht sehr scharf von der Umgebung abgesetzt. Oberflächliches Mark. Radix poster ior s. r entralis Tractus optici. Diese auf der Grenze von Pedunculus und Lobus opticus ziehende Wurzel wurde in ihrem Ver- halten zum Tectum opticum schon geschildert. Was ihr Verhalten zu den Gebilden des Pedunculus betrifft, so bleibt sie, ungefähr bis in die Mitte des Mittelhirns von dem Tractus der Commissura transversa getrennt durch einen auf dem Querschnitt sichelförmigen Zug von „gelatinöser" Masse mit wenigen Zellen, die wohl dem entspricht, was Bellonci: „Corpus geniculatum interttum" nennt (auf Fig. 19 dargestellt, aber nicht bezeichnet). P. Ramön y Cajal giebt an, dass in ihm zahlreiche Opticusfasern enden. Im hinteren Abschnite des Mittelhirns liegt die hintere Opticuswurzel direct dem Tractus commissurae transversae an, divergirt aber dann von dieser und folgt dem hinteren Umfange des Lobus opjticus , immer in die oberflächliche Mark- schicht des Tectum ausstrahlend. Bellonci leugnet ganz entschieden, dass auch zum Ganglion istlimi Fasern der hinteren Opticuswurzel gelangen; wie schon an anderer Stelle bemerkt, ist mir aber die Existenz solcher Fasern nicht unwahrscheinlich. Tractus commissurae transversae. Die in der Commissura trans- versa des Zwischenhirns hinter dem Chiasma opA. sich kreuzenden Fasern laufen hinter dem Chiasma medial von der hinteren Wurzel des Tractus opticus caudal- wärts und gelangen dann in ventrale Lage zu der hinteren Opticuswurzel und an die Peripherie des Pedunculus cerebri. Im vorderen Theile des Mittelhirns wird der Tractus commissurae transversae von der hinteren Opticuswurzel durch das „Corpus geniculatum internum^ getrennt, nach dessen Verschwinden liegt Ecker-Gaupp, Anatomie des Frosches. II. K 66 Bau des Mesencephalon. er dem ventralen Umfange jener Wurzel unmittelbar an und schiebt sich auch medial von ihr in die Höhe. Ein sehr grosser Theil der Fasern des Tractus commissurae transversae dringt von aussen oben in das Ganglion isthmi ein, doch scheinen vorher schon Fasern zum Cor2)us quadrigeminum posterius^ ja auch in die hinteren Gebiete des Stratum medulläre profund um Lobt optici einzutreten. Tractus commissurae postchiasmaticae ad Ganglion ectomamil- lare. Weit vorn im Mittelhirn, in der ventral - lateralen Partie des Pedunculus, und zwar zwischen den Markfasern desselben, liegt das Ganglion ectovia- millare CEdinger; Nucleus 2}edunctdaris BeWonci). Dies ist ein Kern, der sich auf Weigert- Präparaten durch die gelbe Färbung seiner Grundsubstanz scharf von der Umgebung absetzt. In der Grundsubstanz liegen kleine Zellen. Die von ihm ausgehenden markhaltigen Nervenfasern sammeln sich zu einem platten Bündel, das an die lateral-ventrale Peripherie des Pedunculus dringt und hier in horizontalem Verlauf nach vorn zieht. Auch äusserlich ist es oft erkenn- bar (s, die äussere Beschreibung des Mittelhirns). Der Tractus, dessen Bedeu- tung unbekannt ist, kreuzt sich mit dem der anderen Seite in der Com missura postchiasmatica (Bellonci's „Peduncularfasern"). Wohin die Fasern nach der Kreuzung gelangen, ist unbekannt; Edinger hat den Tractus als „basale Opticuswurzel" bezeichnet; ob mit Recht, bleibe dahingestellt. Commissurensystem der Pedun culi cerebri. Schon oben wurde bemerkt, dass ventral vom Ventrikel feine markhaltige Nervenfasern innerhalb der Inuenschicht der Pedunculi cerebri ohne regelmässige Anordnung von einer Seite auf die andere treten. — Ausserdem findet sich aber durch die ganze Länge des Mittelhirns hindurch in der ventralen Mittelebene ein reichliches Commissurensystem, das freilich seiner Natur nach noch nicht genügend bekannt ist. Man kann eine ventrale und eine dorsale Haubenkreuzung unter- scheiden, welche Namen aber nichts weiter bedeuten sollen, als: ventrale und dorsale Commissurenlage der Mittelhirnbasis. Die ventrale ist die stärkere, sie erstreckt sich vom vordersten Theile des Haubenwulstes nach hinten bis über den vorderen Zipfel des Ganglion interpedunculare. Ventralwärts reicht sie bis an die ventrale Oberfläche des Mittelhirns , nur im vorderen Gebiete desselben erhält sie einen oberflächlichen Belag molecularer Substanz. Ganz vorn liegen die dorsale und ventrale Plaubenkreuzung dicht über einander, dann werden sie eine Strecke weit durch einen in der Mittellinie verlaufenden Längszug feiner markhaltiger Fasern getrennt; alsdann hört zunächst die dor- sale Commissur auf, darauf, an der vorderen Grenze des Isthmusgebietes, das Längsbündel, so dass sich nur die ventrale Commissur, verschmälert, etwas über das Ganglion i)iterpedunculare nach hinten schiebt. Im hintersten Theile dieser ventralen Haubenkreuzung ist wohl die Decussatio der Bindearme zu suchen, weiter vorn Kreuzungen von Schleifenfasern; in den voi'dersten Theil scheinen auch Fasern aus dem Lobus infundibularis einzutreten. Die dor- sale Haubenkreuzung ist schwächer als die ventrale und nur im vorderen Abschnitt des Mittelhirns vorhanden. Soweit sie zwischen den Oculomotorius- kernen liegt, fahren ihre seitlichen Schenkel in der Umgebung dieser, in wesent- lich caudaler Richtung ausstrahlend, pinselförmig aus einander, um theils zwischen den Fasermassen der Pedunculi , theils zwischen den Zellreihen der Innen- schicht sich zu verlieren. Vor dem Oculomotoriuskern ist diese Commissuren- lage breiter, und die aus ihr hervortretenden Fasern ziehen mehr geschlossen in die weisse Substanz der Pedunculi caudal aufwärts. Eine an dieser Stelle BaudesMesencephalon. 67 gelegene Zellansammlung könnte vielleiclit als Nucleus medialis profundus (Edinger) in Frage kommen. Das Verhältniss des vorhin erwähnten Längs- bündels zu beiden Commissuren ist mir nicht klar geworden; es scheint, als ob die Fasern des vorderen Theiles der dorsalen Kreuzung hier hinein gehen, aber auch solche der ventralen Kreuzung. Das Bündel selbst hört an der vorderen Grenze des Isthmusgebietes auf; in der Gegend seiner hinteren Endigung liegt zwischen ihm und dem Yentrikelgrund eine kleine deutlich begrenzte Zellgruppe, ob diese aber zu dem Längstractus eine Beziehung besitzt, bleibe dahingestellt. Es hat den Anschein, als ob thatsächlich der hintere Abschnitt der dorsalen Kreuzung zu dem Oculomotoriuskern in Beziehung steht (Fasern vom tiefen Mark des Daches?); der vordere Theil bezieht seine Fasern aus den innersten Gebieten der Pedunculusfaserschicht und scheint die Kreuzung der „medialen Abtheilung des tiefen Markes" zu repräsentiren , demnach der „ M eyn er t' sehen fontänen- artigen Haubenkreuzung" zu entsprechen. Genauere Untersuchungen über die Kreuzungen in der Mittelbirnbasis bei den Amphibien stehen noch aus. f) Verbindungen des Mittelhirns. Das Mittelhirn nimmt im Gehirn des Frosches eine sehr wichtige Stellung ein. Es ist der vorderste Gehirnabschnitt, in den markhaltige Nervenfasern von allen Seiten her in grosser Menge eintreten. Vom Rückenmark und der Blediäla ohlongata kommen Fasermassen, in denen die Bahnen des Muskelgefühls vermuthet werden, von vorn her treten die Sehnervenfasern ein, und in den zahlreichen Verbindungszügen zum Zwischenhirn dürfen u. a. auch wohl Bahnen vermuthet werden, die zum Geruchssinn eine Beziehung haben. So strömen hierher sensorische Eindrücke, wie es scheint, der meisten Qualitäten, zusammen, werden in dem zu einem hohen nervösen Centralorgan ausgebildeten Mittel- hirndach gesammelt und zu regulirender Beeinflussung motorischer Centren ver- werthet. Diese letzteren vermitteln centrifugale, austretende Bahnen, deren spe- cieller Verlauf und deren Endigung freilich noch gänzlich unbekannt ist. Daneben wird das Mittelhirn in seinen ventralen Partien von einer Anzahl von Faserzügen eingenommen, die es nur durchsetzen. Unter diesen fehlt aber eine „Fussfaserung", d. h. centrifugale Bahnen von der Vorderhirnrinde her, noch vollkommen; wie schon erwähnt, entspricht der ganze Pedunculus der „Hauben" faserung" der Säuger. Im Speciellen sind alle bekannten oder mit einiger Wahrscheinlichkeit ver- mutheten Verbindungen bereits geschildert; es genügt, sie hier zusammen- zustellen. 1. Verbindung mit dem Tr actus opticus. Die überwiegende Mehrzahl der Opticusfasern endet frei im Dach der Lohi optici, daneben werden solche angenommen, deren Ursprungszellen im Mittelhirn liegen. Wenn das Mittelhirn auch nicht die einzige Endstätte des Opticus darstellt, so ist es doch die wich- tigste und die relativ hohe Entwickelung des Sehorgans beim Frosch, ohne die seine Art der Fortbewegung und der Nahrungsjagd nicht möglich wäre, erklärt hauptsächlich die bedeutende Massenentwickelung des Mittelhirndaches. Die Ziel- und Treffsicherheit, die der Frosch beim Sprung und Zungenschlag documentirt, setzt zudem eine auf zahlreiche Bewegungscentren ausgedehnte Controle und Beeinflussung durch das Sehorgan voraus, d. h. Bahnen, die die freien End- verzweigungen des Opticus mit motorischen Centren direct oder indirect zu verknüpfen im Stande sind. Gerade diese wichtigen Bahnen lassen sich aber bisher nur erschliessen, sind aber nicht exact nachweisbar. 5* 68 Bau des Mesencephalon. 2. Die vom Eückenmark und der Meclulla ohlotigata aufsteigenden Bahnen (Tr actus t e et o- spinal es et huJhares) treten aus den Pedunculi in das tiefe Mark des Mittelhirndaches und in das Corp us qnadrigeminum posterius. 3. In die innersten Schichten des Mittelhirndaches treten Fasern aus der Innen Schicht der Pedunculi cerebri, von unbekannter Herkunft. 4. Verbindungen mit dem Mesencephalon bestehen nach Wlassak durch die „Kleinhirndachfaserbahn" (Tractus cerebello -tectaJis) und die „Klein- hirnstielbahn". 5. Mit dem Isthmus rhomhencepliali besteht eine Verbindung durch den Tractua isthmo-tectalis. 6. Der von der Commissura transversa des Zwischenhirns kommende Zug, dessen vorderes Ende unbekannt ist, lässt einen Theil seiner Fasern in die hinteren Partien der Mittelhirndecke und in das Corpus quadrigeminum posterius einstrahlen. 7. Das an der Basis des Mittelhirns gelegene Corpus ectom amiliare steht in Verbindung mit der Commissura postchiasmatica des Zwischen- hirns durch einen Tractus, dessen vordere Endigung und Bedeutung noch unbe- kannt sind. 8. Die zahlreichen Verbindungen mit dem Zwischenhirn, die alle in das Uebergangsgebiet von Mittel- und Zwischenhirn eintreten, finden bei dem letzteren ihre Erwähnung. 9. Durch die Mittelhirnbasis hindurch verlaufen: Tractus thalamo- spinales et -bulbares, Tractus tegmento - cerebellaris, Fasciculus retroflexHS, Fasciculus longitudinalis medialis. 10. N. oculomotorius: s. Gehirnnerven. 5. Dien- 5. D i e n e e p h a 1 o n. Z w i s c h e n h i r ii. cephalon. Zwisclien dem Mittel- und Endhirn liegt das Zwisclienliirn. Indessen ist es nur an der Ventraltiäche in ganzer Ausdehnung zu übersehen, während es dorsal von seinen beiden Nachbarn zum Theil überlagert, und seitlich fast ganz von den Fasern des Opticus über- zogen wird. Man kann es sich vorstellen als einen walzenförmigen, von beiden Seiten etwas zusammengedrückten Körper, der hinten in das Mittelhirn, vorn mit seinen Seitentheilen (Partes suhpalliales) in die Hemisphären übergeht, während der zwischen den beiden gelegene unpaare Abschnitt, die Pars terminalis. das Zwischenhirn in der Mitte zum vorderen Abschluss bringt. Innerhalb dieser Pars terminalis bildet die embryonale epitheliale „Lamina terminalis^, vom Boden zur Decke aufsteigend , die vordere Begrenzung des Zwischenhirnveutrikels. — Von hinten her schieben sich die beiden Lohi optici am dorso -lateralen Umfange des Zwischenhirns jederseits nach vorn; in der Mitte findet eine nicht so weit gehende Ueber- lagerung der Zwischenhirndecke durch die Pars impar des Mittelhirn- daches statt. Die Hemisphären, in deren basale Hälften das Zwischen- hirn jederseits übergeht, wölben sich mit ihren pallialen Hälften sehr Diencephalon. 69 erheblich über das Niveau der Zwischenhirndecke in die Höhe und überlagern diese auch jederseits mit einer nach hinten gerichteten pallialen Fortsetzung, dem Polus occipitalis. So bleibt nur ein beschränkter Theil des Zwischenhirns von der Dorsalseite her sichtbar. — An der Decke des Zwischenhirns finden sich eine Anzahl beson- derer, durch Verdickungen, Aus- und Einstülpungen entstandener Gebilde, die zusammen als Epithalamus bezeichnet werden; auch die ventralen Gebiete sind durch Ausstülpungen und Verdickungen charakterisirt : Hypothalamus. Die zwischen Boden und Decke auf jeder Seite des hohen spaltförmigen Ventrikels liegende com- pacte Hauptmasse führt den Namen Thalamus. Im Embryonalstadium hängt von der Decke des Zwisclienhirns, hinter der nachher zu schildernden Paraphysis , eine quere Epithelfalte in das Innere des Ventrikels hinein, das Velnm transversitm. Dasselbe ist als eigentliche Grenze von Zwischen- und Endhirn neuerdings allgemeiner anerkannt. Doch erleichtert die hier gegebene Auffassung, die das Gebiet des Zwischenhirns bis zur Lamina trrminaJis ausdehnt, die Darstellung und entspricht dem bisher meist geübten Sprachgebrauche. Thalami (Fig. 5). Die Seitentheile des Zwischenhirns, die Thalami, sind in dorso- ventraler Richtung lateral wärts gekrümmt und in ihren hinteren zwei Dritteln von den Fasern des Tractus opticus überzogen, die von dem an der Basis gelegenen Chiasma aus divergiren. Die Hauptmenge dieser Fasern strebt dem Lobus opticus zu, an dessen medialen, vorderen und ventral - lateralen Umfang sie als Radix dorsalis, Bad. intermedia, Rad. ventralis herantreten. Den Fasern, die die dorsale Tractuswurzel bilden, schliessen sich aber vorn noch solche an, die ganz senkrecht vom Chiasma aus in die Höhe steigen und dann in den Thalamus dringen. Das vordere Drittel des Thalamus ist von Opticusfasern nicht überzogen, wird aber durch den Polus occipitalis der Hemisphäre überlagert, der sogar eine Strecke weit mit dem dorso - lateralen Umfange des Thalamus verwachsen ist. Da der Polus occipitalis eine Bildung des „Pallium" darstellt, so ist es berechtigt, den von ihm überlagerten vorderen seitlichen Thalamusabschnitt als Pars subpallialis Tha- lami zu bezeichnen. Von dieser, die ohne Grenze in die Pars sub- pallialis der Hemisphäre übergeht, ist bei äusserer Betrachtung nur die ventrale Hälfte sichtbar. Sie ist am lateralen Umfange (s. Fig. 5) durch eine longitudinal verlaufende Furche, die sich nach vorn auf die laterale Fläche der Hemisphäre fortsetzt, von dem Hemisphären- 70 Dieucephalon. mantel getrennt (diese Furche ist auf Fig. 5 nicht, auf einigen der Querschnittsbilder als Sulcus limitans lateralis bezeichnet). Der ventral von dieser Furche sichtbar werdende subpalliale Thalamus- theil ist durch Einlagerung des basalen Vorderhirnbündels (s. Fig. 25) vorgewölbt: Prominentia fascicularis. Nach der Ventralfläche zu ist die Pars subpallialis begrenzt durch eine Furche, die sie von der Pars hasalis der Lamina terminalis scheidet (s. Fig. 6; vgl. auch die Querschnitte Figg. 25, 26, 28). Epithalamus (Fig. 4). Der zwischen dem Mittel- und Hemi- sphärenhirn sichtbar werdende Abschnitt der Decke des Dieucephalon besitzt annähernd rhombische Form und lässt schon makroskopisch an frischen Gehirnen eine Anzahl in der Mittellinie hinter einander gelegener Gebilde unterscheiden. An die Pars impar des Mittelhirn- daches schliesst sich zunächst ein kurzer einheitlicher weiss aus- sehender Abschnitt an, der als Schaltstück (Pars intercalaris) oder post pinealer Abschnitt des Zwischenhirndaches bezeichnet wird. Vor ihm folgt ein graues (durchscheinendes) Feld, das Zirbel- polster (Pulvinar corporis pinealis). Es stellt eine stark ver- dünnte Partie des Zwischenhirndaches dar. Seinen Namen verdient es darum, weil auf ihm, in der Mittellinie, der Zirbelstiel, Pedi- culus corporis pinealis, ruht, makroskopisch als dünner weisser Faden erscheinend, der hinten an der Basis des Zirbelpolsters wurzelt. (Das Endstück des Corpus pineale bildet das ausserhalb des Schädels unter der Haut liegende „Stirnorgan".) Der Zirbelstiel reicht so weit nach vorn, als das Zirbelpolster und hört dann etwas verdickt auf. Vor dem vorderen Ende des Zirbelpolsters und somit auch vor dem Ende des Zirbelstieles, erhebt sich ein blutgefässreiches Knöt- chen vom Dach des Zwischenhirns: die Paraphysis oder der Ader- geflechtsknoten (Nodulus vasculosus). Drängt man diesen nach vorn zurück oder nimmt ihn weg, so bemerkt man, dass das Zirbelpolster vorn mit einer queren verdickten Leiste aufhört: der Commissura habenularis s. superior. Jederseits von ihr wölbt sich ein kleines Höckerchen vor: das Ganglion hahenulae. Vor der Commissura habenularis liegt, wie erwähnt, die Para- physis, die äusserlich als ein im frischen Zustande durch reichliche Gefässe blutrothes Knötchen erscheint. Nimmt man sie weg — wobei man eine künstliche Oeifnung im Dach des dritten Ventrikels schafit, — so bemerkt man, dass von ihrer Basis aus zwei Büschel gefäss- reicher fingerförmiger Zotten ausgehen, die also vorher von oben her Diencephalou. 71 in das Innere des dritten Ventrikels hineinhingen. Diese repräsen- tiren zwei Gel" ässplexus , einen hinteren kleineren oder Plexus chorioideus medius und einen vorderen grösseren oder Plexus cliorioidens inferior (Fig. 8). Jene erwähnte künstliche Oeffnung wird hinten begrenzt durch die Commissura liahenularis ^ vorn durch den oberen Rand der Lamina supraneiiroporica, jederseits durch eine Leiste, die den obersten verdünnten Abschnitt des Thalamus vor dem Ganglion habenulac darstellt, eine Strecke weit mit der medialen Hemisphärenwand verwachsen ist und niedriger werdend in die Lamina supraneiiroporica übergeht (s. Pars terminalis). Hypothalamus (Figg. 5, 6). lieber den ventralen Umfang des Zwischenhirns zieht in querer Richtung das Chiasma opticum hin- weg, von dem aus die Fasern des Tr actus opticus an der Aussen- tläche des Zwischenhirns emporsteigen. Ausser ihnen sind vom Chiasma aus noch zwei Züge nach hinten zu verfolgen: der Tr actus commissurae transversae und der Tractus commissurae post- chiasmaticae. Von diesen zieht der Tr. comm. transversae ventral von der ventralen Opticuswurzel, der Tr. comm. postchiasmaticae genau über der Einziehung, die den Lohns infundihularis vom übrigen Zwischenhirn absetzt, nach hinten. — Hinter dem Chiasma liegt der Lobus infundihularis., vor dem Chiasma die Pars hasalis der Lamina terminalis. Lohns infundihularis (Pars postchiasmatica Hypothalami). Der Lotus infundihularis wird durch eine hohle Vortreibung des Zwischen- hirnbodens zwischen dem Chiasma und dem vorderen Ende der Mittelhirnbasis gebildet. Diese ist im Wesentlichen nach hinten gerichtet, schiebt sich aber auch mit einem kleinen Abschnitt nach vorn unter die Chiasmaleiste vor, so dass man, lediglich zur beque- meren Schilderung, drei Abschnitte des Lobus unterscheiden kann: Pars suhcJiiasmatica, P. affixa, P. lihera. Bei Betrachtung von der Ventralseite (Fig. 6) erscheint der Lobus als ein vierseitig begrenzter, in dorso-ventraler Richtung flacher Körper, dessen vordere Kante nicht genau quer verläuft, sondern mehr oder minder stark nach vorn convex, und so die P. suhchiasmatica vorn begrenzt. Der hinteren Kante liegt die Hypophysis cerehri an. Die Ventral- tiäche des Lobus ist in der ]Mittellinie kielartig vorgetrieben; der in der Mittellinie hinziehende schmale Streifen bildet den eigentlichen Boden des Lobus , an den sich die schief dorsal - lateralwärts auf- steigenden Seitenwände ansetzen. Querschnitte machen dies verstand- 72 Diencephalon. lieber, bei äusserer Betracbtung erscbeint nicbt selten der ganze ventrale Lobusumfang gleichmässig von recbts nach links gewölbt. Bei seitlicher Betrachtung zeigt sich, dass der vorgetriebene Bezirk des Zwischenhirnbodens in transversaler Richtung nur schmal ist, der durch die Ausstülpung gebildete Lobus aber sich dicht unter dem Zwischenhirnboden wieder lateralwärts verbreitert, so dass zwischen der Decke des Lobus und dem Zwischenhirnboden eine tiefe Ein- ziehung bleibt. Die P. suhchiasmatica zeigt diese laterale Entfaltung nicht, sie ist auf dem Querschnitt viereckig (Fig. 23), wohl aber die Fars libera (Fig. 22). Diese besitzt somit einen Querschnitt von der Form eines flachen gleichschenkligen Dreiecks mit abgestumpfter Spitze. Die Basis des Dreiecks liegt dorsal, der Mittelhirnbasis zugekehrt, die abgestumj)fte Spitze ist ventralwärts gekehrt. Die letztere ent- spricht dem schmalen Boden des Lobus. Die Decke des Lobus, vom Vorderende der Mittelhirnbasis an nach hinten, ist auf eine epithe- liale Membran verdünnt; die caudale Wand ist verdickt und zudem fest mit dem Vorderlappen der Hypophyse verbunden. Löst man diese los, so nimmt man zugleich die caudale Wand des Lohns infundibuli weg. Genaueres s. später. Sehr mit Unreclit wird oft der Boden des Lohns infundihuli als „Tuher cinereum^^ bezeichnet. Thatsächhch entspricht die epitheliale Decke dem Tuber cinereum ; die abweichende Lage beim Menschen erklärt sich aus der abweichenden Richtung des ganzen Lobus hifiindibalaris. Pars terminalis. Vor dem Chiasma liegt am Boden des Zwischenhirns ein dreieckiges Feld, das, in Anlehnung an die bisher gebräuchliche Nomenclatur, als Pars hasalis laminae terminalis bezeichnet werden kann. Dasselbe kehrt seine Spitze nach vorn und wird seitwärts gegen die Prominentia fasciciilaris der Pars subpallialis Thalami, weiterhin gegen die P. subpallialis der Hemi- sphäre durch eine Furche abgesetzt. Ventralwärts ist es vorgewölbt, zudem in der Mitte wegen seiner Dünne durchscheinend. Von seiner vorderen Spitze aus kann man den vorderen Begrenzungsrand der Pars terminalis weiter verfolgen, indem man die Hemisphären aus einander drängt. Man sieht dann diesen Rand in der Tiefe der Fissura sagittalis zwischen beiden Hemisphären aufsteigen, und zwar die untere Hälfte (Pars infraneuroporica) in einem nach vorn convexen Bogen, die obere (Pars supraneuroporica) mehr gerad- linig nach hinten oben (Fig. 8). Der obere Rand der Pars supra- neuroporica liegt an der Paraphyse; in den oberen Theil derselben Diencephalon. 73 geht jederseits, wie schon erwähnt, die an das Ganglion hahenulae sich anschliessende Leiste iiher. Der Bezeichnung „Lamhia terminalis"' liegt der primitive embryonale Zustand zu Grunde, wo in der That eine epitheliale Lamelle den vorderen Abschluss des Hirnrohres bildet. An die Aussenlläche dieser Lamina lagern sich aber späterhin zellige und vor allen Dingen faserige Massen in grosser Mächtig- keit an und geben so zur Ausbildung eines besonderen medial gelegenen, unpaaren Gebietes des vorderen Zwischenhirnabschnittes Anlass. Dies Gebiet kann dann am erwachsenen Hirn als Pars terminalis den lateralen, in die Hemisphären übergehenden Partes siihpalliales gegenübergestellt werden. Die ursprüngliche „Lamina"' terminalis liegt in der Pars terminalis und bildet hier den vorderen epithelialen Abschluss des Ventrikels. Jene Massenentwickelung erfolgt aber nicht an allen Th eilen der Lamina terminalis in gleichem Umfange, sondern in deren ventraler Hälfte erheblich stärker als in der dorsalen Hälft