.f^ — nTc;' IMdrawn Der 2 Tropenpflanzer Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschufs der Deutschen Kolonialgeselischaft Herausgegeben von Walter Busse Berlin XXV. Jahrgang 1922 Inhaltsverzeichnis. Die arabischen Ziffern geben die Seitenzahlen an. Amani, Biologisch-Landwirtschaftliches Institut — 157, 189. Ananaskultur in Mexiko 199. — . Die Papierbedeckung in , der — und Zuckerrohrkultur Hawaiis 235. Balsaholz, Das — von F. Nevermann 49- Baumwollanbau in Ägypten 1922, 233. — in Nantung (China) 196. Baumwollbau in Brasilien 60. — im ehemaligen Deutsch-Ostafrika 59. — in den Kolonien Paraguays 234. Baumwolle in Algier 29. — im Südwesten von Madagaskar 30. — , Schößlingskultur der — 198. Baumwollernte, Äg)'ptische 93. Baumwollerzeugung der Vereinigten Staaten 123. Baumwollin dustrie, Die Entwicklung der chinesischen — 90. Baumwollkultur in Cambodja 162. — im Bezirk Canton (China) 161. — Mexikos 92. — , Zur Hebung der — Australiens 162. Baumwollproduktion Indiens 93. — , Schädigungen der — durch den Rüsselkäfer Anthonomus grandis 123 — , Zur Kenntnis der brasilianischen — mit besonderer Berücksichtigung des Staates Säo Paulo. Von G. Grieder. 176. — in Korea 234. — , Die Lage der turkestanischen — 195- — und -Verarbeitung in Kolumbien 60. Baumwollschädlinge. Gefährdung der Baumwollernte durch — in Ägypten. 194. Baumwollunternehmung in Italienisch- Somaliland 195. Baumwollverschiffung aus den West- häfen Nordamerikas 160. Baumwollwirtschaft, Zur — Chinas 160. Bewässerung, Über die Anwendung künstlicher — in warmen Ländern. Von W. Busse 112. Bismarck- Archipel Gesellschaft ni. b. H.. Berlin 156. Britisch-Honduras, Zur Produktion von — 125. — Nyassaland, Produktionsverhältnisse von — 194. Burma, Ausfuhrhandel 89. Cativaharz 10 1. Cayennepfeffer, Produktion von klein- früchtigem iChillies) 96. Ceylon, Ausfuhrhandel im Jahre 1921 88. Chocolä-Plantagengesellschaft in Ham- burg 122. CitruUus vulgaris. Ol der Samen von — 62. Citrusobst, Der Anbau und Verkauf von — in den Vereinigten Staaten. Von J. C. Th. Uphof 72, iio. Coquitonüsse 135. Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft in Berlin 154. Dove, K., Nachruf 139. Erdnußausfuhr aus Nigerien 125. Erdnüsse, Export von — n aus China 62. Faserindustrie in Ostafrika 156. Faserpflanzen, Zur Frage des Anbaus von — im Staate Sao Paulo. Von Aug. Grieder 69. Faserstoffe Brasiliens 168. Flachserträge, Einfluß von Klima und Standortwechsel auf — 98. — IV Flachsproduktion Canadas 234. Forstdienst, Der — und das forstliche Versuchswesen in den deutschen Schutzgebieten 173. Gerberakazien, Untersuchungen über — 136. Goiaba, Die — . Von J. Welsch, Join- ville 232. Guayulegewinnung, Die — in Mexiko 202. Guerepalme, Nüsse der — aus Colum- bien 135. Guttaperchakultur in den Malayen- staaten 197. Hanfknickmaschine Shely. Von Dr. W. Müller 56. Hanfproduktion in Argentinien 98. Heveakultur in Indochina 97. Holzgewinnung und -Ausfuhr auf den Philippinen 97. Jamaika, Ausfuhr — s 1920 160. Kaffeeausfuhr Columbiens 165. Kaffeernte, Die niederländisch-indische — 95- Kaffeeproduktion Brasiliens 63. Kakao in Surinam 63. Kakaoernte Bahias 62. Kakaokultur in Ecuador 131. Kakaoschädlinge, Südamerikanische — . Von Reg.-Rat Dr. Zacher 119. Kamerun - Kautschuk -Compagnie A. G. Bln. 155. Kamerun, Ausfuhr — s 158. Kampfer, Künstlicher — 136. Erzeugung, Chinesische 65. Kapok in Mittel- und Südamerika 28. Kapselwurm, Die Bekämpfung des roten — s der Baumwolle. Von Dr. W. Morstatt 22. Kautschuk, Über das Klebrigwerden des — s. Von Th. Marx u. A. Zimmer- mann 35, 83. — in Britisch-Guyana 197. Kautschukerträge, Steigerung der — von Hevea durch Okulieren 167. Kautschukerzeugung, Welt- — 168. Kautschukmarkt, Über die Lage des —es um Mitte Juli 1922 201. Kenyakolonie, Produktion und Ausfuhr der - und des Uganda-Schutzge- bietes 158. Kokoskultur auf Ceylon im Jahre 192 1 94- Kokospflanzungen, Betriebsverbesserun- gen in — Indiens 167. Kokosplantagen, Über maschinelle Ein- richtungen in — . Von Prof. Dr. P. Preuß I. Koprabeschaffung auf den Philippinen 100. Kopragewinnung aus den Philippinen 163. Landwirtschaftlicher Dienst und land- wirtschaftl. Versuchswesen in den deutschen Schutzgebieten 107, 140. Lastenbeförderung, Neuzeitliche ma- schinelle — auf gleislosen Wegen. Von Dr. Hans Schwanecke 206. Leinsaaternte Britisch Indiens 1920/21 u. 1921/22 164. Lindi-Kilindi-Gesellschaft m. b. H. 58. Literatur. Neue 31, 66, 103, 136. 169, 203, 236. Loquat, Der — (Eriobotrya japonica) in den Vereinigten Staaten. Von Dr. J. C. Th. Uphof 41. Maiserträge, Einfluß von Temperatur u. Regenfall auf die — in Argentinien 200. Manilahanf, Die Beziehungen d. Kultur d. — s zu den klimatischen Ver- hältnissen der Philippinen 200. Maragogype-Kaffee 99. Mateanbau in Argentinien 132. Mondbohne (Phaseolus lunatus), Kultur und Erträge der — 235. Motor oder Kuli? Von W. F. Rudin 144. Nikonüsse aus Liberia 136. Nutz- und Edelhölzer Mexikos. Von Dr. B. P. Rekow 16, 52. Ölerträge der Ölpalme auf Ceylon 99. Ölfrüchte und Üle aus China, Die Aus- fuhr der wichtigeren — 234. — V Ölpalmenprodukte, Ausfuhr von — aus Dahomey 62. Ölsaaten und Öle in Britisch-Indien 126. Olivenkultur in Tunis 62. Olivenöl, Weltproduktion von — 62. Ostafrikanische Eisenbahngesellschaft 122. — Gesellschaft Südküste, G.m.b.H. 58. — Pflanzungs-A. G. 154. — Palmenpflanzungsgesellschaft m. b. H. 59- Palmkerne und Palmöl, Ausfuhr von — aus den britischen Kolonien in West- afrika 126. Parakautschuk, Waschen und Trocknen von — in Brasilien 202. Pfefferkultur in Niederl. -Indien 95. Rapsernte Britisch-Indiens 1920/21 und 1921/22 164. Raygras in Brasilien 235. Reisausfuhr Brasiliens 61, 163. Reisproduktion von Formosa 125. Ricinus-Produktion in Madras 165. Rohgummiausfuhr Brasiliens 96. Rohrzuckerindustrie in Portugiesisch- Ostafrika 61. Safata-Samoa-Gesellschaft, Bln. 155. Samoa Kautschuk-Compagnie A.-G.. Bln. 155- Schanz, M., Nachruf 205. Schellackausfuhr aus Indien 130. Senfernte Britisch-Indiens 1920/21 und 1921/22 164. Sesamernte Britisch-Indiens 1920/21 und 1921/22 164. Siam, Produktion — s i. J. 192 1 159. Sojabohnen, Erzeugung und Ausfuhr von — und -Produkten a. d. Man- dschurei 94. Sonnenblume, Verbesserung der — durch Zuchtwahl 201. Sorghum, Versuche mit — in Singapore 198. Straußenhaltung in Kamerun im Jahre 1914. Von Bruno Fokken 216. Tabak, Über Erträge und Zusammen- setzung des — s 133. — , in Venezuela 96. Tabak, Gewinnung von türkischem — in den Tropen. Von W. Busse 43. — bau in Südafrika 129. — kultur, Neue Richtung in der 99. — Produktion und -ausfuhr in Deli 128. , Eine Beschränkung der — Suma- tras 166. Tanganyika -Territorium (Deutsch- Ost- afrika), Wirtschaftliches aus dem — 189. Tee in China 127. — , Schritte zur Verhütung der Ausfuhr minderwertigen — s in Ceylon 128. — , Weltproduktion und Verbrauch von - 64. — anbau in Brasilien 65. — Schädling, Ein neuer — auf Java 65. Textilstoff, Ein neuer — 65. Togo, Wirtschaftliches aus — 158. Tomatensamen, Verwertung der — 62. Uganda -Schutzgebiet, Produktion und Ausfuhr 158. United Fruit Co. 100. Vereinigte Staaten, Über die Lage der Landwirtschaft im Westen der — 190. Viehzucht, Krisis in der — Argentiniens 166. — Nordbrasiliens 167. Wachs als Nebenprodukt der Zucker- fabriken 136. Weizenbau auf Java 163. Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Viktoria", 25jahre — . VonP.Dehn 25. Zigarrettentabak, Anbauversuche mit — in den deutschen Schutzgebieten 1. Von Reg. Rat Dr. Schwonder 147, 184. 222. Zuckererzeugung, Welt — • 10 1.^ Zuckerproduktion Formosas 125. — in Britisch-Ostafrika 61. — Kolumbiens 61. — und Handel in Cuba 163. Zuckerrohr, Sauberkeit bei der Nach- zucht von — 131. — Züchtung auf den Philippinen 130. —kultur, Die Papierbedeckung in der Ananas- und — Hawaiis 235. — Paraguays 93. Im Verlage des Kolonioiairtscliiißllchen Komite« Berlin W35, Potsdamer Straße 23 mm^mggB^m^^m^mgmm erscheinen fortlaufend: i^— ^Mi— — ^"^— ^^ Der Tropenpflanxer, Zeitschrift für tropische Landwirtschaft mit wissenschaft- lichen und praktischen Beiheften, monatlich. 1922. XXV. Jahrgang. Preis M 50,— jährlich. Berichte fiber Deutsch-koloniale Bautnwoll-Unternehmungent Baamwoll-Expedition nach Togo 1900. (Vergriffen.) Deatsch-koloniale Baamwoll-Unternehmungen. Bericht I— XVII, Karl Supf. Verhandlungen des Vorstandes des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees. Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission. Verhandlungen der Kolonial -Technischen Kommission. Verhandlungen der Kautschuk- Kommission. Verhandlungen der ölrohstoff- Kommission. Sonstige Veroffenttichangen des Kolonfal -Wirtschaftlichen Komitees: Wirtschafts-Atlas der Deutschen Kolonien. Zweite, verb. Aufl. Preis M10,~. Kunene-Zambesi- Expedition, H.Baum. (Vergriffen.) Samoa- Erkundung, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wohltmann. Preis M 4,50. F<«chfluß- Expedition, Ingenieur Alexander Kuhn, Preis M 4,— . Wirtschaftliche Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördliche» Deutsch-Ostafrika, Paul Fuchs. Preis M 8,—. Die wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Sfidbahn, Paut Fuchs. Preis M 6, — . Die Baum wollfrage, ein weltwirtschaftliches Problem, Prof. Dr. Hetfferich, Wirkl. Legationsrat a. D. Preis M 2,—. Die wirtschaftliche Bedeutung der Baumwolle auf dem Weltmarkte» Eberhard von Schkopp. Preis M 3, — . Die Baumwolle in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M 3,—. Die Baumwolle in Ägypten und im englisch-ägyptischen Sudan, Moritr Schanz. Preis M 10,—. Die Baumwolle in Ostindien, Moritz Schanz. Preis M 6, — . Die Baumwolle in Russisch-Asien, Moritz Schanz. Preis M 8,—. Baumwoll-Anbau, -Handel und -Industrie in den Vereinigten Staaten vo» Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M 6,—. Sämtlich zu beziehen durch die Geschäftsstelle des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees, Berlin W35, Potsdamer Straße 123 r ^AHOlt'^ >* Auf bereitungs ^Maschinen für alle tropischen Produkte AgavensEntfaserungS'Maschinen Banmwoll«£ntkernnngs « Maschi« nen nnd Pressen Kaffee « Bearbeihings « Maschinen Kakao« und Kopra« Trocken« Apparate und 'Häuser Kapok ' Entkemnngs » Maschinen Mühlen für alle Zwecke Reismählen ManiokeRaspeln Ölmühlen u. «pressen für Baum« woUsaatf Bohnen, Erdnüsse, Kopra, Rizinus, Sesam usw. Palmöl« und Palmkem« Gewin« nungsmaschinen Destillier« und Mineralwasser« Apparate Lieferung aller Zubehörteile: Antriebs«Maschinen, Transportmittel, Plantagengeräte, Baumrode« Maschinen, Werkzeuge, Baumaterialien, Betriebsstoffe, Pflüge, Motorpflüge, Dampfpflüge Theodor Wilckens, G. m. b.H., Hamburg 1 Telegr.«Adr. Tropical Ferdinandstrafie 30 an Atala Dachbedeckung in grauer Farbe Tccrirci, unverwüstlich, wasserdicht, dauerhaft, ♦ ♦ wetterbeständig ♦ ♦ Leicht zu verlegen, ohne Anstrich. Keine Reklame oder Ausstattungs-Verteucrung. Unübertroffene Qualität, trotzdem uner- reicht bUlig Beste Dachpappe für Tropen MIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIMIIIIII^IIIIinillllllHHIIIIHIIIMIhlllllllllllllllllllllllllllMIIMHIMI Offerten und Muster kostenlos : isllMstehendJ^ *'«5htstehend?ä Atala Bauartikel Gesellschaft m. b. h. Berlin -Charlottenburg 2 .'. Berliner Straße 167 Telegramm-Adresse : AtaUges liaS^BSSIISSaSBSBBIiaBB^^SHSBBBSSSIISBSS^I 10/ J DER TROPENPFLANZER 10 ez» ZEITSCHRIFT FÜR m m TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT 25. Jahrgang. Berlin, Januar/Februar 1922. 1 ^il Nr. 1/2. Über maschinelle Einrichtungen in Kokospalmenplantagen ^). Von Professor Dr. Paul Preuß. Der Zweck der folgenden Erörterungen ist weniger eine Be- schreibung aller gegenwärtig in Kokospalmenpflanzungen zur Ver- wendung gelangenden Maschinen, als vielmehr die Anregung eines Gedankenaustausches über nützliche, für die Kokoskultur und die Aufbereitung der Ernte in Betracht kommende Werkzeuge und maschinelle Einrichtungen, womit in gleicher Weise dem auf öko- nomische Verwertung der immer kostbarer werdenden Menschen- kraft bedachten Pflanzer wie auch dem die Konstruktion zweck- dienlicher und daher guten Absatz findender Maschinen und Werk- zeuge anstrebenden Maschinenbauer und Techniker gedient sein soll. Obgleich die Kokospalmenbestände auf der ganzen Welt ein Areal von etwa 1600000 ha einnehmen, haben bei der Bodenbear- beitung in diesen ausgedehnten tropischen Pflanzungsgebieten wegen des Mangels an leistungsfähigen Zugtieren der Pflug und der Kulti- vator oder der Grubber noch wenig Verwendung gefunden. Die Hauptarbeit verrichtet noch immer der farbige Arbeiter mit der Hacke und dem Messer. Zwar wird hier und dort der meist von Wasserbüffeln gezogene Pflug gebraucht, aber moderne Ackerbau- maschinen, wie Motorpflug, Motorhacke, Scheibenegge und Boden- fräser haben noch fast nirgends Eingang in Kokospflanzungen ge- funden, wenn auch Motorpflüge schon in Afrika bei der Baumwoll- kultur, am Sambesi in den Zuckerplantagen, ferner auf den Philip- pinen und in Mexiko in Tätigkeit gewesen sind oder noch sind. Gerade die Kokospflanzungen aber sind es, die wegen der bedeuten- den Pflanzweite und der Art der Bodenbearbeitung für den Motor- pflug geeigneter erscheinen als irgendwelche anderen Baumkulturen. ') Dieser Aufsatz wurde auf Anregung einer Maschinenfabrik und zu einer Zeit geschrieben, als Deutschland noch im Besitze seiner Kolonien war Einige .\bänderungen haben sich daher nachträglich als notwendig erwiesen. Tropenpflanzer 1922, lieft z'-i. I — 2 — In ebenso bescheidenem Umfang-e sind maschinelle Anlagen im Gebrauch bei der Verarbeitung- der chormen Emtemengen an Kokosnüssen, deren Anzahl auf 6 bis 7 Milliarden jährlich g-eschätzt werden muß, von denen die Hälfte allerdings dem Eingeborenen- konsum dient, während aus der anderen Hälfte g'egen 600 000 Ton- nen Kopra, das Hauptprodukt der Kokoskultur, hergestellt werden. Hoch entwickelt dagegen ist die industrielle und maschinelle Her- stellung des Kokosöles oder richtiger Kopraöles in englischen, atneiikanischen und holländischen Kolonien. Auch für die Her- stellung von Koir und Koirfabrikaten aus der faserigen Hülle der Kokosnuß sind große maschinelle Einrichtungen geschaffen worden, und wenn auch die Koirfabrikation vorläufig noch wenig verbreitet ist, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß eine umfassende Ver- arbeitung der wertvollen Kokosfasem zu Koir, Garn und Weberei- produkten sowie auch zu Papiermasse und Filz nur eine Frage der Zeit ist. In der Weltemte von 6 bis 7 Milliarden Kokosnüssen sind 5 bis 6 Millionen Tonnen Fasermasse enthalten, aus denen sich etwa 400000 bis 500000 Tonnen Koir herstellen lassen, während die Ab- fallstoffe sich vielleicht zu Papiermasse verarbeiten ließen. In den deutschen Kolonien wurde früher nur Kopra hergestellt, weil die notwendigen Vorbedingungen für den erfolgreichen Betrieb von Kokosölmühlen und Koirfabriken noch nirgends gegeben waren. Überall in den Tropenländeni muß mit einer aufsteigenden Ent- wicklung des Anbaues der Kokos- und Ölpalme, dieser beiden aus- gezeichneten Fettlieferanten, gerechnet werden. Schon kurze Zeit nach dem Erlöschen des Kautschukbooms (1910/1911) konnte man in Singapore, Colombo und überall in den Kokosgebieten des Ostens das Schlagwort von dem kommenden ,,Koprabooni" aussprechen hören. Infolge der schnell steigenden Kopra- und Kokosölpreise nahm die Koskospalmenkultur damals einen reißenden Aufschwung. Selbst Kautschukplantagen wurden in Kokospalmenplantagen um- gewandelt, und nur der Weltkrieg hat den Kopraboom mit all seinen üblen Nebenwirkungen verhindert. Das Interesse an Kokosöl und Kopra aber ist während des Krieges infolge der Ausschaltung Deutschlands in feindlichen und neutralen Ländern außerordentlich gestiegen und zum Teil ganz neu erwacht. Besonders Nordamerika, aber auch Japan und die skandinavischen Länder sind neben Hol- land beachtenswerte Einkäufer für Kokosöl und Kopra auf dem Weltmarkte geworden. England wiederum hat sich der gesamten west- afrikanischen Produktion an Palmkemen und Palmöl bemächtigt. Menschenkräfte sind spärlich und müssen daher in den Pflanzungen soviel wie möglich durch Maschinen ersetzt werden. Der Maschinenindustrie öffnet sich daher dort ein aussichtsreiches Feld der Betätigimg, auf dem sie allerdings nur dann Erfolge erzielen kann, wenn sie sich den Bedürfnissen der tropischen Landwirtschaft verständnisvoll anpaßt. Dazu gehört eine genaue Bekanntschaft mit allen in bezug auf Bodenbeschaffenheit, Niederschläge, Klima, Vege- tation, Wachstumsweise und Kulturmethoden der angebauten Ge- wächse in Betracht kommenden Verhältnissen, sowie eine eingehende Kenntnis und richtige Beurteilung des Intelligenzgrades und der Leistungsfähigkeit der zur Verfügung stehenden Arbeiter. Daher sollen diese Verhältnisse kurz erörtert werden. Bodenbeschaffenheit. Für die Anlage von Kokospflanzungen be- vorzugt man das Gelände in unmittelbarer Nähe des Meeresstrandes, an Flußmündungen usw. Die Böden sind daher zum großen Teil leichte sandige oder sandiglehmige Schwemmböden, meist steinfrei, feucht und besonders während der Regenzeit hier und dort zum Versumpfen neigend und daher der Drainage bedürftig, stellenweise von Lagunen durchzogen. In den Ablagerungen von Flüssen finden sich bisweilen Steine und Schotterbänke. Auf sehr vielen Pflan- zungen, besonders den kleinen, flachen Koralleninseln, und auch auf den großen, durch säkulare Hebungen oder Erdbeben entstandenen gebirgigen Inseln besteht der Untergrund aus verwittertem Koral- lenkalk, der fruchtbar und mehr oder weniger lehmig ist. Das Ge- lände ist dort meist uneben, und der Korallenkalk tritt stellenweise in felsiger Gestalt zutage. Das flache Uferland ist bisweilen nur schmal und steigt bald an, aber auch die Hänge werden mit Kokos- palmen bepflanzt. Vielfach findet sich auch vulkanischer Boden, und zwar entweder ein außergewöhnlich lockerer, loser Bimsstein, oder Basalt und Lava, letztere in der Nachbarschaft tätiger Vulkane, bisweilen noch ganz frisch und unverwittert. — Weite ebene Flächen finden sich nicht häufig, und wo sie vorhanden sind, stellen sie meist Überschwemmungsgebiete dar, die während der Regenzeit unter Wasser stehen und für Plantagen nicht in Betracht kommen. Vegetation. Die Vegetation ist entweder Urwald oder sekun- därer Wald und Busch, oder Grasland. Das letztere ist oft be- standen mit einem mannshohen, ungemein schnell und üppig wach- senden, „Alang-Alang" oder ,,Kunei" genannten Grase, das wegen seiner tiefgehenden Wurzeln und der alle Pflanzen schädigenden giftigen Wurzelausscheidungen sowie wegen seines ungemein schnellen Wachstums und seiner erstaunlichen Lebenskraft außer- ordentlich gefürchtet ist. Die Bekämpfung des Alang-Alang ist eine der Hauptaufgaben des Pflanzers und verschlingt bei der Beseiti- — 4 — g-ung vermittels der Hacke und des Buschmessers oder auch der Grasschneidemaschine Unsummen von Arbeitskraft und Geld. Klima und atmosphärische Niederschläge. Die Kokospalme und die ölpalme wachsen nur in dem engeren Tropengürtel, wo die Tagestemperatur etwa zwischen 25° C morgens und 35" C mittags schwankt. Selten sinkt das Thermometer unter 20" C. Die Regen- mengen sind mindestens mit 1500 mm jährlich anzunehmen. Sie betragen aber nicht selten 4 bis 5 m und in einzelnen Gegenden noch weit mehr. — Das Jahr zerfällt meist in eine Regenzeit und eine Trockenzeit. Die Luftfeuchtigkeit ist während der Regenzeit enorm und auch in der Trockenzeit groß, so daß alles Metall ungemein leicht rostet. Die Luft ist meist bewegt. Monsune und Passatwinde wehen meist in mäßiger Stärke. Erdbeben sind stellenweise häufig und bedingen eine bestimmte Bauart der Häuser. Größe der Plantagen. Die Ausmessungen der Kokosplantagen sind sehr verschieden. Es gibt Kleinsiedlungen von 50 bis 100 ha und mittlere Siedlungen von 100 bis 250 ha. öfters sind bei großen Pflanzungsgesellschaften aber auch weite zusammengehörige Kom- plexe von tausend und mehr Hektaren bepflanzt. Vielfach finden sich dagegen wieder Inseln von nicht mehr als 30 und 40 ha, die mit Palmen ausgepflanzt sind, und von denen mehrere zu ein und derselben Plantage gehören. — Bei der Frage der Beschaffung von Maschinen, wie z. B. Motorpflüge, spielt die Größe einer Pflanzung, da von ihr die Rentabilität der Maschine abhängt, eine Hauptrolle. Pflanzweite. Die Pflanzweite der Palmen beträgt in Kokos- plantagen IG X 10 I" oder 9 X 10 m oder 9 X 9 m, selten weniger. In ölpalmenplantagen begnügt man sich bis jetzt mit 8 X 8 m oder 7»5 X 7)5 rn. Vielfach stehen sowohl die Kokospalmen als auch die ölpalmen aber auch ganz unregelmäßig, und zwar dann, wenn sie aus verwilderten Beständen herstammen. Bei der Kokospalme überwiegen die regelmäßig angelegten Plantagen bei weitem. Im Gegensatz dazu bestehen die ölpalmenpflanzungen zum größeren Teil aus ausgelichteten Wildbeständen, die z. B. in Westafrika viele Tausende oder auch Hunderttausende von Hektaren be- decken. Die Palmen stehen dort zu 150 bis 200 auf je einem Hektar. Maschinenpersonal. Als Personal für die Bedienung von Ma- schinen wie Motorpflügen usw. kommen nur intelligente Arbeiter, wie Chinesen und Malaien, in Betracht. Ohne europäische, mit voll- kommenster Sachkenntnis ausgestattete Monteure wird man aber keinesfalls auskommen, und da das Anstellen eines Monteurs, wenigstens für kleine Pflanzungen, zu kostspielig sein dürfte, so werden sich die Motorpflugbesitzer einer Gegend zu- sammenschließen und einen gemeinschaftlichen Monteur anstellen sowie eine gemeinschaftliche Reparaturwerkstätte einrichten müs- sen, die gleichzeitig die Zentrale für die Ausbildung der chinesischen Monteure sein könnte. Bei der vorläufig noch geringen Betriebs- sicherheit der Motorpflüge bedarf es erfahrener und sachverständiger Pflugführer, und die erforderliche Sachkenntnis läßt sich durch kurze Unterweisungen durch Fabrikmonteure oder auch durch längeres Anlernen in der europäischen Fabrik nicht erwerben. Bodenbearbeitung. Die Bodenbearbeitung in einer Kokos- pflanzung hat möglichst bei der ersten Anlage zu beginnen, und es ist anzustreben, den ganzen Boden vor dem Abstecken und Aus- heben der Pflanzlöcher einmal tief zu pflügen. Wenn der Anlage das Niederlegen eines starken Urwaldes vorangeht und infolge des Fehlens ausreichender Arbeitskräfte das Forträumen der Baum- stämme und das Ausroden der Stümpfe zunächst nicht vorgenom- men werden kann, wird wenigstens um die Pflanzlöcher herum der Boden tief aufgelockert. Hat man es nur mit sekundären;! Wald oder Busch zu tun, so müssen die Stümpfe mit dem Waldteufel oder einer anderen Baumrodemaschine herausgezogen oder mit Dynamit gesprengt und alles Holz entfernt werden, so daß das Umpflügen des ganzen Landes ermöglicht wird. Grasland aber sollte unter allen Umständen tief umgepflügt und das Alang-Alang gründlich ausgerottet werden, ehe das Pflanzen beginnt. Tiefes Pflügen bis auf etwa 20 oder 25 cm kommt in Kokos- plantagen aber nur bei der ersten Anlage in Betracht. Bei den heranwachsenden und ausgebildeten Palmen handelt es sich nur um eine oberflächliche Lockerung des Bodens, die gleichzeitig die Zer- störung der Grasnarbe und die Entfernung des Unkrautes bezweckt. Hierzu eignet sich besonders der Scheibenpflug bzw. die Scheiben- egge, denn der Boden wird allmählich nach allen Richtungen von den schnurförmigen, etwa bleistiftdicken Wurzeln der Palmen durch- zogen, und während die Pflugschar dieselben durchschneidet, gleiten die Scheiben leichter über die Wurzeln hinweg, ohne sie erheblich zu beschädigen. Dabei wird die Krümelung- der obersten Schicht in ausgezeichneter Weise erreicht, während allerdings der Scheiben- pflug die untersten Schichten nicht nach oben bringt. Vorteilhaft für die Pflanzung ist es, wenn der Boden zwischen den Baumreihen mit Leguminosen bestellt wird, die entweder dauernd dort bleiben oder zu gegebener Zeit untergepflügt werden, um als Gründüngung zu dienen. Zum Unterbringen der Gründün- gung soll sich am besten der Fräserpflug eignen, der auch auf aus- — () — getrockneten schweren Böden und beim Umbruch lestgfetretener Weide gute Arbeit leistet. Aber gegen eine allgemeine Anwendung des Fräserpfluges in Kokosplantagen spricht der Umstand, daß in leichten Böden durch die feine Krümelung des Bodens, die er be- wirkt, die Bakterientätigkeit stark herabgesetzt werden soll, so daß unter Umständen alles Leben im Boden aufhören kann. Vielfach werden in jungen Palmenpflanzungen Zwischen- kulturen von Nahrungsmittelpflanzen betrieben. Auch hierbei würde der Motorpflug ausgezeichnete Dienste leisten. Am meisten dürften sich für alle die verschiedenen Verrich- tungen vorläufig die amerikanischen Motorpflüge eignen, die aus einem Motorwagen (Schlepper, Traktor) und dem Pfluggerät be- stehen, das als selbständiges Stück dem Schlepper angehängt wirä (Kultivator, Grubber, Scheibenegge, Scharpflug usw.), so daß man sämtliche Feldarbeiten damit ausführen kann. Um auch zwischen jungen Palmen mit tief herabhängenden Blättern arbeiten zu können, müßte das 7\rbeitsgerät so eingerichtet sein, daß es seitlich möglichst weit über den Motorwagen hinaussteht. In Argentinien hängt man dem Schlepper auch einen sogenannten Desmontador an, um hoch- geschossenes üppiges Unkraut vor dem Pflügen niederzuwalzen und abzuschneiden. Diese Maschine kann vielleicht auch bei der Be- seitigung des Alang-Alang-Grases gute Dienste tun. Haupt- sache ist bei dem Motorpflug geringes Gewicht, geringe Größe bei kräftiger Arbeitsleistung, einfache Bedienung, leichter Antrieb und Billigkeit. Die billigsten Motorpflüge sind bisher in Nord- amerika (Ford in Detroit) hergestellt worden, wo eine weitgehende Arbeitsteilung bei der Fabrikation stattfindet und die einzelnen Fa- briken sich auf die Herstellung einzelner Teile zu den Maschinen beschränken. Es sollen bereits Motorpflüge zum Preise von 3000 M. auf den Markt gekommen sein. — In den Obstgärten in Nord- amerika sollen kleine, niedrig gebaute, leichte und kurzwendende Motorpflüge im Gebrauch sein, die sich wahrscheinlich auch für Baumkulturen wie die Kokos- und ölpalme eignen würden. Für die bloße Reinigung der Baumscheiben, wie sie vielfach im Gebrauche ist, würden sich vielleicht kleine Motorhacken eignen, die wegen ihrer Billigkeit auch für kleine und mittlere, weniger kapitalkräftige Betriebe in Betracht kommen, und deren Konstruk- tion man unseren Maschinentechnikern empfehlen könnte. Der- artige Motorhacken sind bereits in der Gartenwirtschaft und im Weinbau in Frankreich in Betrieb, um das Unkraut zwischen den Reihen der Sträuchcr und Bäume zu entfernen und den Boden auf- zulockern. Sie kommen in einer größeren und einer kleineren Form zur Anwendung-. Die kleinere Form arbeitet in einer Breite von 62 cm, die größere von 130 cm. Als Motoren kommen luftgekühlte Einzylinder von 2l/^ bzw. 4 PS zur Verwendung. Der Arbeiter faßt die Handgriffe der Motorhacke an und geht hinter ihr her. Die Arbeitsgeschwindigkeit beträgt 4,8 km bzw. 6,5 km in der Stunde. Der Preis wurde vor dem Kriege mit 2000 bis 3600 M. angegeben. — Es liegt auf der Hand, daß sich solche Motorhacken eventuell sehr vorteilhaft zur Reinigung der Baumscheiben oder der ganzen Baumreihen in den Kokosplantagen verwenden ließen. Nimmt man als durchschnittliche tägliche Arbeitsleistung mit der Hacke in Kokospflanzungen in Neuguinea die Reinigung von zwölf Palmen mit einem Flächenraum von 1200 Quadratmetern an, so steht dieser Leistung die Arbeit der kleinen Motorhacke mit 4800 X 0.62 m gleich 2976 qm und der größeren Motorhacke mit 6500 X 1.30 m gleich 8450 qm in der Stunde gegenüber. In Nr. 7 der Zeitschrift ,, Automobilwelt", Berlin SW., vom 16. I. 19 14, findet sich unter „Autotechnische Mitteilungen" eine Motorhacke, die bei Eugene Bauche & Cie. in Le Chesnay her- gestellt wird, abgebildet, und die Anfrage des Artikelschreibers : .,Wann endlich werden deutsche Firmen anfangen, solche nützlichen kleinen Maschinen zu bauen", kann ich hier nur wiederholen. An Hängen darf wegen der Gefahr des Abspülens des Bodens durch die schw^eren tropischen Regengüsse wieder gepflügt noch ge- hackt werden. Die notwendige Auflockerung des Bodens sollte man hier nur durch Anwendung der Kulturgabel zu erreichen suchen, die in englischen Kolonien sehr vielfach im Gebrauch ist, aber in deutsche Kolonien noch keinen Eingang gefunden hat. Die Gabel wird senkrecht zur Erdoberfläche tief in den Boden gestoßen. Dann faßt man den Stiel am oberen Ende, bewegt ihn kräftig hin und her und zieht die Gabel vorsichtig wieder heraus. Dadurch wird der Boden gelockert, ohne daß erhebliche Beschädigungen der Wurzeln stattfinden, der Luft wird der Zutritt auch in die tieferen Bodenschichten ermöglicht, und die entstandenen Löcher füllen sich allmählich mit feiner Erde und Humusbestandteilen an. Einbringen der Ernte. Obgleich sich in manchen Ländern die Erntearbeiten auf das Einsammeln der bei Vollreife abgefallenen Kokosnüsse beschränken, erw^eist sich doch das Pflücken der Nüsse vom Baume bisweilen als notwendig. Bei der ölpalme muß sogar unter allen Umständen das Fruchtbündel, das mit einem etwa ^rmstarken, sehr festen Stiel am Baume befestigt ist, beim Abernten der Früchte abgeschnitten werden. Hier wie dort und außerdem oft zur Bekämpfung von Schädlingen in den — 8 — Palmkronen hat der Arbeiter die hohe Palme zu erklettern. Die Eingeborenen in der Südsee bedienen sich dabei nur einer Fußfessel, mit der die beiden Fußgelenke aneinander gebunden werden, um ein Abgleiten zu verhindern, und auf Java und in Kamerun eines um die Hüften und den Palmstamm geschlungenen Klettergurtes. Die Konstruktion eines guten, das Ersteigen der Palme» erleichternden Kletterapparates, bei dessen Anwendung die Stämme aber nicht be- schädigt werden dürfen, muß als sehr erwünscht bezeichnet werden. Die Aufbereitung der Ernte. Bei der Aufbereitung der geernteten Kokosnüsse können verschiedenartige Maschinen zur Verwendung gelangen, je nachdem man entweder den fleischigen Kern der Kokosnuß oder die faserige Hülle oder beides gleichzeitig verarbeiten will. — Daneben kommt auch noch die Ge- winnung der steinharten, nur etwa fünf Millimeter dicken eigent- lichen Samenschale in Betracht, während das in der reifen Nuß ent- haltene Wasser eine weitere Verarbeitung nicht lohnt. Koprabereitung. In der Herstellung von Kopra, dem g'etrockneten Kernfleisch der Kokosnus, wird nach wie vor der Schwerpunkt der Kokoskultur liegen. Um an den Kern zu ge- langen, muß man die Kokosnuß öffnen. Hierbei sind zwei verschie- dene Methoden üblich. Entweder man spaltet die ganze Nuß mit der Axt oder man befreit sie zunächst von der Faserhülle und öffnet dann den Samen durch einige rund herum geführte kräftige Schläge mit einem Messer. — Das Spalten der ganzen Frucht vermittels einer Axt wird meist dann ausgeführt, wenn man die Faserhülle mit- samt der harten inneren Samenschale als Feuerungsmaterial für den Betrieb der Kopradarren gebrauchen will. Ein kräftiger Hieb mit der Axt genügt, um die Nuß in zwei Teile zu spalten, die allerdings meist noch durch die starken Fasern der äußeren Hülle etwas zu- sammenhängen. Das die Samenschale von innen auskleidende, an ihr sehr festsitzende Kemfleisch wird in Stücken mit Messern her- ausgeschnitten. Diese Arbeit erfordert viel Mühe und Zeit. Je fünf bis sechs Leute sind nötig, um das Fleisch aus den Nüssen, die ein Arbeiter mit der Axt spaltet, in der gleichen Zeit auszuschneiden. Das Spalten der Kokosnüsse könnte vorteilhaft durch eine Maschine ausgeführt werden. Eine einfache, leistungsfähige Kokos- nußspaltmaschine habe ich bisher nur in einer kleinen Seifen- und Lichtefabrik in Puerto Cobello in Venezuela in Betrieb gesehen. Sie bestand aus einem Holzgerüst, auf dem ein Arbeiter stand, der die ihm von einem anderen zugeworfene Kokosnuß mit der Spitze nach unten in eine Art Trichter fallen ließ. Dann fiel ein aus drei konzentrisch nach innen gerichteten vertikal stehenden Schneiden — 9 — bestehendes Fallbeil auf die Nuß und schnitt sie glatt in drei Teile, die zu Boden fielen. Nach dem Muster dieser Maschine ist in der Maschinenfabrik von Fr. Haake in Berlin NW., Moabit, Strom- straße 39, schon 19 ii eine Kokosspaltmaschine hergestellt worden, die ich aber leider nicht habe in Tätigkeit sehen können. Sie hat bisher keinen Eingang in die Kokosplantagen gefunden und bedarf augenscheinlich der Vervollkommnung. Wichtiger als das Spalten der Kokosnüsse w^äre das Heraus- schälen des Kemfleisches aus der Samenschale auf maschinellem Wege, denn diese Arbeit ist als Handarbeit schwierig und zeit- raubend, wenigstens bei dem frischen und nicht angetrockneten Kemfleisch. — Ein Ubelstand würde sich wahrscheinlich bei dem maschinellen Ausschälen der entweder halbierten oder gedritteilten Kokosnüsse geltend machen insofern, als das Kokosfleisch durch die Fasern der Faserhülle verunreinigt werden würde. Das muß vermieden werden. Gelingt dieses, so würde sich durch das Zu- sammenarbeiten einer Kokosnußspaltmaschine mit einer Kopra- schälmaschine das Kopraschneiden sehr wesentlich vereinfachen lassen, und den Ansprüchen der Pflanzungen, die nur Kopra er- zeugen, würde genügt sein. Das ausgeschälte Fleisch würde aus der Maschine direkt in die Darre oder Trockenvorrichtung kommen, die mit den Faserschalen nebst den anhaftenden Samenschalen, welchen letzteren eine besondere Heizkraft innewohnt, geheizt werden. An dieser Stelle wäre vielleicht darauf hinzuweisen, daß das Heranschaffen von Heizmaterial, und zwar Holz, für den Betrieb von Darren auf Kokosplantagen oft mühsam und kostspielig ist. Die Faserschalen der Kokosnüsse nebst den daran haftenden Samen- schalen stellen aber ein gutes Heizmaterial dar und werden auch vielfach als solches benutzt. Ohne die harte Samenschale allerdings wohnt der bloßen Faserhülle nur eine verhältnismäßig geringe Heiz- kraft inne, welche für den Darrenbetrieb nicht ausreicht. — Dieses ist zu beachten, wenn ein Export der Samenschalen ins Auge gefaßt werden sollte. Anders würde sich die Aufbereitung der Kokosnüsse gestalten, wenn man sich an die Methode anschließt, wie sie in Ceylon, auf den Philippinen und anderen Produktionsländern üblich ist, und die darin besteht, daß man die Nuß zunächst von der Faserhülle befreit, dann die Samenschale mit einem Messer spaltet und den so in zwei Teile geteilten eigentlichen Samen zum Trocknen auslegt. Bei dem Eintrocknen zieht sich die die Samenschale auskleidende Schicht des Kemfleisches zusammen, löst sich teilweise los und kann nun mit geringer Mühe aus der Schale entfernt werden. — 10 — Auf maschinellem Wege ließe sich zweifellos sowohl das Ent- fernen der Faserhülle als auch das Zerschneiden des Samens und das Herausschälen des nur teilweise oder auch völlig angetrock- neten Fruchtfleisches aus der Samenschale bewerkstelligen. Die Eingeborenen in allen Kokospalmenländem bedienen sich zur Ent- fernung der Faserhülle etwa der gleichen Methode, indem sie einen spitzen Pfahl aus hartem Holz mit der Spitze nach oben in die Erde stecken und durch Aufschlagen der Nuß auf die Spitze und Kanten •der Frucht die Faserhülle in zwei bis drei Teilen ablösen. An Stelle des spitzen Pfahles kann man vorteilhaft auch einen an einem Pfahl sitzenden Meißel nehmen, auf den die Nuß aufgeschlagen wird. Mit Handarbeit befreit ein geübter Arbeiter täglich etwa 1500 Nüsse — entsprechend einer Vierteltonne Kopra — von ihrer Faserhülle. Einige Fasern bleiben in der Regel noch an der Samen- schale haften. , Will man die Faserhülle zur Bereitung von Koir und Faser- stoffen weiter verw^enden, so wird es erforderlich sein, sie möglichst in ihrer ganzen Länge unversehrt und unzerschnitten zu erhalten, und man wird die Faserhülle in ähnlicher Weise wie der Ein- geborene es tut, von dem Samen losreißen oder losschäleu müssen. Das öffnen des im ganzen eiförmigen Samens, der durchschnittlich eine Länge von 12 bis 15 cm hat, könnte vermittels eines Messers oder Fallbeiles oder auch vermittels einer Kreissäge geschehen. Kreissägen benutzt man z. B. auf Ceylon zum Zerschneiden der Samenschalen bei der Bereitung von ,,desiccated Copra". — Mit ihrer Hilfe könnte man den Samen in zwei oder mehr Teile zer- schneiden, während das in demselben enthaltene Wasser heraus- fließt. Nun muß das Kokosfleisch aus den einzelnen Teilen heraus- geschält werden. Diese Verrichtung wird sich wahrscheinlich nicht gut ausführen lassen, wenn nicht vorher ein Trocknen der Teile vorgenommen wird, wodurch sich das Fleisch von den Samenschalen teilweise loslöst und nun leicht aus ihnen herausgenommen werden kann, sei es durch Handarbeit oder auf maschinellem Wege. Die herausgenommenen Stücke müssen dann in der Darre vollends ge- trocknet werden, während die harten Samenschalen zu anden\'^eitiger Verwertung übrig bleiben. — Die getrocknete Kopra wird entweder iiach europäischen oder amerikanischen oder auch asiatischen In- dustrieländern verschifft, um dort zu Kokosöl und Preßkuchen ver- arbeitet zu werden, oder sie wird auch schon an ' Ort und Stelle weiter verarbeitet. Die Frage liegt nahe, warum denn nicht das frische Kokos- fleisch zur Bereitung von Kokosöl benutzt wird, sondern erst die — II ■— getrocknete Kopra, die bei längerem Liegen verdirbt und ranzig wird und aus der sich dann nur eine Fettsäure in höheren oder ge- ringeren Mengen enthaltendes öl gewinnen läßt. — Die Gründe hierfür sind verschiedener Art. — Allerdings läßt sich aus dem frischen Kokosfleisch ein vorzügliches reines öl gewinnen, aber diese Gewinnungsmethode ist sehr zeitraubend, wenig ausgiebig und nur bei den Eingeborenen, z. B. auf Java, üblich. Einer maschi- nellen Verarbeitung des frischen Kokosfleisches steht zunächst der große Wassergehalt entgegen, der außerordentlich störend ist. Fer- ner läßt sich das öl aus frischem Kokosfleisch nur sehr unvoll- kommen auspressen. Es sitzt zu fest in den unzerstörten Zellen. Je frischer die Kopra, desto geringer ist die Ausbeute an öl, desto hochwertiger allerdings auch die Qualität des Öles und desto besser und als Futtermittel nährstoffreicher und wertvoller, dagegen als Düngemittel wegen des hohen Fettgehaltes weniger geeignet ist der Preßkuchen. — Je älter und verrotteter dagegen die Kopra ist, desto leichter gibt sie ihr öl ab und desto größer ist also die Aus- beute an öl, desto geringwertiger, weil säurereicher, ist allerdings das öl selbst, und desto geringwertiger auch der Preßkuchen als Viehfutter, aber desto besser verwendbar als Düngemittel. Ein weiterer Grund gegen die Verarbeitung frischer Kokos- nüsse zu öl liegt darin, daß an Stelle des Trocknens der Kopra das Trocknen der Preßkuchen treten müßte, und der Hauptgrund ist darin zu suchen, daß das gleichzeitige Heranschaffen so gewaltiger Mengen von ganzen Kokosnüssen, wie sie für den Betrieb großer Fabriken nötig wären, auf schwer zu überwindende Schwierigkeiten stoßen würde, denn die gut getrocknete Kopra aus einer Kokosnuß wiegt im Durchschnitt nur 170 g, während das Gewicht einer ganzen reifen Kokosnuß 2000 g bis 2300 g beträgt. Dazu kommt das Vo- lumen der kopfgroßen Kokosnuß im Verhältnis zu demjenigen von 170 g Kopra, und die lange Haltbarkeit der Kopra, während frische Kokosnüsse sich beim Liegen verändern, bald auskeimen und be- sonders wenn sie von der Faserhülle befreit sind, rasch verderben. Herstellung von Raspelkopra. Die Verarbeitung der frischen Kokosnuß kommt nur in Betracht bei der Zubereitung der sogenannten Raspelkopra (desiccated coconut), die aus Ceylon in immer steigenden Mengen ausgeführt worden ist. Im Jahre 19 10 betrug die Produktion von Ceylon an desiccated coconut 27 200 000 Pfund und 19 11 schon 32600000 Pfund, wovon 5800000 Pfund nach Deutschland gingen. Die Herstellung geschieht in folgender Weise: Die von der Faserschale befreiten Samen werden von der harten Samenschale befreit, indem man dieselbe vermittels einer — 12 — Kreissäge mit zwei rund herum gehenden, senkrecht zueinander ver- laufenden Schnitten versieht, so daß die Schale in vier Felder ein- geteilt ist. Durch Schlagen mit einem Hammer löst man diese Schalenstücke ab und hat nun den eiförmigen ganzen Kern vor sich. Von diesem wird mit Messern mit einstellbarer Klinge die braune Oberhaut abgeschält. Alsdann wird das Fleisch gewaschen und mit Maschinen in dünne wurmförmige Streifen zerschnitten und gewöhnlich geraspelt. Die geraspelte Masse wird auf Hürden aus Drahtgeflecht ausgebreitet und in einem Dörrapparat durch einen vermittels eines Ventilators hindurchgesaugten heißen Luftstrom bei 80 bis 88° C in kürzester Frist getrocknet. Alsdann erfolgt eine Sortierung durch Siebe, eventuell das Vermischen mit Streu- zucker, das Verpacken in Blechbüchsen zu 112 Pfund Gewicht, und die Kopra ist versandfertig. Die Herstellung von Raspelkopra muß als eine praktische Ver- wendung des Kokosfleisches sehr willkommen geheißen werden. Das Produkt erfreut sich in der Zuckerbäckerei einer stetig steigenden Verwendung. Drei Kokosnüsse liefern etwa ein Pfund Raspel- kopra. Es bedarf kaum eines besonderen Hinweises darauf, daß die- selbe genau so viel öl enthält wie die bei hoher Temperatur ge- trocknete Kopra, also 65 %, und da dieser Prozentsatz ein sehr hoher ist, so liegt der Gedanke nahe, derselben einen Teil des Öles zu entziehen, wodurch sie als menschliches Nahrungsmittel an Ver- daulichkeit und Bekömmlichkeit nur gewinnen könnte. Geht man noch einen Schritt weiter, so wird man überlegen, ob sich nicht die gewöhnliche Kopra so sauber zubereiten ließe, daß man ihr den größten Teil des Öles entziehen und den Rest, die jetzt nur als Vieh- futter verwendeten Preßkuchen, zur menschlichen Nahrung her- richten könnte. Die Schwierigkeit läge nur in der Entfernung der braunen Oberhaut der Kopra, denn man verlangt von dem Produkt eine weiße Farbe. Trockenvorrichtungen. Eine unerläßliche Vorbedingung für die Verwendung von Kopra zu menschlicher Nahrung wäre ein be- schleunigtes Trocknen des Kokosnußkernes. Für die in den bisherigen deutschen Kolonien üblich gewesene Herstellung von Kopra genügen die vorhandenen, zur Vermeidung der Feuers- gefahr unter vollständiger Ausschaltung aller Holzteile nur aus Beton und Eisen hergestellten Trockenhäuser mit mehreren überein- ander stehenden, seitlich ausziehbaren Hürden vollkommen, denn sie sind verhältnismäßig billig, dauerhaft und leistungsfähig. Sie trock- nen etwa eine Tonne Kopra mit höchstens 5 % Wassergehalt in 24 Stunden, kosten gegen 6000 M. und erfüllen ihren Zweck bei - 13 — der jetzt üblichen Dezentralisation der Betriebe, wobei auf je 80 bis IOC ha Pflanzung eine Darre kommt. Jedoch wird bei einer Intensivierung der Betriebe an den Hauptpflanzungszentren auf leistungsfähigere Trockenvorrichtungen, etwa unter Benutzung von Ventilatoren, Bedacht genommen werden müssen. Der Trocken- prozeS kann dabei bei einer Temperatur von 65° C auf die Zeit von wenigen Stunden zusammengedrängt werden. In ihrem Buche : ,,Coconuts the Consols of the East" schildern Hamel Smith und Fred Pape eine Anzahl der bestbewährten Trockenvorrichtungen, so den durch David Bridge & Co Ltd. in Manchester hergestellten rotie- renden Trockenapparat „Haraka" und den Hamel Smith Dryer, ferner große Trockenhäuser mit Hurdensystem und die nach dem bekannten und in chemischen Fabriken angewendeten Tunneltrock- nungssystem konstruierte ,,Chula" der Tyneside Foundry and Enge- neering Company von Low Elswick in Newcastle-on-Tyne. Zweifel- los werden sich ohne besondere Schwierigkeiten leistungsfähige Kopradarren konstruieren lassen, die auch den gesteigerten An- sprüchen genügen werden, wenn man die mitsamt der anhaftenden Steinschale zerschnittenen Kokosnußkerne zum Trocknen bringt. Gewinnung von Kopraöl. Das Auspressen von öl aus Kopra geschah bisher meist in den großen Fabriken in Europa. Jedoch sind seit einer Reihe von Jahren besonders auf Ceylon und in neuerer Zeit auch auf den Philippinen und in Niederländisch-Indien Öl- Mühlen für Kopra in großem Stil eingerichtet worden und Kopraöl wird jetzt in großen Quantitäten in den Erzeugungsländem für Kopra selbst hergestellt. Besonders befördert wurde die Erzeugung und Ausfuhr von Kopraöl in den Ursprungsländern selbst infolge der im Kriege entstandenen Frachtraumnot, denn eine Frachttonne Kopra (50 Kubikfuß engl.) umfaßt nur 12 Zentner, während das daraus zu pressende öl wenig über 8 Zentner ausmacht. Auf eine Frachttonne öl in großen und kleinen Fässern kommen dagegen etwa 14 Zentner, die einer Kopramenge von 20 Zentnern oder mehr als 1,6 Frachttonne Kopra entsprechen. — Noch vorteilhafter wird sich voraussichtlich die Verschiffung von Kopraöl gestalten, wenn an Stelle der früher üblich gewesenen Holzfässer Behälter aus Blech verwendet werden, die, in die einzelnen Bestandteile zerlegt, hinaus- gesandt und dort erst vor dem Gebrauch zusammengesetzt werden. Dieses letztere Verfahren soll neuerdings eingeführt sein und dürfte sich bald allgemeine Anwendung verschaffen, denn die Herstellung von Fässern für den Transport von Kokosöl ist stets mit bedeuten- den Schwierigkeiten und Kosten verknüpft gewesen, da sich für die Herstellung der Fässer nur ganz l)cstimmte Holzsorten verwenden — «4 — ließen, die allmählich knapp wurden, und da durch während des Transportes und im Schiffsraum entstandene Leckage Verluste ent- standen und auch die andere vorhandene Ladung beschädigt wurde. Für die Rentabilität der Herstellung von Kopraöl im Produk- tionslande selbst ist auch noch die Art der Verwendung der Preß- rückstände ein maßgebender Faktor. Können die Preßrückstände im Lande selbst als Viehfutter und Dünger vorteilhaft verwendet werden, so daß nur das öl verschifft zu werden braucht, so kann die Herstellung von öl sehr lohnend sein. Müssen die Preßrückstände aber mangels einer anderen Verwendungsmöglichkeit gleichfalls verschifft werden, so fragt es sich, ob die Fracht- und Transport- kosten für öl und Preßkuchen zusammen nicht unverhältnismäßig hoch werden. Eine Frachttonne Preßkuchen umfaßt 20 Zentner. Zieht man einen Vergleich zwischen den Frachtkosten für eine Quantität Kopra und zwischen der daraus herzustellenden Menge Kopraöl und Preßkuchen, so erhält man folgendes Bild : 2000 kg Kopra liefern 1270 kg öl und 710 kg Preßkuchen. 2000 kg Kopra entsprechen 3,33 Frachttonnen (i Frachttonne = 12 Zentner). 1270 kg Kopraöl entsprechen 1,81 Frachttonnen (i Frachttonne = 14 Zentner). 710 1^ Preßkuchen entsprechen 0,71 Frachttonnen (i Fracht- tonne = 20 Zentner). öl und Preßkuchen zusammen nehmen also 2,52 Frachttonnen. die entsprechende Menge Kopra aber 3,33 Frachttonnen ein, und dieses Verhältnis wird desto ungünstiger, je größer die Koprastücke sind. Besteht die Kopra nur aus großen Stücken, wie es z. B. bei der Ceylonkopra der Fall ist, die in Halbkugeln präpariert wird, so entspricht eine Frachttonne Kopra nur einem Gewicht von 10 Zent- nern, und 2000 Kilo nehmen dann einen Raum von 4 Frachttonnen ein. Vielfach wird daher auch die Ceylonkopra vor dem Verschiffen in ganz kleine Stücke geschnitten oder — seltener — in Ballen ge- preßt und eingenäht, wodurch natürlich eine bedeutende Raum- ersparnis bewirkt wird, aber anderseits auch Mehrkosten entstehen. Man mag hieraus ersehen, welch genauer und vielseitiger Kalkula- tionen es bedarf bei der Berechnung der Rentabilität einer Ölmühle in den Erzeugungsländem von Kopra. — Im Interesse einer hoch- entwickelten Kokospalmenkultur liegt es mehr, daß nur das Kokosöl aus dem Lande exportiert wird, die Preßkuchen und auch die Schalen der Kokosnuß aber im Lande verbleiben und entweder indirekt auf dem Umwege durch den Magen des Viehs, oder direkt als DüngNer den Palmen zugute kommen. — Man hat auch versucht. — 15 — das Öl aus der Kopra durch Extraktion vermittels Benzin und anderer Lösungsmittel zu gewinnen, und diese Methode bietet den Vorteil, daß man das öl restlos aus der Kopra gewinnen kann, aber anderseits hat sie auch schwerwiegende Nachteile, denn die Rück- stände haben dann fast gar keinen Wert mehr als Futtermittel, son- dern können nur als Dünger verwendet werden, und das durch Ex- traktion gewonnene öl scheint an Qualität dem durch Auspressen gewonnenen nachzustehen und auch größere Schwierigkeiten bei der Raffination zu bereiten. In dem bereits erwähnten Werke von Hamel Smith : Coconuts the Consols of the East findet sich die Be- schreibung eines solchen Extraktionsapparates, der bei Scott and Company, Kingsway House, London W. C, hergestellt wird. Eine sehr anschauliche, durch eine große Anzahl von vortreff- lichen Abbildungen erläuterte Schilderung von der Verarbeitung der Kopra zu öl und Pflanzenbutter hat neuerdings F. W. T. Hunger in Amsterdam unter dem Titel : Over den Cocospalm en zijn Handels- product Copra in holländischer Sprache in der Zeitschrift ,,Neder- landsch Indie oud a Nieuw" veröffentlicht. Verwertung der Kokosnußschalen. Eine Verwertung der Faser- hüllen der Kokosnuß findet nur insofern statt, als dieselben als Heizmaterial zum Betriebe der Kopradarren benutzt werden, wozu sie sich sehr gut eignen, jedoch liegt es auf der Han-d, daß ein so ausgezeichnetes und in so gewaltigen Mengen vor- handenes Fasermaterial in anderer Weise gewinnbringender und zweckmäßiger verwendet werden könnte, sei es nun zur Herstellung von Papiermasse und Filz, oder zu dem unter dem Namen Koir be- kannten Fasermaterial, das zu Matten, Läufern, Teppichen, Bürsten, Tauw^erk usw. verarbeitet wird. — Die Faserhülle der Kokosnuß macht dem Gewicht nach ungefähr 30 ^ bis 40 % der ganzen Nuß, tatsächlich also — bei einem Durchschnittsgewicht der Nuß von 2 kg — 600 bis 800 g aus. Das jährliche Ernteergebnis an Faser- masse kann also in einer Kokosplantage von 500 ha = 50 000 Palmen ä 60 Nüsse = 3 000 000 Nüsse auf i 800 000 bis 2 400 000 kg oder 1800 bis 2400 Tonnen, wie schon eingangs erwähnt, bei einer Welt- produktion von 6 bis 7 Milliarden Nüssen auf 5 bis 5% Millionen Tonnen veranschlagt werden. Und diese ganzen Massen gehen ein- mal wenigstens durch menschliche Hände, zu Faserstof;fen ver- arbeitet wird aber nur ein sehr geringer Teil. Es liegt dieses zum größten Teile an dem Mangel an leistungsfähigen und vollkommenen Maschinen, denn Maschinen, die eine nach jeder Richtung zufrieden- stellende Arbeit liefern, gibt es noch nicht. In England ist man seit Jahren bemüht, geeignete Maschinen für die Verarbeitung der — i6 - Kokosnußfaser herzustellen. Man hat Walzwerke konstruiert, in denen die rohen, einem Röstprozeß unterworfen gewesenen Faser- schalen zwischen gereifelten Walzen zerdrückt und platt g-equetscht werden. Die abgeplatteten und gelockerten Schalenstücke kommen in einen Extraktor, und dort werden durch Auskämmen die einzelnen Fasern isoliert. In einer weiteren Maschine werden sie gereinigt, um dann sortiert und entweder zum Transport nach Europa verpackt oder auch sofort zu Garn versponnen zu werden, aus dem dann Matten, Läufer und Tauwerk fabriziert werden. — Alle diese Ma- schinen werden von Thomas Larmuth & Co. Ltd., Todleben Iron Works, Salford, Manchester, hergestellt. Sie sind beschrieben in dem bereits mehrfach erwähnten Werke von Hamel Smith. Die Fabrikation von Koir ist an die Erzeugungsländer der Kokosnuß gebunden, denn ein Transport der rohen, sehr voluminösen Faserschalen über See kommt kaum in Betracht, da dieselben bei ihrer Verarbeitung noch einen hohen Prozentsatz ihres Gesamt- gewichtes verlieren und im ganzen einen zu geringen Wert haben. Nutz- und Edelhölzer Mexikos. Von Dr. B. P. Reko, Oaxaca, Mexiko. Trotz der hohen Bedeutung, die die Nutz- und Edelhölzer Mexikos für Handel und Industrie besitzen, ist es geradezu verblüffend, wie wenig dieselben außer Lande« bekannt oder überhaupt wissenschaftlich bestimmt und untersucht sind. Erst durch meine systematischen Erforschungen der Küstenzone und der Urwälder an den pazifischen und atlantischen Gebirgsabhängen der Kordilleren Ooxacas während der Jahre 1916 bis 1919 sind die meisten derselben zum ersten Male wissenschaftlich identifiziert worden, wobei ich in anerkennenswerter Weise von den amerikanischen Botanikern, [Herrn Paul C. Standley vom Smithsonian P I Institut und Herrn Sidney F. Blakö von der Harvard University, unterstützt / worden bin. Fast sämtUche Edelhölzer, wie Ebano Granadillo. Gateado. Corazon, Bonito, Quiebranacha, Cocoite, Cacahuanano, Frijolillo, Yagalache. Yagabiche, Yagalan usw., waren entweder überhaupt nicht oder ungenau bestimmt worden. Alle Edelhölzer, die infolge ihres ungemein langsamen Wachstumes ein außerordentliches dichtes, festes Gefüge aufweisen, brauchen zu ihrer Entwicklung ein trockenheißes Klima, wie es die Küstenstriche, tiefe Erdeinschnitte (Carrancas) und Niederungen der Hochebene (Mesa Central) Jaesitzen. Die bekannteste der / letzteren liegt an der Eisenbahnstrecke bei Cuicatlar und weist eine auffällige ' Übereinstimmung mit der Küstenflora auf. Hauptsächlich ist es das Kernholz, das sich schon durch eine dunklere bis tiefschwarze Färbung vom Splintholze absetzt, welches die geschätzten Eigenschaften der Harthölzer in erhöhtem Maße entwickelt. Auffällig ist das häufige Vorkommen von Harzgängen bei diesen Hölzern, so besonders bei den Meliaceen, Burseraceen. Anacardiaceen und vielen Leguminosen, was vielleicht als Verdunstungsschutz zu deuten ist. Da betreflfs der meisten Holzarten keine technischen Prüfungen vorliegen. , ist der Zweck dieser Arbeit, in großen Zügen den unübertrefflichen Reichtum - 17 — Oaxacas an verschiedenartigen Holzsorten, ihren Standort. Häufigkeit des Vor- kommens, ihren allgemeinen Charakter und technische Vervvendbarkeit weiteren Kreisen darzustellen und Interesse dafür wachzurufen. Zwecks größerer Über- sichtlichkeit empfiehlt es sich, die einzelnen Sorten nach ihrer Zugehörigkeit zu den betreffenden Pflanzenfamilien vorzunehmen. Leguminosen. Ebano ist das tiefschwarze Kernholz der Caesalpinia mexicana, früher irrtümlich dem Diospyros ebenaster zugeschrieben, der in Mexiko nicht ein- heimisch ist. Der Baum erreicht eine Höhe von etwa lo m und einen Durch- messer von I m, wobei ungefähr die Hälfte vom Kernholz eingenommen wird, und wächst in den Küstenniederungen stellenweise, wie bei Coyula, in größeren Beständen, ferner auch in den heißen Niederungen des Innern, wie in Choapam und San Carlos Yautepec. Das pechschwarze, ungemein harte und schwere Holz nimmt durch Politur einen glasartigen Hochglanz an und wird hauptsächlich zu Stöcken, Würdestäben der Autoritäten, Kassetten, feinen Möbeln, im Auslande wohl hauptsächlich zu Fournierarbeiten verwendet. Nach meinem Dafürhalten ist es das schönste Edelholz Mexikos. An manchen Orten der Küste führt es , auch den Namen ^uayavillo. / Granadillo morado. G. fino (Dalbergia granadillo Pittior spec. nov.i steht dem Ebano an Güte kaum nach, hat aber einen rot- bis blauvioletten Ton, der mit der Zeit an der Oberfläche nachdunkelt bis zu schwarz, und häufig Streifung aufweist. Er hat im allgemeinen dieselben Standorte wie der Ebano. Mir scheint das Holz von der Golfseite (Villa Alta, Tuxtepec, Ixtlan) nicht von der- selben Güte zu sein wie das der pazifischen Seite. Es ist weniger kompakt, von hellerer Färbung und häufig ohne Streifung. Der alkoholische Extrakt des Grana- dillo morado produziert eine prachtvolle rot- bis blauviolette Lösung, die zum Färben verwendet wird. Verwertung des Holzes dieselbe wie bei Ebano. Am Isthmus von Tehuantepec wird es häufig zu Eisenbahnschwellen verwendet, sonst auch zu Häuserposten, da es im Boden nicht leicht fault. Granadillo colorado, eine noch unbestimmte Dalbergiee, die dieselben Ver- breitungsbezirke hat wie die vorhergehende. Schweres Hartholz von eigenartiger Färbung, orangeroter Grund mit dunkler Streifung. Sein alkoholischer Extrakt, von prächtiger Orangefarbe, wird ebenfalls zum Färben verwendet. Brasil. Campeche. Palo de tinte (Hämatoxylon campechianumi, korpulenter Baum der Küste und des Isthmus von Tehuantepec, lokal für Konstruktionen, Zäune usw. verwendet. Sehr widerstandsfähig im Boden, da es nicht leicht fault. Enthält den bekannten Farbstoff Haematoxylin. Der eigentliche Brasil (Caesalpinia crista) ist ein Strauch des Littorales Palo de arco (Apoplanesia paniculata) ein noch wenig bekannter, aber sehr häufiger Baum der Küstenzone, mit dunklem, aber nicht ganz schwarzem, knochenhartem Kernholz, das ebenfalls unter dem Namen Ebano geht. Es scheint identisch zu sein mit dem Matagallina von Yautepec. Wie sein Name Palo de arco. den auch eine verwandte Art in Columbien führt, andeutet, wurde sein Holz in früheren Zeiten vermutlich zur Anfertigung von Bogen verwendet. Colorin de peces, Matapeces, Chijol (Piscidia erythrinai. ein ausgezeichnetes schweres Hartholz, das im Wasser untersinkt, von der Küstenzone. Vorzügliches Schiffsbauholz. Frijolillo (Sophora conzattii Standley spec. nov.j. VorzügUches. sehr wider- standsfähiges Hartholz, das von mir im Cafetal Concordia Pochutla entdeckt wurde. Sein Holz soll im Wasser Fluoreszenz erzeugen. Tropenpflanzer 1922, Heft i '2. 2 — i8 — r Coate (Eysenhardtia amorphoides), ein anderes vorzügliches Hartholz, das im Wasser Fluoreszenz erzeugt, worauf sein aztekischer Name (Schlangenwasser) hin- weist. Wird auch medizinisch gegen Nierenleiden verwendet. Kommt sporadisch vor, hauptsächlich im Tal von Oaxaca, Miahuatlan, Nejapa. Baumartige Exemplare sind selten. Huaje (Leucacna esculenta). Charakterbaum des Tales von Oaxaca, woher dessen Name stammt (huax-yaca — c Huaje - Bergnase). Vorzügliches Workholz. das in großen Quantitäten vorkommt. Auch andere Spezies (L. macrophylla usw.) führen diesen Namen, der sich auf die rotvioletten Hülsen bezieht. Tepehuaje (Lysiloma acapulcensis). Sehr geschätztes Hartholz der Küste und der heißen Distrikte des Innern, von recht häufigem Vorkommen. Knorriges braunrotes Holz, das schöne Politur annimmt, für Möbel. Achsenlager usw. Mezquite (Prosopis juliflora). Sehr vulgärer Baum der Küste und trocknen Distrikte, das ein brauchbares Werkholz für Landzwecke bietet. Tepemezquite (eine noch unbestimmte Mimosenart aus Teotitlan del Camino). Rabo de lagarto lAcacia paniculata). Häufiger Waldbaum der Kaffeezone, wo er einen geschätzten Schattenbaum abgibt. Lokal als Brennmaterial. Pfosten usw. Coralillo (Pithecolobiuni filicifolium). Herrlicher Schattenbaum der Kafiee- zone Pochutlas. Vorzügliches aber wenig bekanntes Hartholz Naranjillo (Swartzia grandiflora). Schöner Urwaldbaum von derselben \'er- breitung wie der vorige. Cocoite (Cliricidia sepium). Häufiger Baum der trockenen Zone des Valle nacional, Tuxtepec, wo er zu lebenden Zäunen benutzt wird. Sehr hartes grau- braunes Holz mit dunkler Maserung, sehr ähnlich dem Ocotillo meco iCordia spec. nov..''). Identisch mit dem Cacahuanano von Pochutla. Quiebrahacha (Poeppigia procera). Eines der feinsten Edelhölzer von un- gewöhnlicher dichter Struktur und mahagonibrauner Färbung, das eine hübsche Politur annimmt. Da es nicht leicht spüttert und ganz außerordentlich wider- standsfähig ist. dürfte es in erster Linie für Äroplanpropeller in Frage kommen. Sporadisch an der Küste. In Tuxtepec und Yautepec heißt der Baum Bicho oder Bichon. Cuachepil (Dighysa robiniodes). Weitverbreiteter, hoher Urwaldbaum mit gelbem, sehr hartem Holz, von langer Dauer im Boden, weswegen es haupt- sächlich zu Häuserpfosten verwendet wird. Cuapinol (Hymenaea coubaril). Bis 40 m hoher, säulenförmiger Baum des Urwaldes, stellenweise in gprößeren Beständen, dessen Stamm und besonders Wurzel das bernsteinartige Animeharz produzieren. Rötliches ausgezeichnetes Hartholz, das Politur annimmt. Werkholz für Achsenlager, Radnaben, Stiele usw. Sangregrado, Sangredrago (Pterocarpus acapulcensis). Vorzügliches Hartholz der pazifischen Küste. Eine zweite Spezies reicht bis in die Kafifeezone. Balsamo, Balsamo de Peru (Toluifera balsamum var. Pereirae). Hoher Urwald- baum an den der See zugekehrten Kordillerenabhängen der atlantischen und pazifischen Seite, an welch letzterer Stelle er Cedro chino genannt wird. Kastanien- braunes Hartholz von balsamischem Geruch, das vorzügliche Politur annimmt. Wegen seiner großen Widerständigkeit für Axtstiele, Achsenlager usw. verwendet. Copaiva (Copaifera spec). Sehr hartes, dunkles Kernholz, ähnlich dem Palo de arco. An den Kordillerenhängen der Golfseite. Tuxtepec, Valle nacional. Macayo (Andira Galeottii Standley spec. nov.). An trockenen Berghöhen in der Chinantla. Eine andere Species (A. jamaicensis) an der Küste der atlantischen und paziiischen Kues-Seite, an welch letzterer Stelle der Baum Cacajon de caballo — ly — heißt wegen der eigentümlichen Form seiner Früchte, .Schiffsbauholz für Häuser- konstruktion. Cuanacaztle (Enterolobium cyclocarpum). Weitverbreiteter, sehr korpulenter Baum der Küste und heißer Distrikte des Innern wie Cuitlan. Leichtes, aber sehr widerstandsfähiges Holz, kaffeebraun mit flammiger Streifung. Die ausgehöhlten Stämme werden zu Kanoes verwendet. Das hübsche, leichte Holz zu Türen und anderen Hauskonstruktionen. Zompatle (Erythrina americana). Außerordentlich leichtes Holz i weißes), das vielfach statt Kork zu Flaschenstöpseln verwendet wird. Huamuche, Cuamuche fPithecolobium dulce). Weitverbreitetes, gewöhnliches Werk- und Brennholz. Cornizuelo (Acacia cornigera). Dünne, hohe Bäume der Küste und anderen trockenheißen Distrikten, deren gerade Stämme zu Pfosten benutzt werden. Canafistula (Cassia fistuloides. C. grandis). Hartholz der heißen Zone von großer Widerstandsfähigkeit und langer Dauer. Rosaceen. Capulin (Prunus capuli). Häufiges Nutzholz der kühleren Höhenlagen. Verezo montes (Prunus brachybotrya). Feines Möbelholz, das vorzügliche Politur annimmt, von kräftiger, rotbrauner Farbe. Hoher Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Daselbst noch 2 — 3 verwandte Arten. Palo de fraile (Couepia polyandra). Häufiger Baum der Küstenzone, vielfach als lebender Zaun. Sein Holz liefert vorzügliche Holzkohle. Mesonzapote (Licania platypus). Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Werk- und Brennholz. .^.nacardiaceen. Sangualica, ZongoUca lAstronium zongolica Reko spez. nov. ). Wichtiges Edelholz der Kaffeezonen der Küste, Choapam. Yautepec. Obwohl schon von Clavigero. als eines der feinsten Harthölzer erwähnt, wurde der Baum erst durch meine Kollektion der Wissenschaft bekannt. 30 — 40 m hoher Urwaldbaum. der I m Durchmesser erreicht. Mahagoniähnliches Hartholz, häufig mit dunkler Streifung, das sehr hübsche Politur annimmt. Wichtiges Bauholz für Möbel und allerlei Konstruktionen. Yagalache (Rhus lindenianai. Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas, dessen bloße .A-usdünstungen bei sensiblen Individuen Hautausschläge und Schwellungen erzeugen. Sehr hübsches, gelbes Hartholz. Sporadisches Vorkommen. Yagalache (Pseudosmodingium multifolium). Ein kleiner Baum der trockenen Gebirge des Hochplateaus, von ähnlicher Wirkung auf die Haut wie der vorher- gehende. Wohl nur als Brennholz verwendet. Tatatil (Comoclaidea rapanda Blak^ spec. nov.). Niedriger Baum der Küsten- ßy Zone, der bis 400 cm Durchmesser erreicht. Sehr schweres mahagoniähnliches ' Holz, das beim Durchsägen heftige Hustenanfälle und Schleimhautreizungen erzeugt. Für wanzensichere Betten. Obo, Obo de zopilote (Spondias spec. nov..''). Hoher Urwaldbaum der Kaffee- zone Pochutlas, Choapam, Yautepec. Vorzügliches braunes Hartholz. Ciruelo (Spondias lutea, S. purpurea). Niedriger Baum der Küstenzone und der trockenheißen Distrikte des Innern. Häufig zu lebenden Zäunen verwendet. Knorriges, rotbraunes Holz. , , , . ° Meliaceen. Cedro fine, Cedro oloroso (Cedrela oaxacana, C. .Montana). Wegen seiner schönen zederähnlichen Beschaffenheit. Dauerhaftigkeit und leichten Bearbeit- — 20 — barkeit der König der Hölzer genannt. Häufiger Urwaldbaum der pazifischen und atlantischen Kordillerenabhänge. Durchmesser bis i m. P"ür Hauskonstruk- tionen, Möbel, Zigarrenkisten usw. Caoba (Swietenia humilis, S. cirrhata). Korpulenter Baum der pazifischen Küstenzone, wo er auch Zopilote genannt wird. Die Caboa der atlantischen Seite (im Valle nacional, Tuxtepec) dürfte S. macrophylla sein. Bekanntes, als Mahagoni bezeichnetes Edelholz. Ziemlich iiäufig. Ocotillo blanco (Cuarea makrinii Blako spec. nov.). Vorzügliches, weißes Hartholz, das wegen sfeines Harzreichtumes zu Brennfackeln verwendet wird. Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Vergesellschaftet damit findet sich C. obtusata Blako spec. nov. von ähnlicher Beschaffenheit. Q,\ Palo de petroleo, Palo de aceite (Trichilia oaxacana Blak^ spec. nov.). I Strauchartiger Baum der Kaffeezone Pochutlas. Von größerer Bedeutung zwei andere noch unbestimmte neue Arten, hohe Bäume mit 40 cm Durchmesser, mit ihm vergesellschaftet. Burseraceen. Palo mulatto {Bursera gummifera = B. simaruba). Bis zu 60 m hoher, rot- rindiger Baum des Urwaldes, häufig mit keulenförmiger Anschwellung der Basis. Im trockenheißen Lande niedriger. Sehr häufiger Baum, dessen Stecklinge zu lebenden Zäunen verwendet werden. Vortreffliches Werkholz. Linaloe (Bursera aloexylum). Wohlriechendes, liartes Holz, eines kleinen Baumes der trockenheißen Gegend von Cuicatlan. Copal Santo (Bursera submoniliformis, B. palmeri, galeottiana, odorata usw.). Kleine Bäume der trockenheißen Regionen. Meist in großen Beständen. Wenig verwertetes Hartholz. Incienso (Teragastris balsamifera?). Zweifelhafter Baum der Isthmuszone. S i m a r u b a c e e n . Gateado (Rechia bracteatai. Außerordentlich hartes, schweres Edelholz der Küstenzone. Kastanienbraun mit tiefdunklen Streifen, das prachtvolle Politur annimmt. Gehört zu den wertvollsten Hölzern Mexikos. Trotzdem wenig bekannt und botanisch bisher nicht identifiziert worden. In Pochutla auch Corazon bonite genannt. Cedron de Oaxaca (Simaba cedron). Bitterholz, verwendet wie Quassia. Zyguphyllaceen. Guayacan (Guajacum guatemalense). Niedriger Baum des Littorales, mit einem Durchmesser bis zu 50 cm. Eines der schwersten und härtesten Hölzer, gewöhnlich gelb mit dunkler Streifung. Sehr häufig. In Yautepec existiert neben dieser Art. die im Dezember blüht, eine andere, die im August blüht. Das Pockholz wird zu Kegelkugeln, Stöcken und medizinisch verwendet. Flacourtiaceen. Palo de peidra, Palo de fierro (HomaHum trichostemum Blako spec. nov.). Hoher Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Wenig bekanntes Hartholz. Malacatillo, Corna de Santo (Xylosma ellipticum). Mittelgroßer Baum der trockenen Küste. Sehr festes Holz, wenig gebraucht. G uttiferen. Cedro cimarron, Ciniarron (Calophyllum Rekoi Standley spec. nov). Wichtiges Nutzholz der Kaffeezone Pochutlas, ähnlich Mahagoni, festgefügt und wie Zedern- — 21 — holz leicht bearbeitbar. Existiert in größeren Beständen. Das Holz der Rheedia edulis, die dieselben Verbreitungsbezirke hat, dürfte ebenfalls beachtenswert sein. M y r t a c e e n . Yagalan (Eugenia Schiedeana, Myrcis Oerstedttiana. Myrcia Sartoriana). Die beiden ersten Arten in der Kafifeezone Pochutlas, die letztere in Villa Alta. Ausgezeichnetes und sehr geschätztes Hartholz, mit dunkelbraunem Kernholz, nimmt schöne Pohtur an. Cuayavo (Psidium guajava). Ausgezeichnetes Nutzholz von heller Farbe. Weite Verbreitung über ganz Oaxaca. Psidium friedrichsthaloianum ist ein hoher Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas, dessen Holz ähnliche Verwendung besitzt. Pimenta de Tabasco. Patolote (Eugenia pimenta) Sehr hübsches, helles Hartholz der atlantischen Küstenzone. Geeignet für Lu.\:usmöbel. Melastomataceen. Totmozrle (Miconoa microcarpa). Schlanker Baum des Regenwaldes in Pochutla. Villa Alta, Choapam, Chiantla, Isthmus. Hauptsächlich für Pfosten. Rubiaceen. Canilla de venado (Alibertia edulis). Kleiner Baum des Regenwaldes, dessen Hartholz wenig gebraucht wird. Maluco (Genipa americana caruto). Mittelgroßer Baum der trockenen Küste. Festes Holz für Konstruktionen, die Flexibilität erfordern. Palo de cruces, Cruceta, Huele de noche (Randia armata). Mittelgroßer Baum der Kaffeezone Pochutlas, Choapam. Chinantla. Starkes Holz, wenig gebraucht. Sapotaceen. Chicozapote (Achras sapota). Vorzügliches mahagoniähnliches Hartholz, das prächtige Politur annimmt. 40 m hoher Baum mit i m Durchmesser, von weiter Verbreitung in den wärmeren Teilen Oaxacas. Größere Bestände in der Kaffee- zone Pochutlas, Cuicatlan, Chinantla. HauptsächUch für Möbel. Auch eine Side- roxylon-Art der Chinantla und in Choapam dürfte ein beachtenswertes Hartholz liefern, das fast unbekannt ist. Mamey colorado (Vitellaria — Lucuma — mammosa). Hoher Urwaldbaum der Kaffeezone, auch in Cuicatlan, Yautepec, Choapam. Sehr widerstandsfähiges Holz, aber wenig in Gebrauch. Trigrillo, Leche Maria (Lucuma spec. nov..^). Wenig bekannter Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas, besonders in Candelaria. Sein Holz sehr beachtens- wert. Außerdem noch zwei bis drei unbestimmte andere .A^rten in derselben Zone. Diospyraceen. Zapote negro (Diospyrus oaxacana und andere Arten). Mittelgroßer Wald- baum der wärmeren Striche. In der Kaffeezone Pochutlas zwei noch unbestimmte .\rten. Sehr hartes Holz von weißer Farbe, das an der Luft bald gelb wird, niemals schwarz wie das von D. ebenaster. Cordiaceen. Ocotillo meco iCordia spec. nov.). Sehr häufiges Hartholz der Küstengegend Pochutlas, bis zu 50 cm Durchmesser, von eigenartiger Zeichnung, dunkle Streifen auf gelbbraunem Grunde. Suchicahue (Cordia gerascanthusl Sehr häufiger Baum der Küste Choapam, Yautepec, Valle nacional, mit eichenähnlichem, gestreiftem Holze. Heißt an V anderen Orten Palo de rosa, Rosadillo, Palo de hormigas, Hormiguillo, Polo baria. Vorzügliches Holz für allerlei Konstruktionen. Nandimbo (Ehretia tinifoliai. Sehr häufig als Zierbaum gepflanzt. Sein Holz wenig gebraucht. i'Schluß folgt.) Die Bekämpfung des roten Kapselwurms der Baumwolle. Von Dr. H. Morstatt, Berlin-Dahlem. Der rote Kapselwurm, Gelechia gossypiella, ist merkwürdig schnell zu einem der wichtigsten Baumwollschädlinge geworden. Ursprünglich 1842 aus Indien beschrieben, wo er damals schon sehr schädlich au Baumwolle auftrat, hatte er trotz weiter Verbreitung doch nur in Indien, Ostafrika und Hawaii praktische Bedeutung. Nun ist er neuerdings, seit 1913. der gefähilichste Schädiger der Baumwolle in Ägypten, wo er jährlich etwa ly'-'o der Ernte vernichtet, und man nimmt an, daß er in den Jahren 1906 — 1907 mit indischer Baumwollsaat dorthin kam. Außerdem hat er sich schnell in Brasilien verbreitet, wo die Regierung in den Jahren 191 1 — 1913 ägyptische Baumwollsaat einführte. Der dortige Schaden wurde schon 191 7 in verschiedenen Staaten der Republik auf 30% bis zu ^/j der ganzen Ernte eingeschätzt. 191 1 geschah auch, ebenfalls mit ägyptischer Saat, die Einschleppung nach Mexiko, und dort erfolgte ebenfalls eine rasche Aus- breitung, so daß er schon 1916 allgemein auftrat und wenigstens 3o"/q des Er- trages vernichtete. Im Herbst 1916 wurde er dann in dem benachbarten Texas, also im Bereich der Vereinigten Staaten, festgestellt und dort wird seitdem in Erkenntnis der ungeheuren Gefahr für den nordamerikanischen Baumwollbau ein heftiger Kampf gegen seine Ausbreitung mit allen verfügbaren Mitteln geführt. Der Haushaltsplan der Vereinigten Staaten für 1921 — 1922 sieht zu diesem Zwecke Aufwendungen von 554 840 Dollars, gegen das Vorjahr eine Zunahme um 66820 Dollars vor^). In Ägypten, wo bisher der Stengelspitzenbohrer oder gemeine (ägyptische) Kapselwurm, Earias instdana, die erste Rolle gespielt hatte, hat man sich eben- falls sehr intensiv der Bekämpfung des roten Kapselwurms " zugewandt und es zeigt sich auch hierbei wieder, daß man zur erfolgreichen BekänTpfung wichtiger Schädlinge ein ganz gründliches SpezialStudium unternehmen muß. So wurde denn der anerkannteste englische Entomologe aus den Tropen, den man be- kommen konnte. H. A. Ballon. 1916 aus Westindien nach Ägypten berufen und widmete sich 15 Monate lang ausschließlich dieser Frage, über die er dann einen ausführlichen Bericht erstattete. Nebenher ging aber auch die Arbeit der Sachverständigen des Landes weiter. In Deutsch-Ostairika hatte man eigentlich nur eine Bekämpfungsmethode für den roten Kapselwurm, allerdings die wirksamste, eingeführt, das durch die Baum- wollverordnung vom 30. Juli 1910 vorgeschriebene Abräumen der Felder nach der Ernte und zugleich das Verbrennen aller oberirdischen Teile der Baumwoll- stauden. Das Absammeln der befallenen Kapseln, eine sehr umständliche, aber wie wir sehen werden, wirksame Maßregel, hatte sich dagegen nicht eingebürgert und in betreff der Desinfektion der Baumwollsaat war man über Vorschläge und Versuche noch nicht hinausgekommen, war sich auch der Wichtigkeit dieser Aufgabe noch nicht ganz bewußt-). ') Exp. Station Record 44. 1921, Nr. 5. 2) Morstatt. Die Schädlinge der Baumwolle in Deutsch-Ostafrika. Beiheft Nr. I zum Pflanzer, 1914. — 23 — Das Verbrennen der Baumwollstauden nach der Ernte, um die noch hängen- den und stark befallenen Kapseln zu vernichten, hat nun in Ägypten seine beson- dere Schwierigkeit. Bei der Holzarmut des Landes ist es nämlich gar nicht durch- zuführen, man kann nur erreichen, daß die Kapseln abgesammelt und ver- brannt werden. So hatte man denn in Ägypten zunächst als wichtigste Maßregel vorgeschrieben, daß alle Lagerräume für Baumwollsaat durch Drahtgaze gesichert werden mußten, um das Entweichen der aus der Saat hervorgehenden Gelechia- motten zu verhüten. Inzwischen sind aber genaue Beobachtungen über die Lebensweise des Kapselwurms angestellt worden, die ergeben haben, daß der Befall mit der fortschreitenden Jahreszeit rasch zunimmt, und als Hauptsache, daß man Gene- rationen mit kurzer und solche mit langer Entwicklungsdauer unterscheiden muß. Dabei scheint es nach allen bisherigen Ermittlungen, daß die Motten der kurz- fristigen Generation (short-cycle moths), die im Herbst und Winter auskommen, ohne eine Nachkommenschaft zu hinterlassen, absterben, falls sie keine frischen Pflanzen zur Eiablage antreffen. Die langfristige Generation (long-cycle worms) dagegen überwintert als Raupe in den Samen, sie ergibt erst in der nächsten Baumwollsaison die Motten und überträgt so den Befall von Jahr zu Jahr\). Aus dieser Sachlage ergaben sich nun als Richtlinien für die Bekämpfung des Kapselwurms i) Frühe Reifezeit und Entfernung der alten Baumwollpflanzen nach dem letzten Pflücken, 2) Sammeln und Verbrennen aller grünen oder toten Kapseln, die nach dem letzten Pflücken noch hängen, 31 Behandlung der g.inzen Baumwollsaat durch Räucherung oder trockene Hitze sofort nach dem Ginnen. \'on diesen Verfahren war das zweite schon seit 1873 g^g^i^ den gemeinen Kapsel wurm mit Erfolg im Gebrauch. Als dann 1913 der rote Kapselwurm zu einem weit schlimmeren Baumwollschädling geworden war, wurde durch ein Gesetz von 1914 das Einsammeln und Vernichten aller Kapseln, die nach Be- endigung der Ernte noch an der Pflanze bleiben, vorgeschrieben. Die Durch- führung dieses Gesetzes hatte aber mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Bei der großen Vermehrungsfähigkeit des Insektes muß nämlich ein sehr großer Prozentsatz vernichtet werden, wenn man einen sichtbaren Erfolg erzielen will. Man versuchte daher die Maßregel dadurch zu erzwingen, daß man da, wo sie nicht durchgeführt war, strafweise die ganzen Baumwollstengel verbrannte. Dies hatte aber wegen der erwähnten Holzarmut eine so heftige Opposition der Bevölkerung zur Folge, daß man zu Geldstrafen überging, die nun wiederum zu niedrig waren und deshalb keine Wirkung hatten, so daß die Sache nahezu einschlief. Nebenbei nahmen die Fellachen nach und nach die Gewohnheit an. die Kapseln einfach abzuschlagen und zu Boden fallen zu lassen, statt sie zu pflücken und zu verbrennen, was noch schlimmer war, als wenn gar nichts geschehen wäre. Denn blieben die Kapseln hängen, so blieb wenigstens noch die Möglich- keit, daß ein Teil davon rechtzeitig mit den Stengeln verbrannt oder von Parasiten des Kapselwurms befallen wurde. So aber blieben sie auf dem Boden liegen, wo auch die Aussichten auf Parasitenbefall geringer sind. Es war also auf den scheinbar „gereinigten" Feldern der Befall im nächsten Jahre schlimmer als zuvor. ') G. Storey, The present Situation with regard to the control of the pink boll worm in Egypt. Min. Agric. Egypt. Bull. Nr. 16. 192 1. — 24 — Wenn nun auch die Durchführung der Maßnahme im großen mißlang, so wurde doch auf einer isolierten Fläche von 2093 Feddan (i Feddan == 0,42 ha) ein gründlicher Versuch durchgeführt. Das Ergebnis war, daß von 1917 — 1919 die Zahl der Raupen auf je 100 Pflanzen auf weniger als ein Drittel vermindert wurde. (Für die sehr interessanten Einzelheiten über den Verlauf des Befalles während der Saison, über die Zahl der befallenen Kapseln und der Raupen pro Kapseln muß auf das Original verwiesen werden.) Bei einem ursprünglichen Ertrags- verlust von 17%, der auf 5.20/(, herabgemindert wurde, wurden also 11.8% der Ernte gerettet, was nach Abzug aller Unkosten einen Gewinn von 6 ägypt. Pfund pro Feddan bedeutete. Der Versuch ergab aber doch, daß die Maßregel sich als nicht im ganzen Lande durchführbar erwies, und zugleich hatte man ,in anderen Gegenden mit einfacheren, wenn auch weniger wirksamen Methoden beträchtliche Erfolge erzielt. Die Methode der „Frühreife", durch geringere Bewässerung von Mitte Juli an, erweist sich nicht nur für die nächste, sondern schon für die laufende Saison von Bedeutung. Der Kapselwurm vermehrt sich nämlich den Sommer über so stark, daß auf alle Fälle am normalen Schluß der Ernte sozusagen jede Kapsel befallen ist. Man kann aber durch frühreife Sorten wenigstens erreichen, daß der Befall zur Pflückzeit noch nicht den vollen Umfang erreicht hat. Zugleich können dann die Felder früher abgeräumt werden, wodurch der nächstjährige Befall verringert wird. Aus diesem Zusammenhang sei nur noch die interessante biologische Tatsache hervorgehoben, daß die ,, langfristige Generation" nach genauen Beobachtungen erst im Spätsommer auftritt, dann aber rapide zunimmt. So enthalten z. B. 100 grüne Kapseln zu Anfang August noch keine „langfristigen" Raupen, Anfang September dagegen deren 6 und Anfang Oktober 93! Der früheren Pflückzeit — sie konnte in den letzten Jahren allmählich um einen ganzen Monat früher gelegt werden — und dem frühen Abräumen der Felder schreibt man denn auch den neuerdings beobachteten Rückgang der Schäden des roten Kapselwurms zu, und auf dieselbe Weise, insbesondere durch das Abräumen der Felder, war es auch gelungen, den gewöhnlichen Kapselwurm (Earias), früher den schlimmsten Baumwollschädling Ägyptens, zu einem ziemlich belanglosen Schädling werden zu lassen. Die Saatgutbehandlung ist aber eine absolut notwendige Ergänzung all dieser Verfahren. Denn mit befallener Saat werden auch die gereinigten Felder all- jährlich aufs neue verseucht. Man hat sich daher seit Jahren intensiv der Saat- gutdesinfektion zugewandt, ist aber bisher noch nicht zu einer einheitlichen Methode gekommen. Es wird von der Erfindung einer geeigneten Maschine abhängen, ob sich die Behandlung mit heißer Luft oder die Räucherung mit giftigen Gasen durchsetzt. Eine dritte Methode, das Einweichen der Saat in eine giftige Lösung (cyllin Solution i : 1000) kann nur direkt vor der Aussaat angewendet werden. Für diese V^ersuche in Ägypten ist eine ganze Anzahl von Maschinen gebaut worden, welche die Räucherung der Baumwollsaat teils mit Schwefelkohlenstofl, teils mit Blausäuregas. teils mit den bei der Destillation von Baumwollstengeln erzeugten Dämpfen durchführen. Andere Maschinen bezwecken die Abtötung der Raupen in den Samen durch Hitze und sind wie die Getreidetrocknungsmaschinen für kontiuuierhchen Betrieb eingerichtet. Eine Temperatur von 55" C genügt zum Abtöten der Insekten, ohne daß die Keimfähigkeit der Saat dabei wesentlich leidet M. ^) G. Storey, Machines for the treatment of cottou seed against pink boll Worms. Min. Ägric. Egypt. Bull. Nr. 14, 1921. — 25 — In Amerika zeigte sich bald die Notwendigkeit, bei der Einfuhr nicht nur Baumwollsaat, sondern auch die stark gepreßten Ballen von Rohbaumwolle zu desinfizieren. Hierfür erwiesen sich die gebräuchlichen Verfahren als ungenügend. Mit Hitze oder Kälte konnte man aus verschiedenen Gründen nicht operieren, und giftige Gase, wie Blausäure, drangen nicht tief genug in die Ballen ein. So wurden denn Versuche angestellt, mit Blausäure im Vakuum zu desinfizieren. Es zeig^te sich bald, daß hierdurch die Wirkung der Blausäure ungeheuer gestei- gert werden konnte und es auf diese Weise möglich war. gepreßte Baumwoll- ballen zu behandeln, ohne sie aufzumachen. So wurden schließlich große Ein- richtungen zur Desinfektion aller eingeführten Baumwolle geschafi'en, die bis mehr als looo Ballen täglich bewältigen. Dabei wurden 6 Unzen Cyannatrium auf loo Kubikfuß verwendet M. .ALußer dieser Desinfektion, die sich auch auf Baumwollabfälle und Pack- material erstreckt, besteht in Nordamerika ein Verbot der Einfuhr von Baum- wollsaat und eine Kontrolle über eingeführte Produkte aus Baumwollsaat. .A.ußer- dem wird die Überwachung und Vernichtung des Kapselwurms in Texas durch- geführt, wobei auch breite Sicherheitszonen geschaffen wurden, in denen der An- bau von Baumwolle ganz verboten ist. Femer wird der ganze Verkehr mit Mexiko überwacht und in Mexiko selbst werden die Untersuchungen über den Kapselwurm und seine Lebensweise als Grundlage für die weitere Bekämpfung fortgeführt. /r=\\^^\ Koloniale Gesellschaften. [^[^j -^\ 25 Jalire Westafrikanische PÜanzungsg-esellschaft „Victoria". \'on Paul Dehn. Am IG. November 1914 erklärte Lloyd George: ..So wahr Gott lebt, wir haben an keiner Verschwörung gegen Deutschland teilgenommen. Wir verlangen keinen Fußbreit seiner Kolonien." Feierlich hatte Wilson als Grundsatz des Friedens verkündet: ..Freie weitherzige und unbedingt unparteiische Schlichtung aller kolonialen Ansprüche." In Wirklichkeit war England längst darauf bedacht. sich Deutschostafrika anzugliedern, um seine Kapkairopläne zu verwirkhchen. Frankreich seinerseits Togo und Kamerun zu nehmen, weil diese Schutzgebiete für Dahomey und Kongo von größtem Wert waren. Wilson aber ließ sich schließ- lich von englischer Seite her zu dem Glauben verleiten, die Eingeborenen würden in den deutschen Schutzgebieten bedrückt, ausgebeutet, ja ausgerottet. Und so beschlossen die Pariser Friedensmacher und Weltverteiler den Raub sämtlicher deutschen Kolonien, hauptsächlich zugunsten Englands und dessen Kolonien, abgesehen von einigen kleinen Stücken, die Frankreich und Japan erhielten. Nahezu 40 Jahre hatte Kamerun unter deutscher Staatshoheit und unter dem Einfluß befruchtender deutscher Kolonisationsarbeit gestanden. Der Küstengürtel mit dem Vorbergland bis 500 Metern Höhe, hauptsächlich von dichtem Urwald bedeckt, war ein Tropenland von unvergleichlicher Fruchtbarkeit. Nach dem Gutachten von Professor Dr. Wohltmann ^.Der Plantagenbau in Kamerun und ') W. D. Hunter, The pink boll worm, with special reference to Steps takeu by the Department of Agriculture to prevent its establishment in the United States. U. S. Dep. Agric, Bull. Nr. 723, 1918. — 26 — seine Zukunft', Berlin 1896) berechtigte da.^ Kamerungebirge in klimatischer Beziehung zu den höchsten Hoffnungen für den Pflanzungsbau. Kameruns Boden sei ganz ausnahmsweise fruchtbar und überflügele selbst den besten Boden Ost- afrikas am Pangani. Auf der ganzen Erde müsse man suchen, um einen so nährstoffreichen, mürben, milden und tiefgründigen Boden, wie er ani Kamerun- gebirge in weiter Ausdehnung zu treffen ist. wiederzufinden. So rühmte er Kamerun als ein Pflanzungsland im besten Sinne, das deutschen Unternehmungen bei verständigem Betriebe und sachkundiger Oberleitung eine gute Kapitalsanlage sichern werde. Einem merkwürdigen Zufalle verdankt die .Westafrikanische Pflanzungs- gesellschaft „Viktoria" ihr Entstehen. Im Jahre 1895 bildete sich unter Führung einiger deutscher Großbanken ein Konsortium, dem auch die Geheimräte V. Hansemann. v. Oechelhäuser, Eugen Langen und rheinische Industrielle an- gehörten, um Mittel für eine Expedition nach der portugiesischen Kolonie Angola zu beschafien. Diese Expedition sollte erkunden, ob eine Möglichkeit vorhanden wäre, von einem der südlichen Häfen Angolas aus eine Eisenbahn durch den Norden Deutschwestafrikas nach Transvaal und dem Indischen Ozean zu bauen. Mit den Vorverhandlungen zu dieser Expedition betraute man Dr. Max Esser aus Köln vom A. Schaafi'hausenschen Bankverein. Esser lernte zufällig den Afrika- reisenden Dr. Eugen Zintgraff kenneu, den ersten Erforscher Kameruns, der ihm die Vorzüge dieses I^andes so lebhaft schilderte, daß er sich entschloß, statt nach Angola nach Kamerun zu gehen. Zuvor besuchten die beiden die portugiesische Kakaoinsel St. Thome. nach deren \'orbild in Kamerun große Kakaopflanzungen geschaffen wurden. Anfangs hatte die W. A. P. \'. Fehlschläge und Fehljahre zu beklagen. .A.ber trotz aller Hindernisse machten die Pflanzungen der Gesellschaft von Jahr zu Jahr Fortschritte. Da die Kaffeepflanzungen und Versuche mit Ginnekorn und Ramie keine befriedigende Erfolge zeigten, widmete die Leitung ihre ganze Aufmerksam- keit dem Kakaobau und ließ später auch Ölpalmen, Planten, Kolanüsse und Kautschukbäume pflanzen. Bei Kriegsausbruch stellte sich der Landbe.^itz der Gesellschaft auf über 16000 ha, wovon ein Drittel mit Kakao bepflanzt war. Geerntet wurden 1913 rund 1,7 Mill. kg Kakao. 160000 kg Palm.öl und Palmkerne, 1,4 Mill. kg Planten und 3000 kg Kautschuk. Mit Hilfe zweckmäßiger Gärungs- und Trockuungsvorrichtuugen wurde der Kakao sorgsam aufbereitet, fand wegen seines hohen Eiweißgehaltes volle .An- erkennung und namentlich in England guten Absatz. Kameruns Reichtum gipfelt aber in der Ölpalme. Auf ihr beruht die Zu- kunft des Landes. Wie in vielen anderen tropischen Küstenländern, so ist auch in Kamerun die Ölpalme (Elaeis guineensis) weit verbreitet, oft in großen Be- .ständen bis zur Höhe von 1300 Metern. In Kamerun sollen annähernd 20 Mill. Ölpalmen stehen. Seit 1908 begann die Gesellschaft ihre Bestände im Umfang von etwa 220000 Bäumen zu pflegen und zur Gewinnung von Palmöl und Palm- kernen heranzuziehen. Die wild wachsenden Ölpalmen wurden pflanzungsgemäß aufgeforstet und die Früchte maschinell verarbeitet. Die Gesellschaft gedachte die Erzeugung von Palmöl im großen zu be- treiben, da alljährlich auch in Kamerun unberechenbare Fruchtmengen unge- erntet zugrunde gingen. Nahezu unerschöpflich war bei der Masse der Ölpalmen die Erzeugung von Palmöl und Palmkernen und fast unbegrenzt die Absatz- möglichkeiten für die Erzeugnisse daraus, besonders an Speisefetten. Schon vor dem Kriege hatte in Europa die Nachfrage nach Fettstoffen gewaltig zugenommen, -7 - und da die heimische Viehzucht nicht genügend liefern konnte, wurde die Kunst- butter, zuerst aus tierischen Fetten, später aus Pflanzenfetten in Gestalt von Margarine, Palmin, Palmona usw. auf den Märkten stark begehrt. Nachdem es gelungen war, das Öl zu härten und minderwertiges zu verfeinern, machte die deutsche Ol- und Fettindustrie große Fortschritte und verarbeitete vor dem Kriege 90V.H. der aus Westafrika eingeführten Palmkerne zu Speisefetten, auch zu Seifen und Maschinenöl. Kamerun hätte den ganzen Bedarf Deutschlands an Öl und Fetten decken und noch große Mengen darüber hinaus beschaffen können. Mit Kautschukkulturen als Nebenkulturen wurden seitens der W. A. P. V. verschiedene Versuche gemacht. Die Massenerzeugung von Pflanzungskautschuk in den Malaienstaaten begann aber allmählich fühlbar zu werden und erdrückte jeden Wettbewerb. Auf Grund ihrer Vorstudien beabsichtigte die Gesellschaft später auch den Tabakbau zu betreiben. In Kamerun ließ sich ein hellfarbiger, leichter, gut brennbarer Deckblatt-Tabak erzeugen, wie ihn die deutsche Zigarrenindustrie in erheblichen Mengen verarbeitet und aus Sumatra bezieht. Kameruns Tabak hätte das Monopol Sumatras durchbrechen können. Von Kameruns Reichtümern an wertvollen Nutzhölzern (Mahagoni und Bongossi- oder Eisenholz) entfiel ein stattlicher Teil auf den Besitz der Gesellschaft. Als eine Aufgabe praktischer Kolonisationsarbeit betrachtete die Gesellschaft auch die Erziehung der Eingeborenen zur Arbeit und förderte hierbei die Ent- wicklung des ganzen Schutzgebietes. Aus eigenem Interesse war sie bemüht, sich einen Stamm gesunder, zufriedener und anstelliger Arbeiter zu schaffen. Als die Gesellschaft Gewinn abzuwerfen begann, verwendete sie einen Teil zu .■\rbeiterwohlfahrtszvvecken und errichtete, vielleicht einzig dastehend in Afrika, Arbeiterwohnungen mit Aborten und Wasserversorgung. Ein Arbeitszwang wurde von den Europäerpflanzungen nicht ausgeübt. Vielmehr mußten mit den Arbeitern schriftliche Verträge mit eingehenden Bestimmungen abgeschlossen und von dem amtlichen Arbeiterkommissar genehmigt werden. Die Durchführung aller Arbeiter- schutzbestimmungen wurde amtlich überwacht. Nachdem die Eingeborenen die Mißwirtschaft der Mandatarstaaten in den deutschen Schutzgebieten kennengelernt hatten, wiederholten sie ihr Verlangen nach Rückkehr der deutschen Verwaltung. Die Gesellschaft erhält noch immer aus Kamerun Briefe ehemaliger schwarzer Angestellter mit der Anfrage, wann die Direktoren und Beamten endlich wieder zurückkommen. Auch andere deutsche Unternehmungen erhalten ähnliche Schreiben. Wie Hugh Clifford, Gouverneur von Nigeria, in der ..African World'" vom 29. Januar 1921 gestand, trauert man in Kamerun den Deutschen allgemein offensichtlich nach, allerdings nicht um ihrer selbst willen (wie die Befangenheit des Gouverneurs vorgibt), sondern weil das Deutschtum in der Volksauffassung identifiziert wird mit den Lebensbedingungen der Zeit vor dem Kriege, in Wirklich- keit, weil die Deutschen eine für die Eingeborenen fürsorgliche Verwaltung ein- geführt und ihr Vertrauen erworben hatten. Wären die Kameruner Neger wirklich mit der deutschen Herrschaft unzufrieden gewesen, so hätte es zumal während des Krieges nur eines Winkes ihrer Häuptlinge bedurft, um die ge- samten Deutschen, die wehrlos in ihre Hände gegeben waren, hinzuschlachten oder den Feinden auszuliefern. Nichts dergleichen geschah. Lassen sich gegenüber solcher Anhänglichkeit und Treue zur deutschen Sache, solchen Zeugnissen deutscher Kolonisationsfähigkeit die gegenteiligen Behauptungen der Gegner aufrechterhalten.-' — 28 — Als Engländer und Franzosen in Kamerun eindrangen, fanden sie da. wo vordem undurchdringlicher Urwald stand, am südlichen und westlichen Abhang des Kamerungebirges viele und große Europäerpflianzungen, im ganzen 40 Ge- sellschaften, die mit 18 000 Arbeitern über 115000 ha umfaßten, zu einem Drittel bebaut, überwiegend mit Kakao, aber auch mit Ölpalmen, Kautschukbäumen, Bananen, Kola, Tabak, Kaffee usw. Am 21. Januar 1897 wurde die W. A. P. V. begründet. Nunmehr hielt sie am 21. Januar 1922, also nach 25 Jahren, eine Versammlung in Berlin ab, in der ein Wiederaufbau an anderer Stelle be- schlossen wurde. Kamerun mußte leider aufgegeben werden. Ein hartes Geschick! Zu den deutschen Kolonialpionieren, die in einer Zeit, da sich das städtische Großkapital von kolonialen Unternehmungen zurückhielt, weitblickend und wage- mutig und mehr aus patriotischen als spekulativen Beweggründen ein großes koloniales Pflanzungsunternehmen ins Leben riefen, gehörten auch die Leiter der W. A. P. V. mit dem Prinzen Alfred Löwenstein-Wertheim-Freudenberg als Vor- sitzenden des Aufsichtsrats an der Spitze. Mit Stolz können die Leiter dieser Gesellschaft auf ihre erfolgreiche Arbeit, auf die glückliche Entwicklung ihrer Schöpfung, auf die Kameruner Pflanzungen zurückblicken, freilich auch mit Bitternis, denn was sie ohne irgendwelche Staatshilfe aus eigenen Mitteln als unantastbares Privateigentum geschaffen hatten, ward ihnen von Feinden mit Gewalt und ohne Recht genommen. Gerade die sichtlichen Erfolge deutscher Kolonisationsarbeit haben den Neid und die Gier der Feinde hervorgerufen. In einer knappen Denkschrift unter dem Titel „Was wir verloren haben"' mit hübschen Bildern Kameruns und der gesellschaftlichen Pflanzungen hat Wilhelm Kemner, seit 1900 der erfolgreiche Organisator der Gesellschaft, wertvolle Mit- teilungen aus der Praxis der Kolonisationsarbeit veröffentlicht und auch die neuesten kolonialpolitischen Vorgänge berührt. Mit Wilhelm Kemner ist zu hoffen, daß der Volksbund der Zukunft ein wirklicher Völkerbund, begründet auf Friede, Gerechtigkeit, Freiheit und Völkerselbstbestimmungsrecht in der Wegnahme der deutschen Schutzgebiete einen politischen kulturwidrigen F'ehler erkennen und auf dessen Wiedergutmachung hinwirken wird. !g3 Aus fremden Produktionsgebieten. {^ 3 Kapok in Mittel- und Südamerika. Im Novemberheft der in Tegucigalpa (Mittelamerika) erscheinenden Zeit- schrift „Revista Economica" wird darauf hingewiesen, daß man in Mittelamerika und den nördlichen Teilen Südamerikas noch zu wenig Wert auf rationelle Ge- winnung von Kapok legt, trotzdem dort mancherlei Arten des Kapokbaumes wild in großer Menge vorkommen. In der Tat nimmt die Verwendung von Kapok- wolle immer mehr zu, wenn es auch freilich noch nicht gelungen ist, die Kapok- faser als gleichwertig mit der Baumwollfaser zur Herstellung von Geweben zu verwenden. Bisher gebrauchte man vielmehr den Kapok im wesentlichen als Füllung von Kissen, Polstermöbeln und Matratzen. Nordamerika allein impor- tierte 12000 Tonnen Kapok im Jahre 1919. Am weitesten voraus in der Er- zeugung von Kapok ist man in Niederländisch- Indien, wo die einheimische Bevölkerung sich zugleich daran gewöhnt hat, das aug den Kapoksamen ge- wonnene Ol zur Speisebereitung in Gebrauch zu nehmen. China. Indochina. — 29 — • die Philippinen. Ceylon, Venezuela und Ecuador liefern weitere Quantitäten Kapok. Der größte Vorzug der Kapokwolle besteht in ihrer Leichtigkeit. Eine Matratze von 1,90 zu 0,80 m mit Kapokfüllung wiegt 8,3 kg, mit Wolle gefüllt 12 kg. Dazu kommt der Vorteil, daß man die mit Kapok gestopfte Matratze nur der Sonne auszusetzen braucht, um eine Kräuselung der Füllung hervorzurufen, so daß sich die Matratze wieder aufbauscht. Voraussetzung ist allerdings, daß die Kapokfasern nicht durch rohe Behandlung bei Einbringung der Ernte ge- brochen wurden. Diese sind nicht, wie zum Beispiel Flachs, bloße Faserstränge, sondern mehr als zylindrische Gebilde anzusehen, die als Inneres eine lose gelbe, fettig anzufühlende Masse haben, so daß sie mehr als andere Fasern gute Wärme- leiter sind, zugleich aber auch Ungeziefer, wie Läuse, fernhalten, weil die äußere Faserhülle einen wachsartigen desinfizierenden Überzug hat. Um die Kapokwolle, die den Kapoksamen umhüllt, aus den länglichen Fruchtkapseln zu entfernen und glattzuschichten, sind bereits verschiedene Maschinen erfunden worden. Auch dem Kapoksamen wendet man mehr Aufmerksamkeit zu wie früher. Er enthält außer dem Öl (18 bis 25 V. H.) auch StoflFe, die zur Viehfütterung und zur Seifenfabrikation geeignet sind Der Kapokbaum wächst sehr schnell. Be- reits nach vier Jahren gibt er Ertrag, der sich von da ab steigert. Als Unter- kultur in seinem Schatten können Kaffee. Kakao und dergleichen gebaut werden. Es schadet dem Baum nicht, wenn er in gewisser Höhe gekappt wird, damit man die Fruchtkapseln leichter abpflücken kann. Auf Java nimmt man bei der Ge- winnberechnung als Basis das Gewicht der getrockneten Kapokfrucht und rechnet als Reingewinn auf 30V.H. des Wertes. Für Mittel- und Südamerika, wo die Beschaffung billiger Arbeitskräfte mehr auf Schwierigkeiten stößt, wird man durchschnittlich geringeren Reingewinn ansetzen müssen. Immerhin wird man nicht fehlgehen, wenn man veranschlagt, daß bei einer Bepflanzung von 50 ha mit 400 Bäumen im Jahr die Unkosten im vierten Jahr bereits gedeckt und um ^1--, überschritten werden. Die Jahresausfuhr Ecuadors an Kapokfaser beträgt bereits 200 000 engl. Pfund. Bei Anlegung regelrechter Kapokfarmen in Größe von etwa 500 ha würde der Ertrag der Bäume sich bedeutend steigern lassen, wie sich das bei Gewinnung von Kautschuk von kultivierten Bäumen im Vergleich zur Anzapfung w^ildwachsender Bäume gezeigt hat. Baumwolle in Algier. Die Baumwollindustriellen aus der Gegend von Ronen haben die Initiative ergriffen, um die Baumwollkultur in Algier zu entwickeln. Nach dem „L^Avenir Textile"' haben sie eine Studienkommission hinausgesandt, die die Anbauverhältnisse in Verbindung mit der ., Association Cotonniere Coloniale"' an Ort und Stelle prüfen soll. Die Gegend von Biskra hat vor allen Dingen die Aufmerksamkeit dieser Kommission erweckt; die dortigen Kulturen stehen in verschiedenen Stadien der Entwicklung, und man glaubt schon ein günstiges Resultat voraussagen zu können. Das Klima ist für den Anbau der Baumwolle sehr günstig, da sie dort €ine gute Reife erlangen kann, ohne Frühjahrs- und Herbstfröste fürchten zu müssen. Das einzige Hindernis besteht darin, daß man vorläufig noch mit Be- wässerungsschwierigkeiten zu kämpfen hat, da das vorhandene Wasser von den Dattelpalmenpflanzungen der Oase verbraucht wird. Immerhin hat man seit einigen Jahren eine ganze Reihe von neuen artesischen Brunnen gebohrt, und einige davon geben einen erheblichen Überfluß an Wasser, Hiervon wird ein ganzer Teil noch nicht nutzbringend verwandt, und obwohl eine Menge von " 3^ - neuen Üattelpalmenpflanzungen angelegt worden ist, so könnte man doch daneben eine erhebliche Ausdehnung der Baumwollkultur herbeiführen. Tatsächlich ge- braucht ja die Dattelpalme 12 bis 15 Jahre, um in vollen Ertrag zu kommen, während die Baumwolle als einjährige Kultur regelmäßig am Ende des achten Monats Erträge bringt. Die Grundeigentümer scheinen sich für die Aufnahme dieser Kultur interessieren zu wollen, und man wird ihnen neben Beratungen. Ginanlagen zur Verfügung stellen und auch für den Verkauf ihres Produktes eine Garantie übernehmen. In den Oasen von Biskra und Lechana existieren schon einige gutgehende Baumwollunternehmungen. Die in Frage stehende Studienkommission hat beschlossen, in dieser Gegend eine Versuchspflanzung mit dem nötigen technischen Personal anzulegen und ebenso eine Ginanlage aufzustellen. Diese Pläne sind um so mehr interessant, als das Gebiet, welches unter Kultur genommen werden soll, in neuerer Zeit absolut- nichts hervor- gebracht hat. während es von den Römern jedenfalls stärker besiedelt und aus- genutzt worden war. Es mag noch erwähnt werden, daß für den Abtransport von Biskra zwei große Eisenbahnlinien vorhanden sind. Die Baumwolle im Südwesten von Madagaskar. Nach verschiedenen fehlgeschlagenen Hoffnungen hat es tatsächlich volle fünfzehn Jahre gedauert, bis sich die Kultur der Baumwolle auf Madagaskar eingebürgert hat. Schon seit undenklichen Zeiten kommt die Baumwolle in verwildertem Zu- stande an vielen Punkten der Insel vor, so im Zentrum, dem Nordwesten und Süden, und die Eingeborenen beuten sie auch schon seit langer Zeit aus. Den klimatischen Bedingungen nach könnte die Baumwollkultur */ö Boren 'Treckzelle. @ Wollene Decken aller Art ^P Lieferant für staatliche und städtische Behörden, Expeditionen, Gesellschaften. ^^ lllustr. Zelt-Kataloge frei. — Telegramm-Adresse: Zeltreichelt Berlin. Bernhard Hadra Mcdizinisch-pharmazeutischeFabrikundExport ■pirpT TM P O Spandauer Str. 40 und ljE-J\JL»li>< \^ £t Neue Fricdrichstr. 59 Klinisch erprobte Spezialpräparate linilllMllllllllllil'IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIinUIIIIIIIIIIII.IIIIIIIIMIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllMIIII Urtiarsyl Sterilisierte Baradiol Speziflkum gegen Gicht auf; AUfiiKprlfiilin- , Barium sulfuric. absol. puriss. der Grundlage von arseuiger } r^m-uuciivuiiii 'nach Prof. Bachern, Bonn. Säure und Ameisensäure in Triielf tionen in ge- '• Schattengebendos Kontrast- imniinon nach «oh. SanitätS- *»*)»'"•»■*'-' »*^»* => l .„it-foi fy;^ ,1ia PrtnttTAnnlnirin brauchsfertigen Ampullen nach Dr. W. Holdheim, Spe- zialarzt für Lungenleidende Ampullen-Präparate i (früher Davos), zur ambu- für Aerzte, Zahnärzte, Tier- • lauten Behandlung der Tn- ürzte Marke „Behamed" i berkuloso. Ampullen nach Geh. Sanitäts- rat Dr. Gemmel, Badearzt in Bad Salzschlirf. mittel für die Röntgenologie. Gebrauchsfertige Packungen. Tabletten in Original- gläsem und in oser Packung Marke „Behamed". Tropen-Apotheken für Aus- ) Oyaonalvt-Salhp ^a»" Behandlung der i Man verlange. Wanderer, Farm-Apotheken »-'Zaenaiyi oaioe trockenen Nasen- fünfsprachige und Expeditions- Apotheken. I und Rachenkatarrhe, speziell der Ozaena. | Exportliste. Branchekundige Vertreter gesucht Deutscher Afrika DienstI WoerDiann-Linie A.-G. Deutsche Ost-lfrika-Linie Hamburg-Anierika-Linie ^^»'iftV Hamburi-Bremer Afrika-Linie L-G. RegelmäBiger Passagier- und Frachtdampfer- Dienst zwischen Hamburg und West-, Südwest-, SOd- u. Ost-Afrika UasaltrhrtcheBe U^ergeldlrele GfileranaaluB* Is Hamburg Bremen Ptttrscnkai, Scbapp. 27 j Haieo t, Schuppts 1 Nihtrt Aoskanit wegen Fracht uad Passage erteilea ia Hamburg Woermann-Linie A.-G. u."> Afrika- Deutsche Ost- Afrika-Linie/ haus Bremen Hamburg-Bremer Afrika-Linie A.-G. Berlin Gustav Pahl, G. m. b. H„ Neustadt. Kirchstraße 15, NW7. 1= Ili TT Jll. ■ Erfurter Oemflse- u. Blumen-Samen Probe-Sortiment von 30 best. Sorten inkl. tropensich. Verp. 45 M. überallhin franko. Blld«rreieber deutscher Samen-Katalog (auch kl.tpanitelMPreisl.) geeen Rückporto postf r. von d. Handelssärtnerei ^userb^'U in IK .ilfin^ isch-Indien und auf den Philippinen, Dr. W. P. 3ruck. Preis M 1U, -. Prakttf-Hr Anleitung zu- Kultur der Sisalagave in Deutsch -Ostafrik«, r Vr F. Bruc^. Preis M 2,-. Krieg >^ i und überseeische Rohstoffe, Dr. Fr. Benj. Schaeffer. Preis mit \Veltfoh$to fkarten M 9,—, ohne Karten M 7,—. Die We!ter£«?ugu!tg von t ebensmitteln und Rohstoffen und die Versorgung OeutwhtKnd«! In 4et Vergangenheit und Zukunft, Dr. A.SchuIte im Hofe. ?*rci8 Mo,-. Kann -'ns MesopO!«iisi ti^=v eigene Kolonien ersetzen?, Emil ZimmermaniL $ 80 Pf. Syrier, sIs Wirtscbaitsgebiet, Dr. A. Ruppin. (Vergriffen.) Deutsi -t«ds kolOKi&iie i-^ot, Dr. Karstedt. Preis M 2,—. Farbige Hilfsvölker. Die militärische Bedeutung von Kolonien für unsere nationale Zukunft, Major H. Fonck. Preis M 1,—. Kolonie und Flotte, Kontreadmiral z. D. Schlieper, Preis M 1,—, Deutschlands Holzversorgung nach dem Kriege und die tropischen Edelhölzer, Emil Zimmermann. Preis M 6,—. Das Ende deutscher Kolonialwirtschaft, Dr. Wilh. Supf. Preis M 4,- . Sämtlich zu beziehen durch die Geschäftsstelle des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees, Berlin W33, Potsdamer Straße 123 >; Ernst Siegfried Mittler and Sohn, Bnchdruckerei G. m. b. H., Berlin SW68, Koch£tra8e 68—71 ihrgang. Nr. 3/4. März/April 1922. DER * TROPENPFLANZER lläA ,/^^. Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschait Herausgegeben von O. Warburg und W. Busse Inhaltsverzeichnis. Th. Marx und A. Zimmermann, Über das Klebrigwerden des Kautschuks, S. 35. Dr. J. C. Th. Uphof, Der Loquat (Eriobotrya japonica) in den Vereinigten Staaten, S. 41. W. Busse, Die Gewinnung von türkischem Tabak in den Tropen, S. 43. Ferdinand Nevermann, Das Baisaholz, S. 49. Dr. B. P. Reko, Nutz- und Edelhölzer Mexikos (Schluß), S. 52. Dr. Willy Müller, Die Hanfknickmaschine Shely, S. 56. Koloniale Gesellschaften, S. 58, Ostafrikanische Gesellschaft „Südküste" G. m. b. H. zu Beriin. — Lindi-Kilindi-Gesellschaft m. b. H. zu Berlin. — Ostafrikanische Palmenpfianzungs- gesellschaft m. b. H. zu Berlin. Aus ehemals deutschen Kolonien, S. 59, Baumwollbau im ehemaligen Deutsch-Ostafrika. Aus fremden Produktionsgebieten, S. 60, Baumwolle. — Reis. — Zucker. - Ölsaaten und Öle. Kakao. Kaffee. — Tee. — Kampfer. Vermischtes, S. 65, Ein neuer Teeschädling auf Java. Ein neuer Textilstoff. Neue Literatur, S. 66. Deutscher Kolonialtag in Berlin, S. 67. Marktbericht, S. 67. Nacbdrock aod Ubereetzang aar mit Qnellenangabe gestattet Erscheint monatlich. Bezugspreis jährlich 50 Mark, einschließlich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte' Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" Berlin W35, Potsdamer Str. 123. Im Verlage des Koloniid-liNrtscIioRllchen KomiteK Berlin W35, Potsdamer Straße 23 — ^■^^^■—^—^i— erscheinen fortlaufend: ^^— — ^^—^i^i^M Der Tropenpflanzer, Zeitschrift für tropische Landwirtschaft mit wissenschaff liehen und praktischen Beiheften, monatlich. 1922. XXV. Jahrgang. Preis M 50, — jährlich. Deutsch-koloniale BaumwoU-UnternehmungeR. Bericht I— XVII, Karl Supf Verhandlungen des Vorstandes des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitee«. Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission. Verhandlungen der Kolonial -Technischen Kommission. Verhandlungen der Kautschuk- Kommission. Verhandlungen der Ölrohstoff- Kommission. Sonstige Veröffentlichungen des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees: Wirtschafts-Atlas der Deutschen Kolonien. Zweite, verb. Aufl. Preis MIO,— . Samoa- Erkundung, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wohltmann. Preis M 4,50. Fischfluß -Expedition, Ingenieur Alexander Kuhn. Preis M 4,— . Wirtschaftliche Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördlichen Deutsch-Ostafrika, Paul Fuchs. Preis M 8,—. Die wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn, Paul Fuchs. Preis M 6, — . Die Baum wollfrage, ein weltwirtschaftliches Problem, Prof. Dr. Helfferich, Wirkl. Legationsrat a. D. Preis M 2, — . Die wirtschaftliche Bedeutung der Baumwolle auf dem Weltmarkte, Eberhard von Schkopp. Preis M 3,—. Die Baumwolle in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M 3,—. Die Baumwolle in Ägypten und im englisch-ägyptischen Sudan, Moritz Schanz. Preis M 10,—. Die Baumwolle in Ostindien, Moritz Schanz. Preis M 6,—. Die Baumwolle in Russisch-Asien, Moritz Schanz. Preis M 8,—. Baumwoll-Anbau, -Handel und -Industrie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M 6,—. Plantagenkulturen auf Samoa, Prof. Dr. Preuß. Preis M 3,—. .Deutsche Kolonial-Baumwolle, Berichte 1900—1908, Kari Supf. Preis M 8,—. Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft Preis M 4,—. Koloniale Produkte, Erläuterungen zu der Schulsammlung. Preis M 1,50. Anleitung für die Baumwollkultur in den deutschen Kolonien, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M 4, — . Auszug aus der Anleitung für die Baumwollkultur, Deutsch-Ostafrika, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M 2, — . Die Guttapercha- und Kautschuk-Expedition des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees nach Kaiser Wilhelmsland 1907—1909, Dr. R. Schlechter. Preis M 10,—. Der Faserbau in Holländisch-Indien und auf den Philippinen, Dr. W. F, Brück. Preis M 10,—. Praktische Anleitung zur Kultur der Sisalagave in Deutsch -Ostafrika, Prof. Dr. W. F. Brück. Preis M 2,—. Die Welterzeugung von Lebensmitteln und Rohstoffen und die Versorgung Deutschlands in der Vergangenheit und Zukunft, Dr. A. Schulte im Hofe. Preis M 6,—. Das Ende deutscher Kolonialwirtschaft, Dr. Wilh. Supf. Preis M 4,— . '""^ s-aS,«;^. mo«'^'^ Fr, Haake, Berlin NW 21 ^^^^ Kolonial -Maschinenbau. ^^^^ Maschinen und Anlagen zur Gewinnung von Palmöl und Palmkernen, preisgekrönt infolge öffentlichen Preisausschreibens vom Kolonial -Wirtschaftlichen Komitee. Neues Trockenschälverfahren für die Ölpalmfrüchte, ermöglicht bei erheblicher Verein- fachung der Anlage und Abkürzung des Arbeitsprozesses die Erzielung iettsäurearmeii Palmöls, für Speisezwecke geeignet. Patentiert in allen interessierten Ländern. Sämtliche Maschinen zur Olgewinnung aus Ölsaaten. Kokosnuß - Entiaserungs- und Spaltmaschinen, Kokosileischreiben. Kopra -Trockenanlagen (Kanalsystem mit autom. Trockenluftzirkulation). Erdnuß -Enthülsungs- und Separiermaschinen, Enthäutungsmaschinen. Schrot- und Feinmahlen, Maisbrecher, Reisschähnaschinen, Siebwerke. Baumwollgins mit Walzen und Sägen, Kapok- Entkörnungsmaschinen. Hanigewinnungsmaschinen, Raspadoren und automatisch arb. „Roland". Ballenpressen, hydraulische und mechanische, für Hand- und Kraftbetrieb. ^Ö Es zeiglo sich bei diesen Versuchen, daß i)ei geniagend langer Be- lichtung alle Proben klebrig wurden. Bei einzelnen Proben war das Klcbrig- werden schon nach ein bis zwei Tagen deutlich zu konstatieren, während e- bei anderen erst nach mehreren Tagen eintrat. Wurden die Proben dann noch längere Zeit dem Sonnenlichte ausgesetzt, so verschwand allmählich die Klebrigkeit an der Oberfläche, im Innern blieb sie aber immer mehr oder weniger vorhanden, wahrend der Nerv ganz oder fast ganz verschwunden war. Es erscheint sehr wahrscheinlich, daß wir es hier mit zwei verschiedenen Oxydationsstufen des Kautschuks zu tun haben, von denen die niedere eine halbflüssig klebrige, die höhere eine mehr feste lackartige Konsistenz besitzt. Für die Praxis erscheint es von besonderer Wichtigkeit, zu wissen, ob mit gewissen Reagentien koagulierter oder in bestimmter Weise präparierter Kautschuk bei intensiver Belichtung besonders zum Klebrigwerden neigt. Deshalb unternahmen wir einen quantitativen Versuch, um, soweit dies in den Grenzen der Möglichkeit liegt, Aufschluß darüber zu erhalten, in wie langer Zeit Kautschuk, der mit verschiedenen Reagentien koaguliert war, durch intensive Belichtung angegriffen wird. Zw'ecks Beschleunigung des Versuches arbeiteten wir in reinem Sauer- stoff in der folgenden Weise: Von trockenen Crepes, die durch Koagulation des Milchsaftes mit den unten genannten Substanzen und Säften hergestellt waren, wurden Stücke von gleicher und möglichst geringer Dicke sowie 1,5 cm Breite und 4,4 cm Länge in Glasröhren, die mit Sauerstoff gefüllt waren, eingeschmolzen. Diese Proben wurden dann nebeneinander stets zu gleicher Zeit dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt und am Ende eines Be- lichtungstages daraufhin untersucht, ob die eine oder andere Probe in- zwischen vollständig klebtig und zum Teil verflüssigt war. Auf diese Weise wurden die folgenden Resultate gewonnen: Nr. der Probe K o a g u 1 a n s Vollständig klebrig und zum Teil verflüssigt nach I II III IV VI VII VIII IX X XI Gemisch von Chlorkalzium 2",g und Mwengere- kraut ') 2400 g auf 9 Liter gekocht") .... Chlorkalzium 2 % Essigsäure 3 % Madanzisaft-) (gefaultj i Teil zu 3 Teilen Wasser Mwengere-Essigsäuregemisch (2prozentige Essig- säure und 2400 g Mwengerekraut auf 9 Liter gekocht) Madanzi-Mwengeregemisch (Madanzisaft i'/a Liter, Mwengeresaft 1^/3 Liter und 472 Liter Wasser) Madanzi (i Teil Saft zu 3 Teilen Wasser) . . . Essigkarbolsäuregemisch 0,3 zu 0,6 ^Jq . . . . Mwengeresaft (kalt ausgepreßt) Mwengere- Essigsäure -Madanzigemisch (4 Liter Mwengereextrakt, i Liter Madanzisaft und 40 cm Essigsäure) Kalk 3 7.) 25,50 Stunden 76.20 76,20 89,20 89,20 94,20 98,50 98.50 98,50 98,50 . nach dieser Zeit wohl vollständig klebrig, aber nicht verflüssigt *) Das unter dem Eingeborenennamen „Mwengere'' bekannte Kraut stammt von Cissusarten. ^) Madanzi — die bittere Orange-Citrus Aurantium amara L. — 37 — Das Mwengerekraut wurde den Koagulantien zugesetzt, um festzu- stellen, welchen Einfluß dieser Zusatz auf die Empfindlichkeit des Kaut- schuks gegen Klebrigwerden durch Belichtung hat. da auf mehreren Pflan- zungen beobachtet worden war, daß der unter Verwendung von Mwengere und Chlorkalzium gezapfte Kautschuk überaus empfindlich war. Es hat sich nun in überraschender Weise gezeigt, daß Mwengerekraut, den Chlor- kalziumlösungen zugesetzt, die Empfindlichkeit des Kautschuks gegen Be- lichtung ganz gewaltig erhöht (ebenfalls gegen Wärme, vgl. Kapitel 3), und zwar auf etwa drei der für Chlorkalzium oder Essigsäure nötigen Zeit (vgl. vorstehende Tabelle). Bei den anderen Zapfmitteln. Essigsäure und Ma- danzisaft, scheint das Mwengerekraut in bezug auf Klebrigkeit ohne reduzierenden Einfluß zu sein, wie denn auch Mwengeresaft ohne Zusatz einen weniger empfindlichen Kautschuk liefert. Worauf der nachteilige Ein- fluß der Chlorkalzium-Mwengeremischung zurückzuführen ist, ob auf Oxy- dasen, Peroxydasen, Bakterien oder dgl. bedarf noch der Aufklärung und soll später untersucht werden. Daß das Chlorkalzium-Mwengeregemisch übrigens der Grund für das auf vielen Pflanzungen aufgetretene Klebrigwerden ist, geht schon daraus hervor, daß diese Pflanzungen jetzt, nachdem sie den Mwengerezusatz ab- geschafft haben, nicht mehr unter klebrigem Kautschuk leiden. Was das Klebrigwerden des trockenen Kautschuks durch Belichtung angeht, so stehen nach obiger Zusammenstellung die mit Chlorkalzium oder Essigsäure gewonnenen Produkte||>auf gleicher Empfindlichkeitsstufe, dann folgen von den gebräuchlichen Koagulantien Madanzisaft und Essigkarbol- säure. Kalk, der aber für die Praxis zur Koagulation allein nicht genügt, ergibt den am wenigsten empfindlichen Kautschuk. 2. Einfluß des Sonnenlichtes auf nassen Kautschuk. Von einzelnen Pflanzern wurde die Ansicht vertreten, daß der Kaut- schuk dadurch klebrig werden könnte, daß die Zapfer ihre Bälle oder Fladen, während sie wieder weitere Bäume anzapfen, dem direkten Sonnenlichte aussetzen, was ja in der Tat namentlich dann, wenn die Bäume ihre Blätter abgeworfen haben, leicht geschehen kann. Um die Berechtigung dieser An- nahme zu prüfen, haben wir eine Anzahl von Versuchen angestellt, durch die der Einfluß des Sonnenlichtes auf nassen Kautschuk festgestellt werden sollte. Versuche dieser Art sind, soviel uns bekannt geworden, von anderer Seite bisher nicht durchgeführt worden. Von Fickendey wurde nur nachgewiesen, daß trockener Kautschuk, wenn er unter Wasser dem Sonnen- licht ausgesetzt wurde, nicht klebrig wird. Es wird dies von Fickendey darauf zurückgeführt, daß unter Wasser der zur Oxydation des Kautschuks erforderliche Sauerstoff von demselben ferngehalten wird. Von anderen Autoren wurde auch die Ansicht vertreten, daß Kautschuk, der noch eine gewisse Menge Wasser enthält, weniger leicht verdirbt als völlig trockener. Um nun diese Frage, soweit sie für die Praxis von Bedeutung erschien, zu prüfen, wurden die nachfolgenden Versuche angestellt. Zunächst wurde mit 2%iger Chlorkalziumlösuilg koagulierter und um Stäbe abgenommener Kautschuk teils am Stabe der direkten Sonne aus- gesetzt und dann die belichtete Seite markiert, teils die abgeschnittenen Stab- platten ebenso behandelt. Zur Kontrolle wurde außerdem je eine Hälfte vor der Sonne geschützt. Nach Beendigung des Versuchs wurde der Kaut- 4* — 3« - -schnk (ihnc jede weitere Bchaiidlniig getrocknet. Die Belichtungszeiteii waren i, 1^/4, 2, 5%, 7V4 und 12 Stunden. Nach etwa sechs Wochen waren die Proben trocken und konnte an keiner einzigen auch nur eine Spur von KleJjrigkeit festgestellt werden, auch nicht nach weiteren zwei Monaten. Allerdings waren die Proben äußerst unansehnlich, sie waren mehr oder weniger dunkel verfärbt und sahen teilweise wie lackiert aus. Letzteres ist höchstwahrscheinlich auf die beim 'I'rocknrn stattfindende Serumaus- scheidung zurückzuführen. Bei drei anderen Versuchen wurde der Kautschuk zuerst auf der Waschwalzc mit viel Wasser gemangelt und dann i, 2, 4, 6 und 8 Stunden gesonnt. Das Resultat war jedoch das gleiche wie bei dem vorigen Versuch. Ein weiterer Versuch wurde in der Weise ausgeführt, daß der Kaut- schtüc direkt je 6 oder 16 Stunden gesonnt wurde; dann wurde er 24 Stunden gewässert und hernach z.T. so getrocknet, z.T. vor dem Trocknen zuerst gewalzt oder gewaschen. .\lle Proben waren ebenfalls bis auf Aussehen und Farbe unverändert. Nach diesen Versuchen kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der n o r m a 1 e Kautschuk, wenn er auch während des Zapfens einige Stunden dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, dadurch nicht klebrig wt^rden kann. Dennoch erscheint es ratsam, eine Besonnung auch bei dem feuchten Kaut- schuk möglichst 7.U vermeiden, da hierdurch die Farbe nachteilig beein- flußt wird. 3. Einfluß d e» W ä r m e. Von verschiedenen P'orschern, so von Schidrowitz und Gort er, wurde bereits nachgewiesen, daß Kautschuk durch Erwärmen leicht klebrig wird. Wir haben nun speziell auch mit Kautschuk von Manihot Gla- ziovii diesbezügliche Versuche angestellt, und zwar arbeiteten wir so, daß wir die mit verschiedenen Zapfmitteln gewonnenen Kautschukproben, stets nebeneinander, im Thermostaten aufgehängt eine bestimmte Zeit auf die gleiche Temperatur erhitzten. Auf diese Weise wollten wir Gewißheit darüber erhalten, inwiefern .die im Gebrauch befindlichen Koagulantien von Einfluß auf das durch Wärme hervorgerufene Klebrigwerden sind. Wir haben eine größere Anzahl von Versuchen ausgeführt, und zwar wurden die Proben je 64. 72 und 96 Stunden auf 60° C. erwärmt. Jeder Versuch wurde zweimal in dieser Weise aus- geführt. Wenn die Resultate dieser Versuche auch hin und wieder in mäßigen Grenzen schwankten, so ergaben sich doch im Durchschnitt für Crepes die nachstehende Empfindlichkeitsskala, in der i die geringste und 6 die größte Empfindlichkeit (vollständig klebrig und zerflossen) bedeutet, dazwischen liegen die Übergangsglieder. Koagulans Empfindlichkeit Essigsäure Madanzisaft i Chlorkalzium 2 Essigsäure-Mwengere: Madanzi 3 Mwengere; Essigkarbolsäuregemisch; Essigsäure-Mwengere; Madanzi gefault; Madanzi-Mwengere 4 5 Chlorkalzium-Mvvengere .6 e -- 39 — Auch aus diesem Versuche geht ebenso wie aus dem Suiiiieu-Sauer- stoffversuch (vgl. Kapitel i) hervor, daß der mit einem Chlorkalzium-Mwen- geregemisch koagulierte Kautschuk gegen Wärme ganz außerordentlich empfindlich ist. wie denn auch bei einem A'crsuch im Thermostaten von drei- tägiger Dauer und kaum 50° Wärme dieses Produkt vollkommen klebrig war. Es ist demnach verständlich, wenn derartiger Kautschuk in Hamburg manchmal ganz zusammengelaufen ankommt. Dies dürfte besonders der Fall sein, wenn die Transportkisten an heißen Tagen durch die Sonne trans- portiert werden oder im Verfrachtungshafen an dieser lagern oder endlich in einem warmen Schiflsraum verstaut werden. Wie hohe Temperaturen hierbei tatsächlich auftreten, konnten wir allerdings bisher nicht messen oder in Erfahrung bringen. Bei dem Chlorkalzium-Mwengere-Kautschuk genügt etwa Vs der Temperatur und Zeit, die für normalen Kautschuk notwendig ist, um diesen in die gleiche klebrige Masse überzuführen, ja normaler Kautschuk wird bei Temperaturen, bei denen die mit Chlorkalzium-Mwen- gere koagulierten Produkte zerfließen, überhaupt nicht angegriffen, wie denn auch Essigsäure- und Chlorkalzium-Kautschuk die Empfindlichkeit i und 2 zukommt, während Chlorkalzium-Mwengere-Kautschuk mit 6 einsteht. 4. Einfluß strahlender Wärme. Daß strahlende Wärme während und nach dem Tiockenprozeß den Manihot-Kautschuk klebrig macht, wurde von uns zuerst beobachtet. Wir hängten für diesen Zweck präparierte nasse gewalzte Kautschuk- fladen von IG cm Breite und 80 bis 100 cm 'Länge* über etwa 6 bis 10 cm breite Bretter, die in 20 bis 40 cm Entfernung an einem dem direkten Sonnen- licht ausgesetzten Wellblechdache angebracht waren. Die Fladen wurden so aufgehängt, daß die beiden herunterhängenden Enden gleich lang waren. Wir beobachteten nun, daß die der strahlenden Wärme am meisten aus- gesetzte Stelle des Fladens in der Breite der darunter befindlichen Bretter, und noch etwas über diese hinaus, im X'erlaufe des Trockenprozesses immer mehr klebend wurden, bis sie zum Schluß nur noch eine auf dem Holz kle- bende Masse bildeten. Der andere Teil des Kautschuks, der herunterhing, zeigte in einiger Entfernung von der klebrigen Stelle keine bzw. an einigen Stellen nur eine ganz geringe Klebrigkeit. Aus dem Gesagten geht hervor, daß strahlende Wärme, durch Be- sonnung eines Wellblechdaches hervorgerufen, den Kautschuk stark angreift und klebrig macht. Es dürfte sich also bei Wellblechtrockenschuppen empfehlen, unter dem Dach und an den Wänden einen Holzbeschlag oder wenigstens einen solchen von Matten anzubringen, und zwar so, daß zwischen Beschlag und Wellblech etwa 10 bis 20 cm freibleiben zur Zirkulation und Ableitung der Wärme. Wir haben in Amani eine derartige Bekleidung mit Matten (Njamvi) vorgenommen und seit dieser Zeit ein Klebrigwerdcn. wie das oben beobachtete, nicht mehr auftreten sehen. 5. Starkes Walzen des trockenen Kautschuks. Daß durch starkes Walzen des trockenen Kautschuks dieser sehr an Elastizität verliert, wurde bereits von zahlreichen .Autoren angegeben \'on Gort er wurde auch mitgeteilt, daß ein Hevea-Crepe, der hundertmal durch eine glatte Walze getrieben war, an der Oberfläche Klebrigkeit zeigte. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß bei diesem Klebrigwerden in erster Linie die mit dem starken Walzen des Kautschuks verbundene Erwärmung des- — 40 — belben eine Rolle gespielt hat. Da wir nur über zwei Waschwalzcn ver- fügten, die mit Menschenkraft getrieben wurden, war es nicht möglich, den Kautschuk so stark zu walzen, daß dabei eine erhebliche Temperatur- erhöhung stattfand. Durch die nachfolgenden Versuche kann also nur die Frage entschieden werden, ob durch oft wiederholtes Walzen allein ein Klebrigwerden eintritt. Bei dem ersten Versuche wurde mit Essigsäure koagulierter Kautschuk um Kugeln abgenommen, die zerlegten Kugel-Schalenstücke 24 Stunden gewässert und hernach auf der Waschwalzc gewaschen; das dünne Fell wurde dann an einem kühlen Orte getrocknet und nach vier Wochen, nach- dem es vollkommen trocken war, dreißigmal durch die eng gestellte trockene Walze gezogen. Das Fell erwärmte sich hierbei kaum, es war hellgelbbraun in der Farbe und durchsichtig und zeigte auch nach acht Monaten keine Spur von Klebrigwerden. Bei einem andern Versuch wurden zwei gewalzte, trockene Kuget- Schalenstücke eines Kautschuks, der mit 2% Chlorkalzium koaguliert war, aufeinander gewalzt und dreißigmal durch die gleiche trockene Walze ge- zogen. Der Kautschuk erwärmte sich kaum und ergab auch hier ein schönes dünnes Fell, das nach neun Monaten noch gut und nicht klebrig war. Ferner wurde von der gleichen Probe ein Fell naß, also gleich nach dem Waschen, drcißigmal durch die trockene Walze gezogen. Nach neun Monaten war dies ebenfalls noch gut und nicht klebrig. 6. Einwirkung v o*n Sand und R o t 1 e hm auf Kautschuk. Um Klarheit darüber zu erhalten, ob Sand oder Rotlehm, mit denen der Kautschuk oft verunreinigt ist, auf das Klebrigwcrden, desselben von Ein- fluß ist, unternahmen wir die folgenden Experimente, besonders da in der Praxis manchmal der Kautschuk an den Stellen klebrig wird, an denen Sand oder Erde eingeschlossen ist. Ein etwa sechs Jahre alter Baum wurde auf zwei Seiten je zweimal ohne Verwendung eines Koagulationsmittels nach der Stichelmethode an- gezapft, und zwar wurden die Stiche immer genau übereinander angebracht. Auf diese Weise erreichten wir, daß der Milchsaft auf geradem Wege* an dem Baume herunterfloß, wo er von kleinen Bechern, in denen sich größere Mengen von Sand oder Rotlehm oder ein Gemisch beider zu gleichen Teilen befanden, aufgenommen wurde. Das Reaktionsprodukt btachten wir dann durch ein- bis zweimaliges Walzen in die Form kleiner Fladen. Diese wurden an einem kühlen vor Sonne geschützten Orte zum Trocknen auf- gehängt. Bei den verschiedenen Proben zeigte sich mit fortlaufendem Trockeii- prozeß ein immer größeres Klebrigwerden, das nach neun Beobachtungs- monaten wie folgt charakterisiert wurde: Probe I. Kautschuk, nur Ixotlehm cnt- auf der ganzen Oberflächeschwach haltend klcbrii^. 11 . . . Kautschuk, nurSand enthaltend vollständig klebrig, \on honig- artiger Konsistenz. -. li! Kautschuk, Rotlehm und Sand vollständig klebrigundhonigartig. enthaltend , I\' . . Die Hälfie von Probe 1 auf der Fell L;ut. niclu klebrig. Waschwalze gewaschen — 41 — Da nicht ausgeschlossen ist, daß bei diesem Versuch die Koagulatious- arl eine Rolle gespielt hat, wurde bei einem anderen Versuche nach der Stichelmethode gezapft und teils mit 3% Essigsäure, teils mit 2% Chlor- kalzium koaguliert. Nach beendeter Koagulation wurde der Kautschuk in Ballform abgenommen und dann, um Sand und Rotlehm mechanisch mit dem Kautschuk zu vereinigen, in Sand oder Rotlehm oder in einem Gemisch beider umgedreht und hierauf von neuem zur Abnahme des koagulierten Milchsaftes benutzt. Hiernach wurden die Bälle in Scheiben geschnitten, in tiner Presse kurze Zeit in dünne Fladen gepreßt, 24 Stunden gewässert und' aufgehängt. Von allen Proben zeigten nur die mit Sand behandelten Klebrig- keit; die Resultate im einzelnen waren bei Abschluß des Versuchs nach 8% Monaten: A. Mit 2 % Chlorkalzium koaguliert : Kautschuk -f- Rotlehm gut, nicht klebrig, Kautschuk -f- Rotlehm -\- Sand .... gut, nicht klebrig, Kautschuk -j- Sand stark klebrig; Kautschuk ohne Zusatz .... . . gut. B. Mit 3% Essigsäure koaguliert: Kautschuk -\- Rotlehm gut, nicht klebrig. Kautschuk -U Rotlehm -|- Sand ... gut, nicht klebrig, Kautschuk -f- Sand schwach klebrig, Kautschuk ohne Zusatz gut. nicht klebrig. (Schluß folgt.) Der Loquat (Eriobotrya japonica) in den Vereinigten Staaten. Von Dr. J. C. Th. Uphof in Orlando, Florida, U. S. A. Loquat wurde ebenso wie andere subtropische Früchte der Alten Welt schon vor Jahrzehnten in Kalifornien angebaut, jedoch hat er auch jetzt noch keinen bedeutenden Handelswert, obgleich man gegenwärtig mit der Anpflanzung weiter gegangen ist. Dabei sind in den letzten Jahren gerade in Kalifornien verschiedene neue Sorten aus Asien eingeführt worden. Gegenden, wo Zitronen wachsen wollen, sind auch für den Loquat geeignet: er ist übrigens nicht schwierig betreffs der Auswahl des Bodens. Blüte und Entwicklung der Früchte fällt in die Monate Oktober bis Februar. Obgleich die Blüten unbedeutende Fröste überdauern, können die Früchte nur wenig Frost ertragen; es ist eigentümlich, daß den jungen Samen hierdurch eher geschadet wird als dem Fruchtfleisch. Die Bäume sind sehr fruchtbar, häufig selbst zu ertragreich. Deshalb werden sie oft ziemlich dicht beieinander gepflanzt, und zwar die Reihen auf 24 Fuß Abstand, die Pflanzen auf 12 Fuß. Durch dieae kleinen Abstände wird die Entwicklung etwas eingeschränkt und das Wachstum soll sich angeblich viel regelmäßiger gestalten. Zehnjährige Bäume geben bis 200 Pfund Früchte, während vier- bis tunf- jährige okulierte schon erfolgreich tragen. Einige der besten Sorten sind in KaUfornien entwickelt. Die beste Sorte für den frühen Markt ist E a r 1 y Red, welche schon gegen Februar reif ist, lanach kommen Thaies. Champagne, Victor und A d v a n c e. Das _ 42 — Sortieren dieses Obstes geht noch nicht so gut vonstatten, wie bei anderen Obstsorten. Nur wenige Farmen sehen nach Größe und Qualität der Früchte. Gleichförmiges gutes Obst würde viel mehr Geld einbringen, während da- schlechtere nur zu Konserven oder Jam benutzt werden kann. Der Loquat hat nur wenig Feinde unter Tieren und Pilzen, nur allein der Fear Blight (Bacillus a m y 1 o r o r u s) richtet im Frühjahr Nachteil an. Die besten Anpflanzungen Kaliforniens gibt es in den Grafschaften Ventura, San Diego, San Bernardino und vornehmlich in Orange. Im Norden und der Mitte des Staates gibt es keine wegen des zu häufigen Vorkommens von F"rösten. Gegen Hitze und Trockenheit hält die Pflanze bei nur wenig Bewässerung stand. Der Loquat wird meistens durch Okulieren und Pfropfen vermehrt. Als Unterlagen verwendet man in Kalifornien dazu Quitten- und Loquatsämlinge. ferner können auch Apfel, Birne, Crataegus oxyacantha und M e s p i 1 u s germanica dazu benutzt werden. Einige Baumschulen Kaliforniens verwenden nur allein Quitte, obgleich diese Art nicht den energischen Einfluß ausübt wie auf die Birne. Von der Quitte nimmt man am liebsten im Dezember Stecklinge von der Sorte Angers: im nächsten August oder September werden sie okuliert. Wenn auf Loquatsämlinge veredelt wird, tragen sie nicht selten im zweiten Jahr schon einige Früchte. Die Schwierigkeiten bei diesem Veredeln liegt nicht am Okulieren selbst, sondern darin, zur richtigen Zeit das obere Ende der Unterlage oberhalb der Veredlung abzuschneiden. Das soll im Frühling, wenn der Saftfluß anfängt, geschehen. Die großen Loquatsamen lassen sich sehr leicht aussäen, man wählt die Samen von kräftigen gesunden Bäumen; wenn sie etwas lange aufbewahrt bleiben müssen, so sollen sie in feuchten aber jedenfalls nicht zu nassen Sand gelegt werden, damit sie nicht austrocknen. Beim Aussäen kommt jeder Samen in einen Topf, sie werden vorher auch wohl in Land vorgekeimt, bevor sie in Töpfe kommen. Hierdurch erhält man mehr uniforme Pflanzen. Sie brauchen hierbei keine fruchtbare, sondern nur eine sandige Erdmischung. Auch säen einige Baumschulbesitzer die Samen ins Freie auf anfangs schattige Stellen aus, nachdem sie vorgekeimt waren. Von der Aussaat im April oder Mai erhaltene Pflanzen können nach etwa r',2 Jahren, also im Oktober und November, okuliert werden. Durch Pfropfen wird in Kalifornien viel weniger vermehrt, und deswegen lasse ich diese Methode außer Betracht. Die jungen veredelten immergrünen Bäumchen werden aus den Baum- schulen mit Ballen versandt; auf größere Entfernungen ist dieses Verfahren .sehr empfehlenswert. Unter solchen Umständen .sollen die Zweige auch stark zurückgeschnitten werden. Die besten Zeiten zum Ausptlanzen sind März und April wie auch September oder Oktober. Der dichte Abstand der Bäume voneinander, wie schon vorher gesagt, macht Zwischenkulturen schwierig. Wo nicht genügend Humus im Boden ist, wird im Winter oder im Sominer eine Papilionacee angebaut, wird aber nicht eher untergepflügt, als bis die Früchte geerntet sind. Diese Obstart wird ebensoviel bewässert wie die Apfelsinenplantagen: da sie ziemlich beständig gegen Trockenheit ist, kann es auch weniger sein. Da der Baum früh blüht, ja schon Anfang Oktober, so ist eine künstliche Bewässe- rung gerade vor dem Anschwellen der Blumenknospen zu empfehlen. Bezüglich des Baumschnittes hat man kein spezielles Verfahren ausgebildet. Okulierte Bäume bilden meistens regelmäßige Individuen, nur tote oder kranke Zweige werden entfernt, und solche, welche für eine gute Ausbildung des ganzen — 43 - Baumes von Nachteil sind. Ein wenig wird meistens in jedem Jahr ausgedünnt; die beste Zeit für den Schnitt ist im Sommer nach der Ernte. Da die Bäume sehr fruchtbar sind, sollen die Früchte ausgedünnt werden, was der Qualität und Größe zugute kommt. Häufig ist ein kleiner Frost ein guter Ausdünner, z. B. hatten die niedrigen Temperaturen im Winter von 191 2/13 den Erfolg, daß zwar weniger Loquats auf den Markt kamen, das Obst aber wie die Preise äußerst gut waren. Loquats werden gepflückt, wenn sie völlig reif sind und damit die größte Menge Zucker entwickelt haben. Die Früchte sollen niemals von dem Baum gerissen werden. Ein guter Arbeiter ist imstande 800 bis 1000 Pfund täglich zu pflücken. In der Orange-Grafschaft, wo es die meisten Züchter gibt, wird das Obst per Motorwagen nach Los Angelos geschickt, von wo es weiter versandt, wird, dabei wirken die Farmer in Kooperation zusammen. Der durchschnittliche Preis ist 5 Cents pro Pfund, die frühen Sorten brmgen aber auch bis 35 Cents ein: die beste Sorte „Thaies" bringt 10 Cents pro Pfund. Der finanzielle Ertrag ist je nach der \'erwaltung und Bewirtschaftung sehr ver- schieden. Es gibt Beispiele, in denen ein Acre 300 bis 500 ij Rohertrag einbringt. Eine 14 Acres große Anlage in der Orange-Grafschaft, wo die Bäume 12 : 24 Fuß voneinander stehen, lieferte 1912 6500 kg und 1913 wegen eines Frostes nur 4000 kg Früchte, in 1914 aber selbst 8000 kg. Die Gewinnung von türkischem Jabak in den Tropen. Von W. Busse. Im letzen Heft der „Mededeelingeu van het Besoekisch Proetstation" (Nr. 31, 1921) berichtet Dr. Arisz über Versuche zur Erzeugung von Ziga- rettentabak in Besoeki (Ost-Java). Diese Arbeiten dürften in doppelter Hinsicht besonderes Interesse beanspruchen: einmal, weil jeder derartige Akklimatisationsversuch mit Tabak überhaupt Beachtung verdient, und zweitens, weil die wichtigsten Bezugsquellen der Vorkriegszeit für orien- talische Tabake seit Jahren für manche Bezugsländer ganz oder teilweise gesperrt, stellenweise sogar — durch Zerstörung der Kultur — versiegt sind. Dem steht die gewaltige Zunahme des Zigarettenverbrauchs in der Welt gegenüber. Für die Versuche in Besoeki wurden zahlreiche X'arietaten und Rassen aus der europäischen und asiatischen Türkei, sowie einige aus der Herze- gowina, Griechenland und Nordamerika herangezogen. In erster Linie ging man von der Absicht aus, die besten türkischen Tabaksorten von anerkannt hohem Marktwert anzubauen. Dabei hat sich gezeigt, daß der Gewinnung eines feinen Produktes von dem bekannten Charakter der türkischen Tabake in Besoeki erhebliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Diese Schwierig- keiten ergeben sich teils aus ungenügender Kenntnis des türkischen Tabak- baues, teils aus den vom Ursprungslande so gänzlich abweichenden P^e- dingungen des dortigen Gebietes. Die Pflanzen entwickeln sich unter dem Klima Besoekis viel üppiger, und gleichzeitig verlieren die Blätter gewisse Eigenschaften, die den Marktwert des echten türkischen Tabaks bedingen. So gelang es aus Gründen der Witterung in Besoeki nur schwer, die Trock- nung regelrecht auszuführen und dabei die richtige gelbe Farbe zu er^ — 44 — /.leltji. Die Schwierigkeiten für die Einführung der neuen Kultur liegen auch auf wirtschaftlichem Gebiet. Bei dem dort ortsüblichen Tabakbau wird der Hauptwert auf die Quantität gelegt. Die türkischen Tabake geben geringere Erträge als die dort eingebürgerten Sorten, verlangen dabei aber mehr Arbeit. Infolgedessen steigen die Unkosten. Die Beurteilung der Produkte durch Tabakmakler in Holland lautete übereinstimmend dahin, daß der Besoeki-Zigaretten-Tabak zwar in der Farbe gut sei, jedoch nicht das dem türkischen Tabak eigene .\roma besitze und im Wert etwa gutem griechischen Tabak gleichkomme. Die Proben erzielten einen Preis von nur 50 bis 70 cts. pro Pfund, womit die Unkosten gedeckt wurden. In den letzten Jahren hat sich die Versuchsstation hauptsächlich mit liner aus Griechenland bezogenen Sorte ,,Reveni Almyro" und amerika- nischen Einführungen vom Bright-Typus befaßt. Erstere Sorte, der man besonderes Interesse zuzuwenden scheint, hat sich dabei nicht als ein- heitliche Rasse, sondern als ein Bastard erwiesen; bei der Aufspaltung er- gaben sich Formen, die genau dem Jakka-Typ glichen, wonach A r i s z an- nimmt, daß es sich hier um ein Gemisch von griechischen und türkischen Rassen handelt. Bei Betrachtung der mitgeteilten Versuchsergebnisse fällt vor allem die Angabe auf, daß die durchschnittliche Blattlänge bei ,,Reveni Almyro" 45 cm betrug, und die Pflanzen die Höhe des Deli-Tabaks und beinahe dessen Blattlänge erreichten! Das bedeutet im Vergleich mit den normalen Ausmaßen guter türkischer Sorten, wenn wir die Größe der Deli-Pflanzen zu 3 m annehmen, ungefähr ein Verhältnis von 3:1, wobei aber noch zu be- achten ist, daß in den besten Lagen der Türkei (z. B. Jakka, Karschi-Jakka und Ayassoluk) die durchschnittliche Höhe der Pflanzen noch unter i m und die durchschnittliche Blattlänge unter 15 cm zurückbleiben. Die in Besoeki festgestellten Dimensionen lassen also auf eine weitgehende Vergeilung, Avenn nicht gar völlige Entartung schließen. Ob diese Erscheinung auf Über- ernährung — „Reveni Almyro" verlangt nach Angabe des Bericht- erstatters einen reichen Boden — oder auf die klimatischen Bedingungen des Anbaugebietes zurückzuführen sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Ebensowenig, ob unter solchen Umständen das Hauptziel, ein dem tür- kischen Tabak ähnliches Produkt zu erzielen, in Besoeki überhaupt erreicht werden kann. Leider habe ich bei meinem Aufenthalt auf Java Besoeki nicht kennen gelernt. A r i s z beabsichtigt, die verschiedenen Böden seines Bereichs der Reihe nach durch Anbauversuche auf ihre Eignung für die einzelnen Rassen zu untersuchen. Im Hinblick auf die bekannte Bodenempfindlichkeit der Tabak- pflanze erscheint eine derartige systematische Vorprüfung durchaus am Platze. Bezüglich des Klimas fehlen leider verschiedene .Angaben, die für die Beurteilung der Versuchsergebnisse unentbehrlich ,'^ind, so vor allem über die Höhenlage der Versuchsfelder. Eine ausgesprochene Trockenzeit von drei Monaten, wie sie dort in den Monaten Juli — September herrscht, sollte bei richtiger Wahl der Aussaat- und Pflanztermine ausreichen, um die Reife und die Trocknung des Tabaks in der regcufrcien Zeit sich abspielen zu lassen. — Als Kenner des türkischen Tabakbaues und auch der Anbauverhält- — 45 - iiisse in den Tropen gestatte ich mir, hier mit einigen grundsätzlichen Be- merkungen anzuknüpfen. Die Frage, ob bei fortgesetztem Anbau türkischer Tabake in der Äqua- torialzone überhaupt ein Produkt vom bekannten Charakter dieser Sorten gewonnen werden kann, ist meines Wissens heute noch nicht restlos gelöst, im Gegensatz zu den Subtropen (Südafrika), wo sie in positivem Sinne ent- schieden sein dürfte. Die umfangreiche Produktion gelber Tabake im rein tropischen Shire- Hochland (Britisch Nyassaland) hat sich, soviel ich weiß, auf den ameri- kanischen ,,Bright" als Ausgangsmaterial beschränkt, der einen anderen Cha- rakter besitzt und andere Anforderungen an Klima und Boden stellt als die orientalischen Varietäten. Von Versuchen mit türkischen Zigarettentabaken in anderen Teilen des Tropengürtels sind mir nur die gleich zu besprechen- den im früheren Deutsch-Ostafrika bekannt geworden. Ausschlaggebend für den Erfolg solcher Versuche ist bei einer aus- gesprochenen „klimadiflfizilen" Pflanze, wie dem Tabak, natürlich in erster Linie das Klima des neuen Anbaugebietes. In den Tropen ein Klima zu rinden, das im ganzen den Bedingungen des Mittelmeerklimas einigermaßen entspricht, ist allein schon angesichts der höheren Bestrahlungsintensität ausgeschlossen. Wohl aber kann man dort eine Klimazone erreichen, die wenigstens in bezug auf Temperaturen, Niederschläge und relative Luft- feuchtigkeit alle billigerweise zu stellenden Anforderungen erfüllt. Dabei kommt zunächst der Wahl der Höhenlage g r ö ß t e T r a g w e i t e zu. Denn es liegt auf der Hand, daß der fragliche Versuch nur dann Aussicht auf Erfolg bieten kann, wenn man den Anbau in eine Höhenlage verlegt, welche die Extreme des Äquatorialklimas, soweit erforderlich, mildert, und deren Bedingungen dem Mittelmeerklima möglichst nahe kommen. Wir haben uns vor Jahren sehi- eingehend mit diesen Fragen befaßt, als man daran ging, in Ostafrika Versuche mit türkischen Tabaken aus- zuführen'). Und mit Fug und Recht hat man damals eine Meereshöhe von 1200 m als unterste Grenze angenommen und in dieser Lage mit dem Anbau iDegoimen. Damit soll nicht gesagt sein, daß diese Höhe auch in anderen Tropengebieten als Norm anzusetzen wäre, wenngleich ich annehme, daß man im allgerneinen unterhalb von 1200 m Meereshöhe nicht viel Glück haben wird. Die richtige Wahl in jedem Fall zu treffen, muß der genaueren Prüfung, unter sorgfältiger Berücksichtigung der örtlichen klimatischen Be- dingungen und Witterungsverhältnisse überlassen bleiben. Hätte sich bei unseren Arbeiten in Ostafrika, die von der Landwirtschaftlichen Versuchs- station Kibongoto am Kilimandjaro (Bezirk Moschi) unter der ausge- zeichneten Leitung von Dr. M i c k e 1 und gleichzeitig im selben Distrikt von privater Seite ausgeführt wurden"), gezeigt, daß die Höhenlage von 1200 m M Vgl. Tropenpflanzer 1910 S. 453 fif. Damals habe ich übrigens auf Grund meiner Wahrnehmungen in Südrußland noch gewisse Bedenken in bezug auf nachteilige Wirkungen einer ununterbrochenen Trockenperiode geäußert, die aber durch meine späteren Erfahrungen in den türkischen Anbaugebieten zu beiden Seiten des Ägäischen Meeres zerstreut worden sind. 2) Einiges darüber wurde im „Pflanzer", Herausg. vom Kaiserl. Gouvernement von Deutsch-Ostafrika, [ahrg. 1912, S. 574 ß". und Jahrg. 1913, S. 613 ff., mitgeteilt. Die Ergebnisse der Jahre 1913 und 1914 sind wegen Eintritts des Krieges leider nicht mehr veröffentlicht worden. - 4^) - nicht ausreichte, so wäre man höher hinaufgegangen. Nach Ablaut der er?ten drei Versuchsjahre lag hierzu aber noch kein Grund vor. — Das Anbaugebiet soll ein hohes Maß relativer Luftfeuchtigkeit auf- weisen und während der Vegetationsperiode des Tabaks möglichst frei von Nebeln und heftigen Winden sein und über eine, mindestens drei Monait währende möglichst regenfreie Periode verfügen. Denn die besten türkischen Tabake, die bekanntlich im Bereich des Agäischen Meeres erzeugt werden, wo eine, zeitlich mit der Anbauperiode des Tabak.- zusammen fallende Trockenzeit die Regel bildet, vertragen Regenfälle in der Reifezeit schlecht. Außerdem ist die Trocknung dieser Tabake an klares W'ettir gebunden^). Was nun die B od e n f r a g e anlangt, so sollte man sich bei allen Anbau- versuchen mit orientalischen Tabaken zunächst an die Erfahrungstatsacht halten, daß in der Türkei die hochwertigen Produkte auf mageren, stark sandhaltigen, humusarmen Böden von hoher Durchlässigkeit erzeugt werden, und daß man dort die Pflanzen in der Ernährung absichtlich ,,kurz hält", weil nur dann das Ziel: ein kleines, zartes, dünnrippiges Blatt von reingelber Farbe und feinstem Aroma erreicht wird. Besonders gilt diese Regel für feuchtere Tropengebiete, weil dort die Aufschließung und Zersetzung der Mineralien viel schneller und intensiver vor sich geht als in der geniäßigten Zone, und man aus diesem Grunde für die gleichen Anbauzwecke eher noch ärmere Böden verwerten kann, als sie in anderen Breiten dafür in Betracht kommen. Wenn reiche Böden, wie es der Fall ist, schon in den Ursprungs- ländern den türkischen Tabak nachteilig beeinflussen, so müssen sie in den Tropen unfehlbar zur Vergeilung führen und gleichzeitig zum Schwinden des charakteristischen feinen .\roinas, das. wie gesagt, nur bei vorsichtig ab- gestimmter, recht bescheidener Ernährung entsteht. Auch bei den Arbeiten der Station Kibongoto in Ostafrika hat sich ähnliches gezeigt, indem von zwei, für Parallelversuche mit i8 verschiedenen Sorten und Rassen tür- kischer Tabake benutzten Böden der minderwertige ceteris paribus bessert Resultate ergab als der für alle übrigen Feldfrüchte geeignetere reichert Boden. Auch die in der Türkei und Südrußland allgemein bekannte Er- scheinung, daß edle Zigarettentabake auf Neuland, auf jungfräulichem Boden zwar höhere Erträge geben, aber schlechtere Produkte, hat sich in Ostafrika bestätigt. Generelle Regeln für die Auswahl der Böden nach geologischen Gesichts- punkten zu geben, ist in diesem Fall unmöglich, zumal auch in der Türkei eine erstaunliche Mannigfaltigkeit bezüglich djr Art der Tabakbödeii herrscht, und einzelne Varietäten und Rassen dortiger Tabake ganz verschiedene An- sprüche stellen und in wechselndem Grade und verschiedener Weise auf Eigen- tümlichkeiten des Bodens reagieren. Ist der Tabak schon an und für sich eine physiologisch ungemein fein organisierte und hochgradig ,, bodensensible" Pflanze, so erweisen sich die edelsteji Sorten immer als besonders empfind- liche Indikatoren. Das hat sich ja auch zur Genüge auf Cuba und Sumatra gezeigt. Aus diesem Grunde hat man auch bei der D ü n g u n g türkischer Ta- bake sehr vorsichtig zu \ erfahren, vor allem bei der Zuführung animalischtr ') Vgl. meinen Aufsat/. ..Klima und Tabakbau" in der „Tabakweif. Dresden. 17. Jahrg. 1922. Nr. 9 und 10. 47 Dünger. Man soll Stallmist niemals direkt zu Tabak geben, sondern — wenn überhaupt nötig — nur zur Vorfrucht. Wenn nicht zwingende Gründe, wie etwa Anreicherung des Bodens mit Schädlingen usw., einen kurzfristigen Fruchtwechsel erfordern, kann man 7,unächst versuchen, gehäuften Tabakbau zu treiben, wie es in manchen Gebieten der Türkei die Regel ist. So wird im Xanthi-Distrikt (Jakka, Karschi-Jakka) sechs bis sieben Jahre hintereinander Tabak auf demselben Felde gebaut, worauf der Acker Stall- mistdüngung erhält, um dann nach einmaliger Bestellung mit Getreide von neuem Tabak zu tragen. Bei der Anlage der Felder ^ind bei im übrigen gleichen Bedingungen schwach geneigte Hänge dem ebenen Gelände vorzuziehen. Künstliche Bewässerung ist wenn irgend möglich zu vermeiden, da sie die Qualität de.- Tabaks verschlechtert und den Boden leicht verschlämmt. Bei der Trocknung des Tabaks ist neben der Temperatur einmal die Be- strahlungsintensität der Tropensonne an sich, außerdem aber die durch die Höhenlage bedingte besondere Wirkung (ultraviolette Strahlen!) zu berück- sichtigen. Ein vorschnelles Trocknen der Blätter muß vermieden werden. Nach den Erfahrungen in Kibongoto empfiehlt es sich, die Trocknung in den ersten acht bis zehn Tagen im Schatten, dann aber im direkten Sonnen- licht erfolgen zu lassen. Ich möchte hierbei bemerken, daß in dieser Beziehung die bei den Russen in Transkaukasien gebräuchliche Methodik der türkischen überlegen ist, und darf auf die von im Jahrgang 1910 dteser Zeit- schrift beschriebenen und abgebildeten Trockenvorrichtungen verweisen. Bei der Fermentation darf die Temperatur im Innern der Ballen 40° C nicht übersteigen. Da in Ostafrika die bei der Trockimng und Fermentation seinerzeit an- fänglich auftretenden Schwierigkeiten bald überwunden wurden, ergibt sich, daß auch in den Tropen eine regelrechte Aufbereitung türkischer Tabake durchführbar ist. Alles in allem war nach dem Stande der dortigen \'ersuchsarbeiten bei Kriegsausbruch begründete Aussicht vorhanden, in Ostafrika aus tür- kischen Tabaken ein Produkt zu gewinnen, daß den an mittlere Quali- täten zu stellenden Anforderungen genügt hätte, und womit der deutschen Zigarettenindustrie für bestimmte Zwecke bereits gedient gewesen wäre. Höher geschraubte Erwartungen hatten wir auch von Anfang an nicht ge- hegt — in der Erwägung, daß angesichts der weitgehenden klimatischen Unterschiede zwischen den Ursprungsländern und selbst meistbegünstigten Gebieten der Tropen auf die Erzielung gleichwertiger Erzeugnisse in Ostafrika nicht gut zu rechnen sei. Mit dieser kühlen Beschränkung sicherte man sich von vornherein vor Enttäuschungen. Sie hinderte uns aber nicht, die besten Sorten und Rassen als Ausgangsmaterial zu nehmen und die Methodik des Anbaues und der Nachbehandlung des Tabaks in jeder Richtung so vollkommen wie möglich zu gestalten, und unter genauester Berücksichtigung der Vorbilder aus den Ursprungsländern. Noch heute bin ich der Ansicht, daß unser dairfals aufgestelltes Programm sachlich gut be- gründet und zweckmäßig zugeschnitten war. und daß man auf solcher Basis auch anderwärts den Versuch aufnehmen kann, in tropischen Ge- bieten brauchbare türkische Tabake zu gewinnen. Allerdings sollte man sich dann zunächst auf diese beschränken, weil ihre Kultur und Aufbereitung ganz spezifische Anforderungen stellen. Eine Erweiterung des Versuchs- - 4« - progranuiLs auf andere gelbe Tabake wie /,. ß. Auiciikaner, l)irgl die Gtlahi in sich, daß die Ziele verwischt und die Methodik ungünstig beeinflußt werden. Denn will man bei derartigen Versuchen bleibende Erfolge erzielen, so muß unbeirrt am Qualitätsprinzip festgehalten werden. Jede Konzession nach der entgegengesetzten Richtung wird sich rächen. Der Anbau so edler Tabake, wie sie die feineren türkischen Sorten darstellen, ist ein In- strument, das mit zarten Fingern gespielt sein will. Nach günstigem Abschluß des Versuchsstadiums wird den berechtigten wirtschaftlichen Anforderungen privater Tabakpflanzer schon dadurch Rechnung getragen, daß die türkischen Tabake bei n o r m a 1 e m Gedeihen sehr enge Standweiten erhalten können, und das Produkt viel höhere Preij^e erzielt als andere gelbe Tabake. Hierdurcii findet der erforderlicht- Aus- gleich bei der Rentabilität statt. Die Frage der Arbeitslöhne und der Ge- stehungskosten überhaupt lassen wir absichtlich unberührt, weil sie zu den selbstverständlichen Voraussetzungen für die Aufnahme der Versuchs- arbeiten überhaupt gehört. Zum Schluß noch ein Wort über die Nachzucht. Selbst wenn es in einem neuen tropischen Aiibaugebiet gelingt, aus hochwertigem Originalsaat- gut türkischer Tabake ein kleines, dünnrippiges, hellfarbiges Blatt von solchem Aroma zu gewinnen, daß es von der Industrie bereitwillig an- genommen wird, so ist damit noch nicht gesagt, daß die Eigenschaften der in den ersten Jahren erzielten Ernten im Lauf einer längeren Anbauperiode im neuen Gebiet konstant erhalten bleiben. Selbst wenn die Gewinnung von Saatgut für die Nachzucht von Anfang an nach allen Regeln der modernen Züchtungslehre vollzogen wird, so muß doch mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß unter dem Einfluß des Tropenklimas gewisse Charaktere all- mählich verloren gehen oder mindestens verblassen. Ich habe dabei weniger die morphologischen, als die chemischen im Auge, auf deren Ausbildung doch die Qualität des Tabaks zum großen Teil beruht. Möglicherweise werden sich bei der außergewöhnlichen Anpassungsfähigkeit der Tabak- pflanze nach und nach im neuen Anbaugebiet Lokalrassen von be stimmtem Charakter herausbilden, wie sie sich in der Türkei selbst und in anderen Anbaugebieten stets herausgebildet haben. Dieser Vorgang spielt sich offenbar, wie aus Einzelheiten des erwähnten Berichtes zu entnehmen ist, auch in Besoeki ab^). Ob ihm durch K r e u z u n g s z u c h t , wie dort anscheinend beabsichtigt wird, Einhalt getan werden kann, erscheint mi/ zweifelhaft. Einem solchen zwangsläufigen Prozeß gegenüber kann unter Umständen auch die regelrecht betriebene Züchtung machtlos bleiben. Bleibt die Auf- nahme derartiger neuer Typen seitens des Handels und der Industrie unter angemessener Bewertung gesichert, so hat der Züchter lediglich einer etwaigen völligen Entartung vorzubeugen. Im anderen Fall jedoch würde nichts anderes übrig bleiben, als in gewissen Zeitabschnitten für die Bcschaffun.tr von neuem Originalsaatgut aus der Türkei Sorge zu tragen und es nicht zur Ausbildung minderwertiger Lokalrassen kommen zu lassen. Hiermit aber könnte man sich wohl trotz mancher Schwierigkeiten abfinden, wenn der Hauptzweck erreicht wird. ') Darauf deuten die Mitteilungen über die Dimensionen und die Blatt- produktion des „Reveni Almyro" und der gleichzeitig angebauten amerikanischen Tabake hin. — 49 — Das Balsaholz*). \'on Ferdinand Nevermann. Costa Rica. (Mit I Abbildung.) In den letzten Jahren hat ein Holz des tropischen Amerikas in steigendem Maße an Bedeutung' gewonnen, das vorher als vollständig wertlos galt. Es ist dies das Holz des Baumes Ochroma lagopus, welches jetzt allgemein den Namen .,Balsa" erhalten hat. Der Name Balsa bedeutet „Floß" und deutet auf seine ursprüngliche Verwendung hin. Ich habe verschiedentlich im Urwald Costa Rica.- Flüsse, die ich nicht durchwaten konnte, auf Flößen aus Balsa überquert. Der großen Leichtigkeit wegen ist die Tragfähigkeit sehr beträchtlich, auf 3 Stücken von etwa 30 cm Durchmesser und 3 m Länge, mit Lianen zusammengebunden, konnten 6 Personen mit Gepäck gut über bedeutende Flüsse setzen. Ferner benutzt die Landbevölkerung das Holz zum Abziehen von Rasiermessern. Dieses waren die einzigen Verwendungen des Holzes, die mir seit Jahren bekannt waren. In den letzten 4 Jahren hat nun das Balsaholz in den Vereinigten Staaten von Nord- Amerika auch technische Verwendung gefunden und dies besonders, weil es äußerst leicht ist, wohl das leichteste bekannte Holz. Bisher galt Kork als sehr leicht, doch mit dem Balsaholz kann er nicht in Wettbewerb treten, i cbm Kork wiegt etwa 240 kg, i cbm Balsa dagegen manchmal nur 12.5 kg! Tannenholz, wiegt zum Vergleich rund 450 kg. Das Gewicht des Balsaholzes schwankt ziemlich, sowohl in den verschiedenen Bäumen, als auch im gleichen Baume. Je nach dem Boden ist das Wachstum verschieden, je schneller ein Baum wächst, desto leichter sein Holz. Der junge Baum bildet bis zu etwa einem Jahre keine Äste, erreicht dabei eine Höhe bis zu 12 m, bei einem Durchmesser von 10 cm mit einem Mark von 2 bis 3 cm, sein Holz ist noch äußerst weich. Dann bilden sich drei Äste, von denen einer sich aufrichtet und dadurch ein weiteres Stammstück von etwa 3 m bildet. In dieser Weise setzen sich noch mehrere Stufen an, die immer kürzer werden. Wachsen die Bäume dicht zusammen oder zwischen anderen Bäumen, so werden die Äste nur schwach und hohe Stämme bilden sich. Einzeln stehende Balsa- bäume erreichen in 5 Jahren bis zu 1,30 m Durchmesser (in i m Höhe gemessem und 15 m Höhe, während im Walde die Bäume nicht stärker als 60 cm werden, erreichen sie dort eine Höhe von 50 m. Das Alter der Bäume schätze ich auf höchstens 15 bis 20 Jahre. Die Rinde ist glatt und grau mit helleren Flecken, an alten Bäumen wird sie rissig, ähnlich der Eichenrinde. Die Blätter junger Bäume sind bis zu 50 cm breit und lang und bleiben noch am Stamme des Bäumchens bis zu 2 m Höhe. Alte Bäume haben bedeutend kleinere Blätter (25 cm). Im Dezember/Januar ist die Blütezeit, die Blüten sind aufrechtstehende braune Kelche von 10 cm Höhe, innen gelb mit einem rötlichen Schimmer. Nachdem die Blüten abgefallen, entwickelt sich eine dunkelgrüne Schote von 4 cm Dicke und etwa 20 cm Länge. Wie Kerzen stehen die Schoten an den Enden der Zweige, später senken sie sich seitwärts und [jlatzen bei der Reife sechsteilig auf. Die goldbraune, seidenglänzendc BalsawoUe quillt heraus, wird vom Winde fortgetragen und befördert dadurch die darinhängenden Samenkörner weit fort. Diese kleinen tränenförmigen Samenkörner sind dunkelbraun, bis zu 400 sind in einer Schote, 100 000 wiegen i kg. Die natürliche Fortpflanzung geschieht Siehe auch Tropenpflanzer 1920. S. 100 und 19J1, S. 158. — 5^> — meist an den Flußufern, die Wolle schwimmt mit den Samen auf dem Wasser, wird bei den ersten Überschwemmungen im April und Mai landeinwärts ge- schwemmt; in dem sandigen Boden der Flußufer wächst der Baum besonders leicht und kräftig. Im Urwalde habe ich Balsa nur an den Flußufern gefunden, aber immerhin ist der Baum selten, häufiger dagegen findet man ihn in den aufgegebenen Bananenfarmen. Hier in Costa Rica sind etwa looo ha mit Balsabäumen angepflanzt, doch wachsen diese Bäume nicht so schnell wie die wildwachsenden. Anfangs wurden sie in 4 m Abstand gepflanzt, dann wurde jeder zweite Baum herausgeschlagen und jetzt nach 6 Jahren haben die meisten Bäume nicht mehr als 30 cm Durch- messer. Das Balsahi)lz ist weiß, mit seidenartigem Glanz, sehr porös und deswegen so leicht. Mit dem Alter nimmt es an Gewicht zu und wird auch dunkler. Es wird vielfach behauptet, es sei das dunkle Holz (Balsa colorado) ein anderer Baum, ich bin der Meinung, daß der Boden, besonders aber auch das Alter die Ursache sind, denn alte Bäume haben ein rötliches Kernholz, das bedeutend fester ist: weiter zur Krone dagegen ist das Holz durch und durch weiß. Das weiße Holz besteht aus fast reiner Zellulose, das dunklere enthält mehr Holzfaser. Jahresringe sind in der Balsa der pazifischen Küste deutlich ausgeprägt, die 6 Monate Trockenzeit verlangsamen das Wachstum, an der atlantischen Küste dagegen herrscht keine ausgesprochene Trockenzeit, selbst in den zwei bis drei trockenen Monaten regnet es. Hier wächst die Balsa in dem feuchten warmen Klima (3000 mm Regenhöhe und 27° C Durchschnittstemperatur) gleichmäßig das ganze Jahr hindurch. Nur bis zu 150 m Meereshöhe kommt brauchbare Balsa vor. Da das Holz so leicht ist, sollte man glauben, es sei auch ein leichtes, es vom Standorte an die Eisenbahn zu befördern. Frisch gefällte Bäume enthalten aber weit über 200 v.H. Wa.sser. so daß ein bedeutendes Mehrgewicht heraus- zubefördern ist. Das Balsaholz im Handel wiegt ungefähr noch 300 kg je cbm. Die Enden müssen der Frachtersparnis wegen gerade geschlagen werden. Eine Spitze würde das Herausschleifen mit den Ochsen erleichtern, würde aber weitere Bearbeitung nötig machen, die möglichst verhindert werden muß. Ein Holzfäller verdient bei achtstündiger Arbeitszeit 1,60 .$ täglich, etwa 100 M. heute. Die Unebenheiten des Bodens und sumpfiges Land erlauben auch meistens nicht die Benutzung von Holzkarren. Die Stämme werden mit ein bis drei Joch Ochsen oft von 2000 m Entfernung an die Feldbahnen gezogen, welche in den meisten Pflanzungen sind. Auf kleinen Karren werden dann die Stämme durch Maultiere oder Ochsen an die Eisenbahnen befördert. Die Ausfuhr von Balsaholz hier aus Costa Rica ist leider vom Statistischen Amt erst im Jahre 1920 getrennt geführt worden, schätzungsweise wurden ausgeführt: 1917 ,. I 000 000 kg. 1919 2000000 kg. 1918 600000 .. 1920 genau 5500000 „ davon nach Deutschland 360 kg, alles andere ging nach den Vereinigten Staaten. Meistens nahmen die Bananendampfer der United Fruit Co. wöchentlich bis 400 Stämme von Puerto Limön, doch wurden auch einige kleinere Schiffe von looo bis 3000 Tonnen ausschließlich mit Balsaholz beladen. Dann mußte überall bis aufs äußerste gearbeitet werden, ich hatte dann andauernd etwa 300 bis 400 Stämme an der Eisenbahn zur Verladimg bereit zu haltenj Das Holz muß — 51 — möglichst schnell befördert werden, um es den Witterungseinflüssen der Tropen baldmöglichst zu entziehen. Verwendet werden kann das Balsaholz: 1 Zur Isolierung in Eisschränken, Kühlräumen, Eisenbahnkühlwagen, Koch- kisten oder wo sonst Wärme- oder Kälteschutz nötig ist; 2. dort wo die Leichtigkeit von Bedeutung ist, wie im Flugzeugbau, bei Bojen, Kettungsgürtel. Rettungsflößen und in Rettungsböten, Schwimmer an Fisch- netzen, Hülsen für kleine Flaschen zum Musterversand, Koffer usw. ; ,v als Ersatz für den immer knapper werdenden Kork, sowohl als Flaschenkork wie zu Linoleum, Korksteinen usw. : 4 in der Spielwarenindustrie. Balsabaum (Ochroma lagopus) 2 Jahre alt, Costarica. Sicherlich lassen sich noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten mit der Zeit finden, denn ein Holz von so geringem Gewicht, großer Elastizität und ver- hältnismäßig hoher Festigkeit wird mannigfache Verwendung finden Können. Da das Balsaholz sehr porös ist, nimmt es aber auch leicht Feuchtigkeit auf Nach vielen Versuchen ist man in den Vereinigten Staaten jetzt allgemein zur Anwendung des Marrprozesses gegangen. Das Balsaholz des Handels enthält noch immer eine ziemliche Menge Feuchtigkeit, es wiegt durchschnittlich 270 bis 360 kg je cbm. Die Feuchtigkeit muß dem Holz entzogen werden. Im Marrprozeß wird nun das Holz im Vakuum vollständig getrocknet und um ein Wiedereindringen \ou Feuchtigkeit, besonders bei der Verwendung im Wasser, zu verhindern, werden unter dem Vakuum Paraffindämpfe in das Holz gelassen, die einen dünnen Paraffinüberzug über die Zellwände erzeugen. Hierdurch wird das Holz vollständig gegen Trocken- sowie Naßfäule geschützt. Es soll sich dann leicht bearbeiten lassen, ohne daß es sich wirft und verzieht. Ich will jetzt noch einige Zahlen über die Festigkeit des Balsaholzes er- wähnen, wie sie Versuche des National Advisory Board for .Aeronautics und das Xa\-y Department in den Vereinigten Staaten ergeben haben. Tropenptlanzer 1922, Heft 34. 5 — 52 — Die Bruchfestigkeit auf Druck parallel zur Faser schwankt zwischen 117 uhd 400 kg/qcm, im Mittel 250 kg'qcm. Der niedrigste Wert ist also rund die Hälfte des Wertes für Tannenholz. Druckversuche senkrecht zur Faserrichtung sind wegen der W^eichheit des Holzes nur angenähert zu machen, sie geben daher keine praktisch brauchbaren Werte. Bei Belastung bis zur scheinbaren Elastizitätsgrenze wurden gefunden 9,77 bis 119,5 kg/qcm, im Mittel 37,33 kg/qcm. Die Biegungsfestigkeit ergab sich zu 170 bis 533 kg/qcm bei entsprechender Proportionalitätsgrenze von 112 bis 316. kg/qcm und dem Elastizitätsmaß von 22,57 bis 71,7 kg/qcm. Vorstehende Werte ergaben sich bei einer Feuchtigkeit des Holzes von 3,75 bis 6v.H., im Mittel 4,33 V. H. Die Grenzwerte hängen von der Leichtigkeit des Holzes ab, die geringeren Werte hatte Holz von 120 kg je cbm. die höheren Werte Holz von 325 kg je cbm. Daß das Holz auch starken Beanspruchungen unterworfen werden kann, zeigt seine Verwendung im Flugzeugbau in den Vereinigten Staaten. Die Flügel- arme werden aus Balsaholz in Gitterwerk ausgeführt, wobei das Balsaholz beider- seitig mit einem Furnier aus Fiberplatten von 0,8 mm belegt wird. In der Kühlindustrie werden Platten von etwa 5 mm Dicke und 30 cm Seitenlänge kreuzweise aufeinandergeleimt und in dieser Weise zu Wand- bekleidungen verwendet. Es ist zu hotifen, daß das Balsaholz sich bald in Deutschland einbürgert und daß deutscher Erfindungsgeist weitere Verwendungsmöglichkeiten finden wird. Versuche sind im Gange, das Holz zur Papierfabrikation zu gebrauchen, es be- steht fast aus reiner Zellulose. Greifbare Bestände von Balsabäumen sind noch ziemlich groß, ob aber eine dauernde Ausfuhr von hier von über 5 Mill. kg jährlich stattfinden kann, ist fraglich, viel Holz wächst an Orten, die zu entfernt von Eisenbahnverbindungen sind, um noch eine Rentabilität zuzulassen. Nutz- und Edelhölzer Mexikos. Von Dr. B. P. Reko, Oaxaca, Mexiko. (Schluß.) Lauraceen. Aguacatillo (Phoebe mexicana, P.psychotricides, Nectandrasanguines. N.smuat;i und andere spec). Häufig Bäume des Regenwaldes der pazifischen und atlantischen Seite. Rötliche Hölzer, die beim Polieren einen eigenartigen Moireglanz annehmen. Aguacate (Persea americana). Bis 30 m hoher Baum mit Stammdicke bis I m. von weiter Verbreitung. Gutes Werkholz. Von ähnlicher Beschaffenheit sind: Aguacate cloroso (Persea americana var. drimyfolia) der wärmeren Teile Oaxacas. Aguacate xinene, chinene (Persea Schiedeana), der Chinantla. Laurel de la sierre (Misanteca capitata). Laurel del Paisn (Litsea glaucescens). Laurel pimienta (Nectandra moUis). M o r a c e e n . Higo, Amate (Ficus cotinifolia, petiolaris, Segoviae u. a.i. Weiches, brüchige> Holz, das kaum verwertet wird. Ebenso: — 53 — Higo loxe graude (Ficus glaucescensi. Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas Higo loxe chico (Ficus Kellermanii). Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutla?. Matapalo (Ficus padifelia, tecolutensis, involuta, lejitiginos). Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Macahuite (Ficus tecolutensis, radula). Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Carnero, Chirimoya (Coussapoe Rekoi Standley spec. nov.). Hoher Urwald- ijaum der Kaffeezone Pochutlas. Ramon (Trophis americana, T. mexicana). Sehr häufiger Baum des Regenwaldes. Ojite, Ojoche (Brosimum alicastrum), der Regenwälder der atlantischen Seite Juandiego, Nazareno, Ramon (Brosimum Conzattii Standley spec. nov.l Schöner, hoher Urwaldbaum der Kaffeezone Pochutlas. Guarumbo, Chancarro (Cecropia mexicana). Sehr häufiger Urwaldbaum. dessen röhrenförmige Stämme zu Wasserleitungen, primitiven Hütten usw. ver- wendet werden. Palo de hule (Castilloa elastica). Häufig vergesellschaftet mit dem \orher- gehenden. Sein weiches Holz findet kaum Verwendung. Moral, Palo, amarillo (Chlorophora tinctoria). Mittlerer Baum der Küste, dessen gelbes Holz in der Färberei dient Enthält Morin und Maclurin. Berberidaceen. Yagäbuxe Fustete (Berberis fascicularis, B. labceolataj. Schmächtige Bäumt- in der Sierra Juarez, in Höhenlagen von etwa 2500 m. Gelbes Holz für Drechsler- arbeiten. P 1 a n a c e e n . Haya, Alamo blanco (Platanus mexicana. oaxacana). In Höhenlagen von 2000 bis 1500 m der Sierra Jtiarez. Brauchbares Werkholz. Juglandaceen. Nogal de Guilapam Pacanero (Hicoria pecan). Vorzügliches Möbelholz. Nogal (Juglans mexicana?). Geschätztes Möbel- und Werkholz aus Cuicatlan. Teotiltlan. Ixtlan und Ocotlan. Vielfach auch \on der kultivierten Juglans regia. F a g a c e e n . Yagareche (Quercus poculifera, conspersa und andere Arten). Vorzügliches. >ehr widerstandsfähiges Werkholz. Trockene Gebirgsgegenden. Roble (Quercus virens). Ausgezeichnetes Möbelholz. Encino (Quercus crassifolia. jalapensis, Skinneri, tomentosa. reiculata usw.). Große Wälder der trockenen Gebirgsgegenden, selbst bis nahe der Küste. Magnoliaceen. Yolosuchil (Magnolia grandiflora, Schiedeana und andere Talauma mexicana.. Leichtes, hellgefärbtes Holz, geeignet zu Schnitzarbeiten. S a 1 i c a c e e n . Sauz, Sauce (Salix Humboldtiana, Bonplandiana, paradoxa und andere). Häufige Bäume der Hochebene. Holz zur Bereitung von Holzkohle und Brenn- material. - , . Julia naceen. Cuachalala (Auliana adstringens). Mittelgroße Bäume bis 40 cm Durclune.-^scr des Littorales. Sein Holz scheint beachtenswert zu sein. Aceraceen. Arce (.A.cer mexicanumi. — 54 — Aesculaccen. Catsano (AesculiKs mexicanus). Urwaldbaum der Siena Juarez Choapam. Wenig bekannter Baum. R h a m n a c e e n . Capulincillo (Rhamnus Humboldtianus, Pringle! und andere). Kleine Bäume oder Sträucher, deren Holz Farbstofl" liefert. T i 1 i a c e e n . Vaco de venado. de cal, de flor (Belotia grcwiaefoliai. Kleine Bäume der mehr trockenen Gebirge in Höhenlage von 500 bis 1000 m. Leichtes, weiches Holz Majagua (Heliocarpus americanusj. Häufiger Baum der Chinantla, Cllopam, \'illa Alta. Leichtes, weiches Holz. • Pataxte (Luhea speciosa). Kleiner Baum der Küstengegend. Holz wie voriges. B o m I) a c a c c e n . Ceiba ( Ceiba pentandra). Mächtiger Baum des Regenwaldes und der trockenen Küste. Weiches, schwammiges Holz, das einige Zeit im Wasser aushält. Zu Flößen. Betten usw. Pochote (Ceiba grandifiora). Mittelgroßer Baum der trockenen Küste auch in Yautepec. Cuicatlan. Leichtes, weiches Holz, wie voriges. Fata de liebre lOchroma spec. nov.Pi. Küstenniederungen von Tutepec. Sehr leichtes, weißes Holz, hauptsächlich zu Flößen verwendet. Palo de calabaza (Bernoullia flammeai. 30 m hoher Baum der Kaffeezone Pochutlas. Weiches, schwammiges Holz wie bei Ceiba. Apompo, Disciplina, Cabeza de negro (Pachira insignis). Mittelgroßer Baum der Savannen des Valle nacional. Tuxtepec. Holz ähnlich der Ceiba. Coquite blanco, C. Colorado (Mesa central). Bailador Bailarina (Küste). Jiquigue, Tetique, Lele f Valle nacional 1. Tambor,; Yaco, de la costa ^Küste» Mittelgroßer Baum der trockenwarmen Zone. Holz ähnlich Ceiba. Sterculiaceen. Mano de leon (Cheiranthodendrum platanoides). Mittelgroßer Baum in Höhen- lage 2000 bis 2500 m der Sierra Madre. Weiches Holz. Cuaulotoe (Guazuma tomentosai. Kleiner Baum der Tropengebirge, sehr häufig. Weiches Holz. C o c h 1 o s p e r m a c e e n . Cojon de toro (Küste), Pongolote (Valle nacional, Cochlosperum hibiscoides). Weiches, schlammiges Holz. D i 1 1 e n i a c e e n . Tlachicon (Curatella americana). Auf trockenen Hügeln der Küstenzone Brennholz. P' o ü q u i e r a c e e n . Palo Santo (fouquiera formosa). Kleiner Baum der trockenen Hochebene, dessen Holz als unverbrennlich gilt. Tatsächlich wird im Norden Mexikos das Stangenholz zum Rühren der geschmolzenen ?2rzmassen benutzt. R h i z o p h o r a c e e n . Mangle (Rhizophora manglet. Mittelgroßer Baum der Lagunen. Kompaktes hartes Holz. Combretactfen. Mangle prieto (Conocar]His crectai. Vergesellschaftet mit vorigem Kom- paktes Holz. 33 — A r a 1 i a c e e n . Mano de leon (Gilibertia arborea. Oreopanax jalpensis, üendropanax spec.j. Mittelgroße Bäume der Regenwälder. Weiße?, weiches Holz. Clethra ceen. Mameyito negro (Clethra lanatai. Kleiner Baum der trockenen Hügel der Küstenzone. Brennholz. ^ iL r 1 c a c e e n . Madronne, Jarrito. Nino eucuero (Arbutus laurinus). Sehr häutiger, mittel- großer Baum der höheren Gebirgslagen 2000 bis 2600 m. Werk- und Brennholz. O 1 e a c e e n. Fresno (Fraxinus berlandier). In höheren Gebirgslagen häufiger Zierbaum. Werkholz, ziemlich brüchig. j ** Loganiaceen. Topazan (Buddleia americana und andere Arten). -Mittelgroßer Baum der höheren Gebirgslagen. Zu Telegraphenpfosten. A p o c y n a c e e n . Palo lechoso (Tabernaemontana citrifoliai. Vorzügliches Werkholz, flexibel. \^ e r b e n a c e e n . Palo de guitarra (Chitarexylum spec.j. Mittelgroßer Baum der Regenwälder der Kaffeezone. Weiches, weißes Holz, geeignet für Schnitzarbeiten. Mangle blanco (Avicennia nitida. A. tomentosai. Mittelgroßer Baum der Lagunen. Gutes Werkholz. Ahuitlote ( Vitex mollisi. Kleiner Baum der Mesa Central. ZiemHch hartes Holz. Bignoniaceen. Macuil, Palo de rosa, Primavera '(Tabebuia pentaphyllai. Häufiger, mittel- großer Baum der Kaffeezone Pochutlas. Vorzügliches Bauholz, leicht und von heller Farbe. Maccuil de la costa ist eine andere Art mit ähnlichem Holze. Huiro, Palo de jicaras (Crescentia cujete alata). Kleiner Baum der trockenen Küste und der wärmeren Teile des Innern. Sehr resistentes Holz. Tecomate. Morro (Crescentia cucurbitina). Kleiner Baum der Kaffeezone. Holz ähnlich. Guajilote (Parmentiera edulis, P. alata 1. Mittelgroßer Baum der Mesa Central. Sehr hartes, knorriges, etwas flexibles Holz. C o m jj o s i t e n . Vagazeche, Yagazete (Montaiioa Rekoi Blako spec. nov.i. Mittelgroßer Baum, d./ bis 50 cm dick, der trockenen Hügel der Kaffeezone Pochutlas. Sein harzreiches Holz zu Brennfackeln verwendet. C o n i f e r (' n . Ocote, Pino (Pinus ayacahuite. Hartwegl.i, Lawsoni, leiöphylla. Montezumae. oocarija. teocotej. Waldbildende Bäume der höheren Gebirgszonen. aber steigen auch bis nahe zur Küste herunter. Bekanntes Bauholz. Oyamel (Abies religiosa). Hoher Waldbaum der höheren Gebirgslagen. Vorzügliches Bauholz. Auch zur Papierfabrikation benutzt. Ahuehuete, Sabino, Cipres 1 Taxodium mucronatum). Mächtiger Baum bis zu 38,5 m Durchmesser (Baum in Tule. Oaxaca). Rotbraunes Hartholz für Kon- struktionen. Gretado (Cupressus thurifera. C. Benthami 1. Leichtes, gelbliches Holz für Konstruktionen. - 56 - C y a t h e a c e e n . Tathuesi (Alsophila, Hemitelia, Cyathea, Cibotium. Dicksonia spec.j. Baum- farnc der pazifischen und atlantischen Kordillercnhänge in einer Höhe \'on 800 bis 1200 m. Das knochenharte, innere Gerüst als unverwüstliches Baumaterial verwendet. r, 1 Palmen. Coquito baboso (Acocomia inexicana). Palme der trockenheißen Küste, auch in ( Juicatlan. Das widerstandsfähige Holz, aus verholzten Fasern bestehend, dürfte sich für ..Rohrplattenkoffer'* eignen. Ähnlich das Holz der Palma real (Tnodes mexicanaj. Damit ist die Liste aber noch lange nicht erschöpft, da sie nur die bekannteren Holzarten enthält, die vulgäre Namen besitzen. Von dem unglaublichen Reichtum Oaxacas an verschiedenartigen Baumsorten zeugt der Umstand, daß ich an einem einzelnen Berge (Cerro Espine Cafetal Concordia bei Pochutla) über 160 Baum- .-orten zählen konnte. Die Hanfknickmaschine Shely. Von Dr. Willi Müller. (Mit I Text.-ibbildung.) < In der Literatur wird in neuerer Zeit immer wieder eine Maschine er- wähnt ^ ). die von William A d o n i r a m Shely in Chicago. V. St. A., zum Brechen und Schwingen von Hanf und anderem Faserstoff konstruiert worden ist und die bereits in allen Staaten patentamtlich geschützt ist. (D. R. P. 339 269 Kl. 29A, Gruppe 2.) Shely. der sich gerade mit diesen Maschinen eingehend beschäftigte, hat durch diese letzte Konstruktion das Knickmaschinenprinzip mit gerippten Walzenpaaren ganz verworfen und ist jetzt zu einer recht einfachen, aber dafür äußerst praktischen Form übergegangen^). Die Maschine soll den Hanf evtl. auch anderes Fasermaterial brechen, schwingen und reinigen, und zwar wird dies dadurch erreicht, daß die gegen die Faser schlagenden Kanten der Schläger durch die umlaufende Tragvorrichtung in einer Bahn gefffhrt werden, die in bezug auf die Welle der Tragvorrichtung exzentrisch ist. Die gerösteten und vollkommen trockenen Hanfstengel werden senkrecht zui Längsachse der Maschine — die Maschine selbst ist höchstens ^/g m breit — eingeführt und durch zwei gerippte Zuführerwalzen weitergeleitet. Hierbei muß besonders darauf geachtet werden, daß keineStengel parallel zurEinführrichtung liegen, da sonst leicht Störungen auftreten. Das Material wird dann durch je drei Schlagleisten, deren Drehpunkte in einem gleichseitigen Dreieck angeordnet sind, abwechselnd von oben und unten geschlagen. Dem Schlagmesser ist. wie Schneider schon betont, durch besondere Führung ihrer mit Kurbeln versehenen Lagerzapfen eine •eigcnaitigc Abstreichbewegung- längs der Faser gegeben, danach kehren sie dann in die alten Schlagstellen zurück. Durch diese Abstreichbewegungen wird in äußerst geschickter Weise das Durchziehen der Handvoll Hanf bei Bearbeitung auf der Handbreche nachgeahmt. Es ist leicht verständlich, daß die obere und untere Reihe von Schlägerstangen sich nach entgegengesetzten Richtungen drehen und daß jede Schlägerstange nicht umkehrbar ist. Die Schläge sind bei ge- röstetem und getrocknetem Material so kurz und schonend, daß Schneider '1 The I n d i a Rubber World, \'ol. L.W. Nr. 3. 1921. S. 204 2) Schneider Mitteilungen des Forschungs-Instituts Sorau. II, 1920, S. 98. :>/ vorschlug, die Maschine direkt auf dem Felde auch an grün geschnittenen und saftigen Hanfstengeln zu versuchen, urh beim späteren Transport an Gewicht und Raum zu sparen. Die Versuche in dieser Richtung sind noch nicht abgeschlossen, vor allen Dingen traten hier zwei Schwierigkeiten auf, die unbedingt behoben werden müssen: i. wickelte die Maschine bei saftiggrünem Hanf von Zeit zu Zeit und 2. röstete das frisch entholzte Material äußerst schwer, nach Impfung mit Carbon CS I Bacillus Felsineus) leichter. Die Rinden mit den Bastbändern schrumpften beim Trocknen fest zusammen und bleichten selbst in der Sonne fast gar nicht. Das Holz ließ sich zumal bei dem grünen Material auch nicht ganz entfernen, doch glaubt Dr.-Ing. H. Schneider, Sorau N. L., der sich mit der Maschine eingehend beschäftigt, und unter Mitwirkung der Maschinen- fabrik E. Herrmann. Sorau N. L., welche die Maschine baut, auch bereits um- fangreiche Versuche angestellt hat, daß dies wahrscheinlich durch eine wiederholte Anordnung eines oder zweier Schlagmesserwalzenpaare zu erreichen ist. Der Vorzug liegt bei der Konstruktion darin, daß der Hanf — ähnlich wie der Flachs bei der Swynghedauwma- schine — nicht mit seinen Enden in kannellierten Wal- zen eingespannt wird, die infolge der verschiedenen Tiefen des Eingriffs zum Schluß höhere Lieferge- schwindigkeit haben als zu Anfang und dadurch leichi ein Zerreißen der Fasern bewirken. (iifte Brechmaschinen müssen ganz allgemein folgende Hauptbedingungen erfüllen: Die arbeitenden Organe dürfen vor allem niemals scharfe Schneiden oder Kanten haben, weil durch diese stets die Faser verletzt wird ^j. Auch müssen sie möglichst nur an einer Stelle auf die Stengel wirken, welche keinesfalls an mehreren Punkten festgehalten werden dürfen, weil sonst ebenfalls Verletzungen, ja sogar Zerreißungen der Fasern eintreten können. Es ist ferner vorteilhaft, .wenn der holzige Stengel nicht in zu kleine Teilchen gebrochen wird, weil diese sich schwieriger durch den folgenden Schwingprozeß abscheiden lassen. Wird der Stengel in allen Teilen in ziemlich regelmäßigen Abständen gebrochen, so kann später ein viel gleichmäßigeres .\bschaben und Abstreifen der Scheben von den Fasern stattfinden. Prüfen wir die eben angeführten Bedingungen bei der Shelymaschine. so zeigt sich, daß die Rippen der Zuführerwaizen nicht zu scharf sein dürfen, damit nicht hierdurch die Fasern beschädigt werden. Die Schlagmesser selbst sind ab- gerundet und haben nicht den geringsten besonders schädigenden Einfluß aus- geübt. Die Stengel 'werden nur an einer Seite festgehalten, die andere setzt dem Schlag keinen Widerstand entgegen. Die Scheben beim Hanf, von der Shely- ') W. Müller, Faserforschung I. 1921, i, Die Hanfknickmaschine Shely. - 5<^ - maschiue geknickt und geschwungen, sind sehr groli. im Durchschnitt 3.5 bis 4 cm, an der Spitze wurden sogar solche von 7 cm Länge gemessen. Das Brechen derStengel erfolgt natürlich infolge der regelmäßigen Anlage der Messergleichmäßig. Die mikroskopische Beobachtung zeigte, daß die Fasern nur äußerst wenig verletzt waren durch einzelne scharfe Kanten der Einziehwalzen, die Festigkeit ist nur unwesentlich beeinflußt worden. Bei der Behandlung des frisch geernteter Materials hatten die Fasern entschieden gelitten, da sie ja im feuchten Zustande bedeutend empfindlicher sind'). Es wurden mit dieser Maschine auch bereits Versuche mit Knicken und Schwingen von Flachs angestellt, doch i?t die Pflanze zu zart für diese Konstruktion. Das Prinzip der Maschine ist recht vielversprechend, und es ist zu erwarten, daß durch Verbesserungen, die inzwischen angebracht worden sind, den vor- handenen Übelständen wie Wickeln usw. abgeholfen wird. Nach Schneider verfolgt der Amerikaner bei der Shelymaschine vor allen Dingen den Gedanken, die Ausarbeitung des Hanfes soviel wie möglich sofort auf dem Felde vorzu- nehmen, was bisher an der geringen Transportfähigkeit der langen schweren Knickmaschine scheiterte. Forschungsinstitut Sorau, X. L. i {^{^ Koloniale Gesellschaften. li^l®] Ostafrikanische Gesellschaft „Südküste" G. m. b. H. zu Berlin. Nach dem Geschäftsbericht über das Jahr 192 1 hat die Gesellschaft eine zunächst lose Arbeitsgemeinschaft mit der Lindi-Kilindi-Gesellschaft m. b. H.. der Ostafrikanischen Palmenpflanzungs-Gesellschaft m. b. H. und mit der Ostafrika- Kompanie zum Zwecke des gemeinsamen Wiederaufbaues gebildet. Die mit verschiedenen Stellen im Auslande angeknüpften Verhandlungen konnten noch nicht zum Abschluß gebracht werden, kommen auch wegen der Schwj,erigkeit der in Betracht kommenden Verhältnisse nur sehr langsam voran. Nachrichten über die Pflanzungen in Ostafrika sind auch seit dem letzten Bericht nicht zu- gegangen; ebensowenig ist bekannt geworden, ob die Liquidation des Besitztums bisher stattgefunden hat. Das Liquidationsschädengesetz, auf Grund dessen die Entschädigungsansprüche zu regeln sind, liegt noch nicht vor; es ist also noch nicht zu übersehen, wann die endgültige Festsetzung der Entschädigung erfolgen wird. .Vorerst sind auf Grund von Entscheidungen der zuständigen Spruch- kommission Vorschüsse gewährt worden, die auf Wiederaufbau-Konto verbucht sind. Laut Gewinn- und Verlust-Konto ergibt sich ein Reingewinn von 25 146,25 M., der satzungsgemäß wie folgt verteilt werden soll: Zur ordentlichen Rücklage 5v.FI. von 25146,25 M. abzüglich Vortrag aus 1920 in Höhe von 1802,48 M.,' 5v.H. Dividende auf 474 250 M. vorzugsberechtigte Geschäftsanteile 23 712,50 M., Ge- winnvortrag auf neue Rechnung 266,56 M. Lindi-Kilindi-Gesellschaft m. b. H. zu Berlin. Wie wir dem Geschäftsbericht über das Jahr 1921 entnehmen, ergibt sich laut Gewinn- und \'erlust-Konto ein Reingewinn von 42 ^70. 99 M.. der gemäfi •) Siehe Fußnote auf S. 57. — 59 — § M der Satzung wie folgt verteilt werden soll: Zur ordentlichen Rücklage lo v.H. von 42870,99 M. abzüglich Vortrag aus 1920 in Höhe von 6786,48 M., 5 v.H. Dividende 25000 M.. an den Aufsichtsrat 555,55 M.. i v.H. Superdividendi.- sooo M.. Gewinnvortrag auf neue Rechnung 8706.99 M. Im übrigen deckt sich der Geschäftsbericht im wesentlichen mit dem der Ostafrikanischen Gesellschaft ..Südküste'' (s. o.). Ostafrikanische Palmenpflanzungsg^esellschaft m. b. H zu Berlin. Der 4. Geschäftsbericht über das Jahr J921 deckt sich in seinem aligememeu Teil mit demjenigen der Gesellschaft ..Südküste" (s. o.). Im Übrigen ist daraus ^u entnehmen, daß die laufenden Unkosten aus Zinseneinnahmen gedeckt werden konnten, und ein Gewinnsaldo von 218,36 M. auf neue Rechnung vorgetragei: werden soll. c c 1^ Aus ehemals deutschen Kolonien. Baumwollbau im ehemaligen Deutsch-Ostafrika. Die ,, Empire Cotton Growing Corporation" hat soeben den Bericht des Sachverständigen Major Hastings Hörne über die Ausdehnung der Baumwollkultur im „Tanganyika Territory" veröffentlicht. Der Bericht enthält für uns kaum Neues von Belang.- Der Berichterstatter schlägt vor. die vom Deutschen Gouvernement seinerzeit unterhal- tenen Baumwollstationen Mahiwa, Mpanganya und Kilossa wieder zu eröffnen, den Muansabezirk aber von Uganda aus mit Saat zu versorgen. Über das Biologisch-Landwirtschaft- liche Institut Amani wird folgendes gesagt: ..Das wichtige Gouver- nementslaboratorium nebst Farm in Amani wird von einem landwirschaft- lichen Beamten verwaltet. Der Stab ist g e g e n w ä r t i g hoffnungslos unzulänglich, aber es ist eine Bewegung im Gange, wonach .\mani ein mit Beamten reich ausgestattetes Institut werden soll sowohl für Tan- ganyika wie auch Britisch-Ostafrika, wobei diese beiden Protektorate zur Unterhaltung beitragen". Der Berichterstatter verweist auch auf die ehe- mals unter deutscher Verwaltung bestehende Einrichtung der Preis- garantie für Eingeborenen-Baumwolle durch das K o 1 o n i a 1 - W i r t - Schaft liehe Komitee und die hohe Bedeutung dieser Einrichtung. Er hält eine ähnliche Maßnahme für notwendig, wenn nicht dauernd Rück- schläge eintreten sollen. Alles Land^wird als Eigentum der Eingeborenen betrachtet und kann nur auf Gouvernementsverfügung veräußert werden. Europäer können gegenwärtig nur Land erwerben, das aus dem Besitze ehemaliger deutscher Pflanzungen stammt. Diese umfassen einige ausgezeichnete Baumwoll- Ländereien. Erwähnenswert ist noch die Feststellung', daß der von den Eingebore- nen der Kolonie stark hegehrte und unter dem Namen ...Amerikano" bekannte 6() — derbe Baumwollstoff in Japan hergestellt wird. Einer der Anlagen des Heftes enthält umfangreiche Auszüge aus amtlichen deutschen Berichten über die Baumwollkultur aus dem Jahre 1914. die genugsam erkennen lassen, wie gut unsere damalige Versuchsarbeit in der Kolonie organisiert und wie intensiv und erfolgreich sie betrieben wurde. Aus fremden Produktionsgebieten. [^ Baumwollbau in B r a s i 1 i e n. In dem Geschäftsbericht des größten landwirtschaftlichen Unternehmens in Säo Paulo, der Companhia Agricola Francisco Schmidt, für 1920 erscheint Baumwolle nicht mehr in der Rechnung, nachdem die Gewinn- und Verlustrechnung für 1919 einen Schaden von 138:394 $ im Baumwollbau verzeichnet hatte. Offenbar ist der Anbau als nicht lohnend aufgegeben worden. Zur Forderung der F) a u m w o 1 1 p r o d u k t i o n in Nordost- b r as i 1 i e n wurden zwei Gesellschaften gegründet; die Companhia Paraby- bana dt Reneficiamento e Prensagem de Algodäo wurde von drei Bra- silianern mit einem Kapital von 800000 Milreis gebildet; sie will Baumwoll- aufbereitungsanlagen in Campina Grande, Itabayana und Alagoa Grande im Staate Parahyba errichten. Die .Anlage in Campina Grande ist bereits im Betriebe; Produktion 300 Ballen von je 180 kg täglich. Die zweite Gesell- schaft, die Companhia Industrial de Algodäo e Oleos. wurde mit 750000p Milreis Kapital von Trojano de Medeiros und 16 anderen Teil- habern (darunter 14 Brasilianer) gegründet; Zweck: Aufbereitung von Roh- baumwolle und Ölproduktion. Sitz ist Rio de Janeiro, doch wird sie in Re- cifc arbeiten, und zwar Ölpresse und Raffinerie in Recifc, Versuchsstation in Altinho. Pressen in Säo Caetano, Garanhus, Limoeira, Sape, Souza, Nova Cruz, Iguatu und Sobra. (Latein-Amerika Nr. [B] 23, Nov. 1921.) Englische Baum Wollinteressenten entsandten einen Herrn P e a r s e nach Brasilien, um dort mit den Produzenten von Rohbaum- wolle liber die Versorgung der englischen Spinner mit Rohmaterial zu ver- handeln. Der Unterhändler suchte ein Monopol auf die ganze Produktion Brasiliens an langfaseriger Baumwolle zu erlangen, wofür er die För- derung des Anbaues durch Einführung moderner Methoden und finanzielle Unterstützung in Aussicht stellte. Im Interesse Brasiliens liegt es natürlich, zunächst einmal den Bedarf der heimischen Textilindustrie an Rohstoffen zu decken, bevor man auf die englischen Vorschläge eingeht. (Latein-Ame- lika Nr. [B] 24, Dez. 1921:) B a u m w o 1 1 p r o d u k t i o n und -Verarbeitung in Kolum- bien. Da die amtliche Statistik Kolumbiens keine Angaben über die Baumwollproduktion des Landes enthält, ist man auf Schätzungen seitens des Handels angewiesen. Längs des Rio Magdalena wird Baumwolle auf Pflanzungen von 25 bis 150 ha angebaut. Nach der Saat im April und Mai überläßt man die Felder bis zur Ernte sich selbst. Die hier angebaute .\rt ist perennierend und gibt vier bis fünf Ernten. Nach einmaliger Saat be- steht die ganze Arbeit im Pflücken während der Monate Januar — März. Dii Ernte von 1920 wird auf 3 Millionen Ibs. geschätzt. In Barranquilla sind J — 6i — zwar moderne Maschinen zur Entkernung und Reinigung der Baumwolle vorhanden, aber die Bedienung läßt zu wünschen übrig; die gewonnene R-ohbaumwollc ist sehr feucht und entspricht nicht den Anforderungen. Eine Versuchssendung nach den Vereinigten Staaten wurde 1919 zurück- gewiesen und nach Kolumbien zurückgeschickt. In Barranquilla bestehen zwei Spinnereien, deren eine jedoch ihre Rohstoffe aus den Vereinigten Staaten bezieht. Sie produziert lediglich Baumwollgarn (täglich 1500 Ibs.). (Latein-Amerika Nr. [C] 25, Jan. 1922.) Die Reis ausfuhr Brasiliens, die in den letzten fünf Jahren von 1315 auf 134544 Tonnen gestiegen war und in 1916 eine Einnahme von 565000 Milreis, 1920 eine solche von 94158000 Milreis erbrachte, hat 1921 s t a r k n a c h g c 1 a s s c n. In den ersten fünf Monaten wurden 5457 Tonnen im Werte von 3533000 Milreis ausgeführt gegen 37076 Tonnen im Werte von 27657000 Milreis im Vorjahre. Trotzdem ist die Produktion nicht zurückgegangen; aus Minas Geraes, Sao Paulo und Rio Grande de Sul kommen Meldungen von reichlichen Ernten. (Latein-Atnerika Nr. [B] 25, Jan. 1921.) Über die Zuckerproduktion Kolumbiens berichtet Dr. B e h r - H e y d e n in „Latein-Amerika" (Nr. [C] 25, Jan. 1922). Bis vor wenigen Jahren beschränkte sich der Zuckerrohr-Anbau auf die Deckung des örtlichen Bedarfs, besonders im Innern des Landes. Die Produktion hatte infolge des Wettbewerbes der auswärtigen großen Zuckererzeugung und der schlechten Transportverhältnisse des Landes unter andauernden erheblichen Preisschwankungen zu leiden. Geringe Voraussicht der Pflanzer und völliges Fehlen einer Statistik vermehrten diese Schwierigkeit. Etwa seit 1900 ist die kolumbische Zuckerindustrie aus ihrer alten, sehr primitiven Methodik zu besseren Systemen übergegangen. Unter dem Einfluß des Weltkrieges ist sie schnell aufgeblüht. Auch der Preissturz auf dem Weltmarkt hat das Interesse der Pflanzer nicht beeinträchtigt. Die natürlichen und Verkehrs- Bedingungen für Ausdehnung der Produktion zu Ausfuhrzwecken liegen in den küstennahen Departements günstig. Namentlich das Cauca-Tal (Depar- tement Valle) und die Gebiete von Pereira und Quindio bieten vorzügliche Aussichten. Die Gestehungskosten sind angesichts der niedrigen Arbeits- löhne gering, die Landpreise verhältnismäßig niedrig. Auch andere Teile des Landes bieten erhebliche Chancen. Voraussetzung für erfolgreiche Er- weiterung der Zuckerproduktion Kolumbiens wäre die Anwendung aller neu- zeitlichen Hilfsmittel aus Praxis und Wissenschaft für den Rohranbau und die Verarbeitung der Ernte. Zuckerproduktion in Britisch-Üstafrika. Die von Australien aus begründete „Victoria Nyanza Sugar Company" hat den Pflanzungsbetrieb im Gebiet des Victoria-Sees aufgenommen. Mitte vorigen Jahres sollen bereits 1000 acres' unter Kultur und weitere 600 acres für den Anbau vorbereitet gewesen sein. Man beabsichtigte eine Fabrikanlage zur ^'erwertung von zunächst etwa 80000 tons Rohr je Saison aufzustellen. Näheres über die Örtlichkeiten ist nicht mitgeteilt. (The Lousiana Planters und Sugar Manufacturer Dez. 21.) Die Rohrzucker-Industrio in Portugiesisch-Ost- afrika entwickelt sich weiter. Die Incomati Sugar Co. vergrößert die Leistung ihrer Fabrik auf 20000 t jährliche Zuckererzcugung, die Afrikan Estates Co. will 300001 jährlich herstellen; eine neue Fabrik . soll am Ma- puta errichtet werden. Die drei Fabriken der Seua Sugar Estates. die am Zambesi liegen, erzeugen jährlich 35000 t Zucker (Zentralbl. f. d. Zucker- industrie V. 7. Jan. 22.) Die Olivenkultur in T u n i .s hat sich unter dem iiiuHuli der großen Wertsteigerung seit 1917 erheblich ausgedehnt. Der damalige Wen der ölausfuhr betrug über 30,8 Millionen Fr. Die Ernte von 1920 wird auf 40 Millionen kg geschätzt. Man hat übrigens dort die Erfahrung ge- macht, daß der Baum auch auf sonst geeignetem Gelände über 8üu in Mecreshöhe gedeiht, was man lange Zeit für unmöglich hielt, trotzdem die Befunde in alten römischen Niederlassungen darauf schließen ließen. (Olieii, Vetteit en Oliezaden v. 5. Nov. 21.) Der Export von Erdnüssen aus China betrug nach der amt- lichen .Statistik in tons: .,,^ ,,,0 1920 1919 1910 Geschälte 68979 69338 29001 Ungeschälte 6506 8 117 ^586 Mehr als 75%> der geschälten Ware singen nach Japan und Foriuo-. . das übrige vornehmlich nach Hongkong und den Vereinigten Staaten. Die W e 1 t p r o d u k t i o n von Olivenöl in der Saison 1920/21 betrug 807000 tons, die sich folgendermaßen verteiltLu: Spanien 325000 Algier i5(xj!ieb hinter 1919 zurück, die Besprengung mit Kalk ist ein wirksames Be- kampiungsmittel und scheint noch dazu der lüitwicklung der jungen Bäume förderlich zu sein. Besonderes Interesse verdienen die vom Kulturgarten ausgeführten ^laßnahmen zur Erhöhung der Erträge der Pflanzungen. Diese Arbeiten betrafen sowohl Kakao wie auch Kaffee. Sie erstrecken sich auf Veredlung des vorhandenen Materials durch Pfropfung mit Reisern ertragreicher Pflanzen und durch .\nzucht hochwertigen Anzuchtmaterials von Sämlingen und Stecklingen im großen Maßstab. Für die Auswahl des Zuchtmaterials sind Höhe und Qualität der Erträge, Entwicklungsenergie und Empfänglich kcit für Krankheiten maßgebend. Das Ausgangsmaterial liefern zum größten Teil die Pflanzungen selbst. Im Berichtsjahr wurden auf sieben Plantagen im ganzen 10 000 Kakaobäume numeriert, und bei jedem wurde im Lauf des Jahres die Anzahl der Früchte festgestellt. Die schlechten ..Trager" wurden über der Erde gekappt und die Wasserreiser mit Pfropf- material von guten ..Tragern" veredelt. Von der Verwendung des Lagarto- Kakaos (Theobroma pcntagonum) in den Pflanzungen rät die Versuchs- station ab, weil nach den langjährigen Erfahrungen die Erträge dieser .Art unbefriedigend sind, ihre geringe Anfälligkeit gegen die Krulli itenkrankheit ;iber diesen Mangel nicht wett macht. Der Absatz des Surinam-Kakaos lili unter der schlechten Preis- gestaltung des Berichtsjahrs. Der größte Teil der Ernte mußte zu so nie- drigen Preisen abgestoßen werden, daß nicht einmal die Produktionskosten gedeckt wurden, oder auf Lager bleiben. Die Ausfuhr betrug niiid 1 794 1 gegen rund 1670 t i. J. 1919- Kaffeeproduktion Brasiliens. Eine Statistik des Laiid- vvirtschaftssekretärs von S ä o Paulo schätzt die K a f f e e - E r n t e 1921/22 des Staates auf 8030000 Sack, die sich wie folgt verteilen: Paulistazone 3300000 Sack, Mogyanazone 2560000 Sack. Sorocabanazone 905000 Sack. Zone der englischen Bahn 255000 Sack. Eingeschlossen sind fcrnei -^ 64 - 78000 S.-ick aus Minas und 40000 Sack au.-, Paranä. Die EriilL- wird durcli Mangel an Arbeitskräften beeinträchtigt. Fröste haben in Campinas, Sä<> Carlos, Piracicaba, Rio Claro, Braganga Faxinas und im Staate Paran:i Schäden verursacht. Die Regierung kauft in Rio und Sanlo.^ noch Kaffee zu Valori- s a t i n s preise n auf, und es wird für eine dauernde Valorisation Stim- mun.n gemacht. Die Kaflfeeproduzenten von Rio und Minas Gcraes werden ersucht, zur Vermeidung von Verstopfungen des Hafens von Rio mit ihren Anlieferungen zurückzuhalten. Infolge längerer Trockenheit und kalter Winde dürfte die neue Kaffee-Ernte hinter den früheren Schälzungen zurück- bleiben. Von großem Nachteil ist der Mangel an Arbeitskräften in tUn Pflanzungen. (Latein-Amerika Nr. (B) 23. Nov. 21.) VV e 1 t p r o d u k t i o n und V e r 1) r a u c h v o n T c e. (Vgl. Troptl. 1921, S. 190.) Tee gehört zu denjenigen Produkten, die am meisten unter der jetzigen Wirtschaftskrise gelitten haben, im Gefolge der Krise haben denn auch viele wirtschaftlich schwache Unternehmungen sowohl in Nieder- ländisch- wie in Britisch-Indicn den Betrieb einstellen müssen, während die übrigen Pflanzungen ihre Ernte auf die feineren Sorten beschränkten. Ge- ringere Marken lagen gewissermaßen auf der Straße und deckten mit knapper Not die Unkosten für Fracht und \'erkauf. Die Vorräte häuften sich und übten einen schweren Druck auf den Markt aus. Die Krisis war um so eigenartiger, als in allen Ländern, mit Ausnahn)* Rußlands, der Teeverbrauch zunimmt. Der Rückgang der Ausfuhren in 19^1 gegen das Vorjahr wird für Britisch-Indicn auf 15 Millionen kg geschätzt, -für China und Japan aui IG Millionen, für die Gesamtausfuhren auf 40 bis 45 Millionen. Danach wür- den 1921 nur 245 Millionen kg in den Handel kommen, gegen 287 irti Vorjahr. Letztere Zififer blieb noch um 63 Millionen gegen 1913 zurück. Die Tet- ausfuhr Niederländisch-Indiens in 1921 wird auf 30 Millionen kg geschätzt, was einen Rückgang um 12 Millionen gegen 1920 bedeuten würde. Der A' c r b r a u c h in den wichtigsten .Vufnahmeländern ist wie folgt gestiegen:- j^j^ ^^20 1921 (Schätzung) Großbritannien 138,6 Niederlande 5^.S Australien und Neuseeland 20,2 Für Kanada wird der Verbrauch in 1921 auf 16 Millionen, für dn- \\r einigten Staaten von Nordamerika auf 42,2 Millionen kg geschätzt. Einem Mehrverbrauch von schätzungsweise 66,5 Millionen kg steht iii< unsichere Lage in Rußland gegenüber, dessen Bedarf (einschl. Polens) in 191.^ mehr als 76 Millionen kg betrug. Nimmt man an, daß Rußland im Jahre 1921 ganz ausgefallen ist, so Avürde sich danach — abgesehen von den Pro- duktionsländern — der Weltverbrauch um 10 Millionen kg niedriger stellen als 1913. Die. Gesamtausfuhren von 1921 sollen etwa um 106 Millionen kg hinter denen von 1913 zurückstehen. Damals war von Überproduktion keine Rede. Man darf also annehmen, daß • 1921 der X'erbrauch von Tee die Produktion um nahezu 100 Millionen kg überstiegen hat. Dieser Differenz standen unverkaufte Vorräte in gleichem Umfang gegenüber. Nach A'erkauf dieser Vorräte mußten die Preise anziehen, wie sich neuerding- ja auch 1920 192 illionen kg 178,2 196 8,5 10 ■-> ^7 - 65 - "gezeigt hat. Für das Jahr 1922 wird man \ ermutlich niil einem Mangel an Tee zu rechnen haben. (Indische Mercuur v. 6. Jan. 22, nach Mededeelingen van de Handelsvereeiniging te Medan.l Teeanbau in Brasilien. Auf einer großen Pflanzung bei Ouro l'reto ( Minas Geraes) werden 351 000 Teesträucher kultiviert, deren Ernte ebenso- gut sein soll wie in Indien. Die Pflanzung liefert jährlich 1500 bis 2000 kg fertigen Tee, der zumeist in Rio de Janeiro, Säo Paulo. Pello Horizonte und (^uro Preto verbraucht wird. (Latein-Amerika Xr. (B) 25. Jan. 22.1 Chinesische Kampfer-Erzeugung. In China beschäftigt mau sich augenblicklich mit der Frage, wie die Kampfer-Erzeugung zu heben sei, und zwar besonders angesichts des Umstandes, daß die Kampfer-Erzeu- gung auf Formosa, das in dieser Beziehung bisher das Monopol hatte, all- mählich abnimmt. Von China wurden in den letzten Jahren ausgjeführt: 1916: 2277 Pikuls 181673 Hk.-Tls., 1917: 3547 Pikuls 621 918 Hk. -Tis., 1918: 5742 Pikuls 428074 Hk.-Tls., 1919: 25093 Pikuls i 595313 Hk.-Tls.. 1920: 29997 Pikuls 2840043 Hk.-Tls. Dagegen ist die Erzeugung von Kampfer auf Formosa von 5360642 Kin in 1910 auf 2 197780 Kin in 1919 (i Kin gleich 1,32 Ibs.) zurückgegangen. Die hauptsächlichsten Erzeugnisgebiete in Chin.t sind die Provinzen Kiangsi, Fukien und Kwangsi, doch kann das chinesische Systeni der Destillation mit den modernen Methoden in Formosa nicht ver- glichen werden. Auch sorgt man in China noch nicht für eine VViederauf- forstung der geschlagenen Bäume. Man bestrebt sich jetzt, bessere Metho- den zur .\n\Vfndung zu bringen. (Gummi-Zeitung 36, Nr. 7, Nov. 21.) J Ht^C^I Vermischte s. |^^k< Ein neuer Teeschädling auf Java. Phytorus dilatatusjacoby hat sich neuerdings stellenweise empfindlich fühlbar gemacht. Wie Ch. Bern ard mitteilt, frißt dieses Insekt die jungen Blätter und auch die Rinde junger Zweige an und bewirkt bei massigem Auftreten schwere Schädigungen. Das Absuchen und Fangen der Tiere ist deshalb schwierig, weil sie sich schon bei der leisesten Berührung des Tee- strauches durch den Menschen auf den Boden fallen lassen. Bernard betont zwar, daß der Schädling vorerst nur sporadisch auftrete und noch keine beängstigende Ausdehnung der Plage zu verzeichnen sei. hält aber gründliches Studium seiner Biologie, insbesondere seiner Verbreitung auf anderen Wirtpfianzen für erforderlich, um der Gefahr rechtzeitig und erfolg- reich begegnen zu können. (Indische Mercuur v. 30. Dez. 21. Ein neuer TextilstofF. Nachdem erst vor kurzem die Köln-Rottweiler A.-Ü. unter dem Namen „Vistra'- ein neues Kunstgespinst in den Handel gebracht, das als Ersatz für Wolle, Baumwolle und Kunstseide in Betracht- kommt, hat sich neuerdings Dr. S c h ü 1 k e in Hannover ein Verfahren patentieren lassen. da.-< der Her- stellung eines weiteren Spinnstoffes „L a n o f i T dient. Dieses Produkt soll im Aussehen der Wolle gleichen und besonders für weiche Garne, als Ersatz für Kammgarne, geeignet sein. Man rühmt dem Lanofil die verschiedensten Vorzüge nach. Zur Verwertung der Patente hat sich eine G. m. b. H. mit dem Sitz in Aschersleben (Bez. Magdeburg) gebildet. (Zcitschr. f. d. gesamte Textil-Industrie Nov. 21.) — 66 - U m{^[~ Neue Literatur. |l^l^k < Vi: Das n 11 t e r i r d i b c h e Wasser und rt i t- Wünschelrute. V^oii T o h. W a 1 t h e r . Professor der Geologie und der Paläontologie an der Universität Halle. N'erlag E. Hampel, Weißvvasser O. L. 32 S. Nach einem Überblick über Entstehung und Bewegung des Wasser.^ außerhalb und innerhalb (Kr Erdrinde und den .\ufbau der letzteren behan- delt der Verfasser das interessante Wünschelrutenproblem. Seine Dar- legungen beanspruchen besonderen Wert, da er einst dieser ganzen Frage ablehnend gegenüberstand. Mit dem lernst und der Skepsis des Forschers .-!ucht er fiie Lösung des Problems und erkennt, daß es nur durch ver- gleichende Beobachtung zahlreicher Rutengänger gelöst werden kann. Die Vorgänge sind nach der Ansicht des Verfassers ganz natürliche Er- scheinungen, die wissenschaftlich erklärt werden können und müssen. Viele Menschen besitzen die Rutengabe, ohne es zu ahnen, sie können sie steigern und modifizieren. Mit der Rute selbst ist diese Gabe nicht verbunden; diese dient lediglich als ,, Fühlhebel", der eine kleine Bewegung verstärkt. Das Wünschelrutenproblem ist zunächst eine physiologische Frage, die Ruten- gabe so eigenartig, daß sie mit keiner anderen Begabung zu erklären ist. Die wahrscheinlichen Voraussetzungen für den Rutenausschlag sind nach dem Verfasser 1. ein von der Umgebung abweichender natürlicher Zustand dci Erdrinde unter der Rutenstelle, 2. angeborene Reizbarkeit gewisser Gewebe de.'- Rutengänger.'-. .^1. dessen Fähigkeit, denjenigen der auf ihn wirkenden Reize herauszulesen, der nach seiner Erfahrung auf einen bestimmten Zu- stand des Teils der Erdrinde schließen läßt. Die Frage, ob man mit Sicher- heit W'asser oder Bodenschätze mit der Wiinsehelnite entdecken kann, i^i nur bedingt zu beantworten. Zeller. l; n denk u n d e. \'on Dr. 1' Nagele r. 2. Auti. iy:!i. Sammlung Göschen. 103 S. In gedrängter Kürze gibt der bekannte Verfasser ein Bild des heutigen Standes der wissenschaftlichen Bodenkunde. Die Entstehung der Böden. ihre gesetzmäßige Verteilung und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Bodenuntersuchung werden in einzelnen Kapiteln behandelt. Die Boden- kunde ist noch keine abgeschlossene, überall auf unwidersprochene Ergebnisse exakter Forschung begründete Wissenschaft. Um so mehr ist es dem \'erf asser zu danken, daß er alle Ansichten zur Geltung kommen läßt, wenn er dabei auch auf eigenes Urteil nicht ver- zichtet. Das Werkchen i>i nicht als gemeinverständliche Darstellung an- zusprechen, es setzt ein gewisses Maß von Vertrautheit mit den Grund- begrifTen der wissenschaftlichen Forschung voraus. Dennoch kann es auch dem modernen Praktiker ein guter Berater in .dien bodenkundlichen Fragen sein. Der Umfang des Stoffgebietes und der beschränkte Raum zwangen zu knappster Darstellung; vieles konnte nur angedeutet werden, dessen ein- gehende Darstellung vielleicht erwünscht wäre. Um so mehr ist anzu- erkennen, daß der Verfasser in meisterhafter Weise überall den Kern der Sache klar herausgeschält hat und die einzelnen Theorien und Tatsachen nicht ohne Verbindung ließ. Daß der Verfasser die Verhältnisse der Tropen und Subtropen aus eigener Anschauung kennt, zeichnet das vorliegende Werk vor manchen anderen Schriften über Bodenkultur aus. Zeller. - 67 - Deutscher Kolonialtag in Berlin am 23. und 24. Mai 1922. Unsere Mitglieder weisen wir darauf hin, daß gelegentlich der Haupt- versammlungen des Kolonial-Kriegerdanks und des Reichsverbandes der Kolonial- deutschen am 23. und 24. Mai 1922 in Berlin eine allgemeine Kolonial- tagung stattfinden wird. Hierzu sind alle Deutschen, die in unseren Kolonien gelebt haben oder sich für die koloniale Arbeit interessieren, eingeladen. Die Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Anmeldungen unter Einsendung des Beitiages von 10 M. und Wünsche wegen Quartierbeschaffung sind an die Geschäftsstelle des Kolonialtages (Deutsche Kolonialgesellschaft, Berlin W35, Am Karlsbad 10, Postscheckkonto Berlin Nr. 19043) zu richten. Kolonial -Wirtschaftliches Komitee. «ssaozsasiBstEse^gsezieagiszseaiGziczg Marktbericht. oasBiaaBzafsisfsgaastssaitBesiezatBta Die Notierungen verdanken wir den Herren Warnholtz Qebrfider, Hamburg. Die Preise verstehen sich für 18. Mftrz 1922. Baumwolle, uordamerikanische: inidd- ling 19 Cents für 1 ib. Baumwolle, ägyptische: 171/2 pence für 1 Ib. Copra, westafrikanische: £ 23 fitrl015kg. Copra, ostafrikanische: £ 23 für 1015kg. Copra, Südsee: £25,50 für 1015 kg. Dividivi: Fl. 14 für 100kg. Erdnüsse, westafrikanisilie, unge- schälte, Frs. 75 für 100 kg. Erdnüsse, ostafrikanische, geschälte, £ 21—22 für 1015 kg. Elfenbein, Kamerun : Zähne über 15kg Mk.llOO bis 1300, Zähne von 10—15 kg Mk. 900—1100, Zähne von 5—9 kg Mk. 700—800, Zähne von 3— 4 kg Mk. 600— 600, Zähne von 2—3 kg Mk.400 bis 500, Crevellen Mk. 350—370 für 1 kg. Gummi arabicum Cordofan: 4b Shilling für cwt, westafrikanische Sorten 40 Shilling für cwt. Guttapercha: Siak reboiled 9 pence für IIb. Hanf: Java-Sisal, prima Fl. 46 für 100 kg, Ost- afrika-Sisal, prima £ 37, Ostafrika, Abfall £ 19—20, Mexiko-Hanf £ 32—34, Manila J.gred £ 37—38, Neuseeland, fair £ 36 für 1016 kg. Holz: Ebenholz Kamerun, £ 10— l:?, Ebenholz Tamatave Frs. 5.50—650, Grenadillholz £ 17, Mahagoni, Goldküste £ 6-8, Okoumö Frs. 250 bis 270 für 1000 kg. Höruer: Buenos Aires Ochsen Mk. 5000— 5500, Kuh Mk. 3000, Rio Grande Ochsen Mk. 6000 bis 8000, Kuh Mk. 4000—4500 für 100 kg. Juterind, flrsts £ 27,10 für 1015 kg. Kaffee: Santos superior 67 Shilling, Guatemala, prima 86 Shilling, Usambara, enthülst 83—88 -•Shilling, l.iberia G-2 Shilling für 1 cwt. Kakao: Accra, good fermented 47 Shilling, Accra, fair fermented 45 Shilling, Thom6, superior 65 Shilling, Kamerun Plantagen 53 Shilling, Lagos 44 Shilling, Bahia, superior 59 Shilling, Caracas 62 Shilling für 50 kg. Kapok: prima ostafrikan. Mk. 90 für 1 kg. Kautschuk: Para Mk. 115, Conakry Mk. 75. Gambie, prima Mk. 75, Gambie, geringer Mk. 30—40, Mozambique, prima rote Mk. 80. Plantagen Manihot Mk. 40—60, Hevea Plan- tagen, feinste Orgpe Mk. 95. Hevea Ribbed smoked Mk. 95 für 1 kg. Kolanüsse: ^U Nüsse Mk. 21,50, >/, Nüsse Mk. 21,50 für 1 kg. Kopal: Benguela naturell Mk. 12-15, Benguela hell Mk. 30— 35, Zanzibar, glatt Mk..lo0 für 1kg. Mais, ostafrikanischer: 33 Shilling für 480 Ibg. Nelken: 12V2PeDce für 1 ib. Palmkerne: £ 19,10 für 1016 kg Palmöl: Kamerun, £ ?,', Lagos £ 39,10 für 1015 kg. Perlmuttschalen: Tahiti Mk. 75— 85 für 1kg. Pfeffer: schwarzer Slngapore Mk. 46, weißer Singapore Mk. 74 für 1kg, Chillies nicht an- geboten. Reis: Java nicht angeboten, Rangoon 14 Shilling :; pence für 50 kg, Brasil nicht angeboten. Sesamsaat: £ 21—22 für 1015 kg. Sojab;ohnen: £ 13,10 für 1015kg. Vanille: Bourbon Frs. 60, Tahiti Krs. 33V2 fürl kg. Wachs, westafrikan. Mk. 80, ostafrikan. Mk. 85 für 1 kg. I Auf bereitungs^ Maschinen fiir alle tropischen Produkte Agaven«EntfaserungssMaschinen Baumwoll'Entkernungs * Maschi* nen und Pressen KafFee » Bearbeitungs -- Maschinen Kakao < und Kopra »Trocken« Apparate und 'Häuser Kapok s Entkernungs -- Maschinen Mühlen für alle Zwecke Reismühlen Maniok=Raspeln Ölmühlen u. »pressen für Baum» woUsaat, Bohnen, Erdnüsse, Kopra, Rizinus, Sesam usw. Palmöl» und Palmkern »Gewin» nungsmaschinen Destillier» und Mineralwasser» Apparate Lieferung aller Zubehörteile: Antriebs»Maschinen, Transportmittel, Plantagengeräte, Baumrode» Maschinen, Werkzeuge, Baumaterialien, Betriebsstoffe, Pflüge, Motorpflüge, Dampfpflüge Theodor Wilckens, G. m. b. IL, Hamburg 1 V Telegr.»Adr. Tropical Ferdinandstraße 30 § KODa llwluilwll StraSauer Strasse 52. SpGtzialfabrik für Tropanzsite und Zelt-Ausrüstungen X Zeltgestell a. Stahlrohr D R G. M. o IS .. w ■X) O o. Vi n 3 $ n 3 ' CO 2 N. ^. SL 3 '>!«nn. Wohnzelte mit kompletter innerer Einrichtong. S) Baren -Treckzelte. @ Wollene Decken aller Art. Lieferant für staalliclie und städtisclie Behörden, Expeditionen, Gesellschaften. Ilhistr. Zelt-Kataloge frei. Telegramm-Adresse: Z il t r e ichel t Bei lin. FARMER SCHIFFS VIEH APOTHEKEN I Apotheken für Expeditionen, Tropenreisen usw. | 1 Vollständige medizinische Tropenausrüstungen 1 1 in jeder Größe und bester Ausstattung 1 Komprimierte Medikamente (Tabletten) * Sterilisierte Lösungen in Ampullen * Verbandstoffe in Preßstücken Malaria-Mittel » Dysenterie-Mittel * Tierarznei-Mittel BERNHARD HADRA Medizinisch-Pharmazeutische Fabrik und Export BERLIN C2, SPANDAUER STRASSE 40 TELEGRAMM-ADRESSE: ANGINOSAN Fünfsprachige Export-Preisliste zu Diensten iDeutscher/llrlKa Dienst! I Woermann-Linie l.-G. Deutsche Ost-Afrika-Linie HamburO'llmerika-Linie alinstT Hamburg-Bremer tfriha-Linie l.-G. Regelmäßiger Passagier- und Frachtdampfer- Dienst zwischen Hamburg und West-, Südwest-, Süd- u. Ost-Afrika Uounlerbrochene lagergeldfreie GüleraDnahme in Hamburg Bremen Petersenkai, Schupp. 27 Haien 1, Schappen I Nähere Auskunil wegen Fracht und Passage erieiien in Hamburg Wcerraann-Linie A.-G. u. * Afrika- Deutsche Ost- Afrika-Linie/ haus , Bremen Hamburg-Bremer Afrika-Linie A.-G. Berlin Gustav Pahl, G. m. b. H., Neustadt. KirchstraHe 15, NW 7. IIIFtf Erfurter Gemuse- u. Blumen-Samen Probe-Sortiment von 50 best. Sorten inkl. tropensich. Verp. 45 M überallhin franko Bilderreicher deutscher Samen-Katalog (auch kl.spanlschepreisl.) gegen Rückporto postfr. " Handelsgar!!. erei ■BN: alier AftuGröAe zur Schädlings- bekämpfung an Reben, Bäumen u. Pflanzen usw. liefern seit 25 Jahren Gebr. Holder Metzingen (Wttbg.) Preist. 293 gratis. Ph.Mayfarth & Co. / Frankfurt a./V\. 302 Maschinenfabrik / Abteilunjs Pressenbau. Gegr. 1872. ABC Code 5th Edition Filiale Berlin N 4, Gartenstr. 33 [2] Hydraulische Pressen Ölpressen für Oliven, Sesam, Baumwollsaat-,Sonnenblumen- u. Palmkerne, Erdnüsse, Eukalyptus, Sojabohnen usw. Hydr. Pressen zum Auf- und Abpressen von Vollgummireifen Ballen-Packpressen für Baumwolle, Wolle, Fa- sern und alle sonstigen Zwecke Hans Tietgerij Bankgeschäft Hamburg 36 Haiser-Wilhelm-Straße 16, „Bärenburg" Fernsprecher: Hansa 4085 und 6901 Telegramm-Zldresse : Bankt/geni ßankhonto- Norddeutsche Bank j Für auswärtige Überweisungen: Reidisbank An- und Verkauf von Wertpapieren Ausländische Moten und Devisen Kulante, gewissenhafte /Ausführung von Börsenaufträgen Internationale und überseeische Spedition und Hibeltrnnsporte Gepäckbeförderung / Verzollung / Versicherung / Lombard Verpackung und Lagerung von Möbeln und Waren aller Art Max Lux/Bcrlin-Halcnscc Ringbahnstr. 1-2 / Georg-Wilhelm-Str.4/ Fernsprecher: Uhland 595 u.3474 Verantwortlich für den wissenschaftlichen Teil des „Tropenpflanzer" Oeh. Ob.-Reg.-Rat Dr. Walter Busse, Berlin. Verantwortlich für den Inseratenteil: Paul Fuchs, Berlin-Lichterfelde. Verlag und Eigentum des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Berlin W35, Potsdamer Straße »23. Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn in Berlin SW68, Kochstraße 68— 71. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Bucbdruckerei G. m. b. H., Berlin SW68, Kochstraße 68—71 J ahrgang. Nr. 5. Mai /Juni 1922. DER TROPENPFLANZER Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschafl. Herausgegeben von Walter Busse. Inhaltsverzeichnis. Aug. Grieder, Zur Frage des Anbaus von Faserpflanzen im Staate Säo Paulo, S. 69. Dr. J. C Th. Uphof, Der Anbau und Verkauf von Citrusobst in den Vereinigten Staaten, S. 72. Th. Marx und A. Zimmermann, Über das Klebrigwerden des Kautschuks (Schluß), S. 83. Koloniale Gesellschaften, S. 87, Westafrikanische Pflanzungs- gesellschaft „Victoria" zu Berlin (Victoria-Kamerun). Aus fremden Produktionsgebieten, S. 88, Ausfuhrhandel Ceylons... — Ausfuhrhandel Burmas. — Baumwolle. — Zucker- rohr. — Ölrohstoffe und Öle. — Kaffee. — Gewürze. —Tabak. — Kautschuk. — Hölzer. Landwirtsch.aftstechnische Mitteilungen, S. 98, Hanf. — Flachs. — Ölpalme. — Kaffee. — Tabak. Vermischtes, S. 100, Koprabeschaffung aus den Philippinen. — United Fruit Co. — Cativa-Harz. — Welt-Zuckererzeugung. Neue Literatur, S. 103. Marktbericht, S. 105. Nachdruck and Obersetzang nnr mit Quellenangabe gestattet. Erscheint monatlich. ^-«t- Bezugspreis jähriich 50 Mark, ^ einschließlich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte". ^^ Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" Berlin W35, Potsdamer Str. 123,. Im Verlage des Koloniol-UirtschoftUchen Komitees Berlin W35, Potsdamer Straße 23 ^^■—■i 1— i^— erscheinen fortlaufend: ^■^^^■^^■^■^^i^i^" Der Tropenpflanzer, Zeitschrift für tropische Landwirtschaft mit wissenschaft- lichen und praktischen Beiheften, monatlich. 1922. XXV. Jahrgang. Preis M 50, — jährlich. Deutsch-koloniale Baumwoll-Unternehmungen. Bericht I— XVII, Karl Supf. Verhandlungen des Vorstandes des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees. Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission. Verhandlungen der Kolonial -Technischen Kommission. Verhandlungen der Kautschuk- Kommission. Verhandlungen der Ölrohstoff- Kommission. Sonstige Veröffentlichungen des Kolonial -Wirtschaf tlichen Komitees: V^irtschafts-Atlas der Deutschen Kolonien. Zweite, verb. Aufl. Preis M20,— . Samoa- Erkundung, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wohltmann. Preis M 9, — . Fischfluß- Expedition, Ingenieur Alexander Kuhn. Preis M 9, — . Wirtschaftliche Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördlichen Deutsch-Ostafrika, Paul Fuchs. Preis M 12,—. Die wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn, Paul Fuchs. Preis M 9, — . Die Baumwollfrage, ein weltwirtschaftliches Problem, Prof. Dr. Helfferich, Wirkl. Legationsrat a. D. Preis JVl 3, — . Die wirtschaftliche Bedeutung der Baumwolle auf dem Weltmarkte, Eberhard von Schkopp. Preis M 4,50. Die Baumwolle in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M. 4,50. Die Baumwolle in Ägypten und im englisch-ägyptischen Sudan, Moritz Schanz. Preis M 12,—. Die Baumwolle in Ostindien, Moritz Schanz. Preis M 9,—. Die Baumwolle in Russisch-Asien, Moritz Schanz. Preis M 9,—. BaumwoU-Anbau, -Handel und -Industrie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M 9,—. Plantagenkulturen auf Samoa, Prof. Dr. Preuß. Preis M 4,50. Deutsche Kolonial-Baumwolle, Berichte 1900—1908, Kari Supf. Preis M 12,—. Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft Preis M 6,—. Koloniale Produkte, Erläuterungen zu der Schulsammlung. Preis M 2,50. Anleitung für die Baumwollkultur in den deutschen Kolonien, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M 6,—. Auszug aus der Anleitung für die Baumwollkultur, Deutsch-Ostafrika, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M 3, — . Die Guttapercha- und Kautschuk-Expedition des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees nach Kaiser Wilhelmsland 1907—1909, Dr. R. Schlechtp.r. Preis M 15,—. Der Faserbau in Holländisch-Indien und auf den Philippinen, Dr. W. F. Brück. Preis M 12,—. Praktische Anleitung zur Kultur der Sisalagave in Deutsch -Ostafrika, Prof. Dr. W. F. Brück. Preis M 3,—. Die Welterzeugung von Lebensmitteln und Rohstoffen und die Versorgung Deutschlands in der Vergangenheit und Zukunft, Dr. A.Schulte im Hofe.' Preis M 9,—. Das Ende deutscher Kolonialwirtschaft, Dr. Wilh. Supf. Preis M 4,—. ^6, ^Wm "^'^'^ Mß^^ "t^ if^ .'C^^ /S Fr. Haakc, BerUn NW 21 ^^^^= Kolonial -Maschinenbau. ^^^^= Maschinen und Anlagen zur Gewinnung von Palmöl und Palmkernen, preisgekrönt infolge öffentlichen Preisausschreibens vom Kolonial -Wirtschaftlichen Komitee. Neues Trockenschälverfahren für die Ölpalmfrüchte, ermöglicht bei erheblicher Verein- fachung der Anlage und Abkürzung des Arbeitsprozesses die Erzielung fettsäurearmen Palmöls, für Speisezwecke geeignet. Patentiert in allen interessierten Ländern, Sämtliche Maschinen zur Ölgewinnung aus Ölsaaten. Kokosnuß - Entiaserungs- und Spaltmaschinen, Kokosileischreiben. Kopra -Trockenanlagen (Kanalsystem mit autom. Trockenluitzirkulation). Erdnuß -Enthülsungs- und Separiermaschinen, Enthäutungsmaschinen. Schrot- und Feinmahlen, Maisbrecher, Reisschälmaschinen, Siebwerke. B Baumwollgins mit Walzen und Sägen, Kapok -Entkörnungsmaschinen. H Hanfgewinnungsmaschinen, Raspadoren und automatisch arb. „Roland". ^Ballenpressen, hydraulische und mechanische, für Hand- und Kraftbetrieb. ™iBiuaptikel_GesBlisi Cliarlol ,enbur3^ n Unverwüstlich, "•»erlijll- C, Was«!'"? '"'anCert frei von ""^^ "lii.j ■''"'"■ •^'■« ''"'''' .1»«'" '"l-u.fiiibDiihmiLverl" ^lasiis^^assiia^si^siuBs^^siisB^sBni: Atala Dachbedeckung in grauer Farbe Tcerfrci, unverwüstlich, wasserdicht, dauerhaft, ♦ ♦ wetterbeständig ♦ ♦ Leicht zu verlegen, ohne Anstrich. Keine Reklame oder Ausstattungs-Verteucrung. Unübertroffene Qualität, trotzdem uner- reicht billig Beste Dachpappe für Tropen niiiniiiiiiiniiiiMniiriiniiiniiinniiiiiiiirtniMiMiiiiiiiiiKiiriiiinniiniiiiiiiiiiiiiiMi Offerten und Muster kostenlos : Atala Bauartikel Gesellschaft m. b. h. fi Berlin-Charlottenburg 2 .' 81 Telegramm-Adresse: Atalages ii: nu nu ai Berliner Straße 167 fi nu ■%AAL--I IST .^»rift«. mw^^ WmmM f^^ ilciienfbehplfe^ÄiÄ ÄUP ^pbessepung des Epf Pages ! .Auskunffe durch die Druck;schpiffer AgriKullur-Äbfeilung Deuisches K?lisyr\diKcif<5 m.b.H. Berlin S:v\?!ll| DER TROPENPFLANZER m m ZEITSCHRIFT FÜR m m TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. i 25. Jahrgang. Berlin, Mai/Juni 1922. 1 ' Nr. 5. Zur Frage des Anbaus von Faserpflanzen im Staate Säo Paulo^). Von Dir. August Grieder. Porto Joao Alfredo. Wer die neueste Ausgabe der vom brasilianisclien Landwirtschaftsministerium herausgegebenen „Economical Notes on Brasil" durchgelit, der forscht vergeblich nach dem Export von Faserpflanzen, außer Baumwolle. Eigentlich sollte dies verwundern, denn jeder Kenner der brasilianischen Pflanzenwelt weiß, welch großer Reichtum gerade an faserliefernden Pflanzen dieses Land besitzt. Ich erinnere hier nur an den Kapok (Ceiba pentandra), Lagettafaser (Funifera utilis), Tucumpalme (Astrocaryum vulgare), Piassave (Attalea funifera), Para-Piassave (Leopoldina Piassava), Paranüsse (BerthoUetia excelsa), Kanonenbaum (Cecropia peltata) usw. Man mag nun im Staate Alagöas, Parahyba, Maranhäo oder Säo Paulo leben, außer der Baumwolle, hat keine einzige Faserpflanze eine Anbaufläche gefunden, welche den brasihanischen Notwendigkeiten angepaßt wäre, obwohl die Zahl der einheimischen Faserpflanzen Legion und die der eingeführten anbauwürdigen eine stattliche Menge ist. Warum wird nun dem Anbau von Langfasern in Brasilien, speziell im Staate Säo Paulo, keine größere Aufmerksamkeit geschenkt? Liegt es an der Erde, daß die Kultivierung nicht lohnt, an den Arbeiterverhältnissen, den Schwierigkeiten der Kultur, den unsicheren Absatzverhältnissen, oder liegt der Grund in der Scheu des Tropenlandwirtes, sich mit Neukulturen zu befassen? Was nun in alledem den Staat Säo Paulo anbetrifft, so kann gesagt werden, daß er sich für den Faserpflanzenbau so vortrefflich eignet, daß sein jährliches Staatsbudget um die stattliche Summe von 30 Mill. Milreis günstiger ausfallen könnte: d. h. anstatt jährlich diesen Betrag für den Import an das Ausland zu entrichten, wäre es ein leichtes, das Gegenteil zu erlangen, wenn der Langfaserbau gefördert und auf breiteste Basis gestellt würde. Denn bei der näheren ' Be- trachtung der oben aufgeworfenen Fragen sieht man, daß der Grund des Nicht- vorhandenseins einer Faserpflauzenkultur im Staate Säo Paulo nicht in der Arbeiterfrage zu suchen ist, abgesehen von der gegenwärtigen, durch Brasilien gehenden Krise, die aber voraussichtlich bald behoben sein wird. Zudem ist be- kanntlich die Faserpflanzenkultur im Großen eine rein mechanische, und nur Ernte und Faseraufbereitung erfordern in mehr oder weniger beträchtlichem Maße Handarbeit, die aber bei genossenschaftlichem V'orgehen hinfallen würde. Da außerdem im Staate Säo Paulo der Anbau von Faserpflanzen in die Monate ') Vgl. hierzu „Tropenpflanzer" 1921. S. 173. iD. Schriftl.i Tropenpflanzer 1922, Heft 5. 7 — JO — September und Oktober fällt, die Ernte aber vor der des Kaffees erfolgt, so wäre es deshalb für die P^azenden des Staates, in denen bereits eine geregelte Polykultur mit angebrachter PVuchtfolgc betrieben wird, ein leichtes, auch anderen Faser- pflanzen als Baumwolle einen Platz einzuräumen. Als den springenden Punkt für die hiesigen Verhältnisse in der Krage des Anbaus der Faserpflanzen betrachte ich die Schwierigkeiten des Absatzes auf dem Inlandsmarkte, da die Fabriken vollständig auf den des Auslandes eingestellt sind. Daß aber auch dieser Punkt nicht unüberwindliche Hemmnisse zu schaffen vermag, beweist gerade hier in Säo Paulo das gewaltige Überhandnehmen der Baumwollkultur und damit auch der Baumwollindustrie, indem sith letztere bereits auf die heimische Produktion umgestellt hat — beweist aber auch die Propaganda der Sackfabriken für den Juteanbau. Ich gebe zwar gern zu, daß es für den alteingesessenen brasilianischen Landwirt, dem meistens eine landwirtschaftliche Bildung abgeht, nicht gerade so- leicht ist, sich mit Neukulturen zu befassen, vor allem, wenn etwa keine \'or- arbeiten geleistet wurden, keine Versuche über Düngung (die in den Tropen und Subtropen geradeso notwendig ist, wie in der gemäßigten Zone) und Anbau vor- liegen und akklimatisiertes Saatgut nicht zu haben ist. Allein dem Staate Säo Paulo hat in allen diesen Fragen vor allem das Instituto Agronomico do Estado de Sao Paulo in Campinas, dank jahrelanger Arbeit, bis ins Kleinste gehende Ergebnisse liefern können, die aber leider bis zur Stunde sozusagen unbenutzt blieben, Ergebnisse, die durch im großen durch- geführte Versuche vollauf bestätigt wurden, und der Kenner der Paulistaner Erde weiß, daß sie nicht zu der schlechtesten gezählt werden darf, daß sie in über- großer Menge und Güte für jede Faserpflanze, die in diesem Staate Brasiliens angebaut werden kann, vorhanden ist. Unter den Faserpflanzen, die sich besonders für den Staat Säo Paulo eignen, erwähne ich an perennierenden: den Sisalhanf (Agave rigida var. sisalana), Mauritjushanf (Fourcroya gigantea), Schraubenpalme (Pandanus utilis) und Ramie (Boehmeria nivea). Die Zahl der einjährigen ist viel bedeutender, und zwar sind für die klimatischen, wie für die Bodenverhältnisse ganz besonders die folgenden geeignet: Hanf (Cannabis sativa e. c. indica), Lein, Flachs (Linum usitatissimum), Rozellehanf (Hibiscus sabdariflai, Tupichahu (Hibiscus sabdariffa var. camensin). Brasilianischer Hanf (Hibiscus ferox). Indischer Hanf (Crotalaria juncea', Jute (Corchorus capsularis und C. olitorius) und Aramina (Urena lobata). In Säo Paulo fällt der Anbau, wie schon erwähnt, in die Monate Sei)tember und Oktober oder März bis Mai, die Ernte in die Monate t)ezember bis März resp. Juni bis .August; die Samenmenge pro Hektar berechnet, ist bei BaumwolU 15 bis 40 kg, bei Lein 100 bis 160 kg, bei brasilianischem Hanf 60 bis 90 kg und bei indischem Hanf 30 bis 60 kg. Im übrigen kann der Verlauf der verschiedenen Kulturarbeiten hier ruhig übergangen werden, und ich will nur die Düngung, so weit sie für Säo Paulo- in Betracht kommt, erwähnen, denn jeder Agronom, der schon in den Tropen und Subtropen geweilt, weiß, wie schwierig es ist, hier die Leute von der Notwendig- keit einer rationellen Düngung zu überzeugen. Da bekanntlich die meisten Faserpflanzen sehr dungbedürftig sind, mü.sseii zu ihrer Kultur nur die nährstoflVeichsten Böden herangezogen werden oder aber, wenn auf einem ,.Sitio" oder einer „Fazenda" solche nicht vorhanden, muß der Boden mit natürlichem und künstlichem Dünger wieder in ertragsfähigen Zustand übergeführt werden. Und zwar sollten alle Düngersorten in \ollom Umfange,. — /I — d. h. den entsprechenden Mengen Verwendung finden; denn nur ein von Natur nährstoflVeicher Boden oder ein solcher, welcher hinreichend gedüngt ist, kann Erträge liefern, die bei den heutigen Verhältnissen einen vollen Erfolg und Nutzen bringen. Weil nun im Staate Säo Paulo der leider viel zu wenig produ- zierte Stallmist fast ausschließlich in der den Weltmarkt beherrschenden Kaffee- kultur aufgebraucht wird, so läßt er sich, soweit er als Stickstoffdünger in Be- tracht kommt, durch die Gründüngung (Mucuna, Cow-pea. Erdnuß, Lupine Bohne. Erbse. Soja, Kleearten usw.) ersetzen. — Von den Handelsdüngern haben sich für den hiesigen Faserpflanzenbau vor allem Chiorkalium. schwefelsaures .Kali und Kainit als Kalidünger. Thomasmehl und Superphosphat als Phosphor- säuredünger bewährt. In der Lösung der Stickstofi'düngerfrage waren die brasi- lianischen Agronomen glücklicher als ihre europäischen Kollegen und verwirrten nicht die Köpfe mit der Frage: Chilisalpeter oder schwefelsaures Ammoniak r Denn nach dem für die Tropen und Subtropen allein gültigen Satze handelnd, daß die höchstkonzentrierten Kunstdünger die billigeren sind, wurde zum schwefel- sauren Ammoniak gegriffen, und hier in den Tropen haben Wissenschaft und Praxis bewiesen, daß der Stickstoff dieses I3üngers durch die Humus- und Ton- teilchen des Bodens derart absorbiert wird, daß selbst bei der in dieser Zone stärkeren Auswaschung und lebhafteren Verwitterung keine Stickstoffverluste zu befürchten sind wie beim Chilisalpeter. Und da sich das schwefelsaure Ammoniak auf allen Bodenarten als durchaus sicher wirkendes, vorzügliches Stickstoffdünge- mittel bewährt hat, so ist es in den tropischen und subtropischen Ländern nicht nur für die Faserpflanzen, sondern auch für die übrigen Kulturen, derjenige Stickstoffdünger, der in Verbindung mit Phosphorsäure und Kali die besten Resultate liefert, man mag nun den Reis oder Mais, das Zuckerrohr oder den Maniok, die Kokospalme oder Hevea brasiliensis, die Olive oder den Rizinus, den Kaffee oder Kakao, die Orange oder Ananas düngen. Vielfach hört man auch heute noch von Tropenlandwirten, daß eine Düngung überflüssig, da die Kulturen auch ohne diese wachsen, reifen und Erträge liefern. Daß dies hier und da der Fall, soll hier nicht bestritten werden, aber inwieweit die Düngung allein schon beim Faserbau eine Rolle spielt, ja einen wirklich nutzbringenden Anbau von Faserpflanzen erst gestattet, mag folgende Tabelle beweisen, die Resultate jahrelanger Versuche der Landwirtschaftlichen Versuchs- und Kontrollanstalt des Staates Säo Paulo in Campinas gibt: Bodenart Ertrag pro Hektar Kultur ohne mit Düngung Düngung kg Düngung kg Indischer Hanf . . Roterde 500 5003 350 kg Chlorkalium. 300 kg Thomasmehl. 250 kg schwefeis. Ammoniak. Brasilianischer Hanf Roterde von geringer Qualität 9 000 26 060 300 kg Chlorkalium, 300 kg Thomasmehl. 200 kg Schwefels. Ammoniak. Rozellehanf . . Desgl. 7930 24242 Desgl. Tupichahu . . . Sandiger Lehm, humusarm 20 180 30 100 500 kg Holzasche, 100 kg Kalk, 300 kg Fosfato Brasil, 10 kg Leinkuchen. / K u 1 1 u f — T- Ertrag pro Hektar Bodenart ohne mit Düngung Düngung kg kg Düngung Aramina Lein Jute Baumwolle Floresta Upland Rüssel Big BoU Egypto Roterde von geringer Qualität Sandiger Lehm Humus- reicher san- diger Lehm Humusreiche lehmige Roterde 2 600 3033 4052 360 240 760 I 500 4 200 3 450 6509 I 700 I 600 I 400 I 760 2000 kg Waldhumus, 300kg Superphosphat, 200 kg schwefeis. Kali. 500 kg Kalk, 60G kg Kai nit, 80 kgThomas- mehl, 100 kg schwefeis. Ammoniak. öookgKainit, 150 kg Super- phosphat, 250 kg Blut- mehl. 300 kg Chlorkalium, 400 kg Superphosphat. 400 kg schwefeis. Ammoniak. Da nun der Staat Sc\o Paulo mit seiner Monopolstellung in der Kaffeekultur seit Jahren ungeheure landwirtschaftliche Krisen durchmacht, Krisen, die nur durch Polykultur zu lösen sind, so wird ohne Zweifel der Faserpflanzenanbau mit der Zeit in der Lösung dieses lebenswichtigen Problems des fortgeschrittensten Staates Brasiliens eine bedeutende Rolle spielen, um so mehr, als Säo Paulo von Natur aus für Polykultur geschaffen ist. Der Anbau und Verkauf von Citrusobst in den Vereinigten Staaten. Von Dr. J. C. Th. Uphof, Orlando, Florida, U. S. A. (Mit I Abbildung.) 1. Apfelsinen. Die Produktion der Citrusfrüchte ^ darunter in Kalifornien und Florida die Apfelsinen und in Florida die Pompelmusen — ist sehr belang- reich, namentlich, wenn man bedenkt, daß in 1877 in Kalifornien der erste Eisen- bahnwagen mit Apfelsinen verschickt worden war, während in Südeuropa diese Produktion schon seit verschiedenen Jahrhunderten betrieben wurde. Im Jahre 1918/19 wurden 49063 Eisenbahnwagen mit Citrusfrüchten im Staate Kalifornien verhandelt, davon 39 100 Wagen mit Apfelsinen und Pompel- musen und 9963 Wagen mit Zitronen. Der Gesamtertrag auf den Großmarkt betrug 100 000 000 %: nach Abzug der Kosten für Transport. Verpackung und Verkauf blieben für die Obstzüchter etwa 75 000 ooo $ übrig. Die Produktion von Apfelsinen in den Vereinigten Staaten im Jahre 1919 belief sich auf 23196000 Kisten zum durchschnittlichen Preise von 2,68 % pro Kiste, gegen 24,2 Millionen Kisten zum Durchschnittspreis von 3,49 $ im Vorjahr. Hiervon entfielen auf Florida 6,4 Millionen, auf Kalifornien 17 516000 Kisten. Es gibt in Kalifornien nur sehr wenige Sorten, welche im Handel \'er- wendung finden, namentlich Washington X a v e 1 . die während der Winter- — 7Z — monate reift und wovon 1918/19 etwa 17000 Eisenbahnwagen verschickt wurden, und Valencia, die im Sommer reift, und wovon in derselben Jahresperiode ebva 20 000 Wagen in den Handel kamen. Von anderen Varietäten, welche von geringerer Bedeutung sind, wurden 1500 Wagen versandt. Was die Apfelsinen im Südwesten der Vereinigten Staaten, namentlich in Kalifornien und Arizona anbetrifft, sind sie bei weitem das wichtigste Obst. In der südlichen Hälfte Kaliforniens erstrecken sich so ausgedehnte Plantagen, daß man geradezu von einem ..fabrikmäßigen'' Apfelsinenanbau sprechen kann. Geeignetes Apfelsinenland im Südwesten zu wählen ist für den Anfänger nicht so leicht. Gewisse Gegenden sind bisweilen im Winter von strengen Nachtfrösten heimgesucht, die für Millionen Dollar Schaden anrichten können, auch muß man bei der Auswahl von Land auf der Hut sein und sich nicht von unverantwortlichen Landverkäufern iReal Estate Men) betrügen lassen, wie das in Amerika so leicht möglich ist. Manche Strecken am Hange eines Bergrückens sind sehr für diese Kultur geeignet, da der kalte Luftstrom von solchem Gelände abgleitet und sich weiter auf das darunter gelegene flache Land ergießt. Dabei muß in Betracht gezogen werden, welche Varietät angebaut werden soll, da die spät reifenden Sorten durch einen tüchtigen Nachtfrost wertlos gemacht werden. Weiter ist die Verfassung, in der der Baum sich gerade befindet, von Bedeutung: ein im Ruhezustand be- findlicher Baum kann bis 18° F Frost ertragen, ohne daß die Blätter und jungen Zweige bedeutend beschädigt werden. Ferner werden Bäume, die an Gummosis leiden oder stark von schädlichen Insekten befallen sind, viel eher vom Frost geschädigt als gesunde Bäume. Am liebsten wählt man ein sich nach Süden allmählich abdachendes Gelände. Es ist dabei sehr wahrscheinlich, daß nackte Felsen direkt in der Nähe von Plantagen von Nutzen sind, indem sie, während des Tages stark erwärmt, die Wärme während der Nacht wieder ausstrahlen. Verschiedene Gegenden Süd-Kaliforniens sind auch geschützt durch einige Bergrücken der Sierra Nevada gegen die von Norden kommenden kalten und scharfen Winde (Blizzards). Fruchtbare tiefgründige Lehmböden, worin die ge- fährlichen Alkaliverbindungen fehlen, sind für die Apfelsinenkultur am geeignetsten. Die Apfelsinen werden im allgemeinen durch Okulieren auf Sämlinge der süßen Orange, Sweet Orange, vermehrt; sehr gute Erfolge erhält man auch auf Unterlagen von der Florida Sour Orange, womit man noch den Vorteil verbindet, daß die Bäume wenig unter Gummosis zu leiden haben. Jedoch wachsen die Knospen langsam an; solche Pflanzen treiben am liebsten auf schweren Böden. Wenn aut die winterharte japanische Citrus trifoliata okuliert wird, bekommt man zwergige und frühtragende Pflanzen. Diese Methode hat jedoch in Kalifornien und Arizona noch sehr wenig Eingang gefunden. Apfelsinen auf Pompelmuse (Citrus decumana) veredelt, bringen kräftige, tiefwurzelnde Pflanzen hervor; auch diese Methode findet noch wenig Verwendung. Die beste Zeit zum Okulieren ist das Frühjahr, wenn die Sämlinge neues Wachstum zeigen. Einige Baumschulenbcsitzer bevorzugen den Sommer; das Auge treibt dann allerdings erst im nächsten Frühjahr aus. Die Pflanzen müssen im Freien unter einem Lattenhaus ausgepflanzt werden, damit sie gegen die brennen- den Sonnenstrahlen geschützt sind. Ebenso wie bei allen anderen Pflanzen, die durch Okulieren vermehrt werden, nimmt man die Augen von gut gereiftem Holz und von gesunden Bäumen. Auch muß das Material, von dem man die Augen wählt, genauer betrachtet werden. Speziell Shamel hat beobachtet, daß an allen — 74 - Citxusarten häufig K n o s p e n v a r i a t i o n c n bei einer und derselben Sorte auf- treten, wovon einige Formen wegen ihrer dicken Schalen und anderer nach- teiliger Eigenschaften ganz wertlos sind. Andere Knospenvariationen entstehen zufällig an einem Baum, der selbst bessere Früchte lieferte als die Originalsorte. Wenn das Auge anfängt zu wachsen, wird die Unterlage zum Teil abgeschnitten und die jungen Triebe der verlangten Sorte werden daran gebunden. Zweige, die am Fuß der Unterlage erscheinen, werden regelmäßig entfernt. Verkaufs- fähige Pflanzen sind drei, meistens vier Jahre alt, d. h. der Sämling wird im Alter von zwei Jahren veredelt und bleibt dann nach der \'eredlung noch ein oder zwei Jahre in der Baumschule. Die Citrusarten werden mit Ballen verschickt, die mit einem Tuch umbunden sind. Meistens werden sie aber in diesem Zustande ohne weiteres verschickt, obgleich solches gefährlich für das Wurzelsystem ist. Der Farmer kann die Sträucher sofort nach Ankunft auspflanzen; sofern das nicht möglich ist. kann er sie eine Zeitlang auf einem schattigen Platz vorläufig stehen lassen. Beim Auspflanzen kann man ruhig das Tuch um den Wurzelballen belassen. Nur schneidet man die Bindfaden durch, sobald die Pflanze im Pflanzloch steht: dieses Tuch verfault alsdann innerhalb einiger Monate. Die beste Zeit zum Bepflanzen einer Plantage ist das Frühjahr, wenn die Sonne imstande ist den Boden zu erwärmen, obgleich man wohl auch zu anderen Zeiten des Jahres pflanzt. Sofort beim Auspflanzen schneidet man die Sträucher zurück. Nicht selten tut das der Baumschulbesitzer schon selbst, da der Plantagenbesitzer, hierin un- kundig, oft zu viel abschneidet, wodurch die Pflanzen absterben. Man pflanzt so, daß die Veredlungsstelle etwas oberhalb der Bodenoberfläche zu stehen kommt. Danach wird die Erde um die Pflanze angetreten, wobei vorgesorgt werden muß, daß der Wurzelballen nicht beschädigt wird, weil auch hierdurch der Apfelsinen- baum leicht zugrunde geht. Alsbald werden jeder Pflanze einige Eimer Wasser gegeben; eine neue Anlage darf niemals trocken stehen. Die Sträucher kommen auf einen Abstand von etwa 7 bis 8 m. Gute Pflanzen kosteten 191 8 etwa 120 $ das Hundert: gutes Land für Apfel- sinenkultur kostet 200 bis 300 $ pro Acre. \'iele Farmer betätigen sich wenig am Schnitt; sie erklären, daß der Baum schon von sich aus leicht eine gute Form annimmt, viel leichter als andere Obst- arten, und deswegen schneidet man wenig. Der Baum soll anfänglich dicht bis an den Boden verzweigt sein. Die Außenseite des Baumes muß wie eine kompakte Blättermauer aussehen, während das Innere mehr Gerüst- werk ist. Man entfernt nur tote Zweige, und dünnt hier und da etwas aus. damit mehr Licht ins Innere der Krone kommt. Es gibt genug Plantagenbesitzer, die ihre Bäume nicht schneiden und aus- dünnen wie es sich gehört, obgleich sie ganz gut den Vorteil davon einsehen; aber um die höheren Arbeitskosten zu sparen, läßt man es wie es ist. Bei einem geeigneten Schnitt, wie oben erwähnt, werden die Bäume nicht allein oben und in der Mitte Frucht tragen, .sondern auch unten kann eine Ernte erwartet werden. Jedoch dürfen die Früchte nicht auf den Boden zu liegen kommen. Wenn die Plantage etwa drei oder vier Jahre alt ist. fängt man langsam an die unteren Zweige zu entfernen; sie haben dann schon genügend getragen und gleichzeitig den jungen Stamm gegen die große Hitze geschützt. Wenn die Pflanze fünf Jahre alt ist, hat sie eine richtige Baumgestalt erhalten. Gegen die gefährlichen Nachtfröste werden die Bäume geschützt durch das Brennen von Ölheizern, worüber an anderer Stelle berichtet worden ist. Es sjibt / D — Jahre, in denen die Fröste außerordentlich großen Schaden anrichten, ja die Kultur mit dem Untergang bedrohen. Z. B. wurden 1894 95 die großartigen Orangenkulturen im Staate Florida fast vollständig vom Frost vernichtet, von den 2,7 Millionen Bäumen blieb so gut wie nichts übrig. Die dortige Orangen- industrie hat sich indessen erholt und ist jetzt wieder von erster Bedeutung. Wo der Regenfall so niedrig ist wie in Kalifornien und in Arizona, müssen die Orangenplantagen künstlich bewässert werden. Die Bewässerung im allgemeinen ist schon beschrieben worden. Da aber die Apfelsinen immergrün Teilansicht einer Apfelsinenplantage bei Riverside (Kalifornien). Bewässerung nach dem Furchensystem. •sind, und einige \'arietäten anfangen zu reifen, wenn alle sommergrünen Obst- arten schon in Winterruhe sind, so ist es leicht verständlich, daß ihre Bewässerung ganz anders ausgeführt werden muß. Denn die Pflanzen sind immer aktiv, und die Verdunstung der Blätter geht immer weiter, obgleich freilich nicht so stark im Winter wie im Sommer. Deswegen verlangen die Apfelsinen vielmehr Wasser als Apfel-, Birnen- oder Walnußbäume. Während man die letzteren im Winter nur äußerst selten zu bewässern braucht, muß das für Citrusbäume immer zu gewissen Zeiten vorgenommen werden, mit Ausnahme der Monate Januar und Februar, wenn die Regenzeit herrscht. Aber auch dann muß man gut darüber wachen, ob nicht eine Bewässerung nötig ist. Mit der Wasser- versorgung steht auch die Bearbeitung, speziell das Auflockern des Bodens in engem Zusammenhang, weil hierdurch die Kapillarität des Bodens unterbrochen und die V^erdunstung gehemmt wird. Die Tiefe der Kultivation des Bodens wechselt jedes Jahr, und zwar geht sie im ersten Jahr z. B. bis zu 3 dm, das folgende - 76 - 2 dm, dann wieder 3 dm, das nächste etwas weniger usw. Beobachtung hat gelehrt^ daß das Wasser am besten langsam in tiefe P\irchen geleitet wird, während der übrige Teil des Feldes trocken gehalten wird. Nach dem Wässern werden die Killen mittels eines Gerätes mit trockener Erde aus der Umgebung wieder zugeeggt, wodurch das Wasser im Boden erhalten wird: Ijevor man hierzu schreitet, müssen etwa 10 bis 12 Stunden verflossen sein, denn vorher kann man Maschine und Pferd nicht über das Land gehen lassen. Wie oft bewässert werden muß, hängt von den örtlichen Umständen ab. unter denen die Plantagen sich befinden. Während der Sommermonate wird eine Citrusplantage je nach Standort z. B. alle zwei bis vier Wochen bewässert. Neben dem Furchensystem wird auch da& Checksystem beim Bewässern benutzt. Auf schweren Böden läßt man das Wasser nicht bis an die Bäume kommen, da es die schädliche Gummosis begünstigt; deswegen kann auch das Checksystem hier keine V^erweiidung finden. Das Obenbeschriebene gibt die Anlage und Bearbeitung einer Apfelsinen- plantage in Kalifornien und Arizona wieder. Nun lasse ich hier die Kosten folgen, wie sie sich 191 8 stellten. Man beachte aber, daß seitdem die Löhne verdoppelt sind, und dem für die Gegenwart Rechnung getragen werden muß. Hiernach lassen sich die jetzigen Unkosten aus den folgenden Tabellen ziemlich leicht schätzungsweise berechnen. Kosten einer kalifornischen Apfelsinenplantage während der ersten 6 Jahre (bis 1918). Maximum Minimum Land per Acre 250 250 Bezug der Bäumchen und Anpflanzung . . 150 125 6 Jahre Bewässerung 150 90 6 Jahre Bearbeitung ■ . 1 5" 90 Zusammen . . 670 555 Vom sechsten Jahr ab tritt eine Vermehrung der Kosten wegen der Düngung ein, die im folgenden berücksichtigt ist: Kosten während der ersten 10 Jahre (bis 1918). Maximum Minimum $ $ Land per Acre 250 250 Bezug der Bäumchen und Anpflanzung .150 125 10 Jahre Bewässerung 250 150 10 Jahre Bearbeitung 200 150 4 Jahre Düngung . . 175 150 Zusammen . 1025 825 Hierbei sind, wie man sieht, weder die 6v. H. Zinsen vom Kapital, die jedenfalls nicht zum Reingewinn gehören, noch die Steuern berechnet worden; diese sind in jeder Ortschaft verschieden, waren aber vor 1918 unendlich viel ge- ringer als irgendwo in Europa. Eine große Reduktion der Kosten tritt ein, wenn die Familie des Farmers mitarbeitet. Man rechnet, daß ein Apfelsinenbaum genügend anfängt zu tragen, wenn er zehn Jahre alt ist. Der Netto- oder Reinertrag pro Acre ist sehr verschieden, er schwankt zwischen 100 und 500 $ und hängt ganz davon ab, wa / / — die Plantage liegt, wie die Marktverhältnisse sind, und welche Varietät angebaut ist. Sachkundige Plantagenverwalter holen mehr als 500 $ vom Acre heraus, aber die Zeit der großen Goldfunde, als in einem Jahr 2000 .5; pro Acre verdient wurden, ist schon längst vorüber. Die Früchte müssen sehr vorsichtig gepflückt und weiter behandelt werden; im allgemeinen werden die Apfelsinen mit Maschinen nach ihrer Größe sortiert, was wegen ihrer kugligen Form noch viel besser vonstatten geht als beim Apfel. Der Verkauf der Apfelsinen ist musterhaft organisiert (siehe den Abschnitt Marktverhältnisse). Sie werden in Kisten in einer Größe von etwa 3X3X8 dm verpackt, zu einem Gewicht von etwa 72 bis 75 Pfund. Die Anzahl der Früchte in jeder Kiste wechselt zwischen 80 und 324 Stück, die je nachdem in vier bis sechs Lagen gepackt werden. Der Versand ist wegen der bedeutenden Produktion gut geordnet; große Mengen werden in Kühlräumen aufbewahrt und später verschickt und auf den Markt gebracht. Das Aufbewahren von Apfelsinen in Kalifornien wie in Florida ist eingehend untersucht worden. Nach Stubenrauch und R a m s e y sollen in Florida die Arbeiter und vor allem die Pflücker nach Tagesleistung und nicht nach der Menge des gepflückten Obstes bezahlt werden. Der ..Foreman" soll für die Behandlung des Obstes verantwortlich sein. Das Obst soll mit aller Vorsicht in den Pflücksack gelegt werden. Das beste Modell einer Waschmaschine zum Reinigen des Obstes soll benutzt werden, damit das Obst dabei nicht zer- quetscht wird. Das Obst soll niemals verpackt werden wenn noch naß. Ein künstlicher Trockenapparat, durch den trockene, warme Luft geht, ist notwendig. Was der Einfluß sorgsameren Pflückens und Verpackens auf das Faulen der Früchte ausmacht, läßt sich aus folgenden Zifiern erkennen, die den Prozentsatz gefaulter Apfelsinen aus je 39 Sendungen aus Florida nach Ankunft in Washington darstellen. In den Jahren 1910 bis 1912 verdarben durch- schnittlich bei sorgsamer Pflücke und Verpackung direkt nach Ankunft 0,5, nach I.Woche 1,0, nach 2. Woche 1.4 und nach 3. Woche 3,0 v.H., nach den herr- schenden Methoden behandelt, in den gleichen Zeiträumen 4,6, 8,1, 11,3 und 13,8 V.H.! Unter den Sorten wird die ausgezeichnete samenlose Washington Xavel am meisten kultiviert; sie wurde vor 48 Jahren aus der Nähe von Bahia in Brasilien eingeführt. Seitdem hat sie verschiedene Knospen variationen hervorgebracht, wovon einige wertvoll, andere wertlos sind, und womit bei der Aus- wahl von Veredlungsmaterial gerechnet werden muß. Thomson Improved Navel ist eine der besten Formen, sie reift von November bis März. Die' Valencia Late, aus Südeuropa eingeführt, ist die nächste von Bedeutung, sie reift sehr spät. Andere Varietäten, -die man bloß in Gärten findet zum eigenen Gebrauch, die jedoch nicht für den Großhandel angepflanzt werden, sind: Malta Blood, Ruby, Mediterranean Sweet und Satsuma. Mit Züchtung neuer Formen hat sich speziell Webber vom .\ckerbauamt beschäftigt, der in Florida versucht hat, winterharte Varietäten zu gewinnen, die gegen die gefährlichen Fröste widerstandsfähig sind. Als eine der Eiterpflanzen wurde meistens die sehr winterharte Citrus trifoliata gewählt; jedoch sind diese Zuchten im Großhandel noch nicht von Bedeutung geworden. Literatur: H. J. Webber u. Walter Swingle, New Citrus Creations of the Department of Agriculture. Yearbook U. S. Dept. Agric. 1904. H. J. Webber, New Citrus and Pineapple Productions of the Department of - 7« - Agriculture. "S'earbook. U. S. Dept. Aj^^ric. 1906. H. H. H u m e , Cultivation 01 Citrus Groves. Fla. Agric. Exp. Sta. Bull. 69. 1904. J. E. Coit, Citrus Culture in the Arid Southwest. Ariz. Agric. Exp. Sta. Bull. 58, 1908. E. O. Pointer, Fertilizers for the Citrus Fruits. Proc. Am. Pom. Soc. 191 1. K. ]. W i c k s o n , The California Citrus Industry. Proc. Am. Pom. Soc. 191 1. R. H. B u s h w a y . Citrus Culture in Texas. Proc. Am. Pom. Soc. 1911. P. H. Rolfs. Sites, Soils and Varieties for Citrus Groves in the Gulf States. Farm. Bull. 530. 1913. P. H. Rolfs, Propagation of Citrus trees in the Gulf States. Farm. Bull. 539, 1913. A. V. S t u b e n r a u c h u. H. J. R a m s e y , Factors governing the succes- ful shipment of oranges from Florida. U. S. Dept. Agric. Bull. 63. 1914. H. J. Ramsey, Handling and shipping citrus fruits in the Gulf States. Farm. Bull. 696, 1915. J. T o w t , Picking Oranges under the New Government Regu- lations. Journal of Agric. Univ. of Cal., 1915. S. C. Hood. The production of sweet orange oil. U. S. Dept. Agric. Bull. 399. 1916. L. J. Briggs, The Mulched-Basin System of irrigated Citrus culture and its bearing on the controls of mottle leaf. U. S. Dept. Agric. Bull. 499, 1917. P. H. Dorsett und A. D, S h a m e 1 . The Navel Orange of Bahia usw. U. S. Dept. Agric. Bull. 445, 1917. E. J. W i c k s o n . California Fruits. 7. Ed. San Francisco, 1918. W. W. Y o t h e r s , Sforraying for control of insects and mites attacking citrus trees in Florida. Farm. Bull. 933. 1918. J. E. C o i 1 . Citrus Fruits. New York, 1918. A. D. S h a m e 1 , Citrus fruit improvement, a study of bud Variation in the Washington Navel Orange. U. S. Agric. Dept. Bull. 623, 1918. A. D. Shamel, Cooperative Improvement of Citrus Varieties. Yearbook U. S. Dept. Agric. 1919. Proceedings Florida Horticultural Society bis 1920. Reports California State Board of Horticulture bis 1920. California Fruit G r o w e r s Exchange: Annual Reports of the General Manager bis 1920. Citrus Protective League. Bulletins bis 1920. W. P. Kelleg, The effects of alkali ou citrus trees. Cal. Sta. Bull. 318, 1920. R.W. Hodgson. Pruning the Navel Orange. Cal. Citrogr. ^^ 1920. 2. Zitronen. Von 1904 ab ist die Kultur der Zitronen von einigem Belang geworden; schon lange vorher war diese Frucht in Kalifornien kultiviert worden, aber des Erfolges war man lange Zeit nicht sicher. Kalifornien ist derjenige Staat, in welchem der Zitronenanbau am bedeutendsten entwickelt ist, wie aus der folgenden Liste hervorgeht. Anzahl der Zitronenbäume in einigen Grafschaften Kaliforniens im Jahre 1911. Name der Grafschaft Anzahl der Bäume Name der Grafschaft Anzahl der Bäume San Bcrnardino Los Angeles . Riverside . . Tulare . Orange . . . 222 200 510915 220 480 72 270 123 400 \'entura . . , Butle . . . . Fresno . . San Diego . Santa Barbara 240 500 I 522 30500 1 88 704 135600 Es war im Anfang nicht leicht, irgendwelchen Erfolg mit dieser Industrie zu erzielen. Sie ist viel schwieriger als die Kultur der Apfel- sinen. Die Methoden, welche man in Siiditalien und speziell in Sizilien an- wendet, waren nicht genügend bekannt und soweit sie bekannt waren, mußten — 79 — sie an die Verhältnisse Kaliforniens angepaßt und entsprechend umgeändert werden, was zunächst große Kosten und Mißerfolge mit sich brachte. Viele Züchter pfropften infolgedessen- ihre Bäume um, und statt Zitronen wurden Apfel- sinen auf der Unterlage gezogen. Heute ist die Kultur so weit gefördert, daß die kalifornischen Zitronen die südeuropäischen nicht allein aus den westlichen Staaten verdrängen, sondern auch von den östlichen Märkten; die Einfuhrzölle, welche das amerikanische Gouvernement zum Schutz der eigenen Produktion gegen die italienische und spanische Konkurrenz verlangt, sind so hoch, daß diese Maßnahme zum großen \'orteil für das kalifornische Produkt geworden ist. Und ich glaube, daß die Zeit nicht mehr weit entfernt ist, wo die nord- und mitteleuropäischen Märkte von amerikanischen Citrusfrüchten überladen sein werden, ebenso wie jetzt von Äpfeln. Der Zitronenbaum kann weniger Frost vertragen als die Apfelsine, und nur im Süden Kaliforniens und an ein paar geschützten Plätzen des Inlands, gibt es vorzüglich geeignete Gegenden für diese Kultur. Dagegen bedarf es nicht so vieler Wärmeeinheiten zur Entwicklung des Zitronenbaumes wie die Apfelsine zur Entwicklung des Zuckers braucht. Die Zitrone wird durch Okulieren auf Sämlingen der süßen oder sauren Apfelsine vermehrt: es ist nicht ratsam, auf Zitronensämlinge zu veredeln, da ihre Wurzeln nicht so viel verschiedene Bodenarten vertragen können, wie die der Apfelsinen. Das Okulieren wird auf dieselbe Weise vorgenommen wie bei der Apfelsine. Auch das Bewässern ist bei beiden so gut wie dasselbe. Aber der Schnitt ist anders, da der Habitus beider Bäume verschieden ist. Während der Apfelsinenbaum wenig versorgt zu werden braucht, wenn er etwa zehn Jahre alt ist, so muß an die Zitronenbäume immer die Hand gelegt werden, um gut ent- wickelte kurze Stämme und Hauptäste zu entwickeln. Lange Triebe müssen sorgfältig entfernt, übermäßig entwickelte Zweige ausgedünnt werden, damit die Baumkrone nicht zu dicht wird. Die Zeit für das Beschneiden ist verschieden; junge Bäume, welche geformt werden müssen, schneidet man im Frühling, ältere Bäume, von denen man Früchte verlangt, im Sommer. Da Zitronen mehrere Male geerntet werden, ist es praktisch ratsam, die Bäume nicht hoch werden zu lassen. Die frischgepflückte Zitrone ist noch nicht geeignet zum Gebrauch, sie ist noch grünlich. Wenn man aber die Früchte so lange am Baum hängen läßt, bis sie reif und gelb sind, so werden sie faserig und sind nicht abzusetzen. Deswegen bevorzugt man es, sie einmal im Monat zu pflücken. Die Früchte gehen dann in die Säcke der Pflücker, darauf in Kisten, worin sie in die Scheunen gebracht werden. Man sieht überall darauf, daß das Ernten sehr sorgsam geschieht; die fruchte dürfen nicht zerquetscht werden, da sie sonst viel an Wert verlieren. Die Behandlung dieses Obstes ist scheinbar einfach und doch verlangt es viel Praxis zum guten Gelingen. Erst wird das Obst gereinigt, dann wird es gewaschen und geht zwischen kleine Besen, um Staub und schädliche Pilze zu entfernen, die allgemein auf den Schalen erscheinen, wenn Schildläuse auf den Früchten gewesen sind. Wenn sie in der Zeit von Januar bis Juli gewaschen werden, während der „Braunrot" viel Schaden anrichtet, so wird in dem Wasser etwas Kaliumpermanganat oder Kupfersulfat aufgelöst. Nachdem werden sie sortiert in grüne oder unreife, etwas gelblichgrüne oder halbreife und die gelblichen, welche der Vollreife am nächsten sind. Die ersten zwei Kategorien werden aufbewahrt, die letzte Gruppe wird sobald als möglich verschickt, da sie nicht solange gut — 8o — bleibt. Wenn der Markt, und zwar von Dezember bis März, viel Zitronen ver- langt, kommen die übergebliebenen in die sogenannten „sweat rooms", wo sie bei 90 bis 95° F, und zwar feucht gehalten werden, damit sie nicht einschrumpfen. Alsdann sind die grünen Zitronen nach sechs Tagen und die anderen nach vier Tagen fertig, um auf den Markt verschickt zu werden. Wenn die Früchte zu lange in der „sweat rooms" bleiben, können sie nicht mehr lange aufbewahrt werden. Zitronen, welche man lange Zeit aufbewahren will, kommen unverpackt in Kisten, die in Kellern oder Scheunen aufgestellt bleiben. Diese Methode des Aufbewahrens verlangt viel praktische Erfahrung — ein Gegenstand, der sich nicht beschreiben läßt. Z. B. müssen die Scheunen richtig gelüftet werden, und die Luft muß genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die Früchte nicht aus- trocknen. Wenn sorgsam behandelt, können grüne Zitronen, im Dezember ge- pflückt, 5 Monate aufbewahrt werden, im Januar gepflückt, 4 Monate und wenn im Februar, März oder April geerntet, 2 bis 3 Monate gut bleiben. Sie reifen dann langsam aus. Das Aufbewahren ist im Küstengebiet Kaliforniens leichter als mehr landeinwärts, wo die Temperaturen häufig zu hoch werden. Das Ver- packen der Früchte muß sehr sorgsam geschehen, und die Arbeiter werden daran erinnert als ob sie Eier zu verpacken hätten. Unzweckmäßige Behandlung ruft vieles Faulen der Früchte hervor. Die Größe der Zitronenplantagen umfaßt 5, 10, 20 bis 30 Acres; einige sehr große Gesellschaften besitzen sogar 100 bis 750 Acres davon. Die Bäume kommen in Abständen von 6 bis 7,5 m ins Land. Zitronenland kostet ebensoxiel wie solches für Apfelsinen; die Kosten zum Unterhalt sind freilich höher. In Kalifornien wurden nur drei Sorten angebaut, nämlich: Eureka, von kalifornischer Herkunft (läßt sich gut aufbewahren und entwickelt wenig Samen), ferner L i s b o n aus Portugal und Villa Franca, irgendwoher aus Südeuropa eingeführt. Literatur: G. H. Powell, The Status of the american Lemon Industry. Yearbook Dept. of Agric, 1907. E. J. Wickson, California Fruits. 4. Ed. San Francisco, 1918. A. D. S h a m e 1 , A study of bud Variation in the Eureka Lemon U. S. Dept. Agric. Bull. 813, 1920. A. D. Shamel, Frost protection in Lemon Orchards U. S. Dept. Agric. Bull. 871, 1920. 3. Pompelmusen und Sonstiges. Wie Kahfornien voran steht in der Erzeugung von Zitronen, so steht Florida an der Spitze mit den Pompelmusen, die in Kali- fornien lange nicht so gut gedeihen wie in letzterem Staate. „Florid Grapefruit" hat damit den Markt in allen größeren und kleinen Städten erobert wegen des angenehmen Aromas und anderer vorzüglicher Eigenschaften dieses Produkts. Die Kultur ist der der Apfelsinen sehr ähnlich und braucht deswegen hier keine nähere Berücksichtigung zu finden. Die Hunderte von Acres, die jetzt in Florida damit bepflanzt sind, tragen in der Hauptsache die Sorten Nectar, Imperial und Marsh Seedlers. Andere Citrusarten. welche in Kalifornien und Florida angebaut werden, jedoch noch nicht für Großkultur in Betracht kommen, sind die Man- darinen, die kleinen Kumquats und L i m e 1 1 e n , worauf ich hier nicht weiter eingehen will. Literatur: H. H. Hume, Pomelos. Fla. Agric. Exp. Sta. Bull. 58, 1901. H. H. Hume, The Kumquats. Fla. Agric. Exp. Sta. Bull. 65, 1902. H. H. Hume, The Mandarine Orange Group. Fla. Agric. Exp. Sta. Bull. 66, 1903. E. J. Wick- son, California Fruits, 1918. A. D. Shamel, A study of bud Variation in the ■ — 8i — Marsh Grapefruit U. S. Dept. Agric. Bull. 697, 1918. A. D. S h a m e 1 , Results of individual tree Performance with pruned and unpruned Marsh Grapefruit. Cat. Citrogr. V.. 1920. 4. Die Marktverhältnisse des Citrusobstes. Die Apfelsincnindustrie Kali- forniens ist ohne Zweifel die höchstentwickelte von allen Zweigen der Obsterzeugung und der landwirtschaftlichen Gewerbe der Union. Nicht weniger als vier Fünftel der Citrusfrüchte werden in diesem Staat durch kooperative Maßnahmen verkauft, und dieses Verkaufsystem verdient genauere Beachtung. Im Jahre 1877 verschickte Kalifornien die ersten Eisenbahnwagen mit Apfel- sinen, und nach zehn Jahren war der Versandt bis auf 2000 gestiegen, während er sich jetzt auf 39000 Wagen beläuft. Im Anfang ging der Verkauf wegen des geringen Ertrages leicht vonstatten; als aber immer mehr auf den Markt heran- geführt wurden, gestalteten sich auch Absatz und Konkurrenz schwieriger. Der Absatz war so heruntergedrückt worden, daß sich die Züchter im Jahre 1885 ent- schlossen, die Orange Growers Protective Union zu gründen, welche den Absatz fördern sollte. Der Verkauf war jedoch immer noch schwierig, ein gut durchgeführtes System fehlte, die Einrichtungen der Kälteindustrie zum Auf- bewahren von Obst waren primitiv, der Überschuß ließ sich nicht in genügendem Maße aufbewahren, um ihn erst später auf den Markt zu bringen, auch der Transport ließ sehr zu wünschen übrig. Das notwendige Übel des Verkaufs durch Kommissionäre, der nicht lohnend für den Züchter war, war noch immer nicht ausgerottet. Apfelsinen sollten regelmäßig und soweit wie möglich das ganze Jahr hindurch auf den Markt gebracht werden, neue Märkte sollten erschlossen, die Kälteindustrie entwickelt, der Mittelsmann ferngehalten und ein einheitliches Verpackungssystem ausgearbeitet werden. Der Apfelsinen- und Zitronen markt ist sehr sensitiv: In einem gewissen Staat können ein paar Wagen zu wenig die Preise hochhalten. ein paar Wagen zu viel die Preise herunterdrücken. Dies war die Ursache, daß im Jahre 1895 die Southern California Fruit Exchange begründet wurde. Mit der Ausbreitung der Citrusindustrie mehr nach dem Norden Kaliforniens war im Jahre 1905 durch Umorganisieren und Hinzutreten von anderen Vereinen die California Fruit Growers Exchange entstanden, welche jetzt eine außerordentlich tatkräftige, sehr viel- seitig zusammengesetzte, aber musterhafte Verkaufsorganisation darstellt. Das System besteht aus: i. den lokalen Associationen, 2. den Distriktsstellen, 3. der Zentralstelle. Der Verband hat keine autoritative Macht, er ist der Diener und nicht der Herr der Interessenten. Nur Züchter sind Mitglieder, es ist also keine gewöhnliche Aktiengesellschaft, in die jeder Kapitalist sein Geld hineinstecken kann. .Auf Reingewinn wird nicht gearbeitet, der Verband arbeitet demokratisch- kooperativ. Er verpackt das Obst und bringt es auf den Markt, wenn die Zeit dazu am geeignetsten ist. Nachdem die Kosten abgezogen sind, erhalten die Mit- glieder ihr Geld je nach Qualität und Quantität der von ihnen eingelieferten Produkte. Das Stimmrecht der Mitglieder der Korporation steht im Verhältnis zu dem Besitz der Anzahl Acres (2,5 Acre =^ i ha), mit trägenden Obstbäumen bepflanzt: jeder Acre berechtigt zu je einer Stimmeinheit. Auf dieser Grundlage können auch neue Mitglieder mit denselben Rechten hinzutreten. Weiter hat keine einzige Person andere Rechte als die übrigen. Zu Anfang der Mitgliedschaft wird ein Dollar für jeden tragenden Acre bezahlt: imd wenn nötig bezahlt jedes Mitglied seine eigenen Kosten für den — 82 — . Verkauf an die Organisation, oder aber sie werden beim Auszahlen ab- gezogen. Das Zertifikat der Mitgliedschaft kann nur beim Veirkauf der Gelände an einen anderen übertragen werden. Jedes Mitglied kann aus der Association entfernt werden, wenn dazu \'eriinlassung vorliegt und nach Gutachten von zwei Drittel der Mitglieder auf einer allgemeinen oder besonderen Versammlung der Ausschluß beschlossen wird. Der Stab von Direktoren hat das Recht, Grenzen für ein bestimmtes Areal in der Weise zu ziehen, daß dieses einem bestimmten Verpackungshause zu- gewiesen wird. Auf der Jahresversammlung werden alle belangreichen Geschäfte verhandelt, wobei jedes Mitglied so viel Stimmeinheiten besitzt, als fruchttragende Acres bei der Association für den Betreffenden begutachtet und eingeschrieben sind. Die in der Jahresversammlung gewählten Direktoren haben sich durch engere Wahl weiter zu organisieren in je einen Präsidenten, Vizepräsidenten, Sekretär und Geschäftsführer (Manager). Der Direktorenstab hat die allgemeine Führung der Geschäfte der Organi- sation; die Direktoren autorisieren alle Ausgaben, schließen Kontrakte ab und beherrschen die Verwaltung in allen geschäftlichen Einzelheiten. Wenn wegen Krankheiten usw. der Plantage irgendeines Besitzers ein Nach- teil für das von anderen durch die Korporation zu verkaufende Obst befürchtet wird, haben die Direktoren das Recht, solche Besitzer auszuschließen. Die Direktion hat eine genaue Buchführung zu unterhalten, welche sofort zeigt, wieviel Obst und welche Sorte und in welchen Größen für ein bestimmtes Mitglied verkauft worden ist. Diese Bücher können von jedem MitgHed auf einen Arbeitstag eingesehen werden. Die Mitglieder verpacken, verkaufen und bringen die Citrus fruchte nur allein durchdieOrganisation zum Markt. Man darf nicht selbst verkaufen oder von anderen verkaufen lassen. Geschieht das doch, so hört der Betreffende auf, Mitglied zu sein, und bezahlt 25 Dollarcents für jede Kiste, welche nachdem verkauft worden ist. .Auch darf kein Mitglied von anderen kaufen und weiter durch die Organisation zum Markt bringen lassen. Das Obst soll sorgsam gepflückt und nach den Verpackungshäusern ge- bracht werden auf Wagen, die gehörig mit Fedeni versehen sind. Obst, das schlecht behandelt war, wird nicht angenommen. Wenn auf Grund ordent- lichen Beschlusses das Pflücken kooperativ geschehen soll, wobei der Direk- torenstab die Anzahl acres bestimmt, hat jedes Mitglied sich weiter danach zu richten. Jedes Mitglied hat das Recht, für ein bestimmtes Jahr den Verkauf seines Obstes durch die Organisation auszuschließen, wenn es in den ersten vierzehn Tagen des September dem Sekretär davon brieflich Mitteilung macht. Das Kapital der Korporation wird bei einer Bank angelegt, welche gleicli- zeitig Schatzmeister ist. Auf jede Kiste kommt ein Schutzmarkenzeichen. Jedes Mitglied hat sich handschriftlich auf Innehaltung der allgemeinen und besonderen Vorschriften des Verbandes zu verpflichten.' Durch spezielle Be- stimmungen für die Beschlußfas.sungsformalitäten bei den Versammlungen ist Vorsorge geschatten, daß auch die Kleinbesitzer in jedem Fall zu ihrem Recht kommen. - 83 - Es sei hier noch einmal bemerkt, daß. wenn das sortierte und verpackte Obst auf der Eisenbahn ist, die Verantwortlichkeit der lokalen Association auf- hört und in die Hände der Distriktstelle übergeht. Eine Distriktstelle braucht kein großes Kapital; die Unkosten betreffen hauptsächlich Gehälter und Telegramme. Diese Stellen sind nicht zusammengesetzt aus gewöhnlichen Mit- gliedern, sondern aus den lokalen Associationen, und nach deren Anzahl kann vielleicht die eine Distriktstelle 8. die andere 20 lokale Associationen als Mit- glieder umfassen. Die Direktoren jeder lokalen Association wählen je einen Direktor für die Distriktstelle; häufig nimmt man dazu den Präsidenten oder Geschäftsführer. Auch unter diesen werden dann die Amter wieder verteilt. Die Distriktstelle verkauft das Obst nicht gegen einen gewissen Prozent Gewinn vom Verkauf, sondern sie berechnet einen bestimmten Preis pro Kiste. Hierdurch sind demnach die Verkaufskosten für geringeres Obst verhältnismäßig höher als für besseres. Diese Beträge dienen bloß dazu, um die Kosten für den Versandt usw. zu decken; bleibt an einem gewissen Termin Geld übrig, so wird es unter dV'e Mitglieder, das heißt die lokalen Associationen, nach Anzahl der für sie verhandelten Kisten zurückbezahlt. Für Zitronen wird mehr berechnet als für Apfelsinen, da sie um \',; schwerer sind. Es ist leicht verständlich, daß eine aktiv und fortschrittlich arbeitende Distriktstelle von großer Bedeutung für die Entwicklung einer gewissen Obstbaugegend ist; der Geschäftsführer muß daher in seinem Fach und namentlich für die Marktverhältnisse einen weiten Blick haben. Die Zentralstelle (The Central Exchange) ist das oberste Organ, das die ganze Organisation zusammenhält: wyrde diese Stelle fehlen, so wären alle Distriktstellen nur für sich selbst arbeitende Organisationen, von denen vielleicht die eine zum Nachteil der anderen arbeiten würde. Aber durch Vereinigung dieser Distriktstellen unter einer Zentrale wird eine seltene Einheitlichkeit erreicht und die Möglichkeit gegeben, eine große Kraft zu entwickeln; diese Organisation dürfte überall in der Welt als Beispiel dienen. Im Jahre 191 8 umfaßte sie etwa 8000 Obstzüchter in iiy^okalen Associationen, diese zu 17 Distriktstellen ge- gliedert, welche v^^iederum der einen Zentralstelle unterstehen. Das Hauptbureau der Zentralstelle befindet sich in Los Angeles. Jede Woche haben die 17 Direktoren, welche die Distriktstellen vertreten, eine Sitzung, wobei die Gewinne der Citrusindustrie und die Marktverhältnisse besprochen werden. Diesen Versammlungen können auch gewöhnliche Mitglieder beiwohnen, und sie dürfen sich auch selbst dabei äußern; aber nur die Direktoren haben hier Stimmrecht. (Schluß folgt.) Über das Klebrigwerden des Kautschuks. (III. Mitteilung über Manihotkautschuk,) \'on Th. Mar.x und A. Zimmermann. (Schluß.) Bei ciiKiTi anderen W-rsuch wurde mit 2% Chlorkalziuni kuaKuliertei Kautschuk um einen Holzball abgenoninien und dieser hin und wieder in Sand umgedreht. Befund nach 4 Monaten: - 84 - I. Kugel-Schalenstücke, direkt zum Trocknen schwach klebrig, aufgehängt II. Kugel-Schalenstücke mit Waschwalze und nicht klebrig, viel Wasser gewalzt und 24 Stunden ge- wässert III. Kugel-Schalenstücke nach 24 stündigem an einzelnen Stellen ganz Wässern zum Trocknen aufgehängt schwach klebrig. Nach diesen Untersuchungsbefunden ruft also Sand, dem Kautschuk entw,eder vor oder nach der Koagulation beigemischt. Klebrigkeit hervor, während Rotlehm auch, aber weniger energisch in gleicher Richtung wirkt. Es ist demnach darauf zu achten, daß bei der Gewinnung des Kautschuks eine Verunreinigung durch Sand oder Rotlehm möglichst vermieden wird. Zu diesem Zwecke darf z. B. kein auf den Boden geflossener und dort koa- gulierter Milchsaft mit abgenommen werden. Auch müssen in termiten- reichen Gegenden die Bäume vor der Zapfung sorgfältig von Sand und Erde befreit werden. 7. Einfluß von Kupfer und Eisen. Von verschiedenen Forschern wurde bereits darauf hingewiesen, daß durch Kupfer- und Eisensalze ein Klebrigwerden des Kautschuks hervor- gebracht werden kann. Was speziell den Manihot- Kautschuk betrifft, so hatte der eine von uns (A. Z.) Latex sowohl mit Kupfersulfat, als auch mit Eisenchloridlösung koaguliert und in jedem Falle klebrigen Kautschuk erhalten. Der mit dem Kupfersalze koagulierte Kautschuk war stark klebrig geworden und ohne jeden Nerv, der mit dem Eisensalz koagulierte nur an der Spitze klebrig und wenig dehnbar. Es blieb nun die Frage zu prüfen, ob der schon vorher koagulierte Milchsaft auch durch nachträgliche Einwirkung von Kupfer- oder Eisen- salzen klebrig wird. Diesbezügliche Versuche ergaben folgendes: W Wurde ein .Kautschukfiaden vor der Trocknung etwa 40 Stunden in einer o,45%igen Eisenchloridlösung gewässert und dann zum Trocknen auf- gehängt, so trat nach dem Trocknen der Proben das Klebrigwerden auf. Nach 40 Tagen Avaren diese schon vollständig in ein klebriges Produkt ver- wandelt, das unter seinem eigenen Gewicht in der Mitte zerrissen war. Ein anderes Mal wurde ein Kautschukfladen auf der einen Seite mit einer sehr geringen Menge Kupferpulver eingerieben, dann 40 Stunden ge- wässert und hernach getrocknet. Nach 40 Tagen war der Kautschuk auf der mit Kupfer behandelten Seite klebrig. Ein anderer Teil des gleichen Kautschuks wurde gleich nach der Zapfung in einer 4%igen Kupferazetatlösüng etwa 40 Stunden gewässert, dann ein Teil nur gewalzt und ein Teil mit der Waschwalze und sehr viel Wasser gewaschen. Beide Proben waren nach 40 Tagen vollständig klebrig und kurze Zeit darauf zerflossen. Ein Vergleichsstück Kautschuk derselben Herkunft, welches nur 40 Stunden im Flußwasser gewässert war, wurde in obiger Zeit nicht verändert Weiter wurden trockene Kautschukfladen auf der einen Seite teils mit =^ 8,4 Mill. ha) im Vorjahre an. Ägyptische Baumwollernte. Über grobe Unstimmigkeiten bei der Schätzung spricht sich das „Bulletin Commercial" (Ale.xandrien) vom i. April d. J. folgender- maßen aus: „Man spricht dieser Tage von nichts anderem als dem schweren Irrtum, den unsere Regierung bei der Schätzung der gegenwärtigen Baumwoll- ernte begangen hat, die sie ungefähr mit ^,^'^ Millionen annahm, eine Schätzung, die übrigens durch nachfolgende Berichte bestätigt wurde, und die sich selbst die Produktenbörse (Produce Association) zu eigen machte, deren Schätzungs- zififer beinahe 3V2 Mill. Ballen betrug. Die Geschäftswelt hatte infolgedessen damit gerechnet, daß sich inklusive des Restbestandes der alten Ernte, die im Innern geblieben war, und der sich nach der Schätzung der Börse auf 750 000 Cantars belief, die heurige Ernte mindestens 4'/2 Millionen betragen würde. Nunmehr, am 31. März, sind die Ankünfte bereits auf 4460000 Ballen gestiegen, und das Inland fährt fort, uns Baumwolle in verhältnismäßig großen Mengen zu senden. Nach unseren Berichten werden wir noch mit Ankünften von mehr als ' -2 Mill. Ballen zu rechnen haben, und das würde die Summe der Ankünfte auf mindestens 5 ^Millionen bringen. Wenn wir hierzu den alten \'orrat, der noch in Minnet-el Bassal liegt, hinzufügen, werden dieses Jahr 7 Millionen disponibler Baumwolle verfügbar gewesen sein. Also ist entweder die Regierung auf gröb- liche Weise über die Ausdehnung des mit Baumwolle bepflanzten Areals getäuscht worden oder aber über die Aussichten der Ernte; sie ist in beiden Fällen zum mindesten grober Nachlässigkeit schuldig. Ferner ist die Börse zu tadeln, die ihren Irrtum noch dadurch vergröbert hat, daß sie den Rest der alten Ernte auf die Hälfte des tatsächlich Vorhandenen einschätzte. Diese unzuverlässigen Schätzungen werden auf lange hinaus unserem Markt ein Gefühl der Unsicher- heit geben, das allen Interessenten schaden muß. Die Schwäche unseres Marktes in letzter Zeit wird hierdurch ohne weiteres erklärlich." Die Zuckerrohrkultur Paraguays hat aus Anlaß der Preissteigerung in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Die mit Zuckerrohr bestellte Fläche wird auf II 000 Acres geschätzt, und die Zuckerproduktion von 1920 belief sich auf 3800 tons gegenüber 2500 in 1919 und 562 in,i9i8. Der jährliche Zucker- verbrauch des Landes wird auf etwa 3000 tons im Jahr geschätzt. Im Jahre 1920 fand zum ersten Male eitle Zuckerausfuhr, und zwar von 141 1 tons statt. Es be- stehen dort 7 Zuckerfabriken, von denen die größte 2000 tons im Jahre liefert. Alle diese Fabriken produzieren jedoch nur braunen Zucker. Die Eröffnung — 94 — einer Raffinerie wäre erwünscht. (Lousiana Planter and Sugar Manufacturer vom ^i8. Februar 1922. i Kokoskultur auf Ceylon im Jahre 1921. (Vgl. vorstehenden Bericht über den Ausfuhrhandel Ceylons.! Die Ausfuhr von Kokosnüssen nach England, Ägypten und Holland betrug 11,5 bzw. 5,5 und 2,5 Mill. Stück. Im Ganzen wurden 20 Mill. ausgeführt. Die Vereinigten Staaten deckten ihren Bedarf aus dem tropischen Amerika, den Philippinen, den Südseeinseln. Samoa. Fidji, Tahiti, Ncu-Guinea usw. Auch als Abnehmer für K o p r a ist Nordamerika ausgeschieden, angeblich wegen der hohen Preise und Frachten. Da vor dem Kriege i Mill. Ibs. aus Ceylon dorthin gingen, fällt der .Ausfall ins Gewicht. Ebenso steht es mit dem Kokosöl, dessen Lieferung nach Nordamerika Ceylon an die Philippinen hat abtreten müssen. Diese führten 250- Mill. Ibs. davon aus. 25 000 tons Kopra gingen nach Schweden und Norwegen. Wie es in dem Bericht heißt, wird in Ceylon mit Ungeduld auf die ver- mehrte Abnahme von Kokosöl und Kopra durch Deutschland und Holland gewartet. Die Preise für R a s p e 1 k o p r a (desiccated coconut) waren so niedrig, daß die Fabrikation zeitweilig stillgelegt werden mußte. Dennoch wurden im Ganzen 85 Mill. Ibs. verschifft (gegen 5S Mill. im Vorjahre), wovon 34 nach Nordamerika und etwa 28 Mill. Ibs. nach England gingen. Auch die übrigen Abnehmer: Belgien. Spanien. Schweden und die Südafrikanische Union kauften mehr als im Vorjahre. Im Hinblick auf die wissenschaftlichen Grundlagen, deren sich die Kultur der Kokospalme jetzt in einigen anderen Produktionsgebieten bedient, ist bei den Kokospflanzern Ceylons eine Strömung entstanden, die Kultur auf eine höhere Stufe zu bringen und sie zu intensivieren, und zwar in Richtung wissenschaftlicher Studien über Selektion - mit dem Ziel einer frühreifen und reichtragenden Varietät — über Düngung. Krankheiten und Schädlinge usw. Ferner will man allgemein die Gestehungskosten verringern und die (Qualität verbessern. Das neuerdings patentierte Verfahren, wodurch mittels einer Rotationspresse aus frischer Kokosnuß ein nahezu säurefreies und farbloses Ol erhalten werden kann, ist nach dem Bericht auf Ceylon nahezu unbekannt, während in Cochin bereits 80 solcher Pressen im Gebrauch sind. Eine Firma in Colombo hat un- längst eine Maschine in Betrieb genommen, welche Raspelkopra von gleich- mäßiger Länge herstellt, was für die Zuckerwerkherstellung von Belang ist. Dieselbe Fabrik, deren monatliche Leistungsfähigkeit zu 3000 Kisten gebracht werden soll, will sich auch darauf legen, eine Raspelkopra von möglichst niedrigerem Olgehalt zu fabrizieren. In Madampe wurde eine große Fabrik zur Herstellung von Kokosborsten und -Matten eingerichtet. Endlich ist eine Gesellschaft mit der Aufgabe beschäftigt, eine ebenso weiße Kopra herzustellen, wie sie die Malabarküste liefert. („Ind. Mercuur" 1922. Nr. 5 nach ..Times Trade Supplement" v. 7. Jan. 1922. 1 Erzeugung und Ausfuhr von Sojabohnen und -Produkten aus der Man- dschurei. Die Mandschurei produziert jährlich rund 2' .1 Mill. tons Sojabohnen, wovon etwa ^j^ exportiert werden, und zwar zu 30'"/y in Form von Bohnen und zu 70 "/o in Form von Öl und Preßkuchen. Die Ausfuhren betrugen in den Jahren 1920 imd 1919: Pikuls (zu 60 kg) 1920 1919 Sojabohnen 10224000 11 161000 Sojaöl I 805 000 2 066 000 Sojakuchen 21 479000 21 149000 — 95 — Mehr als die Hälfte der ausgeführten Bohnen ging 1920 nach Japan, etwa 2'/2 Mill. Pikuls nahm China auf, während unter den europäischen Ländern nur Dänemark und England als Abnehmer auftreten. Die Hauptmenge der Ölausfuhr fiel 1920 auf Holland (rund 616 000 Pikuls), an zweiter Stelle stand Nordamerika irund 460000), an dritter Stelle Japan und Korea (rund 280 oooj. Die Kuchen gingen hauptsächlich nach Japan (beinahe 18 Mill. Pikuls), ferner nach China (3,4 Mill.) zu Düngungszwecken. Von europäischen Abnehmern war allein Däne- mark zu verzeichnen. („Cerealia" vom 3. Jan. 22.) Die niederländisch-indische Kaffee-Ernte. Gegen alle Erwartungen hat die 1921er Ernte nur 600000 Piculs ergeben, während man auf 1360000 Piculs gerechnet hatte. Die Dürre des vorigen Jahres und die Schäden durch Unge- ziefer sind die Ursachen dieses unerwarteten Minderertrages. („Schnelldienst" vom 25. März 1922.) Pfefferkultur in Niederländisch-Indien. An der Spitze steht Sumatra (Atjeh und Lampong), die zweite Stelle nimmt der Riouw-Lingga- Archipel ein, ferner liefern noch Banka und Borneo, und endlich wird Pfeffer auf Java ge- legentlich als Nebenkultur in den Kaffeeunternehmungen angebaut. Die Kultur hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, wie sich aus folgenden abgerundeten Ausfuhrziffern ergibt (worin schwarzer und weißer Pfeffer ent- halten sindi: 1905 .... 17000 t ' 1916 .... 23000 t : 1918 .... 26000 t 1910 .... 26000 t 1917 .... 28000 t ' 1919 .... 40000 t 1915 .... 22 000 t (Bei der hohen Ziffer für 1919 mögen noch unverkaufte Vorräte aus den Kriegs- jahren mitgewirkt haben.) Im einzelnen ist folgendes zu bemerken: In Atjeh liegt die Kultur mit einer Ausnahme ausschließlich in Händen der Eingeborenen. Der Verkauf spielt sich meist schon in den Pflanzungen ab und nicht in freier Konkurrenz auf dem Markt. Das hat schädliche Vorschußgeschäfte im Gefolge. An der O s t k ü s t e von Sumatra wurde die Kultur durch Eingeborene aus Atjeh eingeführt und wird auch hauptsächlich in den Distrikten betrieben, die noch von Atjehern bewohnt werden. Der Pfefferhandel konzentriert sich vornehmlich in Pangkalan Brandan. Für die Bevölkerung der Provinz Lampong bildet die Pfefferkultur die wesentlichste Einnahmequelle. Um die für die Produzenten gefährlichen Auswüchse des Pfefferhandels zu beseitigen, wurde in Tandjong Korang (bei Telok Betong) eine Pfefferbörse eröffnet. Sie soll den Zwischenhandel aus- schalten, die Produzenten über die jeweilige Preislage unterrichten usw. Die .ausfuhr geht über Palembang, und zwar in großem Umfang nach Java und Madoera. ein anderer Teil nach Singapore zur weiteren Verteilung. Im Riouw- Archipel wird die Kultur vornehmlich von Chinesen, gewöhnlich zusammen mit dem Anbau von Gambir, betrieben. Die Produktion geht beinahe ausschließlich ins Ausland, wobei Tandjong Priok als Umschlaghafen dient. Über diesen Hafen wird sämtlicher weiße Pfeffer verschifft. Banka und zugehörige Inseln, wo der Pfefferanbau ständig zunimmt, seitdem sich nach dem Vorbild der Chinesen auch die Eingeborenen damit befassen, verschiflen nach anderen Außenbesitzungen, ferner nach Java und dem Ausland. B i 1 1 i t o n liefert nur wenig, und zwar ausschließlich weißen Pfeffer. In West borneo, vornehmlich in den Distrikten Sambas und Landak, breitet sich die Kultur mehr und mehr aus: das Produkt - 96 - geht hauptsächlich von Sambas aus über Singaporc ins Ausland. Der Zwischen- handel blüht, in der Regel sind es Chinesen, die den Pflanzer bevorschussen und ihn dadurch an sich ketten. In Süd- und Ostborneo hat der Anbau unter dem Einfluß der Preissteigerung während der Kriegsjahre enorm zugenommen. In den Distrikten Poeloe Laoet und Tjontjoeng ist er zur wahren Volkskultur geworden; auch Tanahboemboe hat sich zu einem wichtigen Produktionsgebiet entwickelt. Die Ausfuhr von weißem Pfeffer hat sich zugunsten des schwarzen stark vermir.dert. Die Provinz Süd- und Ostborneo ist übrigens das einzige Gebiet Niederländisch- Indiens, welches den sogenannten langen (von anderen Piper-Arten stammenden) Pfeffer verschiftt. („Ind. Mercuur" 1922 Nr. 4.) Produktion von kleinfrüchtigem Cayennepfeffer (Chillies). Dieses Gewürz, die etwa 15 mm langen und 5 mm breiten Früchte von Capsicum frutescens (= C. fastigiatum Bl.- = C. minimum Roxb.), aus Amerika stammend, wird in der gesamten Tropenzone vielfach angebaut. Der Handel bezieht die getrockneten Früchte hauptsächlich aus Afrika und den Antillen, ferner aus Britisch- und Niederländisch-lndien. Japan und Siam. Der „Indische Mercuur" (Nr. 7 vom 17. Februar 1922) gibt Daten über Produktion und Ausfuhren einiger Länder. Danach liegen für Britisch -Indien über die Gesamtproduktion keine Ziffern vor; in der Provinz Madras, die das Hauptkontingent liefert, wird die Anbaufläche auf nahezu 300 000 Acres geschätzt. Die Ausfuhr belief sich lange Zeit auf etwa 15 Mill. Ibs. jährlich; nur 1918/19 sank sie infolge einer Mißernte auf 9 Mill. Ibs. Niederländisch-lndien führte 1920 784 t, gegen 490 t im Vorjahr aus. (Hierbei scheinen aber die Früchte von Capsicum annuum. dem großfrüchtigen „Spanischen Pfeffer" inbegriffen zu sein.) Die Hauptmenge liefert Java, nur ein kleiner Teil fällt auf die Außenbesitzungen, namentlich Belavvan in Deli. Die .■\usfuhr von Chillies aus Japan ist 1919 stark zurückgegangen; sie betrug damals nur 510 t. gegen 3651 im Vorjahr und 2954 im Jahre 1917. Die Chillies- ausfuhr von Siam erscheint 1919/20 zum ersten Male in der Statistik des Landes, und zwar mit 532 t. Aus Zanzibar wurden 1905 noch 500 000 Ibs. ausgeführt, 1919 nur noch rund 90000 Ibs. Dieser Rückgang wird mit der Zunahme der Gewürznelkenkultur auf der Insel in Zusammenhang gebracht. Tabak in Venezuela. Die Haupttypen venezolanischen Tabaks, nach den Anbaugebieten benannt, sind die folgenden: Maturin, Capadare. Golfero, Guaribe, Cocozote. Cumanä, Quebrado seca und Guächaro. Als die besten Tabakssorten gelten die Produkte von Guächaro und Cumanä; auch in der Gegend von Valencia werden große Mengen von guter Qualität erzeugt. Das in Tabaksunternehmungen investierte Kapital beträgt imgefähr 10 Mill. Bolivares. Die Ausfuhr bezifferte sich 1918 auf rund 2500 t im Wert von rund 3 Mill. Bolivares, 1919 auf rund 612 t in Wert von rund 1,2 Mill. Bolivares. Der Hauptabnehmer venezolanischen Tabaks war ehedem Frankreich, das noch 1918 den größten Teil der Ausfuhr an sich zog. Seitdem ist Holland in den Vordergrund getreten, dessen Anteil 1919 etwa die Hälfte der Gesamtausfuhr betrug. Kleine Mengen gehen nach Havanna. (F^conomische Verslageu van Ncderlandsche Diplomatieke en Consulaire Ambtenaren. XV. Jahrg.. Nr. 17, Februar 1922.) Über die gesamte Rohgummiausfuhr Brasiliens im Jahre 1921 bringt die ..Gummi-Zeitung" (Nr. 24 vom 17. März 1922 j auf Grund verschiedener Unterlagen folgende statistische Angaben (Mengen in Kilogramm): — 97 — Ziel Fi na Entrefina Seinamby Caucho Insgesamt Europa . . . 5206123 370091 377738 i 836 6S8 7790641 Amerika . . . 5038280 762321 i 924 661 2482977 11598239 Insgesamt . . 10244403 i 132 412 2302399 4319665 19388880 Die Bestimmungsländer waren: Vereinigte Staaten von Amerika (New York) . 11399660 kg. Frankreich (Havre) 2652 150 ,. England (London und Liverpool» 2 431 489 ., Deutschland (Hamburg) 2361053 ., Italien (Genua) 260352 .. Südbrasilien 199818 .. Holland (Rotterdam j 36 206 .. Belgien (Antwerpen) 34 995 ,. Spanien (Barcelona) 13 157 .. Insgesamt . . 19388SS0 kg. Nach den Vereinigten Staaten von Amerika ging demnach weit mehr als die Hälfte der Ausfuhr. Die Verschiffungen nach Frankreich. England und Deutschland waren ungefähr gleich groß. Es zeigt sich auch hier wieder deutlich, daß sich Deutschland in bezug auf seine Paragummiversorgung fast ganz un- abhängig vom Londoner Markt gemacht hat. Nachstehend sind noch die Vergleichszahlen über die brasihanische Roh- gummiausfuhr in den letzten drei Jahren gebracht (Mengen in Tonnen): Insgesamt, davon Amerika und Europa 1919 38470 27150 II 320 1920 28770 17925 10845 1921 19400 11600 7800 Zeigte die Ausfuhr im Jahre 1920 einen Rückgang um rund 25 %, so ver- ringerte sie sich 1921 um weitere 33%. Sie war im vergangenen Jahre nur etwa halb so groß als 1919. Für die Hevea-Kultur in Indochina stehen nach A. Chevalier fast un- begrenzte Ländereien zur Verfügung. Die Gestehungskosten der dortigen Kaut- schukproduktion waren bei den niedrigen Bodenpreisen und Lohnsätzen sowie den günstigen Bestimmungen für die Grundsteuererhebung bis 1917 gering. Die Arbeiterverhältnisse liegen außergewöhnlich günstig. Als Arbeitskräfte stehen die Anamiten den Tamilen. Malaien und Javanen in keiner Weise nach, sie sind mindestens ebenso ansteUig und geschickt, wie jene und wesentlich leichter zu behandeln. Ein ernsthaftes Hindernis ergab sich aber in der Kurssteigerung der einheimischen Münze, des Piaster, namentlich in der Zeit von Mitte 1919 bis Mitte 1920. Zur Zeit geht der Kurs dauernd zurück, und damit fallen die Un- kosten, so daß Hoffnung auf Wiederherstellung der früheren Verhältnisse besteht. Einstweilen sah sich die lokale Verwaltung genötigt, eine finanzielle Hilfsaktion zugunsten der Hevea-Pflanzer einzuleiten. („Le Caoutchouc et la Guttapercha" 1922, Nr. 215.) Holzgewinnung und -Ausfuhr auf den Philippinen. Es ist in Europa noch viel zu wenig bekannt, daß eines der bedeutendsten Reichtümer, über die die Philippinen verfügen, gerade das Holz ist. Die Inseln sind in ihrer Oberflächen- ausdehnung annähernd zu 50 % von Wäldern bedeckt. Die Nachfrage nach - 98 - den dort heimischen Hölzern erreichte im vergangenen Jahr eine solche Höhe, daß der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden konnte. Die Ursache liegt nur in der zu geringen Entfaltung der lokalen Industrie. Hier eröffnen sich noch große Möglichkeiten zur Betätigung für große europäische Unternehmungen und Fabriken. Denn gegenwärtig besitzen die Philippinen nur etwa 40 Sägewerke, die mit modernen Maschinen ausgerüstet sind. Die Inseln stellen gerade jetzt, wo die Holzindustrie im Aufschwung begriffen ist, einen guten Absatzmarkt für Holzbearbeitungsmaschinen dar. Im vergangenen Jahr bildete sich die „Philippine Lumber Manufactures Association", deren veröffentlichte Daten die große Nach- frage nach den dortigen Hölzern beweisen. Der Export richtet sich in der Haupt- sache nach den Vereinigten Staaten, China und Großbritannien. Welche Ent- ivicklung der Holzmarkt der Philippinen nach dem Kriege genommen hat, zeigen die Exportziffern von 1919 und 1920. Im ersten Jahre waren es 16095 cbm im Werte von 805 427 ^, im Jahre 1920 bereits 32 699 cbm im Werte von i 830 583 %. was eine Zunahme von 127% darstellt. Der beste Holzkäufer der Philippinen sind noch immer die Vereinigten Staaten, die ständige Vertreter am Platze haben, sowie regelmäßig Studienkommissionen nach den Philippinen schicken. Man hat festgestellt, daß die Holzart, die man mit dem heimischen Namen „epitong" bezeichnet, mit der amerikanischej;v Eiche an Widerstandsfähigkeit sowie Dauerhaftigkeit vorteilhaft konkurrieren kann. („Der Holzkäufer", 1922 Nr. 7.) u h Landwirtschaftstechnische Mitteilungen n v^ — '-^ Die Hanfproduktion in Argentinien hat in den letzten Jahren gewisse technische Fortschritte gemacht. In der Provinz M e n d o z a , Departement Tunuyän, sind 490 ha mit Hanf bestellt, es werden etwa 7000 kg Stengel je Hektar gewonnen, die 14 *^/o Faser guter Beschaffenheit ergeben. Die Produzenten sind bemüht, durch Vereinfachung der Kultur und Fasergewinnung nach nordamerikanischer Methode die Produktionskosten zu ermäßigen. Auf den Inseln des Parand-Deltas nimmt der Anbau von Neuseeland- flachs, Phormium tenax, immer größeren Umfang an. Der Anbau erfolgt durch mehrere größere Gesellschaften und durch einzelne Kolonisten. Da Temperaturen über 32° der Pflanze- schaden, ist man zur Kultur unter Schattenbäumen übergegangen. Diese gewähren der Pflanze auch einen gewissen Schutz gegen die Kälte, die im Winter zuweilen — 2° erreicht. Da sich der Anbau lohnt, werden die Pflanzungen stetig vergrößert. („Latein- Amerika-' .Nr. (A) 25; vgl. auch Nr. (A) 15.) Einfluß von Klima- und Standortswechsel auf Flachserträge. In den letzten Jahren sind darüber interessante Versuche von Irland aus unternommen worden. Man hat dort gewonnene Saat einer bestimmten Varietät nach Kanada, Britisch- Ostafrika, Frankreich und Holland gesandt, sie dort im Jahre 1920 aussäen lassen und die gewonnene Absaat wiederum in Irland zum Anbau benutzt, um den etwaigen Einfluß des Standortswechsels auf den Ertrag kennenzulernen. Nachstehende Tabelle gibt die Resultate wieder im Vergleich mit dem an vierter Stelle aufgeführten, in Irland selbst gewonnenen Aussaatmaterial. (Der über Üst- afrika geleitete Versuch ist in dem Referat in „Handelsberichten" [Haag] vom 9. März 1922 nicht erwähnt.) — 99 — 1920 angebaut in Flachsertrag pro Acre Wert des Ertrages pro Acre st Ibs £ !- sh ! d Holland Frankreich Canada Irland 24 7 23 1 6 23 7 22 6 i8 17 17 16 I II 8 2 10 5 7 (I st [stone] = 1674 Ibs zu 454 g; i Acre ■-= 0,4 ha.) Der Versuch hat also in allen mitgeteilten Fällen eine Ertragssteigerung durch den vorübergehenden Anbau in einem fremden Lande herbeigeführt. (Diese Tatsache verdient größte Beachtung, da sie gewisse Möglichkeiten zur Auffrischung sogenannter „abgebauter" Sorten und Landrassen der verschie- densten Kulturpflanzen eröffnet. Wir behalten uns vor, später auf diese Frage zurückzukommen. B.j Ölerträge der Ölpalme auf Ceylon. Eine, von der Goldküste unter dem Namen „Abe-pa" eingeführte und auf der Versuchsstation Anuradhapura auf Ceylon angebaute Varietät der Ölpalme unterscheidet sich in ihren Ölerträgen von der Ausbeute der gleichen Varietät im Heimatland. Vergleichende Unter- suchungen des Imperial Institute in London haben folgendes ergeben: i. Die Früchte und Kerne der Ceylonpalme sind erheblich kleiner als im Heimatland; 2. die Ausbeute an Fruchtlleisch ist entsprechend geringer; 3. der Olertrag des trockenen Fruchtfleisches beträgt beim Ceylon-Material 66 bis 69 7o' beim Gold- küsten-Material 77 bis 80%: 4. das Verhältnis von Schale zu Kern ist in beiden Fällen ungefähr gleich; 5. die Ceylon-Kerne liefern mehr Fett (durch Pressen aus trockenem Material gewonnen 56 bis 59 %) als die Abe-pa-Kerne von der Gold- küste (51 %). Zwei auf Ceylon kultivierte Formen der Abe-pa, als „grüne" und „schwarze" bezeichnet, unterscheiden sich in den betreffenden Erträgen nicht wesentlich voneinander. („Bull. Imp. Instit." vol. XIX. 1921, Nr. 3.) Als Vorzug des Maragogype - Kaffees (einer aus Brasilien stammenden Varietät oder Rasse der Coffea arabicaj gilt dessen Unempfindlichkeit gegen Sonnenbestrahlung. In Venezuela hat sich die Kultur dieser Sorte mehr und mehr ausgebreitet, weil sie in Höhenlagen zwischen 400 und 1200 m M. H. im Gegensatz zum echten arabischen und dem Liberia-Kaffee ohne Schatten- bäume ausgezeichnet gedeiht. Allerdings müssen die Sträucher wegen ihrer starken Entwicklung in die Breite in Abständen von 5 m gepflanzt werden; doch bedeutet das immer noch einen Raumgewinn gegenüber der Kultur mit Schatten- bäumen. Dem Liberia-Kafiee ist Maragogype auch in bezug auf Entwicklung, Erträge, Geschmack und Aroma überlegen. („Handelsberichten" [Haag] ,vom 16. März 1922.) Unter dem Titel ,,Neue Richtung in der Tabakkultur" teilt der „Indische Mercuur" (1922 Nr. 2, nach „Deli-Courant") folgendes mit. Seit einigen Jahren wird in Fachkreisen D e 1 i s der Gedanke erörtert, brachliegende Tabakländereieu während der sieben- bis achtjährigen Zwischenperiode mit M i m o s a i n v i s a zu bepflanzen. Gegenwärtig läßt man das Land bekanntlich sich in dieser Zeit selbsttätig oder künstlich mit Busch und Wald bestocken, um es alsdann wieder für ein, höchstens zwei Jahre zum Tabakbau heranzuziehen Abgesehen von anderen Vorzügen bietet dieses erprobte Verfahren den \'orteil einer erheblichen — lOO — Anreicherung des Bodens mit Humussubstanzen, die ihm durch Verrottung von Gräsern, Kräutern, Laub und Wurzelwerk, zugeführt werden. Es hat sich nun aber gezeigt, daß verschiedene Gewächse aus der aufschießenden Vegetation von dem Erreger der gefährlichen „Schleimkrankheit' des Tabaks befallen werden, und der Boden sich mit diesem Bakterium fortdauernd anreichert. Außerdem sollen gewisse Umstellungen in der Betriebseinrichtung und Bewirtschaftung der Tabakländereien erforderlich werden, die eine Änderung des jetzigen, hochgradig extensiven Systems zur Voraussetzung haben. Durch die Bestückung des Tabak- landes mit Mimosa invisa, einem Strauch aus der Familie der Hülsenfruchter, hofft man zunächst die Überhandnähme der Schleimkrankheit einzudämmen, ferner die Dauer der Brachperiode erheblich zu kürzen und die Ausbreitung des Alang-Alang- Grases, des am meisten gefürchteten Unkrautes, zu bekämpfen. Die Vermehrung des Stickstoffkapitals des Bodens durch die Wurzelknölichen der Mimosa invisa iwie sie übrigens auch durch die bisher vielgeübte Bepflanzung mit Albizzia moluccana bewirkt wurde) wird als besonderer Vorteil eingeschätzt. Wie der Bericht sarkastisch bemerkt, müsse der Einfluß der Mimosa invisa- Bepflanzung auf die Qualität des Tabaks erst festgestellt werden, doch sei man deswegen augenblicklich in Fachkreisen sehr optimistisch. (Wir behalten uns vor, auf diese und andere, damit zusammenhängende Fragen zurückzukommen, sobald ausführ- lichere Berichte vorliegen. B.) m{^ Vermischtes. 1^1^ ?^ [^^^\[^:^\ vcimiÄCiiic». i'^^j/^g^j [-SS Koprabeschaffung aus den Philippinen für die Ölfabrikation in Europa. Nach privaten Mitteilungen aus Manila ist eine Kommission führender Persönlich- keiten aus der europäischen Ölindustrie, hauptsächlich Engländer, nach Manila gegangen, um den Aufkauf von Kopra zu regeln. Unter anderm soll geplant sein, die allmähliche Schließung aller Ölfabriken im Osten, soweit sie Eigentum von Europäern sind, herbeizuführen. Gleichzeitig soll eine Einkaufs-Organisation gegründet werden, deren Aufgabe es ist. im fernen Osten für die Verschiffung der Rohstoffe nach Europa und für ihre Verteilung unter die angeschlossenen Fabriken zu sorgen. Dem Plan liegt der Gedanke zugrunde, daß mit nie- drigeren Löhnen und geringeren Produktionskosten in Großbritannien das Ol billig genug hergestellt werden könne, um erfolgreich mit ausländischen Fabri- katen konkurrieren zu können. Die Kommission hat auch den Föderierten Malaiischen Staaten einen Besuch abgestattet. („Handelsberichten' [Haag] Nr. 781 v. 2. März 1922, nach „Journal of Commerce".) United Fruit Co. In einer Broschüre „Die Geschichte der Banane" gibt diese Gesellschaft u. a. einen Überblick über ihre eigene Entwicklung. 1899 gegründet, widmet sie sich hauptsächlich der Produktion und Beförderung tropischer Erzeugnisse, wie Bananen, Zucker, Kakao. Kokosnüsse. Aptelsinen; außerdem betreibt sie ein ausgedehntes Pracht- und Passagiergeschäft. Sie hat Niederlassungen in Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Guatemala, Honduras, Jamaika. Panama und auf den Kanarischen Inseln. In den letzten zehn Jahren verschiffte sie aus den Tropen 284 Mill. Büschel Bananen, und zwar 230 Millionen nach den Vereinigten Staaten und 54 Millionen nach England und dem Kontinent, darunter 9 Millionen von den Kanarischen Inseln. Ihr Besitz umfaßt: a) i 505000 — lOI — Acres eigenes Land (davon 350 000 Acres unter Kultur) und 124 000 Acres Pachtland (davon 27500 Acres unter Kultur); b) 1200 Meilen Eisenbahnen; c) 3500 Meilen Fernsprech- und Telegraphenlinien und eine An- zahl Funkstationen in Kolumbien, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, Pa- nama, Swan Island und New Orleans, sowie kleinere Stationen in Boston und Burrwood; d) auf Jamaika zwei moderne Hotels; e) 32500 Stück Rind- vieh und 8000 Pferde und Maultiere : f) Handelsgeschäfte in Latein- Amerika (Umsatz 9800000 $ jährlich); g) Wasserversorgungs- und Elektrizitätsanlagen i. W. von 750000 $; h) eine Flotte von etwa 90 Dampfern (einschließHch gecharterten Schiffen). Im eigenen Besitz hat sie 29 Dampfer und 5 im Bau. Die Gesellschaft ist ferner an der Wireless Specialty Apparatus Co. in Boston beteiligt. Ihre Verkaufsorganisation, die Fruit Despatch Co., hat 50 Niederlassungen in den Vereinigten Staaten und Kanada, ihre englische Organisation Eiders & Fyflfes hatte vor dem Kriege 38 Filialen in Großbritannien und Agenturen in Amsterdam, Kopenhagen, Ham- burg, Paris usw. In Kuba betreibt die Gesellschaft auf 85 000 Acres Zucker- rohrbau und zwei Zuckerfabriken, in Boston eine Zuckerraffinerie. („Latein- Amerika" Nr. (D) 25 v. Jan. 22.) Das Cativa-Harz stammt von Prioria copaifera Griseb., einem zu den Leguminosen gehörigen Baum, der sich in periodischen Überschwemmungs- gebieten der Küstenzone Columbiens in großen Beständen findet. Die be- treffenden Wälder werden von den Eingeborenen „cativales" genannt. Das Harz wird aus dem Holz des Stammes in gleicher Weise gewonnen, wie der Copaiva- Balsam. Der Ertrag schwankt beträchtlich je nach Größe des Baumes und der Zeit der Anzapfung; ein großer Baum liefert i bis 3 Gallonen und noch mehr. Der Baum kann noch mehrere Jahre nach der Zapfung am Leben bleiben, liefert aber nur eine Ausbeute. In Columbien wird das Produkt zum Kalfatern der Boote und zur Herstellung von Fliegenpapier benutzt. Bei gewöhnlicher Temperatur ist das Harz eine halbfeste Masse, sehr klebrig, von brauner Farbe und schwachem, unangenehmem Geruch. In 90 % Alkohol löst es sich nicht. Mit den übrigen Harzen und Balsamen des Handels besitzt es wenig Ähnlichkeit, von Copaiva- und Gurjun-Balsam ist es grundverschieden. Da es auch unter dem Einfluß der Luft nicht ganz erhärtet, sondern klebrig bleibt, dürfte es für die Lackfabrikation kaum verwendbar sein. Von Wichtigkeit ist aber die Feststellung, daß das Cativa-Harz sich leicht mit Kautschuk mischt und diese Mischung sehr zäh ist. Bei Vulkanisierung mit 5 '^ y Schwefel liefert das Harz eine feine, elastische Masse, bei höherem Schwefelzusatz ein der Guttapercha ähnliches Produkt, das zu Blättern ausgewalzt werden kann und bei Erwärmung weich wird. Das Cativa-Harz, das aus Columbien in großen Mengen erhalten werden kann, verdient bezüglich seiner Verwertbarkeit bei der Herstellung von Kautschuk- und Guttapercha-Fabrikaten weiter untersucht zu werden. („Le Caoutchouc et la Guttapercha" 1922, Nr. 216, nach „Rubber Age".) Welt-Zuckererzeugung. (Nach Willett & Gray.) A. Rohrzucker: Tonnen Nordamerika: 1921/22 1920,21 Louisiana 238390 151 000 Texas 2 920 6 240 Portorico . . . 395 000 438 490 Zu übertragen . . 636310 595 73° TropenpÜanzer 1922, Heft 5. 9 lo: Tonnen 192 I J2 Übertrag . . 636 310 Hawaii 480000 Westindien 5 000 Kuba 3 500 000 Britisch-Westindicn : Trinidad 5~ 000 ]>arbados 30 000 Jamaica 35 000 Antigua 10500 St. Kitts 8000 Sonstiges Britisch-Westindicn . . . 10000 Französisch-Westindien : Martinique 20 000 Guadeloupe 32 000 San Domingo 250 000 Haiti . 3 000 Mexiko 110 000 Zentralamcrika — Guatemala .... 19000 Sonstiges Zentralamerika 18000 Südamerika — Demerara 90 000 Surinam 10 000 Venezuela (Ausfuhr) 16000 Ecuador 7 000 Peru 325 000 Argentinien 175000 Brasilien 250 000 Gesamtes Amerika 6 091 Sic Britisch-Indiea 2 200 000 Java I 626 650 Formosa und Japan 425 000 Philippinen (Ausfuhr) Gesamtes Asien Australien (1922-23:300000) . . . P1dji Gesamtes Australien und Polynesien Afrika: Ägypten 1 00 000 Mauritius 200 000 Rcunion 35 000 Natal ] 50 000 Mozambiquc 40 000 Gesamtes Afrika Europa (Spanien) Gesamte Rohrzucker-Erzeugung . . 1920 21 595 73" 508 390 4500 3936040 54930 24 820 40 000 11 320 S060 IG 000 25 000 28 000 185550 5620 I 1 5 000 17 500 20 000 96 170 12 000 15 000 7 000 350 000 202 160 300 000 6 572 790 2 349 000 I 508 750 342 180 276 000 255 840 4 527 650 4 455 770 295 000 65 000 182 400 73 000 360 000 255 400 79 700 259 880 40 000 140000 45 000 525 ÜOO 564 5S0 5 000 6880 1 1 51)9 460 I 1 S55 420 103 — Tonnen B. Rübenzucker: 1921/22 Europa: Deutschland 1330000 Tschecho-Slowakien 650 000 Ungarn und Österreich 100 000 Frankreich 285 000 Belgien , 280 000 Niederlande . . ■ 335 000 Rußland 100 000 Polen 225 000 Schweden 227 000 Dänemark 120000 Italien 200 000 Spanien 135 000 Schweiz 5 500 Bulgarien 22 000 Rumänien 25 000 Gesamtes Europa Vereinigte Staaten Kanada Gesamte Rübenzuckererzeugung . . . Gesamte Rohr-u. Rübenzuckererzeugung Abnahme loi 980 1920/21 152 960 705 920 90 000 305 040 242 590 316 400 89 070 189830 164 200 134840 135 4S0 170 720 3710 7840 5 000 4 039 500 3 713 600 900 000 23 000 969 420 34600 4 962 500 4 717 620 16 471 960 16573940 s mm Neue Literatur. mm Anleitung zur mineralogischen Bodenanalyse. Von F. S t e i n - r i e d e. 2. Aufl. 1921. Verlag von W. Engelmann, Leipzig. Nach einem einleitenden Kapitel über die Entwicklung der mineralogischen Bodenanalyse wird auf deren Bedeutung für Bodenkunde und Landwirtschaft hingewiesen. Die Methoden der Untersuchung machen sich die verschiedensten physikalischen und chemischen Eigenschaften der Mineralien nutzbar. Zur Ge- winnung der Bodenproben und Vorbereitung der weiteren Untersuchung wird das Schlämmverfahren angewandt und dazu das Kühnsche Verfahren empfohlen. Zur weiteren Trennung und Diagnose werden Magnetismus, spezifisches Gewicht, chemisches \^erhalten gegen Säuren und Laugen, Schmelzbarkeit, Prüfung der mikroskopischen Verhältnisse und Bestimmung der Licht- und Doppelbrechung und optischen Orientierung, ferner Härtebestimmungen, Färbversuche und mikro- chemische Reaktionen benutzt und die Methoden kurz erläutert. In einem weiteren Kapitel wird der Gang einer solchen Untersuchung kurz skizziert. Den zweiten Teil des Buches bilden Bestimmungstabellen, in denen die Eigenschaften der in Betracht kommenden MineraUen verzeichnet und zur Diagnose geordnet sind. Zunächst werden in Hilfstabellen die Mineralien nach ihren Verschieden- heiten in den oben aufgeführten Eigenschaften eingeteilt; dann folgt die eigent- Uche Beschreibung der einzelnen Mineralien, in der für jedes Mineral chemische 9^ — I04 — Zusammensetzung und Verhalten, morphologische, Kohäsions- und optische Ver- hältnisse und Vorkommen kurz besprochen werden. Diese mineralogische Syste matik ist ganz nach dem optischen und morphologischen Verhalten, den Haupt stücken der Diagnose, eingerichtet. Zum Schluß folgt ein Schlüssel zur Bestim mung der wichtigsten bodenbildenden Mineralien und ein Literaturverzeichnis. Schloßmacher. Mexiko. Von G e o A. Schmidt. Verlag Dietrich Reimer (Ernst Vohsen). Berlin 1922. Das mit einer Reihe von guten photographischen Aufnahmen und einer übersichtlichen Karte ausgestattete Buch bringt auf 138 Seiten eine Fülle von Material, das um so willkommener ist, als es bisher an einer brauchbaren Zu- sammenstellung über die wirtschaftlichen Verhältnisse im modernen Mexiko gefehlt hat. Das einleitende Kapitel des ersten Abschnitts ist der interessanten Ge- schichte Mexikos gewidmet. Aus dem gleichen Abschnitt seien weiter erwähnt die Kapitel über die geographische Lage, Oberflächengestaltung, Umfang und Staateneinteilung, Klima, insbesondere Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse in den einzelnen Staaten, Gesundheitsverhältnisse, Verkehrswesen, Bank- und Geldverhältnisse. Die Land- und Pflanzungswirtschaft einschließlich der damit unmittelbar zusammenhängenden Yiehvvirtschaft ist im zweiten Abschnitt behandelt. Der Verfasser warnt davor, die Güte des mexikanischen Bodens zu überschätzen. Zu einem großen Teil seien die Böden als gut und fruchtbar zu bezeichnen, wenn sie richtig bearbeitet und — wo Niederschläge unzureichend sind — bewässert werden. Eine Zusammenstellung von Landpreisen in den einzelnen Staaten gibt ein Bild von ihrer Verschiedenheit. Ein außerordentlich wichtiges Kapitel für die mexikanische Landwirtschaft ist die Bewässerungsfrage, die gesetzlich geregelt ist. Verfasser bezeichnet die Arbeiterverhältnisse im allgemeinen als günstig; die Löhne sind noch verhältnismäßig niedrig, wenn auch in letzter Zeit in einzelnen Staaten, besonders in den Industriebezirken und Großstädten unbefriedigte Lohn- forderungen Anlaß zu Streiks gegeben haben. Ackerbau und Viehzucht haben durch die langjährige Revolution stark gelitten, könnten aber bei normalen politischen Verhältnissen sich sehr aussichtsreich gestalten. Als wichtigste Plan- tagenkulturen werden Henequen (Sisalhanf), Baumwolle, Tabak, Kaffee, Zucker- rohr, Kakao, Kautschuk, Kokospalme und Banane angegeben. Auch der Weinbau und die Kultur der Olive sowie Obst- und Gemüsebau finden alle, für ihre Ent- wicklung notwendigen Vorbedingungen. Der dritte Abschnitt gibt Aufschluß über die Entwicklung des Handels, der Industrie, besonders der Bergbauindustrie, die für die Wirtschaft des Landes von außerordentlicher Bedeutung ist. Seit 1920 nimmt Mexiko z. B. unter den Petroleum erzeugenden Ländern den ersten Platz ein. Leider ist gerade in der Bergbauindustrie deutsches Kapital nur in ganz geringem Maße beteiligt, obgleich sonst die Deutschen Mexikos auf wirtschaft- lichem wie auf kulturellem Gebiet mit an erster Stelle stehen und ein hohes Ansehen genießen. Ein Verzeichnis der deutschen Schulen, Vereine, Ärzte und Geschäftshäuser gibt ein Bild von der Bedeutung der deutschen Kolonie in Mexiko. Der Schlußabschnitt enthält eine Reihe von praktischen Ratschlägen für Aus- wanderer und eine Zusammenstellung der Betätigungsmöglichkeiten in den ver- schiedenen Berufszweigen. Ein Literaturverzeichnis vervollständigt das Werk, das in seiner sachlichen, leicht verständlichen Art allen denen als Führer empfohlen werden kann, die sich mit dem Studium mexikanischer Verhältnisse befassen wollen. L. Heilbronn. — 105 Die Notierungen verdanken wir den Herren Warnlioltz Gebrüder, Hamburg. Die Preise verstehen sich für 19. Mai 1922. Baumwolle, nordamerikanische: midd- ling 21,5 Cents für 1 Ib. Baumwolle, ägyptische: 19pence für 1 Ib. Gopra, westafrikanische: £ 24 fürlOl 5 kg. Copj'a, ostafrikanische: £ 24 für 1015kg. Gopra, Süd See: £24/10 für 1015 kg. Di vidi vi: Fl. 14 für 100 kg. Brdnüsse, westafrikanisehe, unge- schälte, Frs. 90 für 100 kg. Erdnüsse, ostafrikanische, geschälte, £ 2;! für 1015 kg. Elfenbein, Kamerun : Zähne über 15kg Mk.lSOO bis 1400, Zähne von 10—15 kg Mk. 1000—120), Zähne von 6—9 kg Mk. 800—1000, Zähne von 3—4 kg Mk. 600—800, Zähne von 2—3 kg Mk, 400 bis 500, Crevellen Mk. 350-370 für 1 kg. Gummi arabicum Gordofan: 47 Shilling für 1 cwt, westafrikanische Sorten 45 Shilling für 1 cwt. Guttapercha: Slak reboiled 8V4 pence für 1 Ib. H an f : Java-Sisal, prima Fl. 4G für 100 kg, Ost- afrika-Sisal, prima £ 35, Ostafrika, Abfall £ 21, Mexiko-Hanf £ 29—30, Manila J. gred £ 31, Neuseelund, fair £ 31 für 1016 kg. Holz: Ebenholz Kamerun, £ i:^— 13, Ebenholz Tamatave Frs. 600, Qrenadillholz £ 17, Maha- goni, GoldkOste £ 7—8/10, Okoume Frs. 250 bis 270 für 1000 kg. Hörn er: Buenos Aires Ochsen Mk. 5500—6500, Kuh Mk. 3500—4000, Rio Grande Ochsen Mk. 8000—9500, Kuh Mk. 4500—5500 lür 100 kg. Jute: ind. ürsts £ 23 für 1015 kg. Kaffee: Santos superior 70 Shilling, Guatemala, prima 81—82 Shilling, Usambara, enthülst 81—86 Shilling, Liberia 64 Shilling für 1 cwt. Kakao: Accra, good fermented 46 Shilling. Accra, fair 45 Shilling, Thome, superior 60 Shilling, Kamerun Plantagen 62-61 Shilling, Lagos 41—42 Shilling, Bahia, superior 52/6 Shilling, Garacas 58 Shilling für 50 kg. Kapok: prima ostafrikan. Mk. 90 für 50 kg. Kautschuk: Para Mk. 119, Gonakry Mk. 84, Gambie, prima Mk. 84, Gambie, geringer Mk. 40—50, Mocambique, prima rote Mk. 80, Plantagen Manihot Mk. 45—65, Hevea Plan- tagen, feinste Grepe Mk. 9;'., Hevea Ribbed smoked Mk. 95 für 1 kg. Kolanüsse: Nüsse Mk. 23—24, V-., Nüsse Mk. 22 für 1 kg. Kopal: Benguela naturell Mk. 10-15, Benguela hell Mk. 40—48, Zanzibar, glatt Mk. 175 für 1 kg. Mais, ostafrikanischer: 33 Shilling für 480 Ibs. Nelken: 1/2 Shilling für 1 Ib. Palmkerne: £ 18/10 für 1015 kg Palmöl: Kamsrun, £ 33, Lagos £ 34 für 1015 kg. Perlmutterschalen: Tahiti Mk. 70—80 für 1kg. Pfeffer: schwarzer Singapore Mk. 48, weißer Singapore Mk.86 für 1kg, Chillies nicht an- geboten. Reis: Java nicht angeboten, Rangoon 13/9—15 sliilling für 50 kg, Brasil nicht angeboten. Sesamsaat: £ 22/10 für 1015 kg. Sojabohnen, nicht angeboten. Vanille: Bourbon Frs. 60, Tahiti Frs. 36V2 für 1 kg. Wachs, westafrikanisches 83 Shilling 6 pence, ostafrikanisches 85—86 Shilling für 1 cwt. Hans Tietgerij Bankgeschäft Hamburg 36 Haiser-WilhelmStraße 16, „Bären bürg" Fernsprecher: Hansa 4085 und 6901 j Telegramm-Zidresse: Banktigeni Bankkonto: Norddeutsche Bank f Für auswärtige Überweisungen: Reichsbank An- und Verkauf von Wertpapieren Ausländische D/oten und Devisen Hulante, gewissenhafte Ausführung von Börsenaufträgen r Aufbereitungs:: Maschinen für alle tropischen Produkte Agaven=Entfaserungs»Maschinen Baumwoll=Entkernungs = Maschi« nen und Pressen KafFee =■ Bearbeitungs -- Maschinen Kakao := und KoprasTrocken= Apparate und »Häuser Kapok s Entkernungs = Maschinen Mühlen für alle Zwecke Reismühlen ManioksRaspeln Ölmühlen u. »pressen für Baum« wollsaat, Bohnen, Erdnüsse, Kopra, Rizinus, Sesam usw. Palmöl» und Palmkern » Gewin» nungsmaschinen Destillier» und Mineralwasser» Apparate v: Lieferung aller Zubehörteile: Antriebs»Maschinen, Transportmittel, Plantagengeräte, Baumrode» Maschinen, Werkzeuge, Baumaterialien, Betriebsstoffe, Pflüge, Motorpflüge, Dampfpflüge Theodor Wilckens, G. m. b. H., Hamburg 1 Telegr.'Adr. Tropical Ferdinandstraße 30 Rob. Reichelt BERLIN C2/2 Stralauer Strasse 52. Spezialfabrik für Tropenzelte und Zelt-Ausrüstungen Zeltgestell a* Stahlrohr D. R. G. M. u 3 c/) O 'S c« ^ © n CO 3 «a 3 % N. Sd: CO o Wohnzelte mit kompletter innerer Einrichtung. @ Buren -Treckzelte, o Wollene Decken aller Art. Lieferant für staatliche und städtische Behörden, Expeditionen, Gesellschaften. Illustr. Zelt-Kataloge frei. — Telegramm-Adresse: Zeltreichelt Berlin. Ph./V\ayffarth & Co / Frankfurt a./V\.302 Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen / Gegr. 1872 /ABC Code, 51 h Edition Filiale Berlin N 4 / Gartenstraße 33 /V\a isrebler mit und ohne Ventilator und Rüttelsieb für Hand- und Kraftbclrieb Reinigungsmaschinen für Getreide / Reis usw. X Trockenapparate X für Obst / Gemüse / Kaffee / Kakao /Tee /Bananen /Kopra / Pfeffer / Gewürze / Tabak usw. l' Deutscher fllrihflPienstl Woermann-üniet.-G. Deutsche Dst-lfrika-ünie Nambury-tmerika-Linie d/ettT Hambury'Bremerlfrika-Liniet.-G. i t Regelmäßiger Passagier- und Frachtdampfer -Dienst zwischen Hamburg-Bremen und West-, Südwest-, Süd- u. Ost-Afrika Ununterbrochene lagergeldfreie GUIerannahme in Hamburg Bremen Pelersenkal, Schupp. 27 Haien 1, Schuppen 1 Nähere Auskunft wegen Fracht und Passage erteilen in Hamburg Woermann-Linie A.-G, u. \ Afrika- Deutsche Ost- Afrika-Linie/ haus Bremen Hamburg-Bremer Afrika-Linie A.-G. Berlin Gustav Pahl, G. m. b. H„ Neustadt. Kirchstraße 15, NW 7. rr 2j| Erfurter Getnüse- u. Blumen-Samen Probe-Sortiment von 50 best. Sorten inkl. tropensich. Verp. 45 M. überallhin franko. Bilderreicher deutscher Samen-Katalog (auch kl.spanischef reisl.) gegen Ruckporto postfr. von d. Handelsgär-.nerei Spritzen aller Art u Größe zur Schädlings- bekämpfung an Reben, Bäumen u. Pflanzen usw. liefern seit 25 Jahren Gebr. Holder Metzingen (Wttbg.) Preist. 293 gratis. Safari*Verlag S » * Berlin NW7 * Neue Wilhelmstr. 2 Soeben er August Hauer: AliMo9ambique. Bilder ans (lern Lehen eines sclivvarzr'n Fabel- dichters. Mit Illustrationen von <'. Uregorius. Auf gutem hol/.lreien Papier in Halbleinen ge- bunden \I12()— , in Halbleder M 140,—. I»er rühniliehst bekannte Verfasser des „Kuni- bukc" schildert in seiner lebendigen Sprache den Lebensweg des llliuiitlingssohnes Alin.selnEnde. Die in den Stoff verwobenen Fabeln und Sprüche, sowie die geschilderten Sitten luuKTeliräiicheder Eingeborenen sind von hohem etlinogr^ Rohrs schwer zu unterscheiden sind. Die Erde soll reich an verrottender organi- scher Substanz sein und muß immer hinlänglich feucht gehalten werden. Die Glasbedachung der Aussaatkästen soll weiß angestrichen sein oder aber mit - 131 — alten Jutesäcken überdeckt werden. Man darf die Käs'.en nicht in den Schatten stellen. Die Keimung beginnt je nach Temperatur und Feuchtigkeits- verhällnissen nach 3 bis 10 Tagen. Kranke Keimpflanzen sind unverzüglich zu entfernen und zu vernichten. Sobald die Pflänzchen die entsprechende Größe erlangt haben, sind sie in andere Kästen oder Bambusröhren mit mindestens 15 cm tiefer Erdfüllung zu pikieren. Diese Kästen oder Röhren werden nicht mehr bedeckt. Sie werden aber zunächst der direkten Sonnenbestrahlung nicht ausgesetzt, sondern erst nach und nach daran gewöhnt. Wenn das geschehen, und unter Voraussetzung genügender Wässerung am Morgen und Nachmittag, kann man das direkte Sonnenlicht ungehindert einwirken lassen. Wenn die Erd- füllung der Kästen für die weitere Entwicklung nicht mehr ausreicht, findet entweder Auspflanzen ins Feld oder Eintopfen statt. In beiden Fällen muß wiederum zunächst Schutz gegen die Sonne erfolgen. (Nach „Louisiana Planter and Sugar Manufacturer" Nr. 9, 1922.) Sauberkeit bei der Nachzucht des Zuckerrohrs. Nach den Erfahrungen M o i r s auf der Versuchsstation der Zuckerpflanzer Hawaiis ist ein gut Teil der Verluste an Stecklingsrohr, der bisher dem Drahtwurm zugeschrieben wurde, auf die Anwendung stumpfer Messer und auf unsauberes Aibeiten bei der Stecklings- gewinnung zurückzuführen. Gequetschte und angestoßene Stecklinge mit rauhen und angerissenen Schnittflächen gehen im Boden zugrunde, bevor Wurzelbildung und Wachstum eingetreten sind. Die mit der Stecklingsgewinnung betrauten Arbeiter müssen daher sorgfältig instruiert und genügend überwacht werden. (,J.ouisiana Planter and Sugar Manufacturer" vom 25. Februar 1922.) Aus der Kakaokultur in Ekuador. Der britische Staatssekretär für die Kolonien hatte den Direktor des Ackerbaues in der Goldküstenkolonie, T u d h o p e , auf kurze Zeit nach Ekuador gesandt, um einen Einblick in die dortigen Methoden der Kakaokultur zu gewinnen. In seinem Bericht kommt Tudhope zu dem Schlüsse, daß die Goldküste für den Kakaobau nur wenig von Ekuador lernen könne. Die ekuadorianischen Plantagen können auch einen Vergleich mit Europäer- pflanzungen auf Ceylon und in Westindien nicht aushalten. Insbesondere werde dort nur ein Minimum von Sorgfalt auf den gesundheitlichen Schutz und den Schnitt der Bäume verwendet. Namentlich lasse der Abstand in vielen Pflanzungen zu wünschen übrig, und die Tendenz, Wasserreiser und Stockausschlag in reichem Maß zur Ent\vicklung kommen zu lassen, verhindern, ungeachtet der abnorm reichen Böden, die Gewinnung großer Erträge. Der durchschnittliche Jahres- eru-ag eines Baumes übersteige selten mehr als i Ib. In den letzten Jahren habe allerdings das Umsichgreifen der gefährlichen Moniliakrankheit die Pflanzer veranlaßt, zu besseren Methoden zu greifen. Die Braunfäule (Phytopthora) soll nur in sehr regnerischen Perioden ernsthafte Schädigunp^en verursachen. Neuer- dings neigen die Pflanzer dazu, venezolanische Varietäten dem bisher fast aus- schließlich gepflanzten ,.Cacao nacional" (Forastero und Amelonado) vorzuziehen, da jene nicht so üppig und groß werden wie letzterer. Tudhope meint aller- dings, daß die Moniliakrankheit die venezolanischen Varietäten mehr befalle als den „Cacao nacional". Besondere Aufmerksamkeit wenden die Pflanzer dem Ernte- geschäft zu. Verschiedene von ihnen hatten auch Maschinen zur künstlichen Trocknung der Bohnen eingeführt, aber das so aufbereitete Produkt fand keine gute Aufnahme auf dem Markt. Die Trocknung in der Sonne bleibt also nach wie vor in Ekuador die allgemein gebräuchliche Methode. Versuche der Eng- länder, die ekuadorianischen Kakaosorten an der Goldküste einzuführen, schlugen bisher ausnahmslos fehl, da die Samen die Keimfähigkeit einbüßten, bevor sie — 132 — am Ziel angelangt waren. (Weshalb man nicht VVardsche Kästen verwendet hat, ist in dem Bericht nicht angegeben. B.) („Bull. Imperial Instit."' vol. XIX, 1921, Nr. 3). Mateanbau und -gewinnung in Argentinien. Die Oktober/Dezember- Nummeri92i der Zeitschrift des argentinischen Landwirtschaftsministeriums (.,Boletin del Ministero de Agricultura de la Nacion") bringt zwei Aufsätze über Anbau und Gewinnung des Mate (.,Yerbamate") in Argentinien. Der erste, von dem Direktor der staatlichen Ackerbauschule in Posadas (Territorium Misiones), Arturo A. Oliveira verfaßte Aufsatz befaßt sich mit der Matekultur in größerem Maßstabe. Der Verfasser sieht die Bepflanzung von 100 Hektar mit Matebäumen vor. Wer die Matekultur an ihrem Ursprungsorte, der paraguayischen Kolonie „Nueva Germania'" ') kennengelernt hat, dürfte mir zustimmen, daß Herr Oliveira die Schwierigkeiten, die Matekultur in verhältnismäßig kurzem Zeit- raum auf einer größeren Fläche durchzuführen, gewaltig unterschätzt, selbst wenn in allerneuester Zeit einige, die Kultur fördernde Erfahrungen gemacht sein sollten, worüber mir nichts bekannt geworden ist. Schon die Schwierigkeit, die Samen zum Keimen zu bringen, wird von Oliveira m. E. stark unterschätzt, da sie einer weit sorgfältigeren Behandlung, als der in dem Bericht erwähnten, bedürfen. Ferner sind sowohl die keimenden Samen, wie auch die jungen Pflänzchen so vielen Schädlingen in Gestalt von Ameisen, Käfern u. a. m. aus- gestezt, daß während der etwa drei Monate von der Aussaat bis zum Aufgehen der Samen dauernden Keimungs- und der dann folgenden Entwicklungszeit der jungen Pflanzen mit außerordentlich großen Verlusten zu rechnen ist. Das Um- pflanzen der kleinen Pflänzlinge in Pflanzschulen, die dortige Behandlung in Schattenbeeten und das weitere Auspflanzen auf den späteren eigentlichen Stand- ort erfordern aber so viel Aufwand an Zeit, Arbeitskräften und Geld, daß die in den Voranschlag eingestellten Summen dafür, wie auch für die weitere Behand- lung der Pflanzen bis zu ihrer Tragfähigkeit nicht ausreichen dürften. Sehr leicht geht auch Oliveira über die Möglichkeit der künstlichen Bewässerung der angelegten Pflanzung hinweg. Wenn auch gewisse Teile des Territoriums Misiones an fließenden Gewässern, insbesondere an kleinen Bächen, sehr reich sind, so daß sie zur Berieselung bei zweckmäßiger Auswahl wohl leicht herangezogen werden könnten, so dürfen dennoch die Kosten für die Vorbereitungen und für die Anlage der Bewässerung nicht gänzlich atißer acht gelassen werden. In dem Voranschlage O 1 i v e i r a s finden sie keine Erwähnung. Auf die Arbeit des Näheren einzugehen, glaube ich mir nach den wenigen Stich- proben versagen zu dürfen. Indessen erschien eine kritische Bewertung insofern geboten, als die Ausführungen O 1 i v e i r a s deutsche Ansiedler oder solche, die es werden möchten, dazu veranlassen könnten, sich auf die Kultur der Yerbamate in größerer Ausdehnung zu stürzen, wodurch sie dann so empfindliche Über- raschungen erfahren dürften, daß ihre wirtschaftliche Existenz in Frage gestellt, wenn nicht bereits nach kurzer Zeit vernichtet werden würde. Schon der Um- stand, daß der Verfasser mit der Anlage von Matekulturen auf offenem Gelände rechnet, oder auf ehemaligem Waldboden die recht erheblichen Kosten der Urbarmachung nicht in Ansatz bringt, läßt auf ganz erhebliche Mängel in den Voranschlägen schließen. Wenn gegenwärtig Yerbaanlagen größerer Ausdehnung im argentinischen Territorium Misiones vorhanden sind, so darf nicht verkannt ') Vgl. Dr. E. Pfannenschmidt. Die Landwirtschaft in Paraguay. S. 36 ff. Berichte über Land- und Forstwirtschaft im Auslande. Mitgeteilt vom Auswärtigen Amt. Buchausgabe Stück 21, und Heintze. Der Mate- oder Parana-Tee. Beih. zum ., Tropenpflanzer" Februar 1910. — 133 — werden, daß solche Anlagen sich gewöhnlich aus. kleinen Anfängen herausgebildet haben, daß ihre Eigentümer dadurch über reichliche, in jahrelanger praktischer Tätigkeit gewonnene Erfahrungen und dann auch über so erhebliche Mittel zu verfügen pflegen, daß sie gelegentliche Rückschläge ertragen können, ohne da- durch in ihrer wirtschaftlichen Betätigung ernstlich gefährdet zu werden. Die von Carlos D. Girola verfaßte Abhandlung „Cultivo de la Yerba- mate" ist ein Teil eines in Vorbereitung befindlichen Werkes .,La Yerbamate". Im Gegensatz zu der eben besprochenen Arbeit behandelt Girola die Ge- winnung und Aufbereitung des wildwachsenden Matcs. Der Verfasser stellt in sehr anschaulicher Weise das bisherige Verfahren des Aufsuchens, Einerntens, Zusammentragens und der Aufbereitung der Blätter und kleinen Zweige dar. Er schildert die vielen Schwierigkeiten, die durch die Entfernung der Standorte von allen menschlichen Ansiedlungen gegeben sind, denen nur die eingeborenen Söhne des Landes gewachsen sind. Die Arbeit beginnt mit dem Aufsuchen des Matebaumes in den Urwäldern, wozu es bei Neuanlagen nicht selten recht kost- spieliger Wege durch die dichten Wälder bedarf. Sobald das Vorhandensein größerer Bestände gesichert ist, wird an geeigneter Stelle das sog. ,,Campamento". d. h. Sammelplatz, angelegt, wo die Hütten für die Unterbringung der Arbeiter, der Röstöfen für die Yerbablätter. der „Barbacuä"'. angelegt werden, und wo auch hinreichend Land freigemacht wird, falls nicht zufälligerweise eine Lichtung vorhanden ist, um Mais für Menschen und Tiere und sonstiges Futter für die Tiere anzusäen. Von diesem Sammelplatz aus schlagen die Erntearbeiter Schneisen durch den Wald, um zu dem Standort der Bäume zu gelangen. Die Einerntung geschieht durch Abschlagen der kleineren Zweige nebst den Blättern, wobei in neuerer Zeit in sorgsamen Betrieben Sorge getragen wird, daß die Bäume nicht aller ihrer Blätter und feineren Zweige beraubt werden, da sie zur Neuproduktion für spätere Ernten am Leben erhalten werden sollen. Die ab- geerntete grüne Masse wird über hellem Feuer abgeschreckt, um Farbe und Aroma zu erhalten. Das Rösten geschieht in dem ..Barbacuä.''. Es erfordert Sachkenntnis und große Sorgfalt. Es ist eine anstrengende Arbeit, da die Leute, die die Masse bewegen, hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Die gegenwärtig noch vorwiegend im Gebrauch befindlichen Röstöfen bieten den Nachteil, recht erhebliche Mengen von Brennholz zu verbrauchen, an dem im Laufe der Zeit Mangel befürchtet wird. Da die bisherigen Anlagen auch nicht immer eine voll- ständige Gleichmäßigkeit des fertigen Erzeugnisses gewährleisten, ist man neuer- dings in großen Unternehmungen mit der Konstruktion und Herstellung ver- besserter Röstöfen beschäftigt, die gute Ergebnisse gezeitigt haben soll. Der getrocknete Mate muß bis zu seiner Versendung in sorgfältiger Weise gelagert werden, um gegen Luftfeuchtigkeit und Niederschläge geschützt zu sein. Diese geröstete und mit einfachen Werkzeugen zerkleinerte ,,Yerba chanchada"' gelangt zu den großen Yerbamühlen in Asuncion. Rosario und Buenos Aires, wo sie fein- gemahlen und je nach Bedarf und Anforderungen klassiert und vermischt wird. Pfannenschmidt. V (®1 Wissenschaftliche Mitteilungen. (^ über Erträge und Zusammensetzung des Tabaks bei Anbau auf ver- schiedenen Böden und bei verschiedener Düngung hat soeben Prof. Kleberger in Gießen eingehende Untersuchungen veröffentlicht (..Süddeutsche Tabakszeitung"'. — '34 — Mannheim, Nr. 41 bis 54, 1922), deren Ergebnisse zum großen Teil auch über die Grenzen des deutschen Tabakbaus hinaus Beachtung beanspruchen können. Im wesentlichen ging die Versuchsarbeit von der Fragestellung aus, welche der in Deutschland angebauten Tabaksorten sich am besten zum Massenanbau eignen und bei guten Gesamterträgen befriedigende Qualitäten liefern, ferner, ob und in welchem Umfang durch alleinige Verwendung von Kunstdünger befriedigende Massenerträge bei guter Qualität erreicht werden. Dabei waren besonders zu berücksichtigen: Einwirkung der Stickstoffdüngung auf Menge und Güte des Blattes, sowie auf Nikotingehalt, Einfluß der Kalidüngung auf Glimm- dauer und Brennbarkeit, Wirkung der Düngung auf Feinheit des Blattes (Roh- fasergehalt) und endlich das besondere Verhalten der verschiedenen, hier ge- bräuchlichen Stickstoft- und Kalidüngemittel. Aus den Ergebnissen führen wir nur folgendes an: Der Stickstoffgehalt der Blatt-Trockensubstanz ist in der Regel um so größer, je schwerer der Boden war, auf dem der Tabak wuchs. Der Nikotingehalt scheint im wesentlichen Sorteneigentümlichkeit zu sein. Eine unbedingte Sicherheit dafür, daß ein Tabak mit höherem Stickstoffgehalt auch höheren Nikotingehalt habe, scheint nicht gegeben zu sein. Die Aufnahme des Tabaks an Gesamtasche und Kali scheint auf schweren Böden beträchtlich höher zu sein als auf leichteren Da ein gewisser Kaligehalt die Glimmdauer des Tabaks begünstigt, so ist hier- mit ein Moment gegeben, das die Erzeugung hochwertiger Tabakformen auch auf schwereren Böden begünstigen kann. Die Aufnahme von alkalischen Erden und Chlor ist auf schwereren Böden verhältnismäßig größer als auf leichteren. Da der Chlorgehalt, sobald er eine gewisse Höhe überschreitet, die Glimmdauer ungünstig beeinflußt, so liegt hierin ein Moment, das die Tabakqualität auf schwereren Böden verhältnismäßig ungünstig beeinflußt. Die Entwicklung der Rohfaser und organischen Säuren wird ebenfalls von den Bodenverhältnissen beeinflußt, und zwar so, daß auf schweren Böden in der Regel ein rohfaserreicheres Blatt erzeugt wird, als auf leichteren. Da ein hoher Rohfasergehalt die Glimm- dauer ungünstig beeinflußt, so ist hiermit ein weiteres Moment gegeben, das die Erzeugung guten Tabaks auf schwereren Böden erschwert. Der Gehalt der Blatt- Trockensubstanz an organischen Säuren scheint vorwiegend Sorteneigentümlichkeit zu sein; der Einfluß des Bodens dürfte hier mehr und mehr zurücktreten. Die höchsten Massenerträge hat die Volldüngung mit Harnstoff neben der Volldüngung mit schwefelsaurem Ammoniak erbracht. Chilesalpeter, Ammoniumchlorid und Kalkstickstoff haben geringere Erträge bewirkt. Die Ernteverwertung hat die Ergebnisse der Volldüngung mit schwefelsaurem Ammoniak bedeutend wertvoller erscheinen lassen als die der Volldüngung mit Harnstoff. Die technische Be- wertung zeigt dasselbe Bild. Die Zusammensetzung der Ernteergebnisse zeigt, daß die Stickstoffdüngung in Gestalt verschiedener Düngemittel einen wesentlichen Einfluß auf den Stickstoffgehalt der Tabakblätter ausübt; und zwar haben Harn- stoff und Chilesalpeter die stickstoffreichsten Blätter erzeugt. Ammoniaksalzc haben Blätter mittleren Stickstoffreichtums, Kalkstickstoff solche mit geringerem Stickstoffgehalt hervorgebracht. Der Nikotingehalt ist besonders in der Trocken- substanz der Blätter bei den mit Harnstofi" gedüngten Tabakpflanzen sehr groß. Ein besonderer Einfluß der übrigen stickstoffhaltigen Düngemittel auf die Ent- wicklung des Nikotingehalts der Blätter ist nicht deutlich wahrnehmbar. Der Rohfasergehalt der Blätter wird durch Stickstoffdüngemittel maßgeblich beeinflußt. Den weitestgehenden Einfluß üben auch hier Harnstoff und Chile- salpeter aus. Die Ammoniaksalze stehen ebenso wie der Kalkstickstoff in dieser - 135 — Hinsicht zurück. Der Gehalt an organischen Säuren scheint, durch die Düngung nicht besonders beeinflußt zu werden. Der Gehalt an Gesamtasche, alkalischen Erden und Chlor wird durch Düngung mit verschiedenen stickstofifhaltigen Dünge- mitteln nicht besonders weitgehend beeinflußt. Eine Ausnahme macht hier nur der Kalkstickstoff, der einen gewissen Einfluß auf den Gehalt an Gesamtasche auszuüben scheint. Harnstoff und Chilesalpeter scheinen auch die Aufnahme der alkalischen Erden nicht besonders günstig zu beeinflussen. Chlorhaltige Stick- stoffdüngemittel, wie Ammoniumchlorid, vermögen den Chlorgehalt der Tabak- blätter beträchtlich zu erhöhen. Die Glimmdauer der fermentierten Tabakblätter wird unter den vorliegenden Umständen durch verschiedene stickstoffhaltige Düngemittel weitgehend beeinflußt; sie war bei Klebergers Versuchen am günstigsten unter Verwendung von schwefelsaurem Ammoniak, am ungünstigsten bei Verwendung von Chilesalpeter. Die Kalidüngemittel üben auf den Stickstoff- gehalt der Blatt-Trockensubstanz sowie auf den Nikotingehalt einen besonders deutlichen Einfluß nicht aus. Der Rohfasergehalt scheint durch Kaliumchlorid- salze und Kali-Ammonsalpeter in seiner Entwicklung begünstigt zu werden. Ein Einfluß der Kalisalze auf die Entwicklung der organischen Säuren in der Blatt- Trockensubstanz war nicht wahrnehmbar. Sehr deutlich ist der Einfluß der Kalisalze auf den Gehalt der Blatt-Trockensubstanz an Gesamtasche. Die gün- stigsten Einwirkungen zeigen die Kalium-Magnesiumsalze und das schwefelsaure Kali. Auch der Kaligehalt wird durch die Kalidüngung maßgeblich beeinflußt, wobei wiederum Kali-Magnesiasalze und Kaliumsulfat den günstigsten, Kali- Ammonsalpeter den ungünstigsten Einfluß zeigen. Kaliumchloridsalze vermögen einen gleich hohen Kaligehalt wie das Kaliumsulfat in den Tabakblättern nicht zu sichern. Wie zu erwarten war, haben die Kali-Magnesiasalze auch den Gehalt an alkalischen Erden sehr weitgehend beeinflußt. Auch das Kaliumsulfat hat auf diese Eigenschaft der Blätter einen maßgeblichen Einfluß gehabt. Der Chlorgehalt der Blatt-Trockensubstanz war am höchsten bei der Düngung mit Kaliumchloridsalzen, am geringsten bei der Verwendung von Kaliumsulfat und Kalium-Magnesiumsulfat. Unter diesen Umständen kann es nicht wundernehmen, daß auch diese Ernteergebnisse die beste Glimmdauer aufwiesen. (^(®l Vermischtes. 1^1®) Coquitonüsse, die Samen der in Mexiko häufig vorkommenden Coquito- palme, werden daselbst in einer Jahresmenge von etwa 5000 tons gewonnen. Das Fett der Samen ist vorzüglich geeignet zur Seifendarstellung und wird von dieser Industrie in Guadalajara und Mexiko (Stadt) verbraucht. Ausfuhr findet nicht statt. Der Wert der Nüsse ist in den letzten 10 Jahren von 40 auf 250 $ pro ton gestiegen. („Oil and Colour Trades Journal" vom i. April 1922.) Nüsse der Guerepalme aus Kolumbien stammen von einer Astrocaryum- art, der A. Tucuma Mart. nahe verwandt. Das im Imperial Institute untersuchte Material bestand aus 60 % Schalen und 40 "/o Kernen. Letztere enthielten 37,6 "/(, Fett (auf Trockensubstanz berechnet 40 %). Das Fett ist hellrahmfarben, besitzt einen schwachen, nicht unangenehmen Geruch und schmilzt bei 35,5 ° C. Es kommt dem Palmkernfett der Ölpalme gleich und würde für Genußzvvecke brauchbar sein. Die Preßrückstände enthalten 7,7 % Rohprotein und 67,3 % — 136 — Kohlenhydrate, sie stehen im Nährwerte hinter den Preßkuchen von Astrocaryum vulgare, Palmkernen und Kokos zurück. Alkaloide oder blausäurebildende Glukoside sind nicht darin enthalten. Die Guerenüsse würden in England Absatz finden können, wenn sie in guter BeschatTenheit und zu einem niedrigeren Preis als dem der fettreicheren Kerne der Ölpalme auf den Markt gebracht werden. („Bull. Imp. Instit.", vol. XIX. 1921, Nr. 3.) Die Nikonüsse aus Liberia (auch als ,,Nicou"- oder „Mahagoninüsse' im Handel) stammen nach B r u n n e r von Afrolicania elaeosperma ab. Die schalenfreien Kerne lieferten durch Extraktion 52.44% gelbes, ziemlich stark trocknendes Öl. Das Verhältnis von Kern zu Schale beträgt 61:39%, ist also recht günstig; die Trennung beider Teile wird dadurch erleichtert, daß der Kern meist lose in der Schale sitzt, und daß diese spröde-brüchig ist. Die Niko- nüsse können bei der ständigen Nachfrage nach trocknenden Ölen für den Handel Bedeutung erlangen. (,,Not. Bl. Botan. Gartens und Museums Berlin- Dahlem", Nr. 72 vom i. April 1922.) Untersuchungen über Gerberakazien, und zwar Acacia decurrens (,, Green wattle"), in Britisch-Indien ergaben recht günstige ZifTern für den Gerbstofifgehalt, der zwischen 39 und 44% schwankt. Die beste Temperatur für die Extraktion liegt bei 60° C. Der Gerbstofifgehalt der Rinde nimmt mit dem Alter der Bäume zu. Gerbversuche lieferten günstige Resultate. Aus dem Holz der Akazie können durch Destillation wertvolle Nebenprodukte gewonnen werden. Die aus- gelaugte Rinde kann zur Papierfabrikation Verwendung finden; sie enthält 41,2% Zellulose bei einer Faserlänge von ungefähr 1,2 mm. („Oil and Colour Trades Journal" vom 15. April 1922.) Künstlicher Kampfer aus Terpentin wird wahrscheinlich demnächst in C a n a d a in größerem Umfang hergestellt werden. Vereinbarungen in dieser Richtung zwischen einer englischen Finanzgruppe und dem Direktor derCanadischen Forsten sind im Gange. (,,Oil and Colour Trades Journal" vom 18. März 1922.) Wachs als Nebenprodukt der Zuckerfabriken. Bekanntlich sind die Stengel des Zuckerrohrs von einem mehr oder weniger starken Wachsüberzug bedeckt. In Natal wird dieses Wachs, das zu etwa 13% in den Preßrückständen enthalten ist, regelmäßig gewonnen und nach England versandt, wo es zur Kerzenfabrikation usw. verwendet wird. (,. Louisiana Planter and Sugar Manufacturer" Nr. 9. 1922. j ^{&l Neue Literatur. (^^ ?^ l'O^H'O^l iicuc Liiiciaiui. l^^l^dJr^ D A Cultura do Algodao no Brasil. Von W i 1 1 i a m W i 1 s o n C o e l h o de Souza. Rio de Janeiro 1921. 108 S. Der Verfasser hat eine langjährige, theoretische und praktische Erfahrung im Baumwollbau, da er 8 Jahre lang im Dienste des Staates Amazonas eine der wenigen Baumwoll -Versuchsfarmen Brasiliens leitete, dann selbst Baumwollbau betrieb und heute Vorstand des 1920 neu geschafifenen Baumwollamts im Nationalen Ackerbauministerium zu Rio de Janeiro ist. Coelho de Souza tritt dafür ein, daß Brasilien das Hauptlieferungsland für den Weltbedarf an langstapeliger Baumwolle zu werden berufen sei. dieser Baumwollart, die einerseits immer mehr gebraucht wird und anderseits in ihren bisherigen Bezugs- ländern eine beängstigende Ernteabnahme aufweist. Die schönen langstapeligen — 137 — Baumwollsorten Nordostbrasiliens könnten diesen Ausfall voll decken, wenn die Baumwollkultur S. Paulos die Belieferung des Hauptteils der brasilianischen Nationalindustrie übernähme und die Produktion des Nordens vergrößert und überwiegend ausgeführt würde. Brasiliens Klima und Böden sind auf unermeß- lichen Strecken des weiten Landes geradezu ideal für Baumwollbau geeignet, der Ertrag vom Hektar ist hier größer als in irgendeinem anderen BaumwoUand der Welt; und es scheint deshalb nur eine Frage der Zeit zu sein, daß Brasilien sich als das Zukunftsland der Baumwolle erweist. Vorläufig sind die hiesigen Methoden in Baumwollbau und -behandlung allerdings noch von einer Rück- ständigkeit, die in einem Lande, das diese Kultur seit 4 Jahrhunderten betreibt, befremden muß, und Coelho de Souza sucht nach dieser Richtung hin aufklärend und zur Besserung anspornend zu wirken. Sein Leitfaden ist in erster Linie für , die Kleinbauern berechnet, die wie in allen anderen Baumwollstaaten so auch in Brasilien die Hauptträger des Baumwollbaus sind. Freilich scheint sich der Verfasser über den Erfolg seiner Mahnungen keinen übertriebenen Hofinungen hinzugeben, wenn er gelegentlich elegisch darauf hinweist, „daß So°/o seiner Landsleute Analphabeten sind, daß aber auch sonst in Brasilien zu wenig gelesen werde, noch weniger werde das Gelesene ausgeführt und das Wenige, was schließlich geschehe, ohne Methode'". Das Buch enthält für den Kenner kaum etwas Neues, aber es ist eine sehr verdienstvolle und treffliche Zusammenstellung der in Brasilien selbst be- währten und der in anderen Baum wolländern erprobten besten Methoden. Moritz Schanz, Chemnitz. Die Vereinigten Staaten von Amerika als politische und wirtschaftliche Weltmacht geographisch betrachtet. Von Kurt Hasser t. Tübingen (J. C. B. Mohr) 1922. 315 S. Der Verfasser der Werke über Landeskunde und Wirtschaftsgeographie Australiens, über das Türkische Reich, über die deutschen Kolonien will in dem vorliegenden Buch, als Geograph den Spuren seines großen Lehrers R a t z e 1 folgend, „die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten auf geographischer Grundlage*' schildern und sie dem Verständnis auch eines breiteren Leserkreises näher bringen. Etwa je ein Viertel des Buches ist den geographischen Grundtatsachen und dem Bevölkerungsproblem gewidmet. Die zweite Hälfte beschäftigt sich mit den charakteristischen Merkmalen und den Leistungen der verschiedenen Zweige des amerikanischen Wirtschaftslebens, darunter je ein Kapitel mit der Landwirtschaft, der künstlichen Bewässerung und Entwässerung, der Viehzucht und Fischerei, der Wald- und Forstwirtschaft. Eine Fülle von einzelnen Bemerkungen verrät, daß auch persönliche Beobachtungen im Lande selbst verwertet worden sind, so wenn etwa Lebensgewohnheiten und Eigenarten des amerikanischen Volkes zu geographisch-klimatischen Tatsachen in Beziehung gesetzt sind. Der Text ist mit Zahlenmaterial nicht unnötig belastet; einige Tabellen sind als Anhang beigefügt. Wo immer Vergleiche mit europäischen Verhältnissen angebracht waren, sind sie gegeben. Mit Recht geht der Verfasser den vielfach übhchen, irreführenden Vergleichen mit einem europäischen Einzellande und der daraus allzu leicht gefolgerten Überschätzung der Bedeutung und der Leistungen des Riesenlandes aus dem W^ege. Als wirklich vergleichbare Größe stellt er der Union vielmehr ganz Europa gegenüber. Das Buch, das als ein gutes Kompendium zu werten ist, bewältigt in an- - 138 - schauUcher und leicht lesbarer Form die Fülle eines an sich spröden Stoffes. Es bildet für den Nichtkenner Amerikas eine vorzügliche Einführung und bringt auch dem Kenner vielfach Anregung und Belehrung. Leider haben dem Ver- fasser die Statistiken der letzten Jahre, insbesondere die Hauptergebnisse des Zensus von 1920. offenbar nicht immer zur Verfügung gestanden. Manche Zahlenangaben machen bei 1913 oder 1910 halt, so daß eine ganze Reihe von Einzelbehauptungen schon heute einer Korrektur bedürfen. Auch einige Er- gänzungen sind erforderlich. So ist z. B. bei der Besprechung der Berieselung die erstaunliche Erschließung des Imperial Valley in Kalifornien überhaupt nicht erwähnt; bei der Erörterung der Einwanderung fehlt die Erwähnung des grund- legenden Gesetzes zur Beschränkung der Einwanderung vom Mai 1921. Der Satz des Buches ist sorgfältig. Ofi'enbare Druckfehler sind Henrj' Willard (S. 240) statt Villard; 2250000 Güterwagen (S. 236) statt 2450000; 28 Mill. Baumwollspindeln (S. 286) statt 2,8 Millionen. Dr. Davidsen. Die Notierungen verdanken wir den Herren Warnholt z Gebrüder, Hamburg. Die Preise verstehen sich für 19. Juni 1922. Baumwolle, nordamerikanische: midd- ling 24^/4 Cents für 1 Ib. Baumwolle, ägyptische: 20 pence für 1 Ib. Oopra, westafrikanische: £ 23/15 für 1015 kg. Copra, ostafrikanische: £ 23/15 für 1015 kg. Copra, Südsee: £ 24/5 fürl015 kg. Dividivi: Fl. 14 für 100kg. Erdnüsse, westafrikanische, unge- schälte, Frs. 85 für 100 kg. Erdnüsse, ostafrikanische, geschälte, £ 22 für 1015 kg. Elfenbein, Kamerun : Zähne über 15 kg Mk.1800 bis 2000, Zähne von 10—15 kg Mk, 1600—1800, Zähne von 5— 9 kg Mk. 1200—1500, Zähne von 3— 4kg Mk. 900— 1100, Zähne von 2— 3kg Mk.700 bis 800, Crevellen Mk. 500—600 für 1 kg. Gummi arabicum Cordofan: 49 Shilling für 1 cwt,wostafrikanische Sorten 47 Shilling für 1 cwt. Guttapercha: Siak reboiled 8'/« pence für 1 Ib. Hanf: Java-Sisal, prima Fl. 46 für 100 kg, Ost- afrika-Sisal, prima £35—36, Ostafrika, Abfall £ 22—23, Mexiko-Hanf £ 29-30, Manila J. gred £31, Neuseelund, fair £30—31 für 1016 kg. Holz: Ebenholz Kamerun, £ 14, Ebenholz Tamatave Frs. 600, Grenadillholz £ 17, Maha- goni, Qoldküste £ 7-8/10, Okoumö Frs. 250 bis 300 für 1000 kg. Hörner: Buenos Aires Ochsen Mk. 6000— 7000, Kuh Mk. 3800—4400, Rio Grande Ochsen Mk. 95000— 1O500, Kuh Mk. 6000—6000 fürlOOkg. Jute: ind. Ursts Kaffee: Santos superior70— 71 Shilling, Guate- mala, prima81— 82shilling, Usambara, enthülst 81—86 Shilling, Liberia 64 Shilling für 1 cwt. Kakao: Accra, good fermented 45 Shilling, Accra, fair 44 Shilling, Thom6, superior 53 Shilling, Kamerun Plantagen 51 Shilling, Lagos 40 Shilling, Bahia, superior 49 Shilling, Caracas 60 Shilling für 50 kg. Kapok: prima ostafrikan. Mk.90— 100 für 50 kg Kautschuk: Para Mk. 129 — 130, Conakry Mk. 87—88, Gambie, prima Mk. 87— 88, Gambie, geringer Mk. 45—60, Mocambique, prima rote Mk. 88—90, Plantagen Manihot Mk. 45—65, Hevea Plantagen, feinste Cr6pe Mk. 95—100, Hevea Ribbed smoked Mk. 96—100 für 1 kg. Kolanüsse: V« Nüsse Mk. 26—27, »,. Nüsse Mk. 22 für 1 kg. Kopal: Benguela naturell Mk. 15—18, Benguela hell Mk. 60— 70, Zanzibar, glatt Mk. 250 für 1kg. Mais, ostafrikanischer: 33 Shilling für 480 Ibs. Nelken: 9 pence für 1 Ib. Palmkerne: £ 18/10 für 1015 kg Palmöl: Kamerun, £ 33, Lagos £ 34 für 1015 kg. Perlmutterschalen:TahitiMk.70— SOfOrlkg. Pfeffer: schwarzer Singapore Mk. 56 — 56, weißer Singapore Mk.85— 86 für 1 kg, Chillies nicht angeboten. Reis: Java nicht angeboten, Rangoon ISshilllng 7'/2 pence für 60 kg, Brasil nicht angeboten. Sesamsaat: £ 22/10 für 1015 kg. Sojabohnen, nicht angeboten. Vanille: Bourbon Frs. 57, Tahiti Frs. 36 für 1kg. Wachs, westafrikanisches 92 Shilling 6 pence, ostafrikanisches ICD Shilling für 1 cwt. Aufbereitungs :: Maschinen für alle tropischen Produkte AgavensEntfaserungS'Maschinen BaumwolIsEntkernungs -- Maschi» nen und Fressen Kaffee « Bearbeitungs « Maschinen Kakao« und Kopra« Trocken« Apparate und «Häuser Kapok s Entkemungs « Maschinen Mühlen für alle Zwecke Reismühlen ManioksRaspeln Ölmühlen u. «pressen für Baum« wollsaat, Bohnen, Erdnüsse, Kopra, Rizinus, Sesam usw. Palmöl« und Palmkern «Gewin« nungsmaschinen Destillier« und Mineralwasser« Apparate v: Lieferung aller Zubehörteile: Antriebs«Maschinen, Transportmittel, Plantagengöräte, Baumrode« Maschinen, Werkzeuge, Baumaterialien, Betriebsstoffe, Pflüge, Motorpflüge, Dampfpflüge Theodor Wilckens, G.m.b.H., Hamburg 1 Telegr.«Adr. Tropical Ferdinandstraße 30 BERLIN G 2/2 2 Stralauer Strasse 52. 9 I Spezialfabrik für Tropenzelte und Zelt-Ausrüstungen - ^ 1^^^ Zeltgestell a* Stahlrohr P VW W W W V w w w^ I Rob. Reichen D. R. G. M. I I \ •■a rt "03 C/3 2 Oi an O •5 u CO (O CO o & o> f» 3 Orct 3 ' C/1 «> 'S i -• 5. E. 00 •• OKI Q. n n pr n 3 t Wohnzelte mit kompletter innerer Einrichtong. @ Boren -Treckzelte. s> Wollene Decken aller Art. Lieferant für staatliche und städtische Behörden, Expeditionen, Gesellschaften. Illustr. Zelt- Kataloge frei. — Telegramm-Adresse: Zeltreichelt Berlin. Ph.mayfarfh & Co / Frankfurt a.m.302 Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen / Gegr. 1872 / ABC Code, 5th Edition , Filiale Berlin N4 / Gartenstraße 33 Futferbereitungs- /V\aschinen Schrotcnühlen-Häckselmasehinzn Rübenschneider • Quetschmühlen Ölkuchenbrecher' i>trohschnelder Maisrebler • • Trockenanparate für Obst, Gemüse, Kakao, Kaffee, Bananen, Kopra usw. l Deutscher flfrlKflDieiistI Woemann-Linie A.-G. Deutsche Ost-tfrika-Linie nambury-tmerika-Linie ^fJ^tT Hamburi-Bremer Afrika-Linie A.-G. Regelmäßiger Passagier- und Frachtdampfer- Dienst zwischen Hamburg-Bremen und West-, Südwest-, Süd- u. Ost-Afrika Uinnterbrociiene lagergeldireie Gälerannahme in Hamburg 1 Bremen Pelersenkai, Schupp. 27 | Haien 1, Schuppen 1 N2here AusknnH wegen Fracht und Passage erteilen in Hamburg Woermann-LimeA.-G.u.\Afrika- Deutsche Ost- Afrika-Linie/ haus Bremen Hamburg-Bremer Afrika-Linie A.-G. Berlin Gustav Pahl, G. m. b. H., Neustadt. Kirchstraße 15, NW7. I Erfurter Gemüse- u. Blumen-Samen Probe-Sortiment von 50 best. Sorten inkl. tropensich. Verp. 45 M. überallhin franko. Bilderreicher deutscher Samen-Katalog (auch kl.spanischelTeisl.) gegen Ruckporto postfr. von (1. Handelsgärtnerei "ON: %irS Spritzen aller Arlu.GföRa zur Schädlings- bekämpfung an Reben, Bäumen u. Pflanzen usw. liefern seit 25 Jahren GeHr. Holder Metzingen (Wttbg.) Preisl. 293 gratis. Safari:.Verlag S: »: * Berlin NW7 * Neue Wühelmstr. 2 o e ben erschienen August Hauer : Ali jyio9ambique. Bilder aus dem Leben eines schwarzen Fabel- dichters. Mit Illustrationen von C. üregorius. Auf gutem holzfreien Papier in Halbleinen ge- bunden M 120.—, in Halbleder M 140,—. Der rühmlichst bekannte Verfasser des „Kum- buke" schildert in seiner lebendigen Sprache den Lebensweg des Häuptlingssohnes AJiu. sein Ende. Die in den Stoff verwobenen Fabeln und Sprüche, sowie die geschilderten Sitten und Gebräuche der Eingeborenen sind von hohem ethnograph. Wert. Leo Herbst: . . . Und der König 4'ari'rf Tropenskizzen. Mit Buchschmuck von lanZl • • HansBoth. Auf gutem holzfreien Pa- pier in Halbln. geb. M 120.—, in Halbldr. M 150.—. Das erste Buch aus Kameruns tapferem Ver- teidigungskampf 1 Die Skizzen lassen den Leser in Wahrheit die Tropen erleben. Es ist kein eigentliches Kriegsbuch, sondern ein Tropen- buch von bleibendem künstlerischen Wert. £.Nigmann: Schwarze Schwanke. Fröhliche Geschichten aus unserem schönen alten Deutsch-Ostafrika. Mit Illustrationen von Kurt Wiese. Auf gutem holzfreien Papier in Halbleinen gebunden M 110.—, in Halbleder M 140.—. Der Verfasser erzählt mit liebenswürdigem Humor aus seiner langen Afrikaerfahrung eine bunte Reihe von wundervollen Humoresken aus Ostafrika ... Safari-Bücherei für jung und alt Rudolf de Haas: Piet Nieuwens r • -„ der Pfadfinder Lettow-Vorbecks. nUlZcIl, i.Bd.: Piet der Jäger. Preis ge- bunden M 20.— , in Halbleinen M 24.— . Der bekannte Jagdschriftsteller gibt eine Fülle der seltsamsten Jagdabenteuer, die, aus den Tagebüchern Piet Nieuwenhuizens geschöpft, uns den späteren Pfadfinder Lettow-Vorbecks als unerschrockenen Jäger und überaus sympathi- schen Menschen persönlich nahe bringen. Der zweite Band ist in Vorbereitung. Safari-Bücherei für jung und alt Arthur Heye : Hatako, der Kanni* U-iIa 1- Band. Preis gebunden M 14.—, in Oaie. Halbleinen M 18.— Wundervolle Schilderung der afrikanischen Tropenwildnis n. ihrer Bewohner bildet den Rah- men für die ungemein spannende Erzählung von dem Entwicklungsgange des landflüchtigen Kan- nibalen bis zu seiner Anwerbung als Askari. Der zweite Band erscheint in den nächsten Wochen. Anton Lunkenbein: Die Geheim» ^l^^^ Jy»~ XT».Mf nages ! ' \' ^^'^\w\\ ■ ^ ■ ». ■ ■ DpucKöChpiffen u. Auskunff e kpslenlos durch diel AgPiKP-llur -Abf eilung Deuisches K^li3yndil<^ie.m.b.H.BeFlin S:v^u| DER TROPENPFLANZER m m ZEITSCHRIFT FÜR m m TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. li: 25. Jahrgang. | Berlin, September 1922. Nr. 7. J! Nachruf. Nach langem schweren Leiden verstarb am 30. Juli d. J. das Mitglied unseres Vorstandes, der ehemalige ordent- liche Professor der Geographie an der Universität Jena Herr Professor Dr. Karl Dove. Der Dahingeschiedene gehörte zu den Mitbegründern des Komitees und bekleidete bei uns lange Jahre hin- durch das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden. Von jeher ein eifriger Förderer unserer gemeinnützigen Be- strebungen, stellte Professor Dove seine reiche koloniale und Auslandserfahrung sowie seine umfassenden wissen- schaftlichen Kenntnisse auf den Gebieten der Geographie, Geologie und Ethnographie bereitwilligst in den Dienst unserer Sache. In wirtschaftlichen und namentlich wirt- schaftsgeographischen Fragen besonders bewandert, lieh er uns seinen wertvollen Rat zu allen wichtigen Unter- nehmungen und Arbeiten; sein kluges Wort wurde in den Beratungen des Komitees stets gern und aufmerksam gehört. Das Komitee wird diesem hochverehrten Mann alle- zeit ein treues und ehrenvolles Gedenken bewahren. Kolonial-Wirtschaftliches Komitee. Lenz, Vorsitzender. Tropeapflanaer 1922, Heft 7. — 140 — - Der landwirtschaftliche Dienst und das landwirtschaftliche Versuchswesen in den deutschen Schutzgebieten. Nach dem Stande vom 30. April 1914. (Schluß.) 6. Versuchsstation für Rindviehzucht in Barnen da. Zentrale für Landestierzucht. Begründet 1913. Reinzucht des Buckelrindes und Verbesserung durch Zuchtwahl. F. ingeborenen -Lehranstalt für Viehzucht und Viehpflege. Weißes Personal: ein Leiter (Tierzuchtinspektor}. 7. Ackerbauschule Dschang. Begründet 1909. Junge Eingeborene wurden daselbst in der Pflug- kultur und anderen Methoden eines rationellen Ackerbaues unterrichtet. N.B. Die unter 4. bis 6. genannten Anlagen unterstanden einem und demselben Leiter: ein landwirtschaftlicher Assistent und Unterpersonal waren daneben tätig. 8. Viehzuchtstation Jaunde. Begründet 191 1. Kreuzung von Algäuer Bullen mit Kameruner Buckelrind zum Zweck der Gewinnung von Zugvieh für den Bezirk und Versorgung der Europäer mit Fleisch und Milch. Weißes Personal: ein landwirtschaftlicher Assistent. 9. Landwirtschaftliche Versuchsstation Kuti (bei Fumban, Bezirk Bamum). Begründet 191 2. Diente in erster Linie der Hebung des Baumwoll- baues im Bezirk. Arbeitsprogramm in dieser Richtung wie für die Baumwoll- stationen in Deutsch- Ostafrika (s. o). Außerdem vergleichende Anbauversuche mit einheimischen Körnerfrüchten, Leguminosen und Hackfrüchten sowie mit Futterpflanzen. Versuche zur Einführung der Pflugkultur. Ferner waren in Aussicht genommen: Düngungs- und Fruchtwechsel -Versuche; Viehhaltung und Viehzucht ; Ausbildung farbiger Wanderlehrer. Weißes Personal: ein Leiter 1 Landwirtschaftlicher Sachverständiger^ zwei landwirtschaftliche Assistenten. 10. Landwirtschaftliche Versuchsstation Pittoa (bei Garua, Adaniaua). Begründet 1912. Aufgaben und Arbeitsprogramm wie bei 9. Weißes Personal: ein Leiter, ein landwirtschaftlicher Assistent. II. Versuchsstation für Eingeborenen -Kulturen Nomajos „ ■■ A ^ (Bezirk Jaunde). Begründet 1913. ■' ^ Weißes Personal wie bei 10. 12. Kautschuk-Inspektion mit den Kautschuk-Kultur- ■Stationen in S a n g m e 1 i m a (Bezirk Ebolowa) , Akonolinga (Bezirk Jaunde), D u m e und Djahposten (Bezirk Lomie). Begründet 1907 bis 1909. Anzucht und Verteilung von Pflanzmaterial (Kickxia und Hevea) an E i n - g e bore n e : Beaufsichtigung der Neu- Anpflanzungen. Regeneration der durch — 141 — Raubbau mitgenommenen natürlichen Kautschukbestände. Unterweisung der Eingeborenen in sachverständiger Zapfung. Aufbereitung und Konser- vierung des Kautschuks. Den Kulturstationen war je ein Hilfsbeamter der Kautschuk- Inspektion zuerteilt; diese waren dem Inspektor der Kautschuk-Distrikte unterstellt. Um die praktischen Fragen der Landwirtschaft in den einzelnen Bezirken den örtlichen Anforderungen entsprechend bearbeiten zu lassen, waren — ab- gesehen von den vorstehend aufgeführten Versuchsanlagen -- noch mehreren Verwaltungsstationen landwirtschaftliche Beamte beigegeben, welche die daselbst eingerichteten Versuchsfelder und Versuchsgärten zu besorgen hatten. Solche Beamte waren u. a. an den Stationen Duala, Edea, Buea, Jabassi, Rio del Rey und Yukaduma tätig. Die Versuchsanlagen dieser Stationen hatten ihr Hauptaugenmerk auf die Förderung von E x p o r t k u 1 1 u r e n zu richten und daneben Versuche mit fremdländischen Nutzpflanzen für Ausfuhrprodukte anzustellen. Das Arbeits- programm für alle diese kleineren Versuchsanlagen wurde vom Gouvernement im Einvernehmen mit den Chefs der betreffenden Verwaltungsstationen ausgearbeitet. Außerdem waren in Gründung begriffen: Die Einrichtung je einer Inspek- tion für Ölpalmen- und für K a k a o - K u 1 1 u r. 13. Landesgestüt Golombe (Bezirk Garua, Nordkamerun). Begründet 1913. Zentrale für Landespferdezucht. Zucht des einheimischen Pferdes, Verbesserung durch Zuchtwahl. Zucht von Maultieren. Weidekulturversuche. Weißes Personal: ein Gestütsleiter, ein Stutenmeister, Unterpersonal und Handwerker. in. Deutsch -Südwestafrika. Dem Gouvernement in Windhuk waren fünf landwirtschaftliche Sach- verständige zuerteilt, und zwar je einer für die Bearbeitung der Fragen: i. der Viehzucht (außer der Schaf-, Pferde- und Maultierzuchtj, 2* der Schafzucht, 3. des Ackerbaues, 4. des Obst- und Weinbaues und 5. des Tabakbaues. Dem Sachverständigen für Schafzucht war zugleich die Leitung der Karakul- Stammschäferei Fürsten walde (s. u.), dem Sachverständigen für Ackerbau die Leitung der Versuchsfarm Neudamm (s. u.) übertragen. Landwirtschaftliche Versuchsanlagen: I. Versuchsstation für Ackerbau in Neudamm (bei Windhuk). Begründet 191 1. Vergleichende Anbauversuche mit Getreide und Futter- pflanzen sowie Versuche mit dem „Trockenfarmsystem". Unterhaltung einer Stammherde mitteldeutschen Rotviehs. Weißes Personal: ein Stationsleiter, ein Gehilfe. 2. Versuchsstation für Tabakbau in Okahandja. Begründet 1912. Diente ausschließlich der Hebung des Tabakbaues im Schutzgebiet. Vergleichende Anbauversuche, Nachbehandlung des Tabaks. Weißes Personal: ein landwirtschaftlicher Sachverständiger, ein landwirt- schaftlicher Assistent. 3. Versuchsstation für Wein- und Obstbau in Grootfontein. Begründet 1912. Weißes Personal: ein Leiter (Sachverständiger für Wein- und Obstbau), [ein landwirtschaftlicher Gehilfe. 12* — 142 '-i- 4. L a n d e s g e s t ü t N a u c h a s. Begründet 1S98. Zentrale für die Landespferdezucht. Zuchtversuche mit eingeführten Vollblütern zur Gewinnung von Landesbeschälern und Erzielung eines einheitlichen Pferdetyps, Organisation und Überwachung des Beschäldienstes im Schutzgebiet. Weißes Personal: ein Leiter, Gestütswärter und anderes Unterpersonal. 5. K a r a k u 1 - S t a m m s c h ä f e r e i I'" ü r s t e n w a 1 d e. (bei Windhuk). Begründet 1909 mit aus Buchara eingeführten Tieren. Reinzucht und Kreuzungszucht. Weißes Personal: ein Leiter, ein Gehilfe. 6. V e r s u c h s f a r m für S t r a u ß e n z 11 c h t O t j i t u c z u , am weißen Nossob (Bezirk Windhuk). Begründet 1911. Zunächst Reinzucht mit aus Britisch-Südafrika eingeführten Vögeln, später auch Versuche mit in der Kolonie einheimischen wilden Straußen. Weißes Personal: ein Leiter, ein Gehilfe. Die älteren \' e r s u c h s a n 1 a g e n der Kolonie — teilifeise schon in den Jahren 1S97— 99 eingerichtet — dienten vornehmlich dem Obst- und Gemüsebau. Derartige Veräuchsgärtcn bestanden 1914 in Windhuk (haupt- sächlich für Rebenkultur', Kl. Windhuk, (Obsibaumschulej, Okahandja, Grootfontein, Gobabis und G i b e o n (vornehmlich für die Heranzucht von Forst- und Obstbäumen) sowie in Ukuib (für Dattelkultur). IV. Togo. Dem Gouverneur stand ein landwirtschaftlicher Beirat für die Bearbeitung aller .Angelegenheiten der Landwirtschaft zur Seite, diesem lag auch die Oberleitung über die Tätigkeit der Baumwollstationen und der Bezirksland- wirte ob. Ein zweiter landwirtschaftlicher Sachverständiger war dem Gouvernement speziell für die Arbeiten betreffend Pflanzenzucht und Düngung beigegeben. Fünf landwirtschaftliche Assistenten („Bezirkslandwirte") waren in den Bezirken L o m e - L a n d . A n e c h o , M i s a h ö h e , .A t a k p a m e imd S o k o d e beschäftigt. Landwirtschaftliche \' er s u c h s a n 1 a g e n : I. Landeskulturanstalt Nuatjä (Bezirk Atakpame). Begründet 1902 von der Station Atakpame; 1903 dem Kolonial-Wirtschaft- lichen Komitee als „ B a u m w o 1 1 s c h u 1 c " für Eingeborene überlassen. 1907 vom Kaiserlichen Gouverpement übernommen und zu einer allgemeinen Ackerbauschule (für Eingeborene) erweitert. 1912 unter Beibehaltung des Sc hui betrieb es zur Landeskulturanstalt erhoben. Junge Eingeborene aus den verschiedensten Gegenden des Schutzgebiets erhielten praktischen und theoretischen Unterricht im rationellen Ackerbau und in der Viehhaltung, Anbau- versuche mit Getreide. Hülsenfrüchten und Hackfrüchten, Düngungsversuche, Rindvieh-, Schweine- und Ziegenzucht. Weißes Personal: ein Leiter, ein landwirtschaftlicher Assisteot, Unterpersonal. 2. B a u m w o 1 1 s t a t i o n Nuatjä. Im Jahre 191 1 der damaligen Ackerbaurchule angegliedert. Vergleichende Anbauversuche mit verschiedenen Baumwollarten und -Sorten, ferner Saatzucht - '43 — und Saalvermehrung (Vi^l. Programm der Baumvvollstationen Deutsch-Ostafrikas). Eigene BaumwoU-Entkörnungsanstalt. Weißes Personal: Die Arbeiten der BaumvvoUstation wurden von dem Personal der Landeskulturanstalt geleitet und durchgeführt. 3. Baumw ollst ation Ttschatschamanade am Kamaa (Bezirk Sokode). Begründet 191 1. Dieselben Aufgaben wie bei 2. Weißes Personal: ein landwirtschaftlicher Assistent (Oberleitung siehe obenj. 3. Baumwollstation Tove (bei Palime. Bezirk Misahöhe). Begründet 1912. Nebst Saatvermehrungsstelle K p a n d u. Arbeitsprogramm und Personal wie bei 2. V. Deutsch-Neuguinea. Das Landeskulturwesen sollte im Jahre 1914 neu organisiert werden: danach sollte der landwirtschaftÜche Dienst von fünf landwirtschaftlichen Sachverständigen und fünf Bezirkslandwirten (landwirtschaft- lichen Assistenten) wahrgenommen werden. Einem Sachverständigen lag bereits 1914 die Erledigung sämtlicher, die Landeskultur betretifenden Fragen beim Gouvernement ob, während sich ein landwirtschaftlicher Sachverständiger mit der Bearbeitung des Düngungswesens befaßte; den übrigen Sachverständigen sollte die Leitung der Versuchsstationen übertragen werden. Den Bezirkslandwirten sollte die Förderung der Eingeborenen- Kulturen durch Belehrung und Anleitung der Eingeborenen zu wirtschafts- gemäßer Anlage, Reinhaltung und Nutzung der Kokospflanzungen in den Bezirken Rabaul, Namatanai, Friedrich- Wilhelms hafen. am S e p i k und im Inselgebiet zufallen. Landwirtschaftliche Versuchsanlagen: I. Botanischer Garten in Raba.ul. Begründet 1906. Anzuchtstelle für tropische Nutzpflanzen. Weißes Personal: ein Leiter. 2. Tierzuchtstation Käwieng, 1914 in Gründung begriffen. Zentrale für Landestierzucht. Züchtung der Haustierrassen. Verbesserung der vorhandenen Rassen durch Zuchtwahl. Beobachtung der einzelnen Tierrassen über ihre Eignung für das Schutzgebiet. Weißes Personal: ein Leiter (Tierzuchünspektor). 3. Versuchsstation für Kokoskultur, 1914 in Gründung begriffen. Bearbeitung der Sortenfrage, Züchtung, Kopraaufbereitung und Schädlings- bekämpfung. Weißes Personal: ein Leiter (landwirtschaftlicher Sachverständiger;. 4. Landwirtschaftliches Laboratorium in Rabaul, 1914111 (Gründung begriffen. Untersuchung der im Schutzgebiet vorkommenden Rohstoffe, Bodenanalysen sowie Bearbeitung wichtiger Düngungsfragen. Erforschung der Schädlinge und Krankheiten der Kulturpflanzen. Weißes Personal: ein Leiter (landwirtschaftlicher Sachversiändigerj. 5. Versuchsstation im Kaiser- Wilhelmsland für tropische Kulturen, 1914 in (Gründung begriffen. — 144 — ^, VI. Samoa, In dieser Kolonie waren seit Anfang 19 12 ein landwirtschaftliche r Sachverständiger und ein Zoologe (Entomologe) zur Bekämpfung der Pflanzenschädlinge tätig. Das Versuchswesen befand sich 1914 noch in Vorbereitung. Anmerkung: In den tropischen Kolonien Afrikas und der Südsee wurden auf Kosten und unter Aufsicht der Verwaltung seit 191 1 auf staatlichen Anlagen und in Privatpflanzungen ausgedehnte systematische Düngungsver- suche zur Feststellung des Nährstoffbedürfnisses der wichtigsten Kulturpflanzen ausgeführt. Diese, auf mehrere Jahre berechnete Versuchsarbeit erforderte einen eigenen, mehr oder weniger umfangreichen Stab von landwirtschaftlichen Sach- verständigen und Assistenten, der außerhalb des ständigen Personals eingestellt werden mußte. In der vorstehenden Nachweisung ist dieses Personal, soweit nur vorübergehend in den Schutzgebieten tätig, nicht berücksichtigt worden. Motor oder Kuli^)? Von W. F. R u d i n , Radek Estate, Kediri (Java). Sieht die Leitung einer tropischen Landhauunternehmung aus irgendwelchen Gründen (teuere oder ungenügende eingeborene Arbeitskräfte, bedeutende Aus- dehnung der Anpflanzung usw. usw.) sich vor die Frage gestellt, menschliche und tierische Arbeitskraft durch motorische zu ersetzen, so hat sie in erster Linie Rentabilität, Zweckmäßigkeit und Betrieljssicherheit der Neuerung ins Auge zu fassen, will sie sich nicht den größten Enttäuschungen und bedeutenden finanziellen Verlusten aussetzen. Bei dem heutigen Tiefstande beinahe aller tropischen Rohprodukte auf dem Weitmarkte, der eine große Anzahl Unternehmungen zwingt, einen Kampf um Sein oder Nichtsein zu führen, wird von den Direktionen nur dann Geld für technische Neuanschaffungen zu erhalten sein, wenn diesen versichert werden kann, daß oben angeführte Punkte gewährleistet sind. Ohne diese Voraussetzungen aber in der jetzigen Krisezeit das Budget einer Plantage zu belasten, zeugt nicht für fortschrittliche Gesinnung der Leitung, wohl aber für ein geringes Verantwortlichkeitsgefühl dem Anteilhalter oder Besitzer gegenüber. Ein Urteil aber über eine technische Neuerung zu fällen ist für den Pflanzer, der in den seltensten Phallen über mehr als elementare technische Kenntnisse verfügt, eine überaus heikle Angelegenheit. Ganz ausnahmsweise wird er infolge der teuren Transportkosten großer Maschinen (Motorpflüge. Traktoren usw.) Gelegenheit haben, Prüfungen auf eigenem Lande vornehmen lassen zu können. Und wenn dies auch möglich ist, werden sie dennoch keine befriedigende Auf- klärung ergeben. Nicht nur arbeitet in solchem Falle absolut neues Material unter fachmännischer Aufsicht (keine Maschinenfabrik wird verfehlen, ihren ein- gearbeiteten Techniker mitzusenden, der Betriebsstörungen leicht reparieren kann), sondern man wird auch keine Antwort auf die P'rage erhalten, wie es mit der Rentabilität beim Gebrauche während längerer Zeit sieht. ') Wir haben den vorliegenden Mitteilungen des Herrn Verfassers — ob- wohl sie sich nur auf einen speziellen und eigengearteten Fall beziehen — gern Raum gegeben, weil wir uns nur von einer derartigen .Aussprache eine nach- haltige Förderung der vorliegenden, ungemein wichtigen Frage versprechen können. B. — 145 — Ist man zum Ankauf irgendwelcher Maschine geschritten, so wird man in kürzester Zeit einer Fülle unerwarteter Überraschungen gegenüberstehen. Scheinbar geringfügige Pannen können durch das europäische Personal und den eingeborenen Schlosser nicht gefunden und noch weniger repariert werden, man wird sich Möglichkeiten gegenübersehen, die bedingt sind durch spezifische Eigenheiten des Arbeitskreises (Bodengestaltung, Klima), die unter Umständen alle Berechnungen über den Haufen werfen und aus einem winkenden Erfolg ein geldverschlingendes Unternehmen gestalten. Es ist nun freilich eine Tatsache, daß feststehende maschinelle Ein- richtungen zur Verarbeitung irgendwelchen Produktes weit zuverlässiger arbeiten als Motorpflüge oder Mähmaschinen, da sie unter viel allgemeinern Gesichtspunkten konstruiert werden können. Ein Zuckerwalzwerk auf Kuba und Java kann mit denselben Maschinen auskommen; sehr fraglich ist aber, ob ein Traktor, der in den Baumwollfeldern Ägyptens guten Dienst tut, in den südamerikanischen Baum- wolldistrikten verwendet werden kann. Meine Erfahrungen in dieser Beziehung, die vielleicht als praktischer Kom- mentar zu den Ausführungen des Herrn Prof. Dr. Paul Preuß (Über ma- schinelle Einrichtungen in Kokospalmenplantagen, „Tropenpflanzer" 25. Jahrg., Heft 1) von einigem Wert sind, habe ich auf einer Kokosplantage auf der Sumatranischen Westküste gemacht. Die Unternehmung db 1800 bahoes (i bahoe = 0,709 649 ha) groß, wovon ein Teil auf einer vorgeschobenen Insel liegt, wird seit 1908 bewirtschaftet. Seit 1916 stehen 580 bahoes mit zt 59400 Palmen in Produktion; Neuanpflanzungen wurden vorgenommen 1919 270 bahoes, 1920/21 580 bahoes. Die mittlere Jahres- [jroduktion betrug 1916 bis 1920 3 240000 Nüsse = 10 530 pik. Kopra (1000 Nüsse = ± 3,25 pik. Kopra; i pik. = 61,761 kg). Die Pflanzung liegt zwischen o und S m über dem Meer. Zur Zeit der Flut wird sie zeitweilig und örtlich durch Stauwasser eines nahen Flusses fußtief unter Wasser gesetzt. Die Böden, zum Teil sandiges Schwemmland, zum anderen Teil morastiger Humus, wie er nach dem Niederlegen jungfräulichen Urbusches beinahe immer zutage tritt, eignen sich vorzüglich für Kokoskultur. Mit seltenen Ausnahmen fällt täghch schwerer Regen. Eisen, das nicht ständig in Gebrauch oder oft gereinigt wird, rostet in wenigen Wochen völlig ein. Die Verwaltung der Unternehmung stand in dieser Zeit unter einem Administrateur und zwei Assistenten, wovon der eine diplomierter Maschineningenieur war. Eine der vornehmsten Schwierigkeiten, unter der dieser Betrieb von Beginn an litt, war außer dem ungesunden Klima, dem periodischen Auftreten von Malaria, Typhus und Cholera, der Mangel an guten, eingesessenen Arbeitskräften. Außer zum Prauwenführer und Buschfäller taugt der westsumatranische Malaie nicht, seine Ungebundenheit erschwert auch seine Einordnung in einen Betrieb und machen Disziplinhaltung beinahe zur Unmöglichkeit. So entschloß man sich schon früh, javanische Vertragskülis einzuführen. Der, Javane, außer dem Bali- nesen der beste Ackerbauer des tropischen Ostens, bewährte sich auch hier vor- züglich, und ließ die hohen Kosten der Anwerbung (Werbegeld, Einrichtung eines Spitales, gesetzlich verlangte Anwerbung eines javanischen Doktors usw. usw.) leichter verschmerzen. Der Stand der Dinge war bis 191 8 durchaus befriedigend. In diesem Jahre brachte eine militärische E.xpedition Cholera und Syphilis auf die Insel, welche beide vereint im Laufe eines Jahres die einheimische Bevölkerung um '/s- den Arbeiterbestand- der Unternehmung auf '4 dezimierte. Die Lage war überaus — 146 — ernst. Konnte in kürzester Zeit die